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Letzte Änderung für Artikel Sanssouci: 18.02.2006 22:42

Sanssouci

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Schloss Sanssouci
Schloss Sanssouci

Schloss Sanssouci ( frz. sans souci = ohne Sorge) liegt im östlichen Teil des gleichnamigen Parks und ist eines der bekanntesten Hohenzollernschlösser der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Nach eigenen Skizzen ließ der preußische König Friedrich der Große in den Jahren 1745 – 1747 ein kleines Sommerschloss im Stil des Rokoko errichten. Mit der Planung beauftragte er den Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff .

Unter Friedrich Wilhelm IV. wurde Schloss Sanssouci 1840 – 1842 durch Umbau und VerlĂ€ngerung der zwei SeitenflĂŒgel erweitert. Ludwig Persius erstellte die Entwurfszeichnungen. Mit der örtlichen Bauaufsicht wurde Ferdinand von Arnim beauftragt.

Seit 1990 steht Sanssouci mit seinen Schlössern und dem weitlĂ€ufigen Park als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO . Die Organisation begrĂŒndet dies so: Schloss und Park von Sanssouci, oft als „preußisches Versailles “ bezeichnet, sind eine Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts in den StĂ€dten und Höfen Europas. Das Ensemble ist ein herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen und Landschaftsgestaltungen vor dem geistigen Hintergrund der monarchistischen Staatsidee.

Inhaltsverzeichnis

Anlage der Weinbergterrassen

Schloss Sanssouci und die Weinbergterrassen um 1900
Schloss Sanssouci und die Weinbergterrassen um 1900
Schloss Sanssouci und die Weinbergterrassen 2004
Schloss Sanssouci und die Weinbergterrassen 2004
Allée der FruchtbÀume in dem Lust-Garten zu Sans Soucy
Allée der FruchtbÀume in dem Lust-Garten zu Sans Soucy

Die berĂŒhmte Gartenansicht von Sanssouci entstand nach der Entscheidung Friedrichs des Großen, am SĂŒdhang des Bornstedter Höhenzugs einen terrassierten Weinberg anzulegen. Vormals standen auf der Anhöhe Eichen. Zu Zeiten des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. wurden die BĂ€ume gefĂ€llt und beim Ausbau der Stadt Potsdam fĂŒr die Befestigung des sumpfigen Bodens verwandt. Am 10. August 1744 gab Friedrich der Große Order den „WĂŒsten Berg“ durch die Anlage von Weinterrassen zu kultivieren.

Der Hang wurde in sechs breite Terrassen gegliedert, mit zur Mitte hin nach innen schwingenden Mauern, um eine grĂ¶ĂŸtmögliche Ausnutzung der Sonnenstrahlung zu erreichen. An den WĂ€nden der StĂŒtzmauern wechselt Mauerwerk, an dem an Spalieren Weinstöcke aus Portugal , Italien , Frankreich , aber auch aus Ruppin empor rankten, mit 168 verglasten Nischen, in denen Feigen wuchsen. Nach vorn waren die einzelnen Terrassenpartien durch Rasenstreifen, bepflanzt mit Taxus formbĂ€umen und einer Hecke aus Spalierobst, abgegrenzt. In der Mittelachse fĂŒhrten 120 (heute 132) Stufen den Hang hinab, entsprechend den Terrassen sechsmal unterteilt, und zu beiden Seiten des Hanges je eine Auffahrtrampe.

Unterhalb der Anhöhe, im Parterre , wurde 1745 ein barocker Ziergarten angelegt, dessen Mitte seit 1748 ein Brunnenbecken mit der Großen FontĂ€ne einnimmt, die Friedrich aber nie sprudeln sah, weil die von ihm beauftragten „Fontainiers“ die Technik nur mangelhaft beherrschten. Ab 1750 umsĂ€umten Marmorstatuen das Bassin, die Götterfiguren Venus , Merkur , Apollon , Diana , Juno , Jupiter , Mars und Minerva sowie allegorische Darstellungen der vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Venus und Merkur, Arbeiten des Bildhauers Jean Baptiste Pigalle, und zwei Jagdgruppen, Allegorien der Elemente Luft und Wasser von Lambert Sigisbert Adam, waren Geschenke des französischen Königs Ludwig XV. . Die ĂŒbrigen Figuren stammen aus der Werkstatt von Francois Gaspard Adam, dem Chef des von Friedrich dem Großen in Berlin gegrĂŒndeten französischen Bildhauerateliers. Die VervollstĂ€ndigung des sogenannten Französischen Rondells dauerte bis 1764 .

In der NĂ€he befand sich ein KĂŒchengarten, den Friedrich Wilhelm I. schon 1715 anlegen ließ. Den einfachen Nutzgarten nannte der Soldatenkönig spöttisch „mein Marly“, in Anlehnung an die aufwĂ€ndige Gartenanlage Marly-le-Roi des französischen Königs Ludwig XIV. , des Sonnenkönigs.

Auf die Verbindung von Zier- und Nutzgarten legte Friedrich II. bei der gesamten Anlage des Parks großen Wert. Ausschlaggebend dafĂŒr war neben seiner Vorliebe fĂŒr frisches Obst seine Auffassung, dass Kunst und Natur eine Einheit bilden sollten.

Schloss Sanssouci

Die Harmonie zwischen Mensch und Umwelt spiegelt sich auch in der Lage und Gestaltung des Schlosses Sanssouci auf der Höhe eines Weinbergs wider. Der seit dem 13. Jahrhundert in der Mark Brandenburg durchaus ĂŒbliche Weinanbau nahm in dieser Gegend nie eine zentrale Stellung in der kĂŒnstlerischen Gestaltung der fĂŒrstlichen LustgĂ€rten ein. In Sanssouci sollte er durch die Anlage der Weinbergterrassen zum Mittelpunkt des Parks werden, bekrönt durch ein kleines Schloss, „mein WeinberghĂ€uschen“, wie es Friedrich der Große nannte.

