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Letzte Änderung für Artikel Berliner Funkturm: 09.02.2006 14:43

Berliner Funkturm

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Berliner Funkturm
Berliner Funkturm
Funkturm - blaue Illumination bei Nacht anlÀsslich der Funkausstellung 2005
Funkturm - blaue Illumination bei Nacht anlÀsslich der Funkausstellung 2005

Der Berliner Funkturm ist ein von 1924 bis 1926 von Heinrich Straumer in Berlin erbauter Sendeturm .

Er befindet sich auf dem Areal des Berliner MessegelĂ€ndes im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Funkturm ist ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt, allerdings ist der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz mehr als doppelt so hoch wie der Funkturm. Entgegen einiger Darstellungen in ReisefĂŒhrern und von TouristenfĂŒhrern wird die Bezeichnung Langer Lulatsch im Volksmund kaum benutzt.

Am 3. September 1926 wurde der Funkturm anlĂ€sslich der 3. Großen Deutschen Funkausstellung eröffnet. Heute steht er unter Denkmalschutz .

Inhaltsverzeichnis

Bauweise

Die Struktur des Turmes ist eine Stahl fachwerkkonstruktion , genauer eine vertikale Kragarmkonstruktion , wie beim Eiffelturm in Paris . UrsprĂŒnglich wurde der 150 m hohe und ca. 600 t schwere Funkturm als reiner Sendemast entworfen. NachtrĂ€glich wurde auf ca. 52 m ein Restaurant und auf ca. 125 m eine Aussichtsplattform angebracht. Zu erreichen sind diese Anbauten mit einem 4 m/s schnellen Lift.

Der Funkturm verfĂŒgt ĂŒber zwei bautechnische Besonderheiten. Einerseits kommt er mit einer GrundflĂ€che von 20 mal 20 Metern aus, was einem VerhĂ€ltnis der GrundflĂ€che zur Höhe von 1:6,9 entspricht. Zum Vergleich: Der Eiffelturm hat eine GrundflĂ€che von 129 mal 129 Metern, was einem VerhĂ€ltnis von 1:2,3 entspricht.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Funkturm wahrscheinlich der einzige Aussichtsturm der Welt ist, der auf Porzellanisolatoren steht. Er wurde als Selbststrahlender Sendemast entworfen, um ein Abfließen der Sendeenergie ĂŒber den Turm zu verhindern. Die Funktion der Isolatoren wurde aber ĂŒber eine Erdung des Turmes durch den Fahrstuhlschacht umgangen. Die Isolatoren wurden von der Königlich-Preußischen Porzellanmanufaktur gefertigt.

Am 22. MĂ€rz 1935 wurde von seiner Spitze aus das erste regulĂ€re Fernsehprogramm der Welt abgestrahlt. Seit 1963 wird der Sendemast auf der Turmspitze nicht mehr fĂŒr Rundfunksendungen verwendet, sondern nur noch als Relaisstation fĂŒr Amateurfunk, nichtöffentliche Landfunkdienste wie Polizeifunk und fĂŒr den Mobilfunk .

Die letzte komplette Sanierung fand im Jahr 1987 zur 750-Jahrfeier von Berlin statt.

Abmessungen des Berliner Funkturms

Einer der vier FĂŒĂŸe des Berliner Funkturms
Einer der vier FĂŒĂŸe des Berliner Funkturms
  • Höhen
    • Höhe KĂŒchengeschoß: 48,122 m
    • Höhe Restaurantgeschoß: 51,652 m
    • Höhe Aussichtskanzel: 121,492 m
    • Höhe Aussichtsplattform: 124,092 m
    • Höhe Turmschaft: 129,292 m
    • Höhe Turm: 150,062 m
  • Querschnitte des Turmes
    • Spreizung der FĂŒĂŸe direkt oberhalb der Fundamente: 18,5 m
    • Abstand der Fundamentkanten am Boden: 24,5 m
    • Querschnitt im KĂŒchengeschoß: 9,1 m
    • Querschnitt Höhe Restaurantboden: 15 m
    • Querschnitt des Restaurantdaches: 18,7 m
    • Querschnitt Aussichtskanzel: 4,4 m
    • Querschnitt Aussichtsplattform: 7,9 m
  • Sonstige Querschnitte
    • Querschnitt der Fundamentsockel am Erdboden: 5,7 m
    • Querschnitte Aufzugsschacht
    • unterhalb des Restaurant: 4,05 m
    • oberhalb Restaurant: 2,4 m
  • Gewicht: 600 Tonnen

