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Letzte Änderung für Artikel Schneisingen: 26.01.2006 15:03

Schneisingen

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Wappen
Wappen von Schneisingen
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk : Zurzach
BFS-Nr. : 4318
PLZ : 5425
Koordinaten : 47° 31' n. Br.
8° 22' ö. L.
Höhe : 493  m ĂĽ. M.
Fläche: 8.26  km²
Einwohner : 1214 (31. Dezember 2004)
Website : www.schneisingen.ch
Karte
Karte von Schneisingen

Schneisingen ist eine Gemeinde im Bezirk Zurzach des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt an der Grenze zum Kanton ZĂĽrich und rund fĂĽnf Kilometer sĂĽdlich der Grenze zu Deutschland .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Dorf liegt in der Übergangszone zwischen dem Tafeljura und dem Mittelland in einem zwei Kilometer langen Seitental der Surb und besteht aus mehreren Ortsteilen. Diese sind locker zusammengewachsen und verleihen dem Dorf eher den Charakter einer Streusiedlung. Von der südöstlichen Ecke des Gemeindegebiets in Richtung Nordwesten sind dies Hüniken (445 Meter), Unterschneisingen (460 Meter), Mittelschneisingen (493 Meter) und Oberschneisingen (531 Meter). Nicht mit diesen Ortsteilen verbunden ist der Weiler Widen (475 Meter), der rund einen Kilometer von Oberschneisingen entfernt unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Lengnau liegt.

Das Gelände westlich des Seitentals besteht aus dem sanften Abhang der Egg (600 Meter), die zwischen Oberschneisingen und Widen liegt. Daran schliesst sich die weitläufige, flache Hochebene des Bowalds an, die eine Höhe von 607 Metern erreicht. Ganz im Norden besitzt Schneisingen einen kleinen Anteil am Tal des Chrüzlibachs, der bei Rekingen in den Rhein mündet. Das Gelände östlich des Seitentals ist wesentlich steiler und steigt zum 596 Meter hohen Schüliberg an, der ebenfalls eine flache Hochebene aufweist.

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 826 Hektaren, davon sind 345 Hektaren bewaldet und 75 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 607 Metern auf der Hochfläche des Bowalds, die tiefste Stelle befindet sich auf 440 Metern an der Surb.

Nachbargemeinden sind Wislikofen und Siglistorf im Norden, Niederweningen im Osten, Ehrendingen im Süden, Lengnau im Westen sowie Böbikon im Nordwesten.

Geschichte

Fundgegenstände beweisen, dass die Gegend schon während der Römerzeit besiedelt war. Die erste urkundliche Erwähnung von "Sneisanc" erfolgte im Jahr 1113 ; der Ortsname leitet sich von der althochdeutschen Bezeichnung für "Abhang bei der Schneise" ab. Die Edlen von Waldhausen stifteten in Wislikofen eine Propstei und schenkten zu diesem Zweck dem Kloster St. Blasien umfangreichen Grundbesitz in der Region. Nachdem die Freiherren von Regensberg und später das Bistum Konstanz für einige Jahrzehnte die niedere Gerichtsbarkeit ausgeübt hatten, kam diese schliesslich ebenfalls zum Kloster. Die hohe Gerichtsbarkeit (und damit die auch Landeshoheit) lag zunächst bei den Kyburgern, nach deren Aussterben im Jahr 1264 bei den Habsburgern .

Die Eidgenossen eroberten 1415 den Aargau und Schneisingen gehörte fortan zum Amt Ehrendingen der Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft . 1681 verpfändete das Kloster die niedere Gerichtsbarkeit an die Familie Schnorf aus Baden, die bis 1798 sämtliche Untervögte stellte. Vier grosse Brände in den Jahren 1771, 1773, 1780 und 1785 richteten erheblichen Sachschaden an. Im März 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Schneisingen wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden; seit 1803 gehört sie zum Kanton Aargau.

Seit der Zeit der Helvetik befindet sich im Bowald nördlich von Oberschneisingen ein Alpenrosengarten , was im Tafeljura einmalig ist. Der Sage nach sollen die Samen von Flüchtlingen aus Nidwalden hierher gebracht worden sein, als sie vor Napoléons Truppen flohen. Seit 1874 steht der Alpenrosengarten unter Naturschutz . Noch heute wird Schneisingen oft auch "Alpenrosendorf" genannt.

1891 erhielt Schneisingen einen Anschluss ans Eisenbahnnetz , als die Linie Dielsdorf - Niederweningen eröffnet wurde, der Bahnhof befindet sich exakt an der Gemeindegrenze. Der Weiterbau durch das Surbtal nach Döttingen kam nie zustande und wurde 1937 endgültig zu den Akten gelegt. Die Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts stoppte den Bevölkerungsrückgang. Neben dem Bahnhof entstand ein Teil der Niederweninger Maschinenfabrik Bucher. Allein seit 1970 hat die Bevölkerungszahl um mehr als die Hälfte zugenommen. Es gibt Überlegungen, die Gemeinde in naher Zukunft mit Siglistorf zu fusionieren.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Blau über hohem grünen Dreiberg zwei sechsstrahlige gelbe Sterne." Das Wappen war erstmals 1872 auf dem Gemeindesiegel abgebildet. Mit Grün und Blau herrschen zwei dunkle Farben vor, die sich gegenseitig neutralisieren. 2002 schlug die kantonale Wappenkommission vor, entsprechend den heraldischen Farbregeln den Dreiberg gelb oder weiss zu färben, was der Gemeinderat jedoch ablehnte.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1900 536
1930 602
1950 778
1960 878
1970 874
1980 1037
1990 1135
2000 1232

Am 31. Dezember 2004 lebten 1214 Menschen in Schneisingen, der Ausländeranteil betrug 5,8 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 57,4 % römisch-katholisch und 28,3 % reformiert und 2,3 % moslemisch; 1,5 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 94,5 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,1 % Albanisch, 0,6 % Französisch.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung , übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat . Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren ( Mehrheitswahlverfahren ) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Markus Spuhler, Gemeindeammann
  • Lucia Gillessen, Vize-Gemeindeammann
  • Max Brunner
  • Andreas Gammel
  • Claudia Graf

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zurzach zuständig. Schneisingen gehört zum Friedensrichterkreis Kaiserstuhl.

Wirtschaft

In Schneisingen gibt es rund 380 Arbeitsplätze, davon 20 % in der Landwirtschaft, 27 % in der Industrie und 53 % im Dienstleistungssektor. Die wichtigste Firma ist das Maschinen- und Fahrzeugbau-Unternehmen Bucher Industries, deren Fabrikgelände sich teilweise auf Schneisinger Gebiet befindet. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der Region Baden oder in der Agglomeration Zürich.

Verkehr

Schneisingen liegt an der Hauptstrasse, die von Döttingen durch das Surbtal und das Wehntal nach Dielsdorf führt. Der Bahnhof Niederweningen, die Endstation der Linie S5 der Zürcher S-Bahn liegt exakt an der Kantonsgrenze. Von dort aus führt eine Postautolinie nach Döttingen, eine weitere Linie führt von Baden über Schneisingen nach Kaiserstuhl

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule . Die Realschule kann in Lengnau besucht werden, die Sekundarschule in Oberehrendingen und die Bezirksschule in Endingen oder Kaiserstuhl. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks


Koordinaten: 47° 31' N, 8° 22' O

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schneisingen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Schneisingen verfügbar.

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