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Letzte Änderung für Artikel Heinrich II. (HRR): 15.02.2006 22:09

Heinrich II. (HRR)

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Die Kr├Ânung Heinrichs II. - Miniatur aus dem Sakramentar des Kaisers
Die Kr├Ânung Heinrichs II. - Miniatur aus dem Sakramentar des Kaisers

Heinrich II., genannt ÔÇ×der HeiligeÔÇť (* 6. Mai 973 oder 978 in Bad Abbach oder Hildesheim; ÔÇá 13. Juli 1024 in Grona ), war seit 1002 K├Ânig des Ostfrankenreichs (Regnum Teutonicorum) und Kaiser des Heiligen R├Âmischen Reiches von 1014 bis 1024.

Als Sohn des bayerischen Herzogs Heinrich II., genannt ÔÇ×der Z├ĄnkerÔÇť, und dessen Frau Gisela war er der Urenkel Heinrichs I. und stammte somit aus der bayerischen Nebenlinie der Ottonen . Nachdem er am 9. Juli 1002 zum ostfr├Ąnkischen K├Ânig gekr├Ânt wurde, kr├Ânte Papst Benedikt VIII. ihn am 14. Februar 1014 zum Kaiser des Heiligen R├Âmischen Reiches. Damit war Heinrich II. der letzte Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen. Papst Eugen III. sprach ihn 1146 heilig. Heinrich II. war mit der gleichfalls heiliggesprochenen Kaiserin Kunigunde verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.

Anders als sein Vorg├Ąnger Otto III. konzentrierte sich Heinrich II. auf das Reichsgebiet n├Ârdlich der Alpen, insbesondere f├╝hrte er mehrfach Krieg gegen Polen, und zog nur widerstrebend dreimal nach Italien. Er wandte sich von den imperialen Bestrebungen seines Vorg├Ąngers ab und wollte im Gegensatz zu diesem eine Erneuerung des Reiches der Franken erreichen. Innerlich festigte Heinrich das Reich durch noch engere personelle und politische Verflechtungen mit der Kirche. Durch Schenkungen und Neugr├╝ndungen stabilisierte er die Bist├╝mer als St├╝tzen der k├Âniglichen Macht und beanspruchte daf├╝r Dienstleistungen. Er versuchte au├čerdem die k├Ânigliche Macht durch eine Reform der Reichskl├Âster zu st├Ąrken, die einen Teil des Reichsheeres zu stellen hatten.

Die Chronik des Thietmar von Merseburg, der 1009 vom K├Ânig zum Bischof von Merseburg ernannt wurde, gilt als eine der wichtigsten Quellen zu Heinrich II. und seiner Zeit. Sie wird von Historikern f├╝r die Zeit Heinrichs II. geradezu als Leit├╝berlieferung angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Heinrich lebte w├Ąhrend der Verbannung seines Vaters, Heinrichs des Z├Ąnkers, in Hildesheim. In der Hildesheimer Domschule wurde er f├╝r den geistlichen Stand ausgebildet. Dies geschah wohl auf Anweisung Kaiser Ottos II., der damit den Sohn seines Gegners von jeder Teilhabe an der Reichsgewalt ausgeschaltet wissen wollte. In Regensburg beendete Bischof Wolfgang die Ausbildung. Dabei wurde Heinrich ebenfalls von Abt Ramwold von St. Emmeram beeinflusst, der wie der Bischof ein Bef├╝rworter der Gorzer Reform war.

Er wurde von seinem Vater zum Mitregenten (condux) des Herzogtums Bayern gemacht und nach dessen Tod im Jahre 995 vom bayerischen Adel als Heinrich IV. zum Herzog gew├Ąhlt.

Um das Jahr 1000 heiratete er Kunigunde aus dem Haus der Grafen von Luxemburg . Durch diese Heirat gewann Heinrich ein gro├čes Verwandtschaftsnetz im Westen des Reiches, das ihm sp├Ąter oft von Nutzen war.

K├Ânig

Wahl zum K├Ânig

Trotz seiner Herkunft war Heinrichs Anwartschaft auf den Thron nach dem Tod des erbenlos gebliebenen Otto III. umstritten. Allerdings verzichteten die anderen Anw├Ąrter wenig sp├Ąter, ob freiwillig oder nicht, ist umstritten. Au├čerdem gab es wohl Zweifel, ob Heinrich im Vollbesitz seiner k├Ârperlichen Kr├Ąfte sei.

Um seine Anspr├╝che zu untermauern, lie├č Heinrich den Tross des ├╝ber die Alpen gef├╝hrten Leichnams Ottos III. in Polling ├╝berfallen und raubte die Reichskleinodien , womit er diese in seinen Besitz brachte. Es fehlte jedoch die Heilige Lanze , die damals wichtigste Reliquie des Reiches. Der K├Âlner Erzbischof Heribert hatte diese vorausgesandt, wohl aus Misstrauen, da er seinen Verwandten, den Herzog von Schwaben Hermann II. , zum K├Ânig w├Ąhlen lassen wollte. Um die Herausgabe der Lanze zu erzwingen, inhaftierte Heinrich den Erzbischof und sp├Ąter auch dessen Bruder, den W├╝rzburger Bischof Heinrich I.

Heinrichs Wahl gelang letztendlich durch Versprechungen und Zusicherungen auf reiche Belohnung. Daraufhin w├Ąhlten ihn am 7. Juli 1002 in Mainz die Mehrzahl der geistlichen und weltlichen F├╝rsten zum K├Ânig. Der dortige Erzbischof Willigis kr├Ânte ihn. Der Erzbischof war der richtige Koronator , alles andere war aber ungew├Âhnlich ÔÇô der Ort der Wahl, der fehlende Karlsthron sowie die fehlende allgemeine Wahl.

