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Letzte Änderung für Artikel Wien: 20.02.2006 14:40

Wien

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Wien
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Bild:Wappen-Wien-frei.png
Basisdaten
ISO 3166-2 : AT-9
Kraftfahrzeugkennzeichen : W
Gemeindekennzahl : 90101 - 92301
Postleitzahlen : 1010 - 1239, 1400, 1450
Telefonvorwahl : 01
Homepage: www.wien.gv.at
Karte: Wien in Österreich
Österreich Karte (Wien)
Politik
BĂŒrgermeister Michael HĂ€upl ( SPÖ )
Regierende Partei SPÖ
Sitzverteilung im Gemeinderat
(100 Sitze):
SPÖ 55
ÖVP 18
GrĂŒne 14
FPÖ 13
letzte Wahl: 23. Oktober 2005
nĂ€chste Wahl:  ?
Bevölkerung
Einwohner :
Ballungsraum :
1.631.082 (2005)
1.875.000
- Rang: 1. von 9
Bevölkerungsdichte : 3.931,3 Einwohner/kmÂČ
Geografie
FlĂ€che : 414,90 kmÂČ
- davon Land: 395,51 kmÂČ (95,33 %)
- davon Wasser: 19,39 kmÂČ (4,67 %)
- Rang: 9. von 9
Geografische Lage :
Koordinaten: 48° 07' - 48° 19' N 16° 11' - 16° 34' O
48° 07' - 48° 19' N 16° 11' - 16° 34' O
Ausdehnung: Nord-SĂŒd: 22,4 km
West-Ost: 29,2 km
Höchster Punkt: 543 m
(Hermannskogel)
Tiefster Punkt: 151 m
( Lobau )
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 1 Statutarstadt
23 Bezirke
Gemeinden: 1
- davon StÀdte: 1
- davon Marktgemeinden: 0
Karte: Wien und Gemeindebezirke
Bezirke von Wien

Bezirke von Wien

Blick auf Wien (vorallem 2. und 20. Bezirk

Blick auf Wien (vor allem 2. und 20. Bezirk)

Heldenplatz

Heldenplatz mit Hofburg

Wien ist die Bundeshauptstadt und zugleich ein Bundesland der Republik Österreich . Wien hat 1.631.082 Einwohner, im Großraum Wien leben etwa 2 Millionen Menschen.

Die Wahrzeichen von Wien sind der Stephansdom und das Wiener Riesenrad im Prater.

Wien ist Sitz verschiedener internationaler Organisationen, wie der OPEC , der OSZE oder der internationalen Atomenergiebehörde IAEA , sowie dritte UNO -Stadt. Die Innenstadt von Wien wurde im Dezember 2001 auf Antrag der Republik Österreich von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Die Entwicklung zu einer der bedeutendsten und grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Mitteleuropas verdankt Wien unter anderem seiner gĂŒnstigen geografischen Lage. Die Stadt liegt zwischen den nordöstlichen AuslĂ€ufern der Alpen, im nordwestlichen Bereich des Wiener Beckens. Die historische Stadt entstand ausschließlich sĂŒdlich der Donau, heute erstreckt sich das Stadtgebiet beiderseits. Wien entstand an einem Kreuzungspunkt alter Verkehrsstraßen in West-Ost- und Nord-SĂŒd-Richtung ( Bernsteinstraße ). Die Donau ließ sich hier leicht durchqueren, da sich der Strom im Wiener Becken auf einer grĂ¶ĂŸeren FlĂ€che verteilen konnte.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wachsen die Verkehrs- und wirtschaftlichen Beziehungen zu den östlichen Nachbarstaaten Österreichs wieder deutlich. Die geografische NĂ€he zu Osteuropa macht sich wieder stark bemerkbar. So liegt Wien beispielsweise nur 60 km von der slowakischen Hauptstadt Pressburg entfernt; solch eine NĂ€he zweier HauptstĂ€dte ist innerhalb Europas einmalig (abgesehen vom Sonderfall Vatikan - Rom).

Landschaft

Vom Wiener Stadtgebiet ist nur ein relativ kleiner Anteil verbaut. Etwa die HĂ€lfte Wiens ist GrĂŒnland , grĂ¶ĂŸere Teile werden auch landwirtschaftlich genutzt.

Wien erstreckt sich von einer Seehöhe von 151 m in der Lobau bis zu 542 m, die auf dem Hermannskogel erreicht wird. Hier, im Nordwesten, sowie im Westen und SĂŒdwesten Wiens reicht der Wienerwald mit seinen Höhen (Leopoldsberg, Kahlenberg) und WĂ€ldern bis ins Stadtgebiet hinein. Hier tritt die Donau durch die Wiener Pforte , eine Enge zwischen Leopoldsberg und Bisamberg, nach Wien ein. Aus dem Wienerwald fließen außerdem zahlreiche kleine FlĂŒsse in die Stadt, der bekannteste davon ist der Wienfluss . Die Berge im Westen werden im SĂŒden von den eiszeitlichen Terrassen (Wienerberg und Laaer Berg) fortgesetzt. Dieses gesamte Gebiet wird zum Weinbau genutzt, es bildet die Weinbauregion Wien .

Der Osten der Stadt ist geprĂ€gt von den unbebauten, flachen Gebieten des Marchfelds, die der Landwirtschaft dienen. Im SĂŒdosten finden sich die Donauauen , eine Auenlandschaft entlang der Donau, die sogar zum Nationalpark erklĂ€rt wurde.

Angesichts der vorwiegenden Westwetterlage, wie bei vielen europÀischen StÀdten, sind die gehobenen Wohngegenden eher am westlichen Rand, wo unter anderem die Luft noch sauberer ist, wÀhrend die alten Industriegebiete eher am östlichen Rand der Stadt situiert sind.

Gliederung

Hauptartikel: Wiener Gemeindebezirke

Wien wird heute in insgesamt 23 Bezirke unterteilt. Diese gliedern sich in insgesamt drei „Teile“. Die historische Altstadt, der 1. Bezirk, war bis zum Jahre 1850 deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Unter Kaiser Franz Joseph kam es zur ersten grĂ¶ĂŸeren Stadterweiterung, die VorstĂ€dte, die Gemeinden innerhalb des Linienwalls, kamen als 2. bis 9. Bezirk zur Stadt. Am 1. JĂ€nner 1892 kam es zur zweiten großen Stadterweiterung. Die Außenbezirke, damals noch Vororte, wurden eingemeindet. Dieses Stadtgebiet stimmt grĂ¶ĂŸtenteils mit dem heutigen Wien ĂŒberein. Markante Erweiterungen gab es noch 1904, als man die Gebiete nördlich der Donau um Floridsdorf eingemeindete. Eine Vervierfachung seines Stadtgebietes erlebte Wien zur Zeit des Nationalsozialismus , als man ein Groß-Wien schaffen wollte. Diese Änderungen wurden jedoch grĂ¶ĂŸtenteils wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht. Seit 1954 sind die Bezirksgrenzen unverĂ€ndert.

Die einzelnen Bezirke Wiens werden zusĂ€tzlich noch in Stadtteile geteilt, die sich an den historischen Gemeinden orientieren. Bei der Festlegung der Bezirksgrenzen versuchte man, diese markant zu setzen - entlang wichtiger Straßen oder FlĂŒsse, wenngleich hierdurch einige ehemalige Gemeinden geteilt wurden. Der 1. Bezirk wird beispielsweise von der Wiener Ringstraße umrundet. Die Innenbezirke wurden durch den Wiener GĂŒrtel von den Außenbezirken abgegrenzt. Der Donaukanal trennt den 2. und 20. Bezirk von der restlichen Innenstadt, und die Donau den 21. und 22. Bezirk vom restlichen Stadtgebiet. Auch der Wienfluss ist wĂ€hrend seines gesamten Verlaufes durch die Stadt stets ein Grenzfluss.

Klima

Das Wiener Klima bildet ein Übergangsklima mit ozeanischen EinflĂŒssen aus dem Westen und kontinentalen EinflĂŒssen aus dem Osten. Dies macht sich im Jahresvergleich durch meist stark schwankende Messergebnisse bemerkbar. Insgesamt hat Wien meist nur geringere Niederschlagsmengen und lĂ€ngere Trockenperioden zu verzeichnen. Die Winter sind im Österreichvergleich eher mild. Die mittlere Lufttemperatur betrĂ€gt durchschnittlich 11,5° C, die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei rund 600 mm. 60 Sommertagen stehen rund 50 Frosttage gegenĂŒber.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Wiens

Erste Besiedelungen lassen sich bereits 2000 v. Chr. nachweisen. Die Kelten nannten die Stadt Vedunia, die Römer sprachen von Vindobona. Unter dem Adelsgeschlecht der Babenberger erlebte Wien einen ersten Aufschwung, doch Weltgeltung verschaffte der ehemaligen Reichshaupt- und Residenzstadt erst die Herrschaft des Adelshauses der Habsburger , die Wien 1278 als Hauptsitz der römisch-deutschen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ab 1806 des Vielvölkerstaates Österreich erwĂ€hlten.

Die AnfÀnge der stÀdtischen Geschichtschreibung verzeichnen sich schon im 13. Jahrhundert mit der Stadtchronik von Jans dem Enikel .

Kelten, Römer und das frĂŒhe Mittelalter

Schon 2000 vor Christus siedelten indogermanische StĂ€mme in den nordwestlichen Waldbergen des Wiener Beckens. 400 v. Chr., in der spĂ€ten Eisenzeit, wurde die frĂŒhere Bevölkerung von den einziehenden Kelten verdrĂ€ngt. An der Stelle des heutigen Wien entstand eine keltische Siedlung mit dem Namen Vedunia („Waldbach“). Der Leopoldsberg in Wien trug vermutlich eine keltische Stadtburg. Im 1. Jahrhundert n. Chr. legten die Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums nahe der Donau ein MilitĂ€rlager (castra) mit der angeschlossenen Zivilstadt Vindobona zur Grenzsicherung der Provinz Pannonien an. Noch heute kann man an den StraßenzĂŒgen des 1. Bezirks (Innere Stadt), den Mauerverlauf des Lagers erkennen. Die Römer blieben bis ins 5. Jahrhundert .

Die keltische Siedlung beziehungsweise das spĂ€tere römisches Legionslager lag weit im Osten des weströmischen Reiches und fiel daher den Wirren der germanischen Völkerwanderung rasch zum Opfer. Es gibt Hinweise auf ein katastrophales Feuer zu Beginn des 5. Jahrhunderts n. Chr. Die Überreste des Lagers wurden aber nicht verlassen, eine kleine Restsiedlung blieb zurĂŒck. Die Straßen und HĂ€user des frĂŒhmittelalterlichen Wien folgten dem Verlauf der römischen Lagermauern, Zentrum des frĂŒhen Wiens war der Berghof (heute Salvatorgasse). Die erste urkundliche ErwĂ€hnung im Mittelalter erfolgte 881 in den Salzburger Annalen, wo apud Weniam eine Schlacht gegen die Magyaren stattfand, wobei unklar ist, ob es sich um die Stadt oder um den Wienfluss handelt. Mit dem Sieg des ostfrĂ€nkischen Königs Otto I. ĂŒber die Magyaren im Jahr 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld begann der Aufstieg Wiens, wie auch Österreichs.

