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Letzte Änderung für Artikel Hessen: 18.02.2006 19:08

Hessen

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Hessen
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landeshauptstadt : Wiesbaden
Fläche : 21.114,72 km² (7.)
Einwohner : 6.097.800 (5.) (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte : 288 Einwohner/km² (7.)
Staatsform : demokratische und
parlamentarische Republik
Schulden: 4.693 ‚ā¨ pro Einwohner (2004)
Schulden gesamt: 28,6 Mrd. ‚ā¨ (2004)
ISO 3166-2 : DE-HE
Homepage: www.hessen.de
Politik
Ministerpräsident : Roland Koch ( CDU )
Regierende Partei: CDU
Sitzverteilung im Landtag
(110 Sitze):
CDU 56
SPD 33
B90/Gr√ľne 12
FDP 9
Letzte Landtagswahl: 2. Februar 2003
nächste Wahl: 2008
Parlamentarische Vertretung
Stimmen im Bundesrat : 5
Karte
Karte Hessen in Deutschland

Hessen ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland . Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbarländer

In der Mitte Deutschlands liegend grenzt Hessen an die L√§nder Nordrhein-Westfalen (Grenzl√§nge: 269 330 m ), Niedersachsen (167 013 m), Th√ľringen (269 647 m), Bayern (261 881 m), Baden-W√ľrttemberg (176 540 m) und Rheinland-Pfalz (266 325 m). Daraus ergibt sich eine Gesamtgrenzl√§nge von 1410,736 km .

Mittelgebirge & Berge

Hessens Landschaft besteht aus zahlreichen Mittelgebirgen ; nach deren jeweils h√∂chsten (hessischen) Bergen sortiert sind dies: Rh√∂n, Taunus, Upland, Vogelsberg, Hoher Mei√üner, Kellerwald, Westerwald, Kaufunger Wald, Kn√ľllgebirge, Habichtswald, Odenwald, St√∂lzinger Gebirge, Spessart, Schlierbachswald, Seulingswald und Reinhardswald . Die h√∂chste Stelle des Landes befindet sich auf der Wasserkuppe (950 m √ľ. NN ) in der Rh√∂n (zu den hessischen Mittelgebirgen und weiteren Bergen: Liste der Berge in Hessen).

Gewässer

Fl√ľsse

Unter anderen durchflie√üen die nachfolgend genannten Fl√ľsse das Bundesland Hessen ganz oder nur teilweise. W√§hrend der Strom Rhein im S√ľdwesten des Landes die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet, ist der Neckar auf kleiner Strecke s√ľdlicher Grenzfluss zu Baden-W√ľrttemberg und die Werra bzw. die Fulda bilden im Osten bzw. in Nordhessen teilweise die Grenze zu Th√ľringen und Niedersachsen oder kreuzen diese politischen Grenzen; die l√§ngsten bzw. bekanntesten Flie√ügew√§sser (mit jeweiliger Gesamtl√§nge) in Hessen sind:

Seen

In Hessen liegen keine sehr gro√üen nat√ľrlichen Seen. Der gr√∂√üte hessische Stausee ist der nordhessische Edersee.

Becken & Niederungen

Die gr√∂√üten Ebenen sind das Rhein-Main-Gebiet, die Oberrheinische Tiefebene und die Wetterau. Nach Norden schlie√üen sich die so genannten ‚ÄěHessischen Beckenlandschaften‚Äú an: Am√∂neburger Becken, Fritzlar-Waberner Becken und Kasseler Becken. Diese Becken sind jedoch im geomorpholgischen Sinn eigentlich keine Becken sondern teils weitr√§umige Niederungen , die von Fl√ľssen durchflossen werden. Die niedrigste Stelle von Hessen befindet sich bei Lorch am Rhein (81 m √ľ. NN ) im Rheingau-Taunus-Kreis.

