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Letzte Änderung für Artikel Isar: 20.02.2006 15:23

Isar

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Die Isar ist ein Fluss in Tirol ( ├ľsterreich ) und Bayern ( Deutschland ). Die wichtigsten St├Ądte an ihrem 295 km langen Lauf sind M├╝nchen, Freising und Landshut. Die Auspr├Ągung als typischer Gebirgs- und Voralpenfluss mit breitem, sich st├Ąndig verlagerndem Flussbett , ausgedehnten Kiesb├Ąnken und verzweigten Flussarmen weist sie nur noch in einzelnen Bereichen des Oberlaufs auf. Gemessen am durchschnittlichen Jahresabfluss von 175 m┬│/s ist die Isar nach Donau, Inn und Salzach, und noch vor dem Main, der viertgr├Â├čte Fluss Bayerns (siehe Diskussion).

Die Isar s├╝dlich von M├╝nchen
Die Isar s├╝dlich von M├╝nchen

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Nach der gel├Ąufigsten Deutung setzt sich der Name Isar aus den keltischen Worten ys (schnell, rei├čend) und ura (Wasser, Fluss) zusammen. Nach einer anderen Interpretation steht allerdings ys gleichzeitig f├╝r hoch und tief und bezeichnet damit die Vertikale. Im Bereich des fr├╝heren keltischen Siedlungsgebietes leiten sich eine Reihe von Flussnamen von dem Wort ab:

  • Iser ( Tschechien )
  • Is├Ęre ( Frankreich )
  • Isel ( ├ľsterreich )
  • Ijssel ( Niederlande )
  • Isarco ( Italien )

Auch die Bezeichnung f├╝r den unteren Flussabschnitt der Donau Ister hat vermutlich den gleichen keltischen Ursprung. Eine neuere Deutung bezieht sich auf eine hypothetische indogermanische Wurzel es oder is und leitet daraus eine generische Bezeichnung f├╝r ÔÇ×(flie├čendes) WasserÔÇť ab. Die Interpretation Hans Bahlows hingegen, dass sich das Wort Isar von es, as oder os ableiten l├Ąsst und damit als ÔÇ×SumpfwasserÔÇť zu interpretieren ist, ist in Fachkreisen sehr umstritten.

Geografie

Einzugsbereich der Isar
Einzugsbereich der Isar
Die Isar in S├╝dbayern
Die Isar in S├╝dbayern
Infotafel am Isarursprung
Infotafel am Isarursprung

Die Isar entw├Ąssert einen gro├čen Teil der Bayerischen Alpen sowie Teile des Karwendelgebirges nach Norden zur Donau und damit letztendlich zum Schwarzen Meer hin. Insgesamt umfasst das Einzugsgebiet etwa 9.000 Quadratkilometer . Da der Niederschlag im Winter vor allem in den Alpen zumeist als Schnee f├Ąllt, f├╝hrt die Isar w├Ąhrend der Schneeschmelze im Fr├╝hsommer besonders viel Wasser. Mit einem mittleren Abfluss von 180 Kubikmetern pro Sekunde ist sie mit mittelgro├čen deutschen Fl├╝ssen wie der Mosel und dem Main vergleichbar und transportiert knapp mehr als doppelt Wasser wie die Ems (175:80).

Neben den gro├čen Nebenfl├╝ssen Ammer/Amper und Loisach m├╝ndet auch eine Vielzahl kleinerer Fl├╝sse in die Isar, z. B. die Leutasch, die Jachen, die D├╝rrach , die Dorfen, die Moosach, die Sempt und die Pfettrach.