Die Zeit der Babenberger

Im Jahre 976 wurde unter den Babenbergern die Markgrafschaft Ostarrichi eingerichtet, auf deren Gebiet, an der Grenze zu Ungarn , auch Wien lag. Bereits im 11. Jahrhundert war Wien ein wichtiger Handelsort, 1155 machte Heinrich Jasomirgott Wien zu seiner Hauptstadt. Nur ein Jahr spĂ€ter wurde Österreich mit dem Privilegium Minus zum Herzogtum erhoben und Wien damit Sitz des Herzogs.

Die Ereignisse nach dem Dritten Kreuzzug , in deren Verlauf der englische König Richard Löwenherz von Markgraf Leopold V. , dem Tugendreichen, 1192 in Erdberg bei Wien gefangen genommen wurde, brachte ein enormes Lösegeld von 50.000 Mark Silber (etwa 10-12 Tonnen Silber) ein. Damit wurde unter anderem in Wien eine MĂŒnzprĂ€gestĂ€tte eingerichtet, sowie das ZuschĂŒtten der GrĂ€ben der alten Stadtmauer beim Stephansplatz und um 1200 der Bau der, auf der Linie des heutigen Ringes verlaufenden, Wiener Stadtmauer finanziert. 1221 bekam Wien, nach Enns 1212, das Stadt- und Stapelrecht verliehen. Letzteres bedeutete, dass Kaufleute, die durch Wien zogen, in der Stadt ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten. Dies ermöglichte den Wienern den Zwischenhandel , so dass Wien bald weitreichende Handelsbeziehungen, insbesondere entlang der Donaustraße und nach Venedig unterhielt, und als eine der bedeutendsten StĂ€dte des Reichsgebiets galt. Ein Bistum wurde in der Zeit der Babenberger nicht erreicht.

Habsburger

Rudolf IV., der Stifter - er prĂ€gte maßgeblich die Stadt
Rudolf IV., der Stifter - er prĂ€gte maßgeblich die Stadt

Mit dem Sieg Rudolf I. 1278 ĂŒber Ottokar II. von Böhmen begann die Herrschaft der Habsburger in Österreich. In Wien brauchten diese allerdings relativ lange, um sich zu etablieren, die ParteigĂ€nger Ottokars blieben noch lange stark. Gegen Albrecht I. gab es mehrere Aufstandsversuche. Zur Zeit der Luxemburger -Kaiser wird wiederum Prag zur Residenzstadt, in deren Schatten Wien steht. Die frĂŒhen Habsburger versuchen, die Stadt auszubauen, um Schritt zu halten. Herzog Albrecht II. etwa ließ den gotischen Chor von St. Stephan bauen.

Große Verdienste erwarb sich Rudolf IV. , der durch eine kluge Wirtschaftspolitik den Wohlstand hob. Zwei Dinge haben ihm den Beinamen der Stifter eingetragen: die GrĂŒndung der UniversitĂ€t Wien 1365 und der Bau des gotischen Langhauses von St. Stephan. Letzteres ist mit der GrĂŒndung eines Metropolitan-Kapitels verbunden, das ein symbolischer Ersatz fĂŒr den noch immer nicht vorhandenen Bischof sein sollte. Die folgende Zeit der Erbstreitigkeiten unter den Habsburgern brachte nicht nur viele Wirren, sondern auch einen wirtschaftlichen Niedergang. Damit verbunden sind auch soziale Unruhen sowie Auseinandersetzungen zwischen der „Patrizier-“ und der „Handwerkerpartei“. 1408 kommt es sogar zur Hinrichtung durch Vierteilung des BĂŒrgermeisters Konrad Vorlauf.

1438 wurde Wien nach der Wahl Herzog Albrechts V. zum deutschen König (Albrecht II.) wieder Reichs hauptstadt , mit seinem Namen Albrecht ist allerdings auch die erste große Vertreibung und Ermordung der Wiener Juden von 1421/22 verbunden. 1469 wurde die aufstrebende Stadt nunmehr zum Bischofssitz und damit St. Stephan zur Kathedrale . In der Ära des schwachen Friedrich III. war Wien immer auf der Seite seiner Gegner, da er den Landfrieden gegen umherziehende Söldnerbanden nicht gewĂ€hrleisten konnte. 1556 schließlich wurde Wien Sitz des Kaisers , nachdem Ungarn und Böhmen zum Herrschaftsbereich der Habsburger hinzugekommen waren. Dies ist auch die Zeit der Rekatholisierung der Stadt, die ziemlich rasch protestantisch geworden war. 1551 wurden die Jesuiten geholt, die rasch großen Einfluss am Hof erlangten. Der fĂŒhrende Kopf der Gegenreformation war Melchior Khlesl , der Bischof von Wien um 1600 .

Stadtbelagerungen durch die TĂŒrken

Hauptartikel: TĂŒrkenkriege

Im Jahre 1529 wurde Wien das erste Mal von den TĂŒrken erfolglos belagert . Die durch mittelalterliche Mauern geschĂŒtzte Stadt konnte den Angriffen nur mit MĂŒhe standhalten, bis schließlich ausgebrochene Seuchen und ein frĂŒher Wintereinbruch die TĂŒrken zum RĂŒckzug zwangen. Durch die Belagerung war die Notwendigkeit zeitgemĂ€ĂŸer Befestigungsanlagen deutlich geworden. Nach PlĂ€nen von Hermes Schallauzer wurde Wien seit 1548 zu einer Festung ausgebaut. Die Stadt wurde mit 11 Bastionen aus Mauerwerk versehen und von einem Graben umgeben. Um Wien entstand ein Glacis , ein breiter, unverbauter Bereich, der den Verteidigern ein freies Schussfeld ermöglichte. Diese Befestigungsbauten, die bis ins 17. Jahrhundert hinein den Hauptteil der BautĂ€tigkeit ausmachten, sollten sich 1683 bei der Zweiten TĂŒrkenbelagerung auszahlen, denn sie schĂŒtzten die Stadt zwei Monate lang, bis die tĂŒrkische Armee wegen des Eintreffens des vom Polenkönig Jan Sobieski angefĂŒhrten Entsatzheeres ihre Kampfrichtung Ă€nderte und somit die Belagerung auch diesmal erfolglos endete. Dies war der Beginn des endgĂŒltigen ZurĂŒckdrĂ€ngens des Osmanischen Reiches. Wien konnte sich zwar stets gegen die TĂŒrken behaupten, die stĂ€ndige Bedrohung durch die Osmanen hemmte jedoch lange Zeit das Wachstum der Stadt.

Die BlĂŒtezeit des Barocks

Schloss Belvedere
Schloss Belvedere

In der Folge setzte rege BautĂ€tigkeit und ein AufblĂŒhen der Stadt ein. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde Wien weitgehend barockisiert , verbunden vor allem mit den Namen der Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas von Hildebrandt . Das Gebiet innerhalb der Stadtmauer platzte rasch aus allen NĂ€hten, man wich in die VorstĂ€dte aus. Der Adel begann, das ganze Umland mit seinen Gartenpalais zu ĂŒberziehen. Am bekanntesten sind das Palais Liechtenstein , Palais Schönborn und Palais Schwarzenberg, sowie vor allem das Schloss Belvedere, das Gartenpalais des Prinzen Eugen . Seit 1704 hatten die VorstĂ€dte zudem ihr eigenes, großzĂŒgig angelegtes, Befestigungssystem, den Linienwall.

Nach den Einschnitten durch die großen Pestepidemien von 1679 und 1713 wuchs die Bevölkerung stĂ€ndig. FĂŒr 1724 schĂ€tzt man 150.000 Einwohner, um 1790 waren es bereits 200.000. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Manufakturen gegrĂŒndet, die erste in der Leopoldstadt. Damals entwickelten sich Kanalisation und Straßenreinigung, was die hygienischen VerhĂ€ltnisse verbesserte. Ebenso fĂ€llt die EinfĂŒhrung der ersten Hausnummern (der Konskriptionsnummern) in diese Zeit, sowie die AnfĂ€nge eines staatlichen Postsystems. Unter Kaiser Joseph II. wurde zudem die Stadtverwaltung 1783 modernisiert: es wurden eigene Beamte fĂŒr die Stadt (den Magistrat ) eingefĂŒhrt. Zur selben Zeit wurden auch die innerstĂ€dtischen Friedhöfe aufgelöst.

Mit dem AufblĂŒhen der Stadt entwickelte sich Wien bald zu einem der wichtigsten europĂ€ischen Kulturzentren, gipfelnd in der Wiener Klassik mit den Komponisten Mozart, Beethoven und Haydn.

Die Kaiserstadt Wien

In den Koalitionskriegen wurde Wien gleich zweimal von NapolĂ©ons Truppen eingenommen. Die erste Eroberung am 13. November 1805 war jedoch kampflos: Die französische Armee zog ungehindert in die Stadt und wurde von der Bevölkerung eher neugierig als ablehnend begrĂŒĂŸt. Der deutsche Kaiser des alten Reiches (HR Reiches Deutscher Nation) in Wien, Joseph II. , dankte 1806 ab und trug jetzt allein die neue österreichische Kaiserkrone, die er sich zuvor 1804 aufgesetzt hatte. Die zweite Besetzung Wiens im Jahr 1809 hingegen gelang nur nach schwerem Beschuss. Kurz darauf hatte aber NapolĂ©on in der Schlacht bei Aspern seine erste grĂ¶ĂŸere Niederlage zu verkraften. Nachdem NapolĂ©on in den folgenden Befreiungskriegen endgĂŒltig besiegt war, fand in Wien vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 der Wiener Kongress statt, der die politischen VerhĂ€ltnisse in Europa neu ordnete.

Die folgende Politik der Restauration hatte Zensur und Spitzelwesen zur Folge. Die Bevölkerung zog sich zurĂŒck, die Biedermeier-Kultur entstand. Die erste HĂ€lfte dieses Jahrhunderts war zudem geprĂ€gt von einer intensiven Industrialisierung , 1837 kam der Anschluss ans Eisenbahnnetz . Die französische Februarrevolution 1848 wirkte sich auch in Wien aus. Am 13. MĂ€rz brach zunĂ€chst die MĂ€rzrevolution aus, die Metternich schließlich zum RĂŒcktritt zwang, am 6. Oktober dann die Wiener Oktoberrevolution.

