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Letzte Änderung für Artikel Koblenz AG: 17.01.2006 13:58

Koblenz AG

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Das AG im Lemma ist das offizielle K├╝rzel des Kantons Aargau und wird verwendet, um Verwechslungen mit gleichnamigen Orten zu vermeiden. Es besteht kein Zusammenhang mit einer Aktiengesellschaft .


Wappen
Wappen von Koblenz
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk : Zurzach
BFS-Nr. : 4310
PLZ : 5322
Koordinaten : 47┬░ 37' n. Br.
8┬░ 14' ├Â. L.
H├Âhe : 319  m ├╝. M.
Fl├Ąche: 4.09  km┬▓
Einwohner : 1589 (31. Dezember 2004)
Website : www.koblenz.ch
Karte
Karte von Koblenz

Koblenz ist eine Gemeinde im Bezirk Zurzach des Schweizer Kantons Aargau. Diese liegt an der M├╝ndung der Aare in den Hochrhein, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Ortsname Koblenz stammt urspr├╝nglich aus dem Lateinischen . "Confluentia" bedeutet Zusammenfluss; hier vereinigen sich die zwei gr├Âssten Fl├╝sse der Schweiz. Der Rhein fliesst zun├Ąchst in westlicher, dann in s├╝dwestlicher Richtung und nach einer sehr engen Flussbiegung in Richtung Norden. Drei kleine Inseln liegen im Rhein, zwei auf der schweizerischen, eine auf der deutschen Seite. An der Flussbiegung befindet sich die M├╝ndung der Aare. Deren Wassermenge ist rund ein Viertel gr├Âsser als jene des Rheins (durchschnittlich 557 bzw. 439 m┬│/s).

Das Dorfzentrum liegt im schmalen Uferstreifen zwischen dem Rhein und der steilen Flanke des Frittel, einem rund 350 Meter hohen H├╝gel. Auf der sich anschliessenden Hochebene befinden sich neuere Wohngebiete. Der Frittel ist ein Ausl├Ąufer des Achenbergs, der zum Tafeljura geh├Ârt.

Die Fl├Ąche des Gemeindegebiets betr├Ągt 409 Hektaren, davon sind 123 Hektaren bewaldet und 77 Hektaren ├╝berbaut. Der h├Âchste Punkt liegt auf 444 Metern ganz im S├╝dosten, die tiefste Stelle befindet sich auf 314 Metern am Zusammenfluss von Rhein und Aare.

Nachbargemeinden sind Waldshut-Tiengen im Norden, K├╝ssaberg im Nordosten, Rietheim im Osten, Klingnau im S├╝den und Leuggern im Westen.

Geschichte

Das Gebiet ist seit der R├Âmerzeit besiedelt. Zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert bestand hier ein Gutshof . Gut erhalten sind die Grundmauern des im Jahr 371 errichteten Wachtturms, der sich rund einen Kilometer ├Âstlich des heutigen Dorfes befand und den Namen "summa rapida" (oberste Stromschnelle ) trug. Nach dem R├╝ckzug der R├Âmer im ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts war die Gegend weitgehend unbewohnt.

Die erste urkundliche Erw├Ąhnung von "Confluentia" erfolgte im Jahr 1010 ; damals wurden von dort Steine f├╝r den Neubau der Kirche in Zurzach herangeschafft. W├Ąhrend des Hochmittelalters lag die Siedlung im Herrschaftsbereich der Herren von Klingen. Walther von Klingen verkaufte 1269 die Siedlung zusammen mit dem St├Ądtchen Klingnau an das Bistum Konstanz. Weitere bedeutende Grundbesitzer waren die Kl├Âster St. Blasien und St. Gallen sowie der Johanniterorden in Leuggern. Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Koblenz geh├Ârte nun zum Amt Klingnau der Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft .

Im Rhein lag einst die kleine Insel "Juden├Ąule", die lange Zeit f├╝r die Juden der Schweiz die einzige erlaubte Bestattungst├Ątte war und nicht zu selten, bei den sich wiederholenden Verfolgungen , auch der einzige m├Âgliche Zufluchtsort. Die Insel ist sehr klein und wurde regelm├Ąssig bei Hochwasser ├╝berflutet. 1750 wurde den Schweizer Juden dann ein eigener Friedhof zwischen den D├Ârfern Endingen und Lengnau bewilligt. Die Insel selbst wuchs mit der Zeit mit dem rechten (deutschen) Ufer zusammen. Die Toten in den ├╝brig gebliebenen Gr├Ąber wurden 1954-55 exhumiert und nach Endingen ├╝berf├╝hrt.

Der Dorfbrand von 1795 zerst├Ârte 54 H├Ąuser und machte 335 Personen obdachlos. Im M├Ąrz 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Koblenz war nun eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden. Seit 1803 geh├Ârt sie zum Kanton Aargau.

M├╝ndung der Aare in den Rhein
M├╝ndung der Aare in den Rhein

Die Koblenzer Flussschiffer hatten w├Ąhrend Jahrhunderten ein Monopol f├╝r den Transport vom damals wichtigen Messeort Zurzach rheinabw├Ąrts durch die gef├Ąhrlichen Stromschnellen von Laufenburg in Richtung Basel. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und dem Niedergang der Zurzacher Messe verlor die Schiffergenossenschaft ihre Existenzgrundlage und l├Âste sich 1858 auf. Am 18. August 1859 wurde die Eisenbahnlinie Turgi - Koblenz - Waldshut er├Âffnet, am 1. August 1876 folgte die Linie nach B├╝lach - Winterthur, am 1. August 1892 die Linie nach Laufenburg - Stein.

Doch trotz dieser Eisenbahnlinien nahm die Bev├Âlkerungszahl in der zweiten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts um ├╝ber zwanzig Prozent ab. Ab 1900 setzte ein langsames Wachstum ein; mit dem Bau zweier Strassenbr├╝cken ├╝ber den Rhein (1932) und die Aare (1936) wurde Koblenz endg├╝ltig zum ├╝berregionalen Verkehrsknotenpunkt. Die grenznahe Lage hatte aber auch Nachteile, so entstand 1945 bei einem versehentlichen (?) Angriff durch alliierte Bomber ein betr├Ąchtlicher Sachschaden.

1987 wurde im Dorfzentrum eine neue Bahnhaltestelle er├Âffnet, die den abseits gelegenen Bahnhof erg├Ąnzte. Im selben Jahr erfolgte der Bau eines Damms , der den unteren Dorfteil vor ├ťberschwemmungen sch├╝tzt; er dient gleichzeitig als Umfahrungsstrasse. Seit dem 28. Mai 1994 gibt es auf der Eisenbahnlinie nach Laufenburg nur noch G├╝terverkehr, die Schnellz├╝ge zwischen Basel und Winterthur waren schon einige Jahre zuvor gestrichen worden.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Gelb blauer Fluss mit Einm├╝ndung vom rechten Schildfuss her, darauf linksgewendeter schwarzer Weidling mit schr├Ąg gelegtem schwarzem Ruder." Das Wappen wurde 1926 eingef├╝hrt; es deutet einerseits den Zusammenfluss von Aare und Rhein an und weist andererseits auf die fr├╝here Bedeutung der Flussschifffahrt hin.

Bev├Âlkerung

Bev├Âlkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 709
1900 554
1930 614
1950 882
1960 1114
1970 1439
1980 1465
1990 1588
2000 1611

Am 31. Dezember 2004 lebten 1589 Menschen in Koblenz, der Ausl├Ąnderanteil betrug 31,7 %. Bei der Volksz├Ąhlung 2000 waren 44,7 % r├Âmisch-katholisch, 27,7 % reformiert, 1,7 % christlich-orthodox und 14.7 % moslemisch; 1,1 % geh├Ârten anderen Glaubensrichtungen an. 82,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 4,3 % Albanisch, 3,7 % Serbokroatisch, 2,6 % Italienisch, 1,8 % Portugiesisch, 1,1 % T├╝rkisch.

