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Letzte Änderung für Artikel Zurzach: 09.02.2006 18:07

Zurzach

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Wappen
Wappen von Zurzach
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk : Zurzach
BFS-Nr. : 4323
PLZ : 5330
Koordinaten : 47┬░ 35' n. Br.
8┬░ 18' ├Â. L.
H├Âhe : 341  m ├╝. M.
Fl├Ąche: 6.52  km┬▓
Einwohner : 4045 (31. Dezember 2004)
Website : www.zurzach.ch
Karte
Karte von Zurzach

Zurzach ist eine Gemeinde im Schweizer Kanton Aargau und ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Nordosten des Kantons. Der Ort liegt am Hochrhein an der Grenze zu Deutschland . Er ist vor allem f├╝r sein Thermalbad bekannt und ist deshalb eine beliebte Touristendestination.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Siedlungsgebiet erstreckt sich ├╝ber eine L├Ąnge von mehr als zwei Kilometern in der knapp 500 Meter breiten Flussebene. Beim Ortszentrum biegt der in nordwestliche Richtung fliessende Rhein nach Norden ab; hier weitet sich die Ebene auf eine Breite von eineinhalb Kilometern aus. Das historische Ortszentrum liegt am Eingang eines Tals, das zwei H├╝gel des Tafeljuras voneinander trennt. Im Nordwesten liegt der Achenberg, im S├╝dosten das H├Ârndli. Beide H├╝gel weisen sehr steile Flanken auf und gehen in ein weitl├Ąufiges Hochplateau ├╝ber.

Die Fl├Ąche der Gemeinde betr├Ągt 652 Hektaren, davon sind 285 Hektaren bewaldet und 170 Hektaren ├╝berbaut. Der h├Âchste Punkt liegt auf 521 Metern auf dem Achenberg-Plateau, die tiefste Stelle befindet sich auf 318 Metern am Rhein.

Nachbargemeinden sind K├╝ssaberg im Norden, Rekingen im Osten, Tegerfelden im S├╝den, D├Âttingen im S├╝dwesten, Klingnau im Westen und Rietheim im Nordwesten.

Geschichte

Funde beweisen, dass die Gegend von Zurzach bereits um 3000 v. Chr. besiedelt war, also w├Ąhrend der Jungsteinzeit ; weitere Funde stammen aus der Bronzezeit (1200 v. Chr.). Um 400 v. Chr. entstand eine keltische Siedlung namens Tenedo. Nach der Niederlage des keltischen Stammes der Helvetier gegen die Truppen von Julius Caesar bei Bibracte (58 v. Chr.) waren die R├Âmer die neuen Herrscher. Tenedo wurde zu einem wichtigen St├╝tzpunkt in der N├Ąhe des Legionslagers Vindonissa ; eine Br├╝cke ├╝ber den Rhein, eine Wehranlage (Kastell und sp├Ąter Doppelkastell) und eine beachtliche Siedlung wurden errichtet. Der Grenzposten Tenedo wurde im Jahr 401 von den R├Âmern aufgegeben, als diese sich ├╝ber die Alpen nach Italien zur├╝ckzogen.

Zurzach vom s├╝dlichen Acheberg aus
Zurzach vom s├╝dlichen Acheberg aus
Thermalbad mit Turmhotel
Thermalbad mit Turmhotel
Salzbohrt├╝rme (Salinen)
Salzbohrt├╝rme (Salinen)

Eine bedeutende Rolle f├╝r die Entwicklung Zurzachs bildete die Verehrung der Heiligen Verena . Die vermutlich aus Theben in ├ägypten stammende Verena kam auf ihren Reisen in das Gebiet der heutigen Schweiz, wo sie als Christin verfolgt wurde. Nachdem sie in Solothurn (Salodurum) zuerst eingekerkert und sp├Ąter freigelassen worden war, zog sie weiter flussabw├Ąrts nach Tenedo. Dort pflegte sie bis zu ihrem Tod im Jahr 344 die Armen und Kranken. ├ťber ihrem Grab wurde eine Kirche errichtet, die sich zu einem bedeutenden Wallfahrtsort entwickelte. Im Jahr 888 gingen Zurzach und die Wallfahrtskirche in den Besitz des Klosters Reichenau ├╝ber. Diese wiederum mussten den Ort 1279 wegen finanziellen Problemen an das Bistum Konstanz weiterverkaufen. Im Mittelalter entwickelte sich Zurzach zu einem bedeutenden Messeort .