Plan des Donaudurchstichs 1870-1875 in einer zeitgenössischen Darstellung
Plan des Donaudurchstichs 1870-1875 in einer zeitgenössischen Darstellung

1850 wurde die Stadt erweitert, indem vor allem der Bereich innerhalb des Linienwalls eingemeindet und in Bezirke unterteilt wurde. In diesem Zusammenhang wurden 1858 die Befestigungsanlagen geschleift und an ihrer Stelle die Ringstraße gebaut, die mit Monumentalbauten gesĂ€umt wurde. Vom „Ringstraßenstil“ ( Historismus ) ist Wien architektonisch entscheidend geprĂ€gt. Diese Zeit gipfelte in der Weltausstellung 1873 , unmittelbar nach der der große Börsenkrach erfolgte, mit dem die GrĂŒnderzeit zu Ende ging.

Nach der großen Überschwemmung von 1830 hatte es immer wieder Überlegungen zu einer Donauregulierung gegeben, diese wurde in den 1860-er Jahren durchgefĂŒhrt. Die vielen verĂ€stelten Seitenarme der Donau wurden abgegraben und ein schnurgerader Hauptstrom abseits der Stadt geschaffen. Der Arm, der zur inneren Stadt fĂŒhrte, wurde in verengter Form belassen, er erhielt den (irrefĂŒhrenden) Namen Donaukanal . In dieser Zeit stieg die Bevölkerung Wiens stark an, vor allem aufgrund der starken Zuwanderung. Die seit 1869 regelmĂ€ĂŸig durchgefĂŒhrten VolkszĂ€hlungen zeigten schließlich im Jahr 1910 den historischen Höchstwert von 2.031.000 Einwohnern.

Zu diesem Zeitpunkt stand die alte Kaiserstadt jedoch kurz vor ihrem Ende. Den letzten kulturellen Höhepunkt bildete die Wiener Moderne; in der Architektur wurde die Stadt zu einem Zentrum des Jugendstils , der vor allem mit Otto Wagner und der KĂŒnstlervereinigung Secession (nach der das charakteristische GebĂ€ude am Karlsplatz benannt wurde) verbunden ist. Im Volksmund wird die goldene Kuppel liebevoll KrauthĂ€upl genannt. In der Musik wiederum wurde rund um Arnold Schönberg , Anton Webern und Alban Berg herum die Zweite Wiener Schule erschaffen.

Erster Weltkrieg und die Erste Republik

Der Justitzpalast wurde 1927 bei Demonstrationen in Brand gesetzt
Der Justitzpalast wurde 1927 bei Demonstrationen in Brand gesetzt

Der Erste Weltkrieg fĂŒhrte zwar nicht zu einer unmittelbaren Bedrohung Wiens, jedoch zu einer verheerenden Versorgungskrise aufgrund der wirtschaftlichen Blockade der Entente -MĂ€chte, die insbesondere zu einer Verknappung der Nahrungsmittel und Bekleidung fĂŒhrte. Das Ende des Weltkrieges war zugleich auch das Ende der österreich-ungarischen Monarchie . Am 12. November 1918 wurde vor dem Parlament in Wien die Republik Deutsch-Österreich ausgerufen, deren Name 1919 auf Republik Österreich geĂ€ndert werden musste.

1921 wurde Wien durch das „Trennungsgesetz“ vom umgebenden Niederösterreich abgetrennt und zu einem eigenen Bundesland erklĂ€rt. Die schon seit Ende des Ersten Weltkrieges in Wien dominierende Sozialdemokratie stellte nun die Mehrheit im Stadtrat. Seitdem spricht man auch vom „Roten Wien“. Es kam jedoch zu immer grĂ¶ĂŸeren Differenzen und Auseinandersetzungen zwischen den politischen Parteien. Der Brand des Justizpalastes 1927 , der Zusammenbruch einer der grĂ¶ĂŸten Banken des Landes und schließlich die Auflösung des Parlaments 1933 markierten den Weg zu den KĂ€mpfen im Februar 1934 . Der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß , der autoritĂ€r regierte, wurde bei einem Putschversuch der Nationalsozialisten im Amt ermordet. 1938 ließ der NS-Diktator des Deutschen Reiches, Adolf Hitler, die Wehrmacht in Österreich einmarschieren und danach den Anschluss seiner österreichischen Heimat an das Deutsche Reich öffentlich in Wien verkĂŒnden. Dem Anschluß stimmten spĂ€ter in einer Volksabstimmung auch die Wiener BĂŒrger mehrheitlich zu.

Die Zeit der Ersten Republik war zudem geprĂ€gt von der Hochinflation der 1920er, von der Wirtschaftskrise sowie von der hohen Arbeitslosigkeit. Zur Arbeitsbeschaffung wurden vor allem Straßenbau-Großprojekte durchgefĂŒhrt, wie die Höhenstraße auf den Kahlenberg, den Wiener Aussichtsberg.

Wien zur Zeit des Nationalsozialismus

Die im Zweiten Weltkrieg errichteten FlaktĂŒrme finden sich bis heute in der Stadt
Die im Zweiten Weltkrieg errichteten FlaktĂŒrme finden sich bis heute in der Stadt

Die auf die Vernichtung der Juden zielende Politik Hitlers fiel beim in Wien schon viele Jahrhunderte alten und seit Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmenden Antisemitismus auf fruchtbaren Boden. Bei den Novemberpogromen beginnend am 9. November 1938 wurden 92 Synagogen Wiens zerstört. Nur eine einzige blieb verschont, der Stadttempel im 1. Bezirk. Von den mehr als 200.000 Wiener Juden wurden mehr als ein Viertel ermordet, 5.243 ĂŒberlebten den Krieg in Wien.

Ab dem 17. MĂ€rz 1944 erfolgten, ein halbes Jahr nach dem ersten Bombardement auf ehemaliges österreichisches Gebiet („Donau- und Alpengaue” im DR), die ersten Luftangriffe auf Wien. Dabei wurde rund ein FĂŒnftel der Stadt zerstört - vergleichsweise wenig zu anderen StĂ€dten. Am 2. April 1945 wurde Wien zum Verteidigungsbereich erklĂ€rt. Das bedeutete, dass der Kampf bis zum bitteren Ende gefĂŒhrt werden sollte. Die sowjetische Armee befand sich nur noch wenige Kilometer vom Stadtgebiet entfernt. Die Schlacht um Wien dauerte acht Tage und kostete 40.000 Menschen das Leben. In den Gebieten, die bereits unter sowjetischer Kontrolle standen, kam es zu großen, organisierten PlĂŒnderungen durch die Zivilbevölkerung. Hierbei wurden auch etliche GeschĂ€fte und HĂ€user in Brand gesetzt. Durch Funkenflug geriet auch der Stephansdom in Brand, der den Luftkrieg ohne Bombentreffer ĂŒberstanden hatte.

Siehe auch: Wiener Operation 1945

Wiederaufbau, Besatzung und Zweite Republik

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wien zunĂ€chst eine Vier-Sektoren-Stadt unter Verwaltung der Alliierten . Schon wenige Tage nach Ende der KĂ€mpfe wurde eine provisorische Stadtregierung und Stadtverwaltung eingerichtet. Der Kommunist Rudolf Prikryl wurde am 13. April kurzfristig zum BĂŒrgermeister ernannt. Bereits drei Tage spĂ€ter wurde er von Theodor Körner abgelöst. Auch politische Parteien formierten sich wieder. Am 29. April wurde das ParlamentsgebĂ€ude von der Besatzungsmacht an die neue provisorische Regierung ĂŒbergeben und Dr. Karl Renner verkĂŒndete die Wiederherstellung der demokratischen Republik Österreich. Die Stadt wurde unter Mithilfe von " TrĂŒmmerfrauen " rasch wieder aufgebaut. Der Stephansdom erhielt ein neues Dach, Burgtheater und Staatsoper wurden im Jahre 1955 wiedereröffnet.

Am 15. Mai 1955 erreichte das Land und die Stadt Wien mit dem Österreichischen Staatsvertrag seine Freiheit zurĂŒck. Nach dem Krieg erfolgte, wie ĂŒberall in West europa , ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung, nicht zuletzt mit Hilfe des Marshall-Planes . Wichtig fĂŒr Wien wurde die U-Bahn , deren erste Teilstrecke 1978 eröffnet wurde. In den 1970er Jahren wurde der dritte Amtssitz der UNO mit der UNO-City errichtet. Mit Ende des 20. Jahrhunderts wurde in Wien eine Skyline mit den „ Wolkenkratzern “ Andromeda Tower und Millennium Tower am linken und rechten Donauufer (21. und 20. Bezirk) geschaffen.

Tourismus

Das Schloss Schönbrunn zieht jÀhrlich rund 6,7 Millionen Besucher an
Das Schloss Schönbrunn zieht jÀhrlich rund 6,7 Millionen Besucher an

Dank zahlreicher Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreich-ungarischen Kaiserzeit , vielfĂ€ltiger Kulturangebote, und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berĂŒhmter klassischer Musiker , wie Beethoven oder Mozart, erhielt, ist die Stadt weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Fiaker kutschieren GĂ€ste durch die zum Weltkulturerbe zĂ€hlende Innenstadt, in dessen Zentrum sich der Stephansdom befindet. In direkter Umgebung finden sich hier auch die Staatsoper, die KĂ€rntnerstraße, welche die am stĂ€rksten frequentierte FußgĂ€ngerzone Österreichs ist, sowie berĂŒhmte Konditoreien und Hotels und die prunkvolle Ringstraße, welche die Innenstadt umgibt.

Viele Touristen kommen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren WeihnachtsmĂ€rkten aufwarten kann. Aber die meisten der Wiener SehenswĂŒrdigkeiten sind ganzjĂ€hrig zu besuchen, wie etwa das Schloss Schönbrunn, der Prater oder die OpernhĂ€user und Museen. Bei U-Bahn-Bauarbeiten stieß man in der Innenstadt bereits mehrmals auf Relikte frĂŒherer Besiedelung, darunter die aus dem 13. Jahrhundert stammende Virgilkapelle unter dem Stephansplatz, welche nun ebenso wie die anderen Funde als SehenswĂŒrdigkeiten in den U-Bahn-Stationen betrachtet werden können. Den grĂ¶ĂŸten Anteil an den NĂ€chtigungen machen deutsche Touristen mit 1,8 Mio. aus, gefolgt von den Italienern (618.000), US-Amerikanern (586.000), Briten (373.000), Japanern (321.000), Spaniern (315.000), Schweizern (inkl. Liechtenstein, 282.000), Franzosen (inkl. Monaco, 241.000) und den NiederlĂ€ndern (153.000). Der Anteil osteuropĂ€ischer und amerikanischer Touristen ist stark gestiegen. 2004 konnte Wien 7,8 Mio. Übernachtungen verbuchen, wovon nur rund 1,26 Mio. auf Österreicher zurĂŒckzufĂŒhren sind.

