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Letzte Änderung für Artikel Reinhardshagen: 20.02.2006 14:01

Reinhardshagen

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Wappen Karte
Wappen von Reinhardshagen Deutschlandkarte, Position von Reinhardshagen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk : Kassel
Landkreis : Kassel
Geografische Lage :
Koordinaten: 51° 30' N, 09° 37' O
51° 30' N, 09° 37' O
Höhe : 159 - 472 m ĂŒ. NN
FlĂ€che : 12,99 kmÂČ
Einwohner : 5.119 (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte : 394 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl : 34359
Vorwahl : 05544
Kfz-Kennzeichen : KS
GemeindeschlĂŒssel : 06 6 33 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amtsstraße 10
34359 Reinhardshagen
Website: www.reinhardshagen.de
E-Mail-Adresse: gemeinde@reinhardshagen.de
Politik
BĂŒrgermeister : Lothar Merkwirth

Die Gemeinde Reinhardshagen liegt in Deutschland im sĂŒdlichen Weserbergland direkt an der Weser, zehn Kilometer nördlich der Fachwerkstadt Hann. MĂŒnden. Reinhardshagen gehört zum Landkreis Kassel in Hessen.

Die Gemeinde entstand 1972 im Laufe der Gebietsreform aus den beiden Orten Vaake und Veckerhagen, deren Geschichte bis ins 9. bis 12. Jahrhundert zurĂŒckreicht. Der Name der Gemeinde leitet sich vom sĂŒdwestlich des Ortes liegenden Reinhardswald ab.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Ein stĂ€ndiger Wechsel von DurchbruchstĂ€lern und Talerweiterungen prĂ€gen die Landschaft der Oberweser. Der Strom durchfließt zwischen Hann. MĂŒnden und Bad Karlshafen eine Bruchfalte des Buntsandsteingewölbes von Bramwald , Reinhardswald und Solling .

In einer der zahlreichen Talerweiterungen liegen auf der linken Weserseite Vaake und Veckerhagen und auf der rechten Seite der zu Hann. MĂŒnden gehörende Ort Hemeln. Die Weser bildet hier die Grenze zwischen den BundeslĂ€ndern Niedersachsen und Hessen.

In Vaake mĂŒndet die Ahle in die Weser, in Veckerhagen der Hemelbach. Beide entspringen nur wenige Kilometer entfernt im Reinhardswald.

Geschichte

Die mit LĂ¶ĂŸ und Auelehm bedeckten buchtenartigen FlĂ€chen, auf denen Vaake, Veckerhagen und Hemeln liegen, mĂŒssen schon frĂŒh waldfrei und besiedelt gewesen sein. Steinzeitliche Funde in Vaake ( Steinbeil ) und Hemeln ( Feuersteindolch ) deuten dies an. Bis zur Christianisierung liegt jedoch ein tiefes Dunkel ĂŒber diesem Gebiet, bis die ersten schriftlichen Zeugnisse nachweisbar sind.

Vaake

Reinhardshagen, Ortsteil Vaake
Reinhardshagen, Ortsteil Vaake

ErsterwÀhnungen

Das Kloster Corvey , 816 bei Höxter gegrĂŒndet, erhielt durch rege MissionstĂ€tigkeit seiner Benediktinermönche an der Oberweser erheblichen Landbesitz. In den Corveyer Traditionen, einer Sammlung von Aufzeichnungen Corveyer Mönche ĂŒber die dem Kloster gemachten Schenkungen von Allodialgut , wird ein Ort Faca oder Fata erwĂ€hnt, zuzuordnen dem Zeitraum zwischen 822 bis 891 . Wurde bis 1970 die ErsterwĂ€hnung von Vaake in den Dissertationen von Anna Schroeder-Petersen und Helmut JĂ€ger mit vor 978 angegeben, berechnete der WitzenhĂ€user Historiker Karl August Eckhardt in seiner Studia Corbeiensia die ErsterwĂ€hnung Vaakes auf das Jahr 866 .

Mit der GrĂŒndung des Reichsklosters Hilwartshausen unweit Vaakes erhielten ab 960 die Nonnen durch Stiftungen und Rodungen ebenfalls umfangreichen Grundbesitz im oberen Wesertal. 1003 ist ein solcher in Vaake nachgewiesen und urkundlich festgehalten. Dieses in lateinischer Sprache verfasste Papier schildert jedoch mehrere zeitlich voneinander unabhĂ€ngige VorgĂ€nge und verdichtet sie zu einem scheinbar in kurzen AbstĂ€nden erfolgten Ereignis. Hieraus abgeleitet datierten die Historiker Karl A. Kroeschell und Hans-Walter Krumwiede die ersterwĂ€hnte Schenkung auf 965 .

Das Staatsarchiv Marburg gelangte 1978 schließlich zu der Feststellung, dass unter Zugrundelegung der Corveyer Traditionen Vaake bereits frĂŒher erwĂ€hnt sei. Die ErsterwĂ€hnung Vaakes sei zwar in den Corveyer Traditionen nicht genau datiert, das Datum aber von Eckhardt mit ausreichender Genauigkeit auf 866 errechnet worden.

