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Letzte Änderung für Artikel Fritzlar: 11.02.2006 13:52

Fritzlar

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Wappen Karte
Stadtwappen Fritzlar
Hilfe zu Wappen
Deutschlandkarte, Position von Fritzlar hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk : Kassel
Landkreis : Schwalm-Eder-Kreis
Fläche : 88,79 km²
Einwohner : 14.716 (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte : 166 Einwohner je km²
Geografische Lage :
Koordinaten: 51¬į 8' N, 9¬į 17' O
51¬į 8' N, 9¬į 17' O
H√∂he : 170 m √ľ. NN
Postleitzahlen : 34560
Vorwahl : 05622
Kfz-Kennzeichen : HR (bis 1973: FZ)
Gemeindeschl√ľssel : 06 6 34 005
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Zwischen den Krämen 7
34560 Fritzlar
Offizielle Website: www.fritzlar.de
E-Mail-Adresse: stadt@fritzlar.de
Politik
B√ľrgermeister : Karl-Wilhelm Lange ( CDU )

Die Dom- und Kaiserstadt Fritzlar ist eine Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis in Norden von Hessen, etwa 25 km s√ľdlich von Kassel. Sie gilt als der Ort, an dem sowohl die Christianisierung Mittel- und Norddeutschlands (mit dem F√§llen der Donareiche im Jahre 723 durch Bonifatius), als auch das mittelalterliche Deutsche Reich (mit der Wahl von Heinrich I. zum K√∂nig der Deutschen auf dem Reichstag von 919 ) ihren Anfang nahmen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Fritzlar liegt im nordhessischen Bergland am Nordufer der Eder, s√ľdlich des Habichtswaldes und n√∂rdlich des Kellerwaldes . Die n√§here Umgebung ist durch fruchtbare Ackerb√∂den und zahlreiche, meist bewaldete Basaltkuppen gepr√§gt, von denen viele mit mittelalterlichen Burgen oder deren Ruinen gekr√∂nt sind (u.a., Gudensberg, Homberg, Felsberg, Heiligenberg, Altenburg, Jesberg, Naumburg).

Stadtbild

Der mittelalterliche Stadtkern ist von einer weithin intakten Stadtmauer umringt, die an strategischen Stellen von T√ľrmen gekr√∂nt ist. Mit 37 m H√∂he ist der Graue Turm der h√∂chste noch stehende st√§dtische Wachturm in Deutschland. Das Rathaus, mit einem Steinrelief des St. Martin , des Schutzheiligen der Stadt, ist das √§lteste urkundlich erw√§hnte Amtshaus in Deutschland (1109). Die gotische Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters ist heute die evangelische Gemeindekirche, w√§hrend die √ľbrigen Geb√§ude des Klosters in ein modernes Krankenhaus umgewandelt worden sind. Viele Stadth√§user, insbesondere um den Markt herum, stammen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und sind sorgsam restauriert, und der Marktplatz bietet heute eine malerische Kulisse f√ľr Freiluftrestaurants und Cafes. Das Stadtbild wird √ľberragt von der romanisch-gotischen Stiftskirche St. Peter (Dom). Au√üerhalb der Stadt befinden sich noch heute sechs Wacht√ľrme (Warten), die im Mittelalter als Wachposten und Zufluchtsorte dienten.

Geschichte

Bonifatius, Donareiche und Stadtgr√ľndung

Kreuzgang und Klosterhof der Stiftskirche St. Peter zu Fritzlar 1912
Kreuzgang und Klosterhof der Stiftskirche St. Peter zu Fritzlar 1912

