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Letzte Änderung für Artikel Weser: 20.02.2006 08:26

Weser

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Verlauf
Daten
Lage: Hessen, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, Bremen
L├Ąnge: 452 km (mit Werra 744 km)
Quelle : In Hann. M├╝nden aus Werra und Fulda
M├╝ndung : Bei Bremerhaven in die Nordsee
Quellh├Âhe: 116,5 m ├╝. NN
M├╝ndungsh├Âhe: 0,0 m ├╝. NN
H├Âhenunterschied: 116,5 m
Einzugsgebiet : ca. 46.000 km┬▓ (einschlie├člich Werra und Fulda)
Quellfl├╝sse: Werra und Fulda
Gr. Nebenfl├╝sse: Diemel, Aller, Hunte
Gro├čst├Ądte : Bremen und Bremerhaven
Mittelst├Ądte : Hann. M├╝nden, H├Âxter, Holzminden,
Hameln, Rinteln, Bad Oeynhausen,
Porta Westfalica, Minden, Nienburg,
Achim

Die Weser ist ein Strom und nach dem Main der zweitl├Ąngste Fluss , der nur durch deutsches Gebiet flie├čt. Die l├Ąngeren Fl├╝sse Donau, Rhein, Elbe, Oder und Mosel haben entweder ihre Quelle oder ihre M├╝ndung oder beides au├čerhalb Deutschlands.

Die Weser durchflie├čt Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen und sie ist jeweils Grenzfluss dieser Bundesl├Ąnder, au├čer von Bremen, das von der Weser durchschnitten wird. Z├Ąhlt man neben der Fulda (ihrem k├╝rzeren Quellfluss, der in Hessen entspringt) auch noch die Werra (ihren l├Ąngeren Quellfluss) dazu, reiht sich Th├╝ringen mit ein. Zusammen mit der Werra ist die 452 Kilometer lange Weser 744 Kilometer lang.

Inhaltsverzeichnis

Namensdeutung

Die latinisierte Genitivform des Flussnamens findet sich in alten r├Âmischen Quellen und fr├╝hmittelalterlichen Chroniken wieder als Visurgis. Ebenso sind ab dem 8. Jahrhundert die Nominativformen Wisura, Wisera, Wisora, Wisara oder Wisuraha ├╝berliefert (als Wisara erscheint der Fluss beispielsweise in einer altnordischen Form der Wieland-Sage im d├Ąnischen Codex Regis von 1270 ). Noch bei Adam von Bremen hei├čt es 1075 ausdr├╝cklich: Nobilissimi Saxoniae fluvii sunt Albis, Sala, Wisara, qui nunc Wissula vel Wirraha nuncupatur. (ÔÇ×Die hervorragendsten Fl├╝sse Sachsens sind die Elbe, die Saale und die Wisara, die man jetzt auch Wissula oder Wirraha nennt.ÔÇť) Es ist also anzunehmen, dass es sich bei Weser und Werra in alter Zeit um ein und denselben Flusslauf gehandelt hat, wobei es im Laufe der Zeit durch regionale sprachliche Ausdifferenzierung zu einer Unterscheidung in zwei Teilfl├╝sse gekommen ist.

Der Name Wisara wurde fr├╝her als die Wiesenreiche oder das Wiesenwasser gedeutet. Heute nimmt man eher an, dass er auf eine indogermanische Wurzel namens *ueis/*uis = zerflie├čen, flie├čen zur├╝ckgeht. Urverwandte Namen finden sich in ganz Europa, von der polnischen Wis┼éa ( Weichsel ) ├╝ber die norwegisch-schwedische Visa bis hin zur franz├Âsischen V├ęz├Ęre (einem Zufluss der Dordogne ) und der belgischen Vesdre .

Zusammenfluss von Fulda und Werra

Weserstein
Weserstein
Weserliedanlage
Weserliedanlage

Die Weser entsteht durch den Zusammenfluss von Fulda und Werra in der Stadt Hann. M├╝nden an der Nordspitze des Tanzwerders, einer Insel in der Fulda. Dort steht als Gedenkstein der Weserstein , ein einheimischer S├╝├čwasserquarzit aus dem Terti├Ąr , der eine Tafel mit folgender Inschrift tr├Ągt:

Wo Werra sich und Fulda k├╝ssen
Sie ihre Namen b├╝├čen m├╝ssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Hann. M├╝nden, d. 31. Juli 1899

Der Stein wurde vom damaligen M├╝ndener Industriellen Natermann und dessen Sohn, die auch die Inschrift verfasst haben, gestiftet und am 2. September 1899, dem Sedanstag , enth├╝llt.

Unweit vom Weserstein an einem Aussichtspunkt am Hang des Questenbergs befindet sich die Weserliedanlage , ein 1931 errichtetes Denkmal zur Erinnerung an die Sch├Âpfer des Weserliedes , den Dichter Franz von Dingelstedt und den Komponisten Gustav Pressel . Der Gedenkstein tr├Ągt zwei Bronzetafeln mit den Portraits der beiden, geschaffen von Gustav Eberlein , dem in der N├Ąhe von Hann. M├╝nden geborenen Bildhauer .

Geschichte

Urzeit

Erste Spuren der heutigen Weser finden sich im Terti├Ąr. Vor etwa zw├Âlf Millionen Jahren muss es einen Fluss im Gebiet der heutigen Oberweser gegeben haben. Funde von typischen Weserkiesen lassen diesen Schluss zu. Wo dieser Fluss m├╝ndete, ist unbekannt.

Das Zeitalter der Eiszeiten , das Pleistoz├Ąn , gestaltete die Landschaft v├Âllig neu und beeinflusste auch den Verlauf der Weser. Funde von Weserger├Âll in Holland weisen darauf hin, dass die Weser ab dem heutigen Minden dem n├Ârdlichen Rand des Wiehengebirges folgte, um dann weiter in Richtung Ijsselmeer zu flie├čen.

Die zur├╝ckziehenden Eiszeiten gaben den Weg wieder frei und die Weser ├Ąnderte ihren Lauf in Richtung Norden. Schmelzwasser von den Gletschern und Niederschlagswasser aus den Mittelgebirgen vereinten sich zu Urstr├Âmen , die die Weser aufgrund der topographischen Situation anzogen.

Das Tal des Aller-Weser-Urstroms, am weitesten s├╝dlich gelegen, reichte von der mittleren Oder ├╝ber den Mittellauf der Elbe bis zur M├╝ndung der Weser. Etwa in H├Âhe der heutigen Stadt Hoya an der Mittelweser vereinten sie sich mit der Weser, um anschlie├čend in das Bremer Becken zu str├Âmen. Doch auch der M├╝ndungstrichter in die Nordsee schwankte ├╝ber die Jahrtausende hinweg zwischen Wangerooge und Helgoland.

Antike und Mittelalter

Lage der Weser
Lage der Weser

Schon die R├Âmer befuhren bei ihrer versuchten Eroberung Germaniens mit ihren Schiffen die Weser, es ist jedoch unklar, wie weit sie ├╝ber die Weserm├╝ndung den Fluss aufw├Ąrts gefahren sind. Ab etwa 700 wurde die Weser von Handelsschiffen befahren, die ├╝ber Aller, Leine und Oker bis Braunschweig, Hildesheim und Elze fuhren, im 12. Jahrhundert ├╝ber die Werre, Else und Hase auch nach Westfalen. Man kann annehmen, dass schon viel fr├╝her Einb├Ąume oder Fl├Â├če auf dem Fluss verkehrt sind.

Nach der V├Âlkerwanderungszeit besiedelte ab 775 der s├Ąchsische Stammesverband der Engern unter anderen Gebieten das Einzugsgebiet der Weser vom Zufluss der Diemel bis zum K├╝stengebiet n├Ârdlich Bremens. Engern gliederte sich in zahlreiche Gaue unterschiedlicher Gr├Â├če, die als Siedlungsr├Ąume zugleich die Grundlage f├╝r seine politische Organisation waren. Als aber Karl der Gro├če den Sachsen 782 / 783 ├Âffentliche Volksversammlungen verbot, war es mit dem politischen Eigenleben der Engern bald vorbei.

Nach der Eroberung des engrischen Gebietes an der Ober- und Mittelweser durch Karl den Gro├čen war dieser Raum nur noch milit├Ąrisches Aufmarschgebiet f├╝r die K├Ąmpfe der Franken an der unteren Weser und Elbe. Von den s├Ąchsischen Heerschaften Engern, Westfalen und Ostfalen ist im 9. Jahrhundert schon nicht mehr die Rede.

Seit dem 12. Jahrhundert begannen im Weserraum zahlreiche Grafen- und Edelherrengeschlechter aus der Anonymit├Ąt herauszutreten. Hatten sie bisher Grafschaften f├╝r die Herz├Âge von Sachsen verwaltet, so entwickelten sie nun dynastische Eigeninteressen. Dies gilt auch f├╝r die ehemals zu Engern geh├Ârenden Bischofssitze Paderborn, Minden, Verden und Bremen.

Neuzeit

Die territoriale Gebietsreform schritt st├Ąndig weiter: Nach 1400 gelangte zum Beispiel die Restgrafschaft Everstein zu Bedeutung. Im 16. bis 19. Jahrhundert erwarb Preu├čen durch territoriale Ver├Ąnderungen die Herrschaft im Wesergebiet, ohne deswegen besonderes Interesse an dieser Region zu zeigen - au├čer der Errichtung von mehr als 20 Zollstellen an der Weser, um von der Schifffahrt Z├Âlle zu erheben.

Aber genau diese Einnahmequellen und die Stapelrechte durch die St├Ądte M├╝nden, Minden und Bremen, machten den Fluss selbst und den Weserstrom trotz seiner politischen Zersplitterung interessant, solange es keine Eisenbahnen und Kan├Ąle gab, die andere, neue Verkehrswege schufen.

1776 wurden in Karlshafen 12.000 hessische Soldaten eingeschifft, die Friedrich II., Landgraf von Hessen-Kassel, an Georg III., hannoverscher Kurf├╝rst und K├Ânig von Gro├čbritannien , vermietet hatte, um diesem im Amerikanischen Unabh├Ąngigkeitskrieg gegen die amerikanischen Truppen zu dienen. Die Soldaten, von denen kaum mehr als die H├Ąlfte zur├╝ckkehrte, wurden zun├Ąchst in nordhessischen Orten wie Ziegenhain gesammelt, von Karlshafen aus ├╝ber die Weser nach Bremen und von dort aus weiter nach Nordamerika transportiert.