Mit einem weiten Blick in die Landschaft inmitten der Natur wollte der preußische König sans souci (ohne Sorge) in den Sommermonaten leben und seinen persönlichen Neigungen und kĂŒnstlerischen Interessen, aber auch den StaatsgeschĂ€ften nachgehen. Eine BockwindmĂŒhle, die bereits seit 1736 auf der Anhöhe stand, unterstrich die lĂ€ndliche Idylle des Ortes. Friedrich war der Meinung, dass „...die MĂŒhle dem Schloss eine Zierde sey.“

Sanssouci zur Zeit Friedrichs des Großen

Friedrich II. (der Große)
Friedrich II. (der Große)
Abschied der GenerĂ€le am Totenbett Friedrichs d. Gr. im Schloß Sanssouci am 17. August 1786 (Lithografie von Georg Schöbel)
Abschied der GenerĂ€le am Totenbett Friedrichs d. Gr. im Schloß Sanssouci am 17. August 1786 (Lithografie von Georg Schöbel)

Am 13. Januar 1745 verfĂŒgte Friedrich der Große in einer Kabinettorder den Bau eines „Lust-Hauses zu Potsdam“. Nach dessen Skizzen fertigte der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff Entwurfszeichnungen an. Den VorschlĂ€gen Knobelsdorffs, das GebĂ€ude durch ein Sockelgeschoss zu erhöhen, zu unterkellern und bis nahe an den Rand der obersten Terrasse zu stellen, um dem GebĂ€ude vom Parterre aus gesehen eine bessere Wirkung zu verleihen, widersprach Friedrich. Er wĂŒnschte kein reprĂ€sentatives GebĂ€ude, sondern ein intimes Wohnschloss im Stil des Rokoko, das nur seinen privaten BedĂŒrfnissen entsprach. Einen ebenerdigen Bau, dessen Sockel der Berg war, ein „maison de plaisance“, ohne eine Vielzahl von Stufen, um vom Innenraum direkt auf eine breite Terrasse und von dort in den Garten zu gelangen. Eine enge Verbindung zwischen Wohnkultur und freier Natur - diese Entscheidung bedeutete aber auch, dass sich das Schloß schlecht heizen liess und stĂ€ndig fußkalt war, da ein Kellergeschoß sich isolierend ausgewirkt hĂ€tte.

Bei allen im Auftrag Friedrichs des Großen geschaffenen Bauwerken in Potsdam und Berlin griff dieser administrativ und kĂŒnstlerisch in das Baugeschehen ein. Nach seinen Vorgaben wurden Entwurfszeichnungen angefertigt, vor jedem Baubeginn KostenvoranschlĂ€ge gemacht. Erst nach der Genehmigung durch den König durften die Arbeiten beginnen. Er mischte sich in alles ein und wollte stĂ€ndig in allen Einzelheiten unterrichtet werden, was oft zu Missstimmigkeiten zwischen den Architekten und dem König fĂŒhrte. Die autokratische Wesensart Friedrichs des Großen schrĂ€nkte somit auch die baukĂŒnstlerischen Vorstellungen Knobelsdorffs ein, der die eigenwilligen WĂŒnsche seines Auftraggebers architektonisch umzusetzen hatte.

Nach nur zwei Jahren Bauzeit fand am 1. Mai 1747 die Einweihung des Weinbergschlosses statt, obwohl noch nicht alle RĂ€ume fertiggestellt waren. Außer in Kriegszeiten lebte Friedrich dort in den Sommermonaten von Ende April bis Anfang Oktober. Das GebĂ€ude war nur fĂŒr den König und von ihm ausgewĂ€hlte GĂ€ste konzipiert. Von seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, mit der er seit 1733 verheiratet war, trennte er sich rĂ€umlich nach seiner Thronbesteigung 1740 . Ihr wies er das Schloss Schönhausen bei Berlin zu. Sanssouci war „sans femmes“ (ohne Frauen).

Im Rokoko kam es zu einer Trennung von privatem und öffentlichem Bereich. FĂŒr die reprĂ€sentativen Verpflichtungen war das von 1662 – 1669 unter dem Großen KurfĂŒrsten Friedrich Wilhelm errichtete und 1945 zerstörte Potsdamer Stadtschloss vorgesehen, dessen Umbau zur selben Zeit stattfand und von Friedrich in den Wintermonaten bewohnt wurde. Potsdam entwickelte sich zur eigentlichen Residenz, wĂ€hrend Berlin und das vom König kurzzeitig als Wohnsitz vorgesehene Schloss Charlottenburg, wo er den sogenannten „Neuen FlĂŒgel“ an der östlichen Seite anbauen ließ, an die zweite Stelle traten.

In Sanssouci komponierte, musizierte und philosophierte der preußische Monarch. Er regierte diszipliniert sein Land und lebte bescheiden ohne Prunk. Seine Bescheidenheit steigerte sich im Alter bis zum Geiz. Zu seinen Lebzeiten ließ Friedrich der Große an der Außenfassade keine und in den InnenrĂ€umen nur mit Widerwillen Reparaturen vornehmen. Er war der Auffassung: „Es soll nur bei meinem Leben dauern“.

Johann Wolfgang von Goethe, der am 20. Mai 1778 auf der Durchreise in Potsdam war, vermerkte nach der Besichtigung Sanssoucis in einem Brief: „Es sind mir tausend Lichter aufgegangen. Und dem Alten Fritz bin ich recht nah geworden, da hab ich sein Wesen gesehen, sein Gold, Silber, Marmor, Affen, Papageien und zerrissene VorhĂ€nge und hab ĂŒber den großen Menschen seine eigenen Lumpenhunde rĂ€sonieren hören.“

In Sanssouci hatte der König von Preußen gelebt, dort ist er gestorben, und neben seinem „WeinberghĂ€uschen“ wollte er bestattet werden.

Die Gruft Friedrichs des Großen

Die Gruft Friedrich II. (des Großen)
Die Gruft Friedrich II. (des Großen)

Der Alte Fritz, wie er im Volksmund genannt wurde, starb am 17. August 1786 im Sessel seines Arbeitszimmers im Schloss Sanssouci. Er wollte laut eigener VerfĂŒgung in einer Gruft neben seinen Lieblingshunden beigesetzt werden.

In der 46-jĂ€hrigen Regierungszeit beschĂ€ftigte sich Friedrich immer wieder mit dem Tod. Neben seinem Politischen Testament von 1752 verfasste er vor fast jeder Schlacht, vor jedem Krieg neue VerfĂŒgungen, in denen er bis ins kleinste Detail alles FamiliĂ€re und Finanzielle regelte. Ebenso oft wiederholte er die Anweisungen fĂŒr sein BegrĂ€bnis: „Ich habe als Philosoph gelebt und will als solcher begraben werden, ohne GeprĂ€nge, ohne feierlichen Pomp, ohne Prunk. Ich will weder geöffnet, noch einbalsamiert werden. Man bestatte mich in Sanssouci auf der Höhe der Terrassen in einer Gruft, die ich mir habe herrichten lassen... Sterbe ich in Kriegszeiten oder auf der Reise, soll man mich am ersten besten Ort beisetzen und im Winter nach Sanssouci bringen.“ ( 1769 ) Sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. befolgte die Anweisungen nicht und ließ den Leichnam in der 1945 zerstörten Potsdamer Garnisonkirche neben dessen Vater, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., beisetzen.

Die Kirchengruft sollte jedoch nicht die letzte RuhestĂ€tte der Preußenkönige werden. Fast 160 Jahre spĂ€ter, in den Wirren des Zweiten Weltkriegs , brachten Soldaten der Wehrmacht die SĂ€rge in Sicherheit, um sie vor möglicher Zerstörung zu schĂŒtzen. ZunĂ€chst kamen sie im MĂ€rz 1943 in einen unterirdischen Bunker in Potsdam-Eiche und im MĂ€rz 1945 in das Salzbergwerk Bernterode im Eichsfeld (ThĂŒringen), von wo sie nach Kriegsende von Soldaten der amerikanischen Armee nach Marburg (Hessen) gebracht wurden. Dort blieben die KönigssĂ€rge in der Marburger Elisabethkirche bis zur ÜberfĂŒhrung auf die Burg Hohenzollern bei Hechingen (Baden-WĂŒrttemberg) im August 1952 .