Die erste urkundliche Erw√§hnung im Jahre 724 geht auf Bonifatius (Winfrid) zur√ľck, der ein Jahr zuvor bei Geismar (heute ein Stadtteil von Fritzlar) die Donareiche f√§llen lie√ü. Die romanisch-gotische Stiftskirche St. Peter, im Volksmund meist Dom genannt, aus dem 12. bis 14. Jahrhundert steht der √úberlieferung nach an der Stelle, wo Bonifatius, Apostel der Deutschen, in Jahre 724 n. Chr. eine Kapelle aus dem Holz der von ihm gef√§llten Donareiche errichten lie√ü. Die Eiche war vom √∂rtlichen Stamm der Chatten dem Donar ( Thor ) geweiht und eines der wichtigsten germanischen Heiligt√ľmer. Bonifatius lie√ü sie f√§llen, um den Chatten die √úberlegenheit des christlichen Gottes zu demonstrieren. Dieses Ereignis kennzeichnet gemeinhin den Beginn der Christianisierung der mittel- und norddeutschen St√§mme. Da es unwahrscheinlich ist, da√ü Bonifatius das Holz weit tragen lie√ü, und da er sicherlich den Ort des heidnischen Heiligtums nicht zum Wiederaufleben des Donarkultes verf√ľgbar lassen wollte, ist es h√∂chstwahrscheinlich, da√ü die Donareiche auf dem H√ľgel stand, wo heute der Dom steht.

F√ľr seine Missionsarbeit im nordhessischen Grenzgebiet zwischen Franken und Sachsen hatte Bonifatius auf der B√ľraburg, auf einem H√ľgel am Fritzlar gegen√ľberliegenden S√ľdufer der Eder, seine Basis. Um die Missionierung voranzutreiben, erhob er B√ľraburg zum Bistum, dem ersten in Deutschland √∂stlich des Limes . Nach dem Tod von Witta , dem ersten und einzigen Bischof (beigesetzt in der Abtei Hersfeld), wurde das Bistum nicht neu besetzt, sondern von Lullus , dem Sch√ľler und Nachfolger Bonifatius' als Erzbischof von Mainz, in das Erzbistum Mainz eingegliedert. Fritzlar spielte seitdem in der Organisation des Mainzer Erzbistums eine wichtige Rolle: der Probst des Stiftes St. Peter war gleichzeitig Vorsteher eines Archidiakonats , einer damaligen Organisationseinheit von Di√∂zesen .

Das von Bonifatius 724 gegr√ľndete Benediktinerkloster in Fritzlar entwickelte sich unter dem Abt Wigbert zu einem in der Folgezeit bedeutenden Zentrum kirchlicher und weltlicher Gelehrsamkeit. Karl der Gro√üe, aus dessen Zeit auch die erste Kaiserpfalz in der Stadt stammt, verlieh dem Kloster Reichsschutz und erhebliche L√§ndereien, und damit begann die schnelle Entwicklung der Stadt. Das Kloster wurde 1005, nachdem seine ihm von Bonifatius zugewiesene Missionsaufgabe erf√ľllt war, in ein Chorherren stift umgewandelt. Die Stiftsherren lebten nicht mehr in kl√∂sterlicher Gemeinsamkeit, sondern in ihren eigenen H√§usern, den Kurien, von denen einige beachtenswerte aus dem 14. Jahrhundert noch heute das Stadtbild zieren. Das Stift wurde erst 1803 im Zuge der allgemeinen S√§kularisation aufgel√∂st. Der Name Fritzlar kommt urspr√ľnglich von Friedeslar - Ort des Friedens.

Heinrich I. und mittelalterliche Reichspolitik

Die strategisch wichtige Lage der Stadt, im Grenzbereich zwischen fr√§nkischem und s√§chsischem Siedlungsgebiet und an einem Kreuzungspunkt wichtiger fr√ľhmittelalterlicher Stra√üen aus verschiedenen Richtungen, machte Fritzlar zu einem bevorzugten Aufenthaltsort der deutschen K√∂nige und Kaiser in Hessen, insbesondere im 10. und 11. Jahrhundert. Die Kaiserpfalz , wahrscheinlich schon zur Zeit Karls des Gro√üen errichtet, ist allerdings heute nicht mehr vorhanden. So war Fritzlar bis zum Ausgang des 11. Jahrhunderts Ort bedeutsamer Reichstage, Versammlungen, Synoden und Kaiserbesuche.