Bevölkerung

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 900.998
1880 1.162.591
1890 1.430.213
1900 1.769.137
1910 2.083.630
1923 1.918.720
1934 1.935.881
1939 1.929.976
1951 1.616.125
1961 1.627.566
1971 1.619.885
1981 1.531.346
1991 1.539.848
2001 1.550.123
Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 1869.
Bevölkerungsentwicklung in Wien seit 1869.

Die meisten Menschen, mehr als zwei Millionen, bevölkerten Wien zu Zeiten der k.u.k. -Herrschaft kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges . Die lange Zeit als Hauptstadt eines Vielvölkerstaates war es denn auch, die Wien zu dem machte, was es auch heute noch ist: ein Schmelztiegel von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Die Nachfahren der vielen Menschen, die damals aus allen möglichen Regionen des k.u.k. Herrschaftsgebietes in ihre Hauptstadt gezogen waren, leben heute als Wiener wie sie im Buche stehen in der Stadt, und nur noch ihre Nachnamen lassen auf die Herkunft einer ihrer Vorfahren schließen (zum Beispiel: Nowak, Dolezal, Navratil, Wewerka ...). Sie gehören lĂ€ngst zusammen mit den Wienern mit deutschen Nachnamen zu den so genannten Ur-Wienern, die im ursprĂŒnglichen Wiener Dialekt den Wiener SchmĂ€h prĂ€gen. Neben dem ursprĂŒnglichen Wiener Dialekt hat sich auch ein gehobener Wiener Dialekt entwickelt, der die teils sehr alten Wiener DialektausdrĂŒcke (z. B. Tröpferlbad fĂŒr 'Dusche', Wuchtldrucker fĂŒr 'LĂŒgner' ...) immer mehr zurĂŒckdrĂ€ngt.

Wien hat heute (2005) 1,63 Millionen Einwohner, wovon ca. 20 % auslĂ€ndischer Herkunft sind und auch nicht ĂŒber die österreichische StaatsbĂŒrgerschaft verfĂŒgen. Die grĂ¶ĂŸten dieser Gruppen stellen die Menschen aus Ex- Jugoslawien und der TĂŒrkei. Weitere Herkunftsregionen sind die LĂ€nder Osteuropas. Von ca. 1920 bis in die 1980er Jahre schrumpfte die Bevölkerung Wiens auf 1,5 Millionen Einwohner, seit 1993 steigt die Bevölkerungszahl jedoch stetig an. Seit 2000 wĂ€chst diese um etwa 20.000 pro Jahr an und wird laut der neuesten Presseinformation der Statistik Austria vom Oktober 2005 im Jahre 2050 wieder die 2-Millionen-Grenze ĂŒberschreiten. Dieses fĂŒr Österreich einzigartige Bevölkerungswachstum ist vor allem auf den stetigen Zuzug aus dem In- und Ausland und die seit einigen Jahren steigenden Geburtenzahlen, insbesondere der Menschen auslĂ€ndischer Herkunft, zurĂŒckzufĂŒhren.

Religionen

Die Stadt ist Sitz der römisch-katholischen Erzdiözese Wien; Erzbischof ist Christoph Kardinal Schönborn . Die römisch-katholische Gemeinde ist die grĂ¶ĂŸte Glaubensgemeinschft Wiens, verliert jedoch stetig an Mitgliedern. Heute gehören nur 49% der römisch-katholischen Kirche an, 1961 noch 82%. Der evangelisch-lutherische Bischof von Österreich, der seinen Sitz in Wien hat, ist Herwig Sturm . PrĂ€sident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist Ariel Muzicant , Oberrabiner Paul Chaim Eisenberg . Außerdem hat der PrĂ€sident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Schakfeh , hier seinen Sitz. Die jĂŒdische Gemeinde Wiens besteht aus rund 7.000 GlĂ€ubigen. Die einzige Synagoge , die die Reichskristallnacht von 1938 ĂŒberstanden hat, ist der Stadttempel im 1. Bezirk.

Die Religionszugehörigkeit der Wiener Wohnbevölkerung setzt sich laut VolkszÀhlung 2001 wie folgt zusammen:

Rudolf von Alt: Stephansdom vom Stock-im-Eisen-Platz
Rudolf von Alt : Stephansdom vom Stock-im-Eisen-Platz
römisch-katholisch : 49,2 %
ohne Bekenntnis: 25,6 %
islamisch : 7,8 %
orthodox : 6,0 %
evangelisch : 4,7 %
jĂŒdisch : 0,5 %
altkatholisch : 0,5 %
Sonstige bzw. keine Angabe: 5,7 %

Söhne und Töchter der Stadt

siehe Liste der Wiener Persönlichkeiten, Liste der EhrenbĂŒrger von Wien

Kultur

Von internationaler Bedeutung ist vor allem das Wiener Musikschaffen . In kaum einer Stadt haben so viele bekannte Komponisten gewirkt. Der Wiener Walzer , die Wiener SĂ€ngerknaben, musikalische Großveranstaltungen, wie das Neujahrskonzert oder der Wiener Opernball, sowie die Opern- und TheatergebĂ€ude, sind weltweit bekannt. BerĂŒhmt ist Wien auch wegen seiner KĂŒche und der Kaffeehauskultur. Zudem sind Leistungen in den medizinischen Bereichen und der Psychotherapie ( Sigmund Freud ) weltweit anerkannt.

Theater & Oper

Wiener Staatsoper
Wiener Staatsoper

Kunst und Kultur können in Wien im Bereich von Theater , Oper oder auch Bildender Kunst auf eine sehr lange Tradition zurĂŒckblicken.
Neben dem Burgtheater, das zusammen mit seiner ZweitbĂŒhne, dem Akademietheater, als eines der wichtigsten SchauspielhĂ€user der Welt gilt, bieten auch noch das Volkstheater sowie das Theater in der Josefstadt Kunstgenuss. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer BĂŒhnen, die den Großen in puncto QualitĂ€t zuweilen um nichts nachstehen und sich oft moderneren, experimentellen StĂŒcken oder dem Kabarett und der Kleinkunst verschrieben haben.
Auch Opernfreunde kommen in Wien auf ihre Kosten: Die Staatsoper und die Volksoper bieten fĂŒr jeden Geschmack etwas, wobei sich letztere besonders der typisch wienerischen Operette , aber auch dem klassischen Musical verpflichtet fĂŒhlt.
Konzerte mit klassischer Musik finden unter anderem im Wiener Musikverein (mit dem berĂŒhmten goldenen Saal) und im Wiener Konzerthaus statt.
Das Theater an der Wien glĂ€nzte in den letzten Jahren mit Musical -UrauffĂŒhrungen. Mit Abstand am erfolgreichsten war das Musical Elisabeth, das danach in der ganzen Welt in mehreren Sprachen aufgefĂŒhrt wurde. Das Haus, in dem Beethovens Oper Fidelio uraufgefĂŒhrt wurde, ist seit 2006 aber wieder ausschließlich Opernhaus.
Mit dem Haus der Musik hat Wien seit 2000 auch ein Klangmuseum fĂŒr Kinder und Erwachsene.
Das Marionettentheater Schloss Schönbrunn pflegt das kunstvolle Spiel mit kostbaren Marionetten in Opern und TheaterstĂŒcken fĂŒr Erwachsene und Kinder.

Kunsthistorisches Museum (Maria-Theresien-Platz)
Kunsthistorisches Museum (Maria-Theresien-Platz)
Die weit sichtbare Kuppel der Kirche am Steinhof
Die weit sichtbare Kuppel der Kirche am Steinhof

siehe auch:

Museen

In der Hofburg sind das Sisi-Museum, die Kaiserappartements und die Hofsilber- und Tafelkammer zu besichtigen, gleich gegenĂŒber der Hofburg befinden sich das Kunsthistorische Museum, das ĂŒber eine Vielzahl von GemĂ€lden alter Meister verfĂŒgt, und das Naturhistorische Museum.

Daran schließt das Museumsquartier an, ein in den 1990er Jahren in den ehemaligen k. u. k. Hofstallungen errichteter Museumskomplex. Dieser beherbergt das Museum moderner Kunst -- Stiftung Ludwig , das Leopold-Museum , das hauptsĂ€chlich Werke des Wiener Secessionismus, der Wiener Moderne und des österreichischen Expressionismus zeigt, mehrere Hallen mit wechselnden Ausstellungen sowie das Tanzquartier Wien . Das Palais Liechtenstein zeigt eine der weltweit grĂ¶ĂŸten privaten Kunstsammlungen.

DarĂŒber hinaus gibt es noch eine Vielzahl anderer Museen, vom Heeresgeschichtlichen Museum ĂŒber das Technische Museum bis hin zum Wiener Uhrenmuseum und zum Bestattungsmuseum. Nicht zu vergessen sind die Wiener Bezirksmuseen, die einen Einblick in die Geschichte des jeweiligen Bezirks geben.

Architektur

In Wien finden sich Bauwerke aller Stil-Epochen der Architektur, von der romanischen Ruprechtskirche ĂŒber den gotischen Stephansdom, die barocke Karlskirche, die hochbarocke Jesuitenkirche und die Bauten des Klassizismus bis zur Moderne . Der Jugendstil hat ebenfalls seine Spuren in Wien hinterlassen: Die Secession, die Stadtbahnstation Karlsplatz und die Kirche am Steinhof von Otto Wagner zĂ€hlen zu den weltweit bekanntesten Bauten dieser Epoche.

Eine der beliebtesten Touristenattraktionen stellt das Hundertwasserhaus von Friedensreich Hundertwasser dar, das als Gegenmodell zur nĂŒchternen modernen Architektur gedacht ist. Ebenfalls von Hundertwasser gestaltet wurde die MĂŒllverbrennungsanlage Spittelau im Norden Wiens. Ein weiteres Beispiel außergewöhnlicher Architektur ist die Wotrubakirche (Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit) des Bildhauers Fritz Wotruba .

Eine Reihe von Stadtteilen wurden seit den 1990er Jahren neu erschlossen. Umfangreiche Bauvorhaben wurden rund um die Donau City (nördlich der Donau) und am Wienerberg (im SĂŒden von Wien) umgesetzt. Der 202 m hohe Millennium Tower am Handelskai ist seit 1999 das bisher höchste in Wien gebaute Hochhaus und Zeichen einer architektonischen Wende in Wien hin zu mehr Selbstbewusstsein, aber auch KonformitĂ€t. In den letzten Jahren vollzieht die Stadt vermehrt eine Kombination aus moderner Architektur mit alten GebĂ€uden und Wohnbau, wie unter anderem die Revitalisierung der Gasometer 2001, welche weltweites mediales Interesse auf sich zog. AuffĂ€llig im Stadtbild sind auch die Wiener FlaktĂŒrme und die Wiener Hochquellenwasserleitung .