Der Weserschifffahrt und damit auch dem Weserraum diente schlie├člich die Weserschifffahrtsakte, die von den Vertretern aller Weseruferstaaten am 10. September 1823 in Minden beschlossen wurde und alle Anliegerstaaten zu notwendigen Strombauma├čnahmen und zur Sicherung der Schifffahrt auf der Weser verpflichtete.

Handelsweg Weser

Die junge Weser bei Hilwartshausen. Im Hintergrund die Ortschaft Gimte bei Hann. M├╝nden
Die junge Weser bei Hilwartshausen. Im Hintergrund die Ortschaft Gimte bei Hann. M├╝nden

Um 1600 wurde auf der Weser vor allem Getreide und Obst aus der Hildesheimer B├Ârde nach Bremen und Holland, und von dort aus K├Ąse , Stockfisch und Tran flussaufw├Ąrts transportiert.

Vom 16. bis 19. Jahrhundert gab es an der Oberweser und an Werra und Fulda zahlreiche D├Ârfer, in denen T├Âpferwaren hergestellt wurden. Umfangreiche Keramikfunde in diesem Gebiet lassen auf eine starke Produktion schlie├čen. Man schuf den Begriff Weserkeramik, der auch zum Ausdruck bringt, dass die Weser als Handelsweg f├╝r die Keramik diente. Aus vielen T├Âpferorten der Oberweser gelangten Tonwaren und Steinzeug nicht nur in den stets arm an T├Âpfereien gewesenen Raum an der Mittel- und Unterweser, sondern ├╝ber die Au├čenweser auch in die Nordseek├╝stenl├Ąnder Friesland, D├Ąnemark , England und die Niederlande . Der Handel mit Keramik von der Oberweser beherrschte schlie├člich den Markt im gesamten Weserraum, so dass im 18. und 19. Jahrhundert die Produktionsst├Ątten an Mittel- und Unterweser (zum Beispiel in Minden) keine Bedeutung mehr hatten.

Als ausgesprochener Exportschlager erwies sich der Veckerh├Ąger Ofen, der in der 1666 gegr├╝ndeten Kurhessischen Eisenh├╝tte Veckerhagen (Oberweser) gegossen und von dort aus mit dem Schiff zun├Ąchst nach Bremen und weiter sogar zu Kunden in Skandinavien und Amerika transportiert wurde.

Beinahe w├Ąre die Weser 1707 Zeuge der weltweit ersten Dampfschifffahrt geworden, h├Ątte nicht die M├╝ndener Schiffergilde nur wenige Meter vor dem Zusammenfluss von Werra und Fulda die Erfindung des Denis Papin , ein durch einen Dampfzylinder angetriebenes Schiff, im Fluss versenkt.

Hochwasser

Weserhochwasser Januar 2003 in Reinhardshagen, Pegelstand 5,81 Meter
Weserhochwasser Januar 2003 in Reinhardshagen, Pegelstand 5,81 Meter

Immer wieder wurden die an der Weser liegenden St├Ądte und Gemeinden vom Hochwasser der Weser heimgesucht, trotz Regulierung der Flussl├Ąufe von Fulda und Werra, bis in unsere heutige Zeit. Als Beispiel seien hier die Aufzeichnungen in der Chronik der Stadt Minden aufgef├╝hrt (Zitat aus Chronik der Stadt Minden):

  • 1342 Juli. Das auch Magdalenenhochwasser genannte Ereignis bewirkte nicht nur den h├Âchsten historisch ├╝berlieferten Pegelstand der Oberweser, sondern verw├╝stete auch weite Teile Mitteleuropas.
  • 1375 10. Februar . Weserhochwasser, das Wasser steht im Mindener Dom.
  • 1513 rei├čt ein infolge anhaltender Regeng├╝sse einsetzendes Hochwasser die h├Âlzerne Weserbr├╝cke von f├╝nf steinernen Pfeilern.
  • 1553 13. Januar . Hochwasser ├╝berflutet die Mindener Weserbr├╝cke und steht auf dem Markt; anschlie├čend bricht eine Seuche aus.
  • 1643 7. - 8. Januar . Weserhochwasser; das Wasser steht so hoch, dass Schiffe unmittelbar von der Br├╝cke aus betreten werden k├Ânnen.
  • 1658 16. Februar . Weserhochwasser ; die Weserbr├╝cke wird besch├Ądigt.
  • 1664 Weserhochwasser.
  • 1682 7. Januar. Zweith├Âchstes bekanntes Weserhochwasser; der Mindener Marktplatz kann mit K├Ąhnen befahren werden.
  • 1744 6. M├Ąrz . Weserhochwasser.
  • 1799 24. Februar . Weserhochwasser, nur drei Zoll niedriger als 1552; vier Bogen der Bunten Br├╝cke st├╝rzen ein.
  • 1841 20. Januar . Weserhochwasser;
  • weitere Hochwasser: 29. Januar 1846 , 11. M├Ąrz 1881 , 27. November 1890 , 7. Februar 1909 , 20. Januar 1918 und 3. Januar 1926 .
  • 1946 10. Februar . Weserhochwasser.
  • 2003 2. Januar: Starkes Hochwasser bedroht den Flugplatz.
  • 2003 5. Januar : Das Hochwasser der Weser gef├Ąhrdet die Schiffsm├╝hle mit 6,40 Metern ├╝ber Normalpegel.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Staumauer des Edersees durch einen britischen Fliegerangriff zerst├Ârt. Es entstand ein 70 Meter breites und 22 Meter tiefes Loch in der Mauer, aus dem rund 160 Millionen Kubikmeter Wasser str├Âmten. Eine sechs bis acht Meter hohe Flutwelle ergoss sich durch das untere Edertal und ├╝ber das Fuldatal zum Weserstein und schlie├člich ins Wesertal und verursachte von Hann. M├╝nden bis Minden erhebliche ├ťberschwemmungen.

Eisgang

Br├╝cken, Schleusen und Wehre waren seit je her durch den Eisgang der Weser bei strengem Frost gef├Ąhrdet. T├╝rmten sich die Eisschollen zu gef├Ąhrlichen H├Âhen auf, wurden sie gesprengt, um den Druck auf die Bauwerke zu mindern. Bis in die 1930er Jahre froren Ober- und Mittelweser regelm├Ą├čig zu, sodass eine ├ťberquerung des Flusses zu Fu├č oder manchmal auch mit Wagen m├Âglich war.

Auch die Unterweser bei Bremen trug bis in die 1890er Jahre in den meisten Wintern eine tragf├Ąhige Eisschicht. 1828 wettete eine Gruppe Bremer Junggesellen darauf, dass am Neujahrstag des Folgejahres die Eisschicht auf der Weser einem Schneider samt B├╝geleisen die ├ťberquerung des Stromes trockenen Fu├čes m├Âglich sei. Daraus entstand die Bremer Eiswette, die allj├Ąhrlich mit einem Festmahl zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbr├╝chiger begangen wird, auch wenn die Unterweser seit Begradigung und Vertiefung nur noch sehr selten zufriert.

Nach der Ausweitung des Kaliabbaus in Th├╝ringen und Osthessen und der Einschwemmung von gro├čen Mengen Salzes in die Quellfl├╝sse, gab es bis zur Auflassung der meisten Bergwerke in den 1990er Jahren keinen Eisgang mehr auf Ober- und Mittelweser. Seitdem stellt sich der alte Zustand langsam wieder her. F├╝nf Wochen Dauerfrost im Januar/Februar 1996 lie├čen die Werra zwischen Witzenhausen und Hann. M├╝nden zufrieren, und durch starken Eisgang auf der Oberweser musste manche F├Ąhre ihren Betrieb einstellen.

Versandung

1399 beschrieb der Verdener Bischof Dietrich von Niem in seiner Kronik, dass die Weser nach dem Absinken des Hochwassers im Fr├╝hjahr gro├če Mengen steinigen und sandigen Bodens zur├╝cklie├č. Ende des 16. Jahrhunderts beschloss der Rat der Stadt Bremen auf Antrag der Schiffergilde den Bau eines Hafens in Vegesack, weil ihre Schiffe aufgrund der Versandung der Unterweser die Stadt Bremen kaum noch anlaufen konnten. Aber auch der Hafen in Vegesack l├Âste das Problem nicht dauerhaft. Schon bald mussten die Schiffe in Brake ihre Fracht l├Âschen.

Die Fr├╝hjahrs- und Herbsthochwasser der Weser ├╝berschwemmten weite Teile des flachen Landes zwischen Minden und der Nordsee. Dabei lagerten sich schwerere Sinkstoffe dichter am Ufer ab als leichtere und schufen somit D├Ąmme, die das Wasser irgendwann nicht mehr selbst ├╝berwinden konnte. Die dadurch entstandene Str├Âmungsenergie sammelte sich im Flussbett selbst und die Weser grub sich immer tiefer ein. Der Auswasch wurde mit fortgesp├╝lt. Bei Niedrigwasser lag der Wasserspiegel teilweise so tief, dass das Grundwasser der Uferregionen abgezogen wurde und Brunnen trocken fielen.

Bei Eisgang oder Hochwasser schaffte die Weser oftmals bis zu zehn Meter tiefe Kolke , hinter denen sie das ausgegrabene Material zu Sandb├Ąnken oder Inseln anh├Ąufte. Dabei wechselte sie h├Ąufig ihr Flussbett und wurde unberechenbar f├╝r die Schifffahrt.

Die gro├če Weserkorrektur

Die Stadt Bremen begann 1845 mit der Flusssanierung auf eigenem Staatsgebiet. 1847 hatte man den ersten Dampfbagger angeschafft, und versuchte mit dem Bau von Buhnen mit m├Ą├čigem Erfolg, den Fluss einzuengen und das Fahrwasser gem├Ą├č den Pl├Ąnen Ludwig Franzius auf f├╝nf Meter zu vertiefen. Erreicht wurde aber zun├Ąchst nur eine dauerhafte Tiefe von zwei Metern.

1874 wurde Franzius als Vertreter Bremens in eine Kommission eingesetzt, die sich mit der F├Ârderung der Schifffahrt auf der Weser befassen sollte. Er sammelte zun├Ąchst mit wissenschaftlicher Genauigkeit Daten ├╝ber die Weser und ├╝ber ihr gesamtes Zuflussgebiet und erarbeitete aus seinen Erkenntnissen den Plan einer weiteren Vertiefung und einer Verengung des Strombettes trichterf├Ârmig von Bremen bis zur M├╝ndung. Dabei setzte er sowohl auf das Ausbaggern mit technischen Mitteln wie auch auf die R├Ąumkraft des Flusses selbst.