In einem Scharm√ľtzel bei Fritzlar im Jahre 906 gelang es dem Grafen Konrad dem J√ľngeren aus dem Geschlecht der Konradiner seine Babenberger Rivalen, die ihn dort √ľberfallen hatten, entscheidend zu schlagen und, da sein Vater Konrad der √Ąltere in dem Kampf gefallen war, sich damit die Herzogsw√ľrde von Franken zu sichern. Konrad wurde f√ľnf Jahre sp√§ter in Forchheim als Konrad I. und Nachfolger seines Onkels Ludwig dem Kind zum K√∂nig des Ostfr√§nkischen Reiches gew√§hlt.

Der wohl wichtigste Reichstag in Fritzlar war der von 919 , auf dem Heinrich der Vogler, Herzog von Sachsen, als Heinrich I. zum K√∂nig der Deutschen gew√§hlt wurde. K√∂nig Konrad I. war im Dezember 918 ohne Sohn verstorben und hatte seinem Bruder, Markgraf (und nach Konrads Tod Herzog) Eberhard von Franken , aufgetragen, Heinrich die Krone anzutragen, da seiner Ansicht nach nur Heinrich in der Lage war, den Streit zwischen Franken und Sachsen beizulegen, die s√ľddeutschen Stammesherzogt√ľmer Bayern und Schwaben sowie Lothringen wieder fest ins Reich einzubinden, und die Reichseinheit zu bewahren. Eberhard und in der Folge auch Herzog Burchard I. von Schwaben unterst√ľtzten die Wahl Heinrichs, aber Herzog Arnulf I. von Bayern unterwarf sich erst, als Heinrich 921 mit einem Heer in Bayern einmarschierte. Heinrich war damit der erste Sachse, der den fr√§nkischen Nachfahren and Nachfolgern Karls des Gro√üen auf dem Thron des ostfr√§nkischen Reichs folgte. Heinrichs Wahl beendete die lange und bittere Rivalit√§t zwischen Franken und Sachsen und kennzeichnet die Geburt des mittelalterlichen Deutschen Reiches , das erst in den Napoleonischen Kriegen 1806 endete.

Bedeutsam war auch die Synode von 1118, auf der der p√§pstliche Bann gegen Kaiser Heinrich V. , der in einem neuen Investiturstreit mit dem Papst lag, verk√ľndet und best√§tigt wurde. Gleichzeitig wurde F√ľrstbischof Otto von Bamberg von der p√§pstlichen Partei seines Amtes enthoben, weil er als Reichskanzler seinem Kaiser im Streit mit Rom treu geblieben war. Auf der gleichen Synode verteidigte sich St. Norbert von Xanten , Gr√ľnder des Pr√§monstratenserordens und sp√§ter Erzbischof von Magdeburg, erfolgreich gegen den Vorwurf der Ketzerei .

Territorialer Zankapfel

Auf Grund seiner Lage im Grenzgebiet zwischen fr√§nkischen und s√§chsischen L√§ndereien, und sp√§ter als erzbisch√∂flich mainzische Enklave in der Landgrafschaft Th√ľringen und sp√§ter Hessen, war die Stadt immer wieder Ort kriegerischer Auseinandersetzungen - zwischen Sachsen und Franken, zwischen geistlichen und weltlichen Herren und sp√§ter zwischen katholischen und protestantischen F√ľrsten. Sie wurde h√§ufig belagert, mehrfach erobert und gebrandschatzt, aber immer wieder neu aufgebaut.