Die offiziell als Isar-Ursprung bezeichneten Quellen und Quellb├Ąche befinden sich im Hinterautal ├Âstlich der Ortschaft Scharnitz im Karwendel auf 1.160 Meter ├╝ber Normalnull . Der 2003 erfolgte Ausbau des Isarursprungs ist aus Naturschutzgr├╝nden nicht unumstritten. Der Lafatsch entspringt als l├Ąngster Quellbach der Isar weiter s├╝d├Âstlich beim Hallangerhaus. Die Quelle des Lafatschbachs wird daher ebenfalls als Isar-Quelle bezeichnet. Weiterhin wird die junge Isar vom Birkkarbach, der am Fu├č des h├Âchsten Karwendelgipfels, der Birkkarspitze, entspringt und vom Moserkarbach gespeist. Der Fluss verl├Ąsst das Karwendel bei Scharnitz und passiert nur wenige Kilometer weiter n├Ârdlich die ├Âsterreichisch-deutsche Grenze. Zwischen Mittenwald und Kr├╝n wird die Isar erstmals gestaut. Ihr Wasser wird hier gr├Â├čtenteils in den Walchensee zur dortigen Stromerzeugung abgeleitet. Um den Hochwasserschutz der weiter abw├Ąrts liegenden Gemeinden sicherzustellen, aber auch zur Energieerzeugung , wurde zw├Âlf Kilometer s├╝dlich von Lenggries der Fluss zu einem Stausee ÔÇô dem Sylvensteinsee ÔÇô aufgestaut. Nachdem die Isar bei Bad T├Âlz den Bereich der Bayerischen Alpen verlassen hat, durchflie├čt sie zuerst die dem Gebirge vorgelagerte, vorwiegend w├╝rmzeitliche Mor├Ąnenlandschaft und die M├╝nchner Schotterebene, anschlie├čend ab Freising terti├Ąres H├╝gelland bis zum Donautal. Ihre M├╝ndung in die Donau liegt auf 312 Metern ├╝ber Normalnull ; damit ├╝berwindet die Isar von ihren Quellen bis zur Donau rund 848 H├Âhenmeter .

Inseln

Die meisten kleinen Inseln und Kiesb├Ąnke der Isar werden durch die j├Ąhrlichen Hochwasser immer wieder in Umfang und Form ver├Ąndert. Einige Inseln im unmittelbaren Bereich von gr├Â├čeren St├Ądten wurden im 19. Jahrhundert verbaut und so gegen Ver├Ąnderungen durch Abtrag gesichert: die Museumsinsel und die Praterinsel in M├╝nchen sowie die M├╝hleninsel in Landshut.

Geschichte

Fl├Â├če auf dem Isar-Kanal
Fl├Â├če auf dem Isar-Kanal
Die begradigte und kanalisierte Isar in M├╝nchen
Die begradigte und kanalisierte Isar in M├╝nchen
Standort wie oben: Hochwasser am 24. August 2005
Standort wie oben: Hochwasser am 24. August 2005
Die Isar in M├╝nchen-Thalkirchen nach der Renaturierung
Die Isar in M├╝nchen-Thalkirchen nach der Renaturierung

Die Isar wurde vermutlich schon seit vorgeschichtlicher Zeit als Handelsweg genutzt, um Waren aus dem Bereich der Alpen und aus Italien mit Hilfe von Fl├Â├čen zur Donau zu transportieren. Eine schon bestehende Handelsstra├če aus dem Inntal ├╝ber den Seefelder Pass ins n├Ârdliche Alpenvorland wurde von den R├Âmern ab 195 n. Chr. zur Via R├Ątin ausgebaut. Die Isarstadt Mittenwald konnte sich so von einem r├Âmischen Posten zu einem wichtigen Umschlagsplatz f├╝r Handelswaren im Werdenfelser Land entwickeln.

