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Letzte Änderung für Artikel Endingen AG: 17.01.2006 13:53

Endingen AG

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Das AG im Lemma ist das offizielle K├╝rzel des Kantons Aargau und wird verwendet, um Verwechslungen mit gleichnamigen Orten zu vermeiden. Es besteht kein Zusammenhang mit einer Aktiengesellschaft .


Wappen
Wappen von Endingen
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk : Zurzach
BFS-Nr. : 4305
PLZ : 5304
Koordinaten : 47┬░ 32' n. Br.
8┬░ 17' ├Â. L.
H├Âhe : 383  m ├╝. M.
Fl├Ąche: 8.46  km┬▓
Einwohner : 1898 (31. Dezember 2004)
Website : www.endingen.ch
Karte
Karte von Endingen

Endingen ist eine Gemeinde im Bezirk Zurzach des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im Surbtal , rund vier Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Endingen und das Nachbardorf Lengnau die einzigen Orte der Schweiz, wo sich Juden niederlassen durften. Bis 1945 hiess die Gemeinde Oberendingen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Haufendorf befindet sich bei der M├╝ndung des Littenbachs in die Surb . Das Surbtal, das zun├Ąchst in westlicher Richtung verl├Ąuft, wendet sich n├Ârdlich des Dorfes nach Norden. Das Tal verengt sich und wird durch das Ruckfeld im Westen und den H├Ârndlihau im Osten begrenzt. Das Ruckfeld ist eine flache Ebene, die an ihren R├Ąndern durch steil abfallende, bis zu 40 Meter hohe Flanken begrenzt wird. Der H├Ârndlihau ist ein Teil des Tafeljuras , die anfangs steile Flanke geht allm├Ąhlich in eine flache Hochebene ├╝ber. Das Gebiet s├╝dlich des Dorfes z├Ąhlt geologisch zur ├ťbergangszone zum Mittelland . Die H├Ąnge des lang gezogenen Siggenbergs, der nat├╝rlichen Grenze zum Limmattal , sind bedeutend flacher und gleichm├Ąssiger. Etwa ein Kilometer s├╝d├Âstlich des Dorfzentrums liegt der kleine Weiler Loohof.

Die Fl├Ąche des Gemeindegebiets betr├Ągt 846 Hektaren, davon sind 390 Hektaren bewaldet und 69 Hektaren ├╝berbaut. Der h├Âchste Punkt liegt auf 593 Metern auf dem Siggenberg, die tiefste Stelle befindet sich auf 380 Metern an der Surb.

Nachbargemeinden sind Unterendingen im Norden, Lengnau im Osten, Obersiggenthal im S├╝den und W├╝renlingen im Westen.

Geschichte

Dorfzentrum von Endingen
Dorfzentrum von Endingen

Einzelne Funde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit zeugen von einer fr├╝hen Besiedlung. Die Alemannen siedelten sich ungef├Ąhr im 6. Jahrhundert an. Die erste urkundliche Erw├Ąhnung von "Entingas" erfolgte im Jahr 798 , als der Thurgauer Graf Odalricus dem Kloster St. Gallen einige Grundst├╝cke schenkte. W├Ąhrend des Hochmittelalters lag das Dorf im Einflussbereich der Freiherren von Regensberg und des Bistums Konstanz. Ministerialen waren die Freiherren von Tegerfelden und seit mindestens 1239 die Ritter von Endingen. Seit sp├Ątestens 1305 lag die hohe Gerichtsbarkeit bei den Habsburgern , w├Ąhrend die niedere Gerichtsbarkeit vom Kloster St. Blasien ausge├╝bt wurde.

Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau, Endingen geh├Ârte fortan zum Siggenamt der Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft . Ab 1678 siedelten sich erstmals Juden in Endingen an, die ihren Lebensunterhalt vor allem an der international bedeutenden Messe in Zurzach und am Markt in Baden verdienten. Die Juden unterstanden direkt dem Landvogt in Baden und durften weder Landwirtschaft betreiben noch ein Handwerk aus├╝ben. Ab 1696 mussten sie sich alle 16 Jahre einen teuren Schutz- und Schirmbrief erkaufen. Ab 1776 wurde das Wohnrecht s├Ąmtlicher Juden der Schweiz auf Endingen und Lengnau beschr├Ąnkt. Da sie sich w├Ąhrend der Nacht nur in den beiden D├Ârfern aufhalten durften, war ihr Aktionsradius stark eingeschr├Ąnkt.

Im M├Ąrz 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus, Endingen geh├Ârte nun zum kurzlebigen Kanton Baden. Der neue Staat war bald in weiten Kreisen der Bev├Âlkerung verhasst. Dieser Hass entlud sich am 21. September 1802 im so genannten "Zwetschgenkrieg" gegen die Juden, die als Anh├Ąnger der neuen Ordnung galten. Eine Horde von ├╝ber 800 Bewohnern aus den Nachbard├Ârfern fiel ├╝ber Endingen und Lengnau her und bereicherte sich am Hab und Gut der wehrlosen Juden; die Christen hingegen blieben weitgehend unbehelligt.

