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Letzte Änderung für Artikel Alpen: 16.02.2006 22:19

Alpen

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Die Alpen sind das grĂ¶ĂŸte Gebirge Europas . An ihnen haben Frankreich , Italien , die Schweiz , Deutschland , Liechtenstein , Österreich und Slowenien Anteil. Sie entstanden vor etwa 30 Millionen Jahren, als die afrikanische Platte unter der Paratethys nach Norden driftete und mit der europĂ€ischen Platte kollidierte. Im Maximum der alpidischen Orogenese wuchs das Gebirge um etwa 5 mm/Jahr in die Höhe. Dieser Druck dauert bis heute an, der Wuchs betrĂ€gt jedoch weniger als 0,5 mm/Jahr.

Die Alpen sind Klima - und Wasserscheide zwischen Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeerraum. Sie schließen nördlich des Golfs von Genua an den Apennin an, umfassen in weitem Bogen nach Westen die Poebene, verzweigen sich beim Lac du Bourget in den Französischen und Schweizer Jura und enden nach 750 km westöstlicher Erstreckung fĂ€cherförmig im Osten vor dem westpannonischen Berg- und HĂŒgelland an der Donau bei Wien. Im Nordosten sind die Alpen durch das Wiener Becken von den geologisch verwandten Karpaten getrennt, im SĂŒdosten gehen sie in das Dinarisches Gebirge aus Karst ĂŒber. Im Norden fallen die Alpen allmĂ€hlich zum österreichischen und deutschen Alpenvorland ab. Im SĂŒden ist der Abfall zur Poebene steiler. Die GesamtlĂ€nge der Alpen von Genua bis Wien betrĂ€gt etwa 1.200 km, die Breite 150 bis 200 km, im Osten bis 300 km. Die Gipfelhöhen in den westlichen Gebirgsstöcken liegen meist zwischen 3.000 und 4.300 m, in den Ostalpen sind die Berge etwas niedriger. Der höchste Gipfel der Alpen ist der Mont Blanc mit 4.808 m. Die höchsten Berge der Alpen findet man in der Liste der Viertausender in den Alpen .

Satellitenaufnahme der Alpen
Satellitenaufnahme der Alpen
Digitales GelÀndemodell der Alpen
Digitales GelÀndemodell der Alpen

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

Vertikal gliedert man die Alpen in die Region des Alpenvorlandes bis zur oberen Waldgrenze (1.500 bis 2.000 m), in die Mittelalpen bis zur Schneegrenze (2.400 bis 3.100 m), darĂŒber in die Hochalpen . Horizontal gesehen gilt die Linie Rheintal-SplĂŒgen-Comer See als Grenze zwischen den Ost- und Westalpen.

Ostalpen

Als Ostalpen bezeichnet man den Teil der Alpen östlich einer gedachten Linie vom Bodensee entlang des Rheins ĂŒber den SplĂŒgenpass zum Comersee (Comosee) und Lago Maggiore. Sie sind im Vergleich zu den Westalpen niedriger und "sanfter", mit niedrigeren ÜbergĂ€ngen ( PĂ€ssen ). Die Ostalpen durchziehen ganz Österreich - von Vorarlberg bis hin zum Burgenland. Im Gegensatz zu den Westalpen schließen die Ostalpen keine autochthonen Massen ein; sie sind ein Decken- und Faltgebirge , in dem westalpine Decken nur randlich und in geologischen Fenstern hervortreten.

Drei Deckensysteme werden ĂŒber den breiten Rand der Böhmischen Masse nach Norden geschoben:

  • Helvetisches System : Die helvetische Decke tritt am Nordrand der Alpen zu Tage.
  • Penninisches System : Die penninische Decke baut die Sandsteinzone ( Flyschzone ) auf und erscheint mit kristallinen Gesteinen in geologischen Fenstern, z.B. Unterengadiner Fenster , bis Prutz in Tirol hereinreichend; Tauernfenster zwischen Brennerfurche und Liesertal ; Fenster von Rechnitz ( GĂŒnser Berge ).
  • Ostalpines System : Sie bauen die Nördliche Kalkzone , Schieferzone ( Grauwackenzone ), kristalline Zone ( Zentralzone ) auf - mit Ausnahme der geologischen Fenster, Gailtaler Alpen und dem nördlichen Zug der Karawanken. SĂŒdlich der Störungslinie Gailtal-Eiskappl (" alpin-dinarische Narbe ") folgen sĂŒdbewegte dinarische Decken (sie zeigen nur kleine Überschiebungen).

Geografische Gliederung der Ostalpen

Nordalpen

Die Nordalpen umfassen Sandsteinzone, die nördliche Kalkzone und den Hauptteil der nördlichen Schieferzone .

Die Sandsteinzone, auch Flyschzone genannt, besteht aus Gesteinen der Kreidezeit und des AlttertiĂ€rs. Sie erhebt sich deutlich ĂŒber das Alpenvorland. Die Sandsteinzone ist schmal, verbreitert sich nur im Wiener- und Bregenzerwald und ist ungefĂ€hr 1000 m hoch. Es gibt zwar weit höherere Berge im Bregenzerwald - doch diese bestehen aus Kalkstein . Die Zone besteht aus wenig widerstandsfĂ€higen Gesteinen wie Sandstein , Mergel und Tonschiefer . Sie bilden die RĂŒcken und Kuppen ; und im Westen auch Schneiden . Diese RĂŒcken, Kuppen, etc. tragen vorwiegend LaubmischwĂ€lder und Wiesen . Die dicke, lehmige Verwitterungsdecke neigt zu Rutschungen und begĂŒnstigt durch den raschen Abfluss die Entstehung von HochwĂ€ssern .

