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Letzte Änderung für Artikel Friedenskirche (Potsdam): 07.02.2006 07:51

Friedenskirche (Potsdam)

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Die Friedenskirche
Die Friedenskirche

Die Friedenskirche im Schlosspark Sanssouci in Potsdam liegt im so genannten Marlygarten, gleich am Gr√ľnen Gitter. Auf Wunsch und unter naher Beteiligung des k√ľnstlerisch begabten preu√üischen K√∂nigs Friedrich Wilhelm IV. wurde die Kirche nach Pl√§nen des Hofarchitekten Ludwig Persius gebaut. Nach dessen Tod 1845 wurde der Architekt Friedrich August St√ľler mit der Weiterf√ľhrung beauftragt. Die Bauleitung erhielten Ferdinand von Arnim und Ludwig Ferdinand Hesse . Nach der Grundsteinlegung am 14. April 1845 fand die Weihe des sakralen Geb√§udes am 24. September 1848 statt. Die Bauzeit an den Nebenanlagen dauerte bis 1854 . Der ganze Komplex ist oberitalienischen Klosterbauten nachempfunden.

Inhaltsverzeichnis

Die Friedenskirche

Die Kirche ist eine dreischiffige S√§ulenbasilika ohne Querhaus, mit einem freistehenden Campanile (Glockenturm). Das 13,50 Meter hohe Hauptschiff √ľberragt die halb so breiten Seitenschiffe. Rundbogenarkaden zeigen den √úbergang an. Als Vorlage f√ľr die Potsdamer Kirche diente ein fr√ľhchristlich idealisierter Kupferstich der Kirche San Clemente in Rom.

Der religi√∂se Friedrich Wilhelm IV. w√ľnschte eine flache Kassettendecke im Innern. In den Feldern goldene Sterne auf blauem Grund. Dem K√∂nig schienen die fr√ľhen christlichen Sakralbauten , die aus Markt- und Gerichtshallen entstanden sind, als besonders geeignet.

Ein original venezianisches Mosaik aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts schm√ľckt die Apsis der Kirche. Es befand sich urspr√ľnglich in einer zum Abbruch bestimmten Kirche in San Cipriano (Weihe 1108 ) auf Murano bei Venedig. Friedrich Wilhelm lie√ü es noch in seiner Kronprinzenzeit f√ľr 385 Taler ersteigern und auf dem Wasserweg nach Potsdam bringen.

Die Darstellung zeigt den thronenden Christus mit dem Buch des Lebens, die rechte Hand zum Segen erhoben. Zu beiden Seiten Maria und Johannes der T√§ufer. An den Au√üenseiten, der Apostel Petrus und der Namenspatron von Santa Cipriana, der 258 enthauptete M√§rtyrer Cyprianus im Bischofsornat . Als Sinnbild des Heiligen Geistes, schm√ľckt die Taube den Scheitel der Halbkugel. √úber den K√∂pfen der Erzengel Raphael und Michael erscheint das Lamm als Christussymbol. Am Halbrund der Apsis lautet die lateinische Inschrift in Luthers √úbersetzung: "Herr, ich habe lieb die St√§tte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt."

Das Altarziborium (Altarbaldachin) auf vier dunkelgr√ľnen S√§ulen aus sibirischem Jaspis (Halbedelstein), ist ein Geschenk des russischen Zaren Nikolaus I. , einem Schwager des K√∂nigs. Es wurde 1842 in der Friedenskirche aufgestellt.

In Verlängerung des rechten Seitenschiffes liegt die ehemalige Taufkapelle. Der sechsseitige Taufstein wurde 1965 in den Kirchenraum versetzt.

Als Pendant zur Taufkapelle, ist die Sakristei im linken Seitenschiff. Nach dem Tod Friedrich Wilhelms IV. diente sie vor√ľbergehend als Mausoleum , auch f√ľr sp√§ter verstorbene Mitglieder des Hauses Hohenzollern. Die S√∂hne des Kaisers Friedrich III. und seiner Gemahlin Victoria , die Prinzen Sigismund und Waldemar, wurden hier bis 1892 aufgebahrt. 1920 fand der j√ľngste Sohn des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., Prinz Joachim ( 1890 - 1920 ) in der Sakristei eine Ruhest√§tte. Nach 1931 wurde er in den Antikentempel √ľberf√ľhrt.

