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Letzte Änderung für Artikel Westerwald: 13.02.2006 23:31

Westerwald

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Der Westerwald ist ein deutsches Mittelgebirge im Bundesland Rheinland-Pfalz mit kleineren Anteilen in Hessen bzw. Nordrhein-Westfalen.

Das bis zu 657 m hohe, geologisch alte Rumpfgebirge ĂŒberdeckt ein Gebiet von etwa 50 x 70 km und hat im flacheren Westteil ("Vorderer" oder "Unterer Westerwald") den Charakter eines HĂŒgellandes . Typisch fĂŒr die Wirtschaft des zu etwa 40% bewaldeten "Oberen Westerwaldes" ist der traditionelle Abbau von Schiefer , Ton und Basalt , die Töpferei und die Eisenindustrie .

Der Name "Westerwald" leitet sich von der aus dem Mittelalter stammenden Eingrenzung des Gebietes als Wald westlich von Herborn ab. Er ist aber erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts allgemein gebrÀuchlich.

Aussicht auf den nördlichen Westerwald vom Ottoturm bei Herkersdorf/Kirchen
Aussicht auf den nördlichen Westerwald vom Ottoturm bei Herkersdorf /Kirchen

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Morphologisch gehört der Westerwald zum Rheinischen Schiefergebirge und bildet den Großteil von dessen östlicher, rechtsrheinischer HĂ€lfte. Er wird im Uhrzeigersinn durch folgende FlĂŒsse bzw. FlusslĂ€ufe begrenzt:

Geomorphologisch gehört allerdings auch das östlich der Dill gelegene Gladenbacher Bergland zum Westerwald, wÀhrend die bis 680 m hohen Berge beim Haiger Sattel und östlich von Siegen schon zum Rothaargebirge gezÀhlt werden.

Der Westerwald hat trotz seiner relativ geringen Höhe ein eher rauhes Klima . FlĂ€chenmĂ€ĂŸig gehört er mit etwa 3000 kmÂČ zu den grĂ¶ĂŸeren Gebirgen Deutschlands und wirtschaftlich-kulturell auch zu den bekanntesten. Seine Bergwelt geht in Richtung Norden nahtlos in das Rothaargebirge und nach Nordosten in das Lahn-Dill-Bergland ĂŒber.

HöhenmĂ€ĂŸig gliedert er sich in 3-4 Regionen:

  • Unterer Westerwald: der an den Rhein grenzende West- und SĂŒdwestteil, zertaltes HĂŒgelland in Höhenlagen von 100-400 m.
  • Zu ihm werden meist auch das Siebengebirge bei Bonn (bis 464 m) und der Montabaurer Westerwald (bis 545 m) gezĂ€hlt.
  • Oberer Westerwald: teils bewaldetes Hochland, etwa 350 bis 500 m ĂŒber dem Meer.
  • Hoher Westerwald : kahle, wellige BasaltflĂ€che mit rauhem Klima, Gipfelflur rund 500 bis 657 m.

KreisstĂ€dte im Westerwald sind: Altenkirchen (AK), Montabaur (WW) und Neuwied (NR). DarĂŒber hinaus haben der Lahn-Dill-Kreis (LDK), der Landkreis Mayen-Koblenz (MYK), der Rhein-Lahn-Kreis (EMS) und der Landkreis Limburg-Weilburg (LM) geringere Anteile am Westerwald. Nimmt man die Sieg als nördliche geografische Begrenzung des Westerwaldes an, so gehört ebenfalls der rechtsrheinische Rhein-Sieg-Kreis (SU, NRW) zu Teilen (z.B. das Siebengebirge) dazu.

Geologie

Geologisch ist der Westerwald Teil des Rheinischen Schiefergebirges und stellt wie dieses einen stark erodierten Rest des großen variszischen Gebirgssystems dar, welches in der Vorzeit große Teile Europas prĂ€gte.

Das devonische Grundgebirge wird von alten vulkanischen Massen ĂŒberlagert, insbesondere Basalten und Tuffen . Wirtschaftlich bedeutend war und ist neben der Gewinnung von Schiefer , Kalk und Ton auch das Eisen und seine verarbeitende Industrie zwischen Rheintal (Unkel, Linz) und Unterer Wied, der Bimskies im Neuwieder Becken , verschiedene Mineralquellen und frĂŒher der Abbau von Braunkohle .

Die höchste Erhebung des Westerwalds ist die östlich liegende Fuchskaute, die sich mit 657 m um etwa 400 m ĂŒber das Siegener Tal erhebt. Mehrere Dutzend weitere Gipfel ĂŒbersteigen die 600-Meter-Grenze. Das ganze Gebiet lag im Erdaltertum (vor 600 bis 270 Mill. Jahren) unter einem tropisch warmen Meeresarm. Dieses Meer lagerte viele Kilometer dicke Sedimente in die variszische Geosynklinale ab, die bei der folgenden Gebirgsbildung stark gefaltet wurden. Die am Nord- und Westrand des Westerwalds gelegenen StĂ€dte Siegen und Koblenz gaben auch zwei Schichten des Unter-Devon mit ihren bunten Schiefern ihre Namen.