Nördliche Kalkalpen
Blick auf den Karwendel
Blick auf den Karwendel

Die nördlichen Kalkalpen bestehen aus mesozoischen Gesteinen (besonders Trias ). Die Kalkalpen kann man in die Kalkvoralpen und die Kalkhochalpen unterteilen.

Die Kalkvoralpen bestehen aus Dolomiten und Kalken und sind ein Mittelgebirge mit Schneiden , Kegeln und Stöcken , welche bis zu 1600 m hoch werden können. Die nördlichen Kalkalpen sind vorwiegend von FichtenmischwĂ€ldern bedeckt. Im Kalk entstehen Karsterscheinungen . Der wasserundurchlĂ€ssige Dolomit hingegen ist stark zertalt, mit brĂŒchigen Felsbildungen und Schutthalden aus feinem Grus versehen. In den Kalkvoralpen gibt es einzelne höhere Erhebungen wie den Ötscher oder das Sengsengebirge. Ihre Zuordnung zu den Voralpen oder den Kalkhochalpen ist jedoch strittig.

Etwas sĂŒdlich der Kalkvoralpen erstrecken sich die felsigen Kalkhochalpen, die vorwiegend aus Kalken (im Westen Wettersteinkalk , im Osten Dachsteinkalk ) sowie Dolomiten bestehen. Vom Wilden Kaiser gegen Westen bestehen sie vorwiegend aus wasserarmen Ketten, die steil geschichtet und mit Waldfluchten versehen sind. Außerdem sind die Kalkhochalpen mit Graten , Spitzen, TĂŒrmen, tief eingefressenen Karen und mĂ€chtigen Schutthalden versehen. Der Kettencharakter, der in den westlicheren Kalkhochalpen ĂŒberwiegt, ist in den Lechtaler Alpen (mit dem höchsten Berg der Nordalpen), dem Wettersteingebirge und dem Karwendelgebirge besonders ausgeprĂ€gt. Vom Zahmen Kaiser gegen Osten finden sich Kalkstöcke mit verkarsteten, wasserlosen, öden HochflĂ€chen mit Karrenfeldern und Dolinen . Darauf wachsen weite BestĂ€nde von Legföhren (Latschen). Zwischen den Kalkplateaus liegt ein weitmaschiges Flussnetz in tiefen TĂ€lern und Schluchten. Die HochflĂ€chen zeigen eine buckelige, kuppige Altlandschaft (im Osten auch "Raxlandschaft" genannt) und konservieren des flachere Relief der tertiĂ€ren Alpen, das infolge der Verkarstung bei und nach Hebung des Gebirges nicht zerschnitten, jedoch eiszeitlich ĂŒberformt wurde. Die östlichen Kalkhochalpen weisen Plateaucharakter auf. Viele Höhlen sind als Reste ehemaliger unterirdischer EntwĂ€sserung ĂŒbrig geblieben. An der Basis der Kalkberge befinden sich Salz- und Gipslager , sowie Quellhorizonte (Karstquellen) ĂŒber Schiefern .

Schiefer-Grauwacken-Zone

Die Schiefer - Grauwackenzone ist ein schmaler Streifen palĂ€ozoischer Schiefer , Sandsteine und Kalke . Im Westen zeigen die Schieferalpen almen - und quellenreiche RĂŒcken und Schneiden, darĂŒber stellenweise Grate und Spitzen in hĂ€rteren Schiefern und Kalken: KitzbĂŒhler Alpen (von Bevölkerung als "Grasberge" bezeichnet). In den Eisenerzer Alpen dominieren dagegen Kalkklötze. Die Schieferzone enthĂ€lt Lager von Eisen- und Kupfererz , Magnesit , Graphit und Talk . Die Schieferalpen liegen großteils sĂŒdlich der LĂ€ngstalflucht und werden daher meist zu den Zentralalpen gerechnet.

Nördlicher LÀngstalzug

Der nördliche LĂ€ngstalzug bildet die ungefĂ€hre Grenze zwischen Nord- und Zentralalpen. Sie verlĂ€uft weithin innerhalb der Schieferzone oder an ihrem Rande: Walgau (untere Ill ) - Klostertal - Arlberg - Stanzertal - Inntal - Zillertal - Gerlospass (oder Inntal - Talfurche von Ellmau - Pass von Grießen - Saalachtal - Talwasserscheide von Zell - Salzachtal ) - Wagrainer Höhe - (oder Fritzbachtal) - Ennstal - Paltental - Schoberpass - Liesingtal - Murtal - MĂŒrztal - Semmering - Schwarzatal. Der Talzug ist von Westen bis zum Schobersattel meist breit, eiszeitlich ausgestaltet und zeigt Schwemmkegel der SeitenbĂ€che und Terrassen.