Regierungsantritt

Verlauf des K├Ânigsumrittes
Verlauf des K├Ânigsumrittes

Den nachfolgenden monatelangen K├Ânigsumritt durch weite Teile des Reiches kann man deshalb als den Versuch ansehen, eine allgemeine Best├Ątigung der Wahl zu erreichen. Solch ein Umritt war bei den Merowingern ├╝blich, aber sp├Ąter jahrhundertelang entfallen. Der Umritt f├╝hrte ├╝ber Th├╝ringen, Sachsen, Niederlothringen, Schwaben und Bayern nach Oberlothringen.

Bereits w├Ąhrend dieses Umrittes musste Heinrich erste kriegerische Auseinandersetzungen mit F├╝rsten des Reiches bestehen. So brach kurz nach Beginn seiner Herrschaft ein Krieg mit dem Herzog von Schwaben, Hermann II., aus, der sich ebenfalls Hoffnungen auf den Thron gemacht hatte. Der Herzog unterwarf sich im Herbst 1002, nachdem Heinrich das Land verheert und gepl├╝ndert hatte, und starb im Mai 1003. Daraufhin ├╝bernahm der K├Ânig selbst f├╝r den noch unm├╝ndigen Sohn des Herzogs die Regierung des Herzogtums Schwaben und setzte den Umritt fort.

Zur Wehr setzen musste sich Heinrich ebenfalls gegen den Markgrafen Heinrich von Schweinfurt , dem er f├╝r seine Wahl zum K├Ânig das Herzogtum Bayern versprochen, aber sp├Ąter nicht ├╝bergeben hatte. Nach dem Wortbruch des K├Ânigs verb├╝ndete der Markgraf sich mit dem K├Ânig von Polen und B├Âhmen Boles┼éaw I. Chrobry , Ernst von ├ľsterreich und dem Bruder des K├Ânigs Brun . Im Sommer des Jahres 1003 erhoben sich diese gegen Heinrich. Nach schweren und blutigen K├Ąmpfen, bei denen der Markgraf fast seine gesamten Besitzungen verlor, schlug Heinrich auch diesen Aufstand nieder.

Heinrich wird Rex Langobardorum

Im Jahre 1004 f├╝hrte Heinrich einen Feldzug gegen den Markgrafen Arduin von Ivrea . Dieser war, trotz eines Mordes an einem Bischof und der darauffolgenden Exkommunikation durch eine Synode im Beisein von Papst und Kaiser im Jahre 999, am 15. Februar 1002, nur drei Wochen nach dem Tod Ottos des III., zum K├Ânig der Lombardei erhoben worden. Einige der italienischen Bisch├Âfe, unter anderem die von Asti, Como, Cremona, Mailand, Brescia, Piacenza waren dem neuen K├Ânig entweder bedingungslos ergeben oder st├╝tzten ihn zumindest. Mit der Etablierung von Arduin schien sich das lombardische Reich zu verselbst├Ąndigen.

Doch andere lombardische Bisch├Âfe, unter ihnen Otbert von Verona , riefen Heinrich II. um Hilfe. Nach anf├Ąnglichem Z├Âgern r├╝stete dieser 1004 zu seinem ersten Italienzug. Insgesamt f├╝hrte er w├Ąhrend seiner Herrschaft drei kurze Feldz├╝ge in Italien. Zuvor hatte bereits ein Heer unter Otto von Worms , dem Herzog von K├Ąrnten, im Januar 1003 eine schwere Niederlage erlitten.

Das Heer, das fast ausschlie├člich aus Truppen des bayerischen Klerus und Adels bestand, sammelte sich in Augsburg und zog ├╝ber den Brenner nach Trient. Nach ersten Erfolgen wechselte ein Gro├čteil des italienischen Klerus in das Lager Heinrichs, darunter auch der Mail├Ąnder Erzbischof Arnulf II. . Dieser war erst Parteig├Ąnger Ottos des III. und anschlie├čend Arduins gewesen. Der Erzbischof kam Heinrich in Bergamo entgegen und kr├Ânte ihn am 14. Mai 1004 in Pavia zum Rex Langobardorum . Die Kr├Ânung geschah in derselben Kr├Ânungskirche San Michele, in der zwei Jahre zuvor Arduin zum K├Ânig gekr├Ânt worden war. In der folgenden Nacht kam es zu einem grausamen Massaker an der Bev├Âlkerung Pavias, nachdem diese sich gegen den neuen K├Ânig erhoben hatte. Heinrich lie├č seine vor den Toren lagernden Truppen die Stadt st├╝rmen. Dabei wurde der gr├Â├čte Teil Pavias einge├Ąschert, viele Bewohner get├Âtet und deren Leichen gepl├╝ndert.

Nachdem Heinrich die Huldigung der restlichen Lombarden auf einem Hoftag in Pontelugo entgegengenommen hatte, zog er im Fr├╝hsommer des Jahres nach Norden zur├╝ck, ohne die Kaiserkrone erlangt zu haben. Der endg├╝ltige Sieg ├╝ber Arduin gelang jedoch erst nach weiteren zehn Jahren Kampf in Oberitalien.

Arduin starb am 14. Dezember 1015 in einem Kloster. Er war der letzte Nationalk├Ânig Italiens vor Viktor Emanuel II. , der 1861 italienischer K├Ânig wurde.

Erster Feldzug gegen Bolesław

Zwischen den Jahren 1004 und 1018 f├╝hrte Heinrich drei lange Kriege und mehrere kleinere Feldz├╝ge gegen das Herzogtum des Polenf├╝rsten Boles┼éaw I. Chrobry. Diese Kriege standen im Gegensatz zur vorausgegangenen Politik zwischen dem Herzogtum Polen und dem Reich: Boles┼éaw hatte zun├Ąchst die reichsfreundliche Politik seines Vaters Mieszko I. fortgesetzt, Kaiser Otto III. zu seinem Freund und Bundesgenossen erkl├Ąrt und ihm symbolisch die eigene Krone auf Haupt gesetzt.

