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Letzte Änderung für Artikel Philipp I. (Hessen): 07.02.2006 14:54

Philipp I. (Hessen)

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Sp├Ąterer Merian-Stich von Landgraf Philipp I.
Sp├Ąterer Merian-Stich von Landgraf Philipp I.

Philipp I., genannt der Gro├čm├╝tige (* 13. November 1504 in Marburg; ÔÇá 31. M├Ąrz 1567 in Kassel) war Landgraf der Landgrafschaft Hessen (1509/1518-1567).

Leben

Philipp I. , Landgraf von Hessen, wurde 1504 in Marburg geboren. Sein Vater war Landgraf Wilhelm II. (1469-1509), seine Mutter war Anna von Mecklenburg-Schwerin (1485-1525). Offizieller Regierungsantritt des F├╝rsten war bereits 1509, faktisch war er jedoch bis 1518 unter Vormundschaft . Seit 1524 war Philipp Anh├Ąnger der protestantischen Lehre und wurde zum Vork├Ąmpfer der Reformation . 1526 hielt er zum Zwecke der Protestantisierung seines Herrschaftsgebietes die Homberger Synode ab. Im gleichen Jahr erfolgte die Vereinigung mit Johann von Sachsen und anderen protestantischen F├╝rsten im B├╝ndnis von Gotha und Torgau.

1527 gr├╝ndete er die Universit├Ąt Marburg als erste protestantische Hochschule. Dort fand 1529 das Marburger Religionsgespr├Ąch zwischen den Reformatoren Martin Luther und Ulrich Zwingli statt, von dem sich Philipp die Einigung des Protestantismus erhoffte.

Philipp wurde 1531 zum Mitgr├╝nder des Schmalkaldischen Bundes. 1534 gelang es ihm, den vertriebenen Herzog Ulrich von W├╝rttemberg in dessen Land zur├╝ckzuf├╝hren.

Anfang 1524 heiratete Philipp Christine von Sachsen (1506-1549). Noch zu Lebzeiten Christines schloss Philipp 1540 im Schloss Rotenburg eine zweite morganatische Ehe mit dem s├Ąchsischen Hoffr├Ąulein Margarete von der Saale (1522-1566). Der Reformator Philipp Melanchthon war bei der Verm├Ąhlung anwesend. Mit dieser Doppelehe handelte sich Philipp politisch weitreichende Schwierigkeiten ein, obwohl er durch Luther auf solche Konsequenzen hingewiesen wurde. (Die Reformatoren versuchten aber weiterhin, ihrem wichtigen Verb├╝ndeten so weit wie m├Âglich den R├╝cken freizuhalten.) Nun musste Philipp, um der Strafe f├╝r Bigamie zu entgehen, dem katholischen Kaiser Karl V. Zugest├Ąndnisse machen.

Philipp der Grossm├╝tige
Philipp der Grossm├╝tige

Im Schmalkaldischen Krieg unterwarf sich Philipp 1547 schlie├člich dem Kaiser und wurde von diesem f├╝nf Jahre lang in den Niederlanden gefangen gesetzt. Zur Erinnerung an die Heimkehr am 10. September 1552 wurde im Eschenburger Ortsteil Simmersbach die Philippsbuche gepflanzt, die erst vor einigen Jahren zusammenbrach und durch einen neuen Baum ersetzt werden musste.

In den letzten 15 Jahren seiner Lebenszeit k├╝mmerte sich Philipp um die Verwaltung Hessens und f├Ârdert die Einigung der protestantischen Parteien. Dar├╝ber hinaus bem├╝hte er sich um die Konsolidierung des nach dem Schmalkaldischen Krieg hoch verschuldeten Landes, unter anderem durch die Einf├╝hrung einer Tranksteuer.

Durch den Ausbau des Steuerwesens wandelte er die Landgrafschaft Hessen vom mittelalterlichen Dom├Ąnenstaat zum fr├╝hmodernen Finanzstaat: Neben den Eink├╝nften aus den Dom├Ąnen etablierten sich Steuern als neues Standbein der Staatsfinanzierung. Philipp forcierte vor allem die Einf├╝hrung einer Verm├Âgenssteuer, die sich an der Leistungsf├Ąhigkeit der Besteuerten orientierte.

Einige seiner Initiativen und Gr├╝ndungen wie Konfirmationsunterricht , der Landeswohlfahrtsverband oder die Althessische Ritterschaft bestehen bis heute fort. Die Marburger Philipps-Universit├Ąt wurde erst im Jahr 1934 wieder nach ihrem Gr├╝nder benannt. Seinen Beinamen erhielt er von sp├Ąteren Geschichtsschreibern, weil er in zahlreichen politischen und kriegerischen Auseinandersetzungen tats├Ąchlich gro├čen pers├Ânlichen Mut gezeigt hatte.

Nach seinem Tod wurde Hessen nach den altert├╝mlichen Erbregeln des Hessischen F├╝rstenhauses unter seinen vier S├Âhnen aufgeteilt und b├╝├čte infolgedessen sp├╝rbar an reichspolitischem Gewicht ein: Hessen-Kassel mit etwa der H├Ąlfte des Territoriums erhielt der ├Ąlteste Sohn Landgraf Wilhelm IV., Hessen-Marburg Landgraf Ludwig IV. , Hessen-Rheinfels Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels und Hessen-Darmstadt Landgraf Georg I..

Siehe auch: Landgraf Philipp Denkmal (Kassel)

Literatur

  • Fabian, Ekkehart, Die Entstehung des Schmalkaldischen Bundes und seiner Verfassung 1529-1531/33, Heidelberg 1953.
  • Krapf, Friedrich, Landgraf Philipp der Grossm├╝tige von Hessen und die Religionsk├Ąmpfe im Bistum M├╝nster 1532-1536, Marburg 1951.
  • Br├╝ckner, Erna, Philipp von Hessen und der Augsburger Religionsfriede, Limburg a. d. Lahn 1935.
  • Egelhaaf, Gottlob, Landgraf Philipp von Hessen, Halle a. S. (Schriften des Vereins f├╝r Reformationsgeschichte) 1904.
  • Kr├╝ger, Kersten: Finanzstaat Hessen. 1500-1567. Staatsbildung im ├ťbergang vom Dom├Ąnenstaat zum Steuerstaat. Marburg 1980.

Weblinks

Wikipedia

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