Im Jahre 1079 ging Fritzlar durch Schenkung von Kaiser Heinrich IV., der sich 1077 in Canossa dem Papst unterworfen hatte, aus k√∂niglichem Besitz in das Eigentum der Mainzer Erzbisch√∂fe √ľber und die Stadt verlor damit sehr bald ihre Bedeutung als Ort der Reichspolitik. Die Zugeh√∂rigkeit zu Mainz endete erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 . An diese jahrhundertelange Zugeh√∂rigkeit erinnert das Stadtwappen, das (doppelte) rote Mainzer Rad auf silbernem Grund. In den folgenden Jahrhunderten war Fritzlar (wie auch Naumburg and Am√∂neburg) Eckpfeiler der mainzischen Territorialpolitik in Nordhessen, und die Stadt wurde zum Brennpunkt wiederholter milit√§rischer Auseinandersetzungen zwischen den Landgrafen von Th√ľringen ( Konrad von Th√ľringen ) und sp√§ter von Hessen einerseits und den Mainzer Erzbisch√∂fen andererseits.

Zun√§chst brachte es der Stadt Vorteile, mainzisch zu sein. Die Erzbisch√∂fe siedelten freie Kaufleute an, die Stadt wurde die erste M√ľnzpr√§gest√§tte in Hessen, und sie rangierte als Handelsplatz f√ľr Tuche, Pelze und Gew√ľrze vor Kassel. Die erste Stadtmauer wurde in den Jahren 1184-1196 erbaut. Die endg√ľltige milit√§rische Niederlage der Erzbisch√∂fe gegen die hessischen Landgrafen im 15. Jahrhundert und der Beginn der Reformation im 16. Jahrhundert brachten dann einen gewissen Niedergang in der Bedeutung der Stadt. Nach dem Augsburger Religionsfrieden blieb Fritzlar (mit den benachbarten D√∂rfern Ungedanken und Rothelmshausen) mainzisch und katholisch, w√§hrend das Umland protestantisch wurde. Daraus erwuchs die vollkommene konfessionelle und auch weitgehend √∂konomische Isolierung der Stadt.

Der drei√üigj√§hrige Krieg brachte zuerst Besetzung durch protestantische Truppen, und am Ende auch noch die Pest : von etwa 2000 Einwohnern √ľberlebten nur etwa 600. Erst um 1840 erreichte die Stadt wieder 2000 Einwohner. Auch der siebenj√§hrige Krieg brachte wieder milit√§rische Besetzung, diesmal durch franz√∂sische Truppen, die unter anderem Teile der Wehrmauern schleiften und den Weinberg am steilen Edernordhang verw√ľsteten, an den heute nur noch Stra√üennamen erinnern.

Klostergr√ľndungen und Schlie√üungen

Das Benediktinerkloster von Bonifatius und Wigbert und der daraus hervorgegangene Stift St. Petri blieben nicht die einzigen kirchlichen Institutionen, die im Laufe der Jahrhunderte in der Stadt errichtet wurden.

Anfang des 13. Jahrhunderts erlangten die Franziskaner ( Minoriten ) die Erlaubnis, ein Kloster zu errichten und dabei, aus Platzmangel, bis direkt an die Stadtmauer bauen zu d√ľrfen. Da damit der Wehrgang hinter der Mauer verloren ging, auf dem Verteidiger schnellstm√∂glich von einer Stelle zu einer anderen gelangen konnten, mu√üten sich die Minoriten im Gegenzug verpflichten, ihren Mauerabschnitt zu verteidigen. 1552, als die Reformation eingef√ľhrt wurde, mu√üten sie die Stadt verlassenen. Mit der Gegenreformation kamen dann 1615 zuerst Jesuiten und 1619 wieder Franziskaner. 1811 wurde das Kloster aufgehoben. Die gro√üe gotische Klosterkirche, 1244 fertiggestellt, wurde 1817/1824 von der gerade gegr√ľndeten evangelischen Stadtgemeinde erworben und ist seitdem evangelische Stadtkirche, w√§hrend die √ľbrigen Klostergeb√§ude heute ein modernes Hospital beherbergen.