Staatsaufbau

Allgemein

Hessen ist laut seiner Verfassung Glied der deutschen Republik. Die Staatsform ist eine demokratische und parlamentarische Republik . Au√üerdem bekennt sich Hessen zu Frieden, Freiheit und V√∂lkerverst√§ndigung. Der Krieg ist ge√§chtet. Dennoch ist in den hessischen Gesetzen tats√§chlich noch die Todesstrafe erlaubt. Da aber Bundesgesetze Vorrang vor Landesgesetzen haben, wird nat√ľrlich die Todesstrafe in Hessen (wie im √ľbrigen Bundesgebiet) nicht verh√§ngt.

Legislative

Die Legislative wird vom Landtag ausge√ľbt, soweit sie nicht dem Volke durch Volksentscheid zugedacht ist. Der Landtag besteht aus den vom Volke gew√§hlten Abgeordneten. Das passive Wahlrecht haben alle Stimmberechtigten, die das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben. Alle Parteien mit mehr als 5 Prozent der Stimmen sind im Landtag vertreten.

Exekutive

Die Exekutive ist die Hessische Landesregierung und die ihr unterstellte Landesverwaltung. Die Landesregierung setzt sich aus dem Ministerpr√§sidenten und den Ministern zusammen. Der Ministerpr√§sident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und ist daf√ľr dem Landtag verantwortlich. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Minister den ihm anvertrauten Gesch√§ftszweig selbst√§ndig und unter eigener Verantwortung gegen√ľber dem Landtage. Der Ministerpr√§sident vertritt das Land Hessen nach au√üen. Der Landtag w√§hlt ohne Aussprache den Ministerpr√§sidenten mit mehr als der H√§lfte der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Der Ministerpr√§sident ernennt daraufhin die Minister. Eine Besonderheit ist, dass Angeh√∂rige der H√§user, die bis 1918 in Deutschland oder einem anderen Land regiert haben oder in einem anderen Land regieren, nicht Mitglieder der Landesregierung werden k√∂nnen.

Judikative

Die Judikative wird vom Hessischen Staatsgerichtshof und den weiteren Gerichten des Landes ausge√ľbt. Der Staatsgerichtshof besteht aus elf Mitgliedern, und zwar f√ľnf Richtern und sechs vom Landtag nach den Grunds√§tzen der Verh√§ltniswahl gew√§hlten Mitgliedern, die nicht dem Landtag angeh√∂ren d√ľrfen. Der Staatsgerichtshof entscheidet √ľber die Verfassungsm√§√üigkeit der Gesetze, die Verletzung der Grundrechte, bei Anfechtung des Ergebnisses einer Volksabstimmung, √ľber Verfassungstreitigkeiten sowie in den in der Verfassung und den Gesetzen vorgesehenen F√§llen.

Politik

Bei der Landtagswahl am 2. Februar 2003 erhielt die CDU zum ersten Mal in Hessen die absolute Mehrheit im Parlament (56 Sitze). Die n√§chste Landtagswahl wird voraussichtlich im Fr√ľhjahr 2008 stattfinden.

Siehe auch:Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen.

Eine Besonderheit der hessischen Verfassung ist die noch immer existente Todesstrafe . Sie ist in Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 festgelegt. Da das Grundgesetz jedoch die Abschaffung der Todesstrafe bestimmt und in der Normenhierarchie √ľber Landesverfassungen steht, wird sie nicht vollstreckt. Der entsprechende Artikel in der hessischen Verfassung soll bei einer zuk√ľnftigen Reform der Verfassung wohl ge√§ndert werden. Bemerkenswert ist jedoch, dass er trotz mehrerer √Ąnderungen der Verfassung seit Inkrafttreten, die letzte √Ąnderung war 2002, immer noch in dieser Form besteht. Da Verfassungs√§nderungen in Hessen jedoch neben der Zustimmung des Parlaments einer Volksabstimmung bed√ľrfen, wird m√∂glicherweise eine Zustimmung der hessischen Bev√∂lkerung als nicht sicher angesehen. Im Januar 1970 stellte die Fraktion FDP einen Antrag zur √Ąnderung der hessischen Verfassung, der als ersten Punkt die Streichung von Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 vorsah - dieser Antrag wurde jedoch nach knapp zwei Monaten zur√ľckgezogen.