Wien hat im Vergleich zu anderen Metropolen eine statistisch geringe Anzahl von HochhĂ€usern . Derzeit gibt es um die 100 Bauwerke ĂŒber 40 Meter Höhe (Stand: Anfang 2006). Die Stadtverwaltung setzt hier auf QualitĂ€t vor QuantitĂ€t, mit dem Ziel, die NaturrĂ€ume Wiens und die als Weltkulturerbe anerkannten historischen stĂ€dtebaulichen Elemente zu erhalten. Deshalb gelten in Wien sehr strenge Richtlinien fĂŒr die Planung, Genehmigung und den Bau von HochhĂ€usern. GemĂ€ĂŸ Stadtplanung sind weite Teile Wiens, insbesondere in den inneren Bezirken, Ausschlusszonen, in denen keine HochhĂ€user errichtet werden dĂŒrfen [1] . Nur rund 26 Prozent der GesamtflĂ€che Wiens kommen somit ĂŒberhaupt fĂŒr die Hochhausplanung infrage. Auch dort mĂŒssen die Bauwerke dem stĂ€dtebaulichen Leitbild entsprechen, eine Reihe von Auflagen erfĂŒllen und dĂŒrfen keine bedeutenden Sichtachsen beeintrĂ€chtigen. Deshalb entstehen neue HochhĂ€user vorrangig in Ă€ußeren Bezirken, wo noch mehr Gestaltungsspielraum vorhanden ist und weniger stĂ€dtebauliche Besonderheiten berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen.

Esskultur

Kulinarisches

Hauptartikel: Wiener KĂŒche

Die traditionelle Wiener KĂŒche ist geprĂ€gt von den frĂŒheren EinflĂŒssen der Zuwanderer aus den anderen Regionen und LĂ€ndern der k.u.k. -Monarchie. Bedingt durch die Lage der Stadt nahe den Grenzen zu Ungarn und dem frĂŒheren Böhmen, finden sich vor allem Speisen aus diesen LĂ€ndern auf den Speisekarten. So stammt das Gulasch mit seinen Wiener Varianten – dem Wiener-, Fiaker- und dem Zigeuner-Gulasch – aus Ungarn. Aus Böhmen kamen vor allem die Mehlspeisen , wie verschiedene Strudel , Golatschen und Palatschinken ; aber auch die Knödel , die zum Schweinebraten serviert werden.

Immer noch sehr beliebt ist das Wiener Schnitzel, das eigentlich aus Mailand stammt. Dabei handelt es sich um ein paniertes Kalbsschnitzel, das in praktisch jedem Lokal mit Wiener KĂŒche angeboten wird. Als Beilage wird ĂŒblicherweise ErdĂ€pfel ­salat gereicht. Daneben gibt es als billigere Variante auch das Schweinsschnitzel Wiener-Art. Zu den Feinheiten auf dem Speiseplan gehört der Tafelspitz mit geriebenem Kren (vermischt mit Äpfeln oder Semmeln), kleinen gekochten Salzkartoffeln und oft auch Spinat. Neben der traditionellen Wiener KĂŒche finden sich auf den Speisekarten auch Gerichte aus den BundeslĂ€ndern, wie Salzburger Nockerln , Tiroler Gröstl oder KĂ€rntner Kasnocken (KĂ€se nocken ).

Zum Stadtbild Wiens gehören in belebten Gegenden die WĂŒrstelbuden, an denen verschiedene heiße WĂŒrstel als Imbiss zu kaufen sind. Neben den Frankfurtern, die außerhalb Wiens meist als Wiener bekannt sind, zĂ€hlen die Burenwurst ("Bur'n'heit'l"=Burenhaut) und die KĂ€sekrainer ("Eitrige") zu den beliebtesten Sorten. Auf Wunsch werden sie mit Essiggurken , eingelegten Pfefferoni , sĂŒĂŸem oder scharfem Senf und einer Schnitte Brot oder einer Semmel als Beilage gereicht. Zum Standardsortiment jeder WĂŒrstelbude gehört auch der LeberkĂ€se . Alternativ zum Hot Dog wird oft auch der Bosner angeboten, der mit einer Bratwurst gefĂŒllt ist.

Im Winter kann man an belebten Straßenecken bei den Maronibratern, kleinen StĂ€nden mit einem Bratofen, gebratene Maroni , gebratene ErdĂ€pfel , Kartoffelpuffer und manchmal auch geröstete Mandeln kaufen.

GewĂŒrz- und GemĂŒsestand auf dem Naschmarkt
GewĂŒrz- und GemĂŒsestand auf dem Naschmarkt

Der grĂ¶ĂŸte und vielseitigste Markt mit festen StĂ€nden ist der Naschmarkt, wo man Obst, GemĂŒse, GewĂŒrze, Fisch, Fleisch und vieles mehr aus aller Welt kaufen kann. In der Innenstadt gibt es eine Reihe von SpezialitĂ€tengeschĂ€ften, wie z.B. Julius Meinl .

In den vergangenen Jahrzehnten fanden auch in Wien italienische Restaurants bzw. Pizzerias und China-Restaurants ein breites Publikum. In den letzten Jahren kamen aus der asiatischen KĂŒche zuerst japanische und indische und schließlich auch thailĂ€ndische und vietnamesische Restaurants dazu. Daneben gibt es eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben mit Speisen aus aller Welt, vom Balkan ĂŒber Griechenland und die Levante bis zu den KĂŒchen Afrikas oder SĂŒdamerikas. Die WĂŒrstelbuden erhielten Konkurrenz durch internationale Fast-Food-Franchiser und Kebab -LĂ€den.

Heurigenkultur

Wien ist weltweit die einzige Metropole mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokalen ( Heurigen ) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings (Grinzing, Neustift am Walde, Nußdorf), Salmannsdorf, Sievering) und Floridsdorfs (Stammersdorf, Strebersdorf) konzentrieren. Der Wein wird oftmals auch als Gespritzter getrunken. Neben dem Wein spielt das Bier die wichtigste Rolle. Hauptanbieter ist die einzige große Brauerei Wiens, die Ottakringer Brauerei . Daneben gibt es auch mehr als zehn kleine Gasthausbrauereien.

Wiener Kaffeehaus

Eine weitere Besonderheit der Wiener Kultur stellt das Wiener Kaffeehaus dar, in dem neben einer Vielzahl von KaffeespezialitĂ€ten auch kleine Speisen serviert werden. Viele Besucher nutzen die Möglichkeit, wĂ€hrend ihres Besuchs stundenlang, die meist reichlich vorhandenen, Zeitungen zu lesen. Neben vielen neueren chromblitzenden, Espresso genannten Kaffeebars italienischen Stils, existieren noch viele „echte“ Wiener KaffeehĂ€user, die in Angebot, Ausstattung und Stil den ursprĂŒnglichen Charme dieser Institution bewahrt haben.

Sonstige Kultur

Zwischen Michaeler- und Josefsplatz liegt die Spanische Hofreitschule. Hier sind die ReitkĂŒnste der Hohen Schule zu sehen. Im Bereich des österreichischen Volkstanzes ist der Wiener Kathreintanz die bedeutendste Veranstaltung. Das Wienerlied als eigene Musikgattung stand und steht auch heute noch in Wechselwirkung mit anderen Musikstilen.

Veranstaltungen

  • Wiener Festwochen - ein jĂ€hrliches Festival mit Theater-, Musik- und anderen kulturellen Produktionen an verschiedenen Orten in der ganzen Stadt.
  • Viennale - Das Vienna International Film Festival findet seit 1960 jedes Jahr im Oktober statt.
  • Donauinselfest - 1983 zum ersten Mal auf der Donauinsel ausgetragenes Musikfestival. Bei freiem Eintritt besuchen mittlerweile jeden Sommer rund drei Million Menschen die auf mehreren BĂŒhnen veranstalteten Konzerte. Das Donauinselfest ist somit Europas grĂ¶ĂŸtes Open-Air-Festival mit freiem Eintritt.
  • Wiener Opernball - Einer der „gesellschaftlichen Höhepunkte“ im Wiener Fasching in der Wiener Oper.
  • Life Ball - Die grĂ¶ĂŸte Aids -Benefiz-Veranstaltung in Europa. Er findet jĂ€hrlich im Rathaus statt.
  • Regenbogenparade - Seit 1996 alljĂ€hrliche Ende Juni auf der Wiener Ringstraße (seit 1997 gegen die Fahrtrichtung, als Zeichen fĂŒr andersherum) veranstaltete LesBiSchwule-Parade. Die Parade, sie ist die österreichische Variante des Christopher Street Days , hat sich ĂŒber die Jahre zum Wirtschaftsfaktor der Stadt entwickelt und wird mittlerweile international beworben. 2001 fand Europride mit mehr als 150.000 TeilnehmerInnen statt.
  • Rathausplatz - Auf dem Rathausplatz - zwischen Rathaus und Burgtheater - werden in den Sommermonaten Opern- und Konzertfilme auf einer Großleinwand vorgefĂŒhrt. Der Eintritt ist kostenlos. Auf diversen StĂ€nden werden kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt angeboten. Der Rathausplatz verwandelt sich dann in einen Treffpunkt fĂŒr Kulturliebhaber, kulinarische Forscher und NachtschwĂ€rmer, die die einzigartige AtmosphĂ€re auf diesem Platz genießen.
  • Die Wiener Internationale Postwertzeichen-Ausstellung (WIPA) (engl. International Philatelic Exhibition in Vienna) ist ein philatelistisches Großereignis, das im Jahr 2000 erst zum vierten Male stattgefunden hat. FrĂŒhere WIPAs fanden in den Jahren 1933 , 1965 und 1981 statt.

Infrastruktur

Stadtplanung

Der Wiener Stadtentwicklungsplan (kurz STEP) wird von MA 18 (Magistratsabteilung 18) erstellt und legt die Richtlinien fĂŒr die Stadtentwicklung in den nĂ€chsten Jahren fest und trĂ€gt somit maßgeblich zur stĂ€dtischen Infrastruktur bei. Der Stadtentwicklungsplan 2005 befasst sich mit dem Zielgebiet Waterfront, einem Gebiet vom Donaukanal ĂŒber den Praterstern, Nordbahnhof, Handelskai bis zur Alten Donau.

Verkehrsverbindungen

34 % aller zurĂŒckgelegten Wege finden in Wien mittels öffentlichem Verkehrsmittel statt, das ist europĂ€ischer Spitzenwert. Weitere 30 % aller zurĂŒckgelegten Wege werden zu Fuß bewĂ€ltigt, und nur 36 % fahren mit dem eigenen Fahrzeug. Zwölf DonaubrĂŒcken verbinden das Stadtgebiet, das durch Donau und Donaukanal geteilt wird.