Seit 1803 geh├Ârt Endingen zum Kanton Aargau; damals machten die Juden rund 45 Prozent der Gesamtbev├Âlkerung aus. Im Jahr 1850 z├Ąhlte die Gemeinde 1941 Einwohner, etwas mehr als die H├Ąlfte davon waren Juden. Die j├╝dische Korporation verwaltete sich selbst und hatte eine eigene Schule. Erst 1874 erhielten die Juden die vollst├Ąndige Gleichberechtigung bei den b├╝rgerlichen Rechten und Pflichten. In der Folge zogen fast alle in die grossen St├Ądte (vor allem nach Z├╝rich), wo sie bessere Verdienstm├Âglichkeiten vorfanden. Dadurch sank die Bev├Âlkerungszahl des Dorfes um fast die H├Ąlfte. Heute gibt es in Endingen nicht einmal mehr ein Dutzend j├╝dische Einwohner.

Nach der Er├Âffnung der Eisenbahnlinien Turgi - Waldshut (1859) und Dielsdorf - Niederweningen (1891) reichten die Gemeinden des Surbtals eine Konzession f├╝r den Bau einer Verbindungsbahn zwischen Niederweningen und D├Âttingen ein. Doch der Erste Weltkrieg verhinderte den Bau und das Projekt wurde 1937 endg├╝ltig abgeschrieben. Seit den 1960ern hat sich in Endingen Kleinindustrie angesiedelt. Die Bev├Âlkerungszahl, die bis zu Beginn der 1970er stagniert hatte, ist seither wieder ansteigend und hat fast wieder den Stand des Jahres 1850 erreicht.

Sehensw├╝rdigkeiten

Aus historischen Gr├╝nden besitzt Endingen weder eine katholische noch eine reformierte Kirche . Seit 1661 besuchen die Katholiken den Gottesdienst in Unterendingen, die Reformierten in Tegerfelden. Das einzige Gotteshaus ist die Synagoge Endingen. An der Gemeindegrenze zu Lengnau befindet sich der J├╝dische Friedhof Endingen.

Zahlreiche H├Ąuser im Dorfzentrum weisen eine architektonische Besonderheit auf. Obwohl die Juden h├Ąufig mit Christen unter einem Dach lebten, war es ihnen nicht gestattet, den gleichen Hauseingang zu benutzen. Deshalb erhielten diese H├Ąuser zwei Eing├Ąnge, die unmittelbar nebeneinander liegen.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "Gespalten von Weiss mit halber roter Lilie und von Gelb." Ab 1926 f├╝hrte die Gemeinde das Wappen der Herren von Endingen, dessen ├Ąlteste bekannte Darstellung aus einem Wappenbuch von 1621 stammt. 1934 wurden jedoch in Unterendingen die ├ťberreste der Burg dieses Ministerialengeschlechts entdeckt. Unterendingen beanspruchte das Wappen f├╝r sich und wandte sich 1953 mit einer Beschwerde an den Regierungsrat, der jedoch zugunsten von Endingen entschied.

Bev├Âlkerung

Bev├Âlkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1799 1120
1850 1941
1900 1121
1930 1036
1950 1082
1960 1041
1970 1161
1980 1503
1990 1539
2000 1766

Am 31. Dezember 2004 lebten 1898 Menschen in Endingen, der Ausl├Ąnderanteil betrug 12,9 %. Bei der Volksz├Ąhlung 2000 waren 51,6 % r├Âmisch-katholisch und 31,3 % reformiert, 4,3 % moslemisch, 0,9 % christlich-orthodox und 0,5 % j├╝disch; 0,9 % geh├Ârten anderen Glaubensrichtungen an. 92,9 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,4 % Albanisch, 1,2 % Franz├Âsisch, 1,0 % Italienisch, je 0,8 % Englisch und Serbokroatisch.

Beh├Ârden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung , ├╝bt die Legislativgewalt aus. Ausf├╝hrende Beh├Ârde ist der Gemeinderat . Seine Amtsdauer betr├Ągt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren ( Mehrheitswahlverfahren ) vom Volk gew├Ąhlt. Er f├╝hrt und repr├Ąsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschl├╝sse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die f├╝nf Gemeinder├Ąte der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Jeanne Schneider, Gemeindeammann
  • Lukas Keller, Vize-Gemeindeammann
  • Ursula Payne
  • Lukas Weibel
  • Ralf Werder

F├╝r Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zurzach zust├Ąndig. Endingen geh├Ârt zum Friedensrichterkreis Zurzach.

Wirtschaft

Getrennter Hauseingang f├╝r Christen und Juden
Getrennter Hauseingang f├╝r Christen und Juden

In Endingen gibt es rund 480 Arbeitspl├Ątze, davon 18 % in der Landwirtschaft, 42 % in der Industrie und 40 % im Dienstleistungssektor. Etwa zwei Drittel der Erwerbst├Ątigen sind Wegpendler und arbeiten in den umliegenden Gemeinden und vor allem in der Region Baden.

Verkehr

Endingen liegt an der Hauptstrasse, die von D├Âttingen durch das Surbtal und das Wehntal nach Dielsdorf f├╝hrt. Drei Postautolinien erschliessen das Dorf; von D├Âttingen nach Baden, von D├Âttingen nach Niederweningen (dort Anschluss an die Linie S5 der Z├╝rcher S-Bahn ) sowie von Brugg nach Zurzach.

Bildung

Die Gemeinde verf├╝gt ├╝ber Kinderg├Ąrten und Schulh├Ąuser, in denen die Primarschule , die Sekundarschule und die Bezirksschule unterrichtet werden. Die Realschule kann in Lengnau besucht werden. Die n├Ąchstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks


Koordinaten: 47┬░ 32' N, 8┬░ 17' O

Wikipedia

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