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau und Zurzach geh├Ârte fortan zur Grafschaft Baden, einer Gemeinen Herrschaft ; die Bedeutung der Messe nahm in der Folge sogar noch zu. H├Ąndler aus der ganzen Eidgenossenschaft, aus S├╝ddeutschland und sogar aus den Niederlanden und Polen kamen nach Zurzach, um ihre Waren anzupreisen. H├Âhepunkt war jeweils der Verenatag am 1. September . Die H├Ąndler profitierten vom Zollfreistatus des Marktfleckens und der g├╝nstigen Lage in der N├Ąhe der M├╝ndung der Aare in den Rhein.

Im M├Ąrz 1798 eroberten die Franzosen die Schweiz und riefen die Helvetische Republik aus. Zurzach wurde Distrikthauptort im Kanton Baden. Seit der Gr├╝ndung des Kantons Aargau im Jahr 1803 ist Zurzach Bezirkshauptort. Die Messe verlor im Laufe des 19. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung; 1855 fand die letzte Ledermesse statt. Da seit der Reformation von 1529 auch die Wallfahrten markant zur├╝ckgegangen waren, drohte Zurzach in die Bedeutungslosigkeit abzusinken.

Doch 1872 wurde die erste Textilfabrik durch Jakob Zuberb├╝hler gebaut, am 1. August 1876 die Rheintaleisenbahn zwischen Koblenz und Winterthur er├Âffnet, 1907 die heute noch bestehende Br├╝cke ├╝ber den Rhein errichtet. 1914 entdeckte man bei Zurzach ein unterirdisches Salzlager , das mit Salinen ausgebeutet wurde. Die Schweizerische Sodafabrik (heute Solvay ) liess sich hier nieder und entwickelte sich ├╝ber die Jahrzehnte zu einem international t├Ątigen Chemiekonzern. Bei den Salzbohrungen entdeckte man auch eine Thermalquelle , die aber zun├Ąchst wieder zubetoniert wurde.

Erst vierzig Jahre sp├Ąter ging man daran, Kapital aus dem heissen Heilwasser zu schlagen. Am 5. September 1955 wurde die Quelle erneut angebohrt und die ersten Kurg├Ąste kamen nach Zurzach. Ab 1957 f├╝llte man das mineralhaltige Wasser auch in Flaschen ab. Zurzach entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Thermalkurorte der Schweiz. 1973 wurde eine Rheuma - und Rehabilitationsklinik er├Âffnet, 1991 ein Fortbildungszentrum f├╝r Physio - und Ergotherapie .

Sehensw├╝rdigkeiten

Fassade des Verenam├╝nsters
Fassade des Verenam├╝nsters
Innenraum des Verenam├╝nsters
Innenraum des Verenam├╝nsters
  • Ortszentrum: Obwohl Zurzach nie das Stadtrecht besass, verleihen die geschlossenen H├Ąuserzeilen im Zentrum dem Ort ein kleinst├Ądtisches Gepr├Ąge. Die zahlreichen Messeh├Ąuser erinnern an die grossen internationalen M├Ąrkte, die bis 1855 hier stattfanden.
  • Das Verenam├╝nster entstand ├╝ber dem Grab der heiligen Verena in einem r├Âmischen Gr├Ąberfeld; fr├╝hromanisches Langhaus (um 1000), gotischer Chorturm (1347), 1733 im Barockstil umgebaut durch Johann Caspar Bagnato . Dient seit 1876 als katholische Pfarrkirche und wird heute noch von Hilfe suchenden Menschen besucht, wenn auch in weit geringerem Masse als im Mittelalter.
  • Obere Kirche: 1517 erbaute, sp├Ątgotische Kirche; 1763 im Rokoko -Stil umgebaut; dient seit 1944 als Konzertsaal; Dauerausstellung mit Werken des niederl├Ąndischen Malers Pieter van de Cuylen .
  • Schloss Zurzach: Ende des 19. Jahrhunderts erbaute herrschaftliche Villa "Himmelrych" des Industriellen Jakob Zuberb├╝hler; Ausstellung des deutschen Malers August Deusser ; bedeutende Uhrensammlung.
  • Kastellruinen auf dem "Buck"
  • Bezirksmuseum H├Âfli: in ehem. Chorherrenhaus; Ausstellung zur r├Âmischen und fr├╝hmittelalterlichen Geschichte der Region.
  • Restaurierte Barzm├╝hle
  • Derzeit Aufbau eines Bohrturm-Museums

