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Letzte Änderung für Artikel Venedig: 20.02.2006 10:39

Venedig

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Venedig
Bild:Venedig (Satellitenaufnahme).jpg
Basisdaten
Provinz : Venedig (VE)
Region: Venetien
Einwohner : 280.000, davon
64.000 in der Altstadt
H√∂he : 0-1 m √ľ. NN
Vorwahlen : 0039 (Italien) - 041 (Stadt)
Geografische Lage :
Koordinaten: 45¬į 26‚Ä≤ N, 12¬į 19‚Ä≤ O
45¬į 26‚Ä≤ N, 12¬į 19‚Ä≤ O
Stadtgliederung: 6 Municipalità. Die historische
Altstadt ist in Sestieri aufgeteilt.
Offizielle Website: www.comune.venezia.it
B√ľrgermeister : Massimo Cacciari (Stand: 2005)

Venedig [ veňąneňźd…™√ß ] ( ital. Venezia [ veňąn…õtňźsiŐĮa ]) ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen K√ľste, Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig .

Die Stadt ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Europa und ist auch f√ľr ihren Karneval bekannt. Auf der UNESCO -Liste der sch√ľtzenswerten Kulturdenkm√§ler des Kontinents liegt Venedig auf Platz 1 - vor ńĆesk√Ĺ Krumlov in S√ľdb√∂hmen.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Stadtgliederung

Das historische Zentrum Venedigs liegt auf mehreren Inseln inmitten der Lagune von Venedig einige Kilometer n√∂rdlich der M√ľndung des Po. Am wichtigsten sind dabei die durch den Canal Grande (auf italienischen Karten oft auch als Canale Grande bezeichnet) in zwei Teile getrennte Hauptinsel und die durch den Canale della Giudecca von der Hauptinsel getrennte Giudecca. Auf dem Festland geh√∂ren die "h√§sslichen Schwestern" Mestre und Marghera dazu. Rund um die Lagune finden sich weitere St√§dte, unter anderem die Fischerstadt Chioggia, die auch den √úbernamen "das kleine Venedig" tr√§gt. Der Lido geh√∂rt politisch zur Stadt Venedig, ebenso Inseln wie Torcello, Murano, Burano, Sant'Erasmo und Vignole .

Venedig: der Markusplatz
Venedig: der Markusplatz
Der Canal Grande
Der Canal Grande

Das historische Zentrum der Stadt ist traditionell aufgeteilt in sechs Stadtteile : Cannaregio , San Polo , Dorsoduro (mit der Insel Giudecca), Santa Croce , San Marco and Castello (mit San Pietro di Castello und Sant'Elena ).

Venedig ist eine Stadt im Wasser, sie wurde auf Millionen von Eichen- und Ulmenpfählen, die man in den sandigen und schlammigen Untergrund rammte, gebaut.

Geschichte und Kunstgeschichte

Zur Geschichte der Republik siehe den Hauptartikel Republik Venedig .

Venedig: Karte der Innenstadt
Venedig: Karte der Innenstadt

Was heute Venedig ist, entwickelte sich schon seit der späten Antike in Form verstreuter Siedlungen auf den Inseln der entstehenden Lagune. Der Name Venedig zeugt vom Volk der Veneter , das hier ansässig gewesen war.

Die Stadt wurde durch Fl√ľchtlinge aus Oberitalien besiedelt, die sich vor der Invasion der Hunnen 452 und sp√§ter der Langobarden 568 in den S√ľmpfen und auf den zahllosen Inseln der Brenta-M√ľndung verbargen. Die vor den Hunnen Fl√ľchtenden sollen sich mit der Losung Veni etiam (etwa: "Auch ich bin (hierher) gekommen") gegr√ľ√üt haben. Von dieser Losung soll sich nach einer anderen g√§ngigen Erkl√§rung der Name Venedig ableiten.

Venedig trat die politische Nachfolge der Laguneninsel Torcello an, die als bedeutende Bischofsstadt aus noch unbekannten Gr√ľnden (Malaria?) von ihren Bewohnern in Richtung Venedig verlassen wurde und dabei eine Abgegangene wurde.