Nach anf├Ąnglichen Durchsetzungsschwierigkeiten verhalf Franzius das verheerende Hochwasser von 1881 zur Realisierung eines ehrgeizigen Plans: Die Weserschleife bei Lankenau-Gr├Âpelingen, die Lange Bucht, sollte abgeschnitten und der Strom in ein neues Bett verlegt werden. Trotz ungesicherter Finanzierung wurde diese Regulierung bereits 1883 verwirklicht. Diese ma├čgeblichen Korrekturen der Weser werden auch Gro├če Weserkorrektion genannt.

Noch w├Ąhrend weitere Korrekturen an der Unterweser in vollem Gange waren und gr├Â├čere Schiffe die Weser bis Bremen noch nicht befahren konnten, wurde 1888 das Hafenbecken des Europahafens eingeweiht.

Das Fahrwasser der Unterweser wurde mittlerweile bis auf 12 Meter weiter vertieft, und w├Ąhrend der Tidenhub bei Bremen vor der Weserkorrektur nur 73 Zentimeter im Durchschnitt von zehn Jahren ( 1870 - 1879 ) betrug, vergr├Â├čerte er sich bis 2004 auf 4,50 Meter.

Flusslauf

Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. M├╝nden
Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. M├╝nden
Die Oberweser bei Polle
Die Oberweser bei Polle
Die Mittelweser bei Bad Oeynhausen
Die Mittelweser bei Bad Oeynhausen
Die Unterweser bei Berne
Die Unterweser bei Berne
Unterweserkilometer Null
Unterweserkilometer Null

Die Weser beginnt in etwa 116,50 m ├╝. NN . als Oberweser in Hann. M├╝nden. Dort entsteht sie aus dem Zusammenfluss von Werra und Fulda und flie├čt durch das Weserbergland bis zur Porta Westfalica . Direkt nach der Hochzeit der beiden Quellfl├╝sse beginnt bei Hann. M├╝nden das recht lang gestreckte Oberweser-Durchbruchstal, das sich bis zum Weserknie westlich von Bad Karlshafen erstreckt. Bis hierhin wird die Weser von steilen Bergh├Ąngen aus Buntsandstein eingerahmt, in die sie sich bis zu 300 Meter tief eingegraben hat. Bis zum Weserknie ist sie meistens Grenzfluss von Niedersachsen und Hessen, danach von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wobei bis zur Porta Westfalica weitere enge Talbereiche folgen, die oft von steilen, Wald bedeckten H├Ąngen ges├Ąumt werden. Nach der Porta Westfalica, einem nur kurzen Durchbruchstal bei der gleichnamigen Stadt Porta Westfalica, flie├čt die Weser durch die Norddeutsche Tiefebene .

Bei Minden wird sie vom Mittellandkanal gekreuzt. Ab hier hei├čt sie Mittelweser. Etwas weiter n├Ârdlich flie├čt die Weser ab Stolzenau durch Niedersachsen. Die Mittelweser wird durch viele Staustufen , Wehre und Schleusen reguliert. Die Stauung wurde in den 1920er und 1930er Jahren durchgef├╝hrt, da es aufgrund der Ausbaggerung der Unterweser f├╝r den ├ťberseeverkehr zu Grundwasserabsenkungen im Mittellauf kam. Au├čerdem sollte ein f├╝r die Binnenschifffahrt verl├Ąsslicher Wasserstand ab der Querung des Flusses durch den Mittellandkanal gew├Ąhrleistet werden. Einige Flussschlingen wurden in diesem Zusammenhang durch Kan├Ąle abgek├╝rzt, so zu Beispiel bei D├Ârverden, wo 1911 die Lohofschleife durchschnitten wurde und ab 1914 am dort neu errichteten Stauwehr ein Wasserkraftwerk Strom erzeugt. Weitere Regulierungsdurchstiche und Stauwehre wurden bei Intschede (Gemeinde Blender ) und Petershagen an der Einm├╝ndung der ├ľsper errichtet. Die Bauma├čnahmen zur Regulierung der Mittelweser ruhten w├Ąhrend des Zweiten Weltkriegs und wurden erst 1960 endg├╝ltig fertig gestellt.

Als Unterweser, die Tidenstrom hat, bezeichnet man den Flussabschnitt ab der Bremer Wilhelm-Kaisen-Br├╝cke. Der Tideneinfluss reicht allerdings noch einige Kilometer flussaufw├Ąrts bis zum Weserwehr (Weserkilometer 362,100). Die Unterweser flie├čt hier abwechselnd durch die L├Ąnder Bremen und Niedersachsen.

Nach 452 Kilometern m├╝ndet die Weser bei Bremerhaven in die Nordsee. Der M├╝ndungstrichter ( ├ästuar ) wird auch als Au├čenweser bezeichnet.

Kilometrierung der Weser

Die Oberweser beginnt in Hann. M├╝nden bei Weserkilometer 0,000 und f├╝hrt bis zum Wasserstra├čenkreuz Minden bei Weserkilometer 204,445. Die hier beginnende Mittelweser endet wiederum knapp unterhalb der Wilhelm-Kaisen-Br├╝cke, beim Teerhof in der Bremer Innenstadt bei Weserkilometer 366,720. Hier endet die durchlaufende Kilometerz├Ąhlung der Weser und die Unterweser beginnt bei Unterweserkilometer 0,000. Bei Unterweserkilometer 1,375 (Nordwestkante der Eisenbahnbr├╝cke in Bremen) endet die Binnenschifffahrtsstra├če und beginnt die Seeschifffahrtsstra├če Unterweser. Diese geht bis Unterweserkilometer 85,248 (seew├Ąrtige Begrenzung zur Nordsee laut WaStrG). Hier endet die Weser als Fluss.

Weserinseln

  • Die beiden Weserinseln Schleusenwerder und Werder in Hameln sind zusammen 800 Meter lang. Auf den Inseln befinden sich Bauwerke, die gastronomisch genutzt werden, und eine Schleusenanlage. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges arbeiteten dort zwei Getreidemühlen (Fabriken).
  • Bei Landesbergen befindet sich in H├Âhe der Staustufe eine Weserinsel.
  • Auf der Weserinsel Stadtwerder in Bremen liegen das Neue Museum Weserburg ÔÇô das gr├Â├čte Museum f├╝r Gegenwartskunst in Deutschland ÔÇô, die Hochschule f├╝r Nautik, mehrere Kleingartengebiete sowie Strandb├Ąder an der Weser und am Werdersee . Die Insel, die nach der gro├čen Weserkorrektur zur Halbinsel wurde, ist 4,3 Kilometer lang.
  • Bremen: Eine weitere kleine und nicht bebaute Weserinsel befindet sich zwischen dem Kap-Horn-Hafen und dem Wendebecken Neustadt.
  • Die einstige Weserinsel Elsflether Sand vor Elsfleth ist seit der Weserkorrektur eine Halbinsel, die von einem 3,1 Kilometer langen Radweg durchzogen wird. Sie ist ├╝ber das Huntesperrwerk zug├Ąnglich.
  • Harriersand gegen├╝ber Brake-Harrien ist etwa elf Kilometer lang und damit die l├Ąngste Flussinsel Europas. Sie ist seit dem Jahr 1830 besiedelt. Vor der zweiten Weserkorrektur 1924 ÔÇô 1932 bestand sie noch aus sieben kleinen, voneinander getrennten Inseln. Harriersand ist von Brake aus mit der Personenf├Ąhre Guntsiet und von Rade aus ├╝ber eine Stra├čenbr├╝cke zu erreichen.
  • Vor dem Ort Rodenkirchen (Gemeinde Stadland) liegt die Strohauser Plate . Die als Natura 2000 -Gebiet gesch├╝tzte Weserinsel dehnt sich in Nord-S├╝d-Richtung ├╝ber sechs Kilometer und in Ost-West-Richtung an der breitesten Stelle ├╝ber 1,3 Kilometer aus und darf nur im Rahmen von gef├╝hrten Exkursionen betreten werden.
  • Weserm├╝ndung in H├Âhe Bremerhaven-Weddewarden: Die kleinen Inseln Langl├╝tjen I und Langl├╝tjen II wurden in den Jahren 1876ÔÇô1880 als kaiserliche Forts ausgebaut. W├Ąhrend beider Weltkriege wurden die Bollwerke mit starken Abwehrgesch├╝tzen versehen. Von September 1933 bis Januar 1934 befand sich auf Langl├╝tjen II ein Konzentrationslager .
  • Die Tegeler Plate dehnt sich ├╝ber mehr als 200 Hektar in der Weserm├╝ndung aus und ist die zentrale Kompensationsfl├Ąche f├╝r den Bau des Containerterminals III in Bremerhaven. Die Wahl fiel auf dieses Gebiet, weil es in der Brackwasserzone der Weser liegt und die M├Âglichkeit bot, den Zustand von Natur und Landschaft aufzuwerten. Da die Tegeler Plate in der Au├čenweser liegt, kann man sie nicht mehr als Flussinsel bezeichnen.

Hydrologie

Wasserf├╝hrung

H├Âhenprofil und Wasserf├╝hrung der Weser
H├Âhenprofil und Wasserf├╝hrung der Weser

Das Wassereinzugsgebiet der Weser umfasst eine Fl├Ąche von 46.306 Quadratkilometern , einschlie├člich des 12.440 Quadratkilometer gro├čen Einzugsgebietes von Werra und Fulda.

Die Oberweser unterliegt als typischer Mittelgebirgsfluss starken Schwankungen in der Wasserf├╝hrung. Im Winterhalbjahr kommt es hier nicht selten zu Hochwassern, im Sommer dagegen oft zu extremem Niedrigwasser. F├╝r den Pegel Porta Westfalica am ├ťbergang zur Mittelweser betr├Ągt die mittlere Wasserf├╝hrung rund 180 Kubikmeter in der Sekunde, die niedrigste 63 und die h├Âchste 830. Am Beginn der Oberweser, am Pegel Hann. M├╝nden, sind Niedrigwasserabfl├╝sse um 30 Kubikmeter in der Sekunde keine Seltenheit. Bei mittlerem Niedrigwasserstand betr├Ągt die Flie├čgeschwindigkeit etwa 0,8 Meter in der Sekunde.