Zentralalpen

Die Zentralalpen sind weitgehend identisch mit der kristallinen Zone bestehend aus prĂ€kambrischen und palĂ€ozoischen Resten eines variszischen Gebirges ("Altkristallin") und dem Tauernfenster . Sie bestehen hauptsĂ€chlich aus harten, wasserundurchlĂ€ssigen Gneisen und Granitgneisen (grobes Blockwerk) sowie Glimmerschiefern; stellenweise Kalkschollen (zum Beispiel sĂŒdlich von Innsbruck) und KalkbĂ€ndern.

Die Zentralalpen sind reich an Quellen, BĂ€chen und Karseen; im Westen auch an Gletschern. Bedeutende Unterschiede in Höhe und Formbild zwischen Westen und Osten. Im Westen befindet sich die stark zerschnitte Silvrettagruppe mit schroffen "Hörnern"; die massigen, asymmetrischen Ötztaler und die Stubaier Alpen mit langen SeitenkĂ€mmen nach Norden sind stark vergletschert; Wildspitze (zweithöchster Berg Österreichs); Weißkugel und ZuckerhĂŒtl (nach Firnbedeckung benannt). Östlich der Brennerfurche befinden sich fiederförmig angeordnete, langgestreckte Ketten und werden wegen der Vergletscherungen auch "Keesberge" als bezeichnet: Zillertaler Alpen, Hohe Tauern. Ebenso sind den westlichen Zentralalpen (bis zum Katschberg) Pyramidengipfel, weite Firnfelder, die von Felsgraten getrennt werden; tiefer unten Kare mit Seen, z.T. weite Karplatten; in TalanfĂ€nge reichende Gletscherzungen; tiefe, stufen- und wasserreiche TrogtĂ€ler ; ausgedehnte Almmatten, LĂ€rchen - und FichtenwĂ€lder gemeinsam. Die östlichen Zentralalpen sind niedgriger und in mehrere KĂ€mme aufgeteilt. Dazwischen befinden sich auch Senkungsfelder. Die Niederen Tauern sind heute unvergletschert, doch mit Karen und Karseen, Graten und Pyramidengipfeln (besonders im widerstandsfĂ€higen Granitgneis ) versehen. SĂŒdlich der Mur-MĂŒrz-Furche ĂŒberwiegen trotz Höhen ĂŒber 2000 m die Mittelgebirgsformen: breite RĂŒcken sind vermutliche Reste eines tertiĂ€ren Flachreliefs und zeigen nur stellenweise Karbildungen. Ebenso sind mehr Matten- als Felsregionen und weite FichtenwĂ€lder zu finden. Die Gurktaler Alpen werden im SĂŒdwestteil ihrer Formen wegen "Nockberge" genannt. Die Steirischen Randgebirge umfassen im Halbkreis die Grazer Bucht und endet an der ungarischen Grenze in waldbedeckten Mittelgebirgsspornen. Inselgebirge (Leithagebirge und Hainburger Berge) bilden eine BrĂŒcke zu den Karpaten .

SĂŒdliche Kalkalpen

Die Grenze zwischen Zentralalpen und sĂŒdlichen Kalkalpen wird durch die Störungslinie der periadriatischen Naht gebildet. Die Abgrenzung zu den nördlichen Kalkalpen ist durch die Grauwackenzone gegeben.

SĂŒdlicher LĂ€ngstalzug

Der sĂŒdliche LĂ€ngstalzug bildet die Grenze zwischen Zentral- und SĂŒdalpen. Er verlĂ€uft vom Pustertal (Rienztal - Toblacher Feld - oberes Drautal) durch das Drautal weiter in das Klagenfurter Becken bis ins Tal der Mieß/Meza. Der LĂ€ngstalzug ist glazial verbreitert und mit großen Schwemmkegeln und nassen Talböden durchzogen.

SĂŒdliche Ostalpen
Drei Zinnen
Drei Zinnen

Die sĂŒdlichen Ostalpen sind nicht so deutlich zonal gegliedert wie die Nordalpen. Infolge der S-förmigen KrĂŒmmung streichen GesteinszĂŒge in SĂŒdtirol von SĂŒden heran. Das tief zerschnittene Bozener Porphyrplateau geht im Norden in die kristallinen Sarntaler Alpen ĂŒber. Östlich schließen die sĂŒdlichen Kalkalpen aus mesozoischen Gesteinen an. Formenreiche Dolomiten aus Riffkalken und Dolomiten bilden Zinnen, TĂŒrme, Stöcke (Marmolata). Davor befinden sich almenreiche Vorberge aus Schiefer. Die Gailtaler Alpen aus Kalk und Dolomit gipfeln in den wildzerissenen Lienzer Dolomiten und enden im Osten in einem Plateauberg (Dobratsch). Im SĂŒden wird es von geradlinigem Tal der Gail begrenzt; die alpin-dinarische Narbe ( periadriatische Naht ) folgt.

SĂŒdliche Schieferzone

Die sĂŒdliche Schieferzone besteht aus den Karnischen Alpen mit gerundeten Schieferbergen und -sĂ€tteln, die von schroffen Klötzen und ZĂ€hnen aus palĂ€ozoischen Kalken ĂŒberragt werden (Hohe Warte). Östlich der Gailitzfurche befinden sich die Kalkketten der Karawanken (Hochstuhl). Unter Felsmauern befindet sich meist dichter Fichtenwald mit relativ wenig Almen. Der SĂŒdzipfel Österreichs erreicht noch die Steiner Alpen.