Chronik des Berliner Funkturms

  • Dezember 1924: Nach Abschluss der 1. Funkausstellung wird mit dem Bau des Funkturms begonnen. Ein am Standort des heutigen Funkturms fĂŒr diese Messe errichteter, abgespannter, 120 Meter hoher Antennenmast dient hierbei als Kran.
  • April 1925 : Der Funkturm ist im Rohbau fertig.
  • 25. September 1925: Aufnahme des Sendebetriebs auf der Mittelwellenfrequenz 520,8 kHz. Als Antenne dient eine T-Antenne , die zwischen seiner Spitze und der eines 80 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmasten gespannt ist.
  • 1925/26: Zum Schutz der Besucher vor elektrischen SchlĂ€gen wird auf eine vollstĂ€ndige Isolation des Funkturms verzichtet und der Turm ĂŒber seinen Fahrstuhlschacht geerdet, obwohl hierdurch die Hauptstrahlrichtung des MW-Senders von Berlin weggedreht wird.
  • 28. MĂ€rz 1926 : Bauabnahme des Berliner Funkturms
  • 3. September 1926: Zur 3. Funkausstellung wird der Berliner Funkturm fĂŒr den Publikumsverkehr geöffnet.
  • 1929 : Frequenzumstellung des MW-Senders auf 716kHz, Abstrahlung erster Fernseh-Versuchssendungen.
  • 20. Dezember 1933 : der neue Großsender in Berlin-Tegel ĂŒbernimmt die vom Funkturm ausgestrahlten Rundfunksendungen. Der MW-Sender am Funkturm ist nur noch Reservesender.
  • 1934 : Umstimmung des nicht mehr regulĂ€r betriebenen MW-Senders auf 834kHz
  • 22. MĂ€rz 1935 : Von einer Antenne auf der Spitze des Berliner Funkturms wird das erste regulĂ€re Fernsehprogramm abgestrahlt
  • 19. August 1935: Großbrand in der Messehalle am Funkturm. Zerstörung aller Sendeeinrichtungen am Funkturm. Durch Funkenflug gerĂ€t auch das Turmrestaurant in Brand.
  • 23. Dezember 1935: Wiederaufnahme der Fernsehsendungen
  • 1938 : Abbau der Fernsehsendeantenne
  • 1939 - 1945 : Der Funkturm dient als Warn- und Beobachtungsposten.
  • 19. April 1945: Einige Granaten zerstören eine der vier Tragstreben in 38 Meter Höhe. Das Restaurant brennt erneut aus.
  • 1945: Reparatur des zerstörten Turmbeins mit 800kg Schrauben und 7,2 Tonnen Stahl.
  • 1948 : Richtfunkversuche zum Bocksberg im Harz.
  • 28. Mai 1950 : Das Turmrestaurant wird wiedereröffnet.
  • 1951 : Montage einer Schmetterlingsantenne auf der Turmspitze fĂŒr die Abstrahlung von UKW -Hörfunk- und Fernsehprogrammen. Hierdurch wurde der Turm um 12 Meter höher. (Höhe des Funkturms bis 1951 138 Meter, seit 1951 150 Meter)
  • 1. Oktober 1951 : Wiederaufnahme des - durch Krieg und unmittelbare Nachkriegszeit unterbrochenen - Fernsehsendebetriebes am Berliner Funkturm.
  • 15. Mai 1963 : Nach Fertigstellung des Sendemasten am Berliner Scholzplatz wird die regulĂ€re Aussendung von Fernseh- und Rundfunkprogrammen vom Funkturm fast vollstĂ€ndig eingestellt.
  • 1973 : Einstellung des regulĂ€ren Rundfunksendebetriebs am Funkturm
  • 1989 : Demontage der letzten am Funkturm installierten SendegerĂ€te fĂŒr Rundfunk und Fernsehen.

Siehe auch

Literatur

  • Archiv fĂŒr das Post- und Fernmeldewesen, 29. Jahrgang Nr. 5. Bonn, September 1977 (S. 392-421)
  • Archiv fĂŒr das Post- und Fernmeldewesen, 25. Jahrgang Nr. 5/6. Bonn, September 1973 (S. 668-671, S. 778-794)
  • Wie man ein Wahrzeichen wird (herausgegeben 1976 vom Verlag A. und E. Freud). ISBN 3-921532-04-3
  • 65 Jahre Funkturm: Ein Wahrzeichen geht nicht in den Ruhestand (herausgegeben von der Messe Berlin GmbH zum 65. Geburtstag des Funkturms 1991)
  • Klawitter, Gerd: 100 Jahre Funktechnik in Deutschland Funksendestellen rund um Berlin. Berlin, Wissenschaft und Technik Verlag, 1997.

Weblink

Commons: Berliner Funkturm – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 52° 30' 18" N, 13° 16' 41" O

Wikipedia

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