Als Au√üenposten des Byzantinischen Reiches , gelang es den Venezianern, im Gegensatz zu den √ľbrigen oberitalienischen St√§dten, ihre Selbstst√§ndigkeit gegen√ľber dem Fr√§nkischen bzw. dem Heiligen R√∂mischen Reich zu bewahren. Au√üerdem profitierten sie davon, dass Byzanz angesichts der Invasionen von Langobarden, Franken, Slawen, Awaren, Persern und Arabern nicht in der Lage war, diesen Au√üenposten wirklich zu beherrschen. Im Gegenteil gelang es Venedig sehr erfolgreich zwischen den Kaiserreichen zu lavieren und √§u√üerst g√ľnstige Handelsvertr√§ge zu erwirken, die ihm eine jahrhundertelange Monopolstellung im Handel zwischen Westeuropa und Byzanz sicherten. Schon fr√ľh unter F√ľhrung eines Dogen und seiner verschiedenen Ratsgremien, wie etwa des Kleinen und des Gro√üen Rates, erreichte der venezianische Stadtadel eine Stabilisierung seiner Vorherrschaft in der Stadt durch Handelsprivilegien, Abschlie√üung gegen aufsteigende Familien (1297) und die Einf√ľhrung von √úberwachungsgremien mit fast unbeschr√§nkter Vollmacht (wie etwa dem Rat der Zehn ).

Es bildete sich die Republik Venedig heraus, die sich im Lauf des 14. Jahrhunderts auch auf das Festland ausdehnte. Bereits im 10. Jahrhundert unterst√ľtzte die Stadt ihre einstige Herrin Byzanz gegen die in S√ľditalien eingefallenen Muslime . Der byzantinische Einfluss in der Stadt ist auch an vielen Bauten erkennbar, wie beispielsweise am Markusdom.

Venedig, Blick auf die Piazzetta mit dem Löwen als Wahrzeichen
Venedig, Blick auf die Piazzetta mit dem Löwen als Wahrzeichen

Im 9. Jahrhundert wurde der heilige Markus zum Schutzpatron erkoren, er gesellte sich zum heiligen Theodor . Die Säulen der beiden Heiligen befinden sich noch heute auf der Piazzetta, dem zum Meer weisenden Nebenplatz des Markusplatzes . In San Marco werden die Gebeine des heiligen Markus aufbewahrt, die der Legende zufolge von zwei venezianischen Kaufleuten, ein Buono di Malamocco und ein Rustico da Torcello aus Alexandria gestohlen wurden.

Dieser Akt zeugt bereits von einem gestiegenen Selbstbewusstsein . Durch ihre Beziehungen zu Byzanz konnte die Stadt in diesem Raum enorme wirtschaftliche Vorteile gewinnen. Seit sie ihre Flotte gegen die seldschukischen T√ľrken eingesetzt hatte, gestand ihr Kaiser Alexios I. 1081 ein Handelsabkommen zu, das ihr das De-Facto-Monopol im Byzantinischen Reich gab.

Im Zuge der ersten Kreuzz√ľge und bedingt durch diese Handelsprivilegien, die sich auch in einem Kaufmannsviertel in der Hauptstadt niederschlugen, nahmen die Feindseligkeiten zwischen Venezianern und Byzantinern zu.

Anl√§sslich des Vierten Kreuzzuges n√ľtzte der Doge Enrico Dandolo die Gelegenheit, sich des reichen Konstantinopel zu bem√§chtigen, und "dirigierte" ihn um. 1204 wurde Konstantinopel erobert und gepl√ľndert; das neu entstandene Lateinische Kaiserreich wurde von Venedig dominiert - die Stadt hatte den ersten H√∂hepunkt ihrer Macht erreicht.

Zahllose gepl√ľnderte Kunstsch√§tze gelangten von Byzanz in den Westen, so auch die bronzene Quadriga der Markuskirche. Aus diesem 'Coup' - der die Hauptursache f√ľr das bis heute andauernde misstrauische Verh√§ltnis der orthodoxen V√∂lker Osteuropas, insbesondere der Russen, gegen√ľber dem Westen war - folgte allerdings auch ein endloser Konflikt mit Genua, der Ursache f√ľr vier verheerende Kriege war. Im letzten Krieg eroberten die Genuesen 1381 das am S√ľdrand der Lagune gelegene Chioggia, mussten aber letztendlich erfolglos abziehen. W√§hrend Genua den Handel √ľber das Schwarze Meer zunehmend dominierte, herrschte Venedig im Levantehandel vor. Durch die Heirat von Caterina Cornaro mit dem letzten K√∂nig von Zypern fiel die Insel nach dem Tod des K√∂nigs und auch des Thronfolgers an Venedig.