Die Zuordnung in Nord-, Zentral- und SĂŒdalpen sĂŒtzt sich auf die bereits genannten großen LĂ€ngstalzuge. Diese folgen zwar oft den Gesteinsgrenzen, durchschneiden aber stellenweise die Zonen. Daher ist die Zuordnung bei manchen Gruppen ist umstritten.

Die wichtigste Verbindung durch die Alpen ist der SchrĂ€ge Durchgang (Wiener Becken - Semmering - MĂŒrztal - Murtal - Neumarkter Sattel - Klagenfurter Becken - Gailtal - Kanaltal (Gailitztal - Talwasserscheide von Tarvis - Fellatal ).

Das grĂ¶ĂŸte inneralpine Senkungsfeld ist das Klagenfurter Becken, welches von stehengebliebnen Pfeilern des Grundgebirges, tertiĂ€ren KonglomeratrĂŒcken, MorĂ€nen und Schotterfeldern des eiszeitlichen Draugletschers erfĂŒllt ist. Es ist ebenso reich an Seen (KĂ€rntner Seen) und Mooren .

Geologische Gliederung der Ostalpen

  • Sandstein - Flyschzone - etwa zur HĂ€lfte in Bayern
  • Nördliche Kalkzone - zum kleinen Teil in Bayern
  • Nördliche Schiefer - Grauwackenzone - Zentralalpen
  • Kristalline Zone - Zentralalpen
  • SĂŒdliche Schiefer]]-[[Grauwackenzone - an der SĂŒdgrenze Österreichs in den Zentralalpen
  • SĂŒdliche Kalkzone - großteils in Slowenien und Italien
  • SĂŒdliche Sandsteinzone - kaum ausgebildet; in Italien

In Osttirol und KĂ€rnten stimmen Deckengliederung und diese Gesteinszonen nicht ĂŒberein. Die Gailtaler Alpen liegen nördlich der "alpin-dinarischen Narbe", bestehen aber aus Kalkgestein , werden daher meist zur sĂŒdlichen Kalkzone (und damit zu den SĂŒdalpen) gerechnet. Die SĂŒdliche Schieferzone wird in den Karnischen Alpen im Norden und SĂŒden von ZĂŒgen der sĂŒdlichen Kalkzone eingefasst. Im Westen Österreichs befindet sich eine auffĂ€llige S-förmige KrĂŒmmung der Gesteinszonen. Die kristalline Zone streicht in der Silvretta von SĂŒden heran und biegt dann gegen Osten. Das Kalkgebirge des RĂ€tikons liegt sĂŒdlich der großen LĂ€ngstalflucht. Das Etschtal sĂŒdlich von Bozen ist dem Gesteinsstreichen nach ein LĂ€ngstal.

Der höchste Berg der Ostalpen ist der Piz Bernina , mit 4.052 m der einzige Viertausender der Ostalpen.

Triglav
Triglav

Teile der Ostalpen liegen in

  • Deutschland ; höchster Berg: Zugspitze - (Wetterstein-Gebirge),
  • Italien ; höchster Berg: Piz Bernina , (La Spalla oder Spedla - Bernina) ,
  • Liechtenstein ; höchster Berg: Grauspitz , (RĂ€tikon),
  • Österreich ; höchster Berg: Großglockner, (Glocknergruppe),
  • Slowenien ; höchster Berg: Triglav , (Julische Alpen),
  • Schweiz ; höchster Berg der Ostalpen: Piz Bernina , (Hauptgipfel) - (Bernina) .

In den Ostalpen werden die vorwiegend kristallinen Zentralalpen (RĂ€tische Alpen, Bernina , Ortlergruppe , Ötztaler Alpen, Zillertaler Alpen, Hohe und Niedere Tauern und Lavanttaler oder Norische Alpen) durch große TĂ€lerlinien von den Nördlichen Kalkalpen und den SĂŒdlichen Kalkalpen getrennt.

Die Nördlichen Kalkalpen umfassen (von West nach Ost) den Bregenzerwald, das RÀtikon, das Lechquellengebirge, die AllgÀuer, Lechtaler und Ammergauer Alpen, das Wettersteingebirge, das Karwendel- und das Rofangebirge , die Bayerischen Voralpen, das Kaisergebirge , die Berchtesgadener Alpen, das Salzkammergut sowie die Niederösterreichischen Kalkalpen .

Die SĂŒdlichen Kalkalpen bestehen aus (von West nach Ost) den Bergamasker Alpen , Trienter Alpen , Dolomiten, Karnischen und Julischen Alpen sowie den Karawanken.

Westalpen

Die Westalpen sind der Teil der Alpen, der westlich der Linie Bodensee - Rhein - SplĂŒgenpass - Comersee liegt.