Boles┼éaw kam am 25. Juli 1002 nach Merseburg und huldigte auch dem neuen K├Ânig. Er erreichte in den darauffolgenden Verhandlungen, dass der K├Ânig ihn mit der Lausitz und dem Milzener Land bei Bautzen belehnte. Diese Gebiete hatte er nach dem Tod des Herzogs von Th├╝ringen Ekkehard von Mei├čen , einem weiteren Thronanw├Ąrter und Verb├╝ndeten Boles┼éaws, der ermordet worden war, kurz zuvor besetzt. Die ebenfalls besetzte Mark Mei├čen mit der strategisch wichtigen Burg musste er jedoch wieder abtreten. Fast w├Ąre Boles┼éaw in Merseburg kurz vor seiner Abreise Opfer eines Attentats geworden, als er mit seiner Begleitmannschaft in einen Hinterhalt geriet. Mehrere Polen wurden dabei schwer verletzt und ausgepl├╝ndert. Der polnische Herzog beschuldigte den K├Ânig selbst als Urheber des Angriffs, zumal Heinrich ihn weder gesch├╝tzt hatte noch die T├Ąter bestrafen lie├č. Das auf dem R├╝ckweg erfolgte Niederbrennen der Burg Strehla und der Aufruf zum Abfall von Heinrich l├Âsten einen Dauerkonflikt aus, der zum ersten Mal im Jahre 1004 zum Krieg eskalierte.

Nach der R├╝ckkehr vom ersten Feldzug nach Italien versammelte Heinrich II. ein Heer, um gegen Polen zu ziehen. Thietmar von Merseburg berichtete, dass er:

alle seine ihm und Christus getreuen Vasallen auf Mitte August zum Kriegzuge entbot, lie├č er der [ÔÇŽ] Emp├Ârung freien Lauf, um die w├╝tende Feindschaft des anma├čenden Boleslaw zu b├Ąndigen. Litauen Litauen

Bereits 1003 hatte Heinrich ein B├╝ndnis mit den bis dahin bek├Ąmpften heidnischen Redariern und Lutizen geschlossen, um die Anerkennung seiner Autorit├Ąt von Boles┼éaw zu erzwingen. Durch ├Ąu├čerst freundliche Geschenke und angenehme Geschenke Litauen Litauen , so Thietmar, konnte er die ÔÇ×HeidenÔÇť zu einem Zusammengehen ├╝berreden und verbot die weitere Mission bei ihnen.

Boles┼éaw hatte seinerseits offenbar eine ├Ąhnliche Konzeption wie Heinrich II. entwickelt, der Lenker eines von Gott auserw├Ąhlten Volkes zu sein, was die Anerkennung des Kaisers als ├╝bergeordnete Autorit├Ąt erschwerte. Zus├Ątzlich war er nach Thronwirren in B├Âhmen einmarschiert und hatte die dortige Herzogsw├╝rde ├╝bernommen. Dieser Machtzuwachs stellte eine Bedrohung f├╝r Heinrich dar, da sich der Machtbereich Boles┼éaws nun von der Ostsee bis zu den Karpaten erstreckte. Zus├Ątzlich war der Herzog mit zahlreichen F├╝rsten der Region und Skandinaviens verwandtschaftlich verbunden.

Die neue Allianz mit den Westslawen gegen Polen war aber sehr umstritten. Viele s├Ąchsische Adlige hatten sich von der Missionierung und Unterwerfung der Elbslawen Tribute und Landgewinne erhofft. Au├čerdem hatten viele w├Ąhrend der Zeit der Zusammenarbeit mit Polen verwandtschaftliche Bande dorthin gekn├╝pft. Vertreter des Klerus, darunter Bischof Bruno von Querfurt , sahen zuk├╝nftige Zehntzahlungen und durch den Krieg mit Polen die polnische Unterst├╝tzung bei der Heidenmission in Preu├čen in Gefahr.

Trotzdem f├╝hrte Heinrich sein in Merseburg versammeltes Heer im Sommer 1004 ├╝ber das Erzgebirge nach Nordb├Âhmen, wo er die Burg Satzi eroberte und die polnische Besatzung t├Âten lie├č, und anschlie├čend weiter nach Prag. Boles┼éaw war zuvor aus der Stadt nach Polen gefl├╝chtet. Daraufhin wurde der nach Sachsen vertriebene b├Âhmische Herzog wieder eingesetzt und leistete Heinrich die Lehenshuldigung.

Im Fr├╝hherbst 1004 wendete sich das Heer wieder nach Norden und belagerte erfolgreich die Burg Bautzen. Mit der friedlichen ├ťbergabe der Burg endete der erste Polenfeldzug.