Grabplatte auf der Gruft Friedrich II. (des Großen)
Grabplatte auf der Gruft Friedrich II. (des Großen)

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands konnte die testamentarische VerfĂŒgung Friedrichs des Großen erfĂŒllt werden. "Im ĂŒbrigen will ich, was meine Person anbetrifft, in Sanssouci beigesetzt werden, ohne Prunk, ohne Pomp und bei Nacht..." (1757). Am 17. August 1991 , seinem 205. Todestag, wurde der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des Königs im Ehrenhof des Schlosses Sanssouci aufgebahrt, eskortiert von einer Ehrenwache der Bundeswehr . In der Nacht fand die Beisetzung in der von Friedrich dem Großen vorbestimmten Gruft auf der obersten Weinbergterrasse statt, die schon 1744 unter seiner Aufsicht angelegt wurde. «Quand je serai lĂ , je serai sans souci.» (Wenn ich da sein werde, werde ich ohne Sorge sein) Friedrich II., 1744.

Sein Vater, der Soldatenkönig, fand seine letzte Ruhe im Kaiser-Friedrich-Mausoleum an der Friedenskirche im Park Sanssouci.

Sanssouci nach Friedrich dem Großen

Nach dem Tod Friedrichs des Großen begann in Preußen eine völlig neue Epoche, die auch durch den Formenwandel in der Architektur sichtbar wurde. Der in Europa schon lĂ€ngst favorisierte Stil des Klassizismus , der zwischen 1770 und 1830 vorherrschte, wurde von Friedrich ignoriert. Mit dem Regierungsantritt seines Nachfolgers Friedrich Wilhelm II. hielt der klassizistische Baustil nun auch in Potsdam und Berlin Einzug. Der neue König ließ nach seinem Regierungsantritt das Marmorpalais im Neuen Garten erbauen und wohnte nur vorĂŒbergehend bis 1790 im Schloss Sanssouci. Noch im Todesjahr Friedrichs des Großen wurden die Möbel ausgewechselt und das stark verwohnte Arbeits- und Schlafzimmer renoviert und völlig verĂ€ndert.

Den Auftrag fĂŒr den Umbau bekam Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff . Zur selben Zeit, als Friedrich der Große 1763 – 1769 das Neue Palais in den Formen des Barock errichtete, schuf der Dessauer Architekt das Schloss Wörlitz im Wörlitzer Park, den frĂŒhesten klassizistischen Bau in Deutschland. Nach seinen PlĂ€nen entstand nun in Sanssouci der erste konsequent im Stil des Klassizismus gestaltete Innenraum der Potsdamer und Berliner Schlösser.

Der ab 1797 regierende Friedrich Wilhelm III. nutzte das Weinbergschloss nur fĂŒr gelegentliche Aufenthalte. Seine Familie verbrachte die Sommermonate im Schloss Paretz oder auf der Pfaueninsel.

Sanssouci zur Zeit Friedrich Wilhelms IV.

Friedrich Wilhelm IV.
Friedrich Wilhelm IV.

Fast einhundert Jahre nach dem Bau des Schlosses Sanssouci kam ein König auf den preußischen Thron, der vom Gottesgnadentum seiner Krone und dem absolutistischen Machtanspruch des Herrschers ĂŒberzeugt war, in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, der in den Tagen der MĂ€rzrevolution 1848 blutig sichtbar wurde. Friedrich Wilhelm IV., der Romantiker auf dem Thron, war von grĂ¶ĂŸter Bewunderung und Verehrung fĂŒr die Person und die Welt Friedrichs des Großen. Er empfand eine Gemeinsamkeit vielschichtiger Interessen, besonders auf dem Gebiet der Architektur und der kĂŒnstlerischen Mitgestaltung. In der politischen Neuorientierung Mitte des 19. Jahrhunderts , der er offensichtlich nicht gewachsen war, suchte Friedrich Wilhelm IV. durch die NĂ€he zu seinem „verehrungswĂŒrdigen“ Vorfahren eine Legitimation seines eigenen Machtanspruchs und der Rolle des Regenten. Es war die Flucht in eine Traumwelt, eine Flucht aus der RealitĂ€t.

Schon in der Kronprinzenzeit zeigte Friedrich Wilhelm großes Interesse an Schloss Sanssouci und der Parkanlage seines Urgroßonkels Friedrich. Der Ă€lteste Sohn Friedrich Wilhelms III. und Luises von Mecklenburg-Strelitz bat schon 1832 um die Erlaubnis, das Schloss seines Vorfahren nutzen zu dĂŒrfen, obwohl das fĂŒr ihn und seine Gemahlin Elisabeth Ludovika von Bayern erbaute Schloss Charlottenhof bezogen werden konnte, dessen Areal mit dem friderizianischen Park verbunden wurde.

Nach der Thronbesteigung 1840 , genau einhundert Jahre nach dem Regierungsantritt Friedrichs des Großen, bezog das Königspaar endgĂŒltig die GĂ€stezimmer in dem „göttlichen Sanssouci“, wie Friedrich Wilhelm es nannte. Das vorhandene Mobiliar wurde erhalten und fehlende StĂŒcke durch Möbel aus friderizianischer Zeit ersetzt. Das unter Friedrich Wilhelm II. umgestaltete Sterbezimmer Friedrichs des Großen sollte in seinen ursprĂŒnglichen Zustand versetzt werden. Eine Realisierung dieses Plans erfolgte jedoch nicht, weil authentische Unterlagen und EntwĂŒrfe fehlten. Lediglich der Sterbesessel gelangte 1843 an seinen alten Platz zurĂŒck.

Die SanierungsbedĂŒrftigkeit der SeitenflĂŒgel und die grĂ¶ĂŸere Hofhaltung, fĂŒr die es an RĂ€umlichkeiten fehlte, machten einen Um- und Anbau nötig. Friedrich Wilhelm IV. beauftragte Ludwig Persius mit der Ausarbeitung der PlĂ€ne. Die örtliche Bauleitung ĂŒbernahm Ferdinand von Arnim. Mit architektonischem FeingefĂŒhl wurden die Gestaltungselemente der an der Nordseite gelegenen Vorderfront ĂŒbernommen, die nach Knobelsdorffs Vorstellungen einen ernsteren reprĂ€sentativeren Charakter bekommen hatte als die heiter verspielte Gartenfront. Mit großer Stilsicherheit verband man das Neue mit dem Alten.

