fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Riemeisterfenn: 11.01.2006 14:10

Riemeisterfenn

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Riemeisterfenn ist ein Naturschutzgebiet im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf am Rande des Grunewalds. Das Fenn ist eine sumpfig-morastige Niederung des „Riemeistersees", der seit Beginn des 20. Jahrhunderts weitgehend verlandet ist und zĂ€hlt als eines der letzten Berliner Moore zu den Resten der ursprĂŒnglichen Vegetation. Es ist Teil der Grunewaldseenkette und verbindet – heute per Kanal – die sĂŒdwestlich gelegene Krumme Lanke mit dem nördlich anschließenden Naturschutzgebiet Langes Luch.

Fennkanal und Rest des Sees
Fennkanal und Rest des Sees

Inhaltsverzeichnis

Hydrogeologie

Senkung des Grundwasserspiegels

Morastig-sumpfiger Teil
Morastig-sumpfiger Teil

In den fĂŒnfzig Jahren zwischen 1861 und 1910 vervierfachte sich die Berliner Bevölkerung von 500.000 auf 2.000.000 Einwohner, der Groß-Raum Berlin zĂ€hlte bei seinem Zusammenschluss im Jahr 1920 knapp vier Millionen Bewohner. Um die Versorgung mit Trinkwasser zu sichern, kam es mit verschiedenen Brunnenbauten zur Entnahme von Grundwasser . Zwar verfĂŒgt das geologisch junge Berliner Urstromtal, wie auch die Glaziale Rinne der Grunewaldseenkette, ĂŒber einen hohen Grundwasserspiegel, dennoch sank der Spiegel durch die Entnahmen so weit, dass die Grunewaldseen und -Moore keinen Grundwasseranschluss mehr besitzen. 1911 fiel der Riemeistersee trocken, zwei Jahre spĂ€ter begannen die Berliner Wasserwerke mit der auch heute noch notwendigen Maßnahme, der Seenkette Havelwasser zuzupumpen, um die Feuchtgebiete und die Uferbereiche der Seen zu erhalten. An der Nordseite fĂŒhrt der Fennkanal das Wasser am GelĂ€nde vorbei zum Langen Luch und zum Grunewaldsee.

Wasserwerk Riemeisterfenn
Wasserwerk Riemeisterfenn

Wasserwerk Riemeisterfenn

1957 bauten die Wasserwerke am SĂŒdwestende des Naturschutzgebietes das „Wasserwerk Riemeisterfenn", dessen technische Anlagen zum Schutz der Landschaft mit hohem Kostenaufwand unter die Erde gelegt wurden. Der Aufwand hat sich insofern gelohnt, als dass das GebĂ€ude mit seinem riesigen und tief nach unten gezogenen Reetdach nicht den Eindruck eines Werkes vermittelt. Die tĂ€gliche FörderungskapazitĂ€t des 28 Meter tiefen Horizontalfilterbrunnen mit seinen 13 FilterstrĂ€ngen und 2 Tauchpumpen liegt bei 20.400 Kubikmeter Wasser. Damit trĂ€gt das vergleichsweise kleine Werk lediglich rund 2,3 % zur Leistung aller Berliner Wasserwerke bei und dient im wesentlichen zur Versorgung der Villenviertel in der nĂ€heren Umgebung. Dennoch bleibt das Problem der Grundwasserförderung aus den WĂ€ldern ... bis heute aktuell, wie Reiner Cornelius 1995 zu einem Statement im Betriebsplan der „Berliner Forsten" von 1930 resĂŒmiert: Im Grunewald sind z.B. die ursprĂŒnglich reichlich vorhandenen Voraussetzungen fĂŒr den Anbau anspruchsvoller Laubhölzer durch die Grundwasserabsenkungen so verdorben, daß ihre Erziehung heute wirtschaftlich nur auf einem beschrĂ€nkten Raum zu rechtfertigen wĂ€re.

Naturschutz

Schwanenblume Butomus umbellatus
Schwanenblume Butomus umbellatus

Schutzzweck und Flora

Das „Naturschutzgebiet " Riemeisterfenn umfasst eine FlĂ€che von 7,2 Hektar und soll laut Verordnung vom 4. Mai 1987 die dort noch vorhandene Flora und Fauna mesotropher Moorweiher und ErlenbruchwĂ€lder erhalten und neue Ansiedlungsmöglichkeiten erschließen. Die Verlandungsvegetation soll sich störungsfrei entwickeln und der Schichtaufbau des Moorgebietes bewahrt werden. Seltene wildwachsende Pflanzen wie das bedrohte Sumpfknabenkraut (Orchis palustris) oder die Schwanenblume finden im Riemeisterfenn das nĂ€hrstoffarme, saure Wasser, auf das sie angewiesen sind. Die ErlenbruchwĂ€lder sollen durch wechselnasse Zonen gefördert, gebietsfremde GewĂ€chse wie SpĂ€te Traubenkirsche (Prunus serotina) und Eschen-Ahorn (Acer negundo) beseitigt werden.