Grundherren

Die urkundlich erwĂ€hnten Namen der Grundherren von Vaake geben Aufschluss ĂŒber die wechselnden BesitzverhĂ€ltnisse und die Entstehung des Nachbarortes Veckerhagen. Als Grundherren von Vaake werden im 13. Jahrhundert genannt:

  • 1247 Ludolph von Ukken
  • 1272 Graf Ludolph von Dassel
  • 1273 Erzbischof Werner von Mainz
  • 1288 Graf Otto von Eberstein
  • 1290 Mainz und Braunschweig (gemeinsam)

Besitztitel im 14. und. Anfang des 15. Jahrhunderts hatten:

  • 1304 Kloster Hilwartshausen
  • 1343 Ritter Heinrich von Stockhausen, die BrĂŒder Vecker und der hessische Landgraf Ludwig
  • 1348 Albrecht und Reynar, genannt Feker
  • 1358 Reinhart Vecker
  • 1372 Reinhart Vecker, der Groppe (Graf) von Gudenburg und Lambert von Stockhausen
  • 1400 Albert Vecker, Otto Groppe, Landgraf Hermann
  • 1402 Lamprecht, Helmbrad und Albrecht von Stockhausen und Landgraf Hermann
  • 1406 Heinrich und Dietrich von Hardenberg und Kloster Hilwartshausen

1455 brannte die paderbornische Besatzung der Krukenburg unter der FĂŒhrung der Ritter Georg von Spiegel und Johann von Winzingerode das Dorf Vaake, das im gemeinsamen Besitz von Braunschweig und Hessen war, nieder.

1538 tauschten die beiden FĂŒrsten, Herzog Erich von Braunschweig und Landgraf Philipp von Hessen ihre gleichen HĂ€lften an den Dörfern Vaake und Hemeln aus. Vaake wurde dadurch ganz hessisch und Hemeln ganz braunschweigisch.

Veckerhagen

Reinhardshagen, Ortsteil Veckerhagen
Reinhardshagen, Ortsteil Veckerhagen

ErsterwÀhnung

Der Ortsname Veckerhagen lĂ€sst die Annahme zu, dass die GrĂŒndung des Ortes in eine Rodungsperiode des ausgehenden 13. Jahrhunderts fĂ€llt, in der die meisten Dörfer mit der Endung Hagen entstanden sind. 1297 wird der Ortsname in einer lateinischen Stiftungsurkunde der WitzenhĂ€user Kaufmannsgilde erstmalig erwĂ€hnt. In ihr wird der TuchhĂ€ndler Henricus de Fekkershagen aufgefĂŒhrt, in einer Abschrift dieser Urkunde aus dem Jahr 1575 als Heinrich vom Feckernhagen ĂŒbersetzt. Der Namensanhang ist bei einem TuchhĂ€ndler als Ortsname zu erklĂ€ren, nicht als adeliger Familienname.

Feckernhagen, Heinrichs Wohnort, bestand sicherlich schon einige Jahre, so dass man davon ausgehen kann, dass die GrĂŒndung des Ortes in die Schöneberger Rodungsperiode der Jahre 1270 - 1280 fĂ€llt. Die Edelherren von Schöneberg verloren durch Streitigkeiten mit der mainzischen Besatzung der Stadt Hofgeismar ihren dortigen Besitz und Einfluss und versuchten ab 1272 durch Rodungen am Ostrand des Reinhardswaldes wieder zu Eigenbesitz und Vogteirechten zu kommen. In dieser Zeit entstanden acht Siedlungen, darunter die nicht mehr existenten Horode und Herboldissen nahe des heutigen Veckerhagen. 1278 schenkte, durch Urkunde belegt, Konrad von Schönberg die Rodung Horode dem Kloster Hilwartshausen. Auch wenn Veckerhagen bei diesem Vorgang nicht ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt wurde, kann man seine Entstehung ungefĂ€hr in diesem Jahr vermuten.

Grundherren

Veckerhagen war ursprĂŒnglich ein Hof oder Hagen oder Hain, den die in Vaake ansĂ€ssige, dem niederen Dienstadel entstammende Freibauernfamilie der Vecker (auch Feker) unter der Oberlehnherrschaft der Edelherren von Schöneberg durch Eichenwaldrodungen angelegt hat. Die GrĂ¶ĂŸe dieses Hofes wird deutlich, als er 1342 von den damaligen Besitzern, der Ritter von Stockhausen, an den hessischen Landgrafen Ludwig abgetreten wurde. Der Hof, in der entsprechenden Urkunde bereits als Dorf bezeichnet, wurde bis nach 1400 weiterhin von der bĂ€uerlichen Ritterfamilie Vecker zu Lehen genommen.