Zweiter Feldzug gegen Bolesław

Schon wenige Monate sp├Ąter unternahm Heinrich II. den zweiten Feldzug gegen Polen, nachdem er von Mai bis Juni die Westfriesen ├╝ber die Zuiderzee mit einer Flotte angegriffen und zur Unterwerfung gezwungen hatte. Vorbereitungen f├╝r den Feldzug fanden bereits bei einer gro├čen Synode Heinrichs in Dortmund statt. Das Heer sammelte sich im August 1005 in Leitzkau , rechts der Elbe und ├Âstlich von Magdeburg gelegen, und zog unter verlustreichen Gefechten zur Oder. Dort vereinigte sich das Heer mit dem der verb├╝ndeten Lutizen und drang weiter nach Polen ein. Die Anwesenheit der Heiden im Heer lie├č selbst Thietmar gelten, wobei er jedoch zuvor mit ÔÇ×SchauderÔÇť ├╝ber ihren Kult und ihre Lebensweise berichtete. Er empfahl aber dem Leser seiner Chronik:

Meide ihre Gemeinschaft und ihren Kult, lieber Leser! H├Âre und befolge vielmehr die Gebote der heiligen Schrift! Litauen Litauen

Das Heer gelangte bis Posen , wo es in einem Hinterhalt weitere betr├Ąchtliche Verluste erlitt. Der daraufhin geschlossene Frieden mit Boles┼éaw beendete den Kriegszug, wobei Boles┼éaw jedoch zu keiner Huldigung gegen├╝ber Heinrich II. bereit war. Der Frieden hielt aber nur zwei Jahre, da keiner der beiden die Anspr├╝che des anderen anerkennen wollte.

Dritter Feldzug gegen Bolesław

Nachdem Boles┼éaw versuchte, die Liutizen mit Worten und Geld Litauen Litauen auf seine Seite zu ziehen, begann Heinrich einen sechs Jahre andauernden Krieg gegen Boles┼éaw. Er k├╝ndigte im Jahre 1007 den Friedensvertrag mit Polen auf, woraufhin Boles┼éaw das Gebiet um Magdeburg pl├╝nderte und die Einwohner t├Âten oder gefangennehmen lie├č.

Nach einigen kleineren K├Ąmpfen, bei denen unter anderem die Burg Bautzen wieder verlorenging, rief Heinrich im Jahre 1010 erneut auf, sich in Belgern, rechts der Elbe im heutigen Landkreis Torgau-Oschatz gelegen, f├╝r einen Feldzug zu sammeln. Bevor man aber nach Polen einmarschieren konnte, erkrankte Heinrich und kehrte in Begleitung einiger Bisch├Âfe zur├╝ck. Das zur├╝ckgebliebene Heer verw├╝stete daraufhin das Land des Markgrafen Gero II. von der s├Ąchsischen Ostmark , bevor es ebenfalls den Heimzug antrat.

Die n├Ąchsten Jahren nutzte Heinrich, um die Front gegen Boles┼éaw zu verst├Ąrken, doch Kriegsz├╝ge scheiterten schon in den Anf├Ąngen. Erst durch Bem├╝hungen des Polen, der seinen Sohn Mieszko im Winter 1012/1013 nach Magdeburg zu Friedensverhandlungen sandte, kam es zu Pfingsten 1013 auf einem Hoftag in Merseburg zum Merseburger Frieden. Man einigte sich auf einen Kompromiss: Boles┼éaw leistete den Lehnseid und unterwarf sich damit formell. Als Gegenleistung erhielt er die Lausitz und das Lausitzer Land als Lehen und behielt damit faktisch die von ihm besetzten Teile der Ostmark und der Mark Mei├čen.

Kaiser

Kaiserkr├Ânung in Rom

Da sich Heinrich, anders als seine Vorg├Ąnger Otto II. und Otto III., eher auf das Regnum Teutonicorum konzentrierte, gelangten in Rom wieder P├Ąpste auf den Thron, die vom italienischen Adel beherrscht und nicht mehr dem Kaiser ergeben waren; so 1003 Johannes XVII. , von 1003 bis 1009 Johannes XVIII. und von 1009 bis 1012 Sergius IV. , die entweder Verwandte des r├Âmischen Patriziers Johannes II. Crescentius waren oder zumindest stark von ihm beeinflusst wurden. Johannes II. Crescentius verhinderte mehrfach Treffen zwischen dem jeweiligen Papst und dem K├Ânig.

Nachdem kurz hintereinander im Mai 1012 Papst Sergius IV. und der ihn st├╝tzende Johannes starben, wurde durch eine hastige Wahl der Sohn des Grafen von Tusculum, eines Rivalen der Crescentier , als Benedikt VIII. auf den p├Ąpstlichen Thron gesetzt. Das folgende kurze Schisma mit dem Gegenpapst Gregor (VI.) entschied Benedikt f├╝r sich, indem er die Gr├╝ndung des Bistums Bamberg best├Ątigte und Heinrich die Kaiserw├╝rde anbot.

Ende 1013 machte sich Heinrich mit einem Heer von Augsburg aus auf den Weg nach Italien, nachdem er sich im Krieg gegen Polen durch eine Unterbrechung etwas Luft verschafft hatte. Ihn begleiteten seine Gattin und eine Reihe von Klerikern, wobei in Pavia weitere Bisch├Âfe und ├äbte zu ihm stie├čen. Arduin, der immer noch in Teilen Oberitaliens herrschte, wich ins Bergland von Ivrea aus und bot dem K├Ânig die Anerkennung der deutschen Oberhoheit sowie die Niederlegung seiner Krone und seine S├Âhne als Geiseln an, wenn ihm nur eine Grafschaft belassen w├╝rde. Heinrich lehnte ab, da er in Pavia und Ravenna unbestritten als K├Ânig herrschte, und setzte seinen Zug nach Rom fort.

In Rom wurde er von Papst, Geistlichkeit und Volk festlich begr├╝├čt. Am 14. Februar 1014 kr├Ânte ihn Benedikt VIII. in der Basilika St. Peter zum Kaiser und seine Gattin zur Kaiserin. Dabei ├╝berreichte ihm der Papst eine mit einem Kreuz gezierte goldene Kugel. Dies ist der erste Beleg f├╝r die Verwendung eines Reichsapfels . Solch ein Reichsapfel wurde sp├Ąter ein fester Bestandteil der Reichsinsignien.