An wenigen Stellen bauten die R├Âmer Holzbr├╝cken, um die Isar mit ihrer starken Str├Âmung einfacher ├╝berwinden zu k├Ânnen und damit den Warenhandel auch ├╝ber Land zu erleichtern. Der Fluss├╝bergang der R├Âmerstra├če s├╝dlich von M├╝nchen wurde als Teil der Verbindung zwischen Augsburg und Salzburg vermutlich schon durch eine Br├╝cke gesichert. Der dadurch einfach zu kontrollierende Handelsverkehr erm├Âglichte regelm├Ą├čige Einnahmen durch Zollgeb├╝hren und gewann so an zus├Ątzlicher Bedeutung. Die mittelalterlichen Gr├╝ndungen der St├Ądte M├╝nchen und Landshut stehen in direktem Zusammenhang mit dem Bau von Br├╝cken und den damit verbundenen Auseinandersetzungen um Macht und wirtschaftlichen Einfluss. Durch den weiteren Ausbau der St├Ądte gab es unter anderem eine stetige Nachfrage nach Holz und Kalk, die zu einem Aufschwung der Fl├Â├čerei vor allem im Oberland f├╝hrte. Ab dem 17. Jahrhundert wurden auch Waren wie S├╝dfr├╝chte, Gew├╝rze, Baumwolle und Seide vom Venezianischen Markt in Mittenwald ├╝ber die Isar bis nach Wien und Budapest transportiert. Auf dem H├Âhepunkt der Fl├Â├čerei im 19. Jahrhundert landeten in M├╝nchen ├╝ber 8.000 Fl├Â├če pro Jahr an.

Seit dem Mittelalter wurden unter anderem Wasserm├╝hlen durch die Wasserkraft der Isar angetrieben. Um hierf├╝r einen gleichm├Ą├čigen Wasserstand sicherzustellen, wurde in M├╝nchen das Wasser in kleinere Kan├Ąle abgeleitet. Die Kan├Ąle dienten als Stadtb├Ąche auch der Versorgung der Bev├Âlkerung mit Brauchwasser und zur Bew├Ąsserung der Gr├Ąben vor den mittelalterlichen Stadtmauern. W├Ąhrend der j├Ąhrlichen Hochwasser kam es immer wieder zu ├ťberschwemmungen und Ungl├╝cksf├Ąllen in den anliegenden St├Ądten und Gemeinden. So st├╝rzte 1813 in M├╝nchen eine Br├╝cke ein und brachte so ├╝ber 100 auf der Br├╝cke stehenden Schaulustigen den Tod. Ab 1806 wurde damit begonnen, die Ufer zu befestigen und den Fluss zu kanalisieren, damit dieser sich weiter in das Flussbett eingrub und so die Gefahr durch das Hochwasser verringert wurde. Weitere umfangreiche, regulierende Ma├čnahmen wurden seit den 1920-er Jahren durchgef├╝hrt, um die Wasserkraft zur Erzeugung elektrischer Energie zu nutzen. Erst in j├╝ngster Zeit wird versucht, durch verschiedene Ma├čnahmen der Isar zumindest in Teilbereichen ihren urspr├╝nglichen Wildflusscharakter zur├╝ckzugeben.

Am Unterlauf der Isar, zwischen Moosburg an der Isar und Plattling, wurde vor allem w├Ąhrend des 16. und 17. Jahrhunderts Gold aus den Flussablagerungen gewaschen. Die so gewonnenen Mengen des Edelmetalls hatten allerdings keine gr├Â├čere wirtschaftliche Bedeutung.

Natur- und Umweltschutz

Seit den 1920er Jahren wird das Wasser der Isar zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt, mit weitreichenden Folgen nicht nur f├╝r die einheimische Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch f├╝r den Menschen. Um die insgesamt 28 Kraftwerke mit der notwendigen Wasserkraft zu versorgen, wird das Flusswasser mehrfach abgeleitet, kanalisiert und aufgestaut. So wurde beispielsweise n├Ârdlich von Mittenwald ab 1923 das gesamte Wasser der Isar dem Walchensee f├╝r den Betrieb des Walchenseekraftwerks zugef├╝hrt. Erst seit 1990 wird ein Restanteil von vier Kubikmetern pro Sekunde in dem Flussbett belassen, so dass die Isar in diesem Bereich nicht mehr trocken f├Ąllt. Auch der Bau des Sylvensteinsees als Hochwasserschutz sowie zahlreiche regulierende Ma├čnahmen, die schon seit dem fr├╝hen 19. Jahrhundert vor allem im Bereich der St├Ądte durchgef├╝hrt wurden, ver├Ąnderten nachhaltig den Wildflusscharakter. Seit der Erbauung des Sylvensteinsees ist die Isar weiter flussabw├Ąrts nicht mehr ├╝ber die Ufer getreten.