In den Westalpen wird eine Reihe kristalliner Zentralmassive ( Mercantour , Pelvoux , Belledonne , Grandes Rousses , Mont Blanc, Aare- und Gotthardmassiv ) durch TĂ€ler mehr oder weniger scharf von einer Gneiszone im SĂŒden (Meer-, Cottische, Grajische, Walliser und Tessiner Alpen) sowie einer Kalkzone im Westen und Norden ( Provençalische Voralpen , DauphinĂ©er , Savoyer, Berner, Glarner Alpen) abgetrennt.

Teile der Westalpen liegen in:

Flora und Fauna

Clusius-Enzian
Clusius-Enzian

Alpenflora

Die Alpen gestatten durch ihre vielfĂ€ltigen LebensrĂ€ume einer reichhaltigen und speziell angepassten Tier- und Pflanzenwelt Heimat. Typische Alpenpflanzen sind Enziane , Edelweiß , Almenrausch , Primeln , Steinbreche , Hauswurze , GrĂŒnerlen und Latschen-Kiefern (siehe auch Kategorie:Alpenflora ).

Alpenfauna

Die Tiere der Gebirgsregionen sind ebenso wie die Alpenpflanzen an die extremen KlimaverhĂ€ltnisse angepasst. Sie sind resistent gegen Hitze, KĂ€lte, Wind, Eis und Schnee. Jedoch ĂŒbt der Mensch an ihnen Gefahr aus. Es gibt kein typisches Alpentier. Die meisten sind auch in anderen Gebieten der Erde anzutreffen. Viele könnten sich in einem anderen Lebensraum niederlassen, doch der Mensch verhindert dies. Viele Tiere besiedelten wĂ€hrend der Eiszeit den Alpenraum. Hierbei sind der Schneehase und das Schneehuhn zu nennen, da diese aus arktischn Gebieten einwanderten. Das Murmeltier beheimatete den mittelasiatischen Raum. Viele der genannten Tiere konnten sich in ihrem neuen Lebensraum nicht etablieren und verschwanden wieder. Der Mensch und das Klima sind verantwortlich fĂŒr das Verschwinden der oben genannten Tierarten. Steinböcke siedelten sich neu an. Wie die Alpen gletscher sind besonders die in den höheren Regionen angepassten Tiere durch die globale ErwĂ€rmung bedroht.

Vegetation

Ebenso in den Alpen herrschen Klimazonen . Die Vegetation Ă€ndert sich vom Tal bis zur Gipfelregion. Dies zeigt sich schon beim Wandel des Waldes. Je höher man hinaufkommt, desto rauer wird das Klima und desto geringer wird die Bodenauflage. So genannte Zeigerpflanzen sind Indikatoren des Bodens. Pflanzen, wie z.B.: Silberwurz , Edelweiß und behaarte Alpenrose lieben den Kalk. Heidekraut , RostblĂ€ttrige Alpenrose , usw. bevorzugen genau das Gegenteil. Sauerampfer , Brennnessel und Eisenhut zeigen den Stickstoffgehalt des Bodens an. Die mittlere Jahrestemperatur nimmt mit zunehmender Höhe um ca. 0,5-0,65° pro hundert Höhenmeter ab. Dies wirkt sich auf das Pflanzenwachstum hemmend aus. In folge dessen, verkĂŒrzt sich die Vegetationszeit.

Klima

Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck ab. Durch den geringen Luftdruck , wird die Luft in der Höhe mit weniger Feuchtigkeit und weniger Kohlendioxid versorgt. Der Pflanze wird schneller Wasser entzogen und auch Kohlendioxidanteil sinkt. Diese benötigt sie jedoch in der Photosynthese , um Zucker und Zellulose zu bilden. Mit zunehmender Höhe wird es kÀlter.

Klimawandel in Verbindung mit den Alpen

Gletscher im RĂŒckzug
Gletscher im RĂŒckzug

Aufgrund des Klimawandels schmelzen die Gletscher drastisch ab. Klimaschwankungen sind uns nicht fremd und Gletscher sind ein Klimaarchiv. Gletscher ziehen sich heute schneller zurĂŒck als es frĂŒher der Fall war. Laut Messungen verloren die Gletscher seit Beginn der Industrialisierung bis 1980 1/3 ihrer FlĂ€che und die HĂ€lfte ihrer Masse. Seit 1980 sind laut wissenschaftlichen Prognosen zusĂ€tzliche 20-30% des Eisvolumens abgetaut.

Folgen fĂŒr die Alpen

Auftauen des Permafrosts

Eis ist in den Alpenregionen nicht nur sichtbar ĂŒber dem Erdboden anzutreffen. Ausgedehnte Permafrostregionen findet man oberhalb von 2 000m. Das Wasser stabilisiert den Untergrund, da es das ganze Jahr ĂŒber darin gefroren bleibt. Aufgrund der KlimaerwĂ€rmung besteht jedoch die Gefahr, dass das Eis auftaut un die HĂ€nge infolge dessen rutschen. Zahlreiche Dörfer sind von FelsstĂŒrzen, Schutt - und Gerölllawinen bedroht. Mithilfe von SchutzdĂ€mmen sollten TĂ€ler und Infrastruktur geschĂŒtzt werden.

