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Letzte Änderung für Artikel Konrad II. (HRR): 05.02.2006 21:39

Konrad II. (HRR)

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Konrad II. (Mitte) mit Leopold IV. von Bayern (links) und Hadmar I. von Kuenring, Federzeichnung 14. Jahrhundert
Konrad II. (Mitte) mit Leopold IV. von Bayern (links) und Hadmar I. von Kuenring, Federzeichnung 14. Jahrhundert

Konrad II. (* 12. Juli 990 ; ‚Ć 4. Juni 1039 in Utrecht ), war K√∂nig des Heiligen R√∂mischen Reiches von 1024 bis 1039 , ab 1026 K√∂nig von Italien , ab 1027 Kaiser, ab 1033 K√∂nig von Burgund . Er war der erste Kaiser aus dem Geschlecht der fr√§nkischen Salier , wobei ihm selbst diese Bezeichnung mit Sicherheit nicht bekannt gewesen sein d√ľrfte, da diese erst zum Ende der Dynastie aufkam.

Konrad setzte konsequent die Herrschaft seines Vorg√§ngers Heinrichs II. fort und baute die Machtstellung des Reiches weiter aus. Dabei st√ľtzte er sich wie dieser auf die Reichskirche , vermied es aber ebenso, in die Verh√§ltnisse des Papstes einzugreifen. Trotz mehrerer Aufst√§nde war seine Herrschaft niemals ernstlich gef√§hrdet. W√§hrend Konrad die n√∂rdliche und √∂stliche Grenze des Reiches teilweise nur durch Gebietsabtretungen sichern konnte, brachte er dem Reich durch den Erwerb des K√∂nigreichs Burgund einen enormen Gebietszuwachs.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Konrad war der Sohn von Heinrich von Speyer und der Gräfin Adelheid von Metz bzw. Egisheim . Bis zu seiner Wahl als König war Konrad wenig einflussreich, obgleich er der Enkel des im Jahre 1004 verstorbenen Herzogs Otto von Kärnten war, eines Enkels Kaiser Ottos I. Trotzdem besaß er nur einen geringen Teil der Ländereien der Familie und hatte nicht einmal den Titel eines Herzogs, ob zumindest Graf ist zweifelhaft. Dies lag unter anderem daran, dass sein Vater Heinrich vor seinem Großvater Otto von Kärnten in den 990er Jahren gestorben war und er deshalb nach fränkischem Recht keinen Anspruch auf das Erbe Ottos hatte.

Kurz nach seinem Amtsantritt im Jahre 1000 nahm sich der neue Wormser Bischof Burchard des jungen Konrads an und bildete ihn aus. Dies ist daher bemerkenswert, da in Worms Konrads Vorfahren residierten und die Stadtherrschaft √ľber Worms besa√üen, die sich auf eine stark befestigte Burg st√ľtzte, die dem Bischof als Zufluchtsort von Dieben und Strolchen galt. Nur ein einziger habe sich, so berichtet die Vita Burchardi, von den anderen seines Geschlechtes unterschieden

weil er friedfertig war und ein unschuldiges Leben liebte Litauen Litauen

den die v√§terliche Sippe ausgespieen habe. Burchard habe ihm danach wie einen Adoptivsohn aufgenommen und Gottesfurcht und Liebe zu Gott gelehrt. Trotz des gespannten Verh√§ltnisses zwischen dem K√§rntner Herzog und dem Bischof, kann aber davon ausgegangen werden, dass Konrad durch Otto in die Obhut des Bischofs gegeben wurde. Es war zu dieser Zeit allgemein √ľblich, dass die S√∂hne und T√∂chter des Adels durch Domschulen und Bischofskirchen erzogen wurden. Unter der Obhut des Bischofs wurde Konrad haupts√§chlich weltlich erzogen. Dazu geh√∂rten Sport, Jagd, Waffen√ľbungen und der Umgang mit Gleichgestellten und Untergebenen, sowie Verwaltungsaufgaben und Rechtspflege.

Inwiefern Konrad trotz dieser Ausbildung sein ganzes Leben lang ungebildet blieb, wenn auch wohl kein Analphabet, und das Latein seiner eigenen Diplome nicht verstand, wie von Wipo angedeutet wird, ist zumindest fraglich. Der Historiker Werner Trillmich bezeichnet dies sogar als Märchen Litauen Litauen .