Die Mittelweser zwischen Minden und der Tidegrenze in Bremen f├╝hrt bereits deutlich mehr Wasser. Der Pegel Intschede (s├╝dlich von Bremen) registriert eine mittlere Wasserf├╝hrung von 320 Kubikmeter in der Sekunde. Die niedrigste liegt bei 120 und die h├Âchste bei 1.200 Kubikmetern in der Sekunde. Bei mittlerem Niedrigwasserstand betr├Ągt die relativ geringe Flie├čgeschwindigkeit etwa 0,5 - 0,7 Meter in der Sekunde, bedingt durch die Staustufen in der Mittelweser. Die ÔÇ×ReisedauerÔÇť eines Wasserk├Ârpers von Hann. M├╝nden bis Bremen schwankt je nach Wasserf├╝hrung zwischen 2,5 und sechs Tagen, im Mittel etwa vier Tage.

Wasserstand und Flie├čgeschwindigkeit der Seewasserstra├če Unterweser werden von den Gezeiten bestimmt, dem Tidenhub . Die Wassermenge in der Unterweser betr├Ągt bei mittlerem Abfluss und mittlerer Tide beim Bremer Weserwehr 327 Kubikmeter in der Sekunde und steigt kontinuierlich bis zu einem Wert von ca. 6.600 Kubikmeter in der Sekunde bei Bremerhaven. Durch den st├Ąndigen Gezeitenwechsel braucht jedoch ein Wasserk├Ârper zwischen zwei und 24 Tage, um die relative kurze Strecke bis zur Nordsee zu ├╝berwinden.

Wasserg├╝te

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Weser ein sehr fischreicher Fluss. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Bev├Âlkerungswachstum verschlechterte sich die Wasserqualit├Ąt jedoch zunehmend. Auch der Bau von Kl├Ąranlagen konnte daran nichts ├Ąndern. Der erweiterte Kaliabbau an Werra und Fulda f├╝hrte zu starker Versalzung des Flusses.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Wasserqualit├Ąt der Weser weiter rapide ab und erreichte bis Ende der 1980er Jahre die Gew├Ąsserg├╝teklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) und streckenweise sogar IV (├╝berm├Ą├čig verschmutzt). Eine der Hauptursachen der Verschmutzung war die Einleitung von stark salzhaltigen Abw├Ąssern aus der Kaliindustrie in Th├╝ringen und Hessen.

Der Aus- und Neubau von kommunalen und industriellen Kl├Ąranlagen sowie Verfahrensverbesserungen der Industrie und Reduzierung des Kaliabbaus sorgten daf├╝r, dass sich die Wasserqualit├Ąt allm├Ąhlich wieder verbesserte. Nach dem aktuellen Bericht zur Biologischen Gew├Ąsserg├╝te der Weser entspricht die Wasserqualit├Ąt zum Teil wieder der G├╝teklasse II (m├Ą├čig belastet), in einigen Abschnitten aber noch II-III (kritisch belastet), wobei die Versalzung immer noch eine Rolle spielt.

Flora und Fauna

├ľkologisch betrachtet durchflie├čt die Weser vier grundlegend unterschiedliche Lebensr├Ąume der Flora und Fauna . Ist das Weserbergland von Hann. M├╝nden bis Porta Westfalica ├╝berwiegend durch zusammenh├Ąngende Fichten -, Buchen - und Eichenw├Ąlder mit einem reichen Wildbestand gepr├Ągt, kennzeichnet die Mittelweserregion von Minden bis Bremen eine weite Marschenlandschaft mit vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichteten Strukturen und teilweise hohem Waldanteil. Heide und Moore sind f├╝r diesen Flussabschnitt ebenfalls charakteristisch. Hier vollf├╝hrt der Strom zahlreiche Windungen und bildet Altarme mit hohem Fischbesatz und ufernahem Lebensraum f├╝r Tier und Pflanze.

Die Ufer der Unterweser werden von weiten, fast baumlosen Marschengebieten begleitet. Hier haben die regelm├Ą├čigen Hochwasser, die ungehindert durch Deiche bis an die Geestr├Ąnder reichten, eine eigene Landschaft gepr├Ągt. Mitgef├╝hrter und abgelagerter Sand, Schlick, Ton und Lehm formten das heutige Landschaftsbild zwischen Bremen und der Nordsee mit Niederungs- und Hochmooren im ├ťbergangsbereich von Geest und Marsch.

In vorgeschichtlicher Zeit m├╝ndeten Weser und Jade gemeinsam im Bereich des Jadebusens in die Nordsee. Beide Fl├╝sse ver├Ąnderten ├╝ber Jahrhunderte hinweg mehrfach ihren Verlauf und schwemmten gro├če Massen von Sand und Schlick in ihre M├╝ndungsbereiche. Das Wattenmeer entstand und damit ein einzigartiger Lebensraum f├╝r die Tierwelt. Zahlreiche Robbenb├Ąnke befinden sich heute an und in der Au├čenweser.

Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie aus dem Jahr 1992 verpflichtet die Bundesl├Ąnder, Gebietsvorschl├Ąge zum Schutz bestimmter Lebensraumtypen sowie Habitate von gef├Ąhrdeten Tier- und Pflanzenarten nach Br├╝ssel zu melden. Ausgew├Ąhlte Gebiete aus den nationalen Vorschl├Ągen sollen dann zusammen mit den nach der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Vogelschutzgebieten das europaweite Schutzgebietssystem Natura 2000 bilden. In dieses Projekt sind bereits einige Gebiete an der Weser eingebunden, zum Beispiel die Strohauser Plate.

Wie vielf├Ąltig die Flora und Fauna an der Oberweser ist, zeigte die Begehung eines etwa 14 Kilometer messenden Transsektes s├╝dlich von Beverungen im Juni 2000 . Die von mehr als 30 Spezialisten f├╝r Flechten, Moose, Gef├Ą├čpflanzen, Weichtiere, Insekten, Amphibien und V├Âgel erfasste Flora und Fauna belegte in diesem Wesertalabschnitt 576 Pflanzenarten (darunter 62 Moose und 487 Gef├Ą├čpflanzen) und 389 Tierarten (darunter 30 Libellen, 60 K├Ąfer, 33 Schmetterlinge und 58 V├Âgel).

Im Rahmen einer Voruntersuchung zum Bau einer Fischtreppe am Wehr der Pfortm├╝hle in Hameln im Jahr 2001 wurden 28 Fischarten ermittelt, neben den bekannten Wanderfischen wie Aal und Lachs auch zahlreiche andere Fischarten, die die Weser und ihre Nebenfl├╝sse bewandern.

Fischerei

Schon lange vor der Industrialisierung wurde auf der gesamten Weser gewerbsm├Ą├čiger Fischfang mit Senknetzen betrieben. Viele erhaltene Fischer-H├Ąuser in Orten an der Unter- und Mittelweser zeugen noch heute von einem gewissen Wohlstand. Gr├Â├čere Bedeutung erlangte die Fischerei an der Unterweser aber erst, als der Geestem├╝nder Friedrich Busse 1884 einen Hochseefischdampfer bei der Bremerhavener Wencke-Werft in Auftrag gab und nach dessen Indienststellung zu einem bedeutenden Fischh├Ąndler wurde. 1888 gab es in Geestem├╝nde eine erste Fischauktion nach englischem Vorbild. 1895 bestand die Geestem├╝nder Hochseeflotte bereits aus 28 Schiffen.

1891 versuchte auch die Stadt Bremerhaven durch den Bau eines neuen Hafens mit Lagerschuppen und Fischversteigerungshalle mit Pack- und Eisr├Ąumen an der Westkaje, an dem Fischereigesch├Ąft zu partizipieren. Zun├Ąchst erfolgreich, scheiterte dies jedoch wegen der Schleusungen in den Bremerhavener Hafen und den damit verbundenen hohen Kosten und geringeren Erl├Âsen auf dem Markt.

Geestem├╝nde jedoch baute zwischen 1891 und 1896 den zwar tideabh├Ąngigen aber schleusenfreien Fischereihafen I aus und vergr├Â├čerte bis 1914 seine Fischereiflotte auf 93 Fischdampfer. In den 1930er Jahren erreichte die Flotte mit 215 Schiffen und 7.000 in 21 Hochseefischereireedereien besch├Ąftigten Menschen einen vor├╝bergehenden H├Âhepunkt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Geestem├╝nde zu Bremerhaven, das daraufhin bis 1960 zum gr├Â├čten Fischereihafen Europas wuchs. Durch die Erweiterungen der Fischereizonen Islands und Norwegens auf 200 Seemeilen gingen bis 1984 die wichtigsten Fischgr├╝nde und mehr als 2.000 Arbeitspl├Ątze in der Hochseefischerei und etwa 4.000 Arbeitspl├Ątze im Fisch verarbeitenden Gewerbe verloren. In Bremerhaven gibt es jetzt nur noch drei Fischereischiffe.

An Ober- und Mittelweser f├╝hrte die Versalzung, die zwischen 1945 und 1990 durch den Kalibergbau an der Werra verursacht wurde, zu einem starken R├╝ckgang des Fischbesatzes. Heute sorgen Sportfischerverb├Ąnde und ├Ârtliche Angelvereine durch regelm├Ą├čigen Einsatz von Jungfischen f├╝r einen ausgeglichenen Besatz.

Schiffsverkehr

Schleppzug auf der Weser bei Baden 1912
Schleppzug auf der Weser bei Baden 1912

In den Anf├Ąngen der Weserschifffahrt wurden die Lastk├Ąhne ausnahmslos getreidelt , indem sie an Seilen von Menschen oder Zugtieren stromauf gezogen wurden. Hierzu bestanden beidseitig in Ufern├Ąhe befestigte Treidel- oder Leinpfade, die zum geringen Teil heute noch erhalten sind. Stromab wurde nicht getreidelt, die Str├Âmung gen├╝gte, um die K├Ąhne in Fahrt zu halten. An der Unterweser benutzte man zus├Ątzlich eine Beseglung der Schiffe.

Im September 1843 begann die Dampfschifffahrt auf der Weser, 24 Jahre sp├Ąter als auf der Elbe. Sie verdr├Ąngte sehr schnell den Berufszweig der Treidler. Dampf-Schlepper konnten mehrere Lastk├Ąhne gleichzeitig an ihre Zugseile nehmen. Auch talw├Ąrts wurden die K├Ąhne nun gezogen und erreichten dadurch eine h├Âhere Geschwindigkeit.

Selbstfahrende, Lasten bef├Ârdernde Dampfschiffe z├Ąhlten zu den Ausnahmen, w├Ąhrend Personendampfer zahlreich in Dienst gestellt wurden.

Im 20. Jahrhundert ersetzten zunehmend durch Dieselmotoren angetriebene Schiffe die Weserdampfer. Zugverb├Ąnde wurden von Schubverb├Ąnden abgel├Âst und die Anzahl von Lastk├Ąhnen mit eigenem Antrieb stieg.