Trinkwasser in Gefahr

Gletscher sind lebenswichtige Trinkwasserreservate. In Gletscherregionen entspringen viele große europĂ€ische FlĂŒsse, wie z.B.: der Rhein oder die Rhone . Das stark abschmelzende Gletschereis bewirkt einen Anstieg der Wasser pegel . Niederschlagswasser fĂŒllt die eisfreien Fels- und Schuttgebiete und infolgedessen gelangt unbefestigter MorĂ€nenschutt in die TĂ€ler. Hochwasser, Gesteinslawinen und Überschwemmungen sind nicht auszuschließen. Durch das Abtauen des Eises in den Gletscherregionen, steigt die Gefahr von Wassermangel. Die WasserverfĂŒgbarkeit verĂ€ndert sich und dies wirkt sich negativ auf den Wasserhaushalt großer Landstriche aus.

Verlust der Artenvielfalt

Der Klimawandel bewirkt, dass viele Pflanzenarten in höhere Lagen umsiedeln. Die alpinen Pflanzenarten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zwischen einen halben und mehreren Metern aufwĂ€rts verschoben. Laut Prognose, leben heute ĂŒberwiegend mehr Arten in höheren Lagen als es vor 100 Jahren der Fall war. Wissenschaftler schĂ€tzen, dass 1/4 der 400 nur in den Alpen vorkommenden (endemischen) Pflanzenarten vom Aussterben bedroht ist.

AlpenwÀlder

Rund 1/5 des Alpenwaldes kommt eine besondere Schutzfunktion zu. Luftverschmutzungen machen den WĂ€ldern zu schaffen und nun kommt noch der Klimawandel hinzu. Dies macht sich bei umgeknickten BĂ€umen bereits bemerkbar. Infolgedessen ist die Landschaft von kahlen HĂ€ngen und ungeschĂŒtzten TĂ€lern geprĂ€gt.

Kulturgeschichte der Alpen

Berglandwirtschaft

Almabtrieb in Kufstein
Almabtrieb in Kufstein

In den Alpen verdrĂ€ngte die neolithische Landwirtschaft um ca. 4500 v. Chr. die JĂ€ger und Sammler der Altsteinzeit . Dichte Waldbedeckung erschwerte anfangs die Nutzung großer Weidegebiete, allmĂ€hlich entwickelte sich jedoch die Transhumanz im Alpenraum, bei der die Tiere den Sommer in der Höhe und den Winter im Tal verbringen. Etwa gleichzeitig kam die alpine Autarkiewirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht in bereits gerodetem GelĂ€nde hinzu, welche ganzjĂ€hrige Besiedlung ermöglichte.

Diese Autarkiewirtschaft entwickelte sich nördlich und sĂŒdlich der Alpen jeweils unterschiedlich: WĂ€hrend im germanischen Raum die Viehzucht klar dominierte, war der Ackerbau im romanischen Raum gleich stark vertreten. Dies fĂŒhrte zu unterschiedlichen ErnĂ€hrungsweisen sowie Unterschieden in der Familien- und Siedlungsstruktur. Zwischen 1600 und 1850 entstand besonders im nördlichen Alpenraum eine selbststĂ€ndige Bergbauernkultur, die sich etwa im Bau prĂ€chtiger BauernhĂ€user aus Holz manifestierte und bei der die nachhaltige Naturnutzung als Schutz vor Naturgefahren im Vordergrund stand.

Im 19. Jahrhundert erreichte die Industrialisierung auch den Alpenraum. Es war allerdings weniger die Industrie als vielmehr die Dienstleistungsgesellschaft des 20. Jahrhunderts , welche die herausragende Stellung der Berglandwirtschaft beendete. Der Tourismus brachte Geld in die AlpentĂ€ler, trieb allerdings auch etliche ĂŒberschĂŒssig gewordene landwirtschaftliche ArbeitskrĂ€fte in die Auswanderung. Unter steigendem ökonomischem Druck schwindet die Vielfalt der Land- und Forstwirtschaft in den Alpen, auch wenn sie dank der Maschinisierung leichter denn je zu betreiben ist.

Kultur- und Sprachgruppen

Im frĂŒhen Mittelalter entwickelten sich die Alpen wie erwĂ€hnt zur Sprach- und Kulturgrenze zwischen germanischen im Norden und romanischen Sprachgruppen im SĂŒden und Westen, unter BerĂŒcksichtigung der sĂŒdslawischen Slowenen am östlichen Alpenrand. Von der Vielfalt an Dialekten , die die ursprĂŒngliche Abgeschiedenheit der TĂ€ler mit sich brachte, bleibt heute immer weniger ĂŒbrig. Trotz der Konkurrenz durch die deutsche und die italienische Sprache konnten die alpinen Kleinsprachen RĂ€toromanisch, Ladinisch und Friaulisch ĂŒberleben. Ein interessantes PhĂ€nomen in sprachgeschichtlicher Hinsicht stellt die Ausbreitung des alemannischen Walser-Dialekts vom Oberwallis bis an die Grenze Tirols dar, welche durch die Inbesitznahme und Bewirtschaftung hoch gelegener WeidegrĂŒnde zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erfolgte.

