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Letzte Änderung für Artikel Klingnau: 17.01.2006 13:56

Klingnau

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Wappen
Wappen von Klingnau
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk : Zurzach
BFS-Nr. : 4309
PLZ : 5313
Koordinaten : 47° 35' n. Br.
8° 15' ö. L.
Höhe : 328  m ĂĽ. M.
Fläche: 6.71  km²
Einwohner : 2922 (31. Dezember 2004)
Website : www.klingnau.ch
Karte
Karte von Klingnau

Klingnau ist eine Kleinstadt im Bezirk Zurzach des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im unteren Aaretal, rund vier Kilometer sĂĽdlich der Grenze zu Deutschland .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Klingnau liegt in der flachen, rund 500 Meter breiten Ebene zwischen dem Ostufer des Klingnauer Stausees und dem Achenberg, einem Ausläufer des Tafeljuras . Der Südwesthang des Achenbergs ist sehr steil und geht allmählich in ein Hochplateau über. Ganz im Südosten ragt der Blitzberg in die Ebene hinein. Die Hochebene erstreckt sich sanft abfallend bis fast an den Rhein und die Mündung der Aare. Die Bebauung ist vollständig mit jener der Nachbargemeinde Döttingen zusammengewachsen.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 671 Hektaren, davon sind 241 Hektaren bewaldet und 130 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 535 Metern auf dem Achenberg-Plateau, die tiefste Stelle befindet sich auf 318 Metern am Ufer des Klingnauer Stausees.

Nachbargemeinden sind Koblenz im Norden, Rietheim im Nordosten, Zurzach im Osten, Döttingen im Süden, Böttstein im Südwesten und Leuggern im Westen.

Geschichte

Als Gründungsdatum von Klingnau gilt der 26. Dezember 1239 . Damals unterzeichneten der aus dem Thurgau stammende Ulrich II. von Klingen und das Kloster Sankt Blasien einen Tauschvertrag. Von Klingen gab die Insel Beznau in der Aare ab und erhielt im Gegenzug einen Schotterhügel weiter flussabwärts, auf dem er Stadt und Schloss errichten liess. Ulrichs Sohn Walther von Klingen verkaufte den Besitz 1269 an das Bistum Konstanz. Die Rechts- und Besitzverhältnisse waren kompliziert, neben dem Bischof hatten auch die Habsburger , das Kloster Sankt Blasien, der Johanniterorden und das Stift Zurzach Machtbefugnisse.

Stadtkirche
Stadtkirche

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Klingnau gehörte fortan zur Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft . Den Eidgenossen gelang es, bis 1712 weitgehend alle Rechte des Bischofs und der anderen Herrscher an sich zu bringen. 1586 zerstörte ein Brand die gesamte Oberstadt. 1689 musste die Regierung Vorderösterreichs während des Pfälzischen Erbfolgekriegs für anderthalb Jahre ins Exil nach Klingnau ziehen. Das Städtchen konnte sich wirtschaftlich kaum entwickeln, da es stets im Schatten von Zurzach mit der international bedeutenden Messe stand. Lediglich der Weinbau erlangte eine gewisse Bedeutung, so betrug die Anbaufläche im Jahr 1780 rund 115 Hektaren.

Im März 1798 eroberten die Franzosen den Aargau und riefen die Helvetische Republik aus. Klingnau gehörte nun zum kurzlebigen Kanton Baden. Während des Zweiten Koalitionskrieges im Jahr 1799 verlief die Frontlinie zwischen Frankreich und Österreich in unmittelbarer Nähe. Die Österreicher errichteten ein Spital , das die Franzosen bald darauf in ihren Besitz brachten. 1814 waren dort bis zu 2500 kranke Soldaten untergebracht (das Städtchen selbst zählte knapp 1000 Einwohner). Insgesamt starben 3000 Soldaten und 28 Klingnauer an Typhus .

Seit 1803 gehört Klingnau zum Kanton Aargau. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Industrialisierung . Am 18. August 1859 wurde die Eisenbahnlinie Turgi - Koblenz eröffnet. Zwischen 1900 und 1980 war die Möbelindustrie der bedeutendste Industriezweig. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde der gesamte Klingnauer Rebberg durch die aus Nordamerika eingeschleppte Reblaus zerstört. Erst 1922 wagte man wieder einen bescheidenen Neubeginn. Das Wasserkraftwerk Klingnau wurde zwischen 1931 und 1935 erbaut; durch den Rückstau der Aare entstand der Klingnauer Stausee.