1711 gr√ľndeten die Ursulinen von Metz aus ein Kloster in Fritzlar und begannen ein Jahr sp√§ter mit einer Schule f√ľr M√§dchen. Das Klostergeb√§ude wurde 1719 fertiggestellt und bezogen. W√§hrend der Zeit des Bismarckschen Kulturkampfes wurden die Schwestern von 1877 bis 1887 des Landes verwiesen, erlangten dann aber 1888 staatliche Anerkennung durch Preu√üen. Die Nazizeit brachte erneute Schwierigkeiten: die Grundschule mu√üte 1934, das Lyzeum 1940 geschlossen werden, und 1941 wurden das Kloster beschlagnahmt und die Nonnen von der Gestapo ausgewiesen. Seit ihrer R√ľckkehr im November 1945 haben Kloster und Schule einen stetigen Aufschwung erlebt. Heute ist die Ursulinenschule eine kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.

1989 wurde in Fritzlar ein Pr√§monstratenserkloster gegr√ľndet, das seit 1992 bis heute als Priorat St. Hermann Josef existiert. Inzwischen ist der Dom p√§pstliche Basilika ( Basilica Minor ).

Neuzeit

Im Jahre 1821 wurde Fritzlar Kreisstadt des Kreises Fritzlar im Kurf√ľrstentum Hessen-Kassel und blieb es auch nach der Annexion Kurhessens durch Preu√üen im Jahre 1866. 1932 wurde der Kreis mit dem benachbarten Kreis Homberg zum Kreis Fritzlar-Homberg (Autokennzeichen FZ) zusammengelegt. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 schlie√ülich wurden die Kreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain im neuen Schwalm-Eder-Kreis zusammengefasst, dessen Verwaltungssitz nach Homberg (Efze) gelegt wurde (Autokennzeichen HR). Zur gleichen Zeit wurden neun umliegende D√∂rfer und die ehedem waldeckische Stadt Z√ľschen nach Fritzlar eingemeindet.

Religionen

Allgemein

Religion hat in der Geschichte der Stadt eine sehr bedeutende Rolle gespielt, anfangend mit dem F√§llen der Donareiche und dem Bau der ersten Kapelle durch Bonifatius. Mit dem Beginn der Reformation , die von den Landgrafen von Hessen unterst√ľtzt wurde, geriet das erzbisch√∂flich-mainzische Fritzlar, mit den benachbarten mainzischen D√∂rfern Ungedanken und Rothelmshausen, in eine totale religi√∂se Isolation, die auch erhebliche wirtschaftliche Folgen hatte. Die Bev√∂lkerung dieser Enklave war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein mit gro√üer Mehrheit katholisch. Im Zuge der fortschreitenden st√§dtischen Entwicklung, und mit dem Zuzug von Verwaltungsangestellten, Milit√§rs und Dienstleistungsgewerbe, wuchs allerdings der Anteil der protestantischen Bev√∂lkerung allm√§hlich, bis er dann nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Aufnahme von Fl√ľchtlingen und in der Folge durch Zuwanderung aus den umliegenden Orten bis etwa auf die H√§lfte der Gesamtbev√∂lkerung anwuchs.

Die j√ľdische Gemeinde

Eine j√ľdische Gemeinde bestand bereits im Mittelalter (seit ca. 1200), wurde aber w√§hrend der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 vernichtet. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts entstand eine neue Gemeinde. Nach 1469 verlie√üen die meisten j√ľdischen Familien die Stadt, ohne dass es zu einer formalen Ausweisung gekommen war. Im 17./18. Jahrhundert lebten nur wenige j√ľdische Familien in der Stadt, und erst im Laufe des 19. Jahrhunderts enstand wieder eine j√ľdische Gemeinde. Um 1860 erreichte die Zahl der j√ľdischen Einwohner mit 139 Personen ihren h√∂chsten Stand. Eine Synagoge bestand seit Ende des 18. Jahrhunderts. Eine neue Synagoge, am 30. Juni 1897 eingeweiht, wurde im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom 1938 ( Reichskristallnacht ) zerst√∂rt. Zahlreiche j√ľdische Einwohner wurden nach den Deportationen in Vernichtungslagern ermordet, unter ihnen der letzte Vorbeter und Lehrer der Gemeinde, Gustav Kron, und seine Frau. Heute erinnern nur noch der gro√üe j√ľdische Friedhof am Schladenweg, einige Gassennamen (z.B., Judengasse, Am Jordan) in der Altstadt und eine Gedenktafel am Ort der zerst√∂rten Synagoge an diese Mitb√ľrger.