Lastschifffahrt

Die Weser ist vom Zusammenfluss von Werra und Fulda bis zur M├╝ndung durchgehend schiffbar. Wie gro├č die Schiffe maximal sein und wieviel Tiefgang sie haben d├╝rfen, ist in den einzelnen Abschnitten unterschiedlich. Ob tats├Ąchlich noch Lastverkehr auf einem Abschnitt stattfindet, ist abh├Ąngig von diesen Einschr├Ąnkungen.

Die Oberweser darf von Schiffen oder Schubverb├Ąnden mit einer H├Âchstl├Ąnge von 85 und einer H├Âchstbreite von elf Metern befahren werden. Der maximal erlaubte Tiefgang ist pegelabh├Ąngig. Vom aktuellen Pegelstand muss ein streckenweise unterschiedlicher Sicherheitsabstand abgezogen werden. Dieser betr├Ągt f├╝r die Strecken Hann. M├╝nden ÔÇô Karlshafen 17, Karlshafen ÔÇô Bodenwerder f├╝nf, Bodenwerder ÔÇô Hameln 28 und Hameln ÔÇô Minden 31 Zentimeter . Die aktuellen Pegelst├Ąnde m├╝ssen von den Schiffsf├╝hrern beim Wasser- und Schifffahrtsamt abgefragt werden. Aufgrund dieser Einschr├Ąnkungen verkehren aus Rentabilit├Ątsgr├╝nden auf der Oberweser praktisch keine Lastschiffe mehr, während in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg noch Schleppverbände auf der Oberweser anzutreffen waren. Der Warenumschlaghafen in Hann. M├╝nden wurde in den 1970er Jahren stillgelegt, das Bahnanschlussgleis 1989 abgebaut.

Die Befahrung der Mittelweser zwischen Minden und Bremen ist Gro├čmotorg├╝terschiffen (GMS) bis 85 Metern L├Ąnge und 11,45 Metern Breite und Schubverb├Ąnden von 91 Metern L├Ąnge und 8,25 Metern Breite erlaubt, wobei sie einen maximalen Tiefgang von 2,50 Metern nicht ├╝berschreiten d├╝rfen. Dies entspricht zur Zeit der Wasserstra├čenklasse IV mit Einschr├Ąnkungen. Bis 2010 soll der Weserabschnitt von Weserkilometer 204,5 (Minden) bis 360,7 (Fuldahafen Bremen) auf Klasse Va ausgebaut werden. Dann d├╝rfen GMS bis 110 Metern L├Ąnge und einem Tiefgang bis 2,80 Metern diesen Abschnitt befahren.

Die Unterweser darf auch von Seeschiffen befahren werden, tidenunabh├Ąngig mit einem maximalen Tiefgang von siebeneinhalb Metern im Abschnitt Bremen ÔÇô Brake, neun Metern zwischen Brake und Nordenham und 13,50 Metern auf der Strecke Nordenham ÔÇô Bremerhaven. Hinzu kommt ein mittlerer Tidenhub von 3,96 Metern.

Der 14,50-Meter-Ausbau der Au├čenweser ab Bremerhaven wurde 2003 fertig gestellt.

Personenschifffahrt

Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt auf der Weser ab 1843 ├╝bernahmen Personenschiffe den Transport von Reisenden. Lange Zeit war eine Reise mit dem Dampfschiff preiswerter als eine Bahnreise, so dass die Schiffe bis ins 20. Jahrhundert hinein als t├Ągliches Verkehrsmittel genutzt wurden. 1851 zum Beispiel bot die Oberweser Dampfschifffahrt eine t├Ągliche Talfahrt von Hann. M├╝nden nach Hameln an und wartete in Bad Karlshafen auf die Ankunft der Z├╝ge aus Kassel, Marburg und Eisenach. An vier Tagen in der Woche ging von Hameln aus die Fahrt weiter nach Minden und Bremen. An sieben weiteren Tagen im Monat waren die Schiffe der Oberweser Dampfschifffahrt f├╝r den Transport von Auswanderern reserviert, die von Bremen oder Bremerhaven aus die Reise in die USA und nach Kanada antraten. Die gesamte Fahrzeit von Hann. M├╝nden bis Bremen betrug drei Tage, die Weiterfahrt bis Nordamerika acht bis zehn Tage. Bekannt waren die Schaufelraddampfer "Kaiser Wilhelm" (die heute noch als Museumsdampfer bei Lauenburg auf der Elbe fährt), "Kronprinz Wilhelm" ex "Meißen" (deren Reste im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zu sehen sind) und "Fürst Bismarck" (Verbleib unbekannt).

Auch in heutiger Zeit verkehren auf der gesamten Weser Personenschiffe, dar├╝ber hinaus auch auf der Fulda zwischen Hann. M├╝nden und Kassel. W├Ąhrend die Schiffe auf der Fulda, Ober- und Unterweser zwischen April und Oktober im regelm├Ą├čigen Linienverkehr die Anliegergemeinden bedienen, verkehren im Sommerhalbjahr Personenschiffe auf der Mittelweser nur sehr unregelm├Ą├čig und bieten vorwiegend eher kurze Ausflugsfahrten an.

Fahrgastschiff "Hessen" auf der Oberweser 2004
Fahrgastschiff "Hessen" auf der Oberweser 2004
An die Personenschiffe, die auf der Oberweser verkehren, werden aufgrund der geringen Wassertiefe besondere Anforderungen gestellt. So darf auf der Strecke Hann. M├╝nden ÔÇô Bad Karlshafen der Tiefgang 45 Zentimeter nicht ├╝berschreiten, um auch bei niedrigem Wasserstand den Linienverkehr bedienen zu k├Ânnen. Zum Beispiel hat das 1993 in Dienst gestellte Fahrgastschiff Hessen der Linie 2000 nur einen Tiefgang von 30 Zentimetern und besitzt eine nach beiden Seiten ausfahrbare Gangway . An den Anlegestellen , die keine Anlegebr├╝cken mehr haben, ankert das Schiff in der Flussmitte, indem vier Stempel hydraulisch auf den Grund abgesenkt werden. Das derart aufgebockte Schiff verharrt unbeweglich im Wasser. Ein Anlegezwang gegen die Str├Âmung entf├Ąllt somit, ebenso das Festmachen am Anleger.

Sportschifffahrt

Auf der Weser ist f├╝r Motor getriebene Sportboote , bis auf die Stadtgebiete und Schleusenbereiche, eine H├Âchstgeschwindigkeit von 35  km/h erlaubt. In den Stadtgebieten betr├Ągt die erlaubte Geschwindigkeit 12 km/h zu Tal und zu Berg 18 km/h. Aufgrund der relativ geringen Str├Âmung und der hohen erlaubten Geschwindigkeit ist die Weser ein ideales Gebiet f├╝r die Sportschifffahrt.

Besonders die Oberweser ist beliebt bei Kanusportlern und Wasserwanderern . Durch die Flie├čgeschwindigkeit der Weser von durchschnittlich 4,5 km/h bei normalem Wasserstand kann auch der Freizeitsportler l├Ąngere Strecken ohne ├╝berm├Ą├čigen Kraftaufwand zur├╝cklegen. Zahlreiche Bootsverleihe tragen dieser Tatsache Rechnung und bieten neben dem Verleih von Kajaks und Kanadiern auch einen R├╝ckholservice an.

Wasserstra├čenkreuz Minden

Mittellandkanal kreuzt Weser
Mittellandkanal kreuzt Weser

Am Wasserstra├čenkreuz Minden wird der Mittellandkanal n├Ârdlich von Minden seit 1916 in einer Trogbr├╝cke ├╝ber die Weser gef├╝hrt. Die Br├╝cke wurde 1945 durch deutsche Truppen zerst├Ârt und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. 1998 kam eine zweite Trogbr├╝cke hinzu, um dem gestiegenen Schiffsverkehr und dem Ausbau des Kanals auf neue, gr├Â├čere Schiffsklassen Rechnung zu tragen. Die alte Br├╝cke wird seitdem nur noch f├╝r die Sportschifffahrt benutzt. Aufgrund zu hoher Unterhaltungkosten wird seither auch ein Abriss erwogen. Drei Schleusen bilden zwei Verbindungen zwischen Weser und Mittellandkanal, es muss dabei eine H├Âhendifferenz von 12 m ├╝berwunden werden. Das ist zum einen der Nordabstieg ├╝ber die Schachtschleuse und zum anderen der S├╝dabstieg ├╝ber zwei Schleusen und dem auf halber H├Âhe liegenden Hafenbecken. Weiterhin gibt es am Wasserstra├čenkreuz ein Pumpwerk, mit dem Weserwasser in den Kanal gepumpt wird, um dessen Wasserstand konstant zu halten.

Durch das Wasserstra├čenkreuz Minden erh├Ąlt die Weserschifffahrt eine direkte Verbindung in Richtung Westen zum Rhein und dem Ruhrgebiet sowie der Ems und nach Osten zur Elbe und ├╝ber das Wasserstra├čenkreuz Magdeburg und den Elbe-Havel-Kanal weiter bis nach Berlin und zur Oder.

Staustufen und Schleusen

Verzeichnis der Schleusen

Ort, Bezeichnung Stromkilometer Nutzungsl├Ąnge Hubh├Âhe
Hameln, Schleppzugschleuse 134,8 km 222 m 3,17 m
Petershagen 223,1 km 215 m 6,00 m
Schl├╝sselburg 238,4 km 214 m 4,50 m
Landesbergen 251,8 km 221 m 5,50 m
Drakenburg 284,9 km 223 m 6,40 m
Drakenburg, Prahmschleuse 277,7 km 33 m 6,40 m
D├Ârverden, Schleppzugschleuse 313,9 km 225 m 4,60 m
D├Ârverden, Kleine Schleuse 313,6 km 85 m 4,60 m
D├Ârverden, Prahmschleuse 308,8 km 28 m 4,60 m
Langwedel 332,6 km 214 m 5,50 m
Hemelingen, Schleppzugschleuse 362,0 km 350 m 2,09 m - 5,52 m
Hemelingen, Kleine Schleuse 362,0 km 67 m 2,09 m - 5,52 m

Befeuerung der Unterweser

Historischer Leuchtturm in Brake-K├Ąseburg
Historischer Leuchtturm in Brake-K├Ąseburg
Gro├čer Leuchtturm von 1854 in Bremerhaven
Gro├čer Leuchtturm von 1854 in Bremerhaven

Die ersten Leuchttonnen mit Gasf├╝llung wurden 1830 mit Hilfe des Tonnenlegers Barsen in der Au├čenweser eingebracht. 1853 wurde mit dem Bau des gro├čen Leuchtturms an der Bremerhavener Columbuskaje nach den Pl├Ąnen des Architekten Simon Loschen begonnen. Der neugotische Backsteinturm wurde 1855 fertig gestellt und diente bis 1986 der Befeuerung der Unterweser. Seit 1984 steht er unter Denkmalschutz . 1855 bis 1856 folgte der Bau des Leuchtturmes Hohe Weg.

