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Letzte Änderung für Artikel Holungen: 25.01.2006 10:21

Holungen

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Wappen Karte
Wappen von Holungen Deutschlandkarte, Position von Holungen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Th├╝ringen
Landkreis : Eichsfeld
Verwaltungsgemeinschaft : Eichsfeld - S├╝dharz
Geografische Lage :
Koordinaten: 51┬░ 28' N, 10┬░ 22' O
51┬░ 28' N, 10┬░ 22' O
Fl├Ąche : 6,79 km┬▓
Einwohner : 949 (31. Dez. 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 140 Einwohner je km┬▓
H├Âhe : 350 m ├╝ber NN
Postleitzahl : 37345
Vorwahl : 036077
Kfz-Kennzeichen : EIC
Amtlicher Gemeindeschl├╝ssel : 16 0 61 051
Verwaltungsadresse: Teichstra├če 1
37345 Holungen
Website: Eichsfeld S├╝dharz
B├╝rgermeister : Benno Mumdey ( CDU )

Holungen ist eine ungef├Ąhr 35 km von der Universit├Ątsstadt G├Âttingen entfernte Gemeinde im Nordwesten von Th├╝ringen (Grenzregion zu Niedersachsen). Holungen geh├Ârt zu den mittelgro├čen D├Ârfern im Landkreis Eichsfeld.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Holungen aus Sicht der Hohenkammer, links befindet sich der Sonnenstein, die rote Erh├Âhung rechts im Hintergrund ist die Kali-Abraumhalde
Holungen aus Sicht der Hohenkammer, links befindet sich der Sonnenstein, die rote Erh├Âhung rechts im Hintergrund ist die Kali-Abraumhalde

Holungen liegt am Fu├če des Ohmgebirges im Talgrund der Bode etwa 35 km vom Harz entfernt. Es ist ein so genanntes Haufendorf . Im S├╝den liegt die Sonder und der Ohmberg, mit der ÔÇ×Wilden KircheÔÇť. Die Hohenkammer liegt westlich des Ortes, wo sie durch das Segeltal von der Sonder getrennt wird. Im Norden ragt der 486 m hohe Sonnenstein ├╝ber das Dorf, au├čerdem der Graseforst. Der Talgrund mit dem Lauf der Bode liegt im Osten. Hier befindet sich eine gro├če Kali-Abraumhalde, die ├Ąhnliche Ausma├če wie die angrenzenden Berge hat. Holungen liegt 350 m ├╝ber dem Meeresspiegel . Bis auf die Ostwinde ist Holungen durch die Gebirge gut gegen ├Ąu├čere Einfl├╝sse gesch├╝tzt. Der Boden besteht aus kristallinen Gesteinsarten, wie Quarz , Feldspat oder Glimmer . Durch die Verwitterung wurde aus dem Quarz Sandboden und aus dem kalifeldspatigem Gestein sowohl Ton , als auch Lehm .

Herkunft des Namens

Die Forschungen ├╝ber die Herkunft des Namens Holungen gehen bis ins Altertum zur├╝ck. Beweismittel daf├╝r sind vor allem Akten aus dem Kloster Gerode . Der Name ÔÇ×HolungenÔÇť soll von dem Wort ÔÇ×HoldÔÇť (= milde gn├Ądige G├Âttin oder Frau) stammen. Dieses Wort kann mundartlich aber auch soviel wie ÔÇ×HoltÔÇť bedeuten, was dem ÔÇ×WaldÔÇť entsprechen w├╝rde. In alten Urkunden findet man auch den Namen Holdungen. Wobei der Ausdruck aber auch wieder von ÔÇ×HaulungenÔÇť stammen k├Ânnte. Das hei├čt ÔÇ×Waldweide an einem AbhangeÔÇť. Daraus ist zu schlie├čen, dass Holungen als eine Waldsiedlung bezeichnet wurde. Die D├Ârfer mit der Endung ÔÇ×-ungenÔÇť wurden alle in eine ├Ąltere Siedlungsperiode verlegt. Darum ist es m├Âglich, dass die Entstehung auf die Kolonisation zur├╝ckzuf├╝hren ist. Vielleicht geh├Ârte der Ort schon vor 531 zur 2. Siedlungsperiode (alle Orte mit ÔÇ×-ungenÔÇť), als die Franken Th├╝ringen besiegten. Danach geh├Ârte der Norden des Eichsfeldes zu den Sachsen, also auch Holungen. Auch die s├Ąchsischen Eigenarten und Eigenheiten wurden ├╝bernommen. Dadurch l├Ąsst sich auch erkl├Ąren, dass eine Sprachgrenze durch Holungen verl├Ąuft. Die Menschen sprechen hier nieders├Ąchsisch, w├Ąhrend man in dem Nachbarort Bischofferode oberdeutsch spricht.