Wichtig fĂŒr die geschichtliche Entwicklung Veckerhagens war 1430 - 1431 die Anlage einer von einem Graben umgebenen, unmittelbar am Weserufer gelegenen Burg durch Landgraf Ludwig von Hessen. Sie ermöglichte das ungestörte Anwachsen des Ortes in ihrem Schutz. Die Herren von Stockhausen, niedersĂ€chsisch-hessischer Uradel, wurden wiederholt als Verwalter der Landgrafen von Hessen auf der Burg Veckerhagen genannt. In der Zeit von 1431 bis 1500 ĂŒbte Vater Hans von Stockhausen, seine Söhne Hans und Heinrich und schließlich Hans allein die Amtsverwaltung aus. Mit dem Ende der Stiftsfehde zwischen Mainz und Paderborn im Jahr 1462 war der eigentliche, militĂ€rische Zweck des Amtes Veckerhagen erfĂŒllt, wenngleich dessen Auflösung erst um 1550 erfolgte. Dem Ausbau der Burg wurde keine Beachtung mehr geschenkt und sie verfiel in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurzer Zeit.

Die von Stockhausen besaßen in Veckerhagen auch nach der Auflösung des Amtes Land. Dies ist fĂŒr die Jahre 1551 im Gieselwerder Salbuch und fĂŒr die Jahre 1570 und 1587 im Sababurger Salbuch erwĂ€hnt. Noch 1750 bestand in Veckerhagen ein adelig-stockhausisches Meiergut in der GrĂ¶ĂŸe von 14 Äckern

In Anlehnung an die alte Burg entstand Ende des 17. Jahrhunderts unter Carl von Hessen-Kassel ein neues Barockschloss . Das Schloss und die dazu gehörende DomĂ€ne hatte bis zu ihrem Tod 1770 die ReichsgrĂ€fin Barbara Christine von Bernhold inne. Danach ging der Besitz an den Landgrafen Friedrich II. von Hessen zurĂŒck.

Politik

Der Gemeinderat von Reinhardshagen setzt sich seit der letzten Kommunalwahl 2001 wie folgt zusammen:

  • CDU 32,45 %
  • SPD 50,82 %
  • GrĂŒne 6,47 %
  • F.D.P. 4,95 %
  • UnabhĂ€ngige 5,30 %

Die Gemeindeverwaltung nutzt die RÀume beider Ortsteil-RathÀuser, der Gemeinderat tagt im Rathaus Veckerhagen.

Verkehrswege

Infolge der geologischen VerhĂ€ltnisse waren bis Ende des 19. Jahrhunderts die im Tal sprengelartig zusammen liegenden Ortschaften vom Verkehr abgelegen. Der Straßenverkehr hatte nur örtliche Bedeutung, auch wenn bereits Anfang des 17. Jahrhunderts eine Personen- und WagenfĂ€hre Veckerhagen mit Hemeln verband. Auch die Eisenbahn mied aufgrund der zahlreichen engen Stellen das Tal. Lediglich die Wasserstraße der Weser verband bereits im Mittelalter MĂŒnden mit Bremen und war der Grund fĂŒr den Aufschwung und die wirtschaftliche BlĂŒte der Region.

Die Anschlussstelle HedemĂŒnden/Werratal der Bundesautobahn ( A 7 ) ist nach 20 Kilometern Fahrt auf der Bundesstraße 80, die dem Weser- und Werralauf folgt und durch Reinhardshagen fĂŒhrt, zu erreichen.

Die heutige B 80 wurde als durchgehende Wesertalstraße erst ab 1895 ausgebaut. Hierbei trug man stellenweise das an die Weser herantretende Gebirge ab und benutzte das gewonnene Gestein zur AufschĂŒttung der Trasse . Da die BerghĂ€nge nach dem Bau der Weserstraße deutlich steiler anstiegen, kam es bis Ende der 1980er Jahre immer wieder zu Verkehr behindernden Erdrutschen . So wurde die B 80 im Winter 1981 / 1982 gleichzeitig sĂŒdlich und nördlich von Reinhardshagen verschĂŒttet. Da auch die FĂ€hre wegen Weser- Hochwassers ihren Betrieb einstellen musste und zusĂ€tzlich die letzte verbliebene Straßenverbindung ĂŒber den Reinhardswald durch starken Schneefall unpassierbar wurde, war Reinhardshagen einige Tage lang nicht zu erreichen. Bei einem Erdrutsch im Jahr 1987 zwischen Hann. MĂŒnden und Reinhardshagen wurde ein Langholztransporter aus Gottstreu in die Weser gedrĂŒckt. Der Fahrer des Lastwagens kam bei dem UnglĂŒck ums Leben. Daraufhin blieb die B 80 bis 1990 gesperrt. Man bannte die Erdrutschgefahr, indem man die gefĂ€hrdeten HĂ€nge mit Betonankern versah, mit Stahlnetzen ĂŒberspannte und den Baumbewuchs entfernte.