In j├╝ngster Zeit wird versucht, durch verschiedene Ma├čnahmen der Isar ihre Urspr├╝nglichkeit wiederzugeben. So wird zum Beispiel seit Mai 2000 ein acht Kilometer langer Teilbereich der Flusslandschaft im s├╝dlichen Stadtgebiet von M├╝nchen renaturiert . Dazu wurde das Flussbett aufgeweitet, die Ufer wurden abgeflacht und Kiesinseln sowie naturnahe Sohlrampen angelegt. Auch die vorhandenen Deiche wurden erh├Âht, verbreitert und durch den Einbau einer Dichtwand verst├Ąrkt.

Neben dem verbesserten Hochwasserschutz wurde so gleichzeitig mehr Naturn├Ąhe der Flusslandschaft geschaffen und somit eine wesentlich verbesserte Qualit├Ąt des wichtigsten Naherholungsgebietes im Gro├čraum M├╝nchen erreicht. Durch Aufr├╝stung verschiedener Kl├Ąrwerke entlang der Isar konnte die Wasserqualit├Ąt deutlich gesteigert werden, so dass das Flusswasser derzeit die Gew├Ąsserg├╝teklasse II aufweist, also als m├Ą├čig belastet gilt. Hoch ist allerdings nach wie vor die Anzahl der Keime. Gemeinsam mit einer Reihe anderer St├Ądte und Gemeinden entlang der Isar hat sich die Stadt M├╝nchen zum Ziel gesetzt, die Wasserqualit├Ąt so nachhaltig zu verbessern, dass die Isar voraussichtlich ab 2005 offiziell zum Baden freigegeben werden kann. M├╝nchen w├Ąre damit eine der wenigen Gro├čst├Ądte Europas mit einem Fluss im Stadtgebiet, der zum Baden geeignet ist (wie zum Beispiel die Aare in Bern). Zwar wurden in der Zwischenzeit am Isaroberlauf Kl├Ąrwerke in Betrieb genommen, die durch Behandlung mit ultraviolettem Licht die Zahl der Keime drastisch reduzieren, so dass die Stadt M├╝nchen die Warntafeln entfernen konnte, die vor dem Infektionsrisiko mit Keimen beim Baden warnten. Dennoch kann die Isar im Bereich des Stadtgebiets nicht als Badegew├Ąsser ausgewiesen werden, da aufgrund der Eintr├Ąge durch Niederschl├Ąge, insbesondere bei Starkregen, eine gleichbleibende Wasserqualit├Ąt nicht gew├Ąhrleistet werden kann.

Entlang der Isar wurden eine Reihe von Natur- , Landschafts- , sowie f├╝r einzelne Kiesb├Ąnke auch Vogelschutzgebieten ausgewiesen, beispielsweise das Naturschutzgebiet ÔÇ× Vogelfreist├Ątte Mittlere Isarstauseen ÔÇť nord├Âstlich von Moosburg. Dieses Naturschutzgebiet ist eine bedeutende Rastst├Ątte f├╝r durchziehende Wasserv├Âgel. ├ťber 260 verschiedene Vogelarten wurden bislang nachgewiesen, darunter auch gef├Ąhrdete Arten wie die Flussseeschwalbe und das Blaukehlchen .

Um die Sch├Ânheit des Isartales zu erhalten, gr├╝ndete Gabriel von Seidl bereits 1902 den Isartalverein. Um dieses Ziel zu erreichen, kaufte die erste M├╝nchner B├╝rgerinitiative ├╝ber 90 Hektar Land und betreut heute insgesamt ├╝ber 330 Kilometer Wander- und Radwege.

