fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel AVUS: 30.01.2006 23:02

AVUS

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die AVUS (Automobil-Verkehrs- und ├ťbungs-Stra├če) ist die erste reine Autostra├če Europas und wurde 1921 f├╝r den ├Âffentlichen Verkehr freigegeben.

Die AVUS liegt im S├╝dwesten Berlins und ist das n├Ârdliche Teilst├╝ck der Autobahn A 115. Sie f├╝hrt vom Funkturm, wo sie an den Berliner Stadtring (A 100) anschlie├čt, ca. 9 km geradeaus durch den Grunewald bis nach Nikolassee. Bis zum April 1998 wurde die AVUS zus├Ątzlich auch als Rennstrecke genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Motiviert durch deutsche Misserfolge bei Automobil-Rennsportveranstaltungen wurde im Jahre 1909 die Automobil-Verkehrs- und ├ťbungsstra├če GmbH gegr├╝ndet, mit dem Ziel, die Wettbewerbsf├Ąhigkeit der deutschen Automobilindustrie zu f├Ârdern. Nach Umwandlung in eine Aktiengesellschaft begannen 1913 die Arbeiten f├╝r eine nur f├╝r Autos zugelassene Stra├če entlang der Wetzlarer Bahn von Charlottenburg nach Nikolassee.

Wegen des Ersten Weltkrieges wurden die Arbeiten 1914 kurz vor der Fertigstellung eingestellt. Erst im Jahre 1921 wurde die Rennstrecke durch private Investitionen von Hugo Stinnes vollendet und am 24. September 1921 er├Âffnet. Die geradlinige Rennstrecke verband die Nordkurve (Halensee, Charlottenburg) mit der bei Nikolassee gelegenen S├╝dkurve zu einem ca. 19 km langen Rundkurs. Nach der Er├Âffnung wurde die Strecke f├╝r den privaten Verkehr freigegeben. Ein einmaliges Durchfahren kostete die stattliche Summe von 10 Mark, eine Vierteljahreskarte 1000 Mark.

Bereits beim Er├Âffnungsrennen zeigten sich auf mangelnde Erfahrung im Fahrbahnaufbau zur├╝ckzuf├╝hrende Defizite der Strecke. In den Folgejahren wurden wegen der mit der Inflation einhergehenden wirtschaftlichen Not mobile Teile von der notleidenden Bev├Âlkerung demontiert und verkauft oder verheizt.

Im Jahr 1926 fand mit dem ersten Gro├čer Preis von Deutschland wieder ein gro├čes Autorennen statt, bei dem aufgrund widriger Witterungsbedingungen und des schlechten Streckenzustands 4 Todesopfer zu beklagen waren. Neben mangelnder Griffigkeit des Belags hatte die Strecke aufgrund des traditionellen Fahrbahnaufbaus bei mangelnder Verdichtung des Untergrunds Bodenwellen mit bis zu 10 cm H├Âhe. In den folgenden Jahren wurde die AVUS nun auch Versuchsstrecke f├╝r Stra├čenbau, auf der viele Elemente des heutigen Stra├čenbaus erstmals getestet wurden. Der Rennbetrieb kam infolge einer Absatzkrise der deutschen Automobilindustrie Mitte der 20er Jahre und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise weitgehend zum erliegen. Er wurde erst Anfang der 30er Jahre wieder regelm├Ą├čig aufgenommen.

Um die Rundengeschwindigkeiten zu erh├Âhen und um Platz f├╝r die heutige Halenseestra├če zu gewinnen wurde die alte Nordkurve 1937 durch eine ├╝berh├Âhte, bis zu 44┬░ steile, aus Backsteinen gemauerte Steilkurve mit einem wesentlich geringeren Radius ersetzt. Das nun jenseits der Halenseestra├če gelegene Verwaltungsgeb├Ąude wurde durch ein neues Geb├Ąude mit einem Zielrichterturm am Ausgang der Nordkurve ersetzt. Dieses dient heute als Motel. Gleichzeitig wurde eine neue Trib├╝nenanlage errichtet.