Anschlie├čend fand unter dem Vorsitz von Kaiser und Papst in Rom eine Synode statt, auf der insgesamt f├╝nf Bisch├Âfe abgesetzt wurden. Kurz darauf zog der Kaiser wieder nach Norden, wobei er ein Bistum in Bobbio stiftete, und kehrte Mitte Mai 1014 wieder in das n├Ârdlich der Alpen gelegene Reichsgebiet zur├╝ck. Rom ├╝berlie├č er der Herrschaft des Papstes, bzw. den diesen st├╝tzenden Adelsgeschlechtern; von k├Âniglichen Eingriffen in die Politik Italiens und des Kirchenstaates ist wenig ├╝berliefert.

Vierter Feldzug gegen Bolesław und Friede von Bautzen

Nachdem Heinrich Kaiser geworden war, f├╝hrte er erneut Krieg gegen Boles┼éaw. Zuvor hatte sich der Konflikt stellvertretend in Kiew abgespielt, wo der Kaiser den Thronbewerber Jaroslaw , der Polenf├╝rst seinen Schwiegersohn Swjatoplok unterst├╝tzt hatte. Spannungen hatte es auch gegeben, weil Boles┼éaw trotz einer Aufforderung durch Heinrich keine Unterst├╝tzung f├╝r den Zug nach Rom geleistet hatte, weshalb Thietmar notierte: und so zeigt er sich trotz seiner sch├Ânen Versprechungen wie ├╝blich als L├╝gner Litauen Litauen . Au├čerdem soll sich der polnische Herzog beim Papst beschwert haben, dass er seine Abgaben nicht zahlen k├Ânne, weil der K├Ânig ihm nachstelle. Nach seiner R├╝ckkehr aus Italien r├╝stete Heinrich deshalb 1015 zum n├Ąchsten Krieg gegen Polen.

Mit drei Armeen, dem gr├Â├čten Aufgebot seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen, r├╝ckte das kaiserliche Heer gleichzeitig von Norden, S├╝den und dem Zentrum her vor. Heinrich selbst f├╝hrte das Heer im Zentrum, das auch diesmal wieder gro├če heidnische Verb├Ąnde umfasste, und r├╝ckte von Magdeburg aus bis Crossen an der Oder vor. Unterdessen versuchten Herzog Bernhard von Sachsen und der b├Âhmische F├╝rst Udalrich von S├╝den her mit ihren Truppen zum kaiserlichen Kontingent zu gelangen.

Beim ├ťbergang des kaiserlichen Heeres ├╝ber die Oder und im weiteren Verlauf des Feldzuges wurden mehrere tausend polnische Gegner get├Âtet oder gelangten in Gefangenschaft, darunter auch Frauen und Kinder. Aber auch auf Seiten des Kaisers gab es hohe Verluste. Da die Vereinigung der drei Heere misslang, musste sich Heinrich ├╝ber die Burg Strehla 1016 wieder nach Merseburg zur├╝ckziehen. Zus├Ątzlich geriet Heinrich auf dem R├╝ckzug bei einer Rast in einen Hinterhalt, wobei 200 der trefflichsten [ÔÇŽ] erschlagen und ausgepl├╝ndert Litauen Litauen wurden.

Da Verhandlungen ├╝ber einen l├Ąngeren Waffenstillstand scheiterten, zog Heinrich 1017 zum letzten Mal gegen den Polenherzog. Heinrich II. erreichte die Burg Glogau , in der sich Boles┼éaw verschanzt hatte, wich aber einer milit├Ąrischen Auseinandersetzung aus und zog stattdessen mit seinem Heer weiter zur Burg Niemcza an der Lohe. Die Belagerung begann, obwohl schon verheerende Krankheiten im kaiserlichen Herr w├╝teten. Alle Angriffe waren erfolglos, so dass sich Heinrich ├╝ber B├Âhmen wieder nach Merseburg zur├╝ckzog.

Angesichts dieser erneuten Niederlage fand sich Heinrich zu ernsthaften Friedensverhandlungen bereit, die ihm Boles┼éaw anbot, obwohl der Kaiser die bisherigen Kriege begonnen hatte. Allerdings war an eine ├Âffentliche Unterwerfung des polnischen Herzogs unter die Oberhoheit des Kaisers nicht mehr zu denken. Deshalb musste Heinrich im Frieden von Bautzen im Jahre 1018 die Gleichrangigkeit Polens anerkennen und die Lausitz und das Milzenerland um Bautzen an Boles┼éaw als Lehen geben.

Feldzug gegen Byzanz

Heinrichs Engagement in Italien und seine Kr├Ânung zum Kaiser brachten ihn unweigerlich in Konflikt mit Byzanz , das zu dieser Zeit in S├╝ditalien Fu├č gefasst hatte und bestrebt war, seine alten Machtanspr├╝che auf diese Region wieder st├Ąrker zur Geltung zu bringen. So lie├č Kaiser Basileios II. systematisch das Verwaltungssystem ausbauen und verst├Ąrkte Festungen und Burgen.

Auf Wunsch des Papstes, der sich vom byzantinischen Kaiser bedr├Ąngt sah, zog Heinrich 1021 sogar mit einem Heer nach Nordapulien und belagerte die byzantinische Festung Troia. Im folgenden Jahr gelang zwar die Einnahme, doch konnten die byzantinischen Truppen nicht zu einer Schlacht gezwungen werden. Heinrich musste umkehren, wobei sein durch Krankheiten geschw├Ąchtes Heer gro├če Verluste erlitt. Aber auch Basileios II. konnte keinen Nutzen aus dem R├╝ckzug Heinrichs ziehen: er starb bereits 1025 , und alle weiteren Pl├Ąne bez├╝glich S├╝ditaliens wurden fallengelassen.