Fauna und Flora

Der Bestand von Fauna und Flora h├Ąngt direkt mit der Gestaltung der Flusslandschaft zusammen, auf die der Mensch seit dem 19. Jahrhundert starken Einfluss nimmt. Durch Aufstauungen an zahlreichen Wehren wurde die Flie├čgeschwindigkeit stark herabgesetzt, was auch zur Erh├Âhung der Wassertemperatur f├╝hrte. Fischarten, die sauerstoffreiches und k├╝hleres Wasser als Lebensraum ben├Âtigen, wurden durch Arten aus dem Stillwasserbereich verdr├Ąngt. Durch die verringerte Flie├čgeschwindigkeit werden auch die Kiesb├Ąnke nur noch selten umgeschichtet, so dass diese zuwachsen. Vogelarten, die offene Kiesfl├Ąchen als Brutplatz ben├Âtigen, finden hier keinen Lebensraum mehr.

Der G├Ąnses├Ąger lebt als Kulturfolger auch im M├╝nchner Stadtgebiet.
Der G├Ąnses├Ąger lebt als Kulturfolger auch im M├╝nchner Stadtgebiet.

Durch verschiedene Ma├čnahmen wie die Ausweisung von Naturschutzgebieten, das Einrichten von verbesserten Fischp├Ąssen an Stauwehren oder das Erh├Âhen der Restwassermenge werden neue Rahmenbedingungen geschaffen, um die Lebensbedingungen f├╝r viele zum Teil seltene Tiere und Pflanzen zu verbessern. Neuere Untersuchen an der Ammer belegen allerdings auch, dass der R├╝ckgang des ├äschenbestandes mit der ansteigenden Population der G├Ąnses├Ąger zusammenh├Ąngt. Dieser als gef├Ąhrdet eingestufte Entenvogel hat sich auf die Jagd nach kleinen Fischen spezialisiert. An diesem Beispiel zeigt sich, wie schwierig es ist, ein urspr├╝nglich vorhandenes ├Âkologisches Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn dieses erst einmal nachhaltig gest├Ârt wurde. Ein vergleichbarer Zusammenhang zwischen den gesch├╝tzten Kormoranen und den Fischbest├Ąnden f├╝hrt immer wieder zu Diskussionen zwischen Fischerei-Vereinen und Vogelsch├╝tzern.

1976 wurde der Biber im Isardelta wieder angesiedelt. Von dort aus breiteten die Tiere sich flussaufw├Ąrts aus. Ein Exemplar lebte sogar jahrelang mitten in M├╝nchen unmittelbar am Deutschen Museum. Auch nach dem August - Hochwasser 2005 konnte man frische Biberbissspuren an B├Ąumen in Isarn├Ąhe sehen.

Ein Teil der typischen Isarfische ist in seinem Bestand bedroht, wie zum Beispiel der Huchen oder der Wels . Neben diesen Arten kommen in der Isar vor allem Forellen und Barsche vor, sowie Koppe , Hecht , Nerfling , Rotauge , Rotfeder , Rutte , Schleie und Zander . Als einer der bedeutendsten Nebenfl├╝sse der Donau lassen sich im unteren Flussbereich der Isar typische Fischarten der Donau nachweisen, so beispielsweise das Donaubachneunauge oder der Sterlet . Die Verbreitung des Donaubachneunauges in Deutschland ist unter Wissenschaftlern allerdings umstritten; m├Âglicherweise handelt es sich hier um eine Verwechslung mit dem Ukrainischen Bachneunauge. Insgesamt sind etwa 50 einheimische Fischarten bekannt. Von der Quelle bis zur M├╝ndung l├Ąsst sich die Isar in drei Flussregionen aufteilen: die Forellenregion von der Quelle bis Lenggries, die ├äschenregion von Lenggries bis Moosburg und die Barbenregion von Moosburg bis zur M├╝ndung.