Unter zwei Marmortafeln, die vor den Stufen zum Altarraum in den Boden eingelassen wurden, befindet sich die k√∂nigliche Gruft. Friedrich Wilhelm IV. starb nach mehreren Schlaganf√§llen am 2. Januar 1861 . Nach der Einweihung der Gruft im Oktober 1864 wurde sein Sarkophag dort aufgestellt. Das Herz des K√∂nigs ruht jedoch im Mausoleum des Schlosses Charlottenburg, Berlin. In den Boden eingelassen, zu F√ľ√üen seiner Eltern, des K√∂nigs Friedrich Wilhelm III. und der K√∂nigin Luise.

1873 folgte ihm seine Gemahlin Elisabeth Ludovika . Beide Sarkophage aus englischem Zinn tragen die gleichen Inschriften wie die Marmorplatten im Kirchenfu√üboden: "Hier ruhet in Gott, seinem Heilande, in Hoffnung einer seeligen Auferstehung und eines gn√§digen Gerichts, allein begr√ľndet auf das Verdienst Jesu Christi unseres Allerheiligsten Erl√∂sers und Einigen Lebens."

Im Jahr der Grufteinweihung war auch die von Friedrich Wilhelm IV. erw√ľnschte Fu√übodengestaltung im Kirchenraum fertig gestellt. Ein ineinander verschlungenes Endlosband als Symbol f√ľr die Ewigkeit.

Der freistehende, 42 Meter hohe Campanile (Glockenturm), auf der S√ľdseite, ist dem Campanile von Santa Maria di Cosmedin in Rom nachempfunden. Eine √Ądikula (s√§ulengetragener Baldachin) auf der Ostseite zeigt ein Fresko "Jesus in Gethsemane" (von Eduard Steinbr√ľck ). Der Turm hat sieben offene Obergeschosse. Die vier Glocken, mit Namen Gratia, Clementia, Pax und Gloria, erklingen vom dritten Turmgeschoss oberhalb des Uhrwerks. 1917 und 1945 wurden sie, bis auf die Kleinste, zum Einschmelzen f√ľr die R√ľstungsproduktion vom Turm genommen, konnten aber ihrem b√∂sen Schicksal entgehen.

Eine offene Vorhalle (Narthex) entlang der im Westen liegenden Portalseite , √∂ffnet sich zu einem Innenhof (Atrium). Die √ľberlebensgro√üe Christusstatue auf dem Brunnen ist eine Kopie des marmornen Originals, 1821 von Bertel Thorvaldsen geschaffen, in der Kopenhagener Frauenkirche. Die altgriechische Umschrift auf dem Brunnenrand besagt: "Reinige dich von S√ľnden und nicht nur dein Antlitz." Ein Arkadengang umschlie√üt den Innenhof.

Kaiser-Friedrich-Mausoleum

Kaiser-Friedrich-Mausoleum um 1900
Kaiser-Friedrich-Mausoleum um 1900

Auf der Nordseite wurde 1888 /90 das Kaiser-Friedrich-Mausoleum hinzugef√ľgt. Die Pl√§ne erstellte Julius Carl Raschdorff , nach dessen Entw√ľrfen 1893 - 1905 auch der Berliner Dom, im Stil einer barock beeinflussten italienischen Hochrenaissance entstand. Als Vorbild f√ľr das Mausoleum diente die Heilig-Grab-Kapelle in Innichen / S√ľdtirol aus dem 17. Jahrhundert . Bei deren Bau orientierte man sich wiederum an der Kapelle auf dem Jerusalemer Kalvarienberg

Das Mausoleum ist ein Kuppelbau mit ovalem Grundriss und angef√ľgtem rechteckigem Altarraum. Im Innern wird eine umlaufende Galerie und die Dachkuppel durch zwei √ľbereinander liegende, im Rund laufende schwarze S√§ulen getragen. Ein goldgl√§nzendes Mosaik im Innern der Dachw√∂lbung stellt im Wechsel Engel und Palmen dar.

In der Mitte der Rotunde stehen die Marmor sarkophage des Kaisers Friedrich III. und seiner Gemahlin Viktoria , geb. Prinzessin von Gro√übritannien und Irland . Die Liegeskulpturen schuf Reinhold Begas ( 1831 - 1911 ). Der selbe K√ľnstler fertigte auch die an den Seitenw√§nden des Altarraums stehenden Sarkophage der fr√ľh verstorbenen S√∂hne des Kaiserpaars, Prinz Sigismund ( 1864 - 1866 ) und Prinz Waldemar ( 1868 - 1879 ), die 1892 aus der Friedenskirche in das Mausoleum √ľberf√ľhrt wurden.