Wappen

Das Mainzer Rad im ersten Viertel steht f├╝r das Kurf├╝rstentum Mainz, im dritten Viertel befinden sich zwei gekreuzte H├Ąmmer die den Kalibergbau in der Umgebung symbolisieren. Dieser war ├╝ber viele Jahrzehnte von enormer ├Âkonomischer Bedeutung. In der zweiten H├Ąlfte des Wappens ist eine Abbildung des Sonnensteins zu sehen. Eine Erhebung die sich ganz in der N├Ąhe des Ortes befindet.

Geschichte

Fr├╝hgeschichte und Ersterw├Ąhung 1266

Die Gr├╝ndungszeit Holungens liegt nach Akten des Kloster Gerode in dem Zeitraum zwischen 531 und 800 . In den folgenden Jahrhunderten gab es viele kriegerische Ereignisse im Ort und in der Umgebung. 933 schl├Ągt Heinrich I. Ungarn an der Unstrut. 22 Jahre sp├Ąter gelingt dies auch seinem Sohn Otto dem Gro├čen auf dem Lechfelde. Danach kehrt Ruhe ins Land ein. Zwischen 1118 und 1120 entsteht das Kloster Gerode. In diesem Jahr war der Th├╝ringer Landgraf Heinrich Raspe gestorben. Er war von 1236 bis 1247 Landesherr eines Teils der Mark Tu-der-stede, dem heutigen Duderstadt. Elisabeth von Th├╝ringen war seine Schw├Ągerin. 1246 lie├č er sich zum Gegenk├Ânig von Friedrich dem Zweiten w├Ąhlen. Nach seinem Tod k├Ąmpfte man um das Erbe des Th├╝ringer Landgrafenhauses, wobei Holungen verw├╝stet wurde. Viele Einwohner fl├╝chteten in dieser Zeit nach Duderstadt. Diese Vermutungen werden durch Urkunden aus dem Jahren 1266 und 1299 teilweise belegt. Die Dokumente von 1266 stellen auch die erste urkundliche Erw├Ąhnung Holungens unter dem Namen ÔÇ×HaldrungenÔÇť da. Zwischen 1350 und 1370 wurde das Dorf wieder aufgebaut und geh├Ârte der Grafschaft Lohra an. Seit 1370 geh├Ârte Holungen dann zu der Grafschaft Honstein und 1431 wurde es durch Tausch zum Klosterdorf vom Kloster Gerode, das 1525 im Zuge der Bauernkriege zerst├Ârt wurde.

Die Zeit bis zum deutschen Kaiserreich

Der Drei├čigj├Ąhrige Krieg machte auch vor Holungen nicht halt und 1626 kam es zur weitgehenden Verw├╝stungen durch das Heer von Herzog Christian von Braunschweig . Im Jahre 1701 wurde Preu├čen K├Ânigreich, aber das Eichsfeld, also auch Holungen waren weiterhin dem Kurf├╝rstentum Mainz unterstellt. Gegen Friedrich den Gro├čen leistete das Eichsfeld zwischen 1740 - 1786 Kriegsdienste f├╝r ├ľsterreich und stand im Krieg gegen Preu├čen. Viele Holunger waren an diesen Kriegen beteiligt oder lie├čen sich bei dem Kurmainzischen Husarencorps anwerben. Dadurch findet man auch heute noch einige Holunger Stammesnamen in Wien. 1802 wurde das Eichsfeld schlie├člich doch an Preu├čen angegliedert. Dies war am 3. August , dem Geburtstag des Preu├čenk├Ânigs Friedrich Wilhelm III..