Bei der Innenraumgestaltung des westlichen SeitenflĂŒgels wurde der Stil des Rokokos wieder aufgenommen. Das zweite Rokoko war ab der Mitte der zwanziger Jahre eine Stilrichtung der vielschichtigen Kunst des 19. Jahrhunderts - fĂŒr Friedrich Wilhelm IV. in Verbindung mit Sanssouci jedoch nicht nur eine Modeerscheinung, sondern auch eine RĂŒckbesinnung auf die kĂŒnstlerischen Werte Friedrichs des Großen und deshalb in dieser Konsequenz nur in Sanssouci zu finden. Bei den zahlreichen anderen Bauten, die wĂ€hrend seiner Regierungszeit in Potsdam entstanden, bevorzugte er Stilformen der Antike, der Renaissance und des Klassizismus.

Nach schwerer Krankheit starb Friedrich Wilhelm IV. am 2. Januar 1861 in seinem „Traumschloss“ Sanssouci und wurde in der Gruft der von ihm 1845 – 1848 errichteten Friedenskirche im Park von Sanssouci beigesetzt. Die letzte Bewohnerin war seine Witwe Elisabeth Ludovika. ZurĂŒckgezogen lebte sie in den Sommermonaten noch dreizehn Jahre im Schloss. Im Februar 1861 schrieb sie an ihren Neffen Otto, den damaligen König von Griechenland: „Ich lebe still fort, an dem Ort, den er so liebte, den er immer verschönte, und wo er seine letzte Lebenszeit ununterbrochen zubrachte. ... die tausend wehmĂŒtigen Erinnerungen an die glĂŒcklichen Zeiten und besonders an seine letzten Leiden brachen mir das Herz. Dennoch bleibe ich. Es hilft nichts, den Schmerz zu fliehen, er kommt mit, und die Sehnsucht hĂ€tte mich doch wieder hierher getrieben ....“ Elisabeth Ludovika starb am 14. Dezember 1873 und wurde neben Friedrich Wilhelm IV. in der Friedenskirche beigesetzt.

Sanssouci vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit

Nach dem Tod der letzten königlichen Bewohnerin wurde Sanssouci Museum und gehört somit zu den Ă€ltesten Schlossmuseen in Deutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie verblieb das Weinbergschloss zunĂ€chst im Besitz der Hohenzollern und kam 1927 in die Obhut der am 1. April des selben Jahres gegrĂŒndeten preußischen „Verwaltung der Staatlichen Schlösser und GĂ€rten“.

Bei Einsetzen der Luftangriffe auf Berlin im Zweiten Weltkrieg wurden 1942 hochrangige KunstgegenstĂ€nde der Potsdamer und Berliner Schlösser aus GrĂŒnden der Sicherheit nach Rheinsberg (Brandenburg) und Bernterode im Eichsfeld (ThĂŒringen) ausgelagert. Das SchlossgebĂ€ude blieb bei den KĂ€mpfen um Potsdam im April 1945 von Zerstörungen verschont, obwohl auf der Nordseite, zwischen der Auffahrt zum Schloss und der Historischen MĂŒhle, Kampfhandlungen stattfanden, in deren Verlauf die GaleriewindmĂŒhle abbrannte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die meisten der nach Rheinsberg verlagerten InventarstĂŒcke als Beutegut in die damalige Sowjetunion und wurden 1958 nur zu einem geringen Teil zurĂŒckgegeben. Die von amerikanischen Soldaten gefundenen KunstgegenstĂ€nde aus Bernterode gelangten zunĂ€chst nach Wiesbaden in den "Central Art Collecting Point" (Zentrale Kunstsammelstelle) und 1957 in das Schloss Charlottenburg (Westberlin). Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kehrte die BĂŒchersammlung Friedrichs des Großen im September 1992 von Charlottenburg an ihren Platz in der Bibliothek des Schlosses Sanssouci zurĂŒck, und zwischen 1993 und 1995 folgten sechsunddreißig ÖlgemĂ€lde.

Das von vielen GĂ€sten aus dem In- und Ausland besuchte Sanssouci steht unter der Verwaltung der am 1. Januar 1995 gegrĂŒndeten Stiftung Preußische Schlösser und GĂ€rten Berlin-Brandenburg, eines Zusammenschlusses der durch die Teilung Deutschlands entstandenen Schlösserverwaltungen von Potsdam-Sanssouci und Westberlin.

Architektur

Das fĂŒr einen Regenten in seinen Ausmaßen bescheidene Schloss mit zwölf RĂ€umen, von denen Friedrich der Große nur fĂŒnf selbst bewohnte, entsprach der VerĂ€nderung in der höfischen Baukunst um die Mitte des 18. Jahrhunderts . Die barocken Residenzschlösser, die nach dem Vorbild von Versailles ab der Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet wurden, dienten den fĂŒrstlichen Bauherren vor allem zur ReprĂ€sentation ihrer politischen und wirtschaftlichen Macht. Die „Prachtbauten“ gingen in ihrer GrĂ¶ĂŸe oft weit ĂŒber den eigentlichen Nutzen als Wohnsitz und die Notwendigkeit einer standesgemĂ€ĂŸen Hofhaltung hinaus. Nach so viel Pracht und GrĂ¶ĂŸe sehnte man sich nach IntimitĂ€t und Bequemlichkeit. Der Wandel wurde jedoch nicht radikal vollzogen, sondern erfolgte allmĂ€hlich. Friedrich der Große, der Zeit seines Lebens an den Formen des Barock und Rokoko festhielt, ließ zwei Jahrzehnte nach der Erbauung von Sanssouci das Neue Palais im westlichen Teil des Parks errichten. Er wollte mit dem Bau des GĂ€steschlosses im barocken Stil architektonisch die Macht und StĂ€rke Preußens nach dem SiebenjĂ€hrigen Krieg zelebrieren. Es war seine „fanfaronnade“ (Prahlerei, Angeberei), wie er es nannte.

Äußere Gestaltung

Schloss Sanssouci ist nicht, wie in fĂŒrstlichen GĂ€rten ĂŒblich, der Mittelpunkt, sondern ein Teil der Weinberganlage, der krönende Abschluss. Der eingeschossige Hauptbau mit seinen nahtlos anschließenden SeitenflĂŒgeln nimmt fast die gesamte LĂ€nge der obersten Terrasse ein. LaubengĂ€nge, die die SeitenflĂŒgel zur Gartenseite verdecken, finden ihren Abschluss in je einem freistehenden Gitterpavillon, die mit vergoldeten Ornamenten reich verziert sind. Durch die zahlreichen FenstertĂŒren des Schlosses gelangt viel Licht in die InnenrĂ€ume. Deren Folge wird durch einen vorspringenden halbovalen Mittelbau aufgelockert, der mit seiner Kuppel das flache Satteldach leicht ĂŒberragt. An ihm wurde mit vergoldeten Bronzelettern der Name des Schlosses angebracht.

