fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Antikentempel: 13.12.2005 23:51

Antikentempel

Wechseln zu: Navigation, Suche
Antikentempel im Park Sanssouci
Antikentempel im Park Sanssouci

Der Antikentempel ist ein kleiner Rundtempel im westlichen Teil des Parks Sanssouci in Potsdam. Friedrich der Große ließ das GebĂ€ude zur Aufbewahrung seiner Sammlung antiker KunstgegenstĂ€nde, MĂŒnzen und Gemmen errichten. In der NĂ€he des Neuen Palais, nördlich der Hauptallee, schuf Carl von Gontard 1768 /69 das GebĂ€ude als Pendant zu dem in einer Achse sĂŒdlich der Allee gelegenen Freundschaftstempel. Ab 1921 wurde der Antikentempel als Mausoleum fĂŒr Mitglieder des Hauses Hohenzollern genutzt und ist fĂŒr die Öffentlichkeit nicht zugĂ€nglich.

Inhaltsverzeichnis

Die Nutzung unter Friedrich dem Großen

Der Antikentempel war, wie die Bildergalerie im Park von Sanssouci, von Anfang an als Museumsbau konzipiert und konnte zur Zeit Friedrichs des Großen, nach Anmeldung bei dem Kastellan des Neuen Palais, besichtigt werden. Neben dutzenden GegenstĂ€nden antiker Kleinkunst, wie Marmorurnen, Bronzefiguren, Werkzeugen, Gewichten und Keramiken, fanden zehn lebensgroße Marmorstatuen auf marmornen Sockeln Aufstellung, die sogenannte Familie des Lykomedes. Sie erwarb Friedrich der Große aus der Kunstsammlung des französischen Kardinals Melchior de Polignac . Auf fĂŒnfzig vergoldeten Konsolen waren BĂŒsten aus Marmor, Basalt und Bronze platziert, von denen einunddreißig ebenfalls aus der Sammlung Polignacs stammten. Alle anderen von der antikenbegeisterten Lieblingsschwester Friedrichs, Wilhelmine von Bayreuth. In einem quadratischen Anbau, der nur durch eine TĂŒröffnung vom runden Hauptraum betreten werden konnte, war das MĂŒnzkabinett untergebracht. Vier ZedernholzschrĂ€nke waren gefĂŒllt mit ĂŒber 9200 Gold-, Silber- und BronzemĂŒnzen, circa 4370 Gemmen und Kameen , 48 Marmor-, Terrakotta- und Bronzereliefteilen, sowie BĂŒchern aus der archĂ€ologischen Bibliothek Friedrichs des Großen.

Neue Nutzung unter Friedrich Wilhelm III.

Friedrich Wilhelm III., der ab 1797 regierende König auf dem preußischen Thron, verfĂŒgte in einer Kabinettorder vom 1. September 1798 : "...zur Beförderung des Studiums der AlterthĂŒmer und der Kunst...die Sammlung der Medaillen und Antiken im Antiken-Tempel zu Potsdam mit den Ă€hnlichen Sammlungen in Berlin zu vereinigen und der Akademie der Wissenschaften anzuvertrauen,..." Die MĂŒnzen- und Gemmensammlung kam in das Antikenkabinett des Berliner Stadtschlosses. 1828 folgten die Skulpturen und BĂŒsten, die nach einer Restaurierung in der Werkstatt des Bildhauers Christian Daniel Rauch , in dem 1824 - 1828 nach PlĂ€nen des Architekten Karl Friedrich Schinkel erbauten und 1830 eröffneten Berliner Museums am Lustgarten ihren Platz fanden.

In dem leer gewordenen Antikentempel ließ Friedrich Wilhelm III. im Juni 1828 die zweite Fassung eines von Christian Daniel Rauch entworfenen Sarkophags aufstellen, dessen berĂŒhmtes Original im Mausoleum des Schlossparks Charlottenburg in Berlin steht, dass fĂŒr die am 19. Juli 1810 verstorbene Königin Luise von Rauch 1815 angefertigt wurde. Bis 1904 verblieb die Zweitfassung des Sarkophags im Antikentempel und gelangte im Herbst des Jahres in das 1877 fĂŒr die Allgemeinheit eröffnete Hohenzollernmuseum des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Schlosses Monbijou in Berlin.

