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Letzte Änderung für Artikel Wettingen: 12.02.2006 16:48

Wettingen

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Wappen
Wappen von Wettingen
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk : Baden
BFS-Nr. : 4045
PLZ : 5430
Koordinaten : 47┬░ 28' n. Br.
8┬░ 20' ├Â. L.
H├Âhe : 408  m ├╝. M.
Fl├Ąche: 10.59  km┬▓
Einwohner : 18'479 (31. Dezember 2004)
Website : www.wettingen.ch
Karte
Karte von Wettingen

Wettingen ist eine Gemeinde im Bezirk Baden im Schweizer Kanton Aargau. Sie grenzt direkt an den Bezirkshauptort und ist mit mehr als 18'000 Einwohnern die bev├Âlkerungsreichste Gemeinde des Kantons.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Wettingen liegt am rechten Ufer der Limmat unmittelbar vor der Klus von Baden. Der gr├Âsste Teil der Siedlungsgebietes bedeckt das Wettingerfeld, eine flache Ebene, die auf allen Seiten von nat├╝rlichen Grenzen umgeben ist; im Westen und S├╝den vom Fluss, im Norden vom steilen S├╝dhang der L├Ągern und im Osten vom Sulperg (569 Meter). Zwischen der L├Ągern und dem Sulperg liegt das nicht ├╝berbaute Eigital. An dessen westlichem Ende, im Nordosten des Wettingerfelds, befindet sich der alte, noch relativ gut erhaltene Dorfkern. Der S├╝dhang der L├Ągern ist teilweise mit Reben bepflanzt. Der Dorfbach durchquert das Wettingerfeld und m├╝ndet schliesslich ├╝ber den Gottesgraben in die Limmat. Er ist teilweise kanalisiert, teilweise eingetunnelt und teilweise renaturiert.

Das Gemeindegebiet ist 1059 Hektaren gross, davon sind 417 Hektaren bewaldet und 398 Hektaren ├╝berbaut. Die h├Âchste Stelle liegt auf 859 Metern auf dem Burghorn, einem Teil der L├Ągern, die tiefste Stelle auf 360 Metern an der Limmat.

Nachbargemeinden sind Ennetbaden, Ehrendingen im Norden, Otelfingen im Osten, W├╝renlos im S├╝dosten, Neuenhof im S├╝den und Baden im Westen.

Geschichte

Auf dem Gemeindegebiet von Wettingen wurden zwei Gr├Ąber aus der Jungsteinzeit gefunden. Zur Zeit der R├Âmer bestand hier eine kleine Siedlung. Durch das Wettinger Feld f├╝hrte die R├Âmerstrasse von Vindonissa (Windisch) ├╝ber Aquae Helveticae (Baden) nach Vitodurum (Oberwinterthur). Als einziger ├ťberrest eines Isistempels blieb eine Inschrift erhalten, die heute in die katholische Kirche St. Sebastian eingemauert ist.

Der Name Wettingen selber deutet auf einen alemannischen Siedler namens Wetti oder Watto hin. Dieser hatte sich in Verlauf der ersten alemannischen Siedlungswelle im 6. Jahrhundert mit seinen Leuten, den Wettinge, an der Stelle der aufgegebenen r├Âmischen Siedlung niedergelassen.

Im fr├╝hen Mittelalter fand auch das Christentum seinen Einzug in Wettingen. Dabei wurden die ersten Kirchen noch von Privaten, so genannten Kollatoren, gegr├╝ndet. Als Gegenleistung daf├╝r konnten sie den Zehnten f├╝r sich in Anspruch nehmen. Wettingen geh├Ârte lange zum fr├╝hen Thurgau und fiel mit dessen Aufteilung zum Z├╝richgau . Im Jahr 1173 starben die Grafen von Lenzburg aus und ihre Gebiete fielen an die Kyburger.

