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Letzte Änderung für Artikel Hundekehlesee: 22.12.2005 18:15

Hundekehlesee

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Bick zum Ostufer, links ÔÇ×Villa Konschewski"
Bick zum Ostufer, links ÔÇ×Villa Konschewski"

Der Hundekehlesee liegt im Westen des Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf am Rande der Villenkolonie Grunewald und des gleichnamigen Forstes. Der See mit einer Fl├Ąche von etwa 72.000 Quadratmetern hat eine l├Ąngliche Form in Nord-S├╝d-Ausrichtung und geh├Ârt zur Glazialen Rinne der Grunewaldseenkette. Gespeist wird der See vom s├╝dlich gelegenen Grunewaldsee ├╝ber den Hundekehlegraben im benachbarten Naturschutzgebiet Hundekehlefenn. Nord├Âstlich schlie├čt sich in der Seenkette nach rund 500 Metern der Dianasee an, allerdings ist die Grunewaldrinne zuvor durch drei bebaute Stra├čenz├╝ge unterbrochen und erst wieder in einem kleinen unscheinbaren und namenlosen Park wahrnehmbar, der dem Dianasee s├╝dlich der Fontanestra├če vorgelagert ist.

Inhaltsverzeichnis

Tennis und Villen

LTTC Rot-Wei├č Berlin, Steffi-Graf-Stadion
LTTC Rot-Wei├č Berlin, Steffi-Graf-Stadion

LTTC Rot-Wei├č Berlin

Auf der Westseite des Sees befindet sich ein ├Âffentlicher Waldwanderweg, der Berlins beliebtestes Auslaufrevier f├╝r Hunde, das am Grunewaldsee beginnt, bis zur AVUS, der Autobahn 115, fortsetzt. Die ├╝brigen Seeseiten sind ├Âffentlich nicht zug├Ąnglich. Direkte Anrainer sind hier unter anderem die berittene Polizei Berlins sowie der Tennisclub LTTC Rot-Wei├č Berlin mit dem Steffi-Graf -Stadion, das herrlich ├╝ber dem See liegt und im September 2004 nach einem Schaukampf von Steffi Graf auf den Namen der erfolgreichen Spielerin getauft wurde.

Villa Konschewski am Ostufer

Das Viertel zwischen dem Hundekehlesee und Dianasee mit den Stra├čenz├╝gen Gottfried-von-Cramm -Weg/Oberhaardter Weg, Douglasstra├če und Gustav-Freytag -Stra├če d├╝rfte zu den gediegensten Bereichen im Grunewald selbst und in Berlin geh├Âren. Viele Villen gleichen kleinen Pal├Ąsten und eine hohe Zahl der Geb├Ąude und Gartenanlagen sind als Baudenkmal gesch├╝tzt. Fast jedes Geb├Ąude ist restauriert und viele Geb├Ąude sind heute in mehrere Einheiten aufgeteilt und vermietet, trotz der sehr hohen Preise gibt es wenig Leerstand. Neben Privatpersonen und Firmen haben hier einige Botschaften wie die der Republik Irland oder der Tschechischen Republik ihr Domizil.

Haus Flechtheim - Villa oder Palast?
Haus Flechtheim - Villa oder Palast?
Villa Konschewski
Villa Konschewski

Ein besonderes Beispiel dieser Bauten bietet die mehrteilige und restaurierte Villa Konschewski von 1923 am Gottfried-von-Cramm-Weg 33/37, deren ausgedehnte und gesch├╝tzte Gartenanlage sich in Terrassen zum Ostufer des Sees herunterzieht. Bauherr war Dr. Moritz Konschewski, Direktor einer pommerschen Papierfabrik. Das Baudenkmal wird gelegentlich auch nach ihrem Architekten als ÔÇ×Oskar-Kaufmann-Villa" bezeichnet, der bereits 1908 das Hebbeltheater und 1914 die Volksb├╝hne gebaut hatte und 1927 das Renaissance-Theater errichtete. Der ungarische Baumeister Oskar Kaufmann (1873-1956) hat mit der Villa Konschewski ├Ąhnlich dem Renaissance-Theater einen Art-D├ęco-Bau geschaffen, der mit Elementen des Neo-Rokoko gemischt ist. Bei der Grundsanierung in den 1990er Jahren musste ÔÇô mit Zustimmung des Landeskonservators ÔÇô das Remisengeb├Ąude abgerissen werden, an seine Stelle trat ein Neubau. Die Villa ist heute in mehrere Einheiten aufgeteilt.