Seit 1991 steht an den Stufen zum Altar der schlichte Sarkophag des Soldatenk√∂nigs Friedrich Wilhelm I.. Urspr√ľnglich, wie sein Sohn Friedrich der Gro√üe, in der zerst√∂rten Potsdamer Garnisonkirche beigesetzt, wurden die Sarkophage kurz vor Kriegsende 1945 fortgeschafft. Sie standen bis 1953 in der Elisabethkirche in Marburg (Hessen) und bis 1991 auf der Burg Hohenzollern bei Hechingen (Baden-W√ľrttemberg). Der originale Sarkophag aus schwarzem Marmor wurde 1945 zerst√∂rt, zu sehen ist eine Kopie aus Kupfer.

Heilsbronner Portal

Eine Marmorgruppe, im s√ľdlichen Teil des Arkadengangs, ist das letzte Werk des Bildhauers Christian Daniel Rauch ( 1777 - 1857 ). Es zeigt "Moses im Gebet, gest√ľtzt von den Hohepriestern Aaron und Hur".

Parallel zum s√ľdlichen Arkadengang verl√§uft der Kreuzgang mit dem Heilsbronner Portal, ein Zugang zum Marlygarten. Es ist die Nachbildung eines romanischen Stufenportals am ehemaligen Refektorium (Speisesaal) im Kloster Heilsbronn in Mittelfranken. Dort fiel es dem Architekten Ludwig Ferdinand Hesse bei einer Studienreise 1828 auf und er beauftragte den Berliner Tonfabrikanten Tobias Feilner , den Torbogen im r√∂tlichen Terrakotta nachzubilden. Friedrich Wilhelm IV. lehnte den Vorschlag Hesses ausdr√ľcklich ab, diese Kopie in das Ensemble einzubeziehen. Doch Hesse lie√ü das Portal trotzdem zwei Jahre nach dem Tod des K√∂nigs aufstellen. Das Original aus dem Kloster Heilsbronn kam 1884 in das Germanische Nationalmuseum, N√ľrnberg. Dort wurde es am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 fast vollst√§ndig zerst√∂rt.

Anschließende Gebäude und Tore

Nach S√ľden, in Verl√§ngerung zum Campanile, erstreckt sich das Kavalierhaus, ein ehemaliges G√§stehaus. Daran schlie√üt sich das Pf√∂rtnerhaus mit seinem gedrungenen Turm und im rechten Winkel das Pfarr- und Schulhaus an.

Friedrich Wilhelm IV. lie√ü f√ľr die Kirchengemeinde zwei Parkeing√§nge anlegen. Hier, in der N√§he des Gr√ľnen Gitters, wurde eine niedrig gehaltene Nebenpforte errichtet. Durch sie gelangt der Besucher in "ehrfurchtsvoll geb√ľckter Haltung" auf das Gel√§nde der Friedenskirche.

Ein zweiter Zugang, der heute nicht mehr benutzt wird, liegt am östlichen Rand des Parks, in der Nähe des Obeliskportals. Das Dreikönigstor wurde 1851 von Ludwig Ferdinand Hesse im klassizistischen Stil entworfen und zeigt Plastiken der Könige David , Salomo und Karl der Große.

Das Parkgelände

Friedrich Wilhelm IV. wollte mit der √∂stlichen Randlage des Gel√§ndes unter anderem eine Verbindung zwischen Park und Stadt herstellen. Im Marlygarten, dem K√ľchengarten des Soldatenk√∂nigs Friedrich Wilhelm I., wurde ein Ort der Stille geschaffen. Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenn√© bettete das Geb√§udeensemble in ein reizvolles Parkgel√§nde mit zwei Ansichten.

Der Friedensgarten, zur Stadtseite im Osten, ist durch kleine Baumgruppen und Str√§ucher eher verhalten √ľbersichtlich bepflanzt. In diesem Bereich wurde der Friedensteich angelegt. Das Wasser umspielt das Kirchengeb√§ude auf der n√∂rdlichen und √∂stlichen Seite. Der nur drei Hektar gro√üe Marlygarten schlie√üt sich im Westen dem Kirchengel√§nde an. Die dichte Bepflanzung durch Baum- und Strauchgruppen, Laubeng√§nge, Blumenbeete und Plastiken gibt ein Bild des Romantisch-Verspielten wieder.

Literatur

  • PEDA-Kunstf√ľhrer: Die Friedenskirche zu Potsdam-Sanssouci. Kunstverlag PEDA, Passau ISBN 3-930102-62-5 (Herausgeber: Evangelische Friedens-Kirchengemeinde, Potsdam, Am Gr√ľnen Gitter)

Weblinks


Koordinaten: 52¬į24‚Ä≤3‚Ä≥ N 13¬į2‚Ä≤36‚Ä≥ O

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