Ehe mit Gisela von Schwaben

Ende des Jahres 1016 oder Anfang 1017 heiratete Konrad die bereits zweimal verwitwete Tochter des Herzog Hermann II. von Schwaben, die Konradinerin Gisela von Schwaben . Gisela war damit die zuk√ľnftige Erbin des Herzogtums Schwabens und besa√ü auch einen wohl ernst zu nehmenden Anspruch auf das K√∂nigreich Burgund. Angeblich hatte Konrad Gisela zur Heirat entf√ľhrt. Eine Entf√ľhrung Giselas vor der Heirat ist zwar nicht unm√∂glich, wird von Historikern aber als sehr unwahrscheinlich angesehen, da es daf√ľr nur sehr wenige und unzuverl√§ssige Quellen gibt. Diese Ehe galt als unkanonisch, da Gisela eine enge Verwandte, die Tante, von Konrad war. So berichtet Thietmar von Merseburg (Chronik, VII. 63) √ľber die Ehe und ihre Unrechtm√§√üigkeit, auf Grund zu gro√üer verwandtschaftlicher N√§he, erw√§hnt eine eventuelle Entf√ľhrung aber nicht.

Historiker vermuten f√ľr diese Verbindung, dass Gisela damit ihre Rechtsanspr√ľche auf das Herzogtum und das K√∂nigreich am ehesten wahren konnte. Sie war zum Zeitpunkt der Heirat, wie Konrad, 26 oder 27 Jahre alt und hatte bereits drei S√∂hne und eventuell eine Tochter geboren. Bereits im ersten Ehejahr wurde der gemeinsame Sohn Heinrich, der vierte und letzte Sohn Giselas, am 28. Oktober 1017 geboren. Dieser Sohn wurde als Heinrich III. der Nachfolger seines Vaters als Kaiser des Reiches. Die zwei j√ľngeren Schwestern Heinrichs Beatrix und Mathilde starben im Alter von 16 bzw. 9 Jahren - Beatrix unverheiratet und kinderlos am 26. September 1036 , Mathilde 1034 als Ehefrau des franz√∂sischen K√∂nigs Heinrich I. K√∂nig von Frankreich , nat√ľrlich ebenfalls kinderlos.

Zwischen 1017 und 1019 war Konrad zweimal in Auseinandersetzungen zwischen seinen Verwandten und Anh√§ngern des damaligen Kaisers Heinrich II. verwickelt. Genauere Ursachen f√ľr diese Auseinandersetzungen sind nicht bekannt. Dabei wurde Konrad im Jahre 1017 verwundet. Konrads Biograf Wipo betonte seine st√§ndige Bereitschaft, sich f√ľr die Sache seiner Verwandten und Freunde einzusetzen, was als gro√üe Tugend eines Kriegers galt.

Daraufhin verlor Konrad die kaiserliche Huld und wurde wahrscheinlich verbannt. Wenn, dann war dies jedoch nur von kurzer Dauer, da bereits ein dreiviertel Jahr später Konrad im April oder Mai 1020 als Zeuge des Paktums Heinrichs II. mit der römischen Kirche erscheint.

Wahl zum König

Als Heinrich II. am 13. Juli 1024 in Grona bei G√∂ttingen starb, gab es keinen Thronfolger des letzten Herrschers der Ottonen. Wer von allen mehr oder minder Berechtigten Anspr√ľche auf den Thron erhob, wird von keiner Quelle erw√§hnt. Es ist nur bekannt, dass sich Konrad, genannt der √Ąltere und sein j√ľngerer Vetter Konrad sich letztendlich zur Wahl stellten.

W√§hrend der Zeit der Thronvakanz f√ľhrte Heinrichs Witwe Kunigunde unangefochten mit Hilfe ihrer Br√ľder Dietrich II., dem Bischof von Metz , und dem bayerischen Herzog Heinrich V. von Bayern die Reichsgesch√§fte. Ebenso behielt sie die Reichskleinodien in ihrer Gewalt, um diese dem Gew√§hlten zu √ľbergeben und diesen damit als K√∂nig zu legitimieren.