GierseilfĂ€hre ĂŒber die Weser zwischen Veckerhagen und Hemeln
GierseilfĂ€hre ĂŒber die Weser zwischen Veckerhagen und Hemeln

In heutiger Zeit stellt die 2000 in Dienst gestellte, grĂ¶ĂŸere FĂ€hre tagsĂŒber eine zuverlĂ€ssige Verbindung nach Hemeln und von dort ĂŒber Dransfeld nach Göttingen dar. Sie fĂ€hrt umweltfreundlich ohne motorischen Antrieb als GierseilfĂ€hre und kann bis zu 8 Personenkraftwagen transportieren. Die Überfahrt dauert vier Minuten. Fahrzeuge ĂŒber 16 Tonnen Gesamtgewicht darf die FĂ€hre nicht aufnehmen. 1982 , als es diese BeschrĂ€nkung nicht gab und noch eine kleinere FĂ€hre im Einsatz war, brachte ein mit Frischbeton beladener Laster durch die Rotation seiner Mischtrommel die FĂ€hre in SchrĂ€glage. Der Betonlaster kippte seitwĂ€rts in die Weser und sein Fahrer ertrank. Bereits 1956 stĂŒrzte ein mit Holz beladenes Pferdefuhrwerk von der FĂ€hre.

An der B 80 entlang fĂŒhrt durchgehend ein Radwanderweg von Hann. MĂŒnden nach Bad Karlshafen. Er ist Teil des viel befahrenen Weserradweges von Hann. MĂŒnden nach Bremerhaven.

Der Reinhardshagen nĂ€chstgelegene Bahnhof befindet sich in Hann. MĂŒnden. Von hier aus fahren RegionalzĂŒge nach Kassel, Göttingen und Erfurt.

Fahrgastschiff Hessen
Fahrgastschiff Hessen

Im Öffentlichen Personennahverkehr (Busse) sind Hann. MĂŒnden ĂŒber die B 80 und Kassel ĂŒber die Reinhardswaldstraße von Reinhardshagen aus direkt zu erreichen. Ein BĂ€derbus fĂ€hrt tĂ€glich nach Bad Karlshafen. In den Sommermonaten (1. Mai bis 15. September) wird Reinhardshagen im Linienverkehr durch das Fahrgastschiff Hessen der Linie 2000 montags in Richtung Hann. MĂŒnden und mittwochs in Richtung Bad Karlshafen angefahren.

Ein dichtes Netz gekennzeichneter Rundwanderwege durchzieht von Reinhardshagen aus den Reinhardswald. So sind zum Beispiel der Gahrenberg in einer Stunde, die Tillyschanze oberhalb von Hann. MĂŒnden in drei Stunden und die Sababurg in vier Stunden zu erreichen.

Etwa 24 Kilometer von Reinhardshagen entfernt liegt der Flugplatz Kassel-Calden, der in den nÀchsten Jahren zu einem Regionalflughafen ausgebaut werden soll. Der nÀchstgelegene, in Betrieb befindliche Regionalflughafen ist in Paderborn.

Hochwasser

Weserhochwasser Januar 2003 in Vaake, Pegelstand 5,81 Meter
Weserhochwasser Januar 2003 in Vaake, Pegelstand 5,81 Meter
Weserhochwasser FrĂŒhjahr 1909 in Veckerhagen, Pegelstand 6,93 Meter
Weserhochwasser FrĂŒhjahr 1909 in Veckerhagen, Pegelstand 6,93 Meter

Der normale Wasserstand der Weser betrĂ€gt in Reinhardshagen je nach Jahreszeit 35 bis 110 Zentimeter. Durch die nahen QuellflĂŒsse Fulda und Werra, die Schmelz- und Regenwasser aus der Rhön und dem ThĂŒringer Wald mit sich fĂŒhren, steigt der Wasserstand regelmĂ€ĂŸig fast jedes FrĂŒhjahr stark an. Dies kann dann zu Überflutungen der ufernahen Straßen in Vaake und Veckerhagen fĂŒhren. Die AutofĂ€hre stellt ihren Verkehr ab einem Pegelstand von 2,7 Metern ein.

Im FrĂŒhjahr 1909 stieg die Weser in Veckerhagen auf nahezu sieben Meter und ĂŒberschwemmte weite Teile des alten Ortskerns. Rund um Brauhaus und Kirche konnte man sich nur mit Booten fortbewegen. Das Hochwasser hielt mehrere Tage an und verursachte erhebliche SchĂ€den.

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Staumauer des Edersees durch einen britischen Fliegerangriff zerstört. Es entstand ein 70 Meter breites und 22 Meter tiefes Loch in der Mauer, aus dem rund 160 Millionen Kubikmeter Wasser strömten. Eine sechs bis acht Meter hohe Flutwelle ergoss sich durch das untere Edertal und ĂŒber die Fulda schließlich ins Wesertal. Sie erreichte am 19. Mai abgeschwĂ€cht Vaake und Veckerhagen. Da die Bewohner der Orte ĂŒber das bevorstehende Ereignis unterrichtet worden waren, konnten SchĂ€den an Hab und Gut vermieden werden. Der Flurschaden war allerdings betrĂ€chtlich.