Wettingen
Wettingen

Freiherr Heinrich II. von Rapperswil kaufte nach 1220 G├╝ter in Wettingen sowie das Patronatsrecht ├╝ber die Kirche des Dorfes. Nachdem Heinrich w├Ąhrend der Kreuzz├╝ge auf wundersame Weise aus Seenot gerettet wurde, schenkte er seine Besitzt├╝mer in Wettingen der Reichsabtei Salem. Dieses sandte M├Ânche nach Wettingen, um in einer Flussschlaufe der Limmat eine neue Abtei zu gr├╝nden. Der 14. Oktober 1227 gilt als Gr├╝ndungsdatum des Klosters Wettingen, das in der Folge zum wichtigsten Grundherrn in der Region aufstieg und ab dem 14. Jahrhundert auch die niedere Gerichtsbarkeit aus├╝bte.

Als das Geschlecht der Kyburger 1264 ausstarb, gelangen ihre Besitzt├╝mer an die Habsburger . Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Wettingen war fortan Hauptort des gleichnamigen Amtes in der Grafschaft Baden, einer gemeinen Herrschaft . W├Ąhrend der Reformation trat die Mehrheit der Dorfbev├Âlkerung zum neuen Glauben ├╝ber, wurde aber nach dem Zweiten Kappelerkrieg von 1531 rekatholisiert. W├Ąhrend des Zweiten Villmergerkrieges von 1712 war das Dorf von Z├╝rcher und Berner Truppen besetzt.

Im M├Ąrz 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Wettingen wurde eine Gemeinde im kurzlebigen Kanton Baden. In diesem und im nachfolgenden Jahr zogen nacheinander franz├Âsische, ├Âsterreichische und russische Truppen durch das Dorf und hielten sich auf Kosten der Bewohner schadlos. Seit 1803 geh├Ârt die Gemeinde zum Kanton Aargau.

Im Zuge der Aargauer Klosterstreits wurde das Kloster Wettingen am 12. Januar 1841 geschlossen. Die umfangreichen Best├Ąnde der Klosterbibliothek wurden in die aargauische Kantonsbibliothek in Aarau ├╝berf├╝hrt und die M├Ânche mussten das Kloster verlassen. Schliesslich bezogen sie am 8. Juni 1854 die Reste des alten Benediktinerklosters Mehrerau in Bregenz (heute Territorialabtei Wettingen-Mehrerau).

Wettingen war nun ein Bauerndorf mit einem Lehrerseminar in den R├Ąumlichkeiten des ehemaligen Klosters. Die erste Eisenbahnlinie der Schweiz, die Spanisch-Br├Âtli-Bahn , wurde am 9. August 1847 er├Âffnet. Zun├Ąchst f├╝hrte sie jedoch am s├╝dlichen Ufer der Limmat entlang, weitab vom Dorf. 1858 wurde neben dem ehemaligen Kloster eine Spinnerei er├Âffnet. Auf Wunsch des Fabrikbesitzers wurde das Trassee der Eisenbahn auf die rechte Seite der Limmat verschoben und Wettingen erhielt 1876 endlich einen Bahnhof an zentraler Lage zwischen Klosterbezirk und Dorf. Die Er├Âffnung der Nationalbahn nach Zofingen war am 6. September 1877 , der Abschnitt nach Winterthur folgte einige Wochen sp├Ąter am 15. Oktober . Als Konkurrenz dazu war am 1. Oktober desselben Jahres die so genannte B├╝lach-Baden-Bahn er├Âffnet worden; diese wurde jedoch bereits am 18. Januar 1937 stillgelegt.

Nachdem 1891 im benachbarten Baden die BBC gegr├╝ndet worden war, die in der Folge stark expandierte, wandelte sich Wettingen sehr rasch von einem Bauerndorf zu einem Arbeitervorort. Baden selbst hatte aufgrund der schwierigen topographischen Lage wenig Platz f├╝r neue Siedlungen und so zogen die meisten BBC-Arbeiter nach Wettingen, das im flachen Wettingerfeld noch weitl├Ąufige Baulandreserven aufwies.