Die Ministerpräsidenten seit 1945

Mitglieder der Hessischen Landesregierung.

Wappen und Flagge

Das Wappen zeigt auf blauem Grund einen steigenden L√∂wen, der neunmal silbern und rot geteilt ist. Der L√∂we wurde ursrp√ľnglich vom Landgrafen von Th√ľringen benutzt und wird heute in Hessens Wappen verwendet, da das Gebiet des heutigen Hessens bis 1247 zu deren Herschaftsgebiet geh√∂rte.

Die Landesflagge ist rot-weiß; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.

Landeswappen Landesflagge Landesdienstflagge
Landeswappen Landesflagge Landesdienstflagge

Bevölkerung

Der gr√∂√üte Teil der hessischen Bev√∂lkerung lebt im s√ľdlichen Landesteil entlang der Gebiete um die Fl√ľsse Rhein und Main (siehe auch Rhein-Main-Gebiet). Ein weiterer Ballungsraum ist die Gegend um das nordhessische Kassel. Bev√∂lkerungsentwicklung siehe Bev√∂lkerungsprognose Hessen

Die hessische Mundart , das fränkische Hessisch-Nassauisch , gehört zum Westmitteldeutschen innerhalb der deutschen Sprache an.

Etwa 43 Prozent der Bevölkerung gehören den evangelischen Landeskirchen von Hessen und Nassau , von Kurhessen-Waldeck sowie des Rheinlandes an. Etwa 26 Prozent sind römisch-katholischen Bekenntnisses; das Landesgebiet gehört zu den Diözesen Fulda, Limburg und Mainz.

Verwaltungsgliederung

Regierungsbezirke

Hessen ist seit 1981 verwaltungsmäßig unterteilt in die drei Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel, diese wiederum in 5 kreisfreie Städte und 21 Landkreise mit 426 Gemeinden .

Landkreise

Regierungsbezirk

Darmstadt

Regierungsbezirk

Gießen

Regierungsbezirk

Kassel

  1. Bergstraße (HP) <li>Darmstadt-Dieburg (DA) <li>Groß-Gerau (GG) <li>Hochtaunuskreis (HG) <li>Main-Kinzig-Kreis (MKK) (HU) <li>Main-Taunus-Kreis (MTK) <li>Odenwaldkreis (ERB) <li>Offenbach (OF) <li>Rheingau-Taunus-Kreis (RÜD) <li>Wetteraukreis (FB)

    </ol>

    <li>Gießen (GI) <li>Lahn-Dill-Kreis (LDK) <li>Limburg-Weilburg (LM) <li>Marburg-Biedenkopf (MR) <li>Vogelsbergkreis (VB)

    <li>Fulda (FD) <li>Hersfeld-Rotenburg (HEF) <li>Kassel (KS) <li>Schwalm-Eder-Kreis (HR) <li>Werra-Meißner-Kreis (ESW) <li>Waldeck-Frankenberg (KB)

Kreisfreie Städte

Städte und Gemeinden

Mit Frankfurt am Main liegt eine der bedeutendsten deutschen St√§dte im Bundesland Hessen. Die eigentliche Stadt hat 655.000 Einwohner, mit dem engeren Umland sind es knapp 2 Millionen. Im ganzen Ballungsraum Rhein-Main lebt √ľber die H√§lfte der hessischen Bev√∂lkerung, auch die meisten anderen gro√üen St√§dte befinden sich hier: Wiesbaden (272.000 Einwohner), Darmstadt (140.000), Offenbach am Main (119.000), Hanau (89.000), R√ľsselsheim (60.000) und Bad Homburg vor der H√∂he (52.000).