SehenswĂĽrdigkeiten

Schloss Klingnau
Schloss Klingnau

Die auf einer Hügelkuppe gelegene mittelalterliche Altstadt besteht aus zwei eng bebauten Häuserzeilen, die linsenförmig um einen zentralen Platz angeordnet sind. Inmitten des Platzes steht die Stadtkirche, dessen ältester erhaltener Teil der gotische Chor aus dem Jahr 1480 ist. Die Häuserzeilen bestehen durchgehend aus dreigeschossigen Bürgerhäusern, die ihre heutige Form im 18. und 19. Jahrhundert erhielten.

Den nordwestlichen Abschluss der Altstadt bildet das Schloss Klingnau. Stadtgründer Ulrich von Klingen liess hier einen Wohnturm errichten, dieser erhielt später mehrere Anbauten und diente als Sitz der Landvögte des Bistums Konstanz. 1582 wurde das Schloss aufgrund grosser Baufälligkeit vollständig neu errichtet.

Die zur Aare hin steil abfallende Flanke wird durch die markante Propstei dominiert, den Verwaltungssitz des Benediktinerklosters Sankt Blasien. Sie wurde zwischen 1745 und 1754 nach den Plänen des Baumeisters Johann Caspar Bagnato erbaut, steht heute unter Denkmalschutz und dient als Schulgebäude und Sitz der Gemeindeverwaltung.

Wappen

Die Blasonierung des Stadtwappens lautet: "In Rot schwarze, gelb gefütterte und verzierte Mitra, im Schildfuss begleitet von zwei sechsstrahligen gelben Sternen." Das Wappen war erstmals auf dem Stadtsiegel abgebildet, welches kurz vor 1300 angefertigt wurde. Die Mitra erinnert an die Bischöfe von Konstanz, die während Jahrhunderten über die Stadt geherrscht hatte.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1900 1134
1930 1352
1950 1778
1960 2192
1970 2545
1980 2433
1990 2581
2000 2710

Am 31. Dezember 2004 lebten 2922 Menschen in Klingnau, der Ausländeranteil betrug 21,6 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 57,3 % römisch-katholisch, 23,5 % reformiert, 1,0 % christlich-orthodox und 5.8 % moslemisch; 0,7 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 89,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,6 % Italienisch, 2,6 % Albanisch, je 0,8 % Portugiesisch und Serbokroatisch, 0,6 % Französisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung , übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat . Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren ( Mehrheitswahlverfahren ) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Peter BĂĽhlmann, Gemeindeammann
  • Josy Wenger, Vize-Gemeindeammann
  • Michael Erne
  • Thomas Falk
  • Bettina Geiger

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zurzach zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter , der auch für die Gemeinden Döttingen und Koblenz verantwortlich ist.

Wirtschaft

Propstei des Klosters St. Blasien
Propstei des Klosters St. Blasien

In Klingnau gibt es rund 900 Arbeitsplätze, davon 6 % in der Landwirtschaft, 54 % in der Industrie und 40 % im Dienstleistungssektor. Vorherrschend sind die Herstellung von Möbeln, Metallwaren und Küchen sowie die Bauindustrie, die Präzisionsmechanik und der Apparatebau. Zahlreiche Erwerbstätige sind Wegpendler und arbeiten in den Nachbargemeinden des unteren Aaretals oder in der Region Brugg - Baden. Die Rebberge sind heute rund 10 Hektaren gross, angebaut werden die Sorten Blauburgunder und Riesling sowie einige Spezialsorten.

Verkehr

Das Städtchen besitzt eine Haltestelle an der SBB -Eisenbahnlinie Turgi - Koblenz, mit direkten Zügen nach Baden, Waldshut und Zurzach. Die Haltestelle wurde erst 2002 eröffnet, vorher mussten die Fahrgäste in Döttingen ein- und aussteigen. Entlang der Bahnlinie führt die Umfahrungsstrasse, die den motorisierten Durchgangsverkehr im unteren Aaretal aus der Altstadt verbannt.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über vier Schulhäuser (darunter die ehemalige Propstei), in denen der Kindergarten sowie sämtliche Schulstufen der obligatorischen Volksschule angeboten werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks


Koordinaten: 47° 34' N, 8° 15' O

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Klingnau aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Klingnau verfügbar.

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