Der Durchgangsverkehr auf der B 80 ist von Überflutungen nicht beeintrĂ€chtigt, da die StraßenfĂŒhrung in Ortslage deutlich ĂŒber den bisher erreichten Hochwassermarken liegt. GefĂ€hrdeter sind die tiefer liegenden Teile des Neubaugebiets zwischen Veckerhagen und Vaake durch das mit Hochwassern verbundene Ansteigen des Grundwasserspiegels. OberflĂ€chenwasser spielt hier keine Rolle. Auch die durch Reinhardshagen fließenden BĂ€che Ahle und Hemelbach fĂŒhrten dank geschickter Regulierung bisher kein Hochwasser.

Ortsbild

Fachwerkensemble in Vaake
Fachwerkensemble in Vaake

In beiden Ortsteilen finden sich zahlreiche FachwerkhĂ€user verschiedener Epochen. Viele davon sind reich verziert und tragen SinnsprĂŒche auf dem Rahmholz. Am Weserufer des ehemaligen Fischerdorfes Vaake bilden FachwerkhĂ€user mit teils niederdeutschem Einfluss, zum Beispiel der charakterischen großen Mitteldiele , den Abschluss der 30 Meter breiten Uferpromenade . In dieser HĂ€userzeile befindet sich auch die evangelische Kirche aus dem 13. Jahrhundert .

"Amtshaus" in Veckerhagen
"Amtshaus" in Veckerhagen

In Veckerhagen gruppieren sich die FachwerkhÀuser rund um die Kirche teilweise zu geschlossenen Ensembles . Besonders auffÀllig ist das heute freistehende Amtshaus aus dem 17. Jahrhundert mit vier Stockwerken .

Neben den historischen Ortskernen, die sich unmittelbar an der Weser befinden, ziehen sich Wohnbebauungen den Hang zum Reinhardswald hinauf bis an die Waldgrenze. In den 1980er Jahren ist ein Neubaugebiet zwischen Veckerhagen und Vaake entstanden.

Infrastruktur und Wirtschaft

Zeche Gahrenberg

Drei Kilometer sĂŒd-westlich von Reinhardshagen liegt der Gahrenberg, mit 472 Metern die höchste Erhebung des sĂŒdlichen Reinhardswaldes. Dort wurde von 1842 bis zum Oktober 1970 Braunkohle im Untertagebergbau abgebaut. Durch einen 250 Meter langen Stollen konnte ein Flöz von vier bis zehn Metern MĂ€chtigkeit, 1.800 Metern LĂ€nge und 500 Metern Breite aufgeschlossen werden. In den letzten Jahren ihrer Nutzung wurden zwischen 15.000 und 20.000 Tonnen jĂ€hrlich von einer 30 bis 40 Mann starken Belegschaft gefördert. Die Zeche am Gahrenberg wurde von der Firma Habich's Söhne in Veckerhagen betrieben. Die Farbenfabrik deckte ihren Energiebedarf mit der geförderten Braunkohle und verwendete die nebenbei anfallende Schmierkohle, das so genannte Kasseler Braun, zur Farbherstellung. Ein geringer Teil des Abbaus diente in den umliegenden Dörfern als Hausbrandkohle. Die vorhandene Braunkohle wurde bis 1970 nur etwa zu einem Drittel abgebaut. PreisgĂŒnstigere Brennstoffe wie Erdöl haben die Kohle verdrĂ€ngt und fĂŒhrten zur Stilllegung der Zeche. Die Förderanlagen wurden fast vollstĂ€ndig abgerissen und der Stollenmund verschlossen. Heute steht noch das ehemalige Kesselhaus mit schuppenĂ€hnlichen Anbauten, das vom Forstbetriebshof Gahrenberg genutzt wird.

Farbenfabrik

Der grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber der Gemeinde ist neben der Forstwirtschaft die Farbenfabrik Habich’s Söhne, die 1810 nach dem Erwerb des Schlosses von Kassel nach Veckerhagen umsiedelte. Neben dem Schloss wurden nach und nach dessen Stil angepasste Produktions- und LagergebĂ€ude errichtet. Der Kauf der Braunkohlenzeche im Jahr 1834 und deren Ausbau ermöglichte dem Unternehmen seit 1865 die Produktion von Farbkohle, mit denen man Farben herstellte, die als Casseler Braun weltweit exportiert werden konnten. In der Folge wurde die Produktpalette um natĂŒrliche Erdfarben, Chrom- und Zinkfarben, Lacke wie dem Litholrot (seit 1910 ) und Druck- und Tapetenfarben ( 1921 - 1973 ) erweitert. Heute ist die Firma spezialisiert auf die Herstellung von Trocken-Farbpigmenten zur EinfĂ€rbung von Kunststoffen (seit 1955 ) und bunten Vollton- und Abtönfarben fĂŒr Dispersionsfarben (seit 1959 ).