Die gr√∂√üte Stadt der √ľbrigen Landesteile ist Kassel, die historische Hauptstadt Nordhessens, mit 199.000 Einwohnern heute die drittgr√∂√üte Stadt des Landes. Marburg (79.000 Einwohner), Gie√üen (73.000) und Wetzlar (53.000) liegen in Mittelhessen, Fulda (63.000) in Osthessen .

In Frankfurter Umland liegen neun weitere St√§dte mit mehr als 30.000 Einwohnern (Rodgau, Oberursel, Dreieich, Maintal, Hofheim am Taunus, Neu-Isenburg, Langen, Dietzenbach und M√∂rfelden-Walldorf). An der s√ľdhessischen Bergstra√üe liegen drei weitere St√§dte dieser Gr√∂√üenordnung (Bensheim, Viernheim und Lampertheim). Trotz der geringen Einwohnerzahl von nur 33.000 hat Limburg an der Lahn eine gewisse Zentrumsfunktion f√ľr den d√ľnn besiedelten Westen des Landes.

Größte Städte

Stadt Kreis Einwohner
31.12.2000
Einwohner
30.6.2005
Frankfurt am Main Frankfurt am Main (Stadt) 646.550 648.325
Wiesbaden Wiesbaden (Stadt) 270.109 274.318
Kassel Kassel (Stadt) 194.766 194.176
Darmstadt Darmstadt (Stadt) 138.242 140.129
Offenbach am Main Offenbach am Main (Stadt) 117.535 119.616
Hanau Main-Kinzig-Kreis 88.294 88.792
Marburg Marburg-Biedenkopf 77.390 78.412
Gießen Gießen 73.138 73.358
Fulda Fulda 62.510 63.830
R√ľsselsheim Gro√ü-Gerau 59.357 59.457
Wetzlar Lahn-Dill-Kreis 52.608 52.460
Bad Homburg v.d.Höhe Hochtaunuskreis 52.838 52.081
Rodgau Offenbach 43.123 43.443
Oberursel (Taunus) Hochtaunuskreis 42.096 42.865
Dreieich Offenbach 40.114 40.558
Bensheim Bergstraße 38.557 39.642
Maintal Main-Kinzig-Kreis 38.179 38.157
Hofheim am Taunus Main-Taunus-Kreis 37.441 37.852
Neu-Isenburg Offenbach 35.524 35.392
Langen (Hessen) Offenbach 35.208 35.189
Limburg a.d.Lahn Limburg-Weilburg 33.572 33.936
Dietzenbach Offenbach 32.982 33.413
Viernheim Bergstraße 32.427 32.884
Lampertheim Bergstraße 32.231 31.779
Mörfelden-Walldorf Groß-Gerau 32.173 33.348
Bad Hersfeld Hersfeld-Rotenburg 30.778 30.475
Bad Nauheim Wetteraukreis 30.199 30.394
Bad Vilbel Wetteraukreis 29.716 30.927

Eine Auflistung aller Städte und Gemeinden des Landes finden Sie in der Liste der Orte in Hessen .

Regionen

Wirtschaft

Das Rhein-Main-Gebiet in S√ľdhessen besitzt nach dem Ruhrgebiet die gr√∂√üte Industriedichte in Deutschland. Hier sind chemisch-pharmazeutische Industrie, Maschinen- und Fahrzeugbau und, vor allem in Frankfurt am Main, Dienstleistungsunternehmen ans√§ssig. Offenbach war bekannt f√ľr seine Lederindustrie, Hanau als Standort der Materialforschung und -verarbeitung, R√ľsselsheim als Standort der Automobilindustrie und Wetzlar mit dem Zentrum der optischen- und feinmechanischen Industrie sowie der Schwerindustrie.

Etwa 1/3 der hessischen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt.

Im hessischen Biblis befindet sich eines der deutschen Atomkraftwerke .