Schon in der ersten H├Ąlfte des 20. Jahrhunderts war Wettingen mit Baden zusammengewachsen. Ein erneuter Wachstumsschub erfolgte zwischen 1950 und 1960, als die Einwohnerzahl um ├╝ber zwei Drittel stieg und die letzten freien Fl├Ąchen in der Mitte des Wettingerfelds ├╝berbaut wurden. 1967 wurde mit 20'019 Einwohnern der H├Âchststand erreicht. Bis 1990 sank die Einwohnerzahl um fast 12%, konnte sich aber seither bei rund 18'000 stabilisieren. 1974 erfolgte die Er├Âffnung des grossen Sport- und Erholungszentrums T├Ągerhard, das mit seinem vielf├Ąltigen Angebot eine ├╝berregionale Bedeutung erlangt hat.

Sehensw├╝rdigkeiten

Kirche St. Sebastian in Wettingen
Kirche St. Sebastian in Wettingen
  • Kloster Wettingen: Ehemaliges Zisterzienserkloster (heute Kantonsschule), mit kath. Klosterkirche Maria Meerstern ( fr├╝hgotisch ) Chorgest├╝hl ( Renaissance , barockisiert ) und Kreuzgang
  • Marienkapelle (Sp├Ątbarock) und Kreuzweg auf dem Sulperg
  • Kreuzkapelle (Hochbarock) am Ortsausgang Richtung W├╝renlos
  • Katholische Pfarrkirche St. Sebastian; Historismus mit Jugendstilankl├Ąngen ; im Eingangsbereich ist eine r├Âmische Inschrift aus einem Isistempel eingemauert
  • Katholische Pfarrkirche St. Anton; Betonhallenkirche aus dem Jahr 1954; statt eines Chorgem├Ąldes wird jeweils einer von sechs Bildwandteppichen gezeigt
  • Bezirksschule, ein Fr├╝hwerk des Architekten Theo Hotz ; musste allerdings wegen erheblicher baulicher M├Ąngel in den 1970ern umgebaut werden
  • Kulturweg Baden - Wettingen - Neuenhof mit zahlreichen zeitgen├Âssischen Skulpturen
  • Industriekulturpfad Wettingen - Windisch

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "Im Wellenschnitt geteilt von Rot mit sechsstrahligem gelbem Stern, und von Weiss mit drei blauen Wellen." Das erste, auf dem Siegel von 1827 abgebildete Wappen, zeigt den an einen Baum gebundenen und von Pfeilen getroffenen Hl. Sebastian . Wenige Jahre sp├Ąter wurde es durch ein Wappen ersetzt, das einen Stern ├╝ber einer gewellten Wasserfl├Ąche zeigte. Die heute g├╝ltige Form, welcher dem Wappen des Klosters Wettingen entspricht und 1667 auf der Karte des Kantons Z├╝rich abgebildet war, wurde 1957 eingef├╝hrt.

Bev├Âlkerung

Bev├Âlkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 721
1850 1610
1900 3128
1930 8505
1950 11'667
1960 17'613
1970 19'900
1980 18'377
1990 17'706
2000 17'870

Am 31. Dezember 2004 lebten 18ÔÇÖ479 Menschen in Wettingen, der Ausl├Ąnderanteil betrug 25,0%. Bei der Volksz├Ąhlung 2000 waren 48,5% r├Âmisch-katholisch, 26,9% reformiert, 3,5% christlich-orthodox und 3,9% moslemisch; 1,6 % geh├Ârten anderen Glaubensrichtungen an. 84,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 5,1 % Italienisch, 2,3 % Serbokroatisch, 1,1 % Spanisch, 1,0 % je Albanisch und Franz├Âsisch, je 0,8 % Englisch und Portugiesisch, 0,6 % T├╝rkisch.

Beh├Ârden

Legislative

Anstelle einer Gemeindeversammlung vertritt der von den Stimmberechtigten gew├Ąhlte Einwohnerrat die Anliegen der Bev├Âlkerung. Er besteht aus 50 Mitgliedern. Ihm obliegt das Genehmigen des Steuerfusses, des Voranschlages, der Jahresrechnung, des Gesch├Ąftsberichts und der Kredite. Er kann Reglemente erlassen. Die Amtsdauer betr├Ągt vier Jahre. Der Einwohnerrat wird im Proporzwahlverfahren gew├Ąhlt.