Land- und Forstwirtschaft

Trat bis Ende der 1980er Jahre die Landwirtschaft ( Milchviehhaltung , Weideschafe ) völlig in den Hintergrund, ist die Forstwirtschaft auch heute noch von großer Bedeutung. Seit 2003 verwaltet das Hessische Forstamt Gahrenberg in Reinhardshagen rund 13.000 Hektar WaldflĂ€che und nimmt somit grĂ¶ĂŸenmĂ€ĂŸig den Spitzenplatz in Hessen ein. 99,5 Prozent der WaldflĂ€che sind Staatswald im Besitz des Landes Hessen, 0,5 Prozent entfallen auf Kommunal- und Privatbesitz. Die WaldflĂ€chen sind zehn Revierförsterdienstbezirken zugeordnet. Deshalb gibt es sowohl in Veckerhagen wie auch in Vaake zusĂ€tzlich eine Revierförsterei.

Friedwald

Im Jahr 2001 wurde im Forstamtsbezirk Reinhardshagen der erste natur belassene Waldfriedhof in Deutschland eröffnet. Im Friedwald Reinhardswald werden die Urnen Verstorbener im Wurzelbereich von BĂ€umen beigesetzt. Die 116 Hektar große FlĂ€che zwischen Veckerhagen und Sababurg ist als Friedhof kaum erkennbar, da jegliche Grabpflege unterbleibt und in die Natur nicht eingegriffen wird.

Gewerbe und Dienstleistung

Reinhardshagen weist mehrere kleine Gewerbegebiete aus, in denen SĂ€gewerke, Transport- und Busunternehmen, Bauunternehmen, Recyclingfirmen, SupermĂ€rkte und andere Dienstleister angesiedelt sind. Von den ehemals vier Tankstellen besteht nur noch eine im Ortsteil Vaake, ebenso eine Kfz-Werkstatt. Zwei Apotheken und acht niedergelassene Ärzte sichern die medizinische Versorgung. Ein Seniorenpflegeheim befindet sich in Veckerhagen. Die Deutsche Bundespost betreibt zwei Poststellen. Die Kasseler Bank e.G. und die Kasseler Sparkasse unterhalten insgesamt drei Filialen in Reinhardshagen.

Schule und Kindergarten

Die Lucas-Lossius-Schule in Reinhardshagen wurde am 17. Oktober 1970 als Mittelpunktschule eingeweiht. Die ursprĂŒnglich als Gesamtschule konzipierte Grund- und Hauptschule mit Förderstufe (Klassen 1-9) liegt zentral zwischen den Ortsteilen Vaake und Veckerhagen. Angegliedert an den eigentlichen Schulbereich ist ein Schulbiotop, das einen naturnahen Übergang zwischen dem Besiedlungsraum, den landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen und dem großen Waldgebiet des Reinhardswaldes schafft.

In beiden Ortsteilen unterhĂ€lt die Kommune je einen Kindergarten mit drei bis vier Gruppen. Zwei weitere, privat gefĂŒhrte KindergĂ€rten ergĂ€nzen das Betreuungsangebot.

Freizeit und Tourismus

Ein weiteres wirtschaftliches Standbein stellt der Tourismus dar, der allerdings nach der Wiedervereinigung 1989 stark zurĂŒck ging, blieben doch die zuvor zahlreichen West-Berliner Sommerfrischler aus, die Harz und Weserbergland wegen deren relativ schnellen Erreichbarkeit bevorzugten. Nicht wenige Berliner kauften in Reinhardshagen GrundstĂŒcke und ließen sich im Rentenalter hier nieder.

PrÀdikate

Der Ortsteil Vaake erhielt bereits vor der GrĂŒndung Reinhardshagens am 12. Dezember 1965 die staatliche Anerkennung als Luftkurort . Veckerhagen wurde am 18. Dezember 1969 mit der Auszeichnung Hessischer Familienferienort versehen. Beide PrĂ€dikate wurden beim Zusammenschluss von Vaake und Veckerhagen 1972 nicht auf die neue Gemeinde ĂŒbertragen.

SchwimmbÀder

Gartenhallenbad und Campingplatz in Vaake
Gartenhallenbad und Campingplatz in Vaake

Diese PrÀdikate erfolgten einerseits aufgrund der auch heute noch unbelasteten Luft im oberen Wesertal, andererseits da es bereits in Veckerhagen ein beheiztes Terrassenfreibad und in Vaake ein Gartenhallenbad gab, die heute wetter- und jahreszeitabhÀngig wechselweise betrieben werden.

Camping und FerienhÀuser

Dem Gartenhallenbad in Vaake ist ein kommunaler Campingplatz mit separatem Ferienhausteil angegliedert. Eine weitere Ferienhaussiedlung befindet sich am Waldrand von Veckerhagen. In beiden Ortsteilen ist ein Wohnmobil-Übernachtungsplatz ausgewiesen.