Ende Januar 2005 zählte Hessen 278.508 Erwerbslose, somit beträgt die Arbeitslosenquote 9,3 % (8,4 % im Vorjahrsmonat). Mit 7,2 % hat der Arbeitsamtbezirk Frankfurt die niedrigste Quote, während der Arbeitsamtbezirk Kassel mit 13,3 % die höchste Quote landesweit aufweist.

Die größten Arbeitgeber in Hessen

  1. Sparkasse
  2. Deutsche Lufthansa
  3. REWE
  4. Deutsche Bahn
  5. Adam Opel
  6. Deutsche Bank
  7. Siemens AG und Siemens VDO Automotive
  8. Volkswagen
  9. Fraport
  10. Dresdner Bank
  11. Buderus
  12. Philips

Geschichte

Antike

Der Name Hessen geht auf den germanischen Stamm der Chatten, der im historischen Kernraum um die Fl√ľsse Fulda und Eder und zwischen den Oberl√§ufen der Fl√ľsse Lahn und Werra, also im Raum Niederhessen bzw. Nordhessen und Oberhessen bzw. Mittelhessen siedelten, zur√ľck, und bezeichnet urspr√ľnglich die hier ans√§ssigen Nachkommen der germanischen Chatten.

Schon in der Altsteinzeit war u.a. die mittelhessische Region besiedelt. Durch die vom Klima beg√ľnstigte Lage blieben dort die Menschen auch in der W√ľrmeiszeit vor rd. 50.000 Jahren. Man findet hier alte Gr√§berfelder. In der Bronzezeit dominierten H√ľgelgr√§ber , wie man sie z.B. in Wetzlar (im Finsterloh) findet. Auf dieser Gemarkung bestanden drei keltische Siedlungen. Der in der N√§he liegende D√ľnsberg war eine keltische Fluchtburg, wo wahrscheinlich kurz vor der Zeitenwende eine Schlacht zwischen R√∂mern und Kelten stattgefunden hat. √úber das Schicksal der dortigen Kelten ist nichts bekannt. Die R√∂mer hatten in Dorlar ein Milit√§rlager, und in Waldgirmes , unmittelbar an der heutigen Stadtgrenze von Wetzlar, befand sich eine zivile Siedlung im Aufbau. Die R√∂mer zogen sich nach der Schlacht im Teutoburger Wald aus dieser Region in den s√ľdlichen Taunus zur√ľck. Das Ortsnamen-Grundwort "-lar" verweist auf eine Siedlung keltischen Ursprungs mit einem Gr√ľndungsdatum bis zum 3. Jh. (vgl. auch Goslar, Fritzlar, Dorlar usw.). Eine weitere Deutung der Ortsnamensendung "-lar": - altfr√§nkisch "hlar / hlari" und bedeutet etwas √§hnliches wie "H√ľrde" oder "Ger√ľst / Gestell".

Die Chatti (lat., sprich [xat…ôn] mit ch wie in ach) sind die Stammv√§ter der Hessen, ihr Versammlungsort war das Thingfeld zwischen Fritzlar und Gudensberg, s√ľdlich von Kassel. Chatten (Chatti--> Hatti--> Hassi (um 700)--> Hessi (738)--> Hessen) und Friesen sind √ľbrigens die einzigen germanischen St√§mme, die sowohl ihren Namen als auch ihr Siedlungsgebiet bis in die Gegenwart beibehalten haben.