Gegen die Gr├╝ndung Gro├č-Berlins im Jahr 1920 kam aus der Kolonie massiver Widerstand, da die ans├Ąssigen Unternehmer, Bankiers, Professoren und K├╝nstler auf die Steuervorteile der Landgemeinde Grunewald nicht verzichten wollten. Die pomp├Âsen Villen der vorletzten Jahrhundertwende und neuere moderne Luxusbauten, die sich um das S├╝dufer gruppieren, veranlassten den Schriftsteller und Lyriker Robert Gernhardt 2001 in einem Kursbuch zum Thema ÔÇ×Die Neidgesellschaft" im Beitrag ÔÇ×Fr├╝hsommerabend am Hundekehlesee" zu den Zeilen:

O da├č es doch niemand den Armen erz├Ąhlte,
sie m├╝├čten sich nicht mal durch Brei hindurchfressen.
Das Schlaraffenland l├Ąge
direkt um die Ecke:
┬╗Es liegt nur an euch, euch dort breitzumachen┬ź.

Hundequele oder Rotsee

Eine erste Erw├Ąhnung als Hundekehl, Einzeln Fischerhau├č bei Schmargendorff findet sich 1774 in den Typographischen Nachrichten von der Mark Brandenburg. Aus dem Jahr 1805 gibt es eine Beschreibung als Hundekehl, Forsthaus zu Dahlem geh├Ârig. Das heutige, pr├Ąchtige Forsthaus ÔÇ×Hundekehle" liegt rund 200 Meter s├╝dlich am Hundekehlefenn.

Moderne Luxusbauten am S├╝dufer
Moderne Luxusbauten am S├╝dufer

F├╝r die Namensherkunft ÔÇ×Hundekehle" gibt es zwei Erkl├Ąrungsans├Ątze. Laut der Berlinischen Edition Luisenstadt leitet sich der Name von dem alten Begriff ÔÇ×Hundequele" als Sammelstelle f├╝r die Hundemeuten bei der Treibjagd ab. Folgt man dieser Erkl├Ąrung, h├Ątte diese Sammelstelle im benachbarten Hundekehlefenn gelegen, das dem See den Namen gegeben h├Ątte. F├╝r diese Version spricht zum einen die N├Ąhe des Jagdschlosses Grunewald am benachbarten Grunewaldsee, zum anderen die ÔÇ×Hundekehlestra├če" im Ortsteil Schmargendorf, denn diese Stra├če hie├č noch um 1890 ÔÇ×Hundequeleweg"

Laut Gerhard Schlimpert, Namensexperte f├╝r den Teltow, geht diese Version offenbar auf Vorschl├Ąge von Herrmann Patzig aus dem Jahr 1926 zur├╝ck. Da es keine Hinweise auf den Namen des Sees vor dem 18. Jahrhundert gibt, vermutete Patzig, dass der Hundekehlesee mit dem 1567 genannten ┬╗Rotsee┬ź, 1598 den halben ┬╗Rotsehe┬ź identisch sei. Patzig brachte den Namen mit der Einrichtung eines Hundehauses in Verbindung. Da es daf├╝r allerdings keine Belege g├Ąbe, h├Ąlt Schlimpert nach mehreren Begriffsvergleichen (zum Beispiel ÔÇ×Silberkehle") alternativ f├╝r m├Âglich, das Bestimmungswort Hunde k├Ânne zum mittelniederdeutschen hunt f├╝r Ma├č, Ackerma├č, 1/6 Morgen geh├Âren und bringt Kehle mit dem mittelniederdeutschen kele, keel f├╝r Schlucht, Bergenge in Verbindung.

Literatur

  • Gerhard Schlimpert, Brandenburgisches Namensbuch, Teil 3, Die Ortsnamen des Teltow , Hermann B├Âhlaus Nachf., Weimar, 1972, zum Begriff ÔÇ×Hundekehle" Seite 226. Dort auch Zitate zum Namen 1774 und 1805 aus den Typographischen Nachrichten von der Mark Brandenburg.
  • Herrmann Patzig, Alte Ortsnamen im Westen Grp├č-Berlins, Ihr Ursprung und ihre Bedeutung. Berlin 1926. Hier wiedergegeben nach: Gerhard Schlimpert ..., siehe vorstehend.
  • Die Neidgesellschaft. Kursbuch, Heft 143. Hrsg. Karl Markus Michel u.a., Rowohlt Verlag, Berlin 2001 ISBN 3871341436

Weblinks


Koordinaten: 52┬░ 28ÔÇ▓ 56" N, 13┬░ 15ÔÇ▓ 32" O

Wikipedia

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