Bei den letzten beiden Wahlen erzielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 2001 2005
CVP 14 15
SVP 10 10
SP 9 10
FDP 7 7
EVP 4 3
Forum 5430 3 2
Wettigr├╝en 2 3
SD 1 -

Auch auf Gemeindeebene finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bev├Âlkerung fakultative und obligatorische Referenden, sowie das Initiativrecht zu.

Exekutive

Ausf├╝hrende Beh├Ârde ist der Gemeinderat . Seine Amtsdauer betr├Ągt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren ( Mehrheitswahlverfahren ) vom Volk gew├Ąhlt. Er f├╝hrt und repr├Ąsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschl├╝sse des Einwohnerrates und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden. Der Gemeindeammann (Gemeindepr├Ąsident) ├╝bt seine T├Ątigkeit im Vollamt aus, die ├╝brigen im Nebenamt.

Die sieben Gemeinder├Ąte der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Karl Frey ( CVP ), Gemeindeammann
  • Heiner Studer ( EVP ), Vize-Gemeindeammann
  • Markus Dieth ( CVP )
  • Antoinette Eckert ( FDP )
  • Felix Feiner ( SP )
  • Yvonne Feri ( SP )
  • Daniel Huser ( SVP )

Heiner Studer ist gleichzeitig Mitglied des Nationalrats .

Judikative

F├╝r Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Baden zust├Ąndig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter .

Wirtschaft

In Wettingen gibt es ├╝ber 7100 Arbeitspl├Ątze, davon 1 % in der Landwirtschaft, 27 % in der Industrie und 72 % im Dienstleistungssektor. Bei der Betriebsz├Ąhlung von 2001 wurden 25 Landwirtschaftsbetriebe, 159 Industriebetriebe und 733 Dienstleistungsunternehmen registriert. In Wettingen gibt es keine grossen Konzerne, daf├╝r aber eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen ( KMU ). Wettingen hat etwa gleich viele Weg- wie Zupendler. Viele Erwerbst├Ątige arbeiten in Baden, im Limmattal oder in Z├╝rich.

Verkehr

Der Bahnhof von Wettingen wird durch zwei Linien der Z├╝rcher S-Bahn bedient. Die S6 f├Ąhrt durch das Furttal, die S12 durch das Limmattal. Weitere direkte Verbindungen f├╝hren ins untere Aaretal bis nach Waldshut und nach Brugg/Aarau/Olten. Die Eisenbahnlinie nach Lenzburg wurde am 12. Dezember 2004 geschlossen. Der n├Ąchste Bahnhof mit Schnellzugshalt befindet sich in Baden.

Die Busgesellschaft "Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen" (RVBW) betreibt ein dichtes Netz von Buslinien in Wettingen, Baden und zehn weiteren Gemeinden in der Umgebung. S├╝dlich der Gemeinde verl├Ąuft die Autobahn A1 . Zwei Autobahnanschl├╝sse befinden sich in den angrenzenden Gemeinden Neuenhof und W├╝renlos.

Bildung

In vier Schulh├Ąusern werden alle Stufen der obligatorischen Volksschule unterrichtet. Wettingen besitzt seit 1976 eine eigene Kantonsschule (Gymnasium) in den Geb├Ąuden des ehemaligen Klosters und kooperiert eng mit derjenigen im benachbarten Baden. Weitere Schulen von Bedeutung sind die Heilp├Ądagogische Sonderschule und die Volkshochschule .

Pers├Ânlichkeiten

  • Alberich Zwyssig, Komponist des Schweizerpsalms (schweizerische Nationalhymne )
  • Eduard Sp├Ârri , (1901 - 1995), Bildhauer.

Weblinks


Koordinaten: 47┬░ 28' N, 8┬░ 20' O

Wikipedia

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