Konrad stand mit seinem kriegerische Einsatz f√ľr seine Verwandten im Kontrast zu seinem Vorg√§nger Heinrich II., der den Klerus bevorzugte und seine Machtanspr√ľche auch gegen Verwandte seiner Gattin durchsetzte und allgemein als fromm und von der Sakralit√§t seines Amtes beseelt galt. Konrad hingegen verk√∂rperte wohl eher die Mentalit√§t des weltlichen Adels. Weshalb Konrad sich trotz seiner geringen Macht und seines geringen Einflusses durchsetzen konnte, ist nicht genau bekannt. In Frage kommen wohl gebl√ľtsrechtliche Vorstellungen, Konrad wurde immerhin mit dem Geschlecht der Karolinger in Verbindung gebracht, aber auch sein Einsatz f√ľr die Rechte und Anspr√ľche seiner Verwandten und Freunde, k√∂nnten einen Einfluss ausge√ľbt haben. Dass er zudem eine ehrgeizige Gattin, die Erbin eines Herzogtums und eines K√∂nigreichs war, und einen siebenj√§hrigen Thronfolger besa√ü, d√ľrfte der von vielen F√ľrsten gew√ľnschten Kontinuit√§t auf dem K√∂nigsthron zugute gekommen sein.

Eine Designation durch Heinrich II. findet sich zwar bei einigen Chronisten, jedoch stehen diese den Ereignissen räumlich und zeitlich fern und werden von den zeitgenössischen Quellen nicht bestätigt.

Die beste Darstellung der Wahl verdanken wir der Chronik von Wipo, jedoch hat dieser teilweise seine eigenen Vorstellungen in die Darstellung einflie√üen lassen. So l√§sst er beispielsweise die s√§chsischen Adeligen mit ihren slawischen Nachbarn bei der Wahl anwesend sein, obwohl diese wohl nicht teilnahmen. Zudem gesteht er den, ebenfalls nicht angereisten, italienischen F√ľrsten das Wahlrecht zu, was wohl eher f√ľr seine Vorstellungen √ľber die Einheit des Reiches spricht, denn mit den damaligen Gegebenheiten einer K√∂nigswahl im Reich zu tun hat.

Nach der zweimonatigen Vakanz fand die Wahl des neuen K√∂nigs am 4. September in Kamba, einem mittlerweile untergegangenen Ort gegen√ľber Oppenheim auf der weiten Rheinebene zwischen Worms und Mainz statt. Von den Vorg√§ngen und Beratungen w√§hrend der Wahlversammlung sind nur wenige Quellen erhalten, die den Prozess der Entscheidung nicht erkennen lassen. Die Entscheidung f√ľr den √§lteren Konrad d√ľrfte aber schon im Vorfeld gefallen sein.

Der Erzbischof von Mainz Aribo amtierte als Wahlleiter und machte sich f√ľr Konrad stark und gab als erster seine Stimme f√ľr Konrad ab. Da der andere Kandidat f√ľr den K√∂nigsthron Konrad der J√ľngere verzichtete und auch als erster der weltlichen F√ľrsten f√ľr den √§lteren Konrad stimmte, wurde Konrad daraufhin einhellig gew√§hlt. Die lothringische Verwandtschaft von Konrad dem J√ľngeren und der K√∂lner Bischof hatten nach dem R√ľckzug des j√ľngeren Konrads nicht an der Wahl teilgenommen und reisten ohne Abschied ab. Die Wahl wurde durch die √úbergabe der Reichskleinodien durch die Kaiserwitwe Kunigunde best√§tigt.

Wenige Tage sp√§ter, am 8. September 1024 , wurde Konrad im Mainzer Dom durch Aribo gesalbt und zum K√∂nig gekr√∂nt . Da Aribo aus nicht mehr sicher erkennbaren Gr√ľnden Konrads Gattin die Kr√∂nung verweigerte, b√ľ√üte er daraufhin das Mainzer Kr√∂nungsrecht ein. Warum dies geschah ist umso unverst√§ndlicher, da Aribo seinen Kandidaten durchgesetzt hatte und er vom neuen K√∂nig wahrscheinlich direkt nach der Wahl zum Erzkanzler f√ľr Italien ernannt wurde. Damit unterstanden, neben der f√ľr die n√∂rdlichen Reichsteile, auch die italienische Abteilung der Kanzlei dem Mainzer Bischof.