Geplante NutzungsÀnderung unter Wilhelm II.

Antikentempel um 1900 mit dem Bildnis der Kaiserin Auguste Viktoria
Antikentempel um 1900 mit dem Bildnis der Kaiserin Auguste Viktoria

In der Regierungszeit Wilhelms II., des letzten deutschen Kaisers, wurden PlĂ€ne fĂŒr die Nutzung des Antikentempels als Hofkapelle erstellt. Der Architekt Ernst Eberhard von Ihne fertigte mehrere Entwurfszeichnungen an. Die ersten von 1904/05 sahen eine Umgestaltung im Stil der italienischen Hochrenaissance vor. Acht Jahre spĂ€ter, 1913, entstanden Zeichnungen mit einer Innenraumgestaltung im Stil des Klassizismus . Durch andere Bauvorhaben und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs , wurde das Projekt jedoch nicht realisiert. Auch ein Auftrag von 1918 , das GebĂ€ude zu einer GrabstĂ€tte fĂŒr die kaiserlichen Herrschaften herzurichten, kam nicht zur AusfĂŒhrung. Dennoch wurde Kaiserin Auguste Viktoria , ihrem Wunsch entsprechend, am 19. April 1921 im Antikentempel beigesetzt, der bis in die 1940er Jahre fĂŒr weitere Mitglieder des Hauses Hohenzollern zur letzten RuhestĂ€tte wurde.

Nutzung als Mausoleum

FĂŒnf Mitglieder des Hauses Hohenzollern fanden im Antikentempel ihre letzte Ruhe:

  • Kaiserin Auguste Viktoria zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (* 22. Oktober 1858 ; † 11. April 1921 )
Die erste Gemahlin Kaiser Wilhelms II. starb nach schwerer Krankheit in ihrem Exil in Haus Doorn, nahe Utrecht in Holland . Das Schloss war ab 1920 Wohnsitz des abgedankten deutschen Kaisers.
Der jĂŒngste Sohn des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., starb einen Tag nach seinem Selbstmordversuch mit einem Armeerevolver im St. Josef-Krankenhaus, Potsdam. Der Sarkophag des Prinzen stand zunĂ€chst in der Sakristei der Potsdamer Friedenskirche und wurde nach 1931 in den Antikentempel ĂŒberfĂŒhrt.
  • Wilhelm von Preußen (* 4. Juli 1906 ; † 26. Mai 1940 )
Prinz Wilhelm war der Àlteste Sohn des Kronprinzen Wilhelm und seiner Gemahlin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin , somit Enkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Der Prinz nahm im Zweiten Weltkrieg am Frankreichfeldzug teil. Nach schwerer Verwundung bei den KÀmpfen um Valenciennes verstarb er in einem Feldlazarett in Nivelles.
Der zweitÀlteste Sohn Kaiser Wilhelms II. starb in seiner Potsdamer Villa Ingenheim.
  • Hermine von Reuß Ă€. L., verw. von Schönaich-Carolath, Prinzessin von Preußen (* 17. Dezember 1887 ; † 7. August 1947 )
Die zweite Gemahlin Wilhelms II. starb plötzlich an Herzversagen in einer kleinen Wohnung in Frankfurt an der Oder , wo sie von der russischen Besatzungsmacht unter strenger Bewachung stand.

Architektur

Äußere Gestaltung

Der schmucklose Bau ist ein geschlossener Rundtempel, der von zehn toskanischen SĂ€ulen umgeben ist ( Tholos ). Der Innendurchmesser des Rundbaus ( Rotunde ) betrĂ€gt cica 16 Meter. Der quadratische Anbau ( Annex ), an der RĂŒckseite des GebĂ€udes, misst 9,40 x 9,40 Meter. Er ist mit drei Fenstern versehen. Das gewölbte Dach wird von einer Laterne bekrönt, von deren vier querovalen Fensteröffnungen Licht in den Zentralraum fĂ€llt. Durch den einzigen Zugang, eine rundbogige, vier Meter hohe EingangstĂŒr, der eine Freitreppe vorliegt, kann das GebĂ€ude betreten werden. Ein rechteckiger Giebelaufsatz ĂŒber dem Gesims , betont die Vorderseite des Rundbaus.