Tod

Heinrich starb am 13. Juli 1024 in der Pfalz Grona bei G├Âttingen an einem chronischen schmerzhaften Steinleiden, das ihn schon seit einigen Jahren plagte. Heinrich befand sich auf einer Reise nach Magdeburg, um dort das Osterfest zu feiern, nachdem er bereits drei Monate in Bamberg krank darniedergelegen hatte. Nach den Osterfeierlichkeiten in Magdeburg brach Heinrich auf und besuchte zun├Ąchst Halberstadt und anschlie├čend Goslar. Ein heftiger R├╝ckfall zwang zu einem Aufenthalt in der Pfalz Grona, wo er schlie├člich verstarb.

Sein Grab fand er im Bamberger Dom, wo er das von Tilman Riemenschneider um 1500 geschaffene Hochgrab mit Kaiserin Kunigunde teilt. Da beide kinderlos blieben, endete mit Heinrich II. die Zeit der Herrschaft der Ottonen.

Politik Heinrichs

Im allgemeinen wird Heinrich heute als z├Ąher Realpolitiker angesehen, der die Devise seines Vorg├Ąngers Otto III. ÔÇ×Wiederherstellung des r├Âmischen ReichesÔÇť durch den Wahlspruch ÔÇ×Erneuerung des FrankenreichesÔÇť (Renovatio regni Francorum) ersetzte und die romzentrierte Kaiserideologie aufgab. Seine Realpolitik ging sogar soweit, dass er mit den bis dahin bek├Ąmpften heidnischen Lutizen im Jahre 1003 Krieg um die Vorherrschaft in Osteuropa gegen das ebenfalls christliche Polen f├╝hrt.

Kirchenpolitik

Das Reichskirchensystem

Darstellung Heinrichs II. am Hauptportal des Basler M├╝nsters
Darstellung Heinrichs II. am Hauptportal des Basler M├╝nsters

Heinrich wird als fromm und von der Sakralit├Ąt seines Amtes durchdrungen beschrieben. Dementsprechend setzte er die ottonische Kirchenpolitik nahtlos fort. Heinrich unterst├╝tzte das Z├Âlibat , das Naheheverbot und verschiedene Reformen in den Kl├Âstern des Reiches.

Er machte gro├če Schenkungen aus dem Reichsgut an die Kl├Âster und deren ├äbte sowie die Bist├╝mer und Bisch├Âfe des Reiches. So schenkte er noch in seinem Todesjahr dem Kloster Fulda die Grafschaft Stodenstadt im Maingau.

Grund f├╝r die Schenkungen war aber nicht nur die reine Fr├Âmmigkeit. Heinrich st├Ąrkte dadurch einerseits die Rolle des hohen Klerus als St├╝tze des Reiches und verschaffte sich andererseits einen gr├Â├čeren Einfluss auf die kirchliche Politik. Als Gegenleistung mussten die Kl├Âster und Bischofkirchen, da die Pfalzen dazu nicht mehr in der Lage waren, den Kaiser und dessen Gefolge bei seinen Reisen, den so genannten K├Ânigsgastungen , unterhalten. Au├čerdem hatten die kirchlichen Herrscher einen Gro├čteil des Reichsheeres zu stellen. Bei den meisten von Heinrichs Feldz├╝gen stellten die geistlichen F├╝rsten das gr├Â├čte Truppenkontingent.

Heinrich hielt, wie seine Vorg├Ąnger, am kaiserlichen Einsetzungsrecht der Bisch├Âfe fest und setzte sich dabei auch ├╝ber die verbrieften Rechte des Klerus hinweg. Bei Widerspruch setzte er seinen Willen auch mit Gewalt durch. Die meisten der w├Ąhrend seiner Regierungszeit entstandenen Vakanzen besetzte er mit Klerikern aus seiner engsten Umgebung. Alle seine Kanzler bekamen von ihm ein Bistum .

Trotz der gro├čen Schenkungen und der erweiterten Macht wuchs die Selbst├Ąndigkeit der Kirche gegen├╝ber dem Reich jedoch nicht. Im Gegenteil: Heinrich verlangte unbedingten Gehorsam und die unverz├╝gliche Umsetzung seines Willens. Er vollendete die K├Ânigshoheit ├╝ber die Reichskirche und wurde zum ÔÇ×Priesterk├ÂnigÔÇť, wie kaum ein zweiter Herrscher des Reiches. Doch er regierte nicht nur die Kirche, er regierte das Reich auch durch die Kirche. Er regierte vor allem mit Hilfe der Bisch├Âfe. Weltliche und kirchliche Angelegenheiten wurden im Grunde genommen nicht unterschieden und gleicherma├čen auf Synoden verhandelt.

Gr├╝ndung des Bistums Bamberg

Urkunde Heinrichs ├╝ber die Schenkung des Ortes Berga an das Bistum Bamberg vom 10. Mai 1019
Urkunde Heinrichs ├╝ber die Schenkung des Ortes Berga an das Bistum Bamberg vom 10. Mai 1019

Als ein Zeichen seiner Reichskirchenpolitik errichtete Heinrich II. 1004 das Bistum Merseburg von neuem und gr├╝ndete 1007 das Bistum Bamberg. Dabei waren betr├Ąchtliche Widerst├Ąnde des Bistums W├╝rzburg zu ├╝berwinden, da die neue Di├Âzese etwa ein Viertel dieses Bistums und seit 1016 n├Ârdliche Teile des Eichst├Ątter Sprengels umfasste.

Nach langem Streit wurde auf einer Synode in Frankfurt am Main am 1. November 1007 ein Konsens zwischen den Bisch├Âfen gefunden. Bischof Heinrich von W├╝rzburg , der sich durch die Abtretung der Gebiete an das neue Bistum die Erhebung zum Erzbischof erhofft hatte, erschien nicht auf der Synode.