In einigen Gebieten baut man seit langem Schiefer und Ton ab, der im so genannten KannenbĂ€ckerland, aber auch an einigen anderen Orten in Töpfereien weiterverarbeitet wird. Auch der Export , insbesondere nach Italien, ist bedeutend (ĂŒber eine Million Tonnen pro Jahr). Im östlichsten Westerwald (hessischer Teil) finden sich interessante Kalksteinvorkommen aus unterschiedlichsten geologischen ZeitrĂ€umen. Der Erdbacher Kalk aus dem Unterkarbon gab einer kleinen Zeitstufe den Namen "Erdbachium".

Bei Breitscheid finden sich Reste eines Atolls aus dem subtropischen Devonmeer vor 380 Millionen Jahren. Teile dieser Kalkformation werden im Tagebau gewonnen; bei Homberg wurde ein Fossilien - Schutzgebiet eingerichtet, in dem Institute mehrerer Hochschulen Forschungen und Exkursionen betreiben. Einige Karsthöhlen sind Forschungsthemen der SpelÀologie und bewirken das zeitweilige Verschwinden und Wiederauftauchen des Erdbaches.

Berge

  • Fuchskaute (657 m; Aussichtsturm ), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
  • Stegskopf (654 m; frĂŒher Aussichtsturm, Quelle der Daade), Landkreis Altenkirchen, Rheinland-Pfalz
  • Salzburger Kopf (653 m), Salzburg/Stein-Neukirch, Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
  • Höllberg (643 m; Fernsehturm ), Lahn-Dill-Kreis, Hessen
  • Auf der Baar (618 m), Lahn-Dill-Kreis, Hessen
  • Nenkersberg (610 m), Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen.
  • Knoten (605 m), Landkreis Limburg-Weilburg, Hessen
  • Montabaurer Höhe (545 m; Fernsehturm), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
  • Köppel (540 m; Aussichtsturm), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
  • Großer Weißenstein (516 m), Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
  • Watzenhahn (475 m), Girkenroth/Weltersburg, Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
  • Beulsstein (483 m), Oberahr, Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz
  • Malberg (Westerwaldkreis) (422 m), Moschheim/Leuterod/Ötzingen, Rheinland-Pfalz
  • Beulskopf (388 m; Aussichtsturm), Landkreis Altenkirchen, Rheinland-Pfalz

FlĂŒsse und BĂ€che

FlĂŒsse, die das Gebirge begrenzen (im Uhrzeigersinn):

  • Rhein - sĂŒdwestliche Begrenzung des Westerwalds
  • Sieg - nördliche Begrenzung
  • Dill - östliche Begrenzung, Nebenfluss der Lahn
  • Lahn - sĂŒdöstliche Begrenzung

Kleinere FlĂŒsse im Innern des Gebirges:

  • Sayn - im sĂŒdlichen ("Unteren") Westerwald, fließt nach Westen zum Rhein
  • Wied (zwischen Sieg und Sayn) - nach Westen zum Rhein
  • Nister (im Nordosten, Grenze zum Ober-Westerwald) - nach Nordwesten zur Sieg
  • Elbbach - nach SĂŒden zur Lahn.
  • Heller - mĂŒndet bei Betzdorf in die Sieg.

GrĂ¶ĂŸere BĂ€che :

  • Brexbach , Dietzhölze , Erdbach , Gelbach, Hellerbach , Holzbach , Kerkerbach, Masselbach , Saynbach , Ulmbach .

Persönlichkeiten

  • Paul Deussen (Historiker und Indologe)
  • Annegret Held (Schriftstellerin)
  • Johannes Kalpers (SĂ€nger)
  • Hanns-Josef Ortheil (Schriftsteller)
  • Friedrich Wilhelm Raiffeisen (BegrĂŒnder des Genossenschaftswesens in Mitteleuropa)
  • August Sander (Fotograf)
  • Rudolf Scharping (deutscher Politiker, SPD)
  • Martin Stadtfeld (Pianist)
  • Freiherr vom Stein (Preußischer Politiker)
  • Bodo Illgner (ehemaliger Fußballnationalspieler)

Trivia

International bekannt ist der Westerwald auch durch zahlreiche, vor allem volkstĂŒmliche Lieder, insbesondere das Westerwaldlied ("Oh, du schöner Westerwald / ĂŒber deinen Höhen pfeift der Wind so kalt"; auch: Westerwald-Marsch), Westerwald, du bist so schön und das "neue Westerwaldlied" des Liedermachers Ulrik Remy , Ich bin aus 'm Westerwald.

Literatur

Heiner Feldhoff: Westerwald. In: Literarischer ReisefĂŒhrer Rheinland-Pfalz, hrsg. von Josef Zierden. Frankfurt 2001

Weblinks

Wiktionary: Westerwald – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Westerwald aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Westerwald verfügbar.

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