Der Rio di San Luca - ein typischer Kanal in Venedig
Der Rio di San Luca - ein typischer Kanal in Venedig

Seit dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im √∂stlichen Mittelmeer nach und nach den Osmanen √ľberlassen, seine Bedeutung nahm auch in Folge der Verlagerung des Weltverkehrs auf den Atlantik immer mehr ab. Portugal entdeckte den Seeweg um Afrika nach Indien ( Vasco da Gama ), das Monopol Venedigs auf den Gew√ľrzhandel mit den Gebieten der Levante ging verloren.

Nach dem Verlust von Zypern an das Osmanische Reich 1571 wurde dieses von der Heiligen Liga , bestehend aus Papst, Spanien und Venedig zwar besiegt Seeschlacht von Lepanto , doch der Sieg konnte den Verlust Zyperns sowie den weiteren machtpolitischen Niedergang Venedigs nicht aufhalten. Insel um Insel in der √Ąg√§is ging an die Osmanen verloren, die Republik zog sich mehr und mehr in die Lagune zur√ľck.

Mit dem Aufbl√ľhen der L√§nder Portugal , Spanien und schlie√ülich England sowie Holland als neue Seem√§chte und der einhergehenden Entdeckung und Ausbeutung Amerikas waren die Tage Venedigs als dominierende See- und Handelsmacht gez√§hlt.

In der Folge √ľbernahm die Luxusindustrie (vor allem die Glasherstellung auf Murano) die Rolle des Levantehandels, ebenso der Tourismus. Venedig und Florenz waren die ersten Orte, die zum gr√∂√üeren Teil vom Tourismus lebten. Venedig konnte Dalmatien und zeitweilig den Peloponnes (unter dem Namen Morea ) sowie einige griechische Inseln unter seiner Hoheit halten. Der Niedergang der Stadt im 18. Jahrhundert , zumal der √∂konomische, wird in der j√ľngsten Forschung generell zumeist als Mythos behandelt; politisch war sie seitdem unbedeutender als vorher.

1797 verlor die Republik Venedig durch Napoleon ihre Selbstständigkeit und wurde 1815 ein Teil des Lombardo-Venezianischen Königreiches , das unter österreichischer Oberhoheit stand.

Im Revolutionsjahr 1848 (vgl. M√§rzrevolution ) wurde nach verschiedenen Aufst√§nden in weiten Teilen der ganzen Lombardei am 23. M√§rz 1848 unter Daniele Manin erneut eine Republik in Venedig ausgerufen, die √ľber ein Jahr ihre Unabh√§ngigkeit von √Ėsterreich behaupten konnte. Am 24. August 1849 wurde die Stadtrepublik von √∂sterreichischen Truppen blutig niedergeschlagen, nachdem davor in zwei kurzen Revolutionskriegen zwischen √Ėsterreich und Sardinien-Piemont auch die anderen revolution√§ren Unabh√§ngigkeitsbewegungen in ganz Oberitalien erfolgreich unterdr√ľckt worden waren.

In Folge der Niederlage √Ėsterreichs gegen Preu√üen im Deutschen Krieg von 1866 , in dem das 1861 neu gegr√ľndete K√∂nigreich Italien Verb√ľndeter Preu√üens war, kam Venedig gem√§√ü dem Wiener Friedensvertrag vom 3. Oktober 1866 an Italien (vgl. auch Risorgimento ).

Bild:San Marco (evening view).jpg

Kunsthistorisch ist Venedig zur Zeit der Renaissance und des Barock von h√∂chster Bedeutung: es war der "Gegenpol" zu Florenz und beherbergte viele K√ľnstler wie Correggio , Giorgione , Giovanni Bellini , Tizian und sp√§ter Tintoretto und Giovanni Battista Tiepolo . Der venezianische Stil ist dem Florentiner komplement√§r: w√§hrend in Florenz mehr Wert auf Zeichnung und Komposition eines Bildes gelegt wurde, dominierten in Venedig Licht und Farbe. Man kommt allerdings nicht umhin zu konstatieren, dass das Seicento, also das 17. Jahrhundert , in Bezug auf die Kunst in Venedig eine weniger gl√ľckliche Zeit war.