Die preu├čische Herrschaft hielt nur vier Jahre und zehn Wochen, bis zu den Jahren 1806 und 1807 , in denen Preu├čen fast v├Âllig vernichtet wurde. Au├čerdem wurde ihm die H├Ąlfte der L├Ąnder, sowie die Gro├čmachtstellung geraubt. Im Jahre 1806 verlor man die Schlacht bei Jena und Auerstedt, wodurch Napoleon schon im Dezember des Jahres die beiden eichsfeldischen Kreise, also auch Holungen unter Besitz nahm. Friedrich Wilhelm der Dritte floh mit seiner Frau und den Prinzen nach Memel . Die Franzosen verlangten hohe Abgaben, welche die Holunger ├╝ber das Kloster Gerode leisten mussten. 1807 kam dann das Eichsfeld zum K├Ânigreich Westfalen mit der Hauptstadt Kassel. Am 1. Januar 1808 trat das b├╝rgerliche Gesetzbuch, der ÔÇ× Code Napoleon ÔÇť, in Kraft. Die Jungmannen mussten jetzt Kriegsdienst im Heer der Franzosen leisten. In dieser Zeit marschierten viele Truppen durch das Eichsfeld und lie├čen sich auch in Holungen nieder. Nach den Freiheitsk├Ąmpfen geh├Ârte das Eichsfeld wieder Preu├čen an. Es wurden geordnete Gesetze geschaffen und Worbis erhielt ein eigenes Stadt- und Landgericht. Holungen wurde dem Gerichtsamt Gerode zugeteilt. Zu dieser Zeit hatte Holungen 650 Einwohner. 1841 erhielt Holungen seinen ersten Kaplan . Seit dem 28. Januar 1844 gab es laut der Verfassung des Kommissariats jeden Sonn- und Feiertag vollst├Ąndigen Gottesdienst.

Im Jahr 1848 gab es viele Ausschreitungen im Kreis Worbis, deshalb wurden in den D├Ârfern B├╝rgerwehren geschaffen, die dem B├╝rgermeister unterstellt waren. Die Wehren wurden mit Pieken, S├Ąbeln und Gewehren ausger├╝stet. Ein Jahr sp├Ąter wurde das Grundbuchamt vollst├Ąndig im Amtsgericht Worbis eingerichtet. Die Cholera suchte den Kreis Worbis im Jahr 1850 heim. Die meisten Toten hatte der Nachbarort Wei├čenborn zu verzeichnen, Holungen war nur gering betroffen. Im September 1855 besuchte der K├Ânig viele Orte im Kreis. Das Eichsfeld hatte durch die Freiheitskriege viel gelitten, es gab Missernten und viele Krankheiten. Holungen erhielt von ihm Geld f├╝r den Wiederaufbau einiger abgebrannter H├Ąuser. Am 2. Februar 1861 starb K├Ânig Friedrich Wilhelm IV., sein Bruder Wilhelm I. trat an seine Stelle. Im selben Jahr erfolgte auch die Gr├╝ndung des Sch├╝tzenvereins und der Ausbau der Chaussee ├╝ber den Graseforst. Die Holunger waren mit diesem Ausbau unzufrieden, da eine andere Variante f├╝r den Ort g├╝nstiger gewesen w├Ąre. Im Februar 1865 gab es deshalb einen gro├čen Prozess der verloren wurde. Die Chaussee f├╝hrte von Worbis ├╝ber den Sonnenstein nach Gerode und war eine halbe Stunde weiter als der alte Weg. Holungen war dadurch fast komplett vom Fremdenverkehr abgeschlossen.

Die Zeit des deutschen Kaiserreiches

In den Jahren 1870 / 1871 fand der Krieg gegen Frankreich statt und Deutschland wurde am 30. Januar 1871, unter dem Preu├čenk├Ânig Wilhelm I., Kaiserreich. Die Soldaten kehrten mit dem eisernen Kreuz , der Kriegsgedenkm├╝nze und anderen Verdienstzeichen zur├╝ck. Es entstanden viele Kriegskameradschaften und sp├Ąter wurde ein Kriegerverein gegr├╝ndet. In Holungen war die Akzeptanz von Kaiser Wilhelm sehr hoch. Dies lag zu gro├čen Teilen auch daran das ein Holunger (Josef Hildebrandt), von 1861 - 1888 Kutscher des Kaisers war. In dieser Zeit hatte Holungen ca. 650 Einwohner, 2 Baumschulen, 1 Hirtenhaus, 1 Schule, 1 Gemeindeschenke und einen Feuerteich. Au├čerdem besa├č der Ort 196 ├äcker und ca. 500 Morgen eigenes Land.