Auf jeden Fall nutzte der unterlegener Rivale Aribos, der K√∂lner Bischof Pilgrim, die Chance das ihm bereits vom Papst verliehene Kr√∂nungsrecht auszu√ľben und endg√ľltig f√ľr sich zu beanspruchen und kr√∂nte Gisela 13 Tage sp√§ter am 21. September 1024 in K√∂ln zu Beginn des sich anschlie√üenden K√∂nigsumrittes .

Herrschaftsantritt und Königsumritt

Nach seiner Wahl wurde ein K√∂nigsumritt notwendig, da nicht alle Reichsteile, wie Sachsen und Lothringer, aber auch der K√∂lner Erzbischof dem neuen K√∂nig nach seiner Wahl gehuldigt hatten. Dies entweder, weil die F√ľrsten nicht anreisten oder aber vor der Wahl abreisten, da ihr Kandidat nicht die erhoffte Zustimmung fand. Auf diesem Umritt sollten mit Hilfe von Verhandlungen, Versprechungen, Privilegien und notfalls auch mit Waffengewalt die noch abseits stehenden F√ľrsten zu einer Huldigung bewegt werden, bevor sich eine starke Opposition bildete.

Krönung Giselas und Huldigung der Lothringer

Bereits wenige Tage nach seiner Kr√∂nung am 11. September brach Konrad deshalb zu seinem K√∂nigsumritt auf, nachdem erste Regierungsgesch√§fte get√§tigt waren und die Organisation des Umrittes abgeschlossen war. Nach der bereits erw√§hnten Kr√∂nung von Gisela in K√∂ln am 21. September reiste Konrad bereits am n√§chsten Tag weiter nach Aachen. Bis zum Eintreffen in K√∂ln sind keine Quellen erhalten, es kann jedoch angenommen werden, dass in dieser Zeit intensive Verhandlungen gef√ľhrt wurden, da sich die lothringische Opposition faktisch aufl√∂ste. Dies geschah obwohl der niederlothringische Herzog Gozelo und der oberlothringische Herzog Dietrich ihre Anh√§ngerschaft verpflichtet hatten, ohne ihre Zustimmung dem neuen K√∂nig nicht zu huldigen. Zu Huldigungen durch die lothringischen Adeligen kam es dennoch noch nicht. Dies sollte erst an Weihnachten des kommenden Jahres geschehen. Zuvor hatte Konrad auf dem Thron Karl des Gro√üen Platz genommen und sich damit bewusst in die karolingische Tradition gestellt. Wipo berichtete, dass er auf Grund seiner Anordnungen und seiner T√ľchtigkeit sehr schnell auch direkt mit dem gro√üen Kaiser verglichen wurde, woraus das Sprichwort An Konrads Sattel h√§ngen Karls [Steig]B√ľgel Litauen Litauen entstanden sei.

Verhandlungen und Huldigung der Sachsen

√úber L√ľttich und Nimwegen reiste Konrad Anfang November weiter nach Sachsen. Bis dahin wurden von Lothringen aus Verhandlungen mit den Gro√üen Sachsens gef√ľhrt, um die Bedingungen f√ľr deren Anerkennung der Wahl und anschlie√üende Huldigung zu ermitteln. √úber Vreden reiste der K√∂nig nach Dortmund, wo er Anfang Dezember eintraf und in dessen Pfalz einen gut besuchten Hoftag abhielt. Weihnachten wurde in Minden gefeiert und auf einem Landtag, an dem nords√§chsische und osts√§chsische Bisch√∂fe, sowie der s√§chsische Herzog Bernhard und weitere Adlige teilnahmen, verpflichtete sich Konrad zur Wahrung des √ľberlieferten Stammesrechtes und konnte daraufhin die Huldigung entgegennehmen.