Rialtobr√ľcke in Venedig um 1900
Rialtobr√ľcke in Venedig um 1900

Die Kunst, einen Gegenstand durch Farbe und Lichteffekte plastisch erscheinen zu lassen, wurde hier erfunden. So wurde auch ein großer Reichtum in der Farbpalette entwickelt. Dieser "Widerstreit" zwischen Florenz und Venedig lässt sich durch die ganze spätere abendländische Kunstgeschichte bis 1900 weiterverfolgen.

Hochwasser

√úberschwemmung auf dem Markusplatz
√úberschwemmung auf dem Markusplatz

Die Geb√§ude Venedigs sind auf Holzpf√§hlen erbaut, die in verschiedene Schichten von Ton und Sand eingerammt sind. Die Technik der "palificazione" hat sich, abgesehen von einer Mechanisierung, bis heute im Wesentlichen nicht ge√§ndert. Venedig ist oft von Hochwasser ( Acqua Alta ) bedroht. Auf dem Markusplatz steht im Schnitt inzwischen an etwa 100 Tagen im Jahr das Wasser. 1966 ereignete sich eine gro√üe Sturmflut. Der Meeresspiegel in der Lagune liegt heute 23 cm h√∂her als noch zu Beginn des 20. Jhdts. , teils wegen der inzwischen gestoppten Absenkung des Lagunenbodens durch Wasserentnahme und durch den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels. Diese Entwicklung bedroht die historische Bausubstanz der Stadt. Ein Schleusensystem an den Hafeneinfahrten soll die Stadt vor den wiederkehrenden Hochwassern sch√ľtzen. Das seit Ende 2004 in Bau befindliche Projekt MOSE (modulo sperimentale elettromeccanico) besteht aus 79 Schleusentoren auf dem Meeresgrund, die ab einem Hochwasser von 110 cm √ľber dem Normalpegel durch Druckluft aufgerichtet werden sollen. Die Fertigstellung ist f√ľr 2011 vorgesehen.

Satellitenbild: Die Lagune von Venedig
Satellitenbild: Die Lagune von Venedig

Kritiker f√ľhren gegen das Projekt an, dass der Meeresspiegel durch die weltweite Klimaerw√§rmung noch weiter steigen k√∂nnte und die √Ėkologie in der Lagunenstadt durch die Schleusen beeintr√§chtigt wird. In der Tat sind die zur Befriedigung der Bed√ľrfnisse der Erd√∂lindustrie (Industriehafen Porto Marghera) und des Fremdenverkehrs (Kreuzfahrtschiffe) immer weiter vertieften Hafeneinfahrten, darunter namentlich die n√∂rdliche bei Punta Sabbioni, das Hauptproblem.

Verkehr

Venedig ist vor allem eine Fu√üg√§ngerstadt. Neben unz√§hligen Gassen, G√§sschen, Sackgassen, Durchg√§ngen und Uferstreifen, sowie Pl√§tze und Pl√§tzchen, die als "calli", "salizzade","rughe","liste", "rami" "sottoporteghi", "rio terr√†" und "fondamente", sowie "campi" und "campielli" bezeichnet werden, gibt es auch eine "strada" (Strada Nova) und drei "vie" (Via 2 aprile, Via V.Emanuele und Via Garibaldi) in der Stadt. Nur der Markusplatz darf sich "piazza" nennen. Viele dieser Verkehrswege haben als Namen die Bezeichnung der ehemaligen, dort t√§tig gewesenen Berufe, bzw. Berufsvereinigungen (Scuole artigianali). Neben diesen Landverkehrswegen bilden f√ľr den Warentransport die rund 180 Kan√§le das R√ľckgrat. Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingef√ľhrt. F√ľr ihren Betrieb zeichnet heute die st√§dtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich.

Nicht weniger wichtig als die vorgenannten Landverkehrswege sind die Verbindungen derselben, die rund vierhundert Br√ľcken von Venedig.

√úber die 3,6 km lange, sog Ponte della Libert√† (Br√ľcke der Freiheit) f√ľr KFZ und Eisenbahn ist die Altstadt an das Festland angebunden. Es bestehen zwei Hauptbahnh√∂fe : Venezia Santa Lucia als Kopfbahnhof auf der Insel sowie der Knotenbahnhof Venezia Mestre im gleichnamigen Festlandsstadtteil, dem sich westlich ein stillgelegter, aber noch f√ľr den √∂rtlichen G√ľterverkehr ben√ľtzter Rangierbahnhof anschlie√üt.

