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Letzte Änderung für Artikel Kreisfreie Stadt: 22.01.2006 14:27

Kreisfreie Stadt

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Eine kreisfreie Stadt (in Baden-W√ľrttemberg als Stadtkreis bezeichnet) ist eine kommunale Gebietsk√∂rperschaft , die nach dem Kommunalrecht Deutschlands ihre Aufgaben in eigener Zust√§ndigkeit erledigt. In der Regel handelt es sich dabei um Gro√üst√§dte , also St√§dte mit mehr als 100.000 Einwohnern oder gr√∂√üere Mittelst√§dte .

Allerdings gibt es in Baden-W√ľrttemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch Gro√üst√§dte, die nicht kreisfrei sind, z.B. Hildesheim, Moers, Neuss, Recklinghausen, Reutlingen oder Witten und im Gegensatz dazu in Bayern und Rheinland-Pfalz Stadtkreise bzw. kreisfreie St√§dte, die weniger als 50.000 Einwohner haben.

Die kleinste kreisfreie Stadt in Deutschland ist Zweibr√ľcken in Rheinland-Pfalz mit rund 38.000 Einwohnern ( 2004 ), der gr√∂√üte Stadtkreis die bayerische Landeshauptstadt M√ľnchen mit 1,3 Millionen Einwohnern. Berlin und Hamburg sind zwar gr√∂√üer, aber nicht kreisfreie St√§dte, sondern Stadtstaaten . Der Stadtstaat Bremen besteht sogar aus 2 Stadtkreisen, n√§mlich der Stadt Bremen und der ca. 60 km n√∂rdlich gelegenen Seestadt Bremerhaven.

Im Landkreis L√ľchow-Dannenberg werden sich die Kreisverwaltung und die f√ľnf Samtgemeinden Ende 2006 zu einer kreisfreien Samtgemeinde zusammenschliessen. Dies w√§re in der Bundesrepublik einmalig.

Inhaltsverzeichnis

Historische Entwicklung

Preußen

Bei der 1816 erfolgten Gliederung Preu√üens in Landkreise wurden die Provinzhauptst√§dte Aachen, Breslau , Danzig, D√ľsseldorf, Erfurt, Halle, K√∂nigsberg , Magdeburg, Minden, M√ľnster, Posen , Potsdam und Stettin als Stadtkreise der unmittelbaren Kontrolle der Provinzregierung unterstellt. Seine Kreisfreiheit verlor Minden bereits 1817 schon wieder, ebenso 1820 auch D√ľsseldorf und Erfurt, die wieder in die jeweiligen Landkreise eingegliedert wurden.

Nach der Annexion des K√∂nigreiches Hannover, des Kurf√ľrstentums Hessen-Kassel und des Herzogtums Nassau im Jahre 1866 wurden die ehemaligen Hauptst√§dte dieser Staaten, Hannover, Kassel und Wiesbaden, als Stadtkreise √ľbernommen.

Durch das starke Wachstum der St√§dte infolge der Industrialisierung wurde die Forderung an die Adresse der preu√üischen Regierung nach einer Neugliederung der Landkreise und der Bildung von Stadtkreisen immer lauter. Waren Barmen und Elberfeld, die 1861 Stadtkreise wurden, noch als Ausnahmefall charakterisiert worden, so musste die Regierung 1872 offiziell der Neugliederung von Stadtkreisen zustimmen. D√ľsseldorf, Erfurt, K√∂ln und Krefeld waren die ersten St√§dte, die von dieser neuen Regelung profitierten. 1873 wurden auch Duisburg, Elbing , G√∂rlitz, Liegnitz und Stralsund neue Stadtkreise.

Ab 1875 war generell eine Einwohnerzahl von mehr als 30.000 Voraussetzung f√ľr die Bildung von Stadtkreisen. In einigen F√§llen, wie z.B. Hamborn wurde 1911 aus einem rasant auf 100.000 Einwohner gewachsenen Dorf direkt ein Stadtkreis. Dieser wurde 18 Jahre sp√§ter im Jahre 1929 mit Duisburg zum Stadtkreis Duisburg-Hamborn vereinigt.