Die weiteren Stationen des Umrittes waren Paderborn (um Neujahr), Hildesheim (Anfang Januar 1025), Hildesheim (Mitte Januar), Goslar, wo ein Königsgericht tagte, Gandersheim, erneut Goslar, Halberstadt und Quedlinburg. Ende Januar 1025 erreichte Konrad die Elbe und nahm am 2. Februar in Magdeburg weitere Huldigungen entgegen. Am 8. Februar weilte der Hof in Merseburg und am 2. März ist ein Aufenthalt in der Pfalz Wallhausen nachweisbar.

Beziehungen zu Polen

Etwa einen Monat hielt sich Konrad in der N√§he der Grenzgebiete zu Polen auf. Den mit Heinrich II. geschlossenen Frieden von Bautzen hatte der polnische Herzog BolesŇāaw I. bis zum Tode Heinrichs eingehalten. Jedoch lie√ü sich BolesŇāaw Ende 1024 oder Anfang 1025 zum K√∂nig von Polen kr√∂nen. Durch diese Erh√∂hung aus dem Rang eines Herzogs zum K√∂nig zeigte BolesŇāaw, dass er den r√∂misch-deutschen K√∂nig nicht mehr als Lehnsherrn anerkannte und de facto den Frieden von Bautzen aufl√∂ste.

Da der neue polnische K√∂nig jedoch schon sehr alt war und bereits im Juni 1025 verstarb, unternahm Konrad keine Schritte gegen ihn, da zu erwarten war, dass sich nach seinem Tod Spannungen, Aufst√§nde und Kriege ereignen w√ľrden. Zudem musste er bedacht vorgehen, da er noch nicht √ľberall im Reich anerkannt war. Um seine Kr√§fte nicht zu zersplittern, setzte er sich daf√ľr ein, den Frieden an der slawischen Grenze nicht zu gef√§hrden. Wohl auch deshalb wird er die Huldigung der heidnischen Liutizen, die sein Vorg√§nger als B√ľndnispartner gewinnen konnte, entgegengenommen haben.

Umritt durch Franken, Bayern und Schwaben

Nach einer Zwischenstation in Grone, wo versucht wurde ein Streit um das Damenstift Gandersheim zu schlichten, war das n√§chste Ziel Ostfranken. Hier begleiteten Konrad die dortigen Bisch√∂fe, die l√§ngst gehuldigt hatten, auf seinem Weg durch das Fuldatal zum Kloster Fulda. Anschlie√üend ist ein Aufenthalt Konrads vom 18. bis zum 23. April √ľber Ostern in Augsburg nachweisbar, wo ihm die schw√§bischen F√ľrsten und Geistlichen ebenfalls huldigten.

In Richtung Osten reiste Konrad weiter nach Bayern und nahm in Regensburg die Huldigungen der bayrischen Adligen entgegen. Der Aufenthalt in Bayern hat wohl nur wenige Tage gedauert. √úber das k√∂nigliche Gut Beratzhausen und Bamberg ging es weiter an den Bodensee, wo in der Pfalz in Konstanz am 6. Juni Pfingsten gefeiert wurde. Auf diesem Landtag war auch der Mail√§nder Erzbischof Aribert, sowie eine Abordnung der B√ľrger Paduas, anwesend. Der Erzbischof huldigte dem K√∂nig und versprach Konrad zum italienischen K√∂nig zu kr√∂nen:

sobald er mit seinem Heere komme, um Italien in Besitz zu nehmen Litauen Litauen

Die Abordnung Paduas versuchte Konrads Gunst zu gewinnen, da, wie sp√§ter ausf√ľhrlich dargelegt, in dieser Stadt nach dem Tod Heinrichs II. Unruhen ausbrachen.

Während all dieser Wochen war die königliche Kanzlei stark mit dem Aufsetzen von Urkunden beschäftigt, die zuvor ausgehandelte Rechtsgeschäfte bestätigten.

Mitte Juni ging es √ľber Z√ľrich und Basel, wo schwere Unruhen befriedet werden konnten, rheinabw√§rts nach Stra√üburg und Rheinfranken. Hier endete der Umritt Mitte Juli.

Konrad wird Rex Langobardorum und erlangt die Kaiserw√ľrde

Im Gegensatz zum Regnum nördlich der Alpen gab es in Reichsitalien nach dem Tode Heinrichs verschiedenen Aufruhr und den Versuch italienischer Adliger das langobardische Königreich aus dem Reich zu lösen.