Bacchanten und Bacchantinnen an der nach SĂŒden gewandten Gartenseite des Schlosses
Bacchanten und Bacchantinnen an der nach SĂŒden gewandten Gartenseite des Schlosses

Den Bezug zum Weinberg stellen ĂŒppige Figuren dar, die paarweise zwischen den Fenstern gruppiert sind und als Atlanten (GebĂ€lkstĂŒtze/mĂ€nnliche Figur) und Karyatiden (GebĂ€lkstĂŒtze/weibliche Figur) das Dach stĂŒtzen. Diese sandsteinernen Figuren sind als Bacchanten und Bacchantinnen, die Begleiter des Weingottes Bacchus , dargestellt und stammen aus der Werkstatt des Bildhauers Friedrich Christian Glume . Die gleiche Werkstatt schuf auch die Vasen auf der umlaufenden Balustrade des Daches und die Putte ngruppen auf den Kuppelfenstern.

Das heiter verspielte Bild der Gartenseite steht im krassen Gegensatz zu der auf der Nordseite gelegenen Vorderfront. Hier herrscht sachliche Strenge in der Architektur vor. Das Pendant zum halbovalen Mittelbau auf der Gartenseite ist ein rechteckiges Risalit (vorspringendes Bauteil) mit einem flachen Pultdach. Anstelle der Atlanten und Karyatiden stĂŒtzen korinthische Pilaster (Wandpfeiler) das GebĂ€lk.

Vom SchlossgebĂ€ude ausgehende Kolonnaden umschließen im Halbrund den schmucklosen Ehrenhof und öffnen sich wieder an der nördlich gelegenen steilen Zufahrtrampe. Durch die 88 in doppelter Reihung angeordneten korinthischen SĂ€ulen entsteht ein Wandelgang. Wie auf der SĂŒdseite schmĂŒckt auch hier eine Balustrade mit sandsteinernen Vasen den Dachansatz des Schlossbaus und wird auf den Viertelbögen der Kolonnade weitergefĂŒhrt.

Innenraumgestaltung

Schloss Sanssouci entspricht den GrundsĂ€tzen eines „maison de plaisance“, dessen RĂ€ume auf einer Ebene liegen, um von ihnen mĂŒhelos in den Garten zu gelangen. Auch bei der Raumaufteilung wurde Wert auf Bequemlichkeit gelegt. Nach Ansicht der zeitgenössischen französischen Architekturtheorie entsprach das „Appartement double“ dem höfischen Komfort. Bei dieser Aufteilung liegen zwei Reihen von Zimmern hintereinander. Die HauptrĂ€ume auf der dem Garten zugewandten Seite, in der Regel nach SĂŒden, und die Dienerkammern dahinter auf der Nordseite des GebĂ€udes. Ein „Appartement double“ besteht somit aus einem Hauptraum und einer anschließenden Dienerkammer. TĂŒren verbinden die Appartements miteinander. Sie sind in einer Achse angeordnet, einer „enfilade“, so dass die Ausdehnung des Schlosses im Innern mit einem Blick erfasst werden kann. Ein reprĂ€sentativer Eingangsbereich beherrscht den Mittelbau, der den intimen Charakter des GebĂ€udes nicht sogleich erkennen lĂ€sst.

Friedrich der Große fertigte nach diesen Regeln höfischer Baukunst Grundrissskizzen an, die aber unter BerĂŒcksichtigung seiner persönlichen WĂŒnsche und Vorstellungen von Wohnkomfort in einigen Bereichen von der französischen Bautheorie abwichen. Auch bei der Ausstattung der InnenrĂ€ume bestimmte er bis ins Detail, wie die RĂ€ume auszusehen hatten. Nach oft von ihm vorgefertigten Skizzen schufen KĂŒnstler wie Johann August Nahl , die BrĂŒder Hoppenhaupt, die BrĂŒder Spindler und Johann Melchior Kambly Kunstwerke im Stil des Rokoko (frz. rocaille = Muschelwerk). Friedrich dem Großen war jede „Luxussucht“, was seine Person anbetraf, fremd. Er kĂŒmmerte sich wenig um Etikette und Mode, was ihn mit zunehmendem Alter mit verschmutzter und verschlissener Kleidung herumlaufen ließ, aber es war ihm ein inneres BedĂŒrfnis sich mit edlen Dingen zu umgeben. Er hatte ein feinsinniges GespĂŒr fĂŒr alles Schöne und gestaltete seine PrivatgemĂ€cher nach eigenem Geschmack und eigenen BedĂŒrfnissen, wobei er das GĂ€ngige oft ignorierte. Diese „Eigenkompositionen“ in der Rokokokunst fĂŒhrten zu dem Begriff friderizianisches Rokoko.

Die SchlossrÀume

Den Mittelpunkt des Schlosses Sanssouci bilden in der Nord-SĂŒd-Achse das VestibĂŒl (Empfangssaal) und der dem Garten zugewandte Marmorsaal. Ihnen folgen nach Westen fĂŒnf GĂ€stezimmer und im östlichen Teil die Königswohnung mit Audienzzimmer, Konzertzimmer, Arbeits- und Schlafzimmer, Bibliothek und eine langgestreckte Galerie auf der nördlichen Seite.

Im VestibĂŒl, das man vom Ehrenhof erreicht, wird die verhaltene Formgebung der Kolonnade in den Innenraum ĂŒbertragen. Die WĂ€nde des rechteckigen Raums sind durch zehn Paar korinthische SĂ€ulen aus weißem Stuckmarmor mit vergoldeten Kapitellen (KopfstĂŒck der SĂ€ule) aufgegliedert. Drei Supraportenreliefs (Supraporte = WandflĂ€che ĂŒber der TĂŒr) mit Themen aus dem Bacchusmythos stellen im Eingangsbereich den Bezug zum Weinberg her. Die vergoldeten Stuckarbeiten schuf Georg Franz Ebenhech. Der strengen Eleganz tritt ein heiter wirkendes Deckenbild des schwedischen Malers Johann Harper entgegen. Es zeigt die Göttin Flora mit ihren Genien , die vom Himmel Blumen herabstreuen.

Der Marmorsaal ist der Festsaal des Schlosses. FĂŒr den ovalen Grundriss und die mit goldener Ornamentik reich verzierte Kuppel mit einer Lichtöffnung im Scheitelpunkt nahm Knobelsdorff das Pantheon in Rom zum Vorbild. Edle Marmorsorten aus Carrara und Schlesien wurden in diesem Saal fĂŒr die wie im VestibĂŒl paarweise angeordneten SĂ€ulen und den Fußboden mit seinen ornamentalen Einlegearbeiten verwandt.

In zwei Nischen sind Plastiken des französischen Bildhauers Francois Gaspard Adam platziert: Venus Urania, die Göttin der freien Natur und des Lebens, und Apoll , der Gott der KĂŒnste. Apoll hĂ€lt ein geöffnetes Buch in der Hand, das als das Werk De Rerum Natura des epikureischen Dichters Lukrez zu deuten ist. Der Text der aufgeschlagenen Seiten - als einzige Inschrift des Schlosses - ist gleichsam das Motto dieses Gartenschlosses; er lautet:

te sociam studeo scribendis versibus esse / quos ego de rerum natura pangere conor
[Nach dir (Venus) verlange ich als meiner GefĂ€hrtin beim Dichten der Verse, die ich mich ĂŒber der Dinge Wesen zu schreiben erkĂŒhne.] Lucr. Lib. I, 24, 25

Diese Verse schlagen eine philosophische BrĂŒcke zur BĂŒste Epikurs, die rechts der BĂŒste des Sokrates an einer Wand des Bibliotheksraumes angebracht ist.