Zahlreiche reichsweite Schenkungen durch den K├Ânig sicherten dem neuen Bistum von Anbeginn einen reichen Besitz. So erhielt das Bistum Grafschaften in Franken, viele Orte in Sachsen, K├Ąrnten und Schwaben, dazu das schw├Ąbische Herzogskloster Stein am Rhein, das Pfalzstift in Regensburg, Frauenkl├Âster wie Kitzingen und Haslach im Elsass, und wichtige k├Ânigliche Orte aus karolingischer Zeit, wie Hallstadt und Forchheim. Insgesamt sind 83 Schenkungsurkunden bekannt.

├ťber die Gr├╝nde f├╝r das Schaffen des Bistums berichtete Thietmar:

Seit seiner Kindheit hatte der K├Ânig die Stadt Bamberg in Ostfranken ganz besonders geliebt und mehr als jede andere gef├Ârdert; nach seiner Verehelichung verlieh er sie seiner Gemahlin als Morgengabe. Seit ihm dann aber Gottes Erbarmen die Sorge f├╝r das Reich anvertraut hatte, plante er insgeheim st├Ąndig, dort ein Bistum zu errichten. Litauen Litauen

Neben den kirchenpolitischen und religi├Âsen Gr├╝nden f├╝r die Gr├╝ndung des Bistums d├╝rfte auch die Absicht gestanden haben, mit Hilfe des neuen Bistums die heidnischen Slawen, die im ├Âstlichen Reichsgebiet zu dieser Zeit noch zahlreich vertreten waren, endg├╝ltig zu christianisieren. Tats├Ąchlich hat die Gr├╝ndung die Christianisierung und Niederringung der Slawen am Oberrhein, im Fichtelgebirge und in den benachbarten b├Âhmischen Gebieten besiegelt.

Als ersten Bischof von Bamberg bestimmte Heinrich seinen Kanzler Eberhard, der von 1013 bis 1024 auch Erzkanzler von Italien war. Er wurde noch am selben Tag zum Bischof von Bamberg geweiht.

Politik gegen├╝ber dem weltlichen Adel

Gerade unter seinen Vorg├Ąngern Otto II. und Otto III. waren die F├╝rsten besonders m├Ąchtig geworden und somit die gr├Â├čten Gegner Heinrichs. Er baute wohl auch deshalb die Machtpositionen des Klerus aus, um die ihm treu ergebenen geistlichen F├╝rsten als Gegengewicht gegen den weltlichen Adel zu benutzen. So ├╝berstand er mit ihrer Hilfe alle Emp├Ârungen des Adels im ersten Jahrzehnt seiner Regierungszeit. Selbst seine Verwandtschaft, die Br├╝der seiner Frau Kunigunde, die Luxemburger, erhoben sich und wurden gewaltsam niedergeschlagen. Im Zuge der bereits geschilderten Auseinandersetzungen zerst├Ârte er systematisch die Machtpositionen des bayerischen und des schw├Ąbischen Herzogs.

Auch die Billunger , die in Sachsen den Herzog stellten und denen die Ostpolitik des K├Ânigs nicht passte, da er auf das B├╝ndnis mit den heidnischen Lutizen setzte, standen gegen Heinrich auf. Aber auch dieser Aufstand wurde mit Hilfe der Bist├╝mer und der Lutizen als Hilfstruppen gewaltsam beendet. Auch in anderen F├Ąllen missachtete Heinrich die Regeln der adligen Konfliktf├╝hrung. Seine Entscheidungen wurden oft nur mit Murren hingenommen. Selbst Thietmar schrieb einmal ├╝ber eine Entscheidung in einem Gerichtsfall:

ÔÇŽ hielt der Caesar zu Allstedt ├Âffentlich Gericht, wobei er nach der Versicherung von Augenzeugen meinen Freunden keine Gerechtigkeit widerfahren lie├č. [ÔÇŽ] Alles Volk murrte, und heimlich hie├č es, der Gesalbte des Herrn tue S├╝nde Litauen Litauen

Insbesondere die Adligen im Westen waren Heinrich suspekt, da diese sich nicht nach dem Z├╝gel der Gerechtigkeit richten w├╝rden, das Gott dem K├Ânig in die Hand gelegt habe. So berichtete es Thietmar in seiner Chronik aus der Umgebung des K├Ânigs. Vielmehr w├╝rden, so Thietmar weiter, die F├╝rsten ihre Fehler durch Tricks, ihre k├Ârperliche St├Ąrke oder mit ihrer rhetorischen Gewandtheit verteidigen.

Heiligsprechung

Heinrich wurde im Jahre 1146 f├╝r die Christianisierung der Westslawen , vor allem aber f├╝r die Gr├╝ndung des Bistums Bamberg von Papst Eugen III. heilig gesprochen. In der Heiligsprechungsbulle des Papstes hei├čt es:

Jetzt aber haben wir vieles [ÔÇŽ] erfahren ├╝ber seine Keuschheit, ├╝ber die Gr├╝ndung der Bamberger Kirche und vieler anderer, auch ├╝ber die Wiederherstellung bisch├Âflicher Sitze und die vielf├Ąltige Freigebigkeit seiner Spenden, ├╝ber die Bekehrung K├Ânig Stephans und ganz Ungarns, von ihm herbeigef├╝hrt durch Gottes Hilfe, ├╝ber seinen glorreichen Tod und ├╝ber mehrere Wunder nach seinem Tod, geschehen in Gegenwart seines Leibes. Darunter halten wir besonders bemerkenswert, dass er nach Empfang von Krone und Zepter des Reiches nicht kaiserlich, sondern geistlich lebte und dass er in rechtm├Ą├čiger Ehegemeinschaft, wie wohl nur wenige bis ans Lebensende unversehrte Keuschheit bewahrte. Litauen Litauen

Bemerkenswert ist diese Heiligsprechung aus verschiedenen Gesichtspunkten. Erstens war die ├ťberlieferung ├╝ber das Wirken des Kaisers in Italien weniger positiv als n├Ârdlich der Alpen. So zeigen Miniaturen aus dem 14. Jahrhundert Heinrich sogar als einen der sieben K├Âpfe des apokalyptischen Drachens nach Herodes , Nero , Konstantin II. , Chosrau II. und vor Saladin und Friedrich II.