Unter B√ľrgermeister Paolo Costa wurde zuletzt die Schaffung einer U-Bahn-Linie mit direktem Ausstieg auf dem Markusplatz und Murano forciert. Costas seit April 2005 amtierender Nachfolger, der Philosoph Massimo Cacciari, misst dem Projekt hingegen keine hohe Priorit√§t bei, so dass mittelfristig nicht mit dem Bau einer Metro zu rechnen ist. Allerdings hat man mit dem Bau einer vierten Br√ľcke √ľber den Canal Grande begonnen, derzeit (2005) sind die Verankerungen an beiden Ufern zu sehen. Die Br√ľcke wird die Piazzale Roma mit dem Uferstreifen (Fondamenta S.Lucia) √∂stlich des Bahnhofs Santa Lucia verbinden.


Venedig verf√ľgt √ľber zwei Flugh√§fen: Flughafen Venedig (Marco Polo) und den von Billigfluggesellschaften angeflogenen Flughafen Venedig (Treviso) .

Die Autofahrer werden mit gro√üer Wahrscheinlichkeit ihr Auto auf der Insel Tronchetto parkieren m√ľssen, da die Parkh√§user auf der Piazzale Roma immer √ľberbelegt sind.

Wasserversorgung

Da Venedig durch die Lage in der Lagune keinen festen wasserf√ľhrenden Grund unmittelbar unter sich hat, war man gezwungen, das Trinkwasser √ľber die Sammlung von Regenwasser in Zisternen und Brunnen zu gewinnen. Lange Trockenperioden f√ľhrten jedoch immer wieder zu gro√üen Problemen bei der ausreichenden Versorgung der Bev√∂lkerung mit Trinkwasser.

In diesen Zeiten war man gezwungen, unter großem Kostenaufwand vom Fluss Seriola Wasser herbei zu schaffen. Der Transport des Wassers oblag der Zunft der Acquaroli, die mit ihren Holzbooten, den burchi, das Trinkwasser in die Stadt brachten.

Die Republik veranlasste aus diesem Grunde des öfteren die Bohrung von artesischen Brunnen , die aber alle nicht sehr erfolgreich verliefen. Eine Zeitlang dachte man daran, vom Fluß Sile ein Aquädukt in die Stadt hinein zu bauen, doch ließ man auch dieses Projekt nach langem Hin und Her wieder fallen.

Im Jahre 1830 fand in Vicenza ein Naturalistenkongress statt und die dort gef√ľhrten Diskussionen f√ľhrten dazu, dass man die M√∂glichkeit, Venedig mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen, ernsthaft ins Auge zu fassen begann. Man entschloss sich zu einer Bohrung bis zu 300 Metern Tiefe und hoffte, dort auf Wasserstr√∂me zu sto√üen, die aus den Alpen kamen. Als man in 20 Metern Tiefe noch immer auf keine festen Schichten stie√ü, gab man den Versuch auf. Auch einem nochmaligen Versuch, einige Jahre sp√§ter, den Untergrund zum Zwecke der Errichtung von artesischen Brunnen zu sondieren, war kein Erfolg beschieden.

Im Jahre 1848 entschloss sich die mit der Wassersuche betraute Gesellschaft, auf der Riva Ca' di Dio zu einer Bohrung bis zu rund 170 Metern Tiefe. Als man nach 145 Metern auf eine starke Wasserader stieß, war man derart euphorisch, dass man noch weiter bohrte und dadurch die erste starke Wasserader beschädigte und unbrauchbar machte.

Die immer gr√∂√üer werdenden Probleme der Trinkwasserversorgung f√ľhrten zu ungez√§hlten Gespr√§chen, Vorschl√§gen, Pl√§nen und auch Streitigkeiten unter den Verantwortlichen.

Der Vorschlag des Londoner Unternehmens Ritterbant & Dalgairns, eine Wasserleitung von der Seriola in die Stadt hinein zu verlegen, stie√ü im Jahre 1875 auf positiven Widerhall. Allerdings musste man die Seriola von Moranzani bis zur Brenta bei Str√† verl√§ngern, damit sie auch das Wasser dieses Flusses f√ľhre. Am 31. Juli 1885 wurde die neue Wasserleitung in Betrieb genommen und bescherte Venedig eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser.