Dammbruch

EuropÀischer Hecht Esox lucius
EuropÀischer Hecht Esox lucius

Zur konsequenten Umsetzung der Schutzmaßnahmen mit der Schließung des Gebietes zum Moor kam es erst zwölf Jahre spĂ€ter. 1998 wurde durch Senatsverordnung eine Verbindung des Fenns zu den Seen geschlossen, die sich nach einem Dammbruch in den 1960er Jahren gebildet hatte. Diese Maßnahme war umstritten, da sich der ursprĂŒngliche See zum Teil wieder herausgebildet hatte und bereits ĂŒber eine Population von Aalen , Hechten und Karpfen verfĂŒgte. Mit der Wasserzufuhr war wiederum das Biotop Moor mit seinem nĂ€hrstoffarmen und sauren Wasser und die davon abhĂ€ngige Flora und Fauna bedroht. Der Berliner Senat gab den seltenen Pflanzen und der Moorbildung den Vorzug, die Fische wurden aufgegeben und erstickten nach der Schließung des Damms. Im Jahr 2005 hat der See allerdings erneut eine erhebliche Ausdehnung erreicht.

Wer war Riemeister?

In Zehlendorf sind neben dem Riemeisterfenn die Riemeisterstraße und die Riemeister-Grundschule nach Riemeister benannt. Der Chronist Fritz KrĂŒger schreibt dazu: Im Jahr 1251 verkauften die Markgrafen das Dorf Crummensee an das Kloster Lehnin . Der Abt legte 50 Jahre spĂ€ter das verfallene Dorf mit Zehlendorf zusammen und setzte zur Beaufsichtigung der WĂ€lder und Seen einen Riedmeister ein. Aus „Riedmeister“ wurde „Riemeister“. So wurde der Riemeistersee direkt nach seinem Verwalter benannt und der Name fand Eingang in verschiedene Namensgebungen.

Onkel-Toms-HĂŒtte

Schild

Die „Onkel-Tom-Straße" trennt das Riemeisterfenn im Nordosten vom „Langen Luch". Den Namen erhielt die Straße von dem ehemaligen Ausflugslokal „Onkel-Toms-HĂŒtte", das mit seinem lĂ€ndlich-rustikalen Charme bei den Berlinern beliebt und berĂŒhmt war. Die Stadt erteilte 1884 die Genehmigung zum Bau eines Wirtschaftshauses mit einem massiven Stall, aus dem bereits ein Jahr spĂ€ter das „Wirtshaus Riemeister" nahe dem SĂŒdostufer des zu dieser Zeit noch bestehenden Sees hervorging. Das Wirtshaus sollte die VersorgungslĂŒcke im Ausflugsverkehr zwischen den Lokalen „FischerhĂŒtte" am Schlachtensee und „Paulsborn" am „Grunewaldsee“ schließen. Die strohgedeckte Holzhalle mit Kaffeegarten animierte den Berliner Volksmund schon bald zum Namen „Onkel-Toms-HĂŒtte", der sich dann auch durchsetzte. 1978 kam es zum Abriss des bereits lĂ€ngere Zeit baufĂ€lligen GebĂ€udes, das GelĂ€nde wird heute von einem, wiederum gleichnamigen, Reiterverein genutzt, der auf seinem GelĂ€nde eine öffentliche ReiterschĂ€nke betreibt.
Der rund 700 Meter östlich gelegene U-Bahnhof der Linie 3 erhielt den Namen Onkel Toms HĂŒtte

Quellen

Literatur

  • Reiner Cornelius, Geschichte der Waldentwicklung, Hrsg. Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung und Umweltschutz Berlin, Reihe Monitoringprogramm Naturhaushalt, Heft 3, Vertrieb durch Kulturbuchverlag Berlin, 1. Aufl. 1995 ISSN 0946-3631 Zitat und Wiedergabe aus Berliner Forsten 1930, ErlĂ€uterung zum Betriebsplan ... S. 38

Weblinks


Koordinaten: 52° 27â€Č 19" n. Br., 13° 14â€Č 37" ö. L.

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
BĂ€kemĂŒhle 14532 Kleinmachnow   033203 / 78008
Hettler & Lange 14532 Kleinmachnow http://www.hettler-lange.de  033203 / 79684
Hammer's Landhotel 14513 Teltow http://www.hammers-landhotel.de/  03328 / 414 23
NH Berlin Potsdam 14532 Kleinmachnow http://www.nh-hotels.com/listapaises/de/europe/deutschland/berlin/nh_berlin_potsdam.html  033203 / 490
Hoteltow 14513 Teltow http://www.hoteltow.de/ Kategorie: 3Kategorie: 3Kategorie: 303328 / 40 - 0

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Riemeisterfenn aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Riemeisterfenn verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de