In einigen Teilen des modernen Hessens siedelten urspr√ľnglich Kelten . Im Jahr 6. v.Chr. fand eine Schlacht um das Oppidum am D√ľnsberg statt, welche von den R√∂mern gewonnen wurde. Nach der Schlacht erfolgte die Zerst√∂rung des Oppdiums durch R√∂mische Truppen und der Einfluss der Kelten in der Region ging zur√ľck. Um die Zeitenwende zogen viele Kelten fort und die zur√ľckgebliebenen Kelten vermischten sich mit den zuziehenden Germanen . Bis zum Ende des 1. Jahrhunderts wurde das sp√§tere S√ľdhessen dann r√∂misch, w√§hrend der Norden (Nieder- und Oberhessen) im Einflussbereich der Chatten verblieb. Durch das sp√§tere Hessen verlief der Obergermanische Limes, von dem vor allem im Taunus noch zahlreiche Reste zu sehen sind ( Saalburg ).

Mittelalter

Im 6. Jahrhundert geriet Hessen unter fr√§nkischen Einfluss. Bonifatius, der "Apostel der Deutschen", missionierte dort und in Th√ľringen etwa ab 720 . 723 f√§llte er die Donareiche bei Fritzlar und leitete damit die Christianisierung der Chatten und benachbarten St√§mme ein. 724 gr√ľndete er das Kloster Fritzlar und das benachbarte Bistum B√ľraburg, 744 das Kloster Fulda. Seit dem 8. Jahrhundert entwickelte sich im sp√§teren s√ľd√∂stlichen Landesteil die Via Regia, die das fr√§nkische Stammesherzogtum um Mainz mit der K√∂nigspfalz Frankfurt, den Abteien Fulda und Hersfeld sowie dem Handels- und Missionsst√ľtzpunkt Erfurt verband.

Durch K√∂nig Konrad II. erh√§lt eine Grafenfamilie Werner von Gr√ľningen aus Schwaben Einfluss im Reich. Ab 1027 sind sie Inhaber der hessischen Grafschaft Maden und gewinnen andere Grafschaften an der Lahn dazu. Graf Werner I. f√§llt 1040 in B√∂hmen; Werner II. 1053 in Civitate im der Normannenschlacht; in den Annalen Lamperts von Hersfeld hei√üt es, Werner III. sei mit Erzbischof Adalbert von Bremen m√§chtiger als Heinrich IV. gewesen. Au√üerdem erhalten sie die Kl√∂ster Hasungen und Kaufungen sowie das von Werner IV. 1113 gegr√ľndete Kloster Breitenau, welcher 1121 stirbt. Damit waren sie teilweise fast so m√§chtig wie die Konradiner in Hessen.

Durch Erbschaft und Heirat fielen die hessischen Grafschaften im Fulda-Eder-Raum von 1122 - 1247 unter die Herrschaft der Ludowinger, die ab 1130 auch Landgrafen von Th√ľringen waren. Nach dem Aussterben der Ludowinger erstritt im hessisch-th√ľringischen Erbfolgekrieg ( 1247 - 1264 ) die Landgrafentochter Sophie, verheiratete Herzogin von Brabant, f√ľr ihren Sohn Heinrich I. von Hessen, auch Heinrich das Kind genannt, wieder die Unabh√§ngigkeit Hessens vom th√ľringischen Erbe der Ludowinger, welches an die s√§chsischen Wettiner fiel.

1292 wird die neue Landgrafschaft Hessen, Hauptstadt Kassel, vom Kaiser als Reichsf√ľrstentum best√§tigt. Im HRR z√§hlten ab den Sp√§tmittelalter Herz√∂ge, Land-, Mark- und Pfalzgrafen zum F√ľrstenstand und waren damit den Herz√∂gen gleichgestellt. Das Haus Hessen regiert in Hessen bis 1866 (Hessen-Kassel) b.z.w. 1918 (Hessen-Darmstadt).

Renaissance

Philipp der Gro√üm√ľtige machte Hessen in der Reformationszeit zu einer die deutsche Geschichte wesentlich beeinflussenden Macht. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Territorium Hessen bereits durch Erbschaft, vor allem der Grafschaft Katzenelnbogen, nennenswerte Erweiterungen im Rhein-Main-Raum erfahren.