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Weiss der schwarze gotische Buchstabe Z." In dieser Form war das Wappen erstmals auf dem Siegel von 1612 abgebildet. 1702 tauchte erstmals eine Version mit weiss-gr├╝n gespaltenem Schild auf, die gleichberechtigt neben dem ungeteilten weissen Wappen existierte. Schliesslich entschied sich der Gemeinderat 1973 f├╝r die weisse Version. Die gr├╝n-weiss gespaltene Version wird seither als Bezirkswappen verwendet.

Bev├Âlkerung

Bev├Âlkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1900 1287
1930 1849
1950 2401
1960 2694
1970 3098
1980 3068
1990 3594
2000 3899

Am 31. Dezember 2004 lebten 4045 Menschen in Zurzach, der Ausl├Ąnderanteil betrug 31,0 %. Bei der Volksz├Ąhlung 2000 waren 44,4 % r├Âmisch-katholisch, 29,5 % reformiert, 3,1 % christlich-orthodox und 7.9 % moslemisch; 1,4 % geh├Ârten anderen Glaubensrichtungen an. 82,9 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,3 % Serbokroatisch, 3,2 % Italienisch, 2,7 % Albanisch, 2,0 % Portugiesisch, 1,6 % T├╝rkisch, 0,7 % Englisch.

Beh├Ârden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung , ├╝bt die Legislativgewalt aus. Ausf├╝hrende Beh├Ârde ist der Gemeinderat . Seine Amtsdauer betr├Ągt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren ( Mehrheitswahlverfahren ) vom Volk gew├Ąhlt. Er f├╝hrt und repr├Ąsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschl├╝sse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die f├╝nf Gemeinder├Ąte der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Franz Nebel, Gemeindeammann
  • Meinrad Moser, Vize-Gemeindeammann
  • Roland Mauchle
  • Marie-Therese Spuhler
  • Catherine Schindler K├╝ndig

F├╝r Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zurzach zust├Ąndig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter , der auch f├╝r die Gemeinden Baldingen, B├Âbikon, Endingen, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Tegerfelden und Unterendingen verantwortlich ist.

Wirtschaft

In Zurzach gibt es rund 2800 Arbeitspl├Ątze, davon 1 % in der Landwirtschaft, 18 % in der Industrie und 81 % im Dienstleistungssektor. Der Hauptfaktor des wirtschaftlichen Geschehens ist das Thermalbad. Das 40┬░C warme, salzhaltige Wasser wird aus einer Tiefe von 1000 Metern hoch gepumpt. Die moderne Badanlage, zahlreiche Hotels und eine Rehabilitationsklinik machen Zurzach zu einem bedeutenden Touristenort. Das Wasser wird auch in Flaschen abgef├╝llt und in der ganzen Schweiz als Mineralwasser vertrieben. Weitere wichtige Arbeitgeber sind der weltweit t├Ątige Chemiekonzern Solvay , der Unterw├Ąschehersteller Triumph International und das Transport- und Logistikunternehmen Inderm├╝hle.

Verkehr

Z├╝ge der SBB verkehren nach Baden, Waldshut und Winterthur; in Waldshut besteht Anschluss an die DB -Schnellz├╝ge nach Basel. Postautolinien f├╝hren nach Baldingen und Brugg, eine weitere Buslinie ├╝ber die Grenze nach Tiengen .

Zurzach liegt an der Hauptstrasse Basel-Winterthur. Der Durchgangsverkehr zw├Ąngte sich bis vor wenigen Jahren durch das historische Ortszentrum. Heute jedoch sorgt ein Tunnel unter dem Dorfkern hindurch f├╝r Entlastung.

Bildung

In Zurzach werden in vier Schulh├Ąusern alle Stufen der obligatorischen Volksschule ( Primar -, Real -, Sekundar - und Bezirksschule ) unterrichtet. Die n├Ąchstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks


Koordinaten: 47┬░ 35' N, 8┬░ 18' O

Wikipedia

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