Muslimische Mitb√ľrger

Heute lebt auch eine betr√§chtliche Anzahl von B√ľrgern islamischen Glaubens und zumeist t√ľrkischer Herkunft in der Stadt.

Politik

Die Stadtverordnetenversammlung Fritzlar zählt 37 Stadtverordnete. Seit der letzten Kommunalwahl am 18. März 2001 ist die Sitzverteilung wie folgt:

Christlich-Demokratische Union ( CDU )  : 17 Sitze
Sozialdemokratische Partei Deutschlands( SPD )  : 14 Sitze
Freie W√§hlergemeinschaft ( FWG )  : 3 Sitze
B√ľndnis90/Die Gr√ľnen  : 2 Sitze
Freie Demokratische Partei ( FDP )  : 1 Sitz

B√ľrgermeister Karl-Wilhelm Lange ( CDU ) wurde am 24. Oktober 1999 mit einem Stimmenanteil von 75,9 % gew√§hlt.

Wappen

Das Stadtwappen zeigt zwei rote, mit einem roten Kreuz verbundene von oben links nach unten rechts schräg gestellte Räder auf silbernem Hintergrund. Mit dem Doppelrad lehnt sich das Fritzlarer Wappen an das von Mainz an und bekundet damit die jahrhundertelange politische Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Mainz.

Städtepartnerschaften

  • Burnham-on-Sea / Highbridge in der Grafschaft Somerset , Gro√übritannien
  • Casina in der Region Emilia-Romagna , Italien

Wirtschaft

Die Stadt ist vor allem ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum, mit √∂ffentlichen und kirchlichen Beh√∂rden, Schulen, Krankenhaus, usw. Dazu kommen Einkaufszentren, L√§den, Restaurants, Kinos, Sportst√§tten, Reparaturbetriebe, √Ąrzte und andere private Dienstleister. Gr√∂√üter Arbeitgeber ist die Bundeswehr . Au√üerdem gibt es eine mittelgro√üe Konservenfabrik, die insbesondere Sauerkraut herstellt.

Verkehr

Die wichtigsten Verkehrsanbindungen sind folgende:

  • Eisenbahnlinie Wabern-Bad Wildungen (in Wabern Anschluss an die Hauptlinie Frankfurt -Hannover)
  • Autobahn Kassel-Marburg (A 49)
  • Bundesstra√üen B3, B253 und B450
  • Expresslinienbus Kassel - Fritzlar - Bad Wildungen
  • Fernlinienbus der BEX von und nach Berlin bzw. Frankfurt/Main (1 x t√§glich) ab Fritzlar-Allee

Bildungseinrichtungen

  • Gymnasium: K√∂nig-Heinrich-Schule ( http://www.khs-fritzlar.de )
  • Kooperative Gesamtschule mit Oberstufe: Ursulinenschule (katholisch; ehemals in Tr√§gerschaft des Ursulinenordens, heutiger Tr√§ger: Bistum Fulda) ( http://web.ursulinenschule.de )
  • Haupt- und Realschule: Anne-Frank-Schule
  • Berufsfach- und Fachoberschule: Reichspr√§sident-Friedrich-Ebert-Schule
  • Deutsche Ausbildungsst√§tte / Theologisches Seminar des Freikirchlichen Bundes Gemeinde Gottes
  • Grundschule: Schule An den T√ľrmen