Alpenmythos

Mit Goethes Reisen durch die Alpen im spĂ€ten 18. Jahrhundert wurde das Gebirge in der europĂ€ischen Kunstwelt erstmals als PhĂ€nomen wahrgenommen. Was vorher fĂŒr eine unwirtliche, von grobschlĂ€chtigen Bauern und gefĂ€hrlichen Drachen bewohnte Wildnis gehalten wurde, begannen Maler, Reisende und Literaten als "Traumlandschaft" zu schildern. Ein bekannter Zeitgenosse, der Genfer Naturforscher Horace-BĂ©nĂ©dict de Saussure, verwob in seinen Reisebeschreibungen wissenschaftliche Erkundung und Ă€sthetisches Empfinden. Gerade die frĂŒher als "Alpendemokratie" verklĂ€rte Schweiz zehrt zuweilen heute noch vom Alpenmythos der frĂŒhen Romantik , auch wenn etwa Max Frisch in seinen Werken gegen ihn ankĂ€mpfte.

Tourismus

Skistation L'Alpe d'Huez
Skistation L'Alpe d'Huez
Matterhorn
Matterhorn

Die Alpen sind sehr intensiv touristisch erschlossen. Bereits im 19. Jahrhundert prĂ€gten die EnglĂ€nder den Begriff von den Alpen als playground of Europe (siehe Alpinismus ). Seit der damaligen BlĂŒtezeit der sog. " Belle Epoque "-Hotels in den Kurorten hat sich der alpine Tourismus mehrmals gewandelt. Seit ungefĂ€hr 1965 besitzt der Wintersporttourismus mit seinen Bergbahnen und Liftanlagen fĂŒr die Alpen die grĂ¶ĂŸte Bedeutung, beispielsweise in den KitzbĂŒheler Alpen , Davos, Arosa, Zermatt, Saas-Fee , St. Moritz, Dolomiten, Savoyen , daneben aber auch Bergsteigertourismus , Erholung an Alpenseen, StĂ€dtetouren (Innsbruck, ZĂŒrich, Luzern , Interlaken, Ljubljana , Meran, Aosta) oder Tourismus fĂŒr Extremsportarten (Chamonix). FĂŒr viele Alpengemeinden ist der Tourismus die einzige Einnahmequelle geworden. UmweltschĂŒtzer und auch viele Einheimische bemĂ€ngeln jedoch inzwischen immer öfter die SchĂ€den, die der Massentourismus in den Alpen hervorruft und weisen immer hĂ€ufiger auf die Grenzen der touristischen Nutzung der Alpen hin. So werden immer mehr Verkehrswege durch die Alpen gebaut und Dorfstrukturen zugunsten der fortschreitenden VerstĂ€dterung zerstört. Hinzu kommt das immer stĂ€rker in Erscheinung tretende MĂŒllproblem . Der weitere Ausbau der touristischen Infrastrukturen stĂ¶ĂŸt bereits in vielen AlpentĂ€lern an seine Grenzen, vor allem, da durch Naturgefahren (z.B. Lawinen , Muren ) das FlĂ€chenangebot begrenzt ist. Einige tragische UnglĂŒcke in den letzten Jahren (z.B. in GaltĂŒr ( Tirol )) im Februar 1999 haben diese Problematik aufgezeigt.

Wanderurlaub gilt hingegen als Musterbeispiel fĂŒr ökologisch vertrĂ€glichen Tourismus ("sanfter Tourismus"); insbesondere, wenn er in abgelegene, von Abwanderung bedrohte Talregionen fĂŒhrt und dazu beitrĂ€gt, der einheimischen Bevölkerung eine Einkommensquelle zu sichern. Solcher Tourismus wird exemplarisch mit dem Weitwanderweg Grande Traversata delle Alpi im Piemont propagiert.

Voraussetzungen

Die landschaftliche Vielfalt, kulturelle SehenswĂŒrdigkeiten sowie die besonderen klimatischen VerhĂ€ltnisse bieten beinahe optimale Voraussetzungen fĂŒr die touristische Nutzung der Alpen, da eine denkbar große Anzahl an touristischen Zielgruppen (z.B. Erholungssuchende, Aktivurlauber, Kurtouristen, Kulturbegeisterte etc.) mit entsprechenden Angeboten bedient werden kann. Im Sommer finden sich die diversen Spielarten des aktiven und passiven Erholungstourismus ( Wandern , Badeurlaub an den randalpinen Seen) und vor allem der sportliche Urlaub in Form des Alpinismus . Letzterer war es auch, der die touristische Entwicklung des Alpenraums initiiert hat. Insbesondere englische Touristen haben im und vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Alpentourismus entscheidend geprĂ€gt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden vom EnglĂ€nder Thomas Cook organisierte Massenreisen von England in die Alpen durchgefĂŒhrt. Im Winter sind die Alpen ein weltweit attraktives Ziel fĂŒr den Wintersport , wobei diesbezĂŒglich der Skisport und seine diversen Ausformungen dominieren. In den letzten Jahrzehnten hat in vielen Teilen der Alpen der Tourismus im Winter dem klassischen Sommertourismus den Rang abgelaufen.

Nutzen und Gefahren

Durch den Massentourismus werden ArbeitsplĂ€tze geschaffen und regionale Einkommen generiert, wodurch die Gefahr einer Abwanderung verringert werden kann. Allerdings ist der Tourismus in den Alpen oft nur punktuell (auf bestimmte Dörfer, StĂ€dte und Skiressorts konzentriert) ausgeprĂ€gt. In den (flĂ€chig grĂ¶ĂŸeren) Gebieten ohne Massentourismus kommt es erst recht zu Abwanderung. TatsĂ€chlich findet sich oft ein Nebeneinander von touristisch intensiv erschlossenen Gebieten und touristischem Niemandsland. Dies trifft vor allem auf das italienische Alpengebiet zu.