Ritterbant & Dalgairns erstellte darauf einen weiteren Plan zur besseren Wasserversorgung und man schloss am 2. Mai 1889 einen Vertrag mit der Stadt, der im M√§rz 1891 durch die Inbetriebnahme einer neuen, sublagunaren Leitung erf√ľllt wurde. 1897 wurde Murano, 1900 die Giudecca, der Lido und andere kleine Inseln der Lagune an die Wasserleitung angeschlossen.

Am 18. Juli 1911 riss ein Schiff das Hauptrohr der Wasserleitung auf und binnen k√ľrzester Zeit war das gesamte Trinkwasser durch das eingedrungene Brackwasser untrinkbar geworden. Aufw√§ndige Reparatur- und Reinigungsarbeiten beseitigten den Schaden nur unzureichend, so dass 1912 mit den Arbeiten zum Bau einer neuen Wasserleitung begonnen wurde, die aber durch die Ereignisse des Ersten Weltkrieges unterbrochen wurden. Nach Kriegsende erfolgte jedoch sehr rasch die Fertigstellung. Die neue Leitung verlief √ľber eine L√§nge von √ľber 20 Kilometern von Sant¬īAmbrogio (Scorz√©) bis nach S. Giuliano am Rande der Lagune. Eine doppelte Leitung, die teilweise am Lagungengrund verl√§uft, f√ľhrte Venedig aus den Sant`Ambrogioquellen endlich ausreichend Trinkwasser zu.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden, nicht zuletzt durch die Erfordernisse des zunehmenden Massentourismus, am Festland laufend neue Quellen erschlossen und Wasserleitungen verlegt, so dass heute die Stadt eine Wasserversorgung gleich einer am Festland liegenden Stadt hat.

Kultur

Architektur

Profanbauten

Ein Palast wird im allgemeinen in Venedig als Casa (abgek√ľrzt Ca‚Ä≤) bezeichnet. In der √∂ffentlichen Wahrnehmung gab es nur drei Pal√§ste, die als solche bezeichnet wurden: den Dogenpalast (Palazzo Ducale), den Bischofspalast, sowie die Residenz des Patriarchen von Grado. Von den sogenannten byzantinischen Pal√§sten gibt es heute nur noch wenige, und diese sind im 19. Jahrhundert weitgehend ver√§ndert worden. Viel alte Substanz ist noch an der Ca' da Mosto (am Canal Grande nordwestlich der Rialtobr√ľcke) erhalten. Die dekorativen Details des Komplexes Loredan und Farsetti, heute Rathaus und Kommunalverwaltung, entstammt weitgehend dem 19. Jahrhundert . Dennoch l√§sst sich die Fassadenkomposition einer typischen "casa-fondaco" (abgeleitet vom arabischen "funduq" = Lagerraum) noch klar ablesen: eine Arkadenreihe im Erdgeschoss, welche zum Ein- und Ausladen von Waren geeignet war und ein ebenfalls durchgehend aufgerissener Piano Nobile . Im Grundriss √§u√üert sich dies in einem zentralen Saal, der sich zur Fassade T-f√∂rmig erweitert.

Im Verlaufe der Gotik wurden die Saalproportionen steiler, und der T-f√∂rmige Grundriss wurde zugunsten eines leicht L-artigen, sp√§ter nur noch geraden durchgehenden Saales aufgegeben. Der sogenannte "gotico fiorito" (keine √úbersetzung sinnvoll) verwendet im 15. Jahrhundert an manchen Architekturen am Canal Grande Ma√üwerk, welches sich vom Dogenpalast herleitet. Der gr√∂√üenm√§√üig bedeutendste Bau ist die Ca' Foscari an der ersten Biegung des Canal Grande . F√ľr die Ca'd'Oro ("Goldenes Haus") wurde k√ľrzlich eine farbige Bemalung in Blau und Gold nachgewiesen. Bilder, insbesondere von Vittore Carpaccio und Gentile Bellini , lassen eine intensive Polychromie der gotischen Architektur erkennen.