Sachsen

Urspr√ľnglich wurden nur die drei Bezirkshauptst√§dte Dresden, Leipzig und Chemnitz als Unmittelbare St√§dte von der Einteilung in Amtshauptmannschaften ausgenommen. Als die Stadt Plauen jedoch um 1904 zu einer Gro√üstadt mit √ľber 100.000 Einwohnern herangewachsen war, musste die s√§chsische Regierung reagieren und gew√§hrte 1907 auch der viertgr√∂√üten s√§chsischen Stadt Plauen und der f√ľnftgr√∂√üten s√§chsischen Stadt Zwickau das Privileg der Kreisfreiheit.

Die seit 1919 amtierende sozialdemokratische Regierung stand dem Wunsch der St√§dte nach Kreisfreiheit deutlich offener gegen√ľber und gew√§hrte 1922 zun√§chst den St√§dten Bautzen, Freiberg, Mei√üen und Zittau, im Jahre 1924 dann auch vielen weiteren St√§dten (unter anderem D√∂beln, Freital, Mittweida, Pirna und Riesa) das Privileg der Kreisfreiheit. Die Stadt Radebeul wurde 1935 als letzte s√§chsische Stadt zum Stadtkreis erhoben, nachdem sie durch den Zusammenschluss mit der Stadt K√∂tzschenbroda die geforderte Einwohnerzahl von 30.000 Einwohnern erreicht hatte.

Die Städte Görlitz (Stadtkreis seit 1873) und Hoyerswerda (Stadtkreis seit 1996) gehörten bis 1945 zur preußischen Provinz Niederschlesien.

√úbrige deutsche Staaten

Das Gro√üherzogtum Oldenburg gew√§hrte au√üer der Landeshauptstadt Oldenburg (Oldb.) auch den St√§dten Jever ( 1855 ), Varel ( 1858 ), Delmenhorst ( 1903 ) und R√ľstringen ( 1911 ), das 1937 mit Wilhelmshaven vereinigt wurde, das Privileg der Kreisfreiheit.

Die Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Th√ľringen f√ľhrten bei ihrer staatlichen Neugliederung in den Jahren 1920 bis 1922 das in Preu√üen √ľbliche System mit Stadt- und Landkreisen ein. Nach der Vereinigung der beiden mecklenburgischen Freistaaten Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz im Jahre 1934 wurden die beiden Strelitzer St√§dte Neubrandenburg und Neustrelitz als Stadtkreise √ľbernommen, die √ľbrigen Strelitzer St√§dte jedoch dem Landkreis Stargard eingegliedert.

Baden, Braunschweig, Hessen-Darmstadt und W√ľrttemberg kannten bis zur Verwaltungsreform 1938 mit Ausnahme der w√ľrttembergischen Landeshauptstadt Stuttgart keine Stadtkreise.

Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935

Die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 f√ľhrte den Begriff "Stadtkreis" neu ein. In der "Ersten Verordnung zur Durchf√ľhrung der Deutschen Gemeindeordnung" vom 23. M√§rz 1935 wurden alle Stadtkreise, geordnet nach Bundesstaaten aufgez√§hlt. 1942 gab es hierzu eine Erg√§nzung. Dabei muss ber√ľcksichtigt werden, dass es sich bei diesen Stadtkreisen mit Ausnahme der im Staat Preu√üen nicht um Stadtkreise im heutigen Sinne handelte. Sie waren eher zu vergleichen mit "kreisangeh√∂rigen St√§dten mit Sonderstatus", also etwa Gro√üen Kreisst√§dten .

Siehe hierzu: Liste der kreisangehörigen Städte mit Sonderstatus in Deutschland .

