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Letzte Änderung für Artikel Stockente: 09