Am 1. April 1876 wurde Rektor Friedrich Polak aus Nordhausen zum Schulinspektor ernannt. Holungen bekam einen zweiten Lehrer und eine neue Schule wurde gebaut. Im M├Ąrz des Jahres 1871 wurden die Grundst├╝cke in der gesamten Flur vermessen. Durch die verschiedenen H├Âhenlagen war es zwar m├Âglich, dass es Differenzen in den Messungen gab, aber in 232 F├Ąllen wurde die zul├Ąssige Differenz ├╝berschritten. In 100 F├Ąllen betrug sie sogar das Doppelte des Zul├Ąssigen. Die Besitzer gaben das Land in das Separationsverfahren und lie├čen es sich hinterher zur├╝ckgeben, dadurch wurde die Flur verkleinert. 1906 kam heraus, dass Holungen 180 ├äcker Fl├Ąche fehlten, die im Grundbuch eigentlich eingetragen waren. 1925 wurde das Land doppelt verbucht, einmal f├╝r den Forstfiskus und zum anderen f├╝r die Gemeinde Wei├čenborn. Holungen erhob Einspruch, jedoch ohne Erfolg.

Die Holunger Kirche um 1900
Die Holunger Kirche um 1900

Im Juni 1890 gr├╝ndete man in Holungen einen Kirchenbau-Verein, ein Jahr sp├Ąter wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Die Steine daf├╝r wurden in einem nahegelegen Steinbruch (Wehnberg) gebrochen. Ein Lehrer aus Holungen ├╝bte mit den jungen Menschen Theaterst├╝cke ein und spielte auf den Nachbard├Ârfern f├╝r den Aufbau der Kirche. Am 20. Juni 1893 wurde sie von Weihbischof Dr. Augustinus Gockel eingeweiht. Ein Jahr danach kam das Standesamt von Bischofferode nach Holungen. 1895 wurde die Stra├če in Richtung Bischofferode gebaut, Holungen erhielt Unterst├╝tzung von der Landesbauinspektion M├╝hlhausen. Im Jahr 1896 erhielt der Ort eine neue Kirchenorgel. Ein Jahr sp├Ąter schlug der Blitz in den Kirchturm ein, der daraufhin repariert werden musste zur gleichen Zeit erhielt Holungen eine neue Kirchenglocke, weil die alte beim L├Ąuten gesprungen war. Im Jahre 1899 wurde der Holunger Gesangsverein gegr├╝ndet. 1908 begann man mit der Abteufung des Kalischachtes I f├╝r das Kaliwerk ÔÇ×Thomas M├╝ntzerÔÇť.

I. und II. Weltkrieg

Holungen ist vom unmittelbaren Geschehen der beiden Weltkriege weitestgehend verschont geblieben. Im I. Weltkrieg mussten 160 Holunger zu den Waffen. 36 M├Ąnner kehrten nicht mehr in Ihre Heimat zur├╝ck. Zu ihrem Gedenken wurde in der Kirche unter dem Turm eine Gedenktafel errichtet.

Im II. Weltkrieg k├Ąmpften die Holungen M├Ąnner unter anderem in Polen , Frankreich und Russland . Insgesamt starben im II. Weltkrieg 47 M├Ąnner aus Holungen. Das Dorf an sich sp├╝rte die Auswirkungen des Krieges erst gegen Ende. In der N├Ąhe wurde eine gro├če Luftmine abgeworfen und einige Flieger von der Luftwaffe abgeschossen. Holungen blieb von feindlichen Fliegerangriffen weitestgehend verschont. Einige B├╝rger mussten Strafe zahlen, weil sie ihre Fenster nicht genug verdunkelt hatten. Im Fr├╝hjahr 1945 zogen sich die deutschen Truppen zur├╝ck. Und Holungen bekam am 14. M├Ąrz 1945 viele Soldaten der Flak und Infanterie zur Einquartierung. Ab jetzt kam die Gemeinde in die Kampfzone. In der Nacht vom 9. zum 10. April kam es gegen 11.00 Uhr zum Gefecht. Flak-Gesch├╝tze schossen ca. 3 Stunden mit l├Ąngeren Unterbrechungen auf feindliche Flieger. Die Bewohner Holungens und ihre H├Ąuser, blieben unbesch├Ądigt. Am 11. April begann der Vormarsch der amerikanischen Truppen auf Holungen. Einen Tag zuvor fl├╝chteten die deutschen Truppen. Als die Nachricht vom Vormarsch der Amerikaner bekannt wurde, gingen der B├╝rgermeister und der Pfarrvikar den anr├╝ckenden Truppen entgegen. Beim Ann├Ąhern des ersten Fahrzeuges gingen beide M├Ąnner auf die amerikanischen Soldaten zu und baten, Holungen zu verschonen. Sie erkl├Ąrten, dass keine deutschen Soldaten mehr im Dorf waren und dass ein Widerstand Holungens nicht vorlag. Am Kirchturm hatten die B├╝rger eine wei├če Fahne mit rotem Kreuz wehen lassen.