Innenraumgestaltung

Die WandflĂ€che der Rotunde wurde mit grauem schlesischen Marmor verkleidet. Auf einer heute noch vorhandenen, umlaufenden Konsolbank aus Holz, standen grĂ¶ĂŸere Skulpturen und GefĂ€ĂŸe. DarĂŒber in drei Etagen, auf fĂŒnfzig Konsolen, die antiken BĂŒsten. Ein marmornes Supraportenrelief Kaiser Trajan zu Pferde, in einer vergoldeten Rahmung, schmĂŒckt ebenfalls heute noch den Wandbereich ĂŒber der EingangstĂŒr. Eine verblasste Bemahlung im Innern der Laterne zeigt Genien in Wolken, die eine Blumengirlande halten. Die WandflĂ€chen des Anbaus, der durch eine rundbogige TĂŒr von der Rotunde aus erreicht wird, sind mit Holz vertĂ€felt ( Boiserie ).

Literatur

  • Generaldirektion der Stiftung Schlösser und GĂ€rten Potsdam-Sanssouci (Hrsg.): Potsdamer Schlösser und GĂ€rten. Bau- und Gartenkunst vom 17. bis 20. Jahrhundert. UNZE VG mbH, Potsdam 1993 ISBN 3-910196-14-4

Weblinks


Koordinaten: 52°24â€Č8″ N 13°1â€Č7″ O

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
Mercure 14467 Potsdam http://www.mercure.com Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 30331 / 2722
Bayrisches Haus mit GĂ€stehĂ€usern 14471 Potsdam http://www.bayrisches-haus.de/  03 31 / 55 05 - 0
Landhaus Geliti 14542 Geltow http://www.geliti.de/ Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 303327 / 597- 0
Mohr 14476 Töplitz http://www.hotel-mohr.de/  033202 / 629-0
art'otel Potsdam Design Hotel 14471 Potsdam http://www.artotel.de  0311 / 98 150
Schloß Petzow 14542 Werder (Havel) http://www.resort-schwielowsee.de/sitepreview.php  0 33 27 / 56 96 0
Zur Alten Rennbahn 14482 Potsdam http://www.zimmer-in-potsdam.de/fewo1-31.htm  0331 / 7308090
Best Western Parkhotel 14471 Potsdam http://www.parkhotel-potsdam.bestwestern.de/ Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 30331 / 98120
Astron Hotel Voltaire 14467 Potsdam http://212.227.154.236/astron_new/inside_new.php3?HOTEL=762447  0331 / 2317-0
Am Griebnitzsee 14482 Potsdam http://www.seminaris.de  0331 / 70 91-0
Apart Pension Babelsberg 14482 Potsdam http://www.apart.potsdam.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 40331 / 74 75 70
Seminaris Seehotel 14471 Potsdam http://www.seminaris.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 40311 / 9090- 0
Am JĂ€gertor Travel Charme Hotel 14467 Potsdam http://www.tc-hotels.net Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 3030 / 42 43 96 - 0
Lili Marleen Filmhotel 14482 Potsdam http://www.filmhotel.potsdam.de/  0331 / 74 32 00
Dorint Hotel Sanssouci 14469 Potsdam http://www.dorint.com/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 40331 / 2740
Am Luisenplatz 14471 Potsdam http://www.hotel-luisenplatz.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 40331 / 97190-0
Steigenberger Maxx Hotel Sanssouci 14471 Potsdam  Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 40331 / 90 91 0
Ascot Bristol City Line & Country Line Hotels 14480 Potsdam http://www.ascot-bristol.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 40331 / 6691-0

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Antikentempel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Antikentempel verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de