Das anschließende Audienzzimmer wurde auch als Speisezimmer genutzt. Zahlreiche GemĂ€lde französischer Maler des 18. Jahrhunderts dominieren das Erscheinungsbild des Raums. In loser HĂ€ngung schmĂŒcken Werke der KĂŒnstler Jean-Baptiste Pater, Jean Francois de Troy, Pierre Jacques Cazes, Louis de Silvestre, Antoine Watteau und anderer die mit Seidendamast bespannten WĂ€nde. Putten mit Blumen und BĂŒchern auf den Supraportenreliefs sind Arbeiten von Friedrich Christian Glume. Das DeckengemĂ€lde „Zephir bekrĂ€nzt Flora“ des Hofmalers Antoine Pesne zeigt den Windgott mit der Blumengöttin.

Das Flötenkonzert von Sanssouci. Adolph von Menzel, 1852. Das Konzert findet in Anwesenheit der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, Wilhelmine von Bayreuth, statt, die hinten auf dem Sofa sitzt.
Das Flötenkonzert von Sanssouci. Adolph von Menzel, 1852. Das Konzert findet in Anwesenheit der Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, Wilhelmine von Bayreuth, statt, die hinten auf dem Sofa sitzt.

Im Konzertzimmer wird die ĂŒberschwĂ€ngliche Ornamentform des Rokoko, die Rocaille , an WĂ€nden und Decke im Überfluss sichtbar, die sich im Audienzzimmer zurĂŒckhaltender zeigt. Wandbilder von Antoine Pesne und Wandspiegel sind in die Dekoration eingepasst und werden durch die Rocaille mit ihren typischen S-Kurven und C-SchwĂŒngen umrahmt. Die Holzeinfassungen sind Arbeiten des Bildhauers und Dekorateurs Johann Michael Hoppenhaupt (d. Ä.). Ein HammerflĂŒgel von Gottfried Silbermann aus dem Jahr 1746 und das Notenpult Friedrichs des Großen, eine Arbeit des Zierratenbildhauers Melchior Kambly von 1767 , erinnern an die Nutzung des Raums. Auf Adolf von Menzels GemĂ€lde „ Das Flötenkonzert von Sanssouci “ (Alte Nationalgalerie Berlin) von 1852 wird eindrucksvoll die festliche AtmosphĂ€re des Raums bei den königlichen Konzerten wiedergegeben. Friedrich der Große spielt die Querflöte , am Hammerklavier wird er begleitet von Carl Philipp Emanuel Bach , dem Sohn des berĂŒhmten Johann Sebastian Bach.

Ein völlig anderes Bild gibt das von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf 1786 umgestaltete Arbeits- und Schlafzimmer Friedrichs des Großen wieder. Hier herrscht der unverschnörkelte gerade Stil des Klassizismus. Die ehemals grĂŒne Wandbespannung aus Seide mit aufliegenden vergoldeten Holzschnitzarbeiten wich einer ebenfalls grĂŒnen Bespannung, aber ohne ornamentalen Holzschmuck. Die vergoldeten rocaillen Stuckarbeiten an der Decke wurden entfernt und durch eine runde Bemalung, um die sich Tierkreiszeichen gruppieren, ersetzt. Zwei hohe ionische SĂ€ulen auf geradlinigen Postamenten (Sockel) teilen den Raum, an dieser Stelle war eine reich ornamentierte BrĂŒstung. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen fehlende MöbelstĂŒcke aus friderizianischer Zeit und PortrĂ€tgemĂ€lde in den Raum, ebenso der Sterbesessel Friedrichs des Großen und sein Schreibtisch.

Die Bibliothek weicht von der Raumordnung französischer Schlossbaukunst ab. Das kreisrunde Zimmer liegt fast versteckt außerhalb der Enfilade am Ende der Königswohnung und ist durch einen schmalen Gang vom Arbeits- und Schlafzimmer zu erreichen. Durch die Lage wird der private Charakter der Bibliothek unterstrichen, in die sich der „Philosoph von Sanssouci“ ungestört zurĂŒckziehen konnte. Mit Zedernholz getĂ€felte WĂ€nde und aus gleichem Holz in Wandnischen eingelassene BĂŒcherschrĂ€nke, in die auch die EingangstĂŒr eingebunden ist, zeigen ein geschlossenes Bild in der Wanddekoration. Die harmonische Farbgestaltung in Braun mit einer reichen goldfarbenen Ornamentik der Rocaille vermittelt eine ruhige Stimmung.

Die BĂŒcherschrĂ€nke sind gefĂŒllt mit circa 2100 BĂ€nden der griechischen und römischen Dichtung und Geschichtsschreibung in französischer Übersetzung und französischer Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, deren Mittelpunkt die Werke des Dichters und Philosophen Voltaire bilden. Die deutsche Literatur fand bei Friedrich dem Großen kaum Beachtung. Die BĂŒcher sind in braunes oder rotes Ziegenleder gebunden und reich vergoldet. Der König besaß in seinen Schlossbibliotheken die jeweils gleiche Ausstattung der Werke und ließ sie ab 1771 mit goldenen Buchstaben auf dem Buchdeckel kennzeichnen. V = Schloss Sanssouci (V=Vigne=Weinrebe), S = Neues Palais in Sanssouci, P = Stadtschloss Potsdam, B (kursiv) = Schloss Berlin, B,BR = Schloss Breslau .

Adolph von Menzel: Die Tafelrunde von Sanssouci zeigt Friedrich den Großen (Mitte) mit Voltaire (links) und den fĂŒhrenden Köpfen der Preußischen Akademie der Wissenschaften im Schloss Sanssouci. GemĂ€lde von 1850, ehemals Nationalgalerie Berlin, 1945 im Flakturm Friedrichshain verbrannt
Adolph von Menzel: Die Tafelrunde von Sanssouci zeigt Friedrich den Großen (Mitte) mit Voltaire (links) und den fĂŒhrenden Köpfen der Preußischen Akademie der Wissenschaften im Schloss Sanssouci. GemĂ€lde von 1850, ehemals Nationalgalerie Berlin, 1945 im Flakturm Friedrichshain verbrannt