Unruhen in Pavia

Direkt nach Bekanntwerden des Todes Heinrichs erhoben sich die B√ľrger Pavias und zerst√∂rten die in der Stadt gelegene unverteidigte kaiserliche Pfalz, die seit der Zeit des Ostgotenk√∂nigs Theoderichs des Gro√üen dort als Zeichen k√∂niglicher Macht gestanden hatte. Diese Pfalz war die bedeutendste Feste des Kaisers in dieser Region sowie Gerichtsort, Arsenal f√ľr Waffen, Vorr√§te und Steuereink√ľnfte. Etwa im August 1024 gingen alle Geb√§ude der unverteidigten Burg in Flammen auf und wurden dem Erdboden gleich gemacht. Dieses Vorgehen der st√§dtischen Bev√∂lkerung gegen eine kaiserliche Einrichtung l√∂ste erhebliches Aufsehen aus.

Die Stadt hatte sich durch die Schifffahrt auf dem Po zu einem bedeutenden Handelsst√ľtzpunkt und Markt entwickelt, von dem aus Handelslinien nach Burgund und Frankreich f√ľhrten. Die politisch und juristisch gebildete Oberschicht der Kaufleute, denen sich Angeh√∂rige des niederen Adels anschlossen hatten, erstrebten haupts√§chlich aus handelspolitischen Erw√§gungen eine weitgehende Autonomie gegen√ľber den Grundherren. Deshalb empfand die Kommune das blo√üe Vorhandensein der kaiserlichen Burg innerhalb der Stadtmauern als unertr√§glich. Die B√ľrgerschaft w√§re wohl aber in √§hnlicher Weise gegen Geb√§ude jedes Herrschers vorgegangen.

Auf dem bereits erw√§hnten Landtag in Konstanz brachten die Abgesandten aus Pavia dem K√∂nig wertvolle Geschenke und versuchten sich damit zu rechtfertigen, dass nach dem Tod Kaiser Heinrichs, dem sie immer die Treue gehalten h√§tten, doch die K√∂nigsgewalt erloschen gewesen w√§re. Konrad lie√ü diese Ausfl√ľchte nicht zu und antwortete ihnen mit der ber√ľhmt gewordenen Schiffsmetapher:

Ich weiß, daß ihr nicht eures Königs Haus zerstört habt, denn damals hattet ihr ja keinen. Aber ihr könnt nicht leugnen, daß ihr einen Königspalast zerstört habt. Ist der König tot, so bleibt doch das Reich bestehen, ebenso wie ein Schiff bleibt, dessen Steuermann gefallen ist. Litauen Litauen

Weiter argumentiert Konrad, dass damit nicht Eigentum des Königs sondern staatliches Eigentum zerstört wurde und dementsprechend sei der neue König berechtigt, diese Tat zu bestrafen.

Das langobardische Königreich soll aus dem Reich gelöst werden

W√§hrend Konrads Umritt im n√∂rdlichen Reichsteil gab es den Versuch einiger oberitalienischer F√ľrsten, Wilhelm III.(V.) , den Herzog von Aquitanien , zum K√∂nig von Italien zu kr√∂nen.

Anfang des Jahres 1026 ging Konrad nach Mailand, wo ihn der Erzbischof Aribert im M√§rz wahrscheinlich zum K√∂nig von Italien kr√∂nte. um die Kaiserw√ľrde zu erhalten war dieser Schritt jedoch nicht unbedingt erforderlich. Nachdem er die Opposition einiger St√§dte √ľberwunden hatte, erreichte er Rom, wo er und seine Ehefrau zu Ostern, am 26. M√§rz 1027 von Papst Johannes XIX. zu Kaiser und Kaiserin gekr√∂nt wurden. W√§hrend dieser Zeit stirbt auch Heinrich V. von Bayern und Konrad wird als Konrad I. von Bayern f√ľr ein Jahr Herzog dieses Landes, bevor er dies an seinen Sohn Heinrich, der dann als Heinrich VI. von Bayern regiert, weitergibt.