Der Truppenbewegung der Amerikaner dauerte bis zum 18. April an. In den ersten 3 Tagen fuhren die Panzer ununterbrochen. Die Bewohner durften nur mittags von 12.00 Uhr ÔÇô 13.00 Uhr die Hauptstra├če benutzen, alle Stra├čen in Holungen wurden vollst├Ąndig zerst├Ârt. Am 4. Juli 1945 kamen dann die russischen Soldaten nach Holungen. 10 km entfernt war die Grenze zu den Amerikaner und Engl├Ąndern. Am 20. August zog der Gro├čteil der russischen Soldaten wieder ab und es blieb nur eine kleine Besatzung .

Holungen um 1900
Holungen um 1900
Holungen 2003
Holungen 2003

DDR, Wendezeit und Kaliwerk

Durch den sehr stark ausgepr├Ągten katholischen Glauben im Eichsfeld, (besonders auch in Holungen) hatte die SED es schwer im Eichsfeld Fu├č zu fassen. Trotzdem war die DDR allgegenw├Ąrtig. Die Lage wurde zus├Ątzlich noch dadurch erschwert das sich Holungen in der N├Ąhe des Grenzsperrgebietes befand. Bereits die Nachbard├Ârfer Brehme und J├╝tzenbach befanden sich innerhalb dieser Zone. Dieses mehrere Kilometer ins Innere der DDR reichende Gebiet, hatte die Aufgabe potentielle Fl├╝chtlinge bereits weit vor der eigentlichen Grenze abzufangen. Als Tourist durfte man nicht einreisen. Man musste entweder dort wohnen oder zum Besuch von Verwandten einen entsprechenden Passierschein beantragen. Da viele Holunger Verwandte und Freunde im Grenzsperrgebiet hatten wurden Kontakte zus├Ątzlich erschwert.

Das Kaliwerk Thomas M├╝ntzer um 1950
Das Kaliwerk Thomas M├╝ntzer um 1950

Das heutige Kaliwerk ÔÇ×Thomas M├╝ntzerÔÇť war in der Zeit der DDR der wichtigste Arbeitgeber in der Region. Von 1955 bis 1961 stieg die Zahl der Werkt├Ątigen von 25 auf fast 300. Noch 1939 war das Kaliwerk Zulieferer f├╝r die deutsche Kriegswirtschaft und war damit der ÔÇ×R├╝stungsindustriestufe SSÔÇť gleichgesetzt. Es war das einzige Werk, welches 98 bis 99 %-iges Chlorkalium mit h├Âchstem Reinheitsgrad lieferte. Mit diesen Salzen konnten Sprengstoffe und andere f├╝r den Krieg wichtige Materialien produziert werden. 1977 bekam das Kalisalz f├╝r seine gleichbleibende G├╝te den K1-Preiszuschlag, zwei Jahre sp├Ąter bekam man das G├╝tezeichen ÔÇ×QÔÇť. Ab 1985 war das Werk der alleinige Hersteller von Lehnenverstellern f├╝r den Wartburg . Au├čerdem wurden Dachfenster und Kalid├╝ngemittel hergestellt. 1993 wurde der Betrieb im Kaliwerk beendet. Die Schlie├čung des Kaliwerkes sorgte damals bundesweit f├╝r Aufsehen da die Kalikumpel mit vielen Aktionen ( Hungerstreiks , Marsch nach Berlin,....) und der Parole ÔÇ×Bischofferode ist ├╝berallÔÇť auf sich aufmerksam machten. Das Kaliwerk war von gro├čer Bedeutung f├╝r die anliegenden D├Ârfer und stellte mittlerweile Arbeitspl├Ątze f├╝r ├╝ber 1000 Menschen zur Verf├╝gung. Die Wirtschaft der Region erholte sich nur langsam von diesem ÔÇ×SchockÔÇť. Auch wenn das Kaliwerk mehr mit Bischofferode in Verbindung gebracht wird befand sich ein Gro├čteil des Betriebsgel├Ąndes auf dem Gebiet der Gemeinde Holungen.