Auf der Ehrenhofseite nach Norden liegt die Galerie. Auch hier wich der königliche Bauherr von der französischen Raumordnung ab, die fĂŒr diesen Teil, wie auf der Westseite des Schlosses ausgefĂŒhrt, die Dienerkammern vorgesehen hĂ€tte. Die WĂ€nde des schmalen, langgestreckten Raums werden auf der Innenseite durch Nischen, in denen Marmorskulpturen griechisch-römischer Gottheiten platziert sind, und an der Außenwand durch fĂŒnf Fenster und Spiegel gegliedert. Zwischen den Nischen hĂ€ngen GemĂ€lde von Nicolas Lancret , Jean-Baptiste Pater und Antoine Watteau, dessen Bildwerke der kunstliebende Monarch besonders schĂ€tzte. Vom Marmorsaal schließen sich nach Westen die fĂŒnf GĂ€stezimmer an. Es ist nicht genau bekannt, wer im Laufe der Jahrzehnte das Privileg bekam, in Sanssouci leben zu dĂŒrfen. Durch die Namensgebung zweier RĂ€ume, des Rothenburgzimmers, benannt nach einem engen Vertrauten des Königs, dem Grafen von Rothenburg, der den Raum bis zu seinem Tod 1751 bewohnte, und des Voltairezimmers, werden zwei GĂ€ste mit Sanssouci in Verbindung gebracht. Es ist nicht sicher, ob der französische Schriftsteller und Philosoph Voltaire hier in den Sommermonaten, wĂ€hrend seines Aufenthalts in Potsdam von 1750 – 1753 , gelebt hat. Auf jeden Fall war er in den drei Jahren hĂ€ufiger Gast des Königs. Seine Anwesenheit ist auch auf dem bekannten GemĂ€lde Die Tafelrunde in Sanssouci von Adolph von Menzel aus dem Jahr 1850 festgehalten worden. An der Tafelrunde nahmen Diplomaten, Offiziere, Schriftsteller und Philosophen teil. Zu ihnen zĂ€hlte sich auch der König als Philosoph von Sanssouci.

Das Pendant zur Bibliothek bildet im westlichen SchlossflĂŒgel das außerhalb der Enfilade gelegene kreisrunde Rothenburgzimmer. Die ĂŒbrigen GĂ€stezimmer entsprechen dem „Appartement double“. Die Appartements besitzen an der den Fenstern gegenĂŒberliegenden, abgerundeten Wand einen Alkoven (Bettnische). Eine TĂŒr rechts neben der Wandöffnung fĂŒhrt in das angrenzende Dienerzimmer, eine andere in eine kleine Kammer, in der Kleidung aufbewahrt werden konnte.

Dekorativ auffĂ€llig gestaltet ist das vierte, das Voltairezimmer, nach seiner Raumschöpfung auch die „Blumenkammer“ genannt. Auf einer gelblackierten WandvertĂ€felung sind bunte, reichverzierte Holzschnitzereien aufgebracht. Affen, Papageien, Kraniche, Störche, FrĂŒchte, Blumen, Blumengirlanden und vieles mehr geben dem Raum einen heiter naturalistischen Charakter. Johann Christian Hoppenhaupt (d. J.) gestaltete das Zimmer 1752/53 nach Ideenskizzen des Königs.

Die SeitenflĂŒgel

Der unter Friedrich Wilhelm IV. verlĂ€ngerte SeitenflĂŒgel auf der Ostseite
Der unter Friedrich Wilhelm IV. verlĂ€ngerte SeitenflĂŒgel auf der Ostseite

In friderizianischer Zeit waren in den von LaubengĂ€ngen verdeckten eingeschossigen SeitenflĂŒgeln auf der östlichen Seite Zimmer fĂŒr SekretĂ€re, GĂ€rtner und Bediente. Im WestflĂŒgel lag die SchlosskĂŒche, Stallungen und eine Remise (Kutschenraum).

Bedingt durch die grĂ¶ĂŸere Hofhaltung, ließ Friedrich Wilhelm IV. zwischen 1840 und 1842 die NebengebĂ€ude verlĂ€ngern und um ein Geschoss, das nach außen als Halbgeschoss erscheint, aufstocken. Durch den Umbau kam es zu einer Neuaufteilung der RĂ€umlichkeiten. Die KĂŒche wurde in den OstflĂŒgel verlagert, der schon in friderizianischer Zeit eine kleine Unterkellerung fĂŒr die Aufbewahrung von WeinfĂ€ssern besaß. Dort richtete man neben dem Weinkeller eine Konditorei und VorratsrĂ€ume ein. Das Obergeschoss behielt die Dienerwohnungen.

Der WestflĂŒgel, nach der Neugestaltung auch DamenflĂŒgel genannt, diente der Unterbringung von Hofdamen und GĂ€sten. Die Raumfolge entspricht dem „Appartement double“. Neben kleineren KaffeekĂŒchen und einer Stube fĂŒr Ordonanzen erhielt das Erdgeschoss drei Wohnungen fĂŒr Hofdamen und das obere Halbgeschoss zwei Kavaliers- und eine Damenwohnung. Die bevorzugten RĂ€ume im Parterre mit ihrem direkten Zugang zum Garten wurden durch eine Boiserie (Wand- und DeckentĂ€felung) aufwĂ€ndiger gestaltet als die darĂŒber liegenden tapezierten RĂ€ume. Die Möblierung war bei ihrer Einrichtung eine Mischung alter Rokokomöbel mit neu angefertigten im Stil des „zweiten Rokoko“, die in spĂ€teren Jahren durch StĂŒcke zeitgemĂ€ĂŸer Produktion ergĂ€nzt wurde.

Park von Sanssouci um 1900
Park von Sanssouci um 1900

Park Sanssouci

Nach der Terrassierung des Weinbergs und der Fertigstellung des Schlosses Sanssouci wurde die Umgebung in die Gestaltung einbezogen. Es entstand ein barocker Ziergarten mit RasenstĂŒcken, Blumenrabatten, Hecken und BĂ€umen. In den Heckenquartieren pflanzte man 3000 ObstbĂ€ume. Orangen, Melonen, Pfirsiche und Bananen gab es in den TreibhĂ€usern der zahlreichen ParkgĂ€rtnereien. Auf die Verbindung von Zier- und Nutzgarten weisen die Göttinnen Flora und Pomona hin, die das Obeliskportal am östlichen Parkausgang schmĂŒcken.

Durch die Ausweitung der Anlage nach dem Bau weiterer GebÀude bildete sich eine schnurgerade 2,5 Kilometer lange Hauptallee. Diese begann im Osten an dem 1748 errichteten Obelisken und verlÀngerte sich im Laufe der Jahre bis zum Neuen Palais, das den Abschluss im Westen bildet. In Höhe der 1764 errichteten Bildergalerie und der 1774 errichteten Neuen Kammern, die das Schloss flankieren, öffnet sich die Allee zu Rondellen mit FontÀnenbecken, die von Marmorplastiken umsÀumt werden. Von diesen Punkten zweigen zwischen hochgewachsenen Hecken Wege sternförmig in weitere Gartenbereiche ab.