Nach dem Tod von Philipp I., dem Gro√üm√ľtigen wurde Hessen 1567 nach altert√ľmlichen Erbregeln im so genannten Vierbr√ľdervergleich in vier Staaten geteilt: Wilhelm IV. erhielt mit Hessen-Kassel die H√§lfte des Landes, Ludwig IV. erhielt Hessen-Marburg, Philipp II. Hessen-Rheinfels und Georg I. Hessen-Darmstadt . Hessen-Rheinfels ging 1583 im Erbgang in den Besitz von Hessen Kassel und Hessen-Darmstadt √ľber, Hessen-Marburg fiel 1604 auf gleichem Wege an Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt. Sp√§ter spaltete sich zeitweise die Landgrafschaft Hessen-Rotenburg von Hessen-Kassel, Hessen-Homburg von Hessen-Darmstadt ab.

Von 1689 bis 1806 wurde das Reichskammergericht , das h√∂chste Gericht des Heiligen R√∂mischen Reiches Deutscher Nation, nach Wetzlar verlegt. Anla√ü der Verlegung war die Verw√ľstung des vormaligen Sitzes des Gerichtes, Speyer, w√§hrend des Pf√§lzischen Erbfolgekrieges.

19. Jahrhundert

1803 erfuhr die Landgrafschaft Hessen-Kassel durch den Reichsdeputationshauptschluss die Aufwertung zum Kurf√ľrstentum Hessen ( Kurhessen ), Kassel war weiterhin Residenz- und Hauptstadt. 1816 geht das vormalige F√ľrstbistum Fulda als Gro√üherzogtum Fulda in den kurhessischen Staat ein. Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde 1806 zum Gro√üherzogtum Hessen erhoben.

Im Deutsch-√Ėsterreichischen Krieg von 1866 stand der hessische Kurf√ľrst auf der Seite von √Ėsterreich . Nach dem Sieg Preu√üens wurde der Kurf√ľrst verbannt, und Preu√üen verleibte sich das Kurf√ľrstentum ein. √Ąhnlich erging es Nassau; der letzte nassauische Herzog Adolf wurde 1890 Gro√üherzog von Luxemburg . Enge Verbindungen zum russischen Zarenhaus bewahrten den gleichfalls mit √Ėsterreich verb√ľndeten Darmst√§dter Gro√üherzog und sein Land vor einem gleichen Schicksal - Preu√üen wollte keine Konfrontation mit Russland herausfordern. Doch musste auch das Gro√üherzogtum Hessen-Darmstadt einige (relativ moderate) Gebietseinbu√üen zu Gunsten Preu√üens hinnehmen und in ein enges B√ľndnis mit Preu√üen eintreten. 1868 entstand aus dem besetzten Kurf√ľrstentum Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, dem Herzogtum Nassau, der Freien Stadt Frankfurt am Main, einigen Landstrichen des Gro√üherzogtums Hessen-Darmstadt (sog. "Hinterland" mit Biedenkopf, V√∂hl an der Eder) und zwei kleinen bayerischen Grenzgebieten die preu√üische Provinz Hessen-Nassau.

20. Jahrhundert

Auch in der Weimarer Republik existierten weiterhin Hessen-Nassau als preu√üische Provinz und Hessen(-Darmstadt) als Volksstaat Hessen. 1929 wurden der Freistaat Waldeck und 1932 der Kreis Wetzlar aus der Rheinprovinz in die Provinz Hessen-Nassau eingegliedert. 1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau in Anlehnung an die Reichsverteidigungsbezirke in die Provinzen Kurhessen und Nassau aufgeteilt. Die Provinz Nassau umfa√üte nun aber auch das einst kurhessische Main-Kinzig-Gebiet (Hanau, Gelnhausen, Schl√ľchtern).