Konrad gab neue Konstitutionen f√ľr die Lombardei heraus und best√§tigte die popul√§ren legalen Traditionen Sachsens. Im Jahre 1028 lie√ü er seinen Sohn Heinrich III. in Aachen zum deutschen K√∂nig weihen. Heinrich heiratete Kunigunde (auch Gunhilda), die Tochter des K√∂nigs Knuts des Gro√üen von England , D√§nemark , Schweden und Norwegen . Dieses Heiratsabkommen war schon zehn Jahre zuvor zustande gekommen, als Konrad Knut Teile von Norddeutschland zur Administration gab. Das Gebiet zwischen Eider und Schlei fiel wieder an D√§nemark. Sein Sohn Heinrich wurde der oberste Berater seines Vaters.

Konrad musste im Jahre 1028 gegen Polen antreten und zwang dessen Herzog Mieszko II. (Sohn von BolesŇāaw I. ), Frieden zu schlie√üen und das Land, das Mieszkos Vater BolesŇāaw I. erobert hatte, wieder herauszugeben. Nach dem Tode Kaiser Heinrich II. hatte der herausfordernde und rebellische Herzog von Polen, Mieszko II. versucht, die Vasallenschaft abzustreifen, aber gab dann nach und schwor den Eid als Kaiser Konrads treuer Vasall. Er verzichtete damit auf den Titel eines K√∂nigs von Polen.

K√∂nig Rudolf III. von Burgund starb am 2. Februar 1032 und vererbte aufgrund eines Vertrages, den er bereits mit Konrads Vorg√§nger Heinrich II. geschlossen hatte, sein K√∂nigreich dem r√∂misch-deutschen Kaiser. Zun√§chst jedoch erhob sich Widerstand: Graf Odo II. von der Champagne , einer der m√§chtigsten nordfranz√∂sischen Adligen und gleichzeitig ein Neffe Rudolfs, erhob Anspr√ľche auf den Thron. Konrad begann im Winter 1033 mit milit√§rischen Aktionen, die jedoch kaum Erfolg hatten. Daraufhin ging Konrad ein B√ľndnis mit dem franz√∂sischen K√∂nig Heinrich I. ein, dem an einem Machtgewinn seines ehrgeizigen Vasallen Odo nicht gelegen war. 1034 fiel Konrad mit starken Kr√§ften von Norden und S√ľden gleichzeitig in das K√∂nigreich Burgund ein. Odo musste weichen und Konrad gewann rasch die Kontrolle √ľber das Regnum . Dessen F√ľrsten huldigten Konrad II. in Genf, wo er am 1. August 1034 auch zum K√∂nig von Burgund gekr√∂nt wurde (zwar hatte er sich bereits am 2. Februar 1033 in Peterlingen (Payerne) kr√∂nen lassen, doch war erst mit dem Huldigungsakt in Genf der Erhebungsakt abgeschlossen). Damit war das Imperium zu einer Trias geworden, bestehend aus den Regna Deutschland, Italien und Burgund. Der Erwerb Burgunds sicherte gleichzeitig die wichtigen westlichen Alpenrouten nach Italien und war somit auch von milit√§rischer Bedeutung, wobei der K√∂nig freilich nur mit unterschiedlicher Intensit√§t die Reichsgewalt aus√ľben konnte: In der Provence beispielsweise war dies kaum m√∂glich, anders hingegen im Norden des K√∂nigreichs Burgunds, welches sich von der heutigen Freigrafschaft Burgund und der Westschweiz √ľber das Rhonetal bis zur Provence erstreckte. Das Herzogtum Burgund , die heutige Bourgogne, geh√∂rte bereits zuvor, seit 843 , zum westfr√§nkischen Reich .

Konrad hielt die Rechte der Ritter und B√ľrger der St√§dte Italiens gegen dessen F√ľrsten und Erzbischof Aribert von Mailand aufrecht. Die F√ľrsten und der Bischof hatten konspiriert, um den B√ľrgern ihre Rechte abzunehmen. Mit geschickter Diplomatie und Gl√ľck konnte Konrad wieder Ordnung schaffen. Er ging weiter bis Salerno und Anversa und setzte Richer aus Deutschland als Abt von Monte Cassino ein.