1874 wurden die ersten Feuerschiffe in der Au├čenweser ausgelegt. Der ber├╝hmte Leuchtturm Roter Sand in der Au├čenweser wurde 1885 in Betrieb genommen, 1887 folgten die Leuchtt├╝rme auf dem Eversand. 1907 wurde das Befeuerungssystem der Au├čenweser durch Auslegen des Feuerschiffes Norderney erweitert und eine erste Leuchtbake an der Robbenplate errichtet, die 1928 durch einen Leuchtturm ersetzt wurde. Es folgten die Leuchtt├╝rme Solth├Ârn ( 1904 ) und Brinkamahof ( 1912 ).

1953 begann man mit ersten Landradarversuchen an Elbe und Weser. 1965 war der Aufbau einer Landradarkette an der Au├čenweser abgeschlossen. Die provisorische Radarzentrale befand sich zun├Ąchst in Weddewarden, ab 1965 in Bremerhaven. 1964 war der Leuchtturm Alte Weser fertig gestellt und die letzte Besatzung verlie├č den Leuchtturm Roter Sand. Eine weitere Radarkette und der neue UKW - Betriebsfunk verbesserten ab 1965 die Sicherung der Schifffahrt bei unsichtigem Wetter.

1966 ging der Leuchtturm Tegeler Plate in Betrieb und ersetzte das Feuerschiff Bremen. In diesem Jahr wurden erste Versuche mit der Fernsteuerung im Seezeichenbetrieb durchgef├╝hrt, nach deren Abschluss 1973 alle Besatzungen von den Leuchtt├╝rmen abgezogen wurden. Im folgenden Jahr begann man mit der Errichtung von Richtfeuerlinien an der Unterweser mit Ober- und Unterfeuer und ab 1975 zus├Ątzlich mit dem Aufbau einer Radarkette zwischen Bremerhaven und Huntem├╝ndung. Diese Radarkette wurde 1981 in Betrieb genommen.

In den Folgejahren wurden die Radarstationen an der Au├čenweser nach und nach gegen neuere Technik ausgetauscht oder an andere Standtorte verlegt, ab 1989 die Radarkette Unterweser bis Bremen erweitert und dort eine weitere Radarzentrale errichtet.

Tourismus

Von touristischer Bedeutung ist das Weserbergland mit Hann. M├╝nden, Reinhardswald , Solling , Bad Karlshafen, H├Âxter, Hameln sowie die verbliebenen Bauwerke aus dem 16. Jahrhundert im Baustil der Weserrenaissance , von denen sich viele entlang der Ober- und Mittelweser befinden. An der Unterweser bietet die Wesermarsch mit den St├Ądten Bremen, Bremerhaven und Brake sowie zahllosen Sielen, Kan├Ąlen und reetgedeckten H├Ąusern touristische H├Âhepunkte. Im Wesertal verl├Ąuft der Weserradweg, inzwischen einer der beliebtesten Radfernwege in Deutschland.

Schl├Âsser und Burgen

Barock-Schloss in Veckerhagen
Barock-Schloss in Veckerhagen
Schloss Bevern
Schloss Bevern
  • Welfenschloss in Hann. M├╝nden, Ursprung 1501 , nach einem Brand im Stil der fr├╝hen Weserrenaissance 1560 wiedererrichtet, beheimatet es heute das Stadtarchiv, die Stadtb├╝cherei, das Amtsgericht und das St├Ądtische Museum.
  • Bramburg bei Hemeln, Ruine einer Schutzburg 1063 , rechte Flussseite
  • Krukenburg in Bad Karlshafen ÔÇô Helmarshausen, Ruine einer Kirchenburg 1225 , linke Flussseite
  • Schloss W├╝rgassen in Beverungen, Barock 1698 , rechte Flussseite
  • Schloss Wehrden in Beverungen, zu Corvey, Barock 1699 , rechte Flussseite
  • Schloss und ehemaliges Kloster Corvey, 815 erbaut, 1158 erweitert, linke Flussseite
  • Tonenburg in H├Âxter-Albaxen, 1315 , linke Flussseite
  • Schloss Bevern , Vierfl├╝gelanlage Weserrenaissance 1612 , rechte Flussseite
  • Burg Schaumburg bei Rinteln, auf dem Nesselberg, Stammsitz der Grafen von Schaumburg und Holstein, rechte Flussseite
  • Wittekindsburg (Porta Westfalica), vermutlich im Zeitraum 978 - 996 erbaut. Fundamentreste unter sch├╝tzendem ├ťberbau.
  • Burg Vlotho, Reste einer Wehrburg aus dem 13. Jahrhundert , linke Flussseite
  • Schloss Hoya in Grafschaft Hoya, jetzt Amtsgericht, linke Flussseite

Markante Aussichtspunkte

Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Kaiser-Wilhelm-Denkmal
  • Tillyschanze in Hann. M├╝nden, Bastion mit Aussichtsturm 1885 erbaut, linke Flussseite
  • Weserliedanlage oberhalb von Hann. M├╝nden, rechte Flussseite
  • Roter Stein am Berghang n├Ârdlich von Gimte , rechte Flussseite
  • Hugenottenturm und Juliush├Âhe bei Bad Karlshafen, linke Flussseite
  • Kl├╝tturm bei Hameln, anstelle der 1774 - 1784 unter K├Ânig Georg III. erbauten drei Forts , linke Flussseite

Weitere Aussichtst├╝rme an der Weser finden sich hier

Klosteranlagen

  • ehemaliges Augustinerinnenstift Hilwartshausen, 960 gegr├╝ndet, Teile erhalten, linke Flussseite
  • ehemalige Benediktinerabtei Bursfelde, 1093 gegr├╝ndet, erhalten, rechte Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster Lippoldsberg , etwa 1056 gegr├╝ndet, romanische Pfeilerbasilika erhalten, rechte Flussseite
  • ehemalige Benediktinerabtei Corvey in H├Âxter, 815 gegr├╝ndet, Teile erhalten, linke Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster Kemnade in Bodenwerder, 960 gegr├╝ndet, romanische Klosterkirche erhalten, linke Flussseite
  • Damenstift Fischbeck bei Hameln, 955 als Kanonissenstift gegr├╝ndet, bis auf vierj├Ąhrige Unterbrechung unter J├ęr├┤me Bonaparte kontinuierlich besetzt, Klosterkirche erhalten, rechte Flussseite
  • ehemaliges Kanonissenstift M├Âllenbeck bei Rinteln, 896 gegr├╝ndet, erhalten, linke Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien in Porta Westfalica, 993 gegr├╝ndet, wenig sp├Ąter nach Minden verlegt, Reste erhalten, linke Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien (um 1000 ), ehemaliges Benediktinerkloster St. Mauritii ( 1042 ) und ehemaliges Dominikanerkloster St. Pauli ( 1233 ) in Minden, alle bis 1539 aufgel├Âst, erhalten, rechte Flussseite
  • Birgittenkloster in Bremen, Neugr├╝ndung 2002, bestehend, rechte Flussseite

Weserroute

Es existiert keine durchg├Ąngige Weseruferstra├če f├╝r Kraftfahrzeuge durch das Wesertal. Dennoch k├Ânnen Autofahrer mit folgender Route dem Weserlauf folgen:

Ab Hann. M├╝nden begleitet 39,9 Kilometer lang die B 80 die Weser auf der linken Seite bis Bad Karlshafen, weiter die B 83 auf 78,4 Kilometern bis Hameln. Sie wechselt hier die Flussseite und folgt weitere 21,9 Kilometer lang dem Weserlauf bis in die N├Ąhe von Rinteln. Nun ├╝bernehmen die B 238 und in Folge die B 514 wieder linksseitig f├╝r 22,8 Kilometer das Geleit bis Bad Oeynhausen.

Die B 61 mit 33,4 und weiter die B 215 mit 75,0 Kilometern begleiten die Weser nun bis kurz hinter Verden (Aller) und haben dabei wieder auf die rechte Flussseite gewechselt. Weiter geht es auf der A 27 bis Bremerhaven (94,8 Kilometer) und damit zur Weserm├╝ndung.

Durch zahlreiche Abk├╝rzungen ist diese Weserroute insgesamt nur 366,2 Kilometer lang und damit rund 86 Kilometer k├╝rzer als der Flusslauf. Auf weiten Strecken an Ober- und Mittelweser ist sie identisch mit der Deutschen Ferienstra├če Stra├če der Weserrenaissance.

Radfahrer k├Ânnen dem Flu├člauf unmittelbar auf dem Weserradweg folgen.

Listen

Nebenfl├╝sse

Quellfl├╝sse: Der Zusammenfluss der Quellfl├╝sse bildet den Ursprung der Weser

Nebenfl├╝sse (Reihenfolge weserabw├Ąrts):

  • Schede (von rechts, bei Gimte, gegen├╝ber Hilwartshausen)
  • Nieme (von rechts, bei Bursfelde)
  • Schw├╝lme (von rechts, bei Wahlsburg)
  • Diemel (von links, bei Bad Karlshafen, Weserkilometer 44,800)
  • Bever (von links, bei Beverungen)
  • Nethe (von links, bei Godelheim, Stadt H├Âxter)
  • Lenne (von rechts, in Bodenwerder)
  • Emmer (kurz vor Hameln von links)
  • Humme (kurz vor Hameln von links)
  • Hamel (von rechts, in Hameln)
  • Exter (von links, bei Rinteln, siehe Extertal)
  • Kalle (von links, nahe Vlotho, siehe Kalletal)
  • Werre (von links, in Bad Oeynhausen)
  • Bastau (von links, in Minden)
  • Aue (von rechts, bei Lahde)
  • ├ľsper (von links, in Petershagen)
  • Gro├če Aue (von links vor Nienburg)
  • Meerbach (von rechts, in Nienburg)
  • Aller (von rechts, bei Verden, Weserkilometer 326,400)
  • Ochtum (von links, in Bremen-Seehausen, Unterweser-km 12,850)
  • Lesum (von rechts, in Bremen-Vegesack, Unterweser-km 17,490)
  • Hunte (von links, bei Elsfleth, Unterweser-km 32,090)
  • Lune (von rechts, bei Bremerhaven)
  • Geeste (von rechts, in Bremerhaven)

St├Ądte

Weser in Bremen
Weser in Bremen
Weserm├╝ndung bei Bremerhaven
Weserm├╝ndung bei Bremerhaven

vom Ursprung der Weser (Zusammenfluss von Fulda und Werra) flussabw├Ąrts gesehen:

Br├╝cken, F├Ąhren und Tunnel

In der Reihenfolge von der Quelle bis zur M├╝ndung sind alle Weserquerungen aufgef├╝hrt, mehrheitlich Stra├čen- oder Eisenbahnbr├╝cken. F├Ąhren sind kursiv dargestellt; dabei handelt es sich bis auf einige Ausnahmen an der Unterweser um Gierseilf├Ąhren . Die F├Ąhrverbindungen sind zum Teil schon vor mehr als hundert Jahren eingerichtet worden. Nachfolgend sind die Daten der aktuell verkehrenden F├Ąhrschiffe angegeben.