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Hessen auf dem Gebiet der amerikanischen Besatzungszone hergestellt. Die amerikanische Militärregierung vereinigte am 19. September 1945 durch die Proklamation Nr. 2 die ehemaligen preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau und den Volksstaat Hessen zum Land "Großhessen". Nicht einbezogen wurden allerdings jene Gebiete, die Teil der französische Besatzungszone geworden waren. Dies waren die nassauischen Kreise Sankt Goarshausen, Unterlahn, Ober- und Unterwesterwald und die linksrheinischen Teile des ehemaligen Volksstaates Hessen (die einstige Provinz Rheinhessen, von der nur einige rechtsrheinische Mainzer Vororte hessisch blieben). Diese französisch besetzten Gebiete fielen 1946 als Regierungsbezirke Montabaur (ehemals nassauische Kreise) und Rheinhessen an Rheinland-Pfalz.

Die Hessische Verfassung wurde von der Verfassungsberatenden Landesversammlung in Wiesbaden am 29. Oktober 1946 beschlossen, trat am 1. Dezember 1946 durch Volksabstimmung in Kraft und war damit die erste Nachkriegsverfassung Deutschlands. Damit wurde auch der Name des Landes von "Großhessen" in "Hessen" geändert. Hauptstadt ist die vormalige nassauische Residenz Wiesbaden. Das Land Hessen galt lange Jahre als besonders fortschrittlich und wegweisend ("Hessen vorn").

Dialekte

Das Hessische (das hei√üt die n√∂rdlichen Dialekte des Rheinfr√§nkischen ) geh√∂rt zu der mitteldeutschen Dialektgruppe und weist in den verschiedenen Landesteilen starke Unterschiede auf. Dieses wird n√∂rdlich der Linie Wiesbaden-Aschaffenburg gesprochen und reicht bis einschlie√ülich Siegen und Kassel im Norden. S√ľdlich davon werden die s√ľdlichen Dialekte des Rheinfr√§nkischen (Rheinfr√§nkisch i.e.S.) gesprochen. In den Ballungsgebieten allerdings sind Dialekte sehr selten zu h√∂ren, es herrscht das Hochdeutsche vor. Im Nordwesten Hessens (Gebiet Waldeck) werden zudem Dialekte des Nieders√§chsischen (sog. Plattdeutsch) gesprochen.

Das in Rundfunk und Fernsehen h√§ufiger gebrauchte und irref√ľhrend als Hessisch bezeichnete Rhein-Main-Deutsch unterscheidet sich grunds√§tzlich von den Dialekten des historischen hessischen Kernbereiches, wie sie heute zum Teil noch in Nieder-, Ober- oder Osthessen vorkommen. Auch der s√ľdhessische Dialekt weist deutlich Unterschiede von der in Radio und Fernsehen propagierten Mundart auf und wird wie alle hessischen Dialekte heute stark bedr√§ngt.

Literatur

Allgemeine Literatur zu Hessen

  • Eckhart G. Franz: Die Chronik Hessens. Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00192-9
  • Demandt, Karl E.: Geschichte des Landes Hessen.2. Aufl., Kassel 1972.

Literatur zur Kunstgeschichte von Hessen

  • Renate Liebenwein, Stefan Rothe: Die Blauen B√ľcher, Kaiserpfalz und Wolkenkratzer. Kunst in Hessen. Langewiesche Verlag, K√∂nigstein im Taunus 2000, ISBN 3-7845-4612-9

Literatur zur Natur in Hessen

  • Hans Joachim Fr√∂hlich : Wege zu alten B√§umen. Band 1 - Hessen. WDV Wirtschaftsdienst, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-926181-06-0
  • Hermann-Josef Rapp (Hrsg.): Reinhardswald. Eine Kulturgeschichte. Euregio, Kassel 2002, ISBN 13-933617-12-X

Siehe auch

  • Portal:Hessen
  • Dialekte in Hessen

Weblinks

Wikinews: Portal:Hessen ‚Äď aktuelle Nachrichten
Wiktionary: Hessen ‚Äď Wortherkunft, Synonyme und √úbersetzungen


Wikipedia

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