Öffentlicher Nahverkehr

Wiener „Bim“
Wiener „ Bim “

Wien hat ein großes Netz öffentlicher Verkehrsmittel. JĂ€hrlich werden rund 750 Millionen FahrgĂ€ste transportiert. Es beinhaltet die zur ÖBB gehörenden S-Bahn-Linien, die Badner Bahn und das Netz der Wiener Linien ( U-Bahn , Straßenbahn und Autobuslinien ).

Die Wiener Straßenbahn, „Bim“ genannt, existiert seit 1865, als die erste Pferdetramway ihren Fahrbetrieb aufnahm. Das Straßenbahnnetz wurde in den folgenden Jahrzehnten massiv ausgebaut und ist auch heute noch, nachdem mit dem zunehmenden Individualverkehr der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts trugschlĂŒssigerweise einige Linien zugunsten des Kfz-Verkehrs aufgelassen wurden, mit einer NetzlĂ€nge von 232 km eines der grĂ¶ĂŸten Straßenbahnnetze der Welt. ZusĂ€tzlich verkehrte seit 1898 die im Jugendstil errichtete Stadtbahn, der Autobusbetrieb wurde in Wien am 23. MĂ€rz 1907 aufgenommen. Diese brachte einen jahrzehntelange Diskussion ĂŒber einen möglichen Sinn einer U-Bahn.

Die Wiener U-Bahn wurde schließlich 1976 eröffnet und seitdem bis heute stĂ€ndig erweitert. FĂŒr den U-Bahn-Verkehr wurde auch die Strecke der Wiener Stadtbahn adaptiert. Das Wiener U-Bahn-Netz besteht zurzeit aus fĂŒnf U-Bahn-Linien, ist 61 km lang und hat 85 Stationen. Rund 500 Busse der Stadt verkehren heute auf 640 km NetzlĂ€nge auf den 45 Tages- und den 21 Nachtbuslinien, welche jĂ€hrlich rund 120 Millionen FahrgĂ€ste verzeichnen. DarĂŒber hinaus fahren auch noch, vor allem in den Stadtrandzonen, private Busunternehmen in Tarifgemeinschaft mit den Wiener Linien. Gemeinsam mit den Bahn- und Buslinien im Umland bis etwa 60 km bildet das Wiener Verkehrsnetz den Verkehrsverbund Ostregion.

Als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln bietet im Zentrum von Wien das Citybike MobilitĂ€t mit dem Leihfahrrad. Nach der Registrierung via Internet oder direkt am Terminal bei einem der StandplĂ€tze kann u. a. mit der Maestro-Karte ein Fahrrad entliehen werden. FĂŒr eine Stunde ist die Benutzung kostenlos.

Eisenbahn, Flughafen und Schifffahrt

Historisch bedingt, alle Verkehrsverbindungen orientierten sich nach der Haupt- und Residenzstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie , wurden in Wien gleich mehrere Kopfbahnhöfe errichtet. Alle grĂ¶ĂŸeren Bahnhöfe Wiens wurden jedoch im Zweiten Weltkrieg auf Grund ihrer strategischen Bedeutung zerstört oder zumindest schwer beschĂ€digt. Die meisten wurden wieder aufgebaut und neu gestaltet. So wurde 1951 der alte Westbahnhof durch einen Neubau ersetzt, in den Jahren 1976 bis 1980 der Franz-Josefs-Bahnhof ĂŒberbaut. Der SĂŒdbahnhof musste auf Grund eines fehlenden Ostbahnhofes auch dessen Aufgabe ĂŒbernehmen. Der Norbahnhof wurde nicht wieder aufgebaut, da durch den Zerfall der Donaumonarchie und den Eisernen Vorhang vor allem der internationale Personenverkehr auf der Nordbahn seine Bedeutung verloren hatte. Mit dem Bau des in Planung befindlichen Bahnhof Wien Europa Mitte soll die Stadt erstmals einen Hauptbahnhof erhalten.

Heute besitzt Wien drei große Kopfbahnhöfe:

Der Wiener SĂŒdbahnhof, grĂ¶ĂŸter Kopfbahnhof Wiens, zur  Zeit des Kaiserreiches
Der Wiener SĂŒdbahnhof, grĂ¶ĂŸter Kopfbahnhof Wiens, zur Zeit des Kaiserreiches
  • Wien Franz-Josefs-Bahnhof als Ausgangspunkt der Franz-Josefs-Bahn ;
  • Wien SĂŒdbahnhof (ehem. SĂŒdbahnhof u. Ostbahnhof) - SĂŒdbahn und Ostbahn ;
  • Wien Westbahnhof als Ausgangspunkt der Westbahn

und mehrere Durchgangsbahnhöfe :

  • Wien HĂŒtteldorf an der Westbahn;
  • Wien Heiligenstadt an der Franz-Josefs-Bahn;
  • Wien Nord (Praterstern) an der Nordbahn
  • Wien Meidling (PhiladelphiabrĂŒcke) - SĂŒdbahn;
  • Wien Mitte (Landstraße).

Daneben gibt es noch viele kleinere Bahnhöfe, die vor allem fĂŒr den Personennahverkehr bedeutsam sind. FĂŒr den Inlandsverkehr sind der Franz-Josefs-Bahnhof sowie Wien-Nord und Wien-Mitte von Bedeutung. Über den West- Und SĂŒdbahnhof wird der Haupt- und Fernverkehr bewĂ€ltigt. Der Flugreisende kann mit dem City Airport Train die Innenstadt von dem Flughafen_Wien-Schwechat erreichen. Neben den hier gelisteten Bahnhöfen und Bahnen gibt es in Wien auch noch zwei sehr populĂ€re Parkbahnen: die Liliputbahn Prater im Wiener Prater und die Donauparkbahn im Donaupark.

SĂŒdöstlich von Wien befindet sich der internationale Flughafen Wien-Schwechat . Im Jahr 2005 wurden ĂŒber 230.900 Flugbewegungen abgewickelt; 15,86 Millionen Passagiere frequentierten den Flughafen. Der Flughafen ist die Homebase der Austrian Airlines Group . In letzter Zeit weichen Billigfluglinien auf den nahe gelegenen Flughafen in Pressburg aus; seit dem Jahr 2004 kooperiert der Flughafen Wien-Schwechat mit dem Flughafen Pressburg.

Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal ist Wien durch eine Wasserstraße sowohl mit dem Hafen Rotterdam und den deutschen Industriegebieten als auch mit den LĂ€ndern Osteuropas bis zum Schwarzen Meer verbunden. Der geplante Donau-Oder-Kanal ist unvollendet geblieben. Die Personenschifffahrt auf der Donau hat fast nur mehr touristische Bedeutung, es gibt einen TragflĂŒgelbootverkehr nach Pressburg und Budapest . Der Wiener Personenhafen liegt bei der ReichsbrĂŒcke; daneben gibt es Anlagestellen fĂŒr Personenschiffe bei Nußdorf und am Donaukanal beim Schwedenplatz. Ab Juni 2006 wird der Schnellkatamaran "Twin City Liner" dreimal tĂ€glich die beiden HauptstĂ€dte Wien und Pressburg ĂŒber die Donau verbinden. In Wien wurde als Ein- und Ausstiegstelle der Schwedenplatz, Abgang MarienbrĂŒcke, gewĂ€hlt. In Pressburg dient das denkmalgeschĂŒtzte "Propellerhaus" als StationsgebĂ€ude. Vorerst allerdings nur in der touristischen Hauptsaison von Juni bis Ende Oktober, ab 2007 von Mai bis Oktober. Wesentlich bedeutender ist der Frachthafen in der Freudenau. 2003 wurden im Wiener Hafen 9 Mio. Tonnen GĂŒter (vor allem Mineralölprodukte , landwirtschaftliche Produkte und Baustoffe) umgeschlagen und dazu 1.550 Schiffe abgefertigt.

Straßenverbindungen

A 23 - Wiener Stadtautobahn
A 23 - Wiener Stadtautobahn

Wie die Bahnlinien verlassen auch die alten Fernstraßen (spĂ€ter Bundesstraßen ) sternförmig die Stadt. Teilweise sind sie immer noch nach den Fernzielen benannt (Prager Straße (B3), BrĂŒnner Straße (B7), Triester Straße (B17)).

Gleiches gilt auch fĂŒr die Autobahnen: A1 Westautobahn , A22 Donauuferautobahn , A4 Ostautobahn , A3 SĂŒdostautobahn und A2 SĂŒdautobahn verlassen die Stadt radial. Eine ringförmige Verbindung im SĂŒden zwischen A2, A4 und A22 bildet die A23 Wiener SĂŒdosttangente, zu deren Entlastung derzeit die S1 Wiener Außenring Schnellstraße gebaut wird. Diese soll östlich der Donau eine Fortsetzung in einem Autobahnring finden; die zur Verbindung notwendige Querung der Lobau und damit des Nationalparks Donau-Auen ist derzeit aus ökologischen GrĂŒnden umstritten. West- und SĂŒdautobahn sind durch die außerhalb des Wiener Stadtgebietes verlaufende A21, der Wiener Außenringautobahn miteinander verbunden. Die A5, die zukĂŒnftige Nordautobahn , soll eine zusĂ€tzliche Verbindung zwischen Drasenhofen an der tschechischen Grenze werden.

InnerstĂ€dtische setzt sich die Bundesstraßen bis ins Stadtzentrum fort. Diese sind allesamt mit dem GĂŒrtel, der großen Wiener Ringstraße, die die Innenstadtbezirke umschließt, verbunden. Dies macht diesen Bereich besonders staugefĂ€hrdet und beeintrĂ€chtigt die WohnqualitĂ€t. Problemstellen sind des Weitern vor allem die Stadteinfahrten, insbesondere im Westen auf Grund des Wienerwaldes. Die Parkraumprobleme beschrĂ€nken sich im Allgemeinen auf die Innenstadtbezirke, wobei hier nur Anrainer lĂ€ngerfristig parken können.

Stadtversorgung

Das Wiener Wasser stammt seit 1873 aus dem Schneeberg-Gebiet.
Das Wiener Wasser stammt seit 1873 aus dem Schneeberg -Gebiet.

Hauptartikel: Wiener Wasserversorgung, Wiener Kanalisation

Wien wird seit 1873 durch die erste und seit 1910 zusÀtzlich durch die zweite Wiener Hochquellenwasserleitung mit Wasser aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet und dem Hochschwab-Gebiet versorgt. Die Gebiete wurden 1965 zum Wasserschutzgebiet erklÀrt, betreut werden sie von der Forstverwaltung der Stadt Wien. Wasser aus einem Grundwasserwerk in der Lobau wird selten, etwa bei Wartungsarbeiten oder besonders hohem Wasserverbrauch, in bestimmten Bezirken dem Hochquellwasser beigemengt.