Oberweser

Gierseilf├Ąhre zwischen Veckerhagen und Hemeln
Gierseilf├Ąhre zwischen Veckerhagen und Hemeln
  • In Hann. M├╝nden ├╝berqueren die B 3/B 80 auf der 1960 erbauten Stra├čenbr├╝cke die Weser.
  • Die Gierseilf├Ąhre Veckerhagen ÔÇô Hemeln wurde 2000 erbaut, bef├Ârdert bis zu sechs PKW und ist ganzj├Ąhrig in Betrieb.
  • Die Gierseilf├Ąhre Oedelsheim wurde 1997 erbaut. Sie fasst zwei PKW und ist nur in den Sommermonaten in Betrieb.
  • In Gieselwerder quert die L 763 auf einer Stra├čenbr├╝cke, die 1950 als Ersatz f├╝r die im 2. Weltkrieg zerst├Ârte Vorg├Ąngerin von 1900 errichtet wurde. 60 Jahre lang war hier der s├╝dlichste feste Weser├╝bergang.
  • Die Gierseilf├Ąhre Lippoldsberg wurde 1981 erbaut. Sie verkehrt nur in den Sommermonaten und kann drei PKW bef├Ârdern.
  • Die Gierseilf├Ąhre Wahmbeck ÔÇô Gewissenruh wurde 1957 in Dienst gestellt; sie fasst zwei PKW und verkehrt nur in den Sommermonaten.
  • In Bad Karlshafen besteht eine am 22. Oktober 1894 eingeweihte Stra├čenbr├╝cke.
  • Die Stra├čenbr├╝cke der K 61 zwischen Herstelle und W├╝rgassen wurde am 21. Oktober 1982 eingeweiht.
  • Die Stra├čenbr├╝cke der B 241 zwischen Beverungen und Lauenf├Ârde wurde 1902 er├Âffnet, 1945 gesprengt und 1950 wiedererrichtet. Zur F├╝nfzigjahrfeier des Wiederaufbaus stiftete die Beverunger Werbegemeinschaft beim Bl├╝tenfest 2000 eine Beleuchtung f├╝r diese Br├╝cke.
  • In Wehrden f├╝hrt eine Eisenbahnbr├╝cke der Sollingbahn (KBS 356) Ottbergen-Northeim/Han. ├╝ber die Weser.
  • Eine weitere Eisenbahnbr├╝cke gibt es in Boffzen.
  • Die Stra├čenbr├╝cke in H├Âxter wurde in einer ersten Form 1115 errichtet, 1673 von franz├Âsischen Truppen zerst├Ârt und erst im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut. ├ťber sie f├╝hrt die L 755. In H├Âxter gibt es auch eine Eisenbahnbr├╝cke der Verbindung Ottbergen-Kreiensen.
  • Die 1977 in L├╝chtringen erbaute Stra├čenbr├╝cke f├╝r die K 46 wurde am Ufer parallel zur Weser aus Beton gegossen und dann um 90 Grad eingeschwenkt.
  • In Holzminden gibt es zwei Stra├čenbr├╝cken, die Altstadtbr├╝cke und die neue Br├╝cke der B 64 (Umgehung).
  • Die Gierseilf├Ąhre Polle ÔÇô Heidbrink wurde 1988 gebaut und bef├Ârdert bis zu vier PKW. Sie ist ganzj├Ąhrig in Betrieb.
  • In Bodenwerder f├╝hren eine alte Balkenbr├╝cke mit der L 580, eine neue Stahlbetonbr├╝cke mit der B 240 und eine Stahl-Fachwerk-Br├╝cke f├╝r die Eisenbahn ├╝ber die Weser.
  • Zwischen Daspe und Hehlen wird die K 8 ├╝ber eine Stra├čenbr├╝cke gef├╝hrt.
  • Die Gierseilf├Ąhre Hajen kann maximal zwei PKW bef├Ârdern. Sie verkehrt nur im Sommerhalbjahr.
  • Die Gierseilf├Ąhre Grohnde wurde um 1930 gebaut. Sie f├Ąhrt nur im Sommerhalbjahr mit bis zu drei PKW an Bord.
  • Zwischen Kirchohsen und Hagenohsen gibt es eine Stra├čenbr├╝cke f├╝r die L 424 und eine Eisenbahnbr├╝cke ├╝ber die Weser.
  • In Hameln ├╝berspannen zwei Stra├čenbr├╝cken die Weser. Die Alte Br├╝cke wurde 1930 als Ersatz f├╝r eine Kettenbr├╝cke aus dem 19. Jahrhundert errichtet. Im April 1945 wurde sie von deutschen Pioniereinheiten gesprengt und bis 1950 wieder errichtet. 2003 wurde sie grundlegend erneuert. Die Neue Br├╝cke wurde 1975 zur Altstadtentlastung gebaut und f├╝hrt seitdem die B 1 und die B 83 ├╝ber die Weser. Eine 1897 erbaute Eisenbahnbr├╝cke wurde nach der Stilllegung des Eisenbahnverkehrs 1988 zun├Ąchst als Fu├čg├Ąngerbr├╝cke genutzt und 1998 wegen Bauf├Ąlligkeit geschlossen. Auch diese Br├╝cke wurde 1945 gesprengt und bis 1947 wieder aufgebaut.
  • Bei Hessisch-Oldendorf wird die L 434 durch eine Stra├čenbr├╝cke ├╝ber die Weser gef├╝hrt.
  • Die Gierseilf├Ąhre Gro├čenwieden ÔÇô Rumbeck wurde 1960 erbaut und fasst bis zu 4 PKW. Sie verkehrt ganzj├Ąhrig.
  • In Rinteln gibt es zwei Stra├čenbr├╝cken: F├╝r die B 238 und die L 435.
  • Die Stra├čenbr├╝cke bei Eisbergen wurde 1927 gebaut.
  • Zwischen Vlotho und Uffeln ├╝berspannen eine Stra├čenbr├╝cke (L 778) und eine Eisenbahnbr├╝cke die Weser.
  • Die Weserquerung der A 2/E 30 bei Bad Oeynhausen besteht aus je einem Br├╝ckenbauwerk f├╝r jede Fahrtrichtung. Neben der ├Ąlteren Steinbr├╝cke wurde eine moderne Spannbetonbr├╝cke errichtet. Die unweit der Autobahn querende Eisenbahnbr├╝cke wurde in einem Verbund aus Stahltr├Ągern und Betonfahrbahn errichtet.
  • Die Stra├čenbr├╝cke (L 780) bei Porta Westfalica wurde am 29. Mai 1954 als erste vollst├Ąndig geschwei├čte Br├╝cke Europas dem Verkehr ├╝bergeben.
  • In Minden ├╝berqueren sechs Br├╝cken die Weser, davon drei Stra├čenbr├╝cken ( B 65 , L 534, L 764), eine Eisenbahnbr├╝cke, eine Fu├čg├Ąngerbr├╝cke und eine Kanalbr├╝cke des Mittellandkanals (Weserkreuz). Die ├Ąlteste h├Âlzerne Weserbr├╝cke in Minden wurde bereits 1232 erw├Ąhnt und 1594 - 1597 durch eine Steinbr├╝cke ersetzt. Diese Steinbr├╝cke wurde 1813 von franz├Âsischen Truppen gesprengt, sp├Ąter notd├╝rftig repariert und 1871 -1874 durch eine Eisenbr├╝cke ersetzt. Am 11. Mai 1915 wurde eine neue Weserbr├╝cke ohne Pfeiler er├Âffnet, die 1945 gesprengt und bis 1947 wieder instand gesetzt wurde. Ab 1969 wurden zwei neue Stra├čenbr├╝cken n├Ârdlich und s├╝dlich des Stadtzentrums erbaut.