Der Anschluss zum Berliner Ring wurde 1940 f├╝r den Verkehr freigegeben, wodurch die AVUS als Zubringer endg├╝ltig ihren Privatstra├čencharakter verlor. Die auf dem Gel├Ąnde der Tankstelle an der Ausfahrt Spanische Allee gelegene S├╝dkurve wurde danach deswegen gesperrt. Eine projektierte ├╝berh├Âhte S├╝dkehre wurde wegen des Zweiten Weltkrieges nicht vollendet, der bereits aufgesch├╝ttete Wall wurde nach dem Krieg von der amerikanischen Besatzungsmacht als Schie├čplatz genutzt. Ersatzweise wurde nun die Motorradkurve am H├╝ttenweg zur S├╝dkehre, wodurch sich die Rennstrecke auf eine L├Ąnge von 8,3 km verk├╝rzte.

Vom Kriegsgeschehen im Zweiten Weltkrieg blieb die AVUS nicht ganz verschont. Das stark besch├Ądigte Nordtor wurde bald nach dem Krieg abgerissen. Da die Benutzung nun kostenfrei war hatte es ohnehin seine Funktion verloren. Nachdem in den ersten Nachkriegsjahren nicht an einen Rennbetrieb zu denken war, wurde nach Ausbesserung der gr├Âbsten Sch├Ąden bereits 1951 das erste Rennen gestartet. Die ├╝berh├Âhte Nordkurve erwies sich jedoch weiterhin als best├Ąndige Gefahrenquelle mit spektakul├Ąren Unf├Ąllen, von denen einige t├Âdlich endeten.

Da Steilkurven von der Motorsportbeh├Ârde der FIA generell als gef├Ąhrlich und nicht mehr zeitgem├Ą├č eingestuft wurden, riss man die ├╝berh├Âhte Nordkurve 1967 ab, um sie erneut durch eine flache Nordkurve zu ersetzen, die mit dem Platzbedarf des neuen Autobahndreiecks am Funkturm vertr├Ąglicher war.

Mit dem zunehmenden Individualverkehr wurden Sperrungen der AVUS f├╝r Rennsportveranstaltungen problematischer, da sie f├╝r den Trainingsbetrieb schon vor den Renntagen am Wochenende gesperrt werden musste. Der geradlinige Hochgeschwindigkeitskurs entsprach nicht mehr den Anforderungen des Rennsports und wurde mehrmals verk├╝rzt.

Nach der ├ľffnung der Berliner Mauer 1989 und dem damit noch einmal ansteigenden Verkehr von der Innenstadt zum Berliner Ring nahte daher das endg├╝ltige Ende des Rennbetriebs auf der AVUS. Obwohl noch versucht wurde, die Strecke durch Verk├╝rzung und Einrichtung von Schikanen zu entsch├Ąrfen und f├╝r das Publikum interessanter zu gestalten, wurde der Rennbetrieb schlie├člich 1998 komplett eingestellt.

Rennsport auf der AVUS

Zur Er├Âffnung der AVUS wurden am Wochenende des 24. und 25. September 1921 bei gro├čem Zuschauerinteresse in verschiedenen Klassen Autorennen ausgetragen. Das Hauptrennen gewann der Berliner Lokalmatador Christian Riecken in einem NAG . Die h├Âchste Durchschnittsgeschwindigkeit mit 128,8 km/h erreichte jedoch Fritz von Opel , der im Hauptrennen nach F├╝hrung zu Halbzeit mit Z├╝ndproblemen dritter wurde, am Vortag auf einer eine Runde k├╝rzeren Strecke in einer niedrigeren Motorenklasse.

W├Ąhrend der folgenden Inflationszeit war der Motorsport kaum finanzierbar. Lediglich am 11. Juni 1922 fand auf der AVUS noch ein gro├čes Autorennen statt, eingeleitet vom ersten Motorradrennen am 10. Juni auf der Strecke. Sieger des Autorennens wurde wieder Christian Riecken auf NAG. In den folgenden Jahren fanden so genannte Kleinwagenrennen statt, die zumindest von den Rundengeschwindigkeiten nicht mit den fr├╝hen Rennen vergleichbar waren.