SĂ€mtliche AbwĂ€sser werden durch die Wiener Kanalisation in die stĂ€dtische HauptklĂ€ranlage in Simmering geleitet, wobei bei Reinigungsarbeiten und Regen Abwasser in den Donaukanal bzw. die Donau ĂŒberlaufen. Laut Auskunft der Stadt soll dieses Problem behoben werden, doch ist der Zeitpunkt noch ungewiss. Das Kanalisationssystem selbst gelangte durch den Film Der dritte Mann zu BerĂŒhmtheit.

FĂŒr die Stromleitungen Wiens ist die Wien-Energie zustĂ€ndig, ein Tochterunternehmen der Wiener Stadtwerke, welche zur GĂ€nze der Stadt Wien gehören. Der Strommarkt selbst ist liberalisiert, der Wettbewerb jedoch nur im Großkundenbereich ausgeprĂ€gt. Wien Energie ist der wichtigste Stromlieferant Wiens.

Bildung

In Wien gibt es 283 Volksschulen (davon sind 217 öffentliche Schulen), 120 Hauptschulen (davon 96 öffentliche), 46 Sonderschulen (40 öffentliche) und 95 Allgemeinbildende höhere Schulen (67 öffentliche). Weiters befinden sich in Wien 28 Berufsschulen (25 öffentlich), beispielsweise fĂŒr Elektrotechnik, Gastgewerbe, oder BĂŒrokaufleute, 22 technische und gewerbliche mittlere und höhere Schulen (11 öffentliche), wie fĂŒr Textilindustrie oder Chemische Industrie, 21 wirtschaftsberufliche mittlere und höhere Schulen (8 öffentliche), beispielsweise HBLA fĂŒr Mode und wirtschaftliche Berufe fĂŒr Mode oder Tourismusschule und 16 kaufmĂ€nnische mittlere und höhere Schulen (6 öffentliche).

Die UniversitĂ€t Wien ist zudem die Ă€lteste und grĂ¶ĂŸte UniversitĂ€t im deutschen Sprachraum. Sie wurde bereits 1365 als „Alma Mater Rudolphina“ gegrĂŒndet und ist vor allem fĂŒr ihre Medizinabteilung berĂŒhmt, die seit dem Jahre 2004 als eigenstĂ€ndige UniversitĂ€t unter dem Namen Medizinische UniversitĂ€t Wien existiert. 1692 wurde die Akademie der bildenden KĂŒnste Wien als Privatakademie des Hofkammermalers Peter Strudl gegrĂŒndet; seit 1765 besteht die von Maria Theresia ins Leben gerufene VeterinĂ€rmedizinische UniversitĂ€t Wien. 1815 wurde die Technische UniversitĂ€t Wien als k.u.k. polytechnisches Institut gegrĂŒndet; zwei Jahre spĂ€ter folgte die UniversitĂ€t fĂŒr Musik und darstellende Kunst Wien , die aus der Singschule des Antonio Salieri hervorging. Ebenfalls aus der Zeit des Kaiserreiches stammen die UniversitĂ€t fĂŒr angewandte Kunst(1867 als Kunstgewerbeschule gegrĂŒndet), die seit 1872 bestehende UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkultur Wien und die 1898 als k.u.k. Exportakademie gegrĂŒndete WirtschaftsuniversitĂ€t Wien. Neben diesen UniversitĂ€ten gibt es in Wien noch mehrere PrivatuniversitĂ€ten wie die PEF PrivatuniversitĂ€t fĂŒr Management und die Webster University Vienna sowie einige Fachhochschulen .

Siehe auch: Schulsystem in Österreich

Wirtschaft

In Wien waren laut VolkszĂ€hlung 2001 821.458 Personen in 87.691 Unternehmen beschĂ€ftigt. Der Bezirk mit den meisten ArbeitsplĂ€tzen ist zugleich auch der kleinste, nĂ€mlich der 1. Bezirk. Wien genießt international den guten Ruf der hohen LebensqualitĂ€t, niedriger KriminalitĂ€tsraten und als „Sprungbrett in den Osten“, da die Stadt und seine Unternehmen schon lange gute Beziehungen zu den MOEL pflegen und daher ĂŒber reichlich Erfahrung verfĂŒgen. Dies wird darin sichtbar, dass viele internationale Konzerne ihre Osteuropa-Zentrale in Wien ansiedeln. Beispiele dafĂŒr sind u.a. Heineken , der internationale Baustoffkonzern Lafarge und die HypoVereinsbank.

Freizeit

Nachtleben

Abendliches Wien
Abendliches Wien

In den 1980er -Jahren entwickelte sich zunĂ€chst im GrĂ€tzl rund um den Schwedenplatz und die Ruprechtskirche eine rege Beislszene , die scherzhaft Bermudadreieck genannt wird (weil so mancher nach einer langen Nacht dort verschollen sein soll). In den folgenden Jahren dehnte sich die Lokalszene an beiden Ufern des Donaukanals aus. Nahe der Haltestelle Schottenring, ebenfalls am Donaukanalufer, befindet sich schon seit 1995 das Flex - einer der grĂ¶ĂŸten Clubs in Wien, in dem tĂ€glich Abendveranstaltungen und Auftritte von lokal sowie international renommierten DJs und Bands stattfinden. Mit bekannten Acts - vor allem aus der Ragga / Reggae / Dancehall -Szene - wartet auch das WUK nahe dem WĂ€hringer GĂŒrtel auf. Vor allem in den Sommermonaten ist das Museumsquartier ein beliebter Treffpunkt mit mehreren GastgĂ€rten.

Ende der 1990er-Jahre enstanden auch in den ehemaligen Stadtbahnbögen am GĂŒrtel zahlreiche Szenelokale wie etwa das Chelsea oder das Q / [kju:], die mittlerweile fest etabliert sind. Diese Lokale wurden bewusst dort gegrĂŒndet, um den Stadtteil zu beleben. Die GĂŒrtelbögen haben aufgrund ihrer mittigen Lage den Vorteil, fĂŒr die Anreiner keine zusĂ€tzliche LĂ€rmbelĂ€stigung darzustellen.

Im umgewidmeten Areal des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses (Altes AKH) haben sich in jĂŒngerer Zeit einige Uni-Institute, GeschĂ€fte und Lokale mit ausgedehntem Freiluft-Betrieb angesiedelt. In den 1990er Jahren schließlich wurde die Sanierung des GĂŒrtels in Angriff genommen, sodass sich etliche In-Lokale auf der ehemaligen Bordellmeile ansiedelten.

Einen weiteren Schwerpunkt des Nachtlebens bildet im Sommer die Copa Cagrana bzw. Sunken City auf der Donauinsel bei der ReichsbrĂŒcke mit zahlreichen Open-Air-Lokalen. Ebenfalls eine seit einigen Jahren neu belebte Gegend ist das Freihausviertel im vierten Bezirk, das nicht nur abends, sondern, wegen seiner NĂ€he zum Naschmarkt, auch untertags gut frequentiert ist. ZusĂ€tzlich entstanden seit dem Ende der 90er Jahre zahlreiche Großraum-Diskotheken und Entertainment-Center am Stadtrand, unter anderem in der Donaustadt (Diskothek Nachtschicht Deluxe).

Wiener Parks, WĂ€lder und Auenlandschaften

Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark
Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark
Das Heustadelwasser in den Praterauen
Das Heustadelwasser in den Praterauen

Wien besitzt viele unterschiedliche Parkanlagen und ist weltweit eine der StĂ€dte mit dem höchsten GrĂŒnflĂ€chenanteil, der die HĂ€lfte des Stadtgebiets ausmacht.

In der Innenstadt gibt es gleich mehrere Parks, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurĂŒckreicht, die reich an DenkmĂ€lern und Parkbauten bestĂŒckt sind. Hierzu zĂ€hlt der Stadtpark, der an die Hofburg anschließende Burggarten, der der Augarten, sowie der Volksgarten Von den barocken Gartenanlage der Vorstadtpalais ist der Schlosspark vom Schloss Belvedere mit dem botanischen Garten noch fast in OriginalgrĂ¶ĂŸe erhalten geblieben. Neben den großen Pars gibt es zahlreiche kleiner Parkamlage insbesondere in den Innenstadtbezirken. Diese werden scherzhaft auch Beserlparks genannt.

Der grĂ¶ĂŸte Parkanlage Wiens ist der Wiener Prater in der Leopoldstadt. Mit 600 Hektar ist er fast doppelt so groß wie der Central Park in New York und drei Mal so groß wie der Berliner Tiergarten . Das ehemalige kaiserliche Jagdgebiet, dass noch heute zu großen Teilen aus Aulandschaften besteht, wurde 1766 von Joseph II. dem Volk ĂŒbergeben. Rund um den grĂŒnen Prater entstanden im Laufe der Zeit das MessegelĂ€nde, wo die Weltausstellung 1873 statt fand, der VergnĂŒgungspark Wurstelprater mit seinem Wahrzeichen dem Riesenrad, sowie mit dem Praterstadion das grĂ¶ĂŸte Fußballstadion Österreichs.

Die 21,1km lange und 200m breite Donauinsel ist ebenfalls ein beliebten Naherholungsgebiet der Wiener Bevölkerung. UrsprĂŒnglich wurde sie in den Jahren 1972 bis 1988 als Hochwasserschutz "errichtet". Hier gibt es unter andrem einen großen FKK-Badebereich. Im Gebiet der ReichsbrĂŒcke hat sich zudem eine vielfĂ€ltige Lokalszene entwickelt.

Im Westen der Großstadt reichen die AuslĂ€ufer des Wienerwaldes zum Teil weit in die verbauten Bereiche der Außenbezirke hinein. Hier findet sich unter anderem der Lainzer Tiergarten, ein weitlĂ€ufiges Waldgebiet (2.500 Hektar) mit reichem Wildbestand. In dem ehemaligen kaiserlichem Jagdgebiet finden sich neben ehemaligen Jagdschloss Hermesvilla bis heute das Jagdwild, wobei insbesondere die Wildschweine im Lainzer Tiergarten sehr populĂ€r sind. Die WĂ€lder im Westen werden durch den Wiener GrĂŒngĂŒrtel im SĂŒden (Wienerberg und Laaer Berg), der teilweise aufwĂ€ndig wieder aufgeforstet wurde fortgesetzt. Nördlich der Donau dient, neben dem Donaupark , insbesondere die Lobau als Naherholungsgebiet. Das Auengebietes der Donau ist sogar Teil des Nationalparks Donau-Auen .