Campanile San Marco
Campanile San Marco

Bedeutende H√§user des 16. Jahrhunderts sind vor allem die beiden Pal√§ste Mauro Codussis, die Ca' Vendramin und der Pal. Corner Spinelli, ersterer mit einem R√ľckgriff auf einen T-f√∂rmigen Saal. Was den Profanbau angeht, so konnte, ganz im Gegensatz zum Sakralbau , Andrea Palladio in Venedig nie Fu√ü fassen. In seinen "Quattro Libri" sind zwar Entw√ľrfe f√ľr die Ca'Corner della Ca' Granda und den Palazzo Grimani √ľberliefert, doch war die konservative Haltung der Venezianer in Bezug auf die architektonische Gestaltung Ihrer Heimatstadt hier nicht zu √ľberwinden. Eben die nach Entwurf von Jacopo Sansovino entstandene Ca' Corner, ein am Canal Grande gelegener Palast der Familie Cornaro, ist ein epochemachender Bau der Hoch- Renaissance mit einen quadratischen Innenhof nach r√∂mischem Vorbild. Ein anderer bedeutender Architekt des Cinquecento (also des 16. Jahrhunderts ), Sebastiano Serlio , konnte manche seiner Vorstellungen in Kooperation mit dem Patrizier Francesco Zeno bei dessen neu zu errichtendem Palazzo verwirklichen.

Bis ins 18. Jahrhundert bleibt man der tradierten dreigeteilten Gebäudetypologie des Palastbaus weitgehend treu. Die letzten Großbauten, heute allesamt museal genutzt und zu diesem Zwecke nicht immer sorgfältig genug umgebaut, sind die Ca' Pesaro , die Ca' Rezzonico und der Palazzo Grassi . Neben dem opulenten Barock des Architekten Baldassare Longhena , der sich in den erstgenannten Gebäuden niederschlug, sind auch neoklassische, "antibarocke" Tendenzen unter Antonio Diedo und dem Architekten Andrea Tirali festzustellen.

Ein interessantes Bauwerk ist der Palazzo dei Camerlenghi, ehemals venezianisches Finanzministerium, kurz nach der Rialto-Br√ľcke. Dieser weist f√ľnf Fassadenseiten auf. Das Kuriosum ist aber nicht die Anzahl der Fassaden, sondern der Umstand dass man, vor jeder Seite stehend, auf den Canal Grande blicken kann.

Sakrale Bauten

(in Arbeit)

Museen

Die wichtigsten Museen Venedigs sind:

  • Gallerie Dell'Accademia
  • Palazzo Ducale
  • Galleria G. Franchetti alla Ca' d'Oro
  • Ca' Rezzonico - Museo del Settecento veneziano
  • Museo Correr
  • Ca' Pesaro - Galleria Internazionale d'Arte Moderna
  • Palazzo Grassi
  • Peggy- Guggenheim-Museum

Musik und Theater

Seit der Barockzeit ist Venedig eines der wichtigsten Zentren der abendländischen Musik, der Oper und des Theaters. Im nach Brandkatastrophen mehrfach wiederaufgebauten barocken Teatro La Fenice finden ganzjährig Symphoniekonzerte statt, die Opernsaison dauert von Dezember bis Juni.

Biennale

Die Biennale von Venedig gilt als eine der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen und wird seit 1895 alle zwei Jahre - bei mehrj√§hrigen Unterbrechungen in den Kriegsjahren - zwischen Juni und November veranstaltet. Mittlerweile findet eine Unterteilung in Kunst, Musik, Tanz, Theater, Film und Architektur statt. Die Kunstbiennale findet in den ungeraden, die Architekturbiennale in den geraden Jahre statt. Die Filmfestspiele sowie das Festival f√ľr Musik, Tanz und Theater finden j√§hrlich statt.

Die seit 1932 Ende August/Anfang September stattfindenden Filmfestspiele gelten als das älteste und, neben dem Filmfestival Cannes und der Berlinale , als eines der drei bedeutendsten Filmfestivals weltweit.

Bildung

Von den zahlreichen Bildungseinrichtungen der Stadt ist besonders die Universität Venedig erwähnenswert.

Persönlichkeiten

Francesco Guardi: Die Ausfahrt des Bucentaur zum Lido
Francesco Guardi: Die Ausfahrt des Bucentaur zum Lido