Erst am 11. Juli 1926 wurde das n├Ąchste bedeutsame Autorennen gestartet, der erste Gro├če Preis von Deutschland auf der AVUS. Widrige Witterungsbedingungen und der unzureichende Stra├čenbelag f├╝hrten zu vielen Unf├Ąllen und Ausf├Ąllen. Schon im Training starb einer der damals noch vom Reglement geforderten Beifahrer bei einem Unfall in der S├╝dkurve. W├Ąhrend des Rennens kam Adolf Rosenberger mit seinem Mercedes am Ausgang der Nordkurve von der Piste ab und schlug in die Rundenz├Ąhltafel und ein Zeitnehmerh├Ąuschen ein. W├Ąhrend Rosenberger und sein Beifahrer den Unfall verletzt ├╝berlebten, starben zwei Studenten im Zeitnehmerh├Ąuschen und der Schildermaler an der Rundentafel. Den Sieg im Regenrennen, das nur 17 von 46 gemeldeten Fahrern beendeten, errang der damals noch weitgehend unbekannte Mercedes-Verk├Ąufer Rudolf Caracciola auf Mercedes .

Die gro├čen Rennen der 20er Jahre zogen bis zu 300000 Zuschauer an die Rennstrecke. Bedeutende Rennen wurden auf der AVUS erst wieder Anfang der 30er Jahre ausgetragen. Aufgrund der Streckencharakteristik bot sich die AVUS jedoch auch f├╝r Rekordversuche an. Der spektakul├Ąrste davon fand 1928 statt, als wiederum Fritz von Opel den raketengetriebenen Opel RAK 2 auf ├╝ber 230 km/h beschleunigte. Inspiriert zu diesem Fahrzeug wurde Opel durch den Raketenpionier Max Valier .

Beim 1931 trotz Weltwirtschaftskrise ├╝berraschend wieder ausgetragenen Rennen gewann wieder Caracciola. Dritter wurde der aufstrebende Manfred von Brauchitsch (beide auf Mercedes). Im Jahr 1932 ├╝berholte v. Brauchitsch mit seinem in Privat-Initiative mit Stromlinien-Verkleidung versehenen Mercedes SSKL den inzwischen zu Alfa Romeo gewechselten Caracciola kurz vor dem Ziel und siegte. Sowohl den Sieger als auch den Unfalltod eines tschechischen Fahrers soll der Wahrsager Erik Jan Hanussen vorhergesagt haben.

In den Jahren 1933 und 1934 gewannen Achille Varzi ( Bugatti ) und Guy Moll ( Alfa Romeo ).

Ausl├Ąndische Siege auf ausl├Ąndischen Fabrikaten kamen den regierenden Nationalsozialisten sehr ungelegen, so dass dem Rennsport bald mehr finanzielle Mittel zur Verf├╝gung standen. Die Konsequenz war die Entwicklung der ber├╝hmten Silberpfeile von Mercedes-Benz und Auto Union. Beim Rennen 1935 fruchtete diese Entwicklung mit einem Sieg von Luigi Fagioli auf Mercedes-Benz. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sprang von unter 210 km/h in den Jahren davor auf ├╝ber 238 km/h.

Der Bau der ├╝berh├Âhten Nordkurve 1936 f├╝hrte zur weiteren Erh├Âhung der Rundengeschwindigkeiten. Ebenso wurde im Fahrzeugbau durch Stromlinienverkleidungen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge erh├Âht. Das Rennen 1937 dominierten die Silberpfeile. Der Sieger Hermann Lang auf Mercedes-Benz erreichte einen Schnitt von ├╝ber 260 km/h, eine Durchschnittsgeschwindigkeit, die auf der AVUS durch die nun folgende Verk├╝rzung der Strecke nie wieder erreicht wurde, und ├╝berhaupt erst Jahrzehnte sp├Ąter beim Indy 500 ├╝bertroffen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die AVUS 1951 mit einem Rennen vor 350.000 Zuschauern wiederer├Âffnet. Im Jahre 1954 fand ein nicht zur Weltmeisterschaft z├Ąhlendes Formel-1 -Rennen mit den Mercedes-Benz W196 -Werkswagen statt. Es gewann Karl Kling vor Juan Manuel Fangio und Hans Herrmann .

Im Jahre 1959 fand der Gro├če Preis von Deutschland anstat wie bisher am N├╝rburgring auf der AVUS statt. Das F1-Rennen gewann Tony Brooks auf Ferrari . Im Sportwagenrennen starb jedoch der Vorjahressieger Jean Behra , als sein Porsche 718 im Regen ├╝ber die Steilwandkurve rutschte und mit dem Podest einer ehemaligen FLAK -Stellung kollidierte. Einen ├Ąhnlich spektakul├Ąren Unfall hatte Richard von Frankenberg 1956 unverletzt ├╝berstanden, der aus seinem Wagen geschleudert wurde, bevor dieser auf einem Parkplatz hinter der Nordkurve aufschlug und in Flammen aufging.