Teich mit Feuerwehrger├Ątehaus
Teich mit Feuerwehrger├Ątehaus

In Holungen wurden nach der Wende einige Stra├čen saniert. Viele Haushalte bekamen Telefon- und Gasanschluss, etc. Im Jahr 1995 wurde das II. Eichfelder Trachtenfest in Holungen gefeiert. Dieses Fest brachte f├╝r Holungen diverse Versch├Ânerungen, zum Beispiel wurden der Platz um den Teich und das Feuerwehrhaus neu gestaltet.

Bev├Âlkerung

Im Jahre 1900 z├Ąhlte Holungen 671 Menschen in 104 H├Ąusern. In jedem Haus wohnten im Schnitt zwischen 5 bis 7 Menschen. Bis zum Beginn des I. Weltkrieges stieg die Einwohnerzahl langsam an. Nach dem Krieg ging diese Entwicklung weiter da viele Menschen Zuflucht in Holungen suchten. Von 1925 bis 1940 wurden diese Zahlen r├╝ckl├Ąufig. W├Ąhrend des II. Weltkrieges kamen dann wieder viele Evakuierte, so war 1945 mit 1092 Menschen zum ersten mal die Eintausender-Grenze ├╝berschritten. 1947 erreichte die Einwohnerzahl ihren bis heute noch gr├Â├čten Wert von 1332 Menschen. Nach dieser Zeit ging die Bev├Âlkerungszahl wieder langsam zur├╝ck. 1964 lebten noch 1080 Menschen, in 315 Familien. Die Zahl der Gro├čfamilien nahm immer mehr ab. Im Jahr 1978 lag die Zahl der Einwohner wieder unter 1000, diese Grenze wurde 1983 noch einmal ├╝berschritten. Im Jahr der Wende 1990 lag sie noch bei 948, anschlie├čend pegelte sich die Zahl um die 1000 ein. 2001 lebten 1005 Menschen in Holungen, Anfang 2003 waren es nur noch 978.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 1.004
  • 1995 - 1.017
  • 1996 - 997
  • 1997 - 1.005
  • 1998 - 1.002
  • 1999 - 990
  • 2000 - 998
  • 2001 - 991
  • 2002 - 978
  • 2003 - 969
  • 2004 - 949
Datenquelle: Th├╝ringer Landesamt f├╝r Statistik
Gedenkstein Dr. Hermann Isekes
Gedenkstein Dr. Hermann Isekes

Ber├╝hmte Pers├Ânlichkeiten

geboren in Holungen:

  • Dr. Hermann Iseke (* 1856 , ÔÇá 1907 ) Dichter des "Eichsfelder Sang" und anderer Werke
  • Anton Thraen (* 1843 , ÔÇá 1903 ) Namensgeber der Asteroiden "Eichsfeldia" und "Photographia"

wohnhaft in Holungen:

  • Gerhard J├╝ttemann ( PDS ), Mitglied des 13. Deutschen Bundestages

Vereine

Gr├Â├čere Vereine in Holungen sind der M├Ąnnergesangsverein Einigkeit, der Kirchenchor Sankt C├Ącilia, der Heimatverein Dr. Hermann Iseke Holungen, der Thomas-M├╝ntzer-Kaliverein Bischofferode e.V., der Sportverein Blau-Wei├č Holungen und eine Jugendgruppe der Malteser Jugend Di├Âzese Erfurt. Einige Traditionen reichen bis ins 19. Jahrhundert zur├╝ck.

Erfolge konnte der Sportverein im Faustball verbuchen. Hier wurde man mit einer M├Ądchenmannschaft 2 mal DDR - Meister . In dieser Sportart gibt es aber keine Aktivit├Ąten mehr. Im Fu├čballbereich spielt die M├Ąnnermannschft in der 2. Kreisklasse. Auch hier kann im Jugendbereich auf einige Titel (Kreismeister, Kreispokalsieger, Hallenkreismeister) zur├╝ck geblickt werden. Aufgrund geburtenschwacher Jahrg├Ąnge geht man im Moment aber Spielgemeinschaften mit anderen D├Ârfern (JSG Bodetal) ein.

1864 wurde in Holungen der Sch├╝tzenverein gegr├╝ndet. Eine Neugr├╝ndung nach den Weltkriegen blieb aber aus. Trotzdem besitzt Holungen noch eine Sch├╝tzenstra├če. ├ähnliches gilt f├╝r die regional bekannte Laienspielgruppe, die zwar nach der Wiedervereinigung noch ein paar Auff├╝hrungen hatte, anschlie├čend aber nicht mehr auftrat.

Weblinks

Wikipedia

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