Bild:Alcedo atthis 1 (Marek Szczepanek).jpg

Neben verbreiteten V├Âgeln wie M├Âwen , Schw├Ąnen oder Stockenten bietet die Isar auch anderen, weniger h├Ąufig vorkommenden Arten einen Lebensraum. So lassen sich Wasseramseln , Eisv├Âgel , Graureiher oder auch Flussregenpfeifer beobachten. Selten geworden sind die Fluss-Seeschwalbe und der Flussuferl├Ąufer ; sie gelten als gef├Ąhrdet. Ihre Nester liegen sehr gut getarnt inmitten des Ger├Âlls der Kiesb├Ąnke und werden von Erholungssuchenden, die trotz Verbots die Kiesfl├Ąchen (ausgewiesene Vogelschutzgebiete) betreten, meist nicht wahrgenommen. So werden die dort br├╝tenden V├Âgel besonders w├Ąhrend der Brutzeit massiv und nachhaltig gest├Ârt. Die als Vogelschutzgebiet gekennzeichneten Bereiche d├╝rfen jeweils in dem Zeitraum vom 15. M├Ąrz bis zum 10. August nicht betreten werden.

Vor allem im Ufer- und B├Âschungsbereich, aber auch auf den Kiesb├Ąnken kommen neben Erdkr├Âten und Zauneidechsen auch Blindschleichen vor. Die Schlangen sind durch die Kreuzotter sowie durch die Ringel- und die Schlingnatter vertreten.

Besonders im oberen, aber teilweise auch im mittleren Flussabschnitt entstehen durch Erosion und Sedimentation immer wieder neue Flussaufsch├╝ttungen. Diese noch offenen Schotterfl├Ąchen werden zuerst von Pionierpflanzen besiedelt, welche mit den schwierigen Bedingungen dort gut zurecht kommen; dazu geh├Âren das Alpen-Leinkraut , das gelbbl├╝tige Habichtskraut und die Deutsche Tamariske . Wird die Kiesbank nicht von Hochwasser wieder abgetragen, siedeln sich nach einigen Jahren auch Silberwurz , Wacholder und schlie├člich auch verschiedene Weidenarten an. Bei einer weiteren Entwicklung entstehen so nach und nach lichte Kieferw├Ąlder .

Wirtschaft

Die Isar hat keine Bedeutung f├╝r die Binnenschifffahrt und somit f├╝r den Transportverkehr, da der Fluss ├╝ber seinen gesamten Verlauf nicht schiffbar ist. Es ist aber anzumerken, dass fr├╝her auf der Isar Holz und andere G├╝ter in betr├Ąchtlichen Mengen von Mittenwald ├╝ber M├╝nchen bis an die Donau gefl├Â├čt wurden. Seit dem Aufkommen von Eisenbahn und Kraftfahrzeugen wird dieser Transportweg so gut wie nicht mehr genutzt. Einige wirtschaftliche Bedeutung erlangt der Fluss durch seine Wasserkraft, die zur Stromerzeugung genutzt wird. Der Umfang der so erzeugten Energie erreicht allerdings nicht einmal mehr ein Prozent des heutigen Strombedarfes in Bayern. Durch die K├╝hlung der beiden Reaktoren des Kernkraftwerks Isar tr├Ągt die Isar jedoch indirekt zur Energieerzeugung im gro├čen Umfang bei, die beiden Kernkraftwerksbl├Âcke decken etwa 40 Prozent des bayerischen Strombedarfs.