Beh├Ârden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung , ├╝bt die Legislativgewalt aus. Ausf├╝hrende Beh├Ârde ist der Gemeinderat . Seine Amtsdauer betr├Ągt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren ( Mehrheitswahlverfahren ) vom Volk gew├Ąhlt. Er f├╝hrt und repr├Ąsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschl├╝sse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die f├╝nf Gemeinder├Ąte der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Heidi Wanner, Gemeindeammann
  • Roland Christen, Vize-Gemeindeammann
  • Max Gross
  • Marianne K├Âferli
  • Karin Sutter

F├╝r Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zurzach zust├Ąndig. Koblenz geh├Ârt zum Friedensrichterkreis Klingnau.

Wirtschaft

In Koblenz gibt es rund 700 Arbeitspl├Ątze, davon 4 % in der Landwirtschaft, 62 % in der Industrie und 36 % im Dienstleistungssektor. Der mit Abstand gr├Âsste Arbeitgeber ist die Firma Stoll Giroflex AG, die B├╝rost├╝hle herstellt. Ebenfalls von Bedeutung sind die Holzverarbeitung und die Herstellung von Kunststoffen. Zahlreiche Erwerbst├Ątige sind Wegpendler und arbeiten in den Nachbargemeinden des unteren Aaretals oder in der Region Brugg - Baden.

Verkehr

Koblenz wird im Volksmund auch "Vier-Br├╝cken-Dorf" genannt, denn je zwei Strassen- und Eisenbahnbr├╝cken f├╝hren ├╝ber die Aare bzw. den Rhein. Das Dorf liegt am Schnittpunkt mehrerer Hauptstrassen: Die Rheintalstrasse f├╝hrt von Basel ├╝ber Koblenz nach Winterthur, eine weitere Strasse durch das untere Aaretal nach Baden. ├ťber die Rheinbr├╝cke f├╝hrt die Strasse nach Waldshut. Oft bricht der Verkehr im Dorf zusammen, wenn viele Einkaufstouristen nach Waldshut unterwegs sind.

Der Bahnhof Koblenz befindet sich ausserhalb des Dorfes im ├Ąussersten S├╝dwesten des Gemeindegebiets. Von hier aus verkehren Z├╝ge nach Baden, Waldshut, Zurzach und Winterthur. Eine weitere Bahnstation (Koblenz Dorf) an der Linie nach Zurzach und Winterthur erschliesst das Dorfzentrum. Die Strecke in Richtung Laufenburg dient nur noch dem G├╝terverkehr, als Ersatz verkehrt eine Postautolinie nach Leibstadt.

Die Eisenbahnlinie nach Waldshut weist eine interessante Streckenf├╝hrung auf. Nach Verlassen des Bahnhofs f├╝hrt sie zun├Ąchst nach Osten durch einen tiefen Einschnitt im Frittel-H├╝gel, durchquert diesen dann in einem rund 200 Meter langen bogenf├Ârmigen Tunnel und ├╝berquert mitten im Dorfzentrum die Strecke nach Winterthur auf einem Damm. Daraufhin wird der Rhein in nordwestlicher Richtung auf einer der ├Ąltesten erhaltenen Eisenbahnbr├╝cken Europas ├╝berquert.

Bildung

Die Gemeinde verf├╝gt ├╝ber einen Kindergarten und zwei Schulh├Ąuser, in denen die Kinder der Primarschule und der Einschulungsklasse unterrichtet werden. Seit dem Sommer 2005 ist die Oberstufe ( Real- , Sekundar- und Bezirksschule ) der 'OSUA' (Oberstufe Unteres Aaretal) in Klingnau und D├Âttingen AG angegliedert. Die n├Ąchstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks


Koordinaten: 47┬░ 37' N, 8┬░ 14' O

Wikipedia

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