Parkanlagen

ParkĂ€hnliche Anlagen befinden sich sowohl in Vaake (Weserpromenade mit CafĂ©teria, Musikpavillon und Minigolfanlage ) und in Veckerhagen (Konzertpavillon mit ĂŒberdachtem Zuhörerbereich).

Sport und Kultur

Zwischen beiden Ortsteilen befinden sich zentrale Sportanlagen (Fußball, Leichtathletik, Tennis) und die Wesertalhalle fĂŒr Veranstaltungen aller Art. Eine Turn- und eine Sporthalle gliedern sich an die Wesertalhalle und die benachbarte Schule an. In Vaake wurde die ehemalige Dorftenne zu einem ĂŒberdachten Festplatz umgebaut und in Veckerhagen der Bereich zwischen Kirche und Rathaus, das ein Glockenspiel trĂ€gt, fußgĂ€ngerfreundlich ausgestaltet.

Gastronomie

Über 20 gastronomische Betriebe (Hotels, Pensionen, GasthĂ€user, Restaurants) bieten zahlreiche Fremdenzimmer und regionale wie internationale KĂŒche an. In Veckerhagen wurden bereits 1587 Braurechte beurkundet. Zur Brauerei gehörte der Felsenkeller, ein in den Hang des Reinhardswalds getriebener Lagerraum, der heute noch vorhanden, aber ungenutzt ist. Das VeckerhĂ€ger Schwarzbier wurde 1998 mit dem ersten Preis in Dortmund ausgezeichnet und wird im Historischen Brauhaus ausgeschenkt. Die drei Kilometer weserabwĂ€rts gelegene Jugendherberge Veckerhagen hat Ende der 1980er Jahre ihren Betrieb eingestellt. Die nĂ€chsten Jugendherbergen befinden sich in Hann. MĂŒnden und Bad Karlshafen.

Veranstaltungen

Überregionale Anziehungskraft ĂŒbt die alljĂ€hrlich im Juni oder Juli stattfindende Weserbeleuchtung aus, eine Großveranstaltung, die abwechselnd in Vaake und Veckerhagen am Weserufer durchgefĂŒhrt wird. Hierbei werden nach Einbruch der Dunkelheit hunderte von schwimmenden Lichtern oberhalb von Vaake auf die Weser gesetzt, die dann wie ein Lichterteppich an beiden Ortsteilen und tausenden von Schaulustigen vorbeiziehen. Einbezogen in den Veranstaltungsablauf ist auch der gegenĂŒber liegende Ort Hemeln, an dessen Weserufer das abschließende Höhenfeuerwerk gezĂŒndet wird.

In Veckerhagen findet am zweiten Adventswochenende ein Weihnachtsstimmung genannter Weihnachtsmarkt statt.

Sehenswertes

Evangelische Kirche in Vaake
Evangelische Kirche in Vaake
evangelische Kirche in Veckerhagen
evangelische Kirche in Veckerhagen
Barockschloss in Veckerhagen
Barockschloss in Veckerhagen

Kirche in Vaake

Die evangelische Kirche in Vaake liegt unter alten BĂ€umen am Weserufer. Der spĂ€tromanische Bau wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Die steinerne Wehrkirche hat einen leicht querrechteckigen Westturm. Das daran gleich breit anschließende Langhaus ist einschiffig und hat einen etwas schmaleren, quadratischen Chor. Die zwei Portale in Holzrahmung an der SĂŒdseite sind von 1678 .

Das Langhausgewölbe wurde im 30jĂ€hrigen Krieg zerstört. Nur die Schildbögen und die zweitteiligen Wandvorlagen sind original erhalten. Die jetzige Decke, eine Balkendecke mit LĂ€ngsunterzug und Mittelpfosten, wurde 1678 errichtet. Die 1937 freigelegten Wandmalerein in mittelrheinischem Stil wurden um das Jahr 1400 angefertigt. Sie stellen an den WĂ€nden Passionsbilder dar. Unter den Gewölben sind das JĂŒngste Gericht , die Marienkrönung, Symbole der Evangelisten , Bilder der Heiligen Petrus und Stephanus abgebildet. Im Nordfenster und in einem Obergadenfenster sind Bilder stehender Heiliger. Das Nordfenster des Chors aus dem Jahr 1643 zeigt einen SchĂ€fer mit Herde.

Kirche in Veckerhagen

Die evangelische Kirche in Veckerhagen ist ein 1778 bis 1780 im Übergangsstil vom SpĂ€tbarock zum Klassizismus errichteter, kreuzförmiger Fachwerkbau mit einem stattlichen Haubendachreiter in der Mitte. Das Innere ist mit dreiseitigen Emporen als LĂ€ngssaal gestaltet. Die SteinsĂ€ulen der Emporen stĂŒtzen gleichzeitig das Kirchendach. Die Treppen befinden sich in den rĂ€umlich abgetrennten Kreuzarmen. Die Orgel stammt aus dem SpĂ€trokoko und wurde 1787 von Stephan Heeren gebaut.