Dogen

  • Liste der venezianischen Dogen

Kulturelles und gesellschaftliches Leben

  • Domenico Alberti , Komponist und Botschafter, hier geboren
  • Tomaso Albinoni , Komponist
  • Jacopo de'Barbari , Maler und Kupferstecher
  • Giovanni Bellini , Maler
  • Bernardo Bellotto, Maler
  • Giovanni Battista Bononcini , Komponist, starb hier
  • Faustina Bordoni , S√§ngerin
  • Lord Byron , englischer Dichter
  • Giovanni Antonio Canale , genannt Canaletto, Maler
  • Vittore Carpaccio , Maler
  • Rosalba Carriera , Malerin
  • Giacomo Casanova , Reisender, Gelehrter, Schriftsteller und Liebhaber
  • Francesco Cavalli , Komponist
  • Bartolomeo Colleoni , S√∂ldnerf√ľhrer
  • Francesco Colonna , Schriftsteller
  • Gasparo Contarini , Theologe, Kardinal und Diplomat
  • Giovanni Croce , Komponist
  • Vincenzo Maria Coronelli , Kartograph
  • Andrea Gabrieli , Komponist
  • Antonio Caldara , Komponist
  • Luigi Ferrari , Bildhauer
  • Andrea Gabrieli , Komponist
  • Giovanni Gabrieli , Komponist
  • Baldassare Galuppi , Komponist
  • Silvestro Ganassi , Komponist und Instrumentenbauer
  • Giorgione , Maler
  • Carlo Goldoni , Kom√∂diendichter
  • Giovanni Legrenzi , Komponist, starb hier
  • Donna Leon , US-amerikanische Schriftstellerin
  • Antonio Lotti , Komponist
  • Lorenzo Lotto , Maler
  • Bruno Maderna , Komponist und Dirigent
  • Gian Francesco Malipiero , Komponist
  • Daniele Manin , radikaldemokratischer Revolution√§r
  • Benedetto Marcello , Komponist
  • Claudio Monteverdi , Komponist
  • Luigi Nono , Komponist
  • Marco Polo , Forschungsreisender
  • Jacopo Riccati , Mathematiker
  • Paolo Sarpi , Theologe und Historiker
  • Giovanni Battista Tiepolo , Maler
  • Jacopo Tintoretto , Maler
  • Tizian (Tiziano Vecellio), Maler
  • Antonio Vivaldi , Komponist
  • Richard Wagner, Komponist, starb hier
  • Ermanno Wolf-Ferrari , Komponist


Venezianische Päpste

Neben vielen anderen bedeutenden Personen stellte Venedig auch eine Reihe von Päpsten.

Papstname Zeitraum Pontifikat b√ľrgerlicher Name, vormalige Funktion
Gregor XII. 1406- 1415 Angelo Correr, Bischof von Olivolo
Eugen IV. 1431- 1447 Gabriele Condulmer, Bischof von Siena
Paul II. 1464 ‚Äď 1471 Pietro Barbo, Bischof von Vicenza und Padua
Alexander VIII. 1689 ‚Äď 1691 Pietro Ottoboni, Bischof von Brescia
Clemens XIII. 1758 ‚Äď 1769 Carlo Rezzonico, Bischof von Padua
Pius X. 1903 - 1914 Giuseppe Sarto, Patriarch von Venedig
Johannes XXIII. 1958 ‚Äď 1963 Angelo Giuseppe Roncalli, Patriarch von Venedig
Johannes Paul I. 1978 Albino Lucani, Patriarch von Venedig

Galerie

Siehe auch: Galerie im Artikel √ľber Canaletto

Literatur

Canaletto, Der Canal Grande (1738)
Canaletto, Der Canal Grande (1738)
  • Peter Feldbauer und John Morrissey: Weltmacht mit Ruder und Segel. Venedig 800-1600, Essen 2004. ISBN 3-88400-419-0
  • Richard Goy: Stadt in der Lagune. Leben und Bauen in Venedig, Stuttgart 1998. ISBN 3-89660-030-3
  • Norbert Huse: Venedig. Von der Kunst, eine Stadt im Wasser zu bauen, M√ľnchen 2005. ISBN 3-40652-746-9
  • Lothar M√ľller: Casanovas Venedig. Ein Reiselesebuch. Berlin 1998. - ISBN 3-80311-170-6
  • Gerhard R√∂sch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 2000. ISBN 3-17-014547-9
  • Wolfgang Wolters: Architektur und Ornament, M√ľnchen 2000. ISBN 3-406-45906-4

Weblinks

Wiktionary: Venedig ‚Äď Wortherkunft, Synonyme und √úbersetzungen
Commons: Venedig ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien
Wikiquote: Venedig ‚Äď Zitate
Wiktionary: Venedig ‚Äď Wortherkunft, Synonyme und √úbersetzungen

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Wikipedia

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