Bundesrepublik Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland wurden anfangs nur zwei kreisfreie Städte neu errichtet: Wolfsburg am 1. Oktober 1951 und Leverkusen am 1. April 1955 . Andererseits wurden im Zuge der Gebietsreformen der 1970er Jahre viele kreisfreie Städte entweder in die benachbarten Landkreise eingegliedert, z.B. Cuxhaven, Fulda, Gladbeck, Hildesheim, Neu-Ulm, Siegen und Witten oder aber mit einer Nachbarstadt vereinigt, z.B. Rheydt , Wanne-Eickel und Wattenscheid .

Deutsche Demokratische Republik

W√§hrend in den ersten Jahren der sowjetischen Besatzung noch Stadtkreise eingerichtet wurden (z.B. Sch√∂nebeck (Elbe) im Jahre 1946 ), beseitigte die 1950 bis 1952 durchgef√ľhrte Verwaltungsreform die Mehrzahl der historisch gewachsenen Stadtkreise.

Allerdings wurden in der DDR-Regierung auch neue Stadtkreise gebildet. So war z.B. Johanngeorgenstadt von 1951 bis 1957 Stadtkreis; denn durch den Uranabbau war die Zahl der Einwohner auf √ľber 40.000 gewachsen. Nach 1957 sank sie wieder ab. Auch die neu errichtete Stalinstadt (heute Eisenh√ľttenstadt) wurde 1953 von der DDR-Regierung zum Stadtkreis erhoben. Schwedt(Oder) ( 1961 ) und Suhl ( 1967 ) geh√∂rten ebenfalls zu den St√§dten, die wegen ihrer politischen und wirtschaftlichen Bedeutung Stadtkreise wurden. Die erst 1967 gegr√ľndete und wegen fehlender Infrastruktur oft als " Schlafstadt " verspottete Gro√üsiedlung Halle-Neustadt wurde 1971 zur kreisfreien Stadt erkl√§rt, 1990 aber wieder der Stadt Halle (Saale) eingliedert.

√Ėsterreich

In √Ėsterreich wird eine kreisfreie Stadt als Statutarstadt bezeichnet. Lediglich zwischen 1938 und 1945 wurden diese Statutarst√§dte wie im √ľbrigen Deutschen Reich als Stadtkreise bezeichnet. Diese verf√ľgen im Gegensatz zu kreisfreien St√§dten √ľber eine eigene Kommunalverfassung, das Statut. Eine Statutarstadt √ľbernimmt zugleich die Aufgaben der Bezirkshauptmannschaft .

Polen

Auch Polen geh√∂rt zu den L√§ndern, in denen zwischen Landkreisen und Stadtkreisen unterschieden wird. Einige St√§dte wurden bereits im Deutschen Kaiserreich zum Stadtkreis ( Bromberg 1875, Graudenz und Thorn 1900) bzw. im KuK-Reich zur Statutarstadt erhoben (z.B. Bielitz ). Andere St√§dte wurden erst nach 1918 von der neugegr√ľndeten polnischen Republik zu Stadtkreisen erkl√§rt, z.B. Gniezno (1925), InowrocŇāaw (1925) und Kalisz (1929).

Vereinigtes Königreich

Im Vereinigten K√∂nigreich wurden County Boroughs 1889 eingef√ľhrt, 1974 aber wieder abgeschafft. Die Voraussetzung f√ľr die Gew√§hrung des Status war eine gewisse Mindestzahl von Einwohnern, die von zuerst 50.000 √ľber 75.000 ( 1926 ) auf zuletzt 100.000 erh√∂ht wurde. 1992 wurden wieder so genannte Unitary Authority eingef√ľhrt, die weitgehend den alten "County boroughs" entsprechen.

USA

In den USA gibt es ebenfalls das Konzept einer kreisfreien Stadt unter dem Namen .

Siehe auch

  • Kommune
  • Stadt
  • Kreisstadt
  • Stadtstaat
  • Gemeinde
  • Gemeindearten
  • Kommunalwahl
  • Liste der kreisfreien St√§dte in Deutschland
  • Statutarstadt in √Ėsterreich

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kreisfreie Stadt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Kreisfreie Stadt verfügbar.

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