Schloss in Veckerhagen

Das VeckerhĂ€ger Schloss ist eine barocke DreiflĂŒgelanlage und liegt nahe am Weserufer. Es wurde neben der 1430/31 errichteten (und durch BrĂ€nde 1914 und 1967 weitgehend zerstörten) "alten" Burg im Auftrag des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel als Jagdschloss erbaut. In der Literatur werden verschiedene Baujahre zwischen 1683 und 1694 vorgeschlagen. Mögliche Architekten sind Paul du Ry oder Johann Konrad Giesler .

Das Schloss und die dazu gehörende DomĂ€ne besaß im 18. Jahrhundert die ReichsgrĂ€fin Barbara Christine von Bernhold, ihrerseits seit 1721 Geliebte des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel. Nach ihrem Tod ging der Besitz 1770 an den Landgrafen Friedrich II. von Hessen, das heißt an die Landesherrschaft, zurĂŒck und wurde 1810 in der Zeit des westfĂ€lischen Königreichs von König JĂ©rĂŽme Bonaparte fĂŒr 2000 Reichstaler an die Vorfahren der jetzigen Besitzer, der Fabrikantenfamilie Habich verkauft, die es noch heute einschließlich der daneben liegenden Farbenfabrik besitzt.

EisenhĂŒtte

EisenhĂŒtte in Veckerhagen
EisenhĂŒtte in Veckerhagen

1666 wurde die EisenhĂŒtte in Knickhagen aufgelassen und nach Veckerhagen verlegt. Das HĂŒttenensemble aus Maschinenfabrik, Gießereihaus, Rosenhaus und VeckerhĂ€ger Bergamt entstand am oberen Ende der Weserstraße am Osthang des Reinhardswaldes. Die landgrĂ€fliche EisenhĂŒtte Veckerhagen produzierte bis 1903 eine breite Palette von hochwertigen Erzeugnissen, von der ein bereits 1834 erschienener "Gußwaren-Katalog" kĂŒndete. Neben gedrillten Stahlseilen fĂŒr die in Veckerhagen ĂŒber die Weser verkehrende GierseilfĂ€hre, goss man vorwiegend Reliefplatten fĂŒr offene Kamine und die Teile fĂŒr den weit verbreiteten VeckerhĂ€ger Ofen, der ĂŒber Bremen sogar Kunden in Skandinavien und den USA fand. Denis Papin ließ hier um 1706 den ersten Dampfzylinder der Welt gießen. 1838 untersuchte Robert Wilhelm Bunsen hier erstmalig die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Hochofengasen und des Hochofenprozesses. Die gesamte HĂŒttenanlage ist gemĂ€ĂŸ § 2 Hess. Denkmalschutzgesetz geschĂŒtzt und wird zukĂŒnftig im EcoMuseum Reinhardswald eine bedeutende Rolle spielen.

Lucas Lossius

Lucas Lotze, am 18. Oktober 1510 in Vaake geboren und am 8. Juli 1582 in LĂŒneburg gestorben, wurde unter seinem latinisierten Namen Lucas Lossius bekannt. Der universell gebildete Humanist , Schriftsteller , Kirchenmusiker und Lehrer studierte 1530 / 1531 in Wittenberg , wo er Martin Luther und Philipp Melanchthon kennen lernte. Ein Empfehlungsschreiben der beiden Reformatoren verschaffte ihm 1532 eine Lehrerstelle am Gymnasium Johanneum in LĂŒneburg, die er bis zu seinem Tod innehatte.

Ruhm erlangte Lossius als Musiktheoretiker und Herausgeber eines Musiksammelwerkes der Kirchenmusik. Als Schriftsteller verfasste er lateinischer Gedichte.

Literatur

  • Siegfried Lotze (Hrsg.): Veckerhagen in sieben Jahrhunderten. BeitrĂ€ge zur Sozial-, Wirtschafts- und Kunstgeschichte eines Oberweserdorfes. Verein fĂŒr hessische Geschichte und Landeskunde e.V. Zweigverein Hofgeismar, Hofgeismar/Reinhardshagen 1997. 364 S.
  • Magda Thierling: Vaake. BeitrĂ€ge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte im 18. und 19. Jahrhundert. Gemeinde Reinhardshagen, Reinhardshagen 1992 (ReinhardshĂ€ger Hefte, 3). 207 S.
  • Walter Gerland: Über die FrĂŒhgeschichte der Ortsteile Vaake und Veckerhagen, Gemeinde Reinhardshagen 1978
  • Karl August Eckhardt: Studia Corbeiensia, 1970
  • Kurt GĂŒnther: Die Herrschaft Schöneberg, Sonderdruck aus der Zeitschrift f. Hess. Gesch. u. Landeskunde. Band 72, 1961

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