Die Menschen in den Alpen sind vom Massentourismus stark abhĂ€ngig, es entstehen touristische Monostrukturen . Dem Massentourismus werden sĂ€mtliche Lebensbereiche unterworfen. Regionale Eigenheiten bzw. Besonderheiten verkommen unter UmstĂ€nden zu einem bloßen Klischee . Zudem sind die Arbeitsbedingungen im Tourismus oft wenig attraktiv (ungeregelte Arbeitszeiten, geringe Löhne, viele SaisonarbeitsplĂ€tze). Menschen, die sich diesen Arbeitsbedingungen nicht unterwerfen wollen, sind mangels alternativer BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten erst recht zum Abwandern (oder zum Auspendeln) gezwungen.

Der intensive Massentourismus fĂŒhrt auch zu ökologischen Problemen wie MĂŒll- und Abwasserbelastung, Verkehrsproblematik und zu "optischer Umweltverschmutzung" durch technische Infrastrukturen wie beispielsweise Seilbahnen .

Transitverkehr

Die Alpen stellen fĂŒr den transeuropĂ€ischen Verkehr ein natĂŒrliches Hindernis dar. Sie können nur auf bestimmten Routen ĂŒber GebirgspĂ€sse oder Tunnel ĂŒberquert werden. Einige wichtige Verbindungen von SĂŒddeutschland nach Oberitalien sind:


Das Transitnetz durch die Alpen entwickelte sich im Laufe der Zeit immer rasanter: von schmalen Wegen fĂŒr bepackte Maultiere und Pferde ĂŒber frĂŒhe Passstraßen des 19. Jahrhunderts zu den mehrspurigen Autobahnen und Eisenbahnlinien des 20. Jahrhunderts. Verkehrsprojekte in den Alpen waren und sind wegen Naturgefahren und der Topografie stets mit hohen Kosten und Gefahren verbunden, was sich auch am aktuellen Bau der NEAT in der Schweiz zeigt. Die zunehmende Umweltbelastung durch den motorisierten Transitverkehr hat in den letzten Jahren hĂ€ufig zu Protesten der betroffenen Bevölkerung gefĂŒhrt (z.B. Straßenblockaden in Tirol, Savoyen, Piemont sowie Alpen-Initiative in der Schweiz).

Politik

FrĂŒhere Passstaaten

BĂ€uerliche ZusammenschlĂŒsse zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen fĂŒhrten im SpĂ€tmittelalter zur Herausbildung sogenannter Passstaaten, die sich ĂŒber beide Seiten des Alpenkammes erstreckten. Neben dem "Bund von Briançon " gehören Savoyen , die Alte Eidgenossenschaft und Tirol dazu. Damit sollte alpines Freiheitsdenken analog den stĂ€dtischen Freiheiten der ReichsstĂ€dte zum Ausdruck eingefordert werden.

SpĂ€testens die Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts trachteten jedoch danach, den aus ihrer Sicht peripheren alpinen Raum einzubinden, so dass beispielsweise Tirol zwischen Österreich und Italien sowie Savoyen-Piemont zwischen Frankreich und Italien geteilt werden musste. Die Schweiz ist der einzige der alpinen Passstaaten, der bis heute ĂŒberlebt hat. Der Staatenbund der Eidgenossenschaft wurde 1848 durch die GrĂŒndung des Bundesstaates in einen modernen Nationalstaat ĂŒberfĂŒhrt.

Regionale Zusammenarbeit

Nach den Grenzbildungen im Zuge der Nationalisierung im Alpenraum bildet die grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit seit ca. 1970 einen Gegentrend. Mit der Alpenkonvention , der Arge Alp und der CIPRA sind wie in anderen Teilen Europas Gremien enstanden, die sich politisch mit den Problemen der AlpentĂ€ler sowie der alpennahen Zentren befassen.

Siehe auch

Panoramaaufnahme der Alpen
Panoramaaufnahme der Alpen

Literatur

  • Gerhard Leeb: Planet Alpen-Magazin - Das neue Bild vom Lebensraum, vierteljĂ€hrliche Zeitschrift Planet Alpen-Magazin
  • Werner BĂ€tzing : Die Alpen - Geschichte und Zukunft einer europĂ€ischen Kulturlandschaft. C.H.Beck, 2003, ISBN 3-406-50185-0 .
  • Uwe A. Oster: Wege ĂŒber die Alpen. Von der FrĂŒhzeit bis heute. 160 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Darmstadt 2006 (erscheint im MĂ€rz), 3-89678-269-X.
  • Claude Reichler: Entdeckung einer Landschaft. Reisende, Schriftsteller, KĂŒnstler und ihre Alpen. Rotpunkt-Verlag, ZĂŒrich 2005.

Weblinks

Commons: Alpen – Bilder, Videos oder Audiodateien
Wiktionary: Alpen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen


Koordinaten: 46° N, 10° O

   
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Wikipedia

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