Energie

Stauwehr bei M├╝nchen-Oberf├Âhring
Stauwehr bei M├╝nchen-Oberf├Âhring

Wasserkraftwerke ben├Âtigen einen gleichm├Ą├čig hohen Wasserstand, damit die Energieerzeugung in niederschlagsarmen Monaten nicht zum Erliegen kommt. Dies wurde durch den Bau von mehreren Kan├Ąlen sichergestellt, die den Verlauf der Isar begleiten und den gr├Â├čeren Anteil des Flusswassers mit sich f├╝hren. Im Stadtgebiet von M├╝nchen liegen am Isar-Werkkanal drei zwischen 1900 und 1930 erbaute Kraftwerke (Isarwerke 1-3). Aus dem Werkkanal wird bei der Marienklause das Wasser f├╝r den Auer M├╝hlbach ausgeleitet, an dem drei weitere, kleinere Wasserkraftwerke liegen. Am Nordrand von M├╝nchen zweigt der Mittlere-Isar-Kanal Richtung Erding ab und flie├čt erst nach ├╝ber 20 Kilometern wieder zur├╝ck ins Flussbett. Die Kraftwerke entlang der Isar erzeugen im Durchschnitt etwa 2 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie im Jahr. Auch der Sylvensteinsee, der 1956 als Hochwasserschutz s├╝dlich von Bad T├Âlz fertig gestellt wurde, wird zur Energiegewinnung genutzt. Der Stausee ist in der Lage, maximal 124 Millionen Kubikmeter Wasser zwischenzuspeichern.

Die beiden Bl├Âcke des Kernkraftwerks Isar ├Âstlich von Landshut nutzen das Wasser der Isar zur K├╝hlung. Durch die K├╝hlung des Druckwasserreaktors von Isar II verdunsten 800 Liter Flusswasser pro Sekunde im K├╝hlturm. Bei der K├╝hlung des Siedewasserreaktors von Isar I geht hingegen kein Wasser f├╝r den Fluss verloren, da es um drei Grad Celsius erw├Ąrmt wieder in das Flussbett zur├╝ckgeleitet wird.

Tourismus

Ein Flo├č auf Europas l├Ąngster Flo├črutsche
Ein Flo├č auf Europas l├Ąngster Flo├črutsche

Neben der bayerischen Landeshauptstadt und einer Reihe weiterer sehenswerter St├Ądte entlang der Isar sind zahlreiche Isarlandschaften und Naturschutzgebiete von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel der Isarwinkel oder die Pupplinger Au s├╝dlich von M├╝nchen. ├ťber weite Strecken wird der Fluss von Radwanderwegen ges├Ąumt, die eine Radwanderung von den Alpen bis zur Donau erm├Âglichen.

Seit einigen Jahrzehnten erlebt auch die Fl├Â├čerei eine Renaissance im touristischen Sektor. J├Ąhrlich fahren in den Sommermonaten bis zu 50.000 Touristen auf gro├čen, bis zu 20 Tonnen schweren Fl├Â├čen von Wolfratshausen ├╝ber eine Strecke von 25 Kilometern bis zur Flo├čl├Ąnde in M├╝nchen-Thalkirchen. Die Wehre der Kraftwerke werden dabei durch Schleusenrutschen ├╝berwunden. Die Rutsche im M├╝hltal s├╝dlich von Kloster Sch├Ąftlarn ├╝berwindet auf einer L├Ąnge von 360 Metern rund 18 H├Âhenmeter und gilt damit als die l├Ąngste Flo├čgasse der Welt. Die mit Musikkapelle, Tischen und B├Ąnken, Bewirtungsm├Âglichkeit mit Bier und Brotzeit und auch einer Bordtoilette ausgestatteten Fl├Â├če werden nach der Ankunft am Zielort in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, auf Lkw flussaufw├Ąrts gebracht und dort f├╝r die n├Ąchste Fahrt wieder zusammengesetzt.

Das Befahren der Isar mit Kanus oder ├Ąhnlich kleinen und wendigen Booten ist ├╝ber Teilstrecken problemlos m├Âglich, im Stadtgebiet M├╝nchen zwischen Thalkirchner Br├╝cke und Oberf├Âhringer Wehr jedoch verboten. Die entsprechende st├Ądtische Verordnung untersagt auch das bei hoher Wasserf├╝hrung unter anderem an der Wittelsbacher Br├╝cke praktizierte Wellenreiten .