Auf dem R√ľckweg nach Deutschland brach eine Epidemie unter den Truppen aus. Konrads Schwiegertochter und Stiefsohn starben. Konrad selbst kam heil zur√ľck und hielt noch weitere wichtige Tagungen in Solothurn, Stra√üburg und Goslar. Sein Sohn Heinrich wurde mit dem K√∂nigreich Burgund investiziert.

Tod

Am 4. Juni 1039 verstarb Konrad in Utrecht an den Folgen eines Gichtanfalls, der ihn bereits auf den Pfingstfeierlichkeiten einen Tag vorher an der Festtafel ereilte. Seine Eingeweide wurden in Utrecht beigesetzt, sein restlicher Leichnam aber in einem pr√§chtigen Trauerkondukt √ľber K√∂ln, Mainz und Worms nach Speyer √ľberf√ľhrt. In Speyer wurde dieser im noch unvollendeten Mariendom beigesetzt.

In allen Kirchen in denen der Trauerzug Station machte, wurde die Bahre Konrads durch seinen Sohn und Nachfolger Heinrich III. mitgetragen und damit, wie Wipo bemerkt

nicht nur alle Pflichten echter Kindesliebe, sondern auch die fromme Ehrfurcht des Dieners gegen√ľber dem Herrn

erf√ľllt.

Politik Konrads

Konrad schloss sich in seiner Herrschaft eng an die Ordnung an, die unter Heinrich II. bestanden hatte. Nur eine wichtige √Ąnderung, zwar nicht in der Ordnung des Reiches aber im Personalbestand, wurde von ihm am Anfang vorgenommen. Er √ľbertrug dem Mainzer Erzbischof Aribo die Erzkanzlerschaft √ľber Italien, die zuvor von Heinrich II. an den Bamberger Bischof √ľbertragen worden war, wohl weil er diesem f√ľr seine K√∂nigswahl zu Dank verpflichtet war. Diese Ernennung wird wohl kurz nach seiner Wahl erfolgt sein, auch wenn diese erst etwa ein Jahr sp√§ter nachweisbar ist.

Kirchenpolitik

Kirchenpolitisch trat Konrad in die Tradition seines Vorg√§ngers Heinrich II. ein, der die Kirche im Reich als Bestandteil seiner Herrschaft sah und dementsprechend √ľber √Ąmter und Besitz der Kirche verf√ľgte. So wurden beispielsweise Bischofswahlen reine Formsache. Der Wille des Herrschers war entscheidend. Au√üerdem zog Heinrich die Kirche st√§rker zu materiellen Abgaben heran.

Konrad stand genauso wie Heinrich den Reformen in den Kl√∂stern des Reiches positiv gegen√ľber, die eine Verweltlichung der Kl√∂ster entgegensteuern sollte.

Literatur

Quellen

  • Wipo : Taten Kaiser Konrads des Zweiten, neu √ľbertragen von Werner Trillmich in Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches. ISBN 3-534-00602-X

Sekundärliteratur

  • Egon Boshof: Die Salier, 4. Aufl., Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 2000, S. 32-91. Gute √úberblicksdarstellung.
  • Franz-Reiner Erkens : Konrad II. (um 990-1039); Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Regensburg 1998. ISBN 3791716042
  • Hagen Keller: Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024-1250 (Propyl√§en Geschichte Deutschlands 2), Berlin 1986, besonders S. 89ff.
  • Hans K. Schulze: Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier (Siedler Deutsche Geschichte), Taschenbuchausgabe, Berlin 1998, S. 328ff. ISBN 3442905656 Reich bebilderte √úberblicksdarstellung.
  • Herwig Wolfram : Konrad II. 990 - 1039; Kaiser dreier Reiche. M√ľnchen, 2000. ISBN 3406460542
  • Herwig Wolfram: Konrad II., in: Bernd Schneidm√ľller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Portr√§ts von Heinrich I. bis Maximilian I., Verlag C.H. Beck, M√ľnchen 2003, S. 119-135 und 571f. (Bibliografie). ISBN 3406509584 Informative biografische Skizze.
  • Werner Trillmich , hrsg. aus dem Nachlass des Verfassers von Otto Bardong: Kaiser Konrad II. und seine Zeit, Bonn 1991.

Weblinks

Vorgänger
Heinrich II.
Liste der römisch-deutschen Herrscher Nachfolger
Heinrich III.

Wikipedia

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