Bei der Gestaltung der Parkanlage von Sanssouci fĂŒhrte Friedrich der Große fort, was er schon in Neuruppin und Rheinsberg begonnen hatte. Schon wĂ€hrend seines Aufenthalts in Neuruppin, wo er in seiner Kronprinzenzeit von 1732 - 1735 Befehlshaber eines Regiments war, ließ er an seinem Wohnsitz einen Zier- und Nutzgarten anlegen. Bereits hier wich er von der klassischen Gestaltung der rein auf ReprĂ€sentation bedachten barocken Gartenanlagen nach dem Vorbild von Versailles ab, indem er das Schöne mit dem NĂŒtzlichen verband. Diesem Prinzip folgte er auch in Rheinsberg. Neben der Umgestaltung des Schlosses, das Friedrich 1734 von seinen Vater, dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., geschenkt bekam, ließ er von Hecken eingefasste Obst- und GemĂŒsequartiere anlegen. Auch die Hauptachse und eine grĂ¶ĂŸere Querachse wurden hier schon nicht mehr auf das Schloss gerichtet, wie es in Parkanlagen französischer PrĂ€gung ĂŒblich war, sondern verliefen vom SĂŒdflĂŒgel ausgehend rechtwinklig zum GebĂ€ude.

Das Dampfmaschinenhaus „Moschee“ am Havelufer in Potsdam
Das Dampfmaschinenhaus „Moschee“ am Havelufer in Potsdam

Friedrich der Große investierte viel Geld in das FontĂ€nensystem des Parks Sanssouci, da Wasserspiele ein fester Bestandteil barocker GĂ€rten waren. Die 1757 fertiggestellte Neptungrotte im östlichen Parkteil kam ebenso wenig zu ihrer vorgesehenen Funktion wie die FontĂ€nenanlagen. Über ein Wasserhochbecken auf dem etwa sechshundert Meter entfernten Ruinenberg konnte kein Wasser in den Park gelangen. Mangelnde Fachkenntnis der "Fontainiers" ließen das Projekt scheitern.

Erst einhundert Jahre spĂ€ter gelang das Vorhaben mit Hilfe der Dampfkraft, und der Zweck des Wasserreservoirs wurde erfĂŒllt. Im Oktober 1842 ging eine von August Borsig erbaute 81,4 PS starke Dampfmaschine in Betrieb und ließ den Wasserstrahl der Großen FontĂ€ne unterhalb der Weinbergterrassen auf 38 Meter steigen. Eigens fĂŒr diese Maschine wurde an der Havelbucht eine Pumpstation gebaut, die "nach Art der tĂŒrkischen Moscheen mit einem Minarett als Schornstein" von Friedrich Wilhelm IV. in Auftrag gegeben und 1841-1843 von Ludwig Persius errichtet wurde.

Blick auf das Chinesische Haus im Park Sanssouci
Blick auf das Chinesische Haus im Park Sanssouci

Bereits Jahre zuvor erwarb Friedrich Wilhelm III. ein Areal, das sĂŒdlich an den Park Sanssouci grenzte, und schenkte es Weihnachten 1825 seinem Sohn Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.). Auf der Stelle eines ehemaligen Gutshauses errichteten Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius das Schloss Charlottenhof. Peter Joseph LennĂ© wurde mit der Gartengestaltung beauftragt. Unter BerĂŒcksichtigung des barocken Zier- und Nutzgartens aus friderizianischer Zeit verwandelte der Gartenarchitekt das flache, stellenweise sumpfige GelĂ€nde in einen offenen Landschaftspark. Durch weite WiesenflĂ€chen entstanden Sichtachsen zwischen Schloss Charlottenhof, den Römischen BĂ€dern und dem Neuen Palais mit dem Freundschaftstempel aus der Zeit Friedrichs des Großen. Locker gesetzte Strauch- und Baumgruppen beleben die große ParkflĂ€che, an deren sĂŒdöstlichem Ende ein Wassergraben zu einem Teich erweitert wurde. Den Erdaushub nutzte LennĂ© fĂŒr die Gestaltung eines sanft hĂŒgeligen GelĂ€ndes, auf dessen obersten Punkten die Spazierwege sternförmig zusammentreffen.

Weitere GebÀude im Park Sanssouci

Friedrich der Große und Friedrich Wilhelm IV. prĂ€gten im 18. und 19. Jahrhundert die Anlage im zeitgenössischen Stil und schufen unter eigener kĂŒnstlerischer Mitwirkung durch ihre Architekten, Bildhauer, Maler, Dekorateure, Gartengestalter und viele mehr ein Gesamtkunstwerk von Architektur und Gartengestaltung, dessen HerzstĂŒck die Weinbergterrassen mit dem bekrönenden Schloss sind. Die historische Parkanlage Sanssouci mit einer FlĂ€che von etwa 290  ha und fast 70 Kilometer WegelĂ€nge ist die grĂ¶ĂŸte in der Mark Brandenburg.

Im Park und auf dem angrenzenden Klausberg entstanden neben dem Schloss Sanssouci unter Friedrich dem Großen noch weitere GebĂ€ude und kunstvolle Architekturen:


Friedrich Wilhelm IV. verschönerte den Park Sanssouci und den ĂŒbergangslos angrenzenden Parkteil Charlottenhof mit:

Literatur

  • Stiftung Preußische Schlösser und GĂ€rten Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Schloss Sanssouci. 18. Auflage. Druck- und Verlagsgesellschaft Rudolf Otto mbH, Berlin 1996
  • Generaldirektion der Stiftung Schlösser und GĂ€rten Potsdam-Sanssouci (Hrsg.): Potsdamer Schlösser und GĂ€rten. Bau- und Gartenkunst vom 17. bis 20. Jahrhundert. UNZE VG mbH, Potsdam 1993 ISBN 3-910196-14-4
  • Götz Eckardt: Schloss Sanssouci, Generaldirektion der Stiftung Schlösser und GĂ€rten Potsdam-Sanssouci (Hrsg.), 1985
  • Gert Streidt, Klaus Frahm: Potsdam. Könemann VG mbH, Köln 1996 ISBN 3-89508-238-4
  • Gert Streidt, Peter Feierabend (Hrsg.): Preußen Kunst und Architektur. Könemann VG mbH, Köln 1999 ISBN 3-89508-424-7
  • Wolfgang Ribbe, HansjĂŒrgen Rosenbauer (Hrsg.):Preußen, Chronik eines Deutschen Staates. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2000 ISBN 3-87584-023-2
  • Heinz D. Kittsteiner: Das Komma von SANS, SOUCI. – Ein Forschungsbericht mit Fußnoten. 3. Auflage. Manutius, Heidelberg 2003. ISBN 3-934877-08-7
  • Giersberg, Hans-Joachim, Hillert Ibbeken: Schloss Sanssouci. Die Sommerresidenz Friedrichs des Großen. Mit BeitrĂ€gen von Thomas Blisniewski, Tilo Eggeling, JĂŒrgen Hamel u.a., Berlin 2005

Weblinks

Commons: Sanssouci – Bilder, Videos oder Audiodateien



Koordinaten: 52° 24' 12" N, 13° 02' 19" O

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