Mittelweser

  • Die Stra├čenbr├╝cke (L 770) bei Petershagen wurde 1970 gebaut.
  • Bei Schl├╝sselburg quert die K 1 auf einer 1956 er├Âffneten Stra├čenbr├╝cke die Weser.
  • Die B 441 und die B 215 werden zusammen bei Stolzenau durch eine Stra├čenbr├╝cke ├╝ber die Weser gef├╝hrt.
  • In Landesbergen gibt es zwei Stra├čenbr├╝cken.
  • In Nienburg ├╝berqueren vier Br├╝cken die Weser, davon zwei Stra├čenbr├╝cken, eine Eisenbahnbr├╝cke und eine Fu├čg├Ąngerbr├╝cke. Die ├Ąlteste, noch aus Holz erbaute Stra├čenbr├╝cke wurde 1715 - 1723 durch eine Steinbr├╝cke ersetzt. Diese Steinbr├╝cke wurde 1903 abgerissen und durch eine modernere Br├╝cke ersetzt. Bis zum Bau der Umgehungsstra├če f├╝hrte die B 6 ├╝ber die alte Weserbr├╝cke.
  • Bei Drakenburg quert die K 2 auf einer Stra├čenbr├╝cke die Weser.
  • Die Gierseilf├Ąhre Schweringen ÔÇô Gandesbergen wurde 1999 erbaut und bef├Ârdert bis zu vier PKW. Sie ist ganzj├Ąhrig in Betrieb.
  • Die Stra├čenbr├╝cke (L 330) in Hoya entstand 1883 zeitgleich mit der Kleinbahnlinie nach Eystrup.
  • Die Stra├čenbr├╝cke (L 203) in Gro├č-Hutbergen bei Verden wurde 1884 erbaut und war lange Zeit die einzige Weserbr├╝cke im Landkreis Verden.
  • Die Stra├čenbr├╝cke (K 9) ├╝ber die Weserschleuse bei Langwedel wurde 1958 er├Âffnet und f├╝r leichte Kraftfahrzeuge bis maximal sechs Tonnen freigegeben.
  • Die Stra├čenbr├╝cke (L 156) zwischen Achim-Uesen und Werder wurde am 28. August 1928 er├Âffnet. An dieser Br├╝cke wurden 1966 Szenen von Richard Lesters Antikriegsfilm ÔÇ× Wie ich den Krieg gewann ÔÇť gedreht. In dem Film, der haupts├Ąchlich durch die Mitwirkung von John Lennon Popularit├Ąt erlangte, verk├Ârpert die Ueser Br├╝cke ├╝brigens eine Rheinbr├╝cke.
  • Es bestehen zehn Weserquerungen in Bremen:
  • Die Eisenbahnbr├╝cke der Bahnlinie Bremen-Osnabr├╝ck Weserkilometer 357,200
  • Die Autobahnbr├╝cke der A 1 ÔÇ×HansalinieÔÇť/E 22 bei Arsten wurde 1962 dem Verkehr ├╝bergeben und 1978 auf sechs Fahrspuren verbreitert. Weserkilometer 358,500
  • Eine Fu├čg├Ąnger- und Radfahrerquerung ├╝ber das Weserwehr bei Hemelingen Weserkilometer 362,100
  • Die Erdbeerbr├╝cke, eigentlich Werderbr├╝cke (seit 1999 Karl-Carstens-Br├╝cke), verbindet als Stra├čenbr├╝cke die Stadtteile Hemelingen und Habenhausen Weserkilometer 362,950
Die Sielwallf├Ąhre
Die Sielwallf├Ąhre
  • Die motorgetriebene Sielwallf├Ąhre verbindet die ├ľstliche Vorstadt mit dem Werder ("zwischen den Fl├╝ssen"). Sie ist eine reine Personenf├Ąhre. Weserkilometer 365,400
  • Die heutige Wilhelm-Kaisen-Br├╝cke (Stra├če) wurde 1961 als Gro├če Weserbr├╝cke er├Âffnet. Sie ist die Nachfolgebr├╝cke f├╝r die 1895 errichtete erste Gro├če Weserbr├╝cke (L├╝deritzbr├╝cke, Adolf-Hitler-Br├╝cke). ├ťber sie f├╝hrt die im Bremer Stadtgebiet mittlerweile herabgestufte B 75 Weserkilometer 366,670

Unterweser

  • Die 1993 er├Âffnete Teerhofbr├╝cke verbindet als reine Fu├čg├Ąngerbr├╝cke die Stadtteile Mitte und Neustadt Unterweserkilometer 0,400
  • Die 1950- 1952 als Stahl-Balkenbr├╝cke erbaute B├╝rgermeister-Smidt-Br├╝cke ist eine Stra├čenbr├╝cke, die eine ├Ąltere Bogenbr├╝cke ersetzte Unterweserkilometer 0,625
  • Die Stephanibr├╝cke mit der B 6 Unterweserkilometer 1,250
  • Die Eisenbahnbr├╝cke der Bahnlinie Bremen ÔÇô Oldenburg, die letzte Weserbr├╝cke und bis zum Bau des Wesertunnels Dedesdorf die letzte feste Weserquerung, wurde 1867 errichtet, im M├Ąrz 1945 zerst├Ârt und bis zum Dezember 1946 wieder notd├╝rftig repariert. Im Mai 1962 ersetzte eine neue Fachwerkbr├╝cke das eingleisige Provisorium aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Unterweserkilometer 1,375
  • Die F├Ąhre zwischen Lemwerder und Vegesack besteht seit dem 13. Jahrhundert. Sie verkehrt tags├╝ber im Zehn-Minuten-Takt. Die heutige Motorf├Ąhre wurde 1992 erbaut und bef├Ârdert bis zu 35 PKW. W├Ąhrend der Hauptverkehrszeit wird eine zweite F├Ąhre eingesetzt, so dass die Fahrg├Ąste maximal f├╝nf Minuten warten brauchen Unterweserkilometer 20,500
  • 1975 in Dienst gestellt transportiert die Motorf├Ąhre Blumenthal ÔÇô Motzen ganzj├Ąhrig bis zu 22 PKW. Unterweserkilometer 22,000
Weserf├Ąhren zwischen Berne und Farge an der Unterweser
Weserf├Ąhren zwischen Berne und Farge an der Unterweser
  • Zwei Motorf├Ąhren stellen zwischen Farge und Berne ganzj├Ąhrig die Verbindung der B 74 her. Die F├Ąhren wurden 1983 gebaut und k├Ânnen jeweils bis zu 20 PKW bef├Ârdern. Unterweserkilometer 25,300
  • Die Motorf├Ąhre Guntsiet bef├Ârdert Personen und Fahrr├Ąder von Brake auf die Weserinsel Harriersand und zur├╝ck. Unterweserkilometer 39
  • Zwischen Brake-Golzwarden und Sandstedt transportiert die 1964 gebaute Motorf├Ąhre bis zu 22 PKW. Ihr Betrieb sollte 2005 eingestellt werden. Dies konnte aber zun├Ąchst durch Privatisierung abgewendet werden. Unterweserkilometer 43
  • Der Wesertunnel Dedesdorf ÔÇô Stadland wurde 2004 im Vorgriff einer m├Âglichen Verl├Ąngerung der A 22 fertig gestellt. Unterweserkilometer 52
  • Die Motorf├Ąhre Bremerhaven ÔÇô Blexen wurde 1957 gebaut und fasst maximal 40 PKW. Sie ist mit 56 Metern L├Ąnge und 772 Bruttoregistertonnen die gr├Â├čte Weserf├Ąhre. Unterweserkilometer 64ÔÇô66

Eisenbahnstrecken am Weserlauf

Im Gegensatz zum Rhein, dessen Flusslauf auf weiten Strecken beidseitig von Eisenbahnlinien begleitet wird, gibt es an der Weser keine durchgehende Eisenbahnverbindung. An den Ufern der Oberweser ist oft kein Platz f├╝r die notwendige Trassierung und an der Mittelweser behindern die zahlreichen Weserschleifen eine flussnahe Streckenf├╝hrung. Nur folgende Teilstrecken verlaufen wesernah:

  • Strecke: Northeim ÔÇô Ottbergen , Teilst├╝ck Lippoldsberg ÔÇô Wehrden mit Halt in Bad Karlshafen und Lauenf├Ârde/Beverungen
  • Strecke: Altenbeken ÔÇô Kreiensen, Teilst├╝ck Godelheim ÔÇô Holzminden mit Halt in Godelheim, H├Âxter, L├╝chtringen und Holzminden
  • Strecke: Bad Pyrmont ÔÇô Hannover, Teilst├╝ck Kirchohsen ÔÇô Hameln mit Halt in Kirchohsen und Hameln
  • Strecke: Hildesheim ÔÇô Bad Oeynhausen, Teilst├╝ck Hameln ÔÇô Bad Oeynhausen mit Halt in Hameln, Hessisch Oldendorf, Rinteln, Vlotho und Bad Oeynhausen
  • Strecke: Osnabr├╝ck ÔÇô Hannover, Teilst├╝ck Bad Oeynhausen ÔÇô Minden mit Halt in Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden
  • Strecke: Minden ÔÇô Nienburg mit Halt in Minden, Lahde , Leese, Landesbergen und Nienburg
  • Strecke: Hannover ÔÇô Bremen, Teilst├╝ck Nienburg ÔÇô Bremen mit Halt in Nienburg, Verden, Langwedel, Achim und Bremen
  • Strecke: Bremen ÔÇô Nordenham, Teilst├╝ck Berne - Nordenham mit Halt in Berne, Elsfleth, Brake, Rodenkirchen und Nordenham

Weserkraftwerke

Kraftwerk Bremen-Hastedt mit Weserwehr und Schleuse
Kraftwerk Bremen-Hastedt mit Weserwehr und Schleuse
Steinkohlekraftwerk der E.On in Farge (Unterweser)
Steinkohlekraftwerk der E.On in Farge (Unterweser)

Elektrizit├Ątswerke , die das Wasser der Weser nutzen:

Ort Betreiber Energiequelle in Betrieb
W├╝rgassen E.ON Siedewasserreaktor 1971 - 1995
Grohnde E.ON Druckwasserreaktor seit 1985
Hameln Pfortm├╝hle, Werder GWS Stadtwerke GmbH Wasser seit 1933
Petershagen E.ON Wasser seit 1987
Minden, Schachtschleuse Wasser nein
Schl├╝sselburg E.ON Wasser seit 1960
Landesbergen E.ON Wasser seit 1960
Landesbergen E.ON Erdgas seit 1973
Drakenburg E.ON Wasser seit 1960
D├Ârverden E.ON Wasser seit 1913
Langwedel E.ON Wasser seit 1960
Bremen-Hemelingen Greenpeace energy Wasser 1912-1987, ab 2009
Bremen-Hastedt SWB Synor Steinkohle , Erdgas seit 1972
Bremen-Industrieh├Ąfen SWB Synor Steinkohle, Erdgas seit 1968
Farge E.ON Steinkohle seit 1969
Stadland ( KKW Unterweser ) E.ON Druckwasserreaktor seit 1978

Siehe auch

Wiktionary: Weser ÔÇô Wortherkunft, Synonyme und ├ťbersetzungen
  • Die l├Ąngsten Fl├╝sse der Erde
  • Liste der Fl├╝sse in Deutschland

Literatur

  • Nils Aschebeck, Wolf Dietmar Stock: Eine Flussfahrt von der Aller bis zur Nordsee. Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1998. ISBN 3-88132-350-3
  • Georg Bessell: Geschichte Bremerhavens. Morisse, Bremerhaven 1927, 1989.
  • Heinz Conradis: Der Kampf um die Weservertiefung in alter Zeit. In: Bremisches Jahrbuch. Bremen 41.1944.
  • J. W. A. Hunichs: Practische Anleitung zum Deich-, Siel- und Schlengenbau. Erster Theil, von den Sielen. Bremen 1770.
  • Kuratorium f├╝r Forschung im K├╝steningenieurswesen: Die K├╝ste. In: Archiv f├╝r Forschung und Technik an der Nord- und Ostsee. Boyens, Heide 51.1991. ISSN 0452-7739
  • Karl L├Âbe: Das Weserbuch. Niemeyer, Hameln 1968.

Weblinks

Commons: Weser ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien
Commons: Bremen ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien
Commons: Bremerhaven ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien

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