An einigen Stellen entlang der Isar wird nackt gebadet, so beispielsweise n├Ârdlich von Wolfratshausen im Bereich der Pupplinger Au. Im s├╝dlichen Stadtgebiet von M├╝nchen sind sogar FKK-Gel├Ąnde offiziell ausgewiesen. Viele M├╝nchner lassen sich allerdings ÔÇô unabh├Ąngig von offiziellen Ausweisungen ÔÇô auch im inneren Stadtbereich nackt am Ufer oder auf den Kiesinseln von der Sonne br├Ąunen.

Die Isar begleitet der Isar-Radweg , ein relativ einfach zu fahrender Radweg, von Mittenwald ├╝ber Landshut bis Plattling.

Die Isar in Kunst, Literatur und Musik

Otto Str├╝tzel: Isar-Wasser, 1908
Otto Str├╝tzel : Isar-Wasser, 1908

Die ├Ąltesten Darstellungen der Isar entstanden vor religi├Âsem Hintergrund. So stellt ein Altarbild aus dem Jahre 1480 in der Jakobskirche in Lenggries das Martyrium des Apostels Jakobus dar. Der unbekannte K├╝nstler verlegte die Enthauptung, die in Jerusalem stattfand, an das Ufer der Isar.

Im 19. Jahrhundert entdeckten K├╝nstler der M├╝nchner Schule ÔÇô wie Wilhelm Scheuchzer , Joseph Wenglein und Wilhelm von Kobell ÔÇô die Isar als Motiv f├╝r ihre Bilder. Dank der realistischen Darstellung der Motive haben ihre Gem├Ąlde auch einen historischen Wert f├╝r die Dokumentation der Flussumgebung vor ihrer massiven Verbauung.

In seinem Heimatroman J├Ąger vom Fall setzte Ludwig Ganghofer den Bewohnern des Isarwinkels ein Denkmal f├╝r ihre Heimatliebe und machte damit auch die Flusslandschaft der Isar ├╝berregional bekannt. Aber auch die neuere Literatur enth├Ąlt Geschichten und Fakten ├╝ber den Alpenfluss. Carmen Rohrbach beschreibt in ihrem Buch Der gr├╝ne Fluss eindrucksvoll ihre Wanderung von den Quellen bis zur Flussm├╝ndung.

Der Liedermacher Willy Michl schildert in seinem Blues-Song Isarflimmern die Sch├Ânheit des Alpenflusses: ÔÇ×(ÔÇŽ) Sommersonne auf wei├čem Kies, daneben der smaragdgr├╝ne Fluss, wenn dann noch die Zeit still steht ÔÇô dann ist das Isarflimmern im Paradies.ÔÇť

Literatur

  • Christian Magerl, Detlev Rabe (Hrsg.): Die Isar. Kiebitz Buch, Vilsbiburg 2004 ISBN 3-9804048-5-4
  • Christian Magerl, Detlev Rabe (Hrsg.): Die Isar. Wildfluss in der Kulturlandschaft. Kiebitz Buch, Vilsbiburg 1999 ISBN 3-9804048-5-4
  • Marie-Louise Plessen (Hrsg.): Die Isar. Ein Lebenslauf. Hugendubel Verlag, M├╝nchen 1983 ISBN 3-88034-198-2
  • Carmen Rohrbach: Am gr├╝nen Fluss: Isar ÔÇô eine Wanderung von der Quelle bis zur M├╝ndung. Frederking und Thaler, M├╝nchen 2002 ISBN 3-89405-433-6
  • Bernhard Setzwein : An den Ufern der Isar ÔÇô Ein bayerischer Flu├č und seine Geschichte. Koehler und Amelang M├╝nchen/Berlin 1993 ISBN 3-7338-0174-1

Weblinks

Commons: Isar ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien

Wikipedia

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