Sowohl sehenswert als auch GrĂŒnoasen sind die Wiener Friedhöfe, die als Erholunsgsorte gelten und zum spazieren einladen. Der Zentralfriedhof ist nicht nur fĂŒr seine EhrengrĂ€ber berĂŒhmt. Es befinden sich dort auch ein evangelischer Friedhof, der neue und alte jĂŒdische Friedhof, eine islamische Abteilung, eine syrisch-orthodoxe Abteilung, eine moslemisch-Ă€gyptische Abteilung, eine koptisch-orthodoxe Abteilung, eine griechisch-orthodoxe Abteilung, eine russisch-orthodoxe Abteilung eine rumĂ€nisch-orthodoxe Abteilung, eine serbisch-orthodoxe Abteilung sowie GrabstĂ€tten der Anatomie. Auch der St. Marxer Friedhof ist ein beliebtes Areal fĂŒr SpaziergĂ€nge. Er ist nicht nur der Ă€lteste Friedhof Wiens ( Biedermeierfriedhof , 18. Jahrhundert ) sondern beherbergt unter anderem auch die GrĂ€ber von Wolfgang Amadeus Mozart und Josef Madersperger.

Sport

Wien kommt im österreichischen Sportgeschehen eine zentrale Rolle hinzu. Viele neue Sportarten verbreiteten sich von hier aus nach ganz Österreich. Lieblingssport der Wiener ist das Schwimmen . HiefĂŒr stehen zahlreiche SchwimmbĂ€der, wie auch natĂŒrliche GewĂ€sser zur VerfĂŒgung. Sehr beliebt und populĂ€r ist das GĂ€nsehĂ€ufel, eine Sandinsel in der Alten Donau. Knapp hinter dem Schwimmen in der Beliebtheitsstatistik rangiert der Fußballsport . Heute gibt ist mit dem Rekordmeister Rapid Wien und dem Rekordcupsieger Austria Wien zwei stark rivalisierende Vereine. Die Rapid stand bislang zwei Mal in einem Europapokalfinale und konnte sogar deutscher Meister und Pokalsieger werden. Die Austria erreichte ebenfalls einmal das Europacupfinale. Sporthistorisch wertvoll ist auch die Vienna, Österreichs Ă€ltester Fußballklub, sowie der Wiener Sportklub , der ebenfalls große Erfolge im Europapokal feiern konnte. Die Dominanz der Wiener Vereine zeigt sich alleine dadurch, dass mit dem LASK erst 1965 eine Mannschaft aus den BundeslĂ€ndern Meister werden konnte. Das grĂ¶ĂŸte Fußballstadion Wiens, das Happel-Stadion, steht mit seinen 53.000 PlĂ€tzen exklusiv der österreichischen Nationalmannschaft seit 1931 zur VerfĂŒgung. Es ist eines der wichtigsten Fußballstadien Europas, war in der jĂŒngsten Vergangenheit drei Mal Gastgeber des Champions-League -Finales und wird 2008 unter anderem der Austragungsort des Europameisterschaftsfinales sein.

Neben den Fußballvereinen gibt es zahlreiche erfolgreiche Wiener Vereine in anderen Sportarten. Im Eishockey wurden 2005 bei den Herren die Vienna Capitals sowie EHV Sabres bei den Damen österreichischer Meister. ZusĂ€tzliches Highlight in der Wiener Eishockey-Saison war die Weltmeisterschaft in der Wiener Stadthalle. Die Footballer von den Chrysler Vikings konnten 2004 und 2005 die Eurobowl gewinnen, die WBV Homerunners wurden österreichischer Meister im Baseball . Die Volleyballer der aon hotVolleys sowie die Handballer der Margareten Fivers mussten sich jeweils mit dem Vize-Meistertitel zufrieden geben.

Neben den Mannschaftssportarten gibt es in Wien ebenfalls ein breites Angebot fĂŒr Individualsportarten. Als Laufstrecken sind die Wege im Prater oder auf der Donauinsel sehr beliebt. Trainert kann auch im Ferry-Dusika-Hallenstadion werden. Einmal jĂ€hrlich findet zusĂ€tzlich der Vienna City Marathon statt. Radfahrern stehen neben ĂŒber 1.000 Fahradkilometern zahlreiche Mountainbikestrecken in den Wiener Bergen zur VerfĂŒgung. An der Alten Donau und an der Donau gibt es fĂŒr Freunde des Rudersports insgesamt 11 verschiedene Rudervereine. In Wien gibt es 3 ordentliche und 4 außerordentliche Mitgliedsclubs des Österreichischen Golf Verbandes, GolfplĂ€tzen stehen etwa am Wienerberg zur VerfĂŒgung. Als Fechtenklub ist vor allem der Wiener Sportclub bekannt. Auch fĂŒr den Wintersport, der in Österreich einen hohen Stellenwert genießt, gibt es vielfĂ€ltige Angebote. Die Stadt Wien betreibt auf der ehemaligen FIS-Strecke Hohen-Wand-Wiese und auf der Dollwiese zwei Schipisten. Ab einer Schneelage von 20 Zentimetern zieht das Sportamt der Stadt Loipenspuren durch den Prater, auf der Donauinsel, am Wienerberg, auf den SteinhofgrĂŒnden, im Schwarzenbergpark, am Cobenzl und im Maurerwald . Die StreckenlĂ€ngen reichen von 2,5 km (am Wienerberg) bis zu 12 km (Donauinsel).

Politik

Wien gilt heute als die Hochburg der Sozialdemokratie in Österreich. In Erinnerung an die Jahre von 1918 bis 1934 wird der Beiname Rotes Wien in diesem Zusammenhang manchmal auch heute noch verwendet. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Stadt (mit Ausnahme von sehr kurzen Perioden) von der sozialdemokratischen Partei mit absoluter Mehrheit regiert. Amtierender BĂŒrgermeister ist Michael HĂ€upl. Vor den Weltkriegen war die Wiener Politik noch von der Christlichsozielen Partei geprĂ€gt, insbesondere durch den langjĂ€hrigen BĂŒrgermeister Karl Lueger. Ausdruck der sozialdemokratischen Politik sind bis heute die in großer Zahl von der öffentlichen Hand erschaffenen Gemeindebauten.

Seit der Erhebung Wiens zum einem eigenen Bundesland im Jahre 1921 ist der Wiener BĂŒrgermeister gleichzeitig der Landeshauptmann. Das Wiener Rathaus beherbergt sowohl die AmtsrĂ€ume des Wiener BĂŒrgermeisters sowie des Gemeinderates, der den Rang eines Landtages innehat. Verwaltet wird die Stadt durch eine Vielzahl von Magistratsabteilungen ( Ämter ), welchen jeweils genau festgelegte Aufgabenbereiche zugeteilt sind.

Prozentueller Stimmenanteil der Parteien und Sitzverteilung

Bei der Gemeinderatswahl vom 23. Oktober 2005 lautete die Stimmen- bzw. die Sitzverteilung im Gemeinderat (100 Sitze sind zu vergeben) wie folgt:

  • SPÖ 49,09 % (55 Sitze)
  • ÖVP 18,77 % (18 Sitze)
  • FPÖ 14,83 % (13 Sitze)
  • Die GrĂŒnen 14,63 % (14 Sitze)
  • KPÖ 1,47 %
  • BZÖ 1,15 %
  • WiF 0,04 %
  • SLP 0,02 %

Da das Wiener Wahlrecht mehrheitsfördernd ist, hat die SPÖ die absolute Mehrheit an Sitzen im Gemeinderat (55%), obwohl sie nicht die absolute Stimmenmehrheit (49%) in Wien hat.

Bei den parallel abgehaltenen Bezirksvertretungswahlen konnte sich die SPÖ in 16, die ÖVP in fĂŒnf und die GrĂŒnen in zwei Bezirken durchsetzen. Die ÖVP erland die Stimmenmehrheit traditionell in den bĂŒgerlichen Wohngegenden in der Innnenstadt sowie in den Villengegenden am westlichen Stadtrand. Die GrĂŒnen stellen in den kleinen Innenstadtbezirken 7 und 8 den Bezirksvorsteher , erhielten jedoch kaum Stimmen in den Außenbezirken. Die FPÖ konnnte vor allem dort höhere Stimmenanteile erreichen.

Die Wahlbeteiligung erreichte 60,81 % (nach 66,58% 2001) bei der Gemeinderatswahl und 58,5 Prozent bei den Bezirksvertretungswahlen. Erstmals waren 16- und 17-JĂ€hrige stimmberechtigt.

Siehe auch: Liste der österreichischen Landeshauptleute , Wahlen in Österreich

Internationale Organisationen mit Sitz in Wien

UNO-City
UNO-City

Wien wurde im Jahre 1979 die dritte UNO-Stadt nach New York und Genf. ZusÀtzlich ist Wien Sitz zahlreicher weiterer internationaler Organisationen:

  • IPI - Internationales Presseinstitut
  • OPEC - Organisation Erdölexportierender Staaten
  • OSZE - Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
  • UNO - Vereinte Nationen
  • IAEA - Internationale Atomenergiebehörde ( Friedensnobelpreis 2005)
  • UNIDO - Organisation fĂŒr industrielle Entwicklung
  • UNODC - BĂŒro fĂŒr Drogen und Verbrechen
  • UNDCP - Internationales Drogenkontrollprogramm

PartnerstÀdte

Wien unterhÀlt StÀdtepartnerschaften mit folgenden StÀdten:

  • Zagreb ( Kroatien ), seit 1994

Außerdem bestehen Partnerschaften zwischen einzelnen Wiener Bezirken und folgenden japanischen StĂ€dten/Bezirken:

  • Döbling (Wien 19) mit Setagaya ( Tokyo ) seit 1985
  • Floridsdorf (Wien 21) mit Katsushika ( Tokyo ) seit 1987
  • Innere Stadt (Wien 1) mit Taitƍ ( Tokyo ) seit 1989
  • Meidling (Wien 12) mit Gifu ( Gifu ) seit 1992
  • Hernals (Wien 17) mit FuchĆ« ( Tokyo ) seit 1992
  • Alsergrund (Wien 9) mit Takarazuka ( Hyƍgo ) seit 1994
  • Hietzing (Wien 13) mit Habikino ( ƌsaka ) seit 1995
  • Donaustadt (Wien 22) mit Arakawa ( Tokyo ) seit 1996

Die Josefstadt (Wien 8) bildet gemeinsam mit den gleichnamigen Bezirken JĂłzsefvĂĄros in Budapest und TimiƟoara den Bund der JosefstĂ€dte.

Weiters bestehen folgende Partnerschaften zwischen Wiener Bezirken und chinesischen BundeslÀndern (Provinzen), StÀdten und Bezirken.

Literatur

  • Alexander GlĂŒck, Marcello La Speranza, Peter Ryborz: Unter Wien - Auf den Spuren des Dritten Mannes durch KanĂ€le, GrĂŒfte und Kasematten, Christoph Links Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-86153-238-7

Siehe auch

Wikinews: Wien – aktuelle Nachrichten
Portal Portal:Wien
  • Liste der grĂ¶ĂŸten StĂ€dte der EU

Weblinks

Commons: Wien – Bilder, Videos oder Audiodateien
Wikiquote: Wien – Zitate
Wiktionary: Wien – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen



   
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