Damit war die gro├če Zeit der Grand-Prix -Rennen auf der AVUS vorbei. Der Schock sa├č so tief, dass drei Jahre lang ├╝berhaupt keine Autorennen auf der AVUS ausgetragen wurden. Danach fanden nur noch Rennen mit niedriger motorisierten Fahrzeugen statt. Die ├╝berh├Âhte Nordkurve wurde 1967 abgetragen.

Nach dem Fall der Berliner Mauer stieg der Verkehr auf der AVUS an, Sperrungen f├╝r Rennen wurden zunehmend problematischer. Bis Ende der 1990er Jahre fanden Rennen mit Tourenwagen und Nachwuchs-Formelwagen statt, wobei die Strecke auf 4,8 und 2,6 km verk├╝rzt wurde. Zudem wurden Schikanen eingebaut. Es kam trotzdem zu kuriosen Zwischenf├Ąllen und leider auch schweren Unf├Ąllen. So ├╝berquerte in der Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft der BMW M3 von Dieter Quester einmal funkenspr├╝hend die Ziellinie auf dem Dach, was noch f├╝r den dritten Platz reichte. Der Opel von Louis Krages (alias John Winter) fing in der Nordkurve nach einem Unfall Feuer.

F├╝r die DTM war die Strecke kein Thema mehr, nachdem bei einer Startkollision das gesamte Starterfeld au├čer Gefecht gesetzt wurde. Einige andere Rennserien fuhren jedoch weiterhin auf der AVUS, so blieben weitere Unf├Ąlle nicht aus. Der Brite Keith Odor starb 1995 in einem STW -Rennen, nachdem sein Wagen in die Fahrerseite gerammt wurde - das erste der beiden Rennen an diesem Tag hatte er noch gewonnen. Der sp├Ątere Formel-1 -Pilot Alexander Wurz , damals in einem Formel 3 -Wagen, stie├č mit einem DMSB -Streckensicherungsfahrzeug zusammen.

Im Jahre 1998 fanden die letzten Rennen statt, 1999 gab es eine Abschiedsfeier. Im Jahre 2000 wurde der Eurospeedway Lausitz eingeweiht, der als Ersatz f├╝r die AVUS dienen soll und zudem von Berliner Banken finanziert wurde.

Nicht motorisierte Nutzung

Obwohl die AVUS seit ihrer Er├Âffnung nur f├╝r motorisierten Verkehr zugelassen war, fanden und finden gelegentlich auch nichtmotorisierte Veranstaltungen auf der AVUS statt. Anl├Ąsslich der Olympischen Spiele 1936 verliefen sowohl der Marathonkurs als auch der Kurs des Stra├čenradrennens ├╝ber die AVUS.

In den Wirren der Nachkriegsjahre wurde die kaum befahrene Strecke zeitweise sogar f├╝r Pferdefuhrwerke freigegeben, was allerdings bald wieder zur├╝ckgenommen wurde.

An den vier autofreien Sonntagen w├Ąhrend der ├ľlkrise 1973 wurde die AVUS (unerlaubt) von begeisterten B├╝rgern mit allen m├Âglichen nicht motorisierten Vehikeln genutzt. In den 90er Jahren begann die Tradition der Fahrradsternfahrten des ADFC , die jedes Mal Tausende von Radfahrern an einem Sonntag in Juni auf die AVUS bringt.

Kuriosum

Als kurios gilt die Anschlussstelle H├╝ttenweg. An dieser Stelle weist die AVUS, aus n├Ârdlicher Richtung kommend, eine Rechtskurve auf. Schaut man sich dagegen Stadtpl├Ąne an, so ist diese Kurve dort nicht verzeichnet. Der historische Ursprung f├╝r diese den Tatsachen nicht entsprechende Darstellung ist bis heute nicht gekl├Ąrt. An dieser Anschlussstelle wurde auch eine Verfolgungsjagd f├╝r den James Bond -Film Octopussy gedreht.

Weblinks


Koordinaten: 52┬░28'50" N 13┬░15'05" O

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel AVUS aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels AVUS verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de