Auf der anderen Seite wurden kurz nach Heinrich im Jahre 1189 der Bamberger Bischof Otto I. und die Gattin Heinrichs, Kunigunde im Jahre 1200 heilig gesprochen. Das Bistum Bamberg hatte damit in kurzer Zeit drei Heilige und verbuchte immerhin 11,11 % der zwischen 1100 und 1200 gelungenen Kanonisierungsverfahren. In den 500 Jahren seit der ersten offiziellen p├Ąpstlichen Heiligsprechung im Jahre 993 gelangten insgesamt weniger als 100 Verfahren zum erfolgreichen Abschluss.

Der Hauptgrund d├╝rfte darin zu suchen sein, dass es dem Bistum Bamberg, trotz oder erst recht wegen seiner recht peripheren Lage, gelang, seine kaiserlichen Stifter zu nutzen und damit seine K├Ânigs- und Papstn├Ąhe zu erhalten.

Ausgenutzt wurde dabei auch die legendenhafte angebliche heilige Keuschheit des Herrscherpaares. Die ├Ąltesten Nachrichten dar├╝ber stammen aus dem fr├╝hen 12. Jahrhundert und gehen nur auf m├╝ndliche ├ťberlieferungen zur├╝ck, die aber wohl als unglaubw├╝rdig angesehen werden d├╝rfen. Denn Thietmar belegt, dass Heinrich auf der Synode im Jahre 1007 gestand, dass er die Hoffnung auf Kinder aufgegeben habe:

Um der k├╝nftigen Wiedervergeltung willen habe ich Christus zu meinem Erben erw├Ąhlt, denn auf Nachkommen kann ich nicht mehr hoffen. Litauen Litauen

Grund der zur Josefsehe umgedeuteten Kinderlosigkeit des Kaiserpaares d├╝rfte die operative Entfernung eines Blasensteins Heinrichs in Monte Cassino gewesen sein, bei der auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Entgegen der Legende zeigt das Grabmal Tilman Riemenschneiders f├╝r den Kaiser im Bamberger Dom keinen Heiligen, sondern einen als Steinschneider heilkundigen M├Ânch, der dem Kaiser den entfernten Blasenstein in die Hand legt. Auch nach dieser Operation litt der Kaiser wiederholt an einer immer wieder auftretenden Erkrankung, die wohl auf neue Blasensteine zur├╝ckzuf├╝hren gewesen sein d├╝rfte.

Politische Erinnerung an Heinrich

Neben die Erinnerung an Heinrich und seine Gattin als Heilige trat im Laufe der Zeit aber auch eine politische Komponente. Dabei wurde Heinrich als Sch├Âpfer der mittelalterlichen Reichsordnung gesehen. Chronisten notierten, dass sich mit ihm die K├Ânigswahl im Gegensatz zur dynastischen Erbfolge etabliert habe. Zwar entwickelte sich diese erst im 13. Jahrhundert und erlangte mit der Goldenen Bulle von Karl IV. dauerhafte Geltung. Jedoch wurde die endg├╝ltige Einf├╝hrung der K├Ânigswahl und des Kurf├╝rstenkollegs auf Heinrich zur├╝ckgef├╝hrt. Schlie├člich wurde die gesamte Reichsverfassung, neben Karl dem Gro├čen, Otto I. und Otto III., mit ihm verkn├╝pft.

Dabei gehen Historiker davon aus, dass daf├╝r wohl weniger die tats├Ąchlichen Herrscherleistungen ma├čgebend waren als die verkl├Ąrte und fehlerhafte Erinnerung an einen erbenlos gebliebenen Herrscher, der einen heiligen Keuschheitsschwur geleistet habe, von den F├╝rsten gew├Ąhlt wurde, f├╝r Recht und Ordnung im Reich sorgte und zum Kaiser aufstieg.

Literatur

Quellen

  • Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgew├Ąhlte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Ged├Ąchtnisausgabe, Bd. 9), Neu ├╝bertragen und erl├Ąutert von Werner Trillmich , Darmstadt 1957 (mehrere Neuauflagen).
  • Die Urkunden Heinrichs II. und Arduins (Heinrici II. et Arduini Diplomata), herausgegeben von H. Bresslau, H. Bloch, R. Holtzmann u. a., Hannover 1900ÔÇô1903 (Nachdruck 2001).

Literatur

  • Stefan Weinfurter: Heinrich II., in: Bernd Schneidm├╝ller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Portr├Ąts von Heinrich I. bis Maximilian I., M├╝nchen 2003.
  • Stefan Weinfurter: Heinrich II. (1002ÔÇô1024). Herrscher am Ende der Zeiten, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1654-9
  • Josef Kirmeier, Bernd Schneidm├╝ller, Stefan Weinfurter, Evamaria Brockhoff (Hrsg.): Heinrich II. 1002 ÔÇô 1024, Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2002. Augsburg 2002, ISBN 3-927233-82-X
  • Wolfgang F. Redding: Kaiser Heinrich II., Leben, Zeit und Welt, Bamberg 2002, ISBN 3-933469-10-4

Weblinks

Commons: Heinrich II. ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien

Quellen

Literatur

Karten

Vorg├Ąnger
Otto III.
Liste der r├Âmisch-deutschen Herrscher Nachfolger
Konrad II.

Wikipedia

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