Freizeit- und Sportanlagen

  • Freibad (beheizt) in der Ederau
  • Reitturnierplatz in der Ederau
  • Sch√ľtzenhaus (KK und Pistole) in der Ederau
  • Tennispl√§tze in der Ederau und auf dem Roten Rain
  • Sporthallen im Schulzentrum und an der Ursulinenschule
  • Fu√üballstadion auf dem Roten Rain
  • Gekennzeichnete Wanderwege im gesamten Umfeld
  • Naturlehrpfad in der Ederau

Stadtgliederung und Entwicklung des Stadtgebiets

Neben der Kernstadt Fritzlar selbst gibt es die Stadtteile Cappel, Geismar, Haddamar, Lohne, Oberm√∂llrich, Rothelmshausen, Ungedanken, Wehren, Werkel und Z√ľschen. All diese Stadtteile wurden w√§hrend der Gemeindegebietsreform zwischen 1970 und 1974 eingemeindet. Ungedanken und Rothelmshausen waren geschichtlich eng mit Fritzlar verbunden, da beide seit dem 14. Jahrhundert zur mainzischen Enklave Fritzlar geh√∂rten. Z√ľschen war bis zu seiner Eingemeindung nach Fritzlar eine selbst√§ndige Stadt im Kreis und ehemaligen F√ľrstentum Waldeck. Die anderen D√∂rfer waren historisch hessisch.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Museen

  • Geschichts- und Heimatmuseum im Hochzeitshaus
  • Dommuseum mit Domschatz

Bauwerke

Fritzlarer Dom St. Peter
Fritzlarer Dom St. Peter
  • Stiftskirche St. Peter (Dom, um 1180 ), seit 2004 p√§pstliche Basilica minor
  • Gotische Stadtkirche (ehem. Minoritenklosterkirche , 1244)
  • Stadtmauer und Wehrt√ľrme (12. - 14. Jahrhundert)
  • Grauer Turm, mit Museum (13. Jahrhundert)
  • Rathaus (von 1109 , √§ltestes Amtshaus Deutschlands)
  • Marktplatz mit Rolandsbrunnen und ehemaliger M√ľnze
  • Hochzeitshaus ( 1580 ), mit Geschichtsmuseum
  • Kurien (14.-15. Jahrhundert)
  • Fachwerkh√§user (15.-18. Jahrhundert)
  • Kloster der Franziskaner ( Minoriten ) (13. Jahrhundert), heute Hospital
  • Kloster der Ursulinen (1719), heute Gymnasium
  • Fraum√ľnsterkirche
  • Deutschordenshaus
  • Warten (Wachtt√ľrme au√üerhalb der Stadt)

Historische Orte in der näheren Umgebung

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Herbort von Fritzlar , deutschsprachiger Dichter des Mittelalters
  • Wilhelm Naegel , * 3. August 1904 , + 24. Mai 1956, Politiker ( CDU ), MdB , Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Bundestages
  • Horst Wackerbarth , * 1950 , Photok√ľnstler
  • Stephan Balkenhol , * 1957 , K√ľnstler, Bildhauer
  • Manuel J. Hartung , Publizist (ehemals DIE ZEIT )

In Fritzlar wirkte, ohne dort geboren zu sein:

Wigbert (* um 670 in Wessex ; † 747 in Fritzlar), ein Missionarsgefährte von Bonifatius und erster Abt des Benediktinerklosters Fritzlar.

Literatur

  • Deutscher St√§dteatlas; Band: II; 4 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis - Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums f√ľr vergleichende St√§dtegeschichte e. V. und mit Unterst√ľtzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob ‚Ć, Wilfried Ehbrecht, J√ľrgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Fritzlar, Autor: Heinz Stoob. ISBN: 3-89115-315-5; Dortmund-Altenbeken, 1979.

Weblinks

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

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Reit- und Ferienhof Emstal 34560 Fritzlar http://www.ferienhofemstal.de/  05622 / 1724
Hessischer Hof 34281 Gudensberg http://www.hessischerhof-gudensberg.de/  05603 / 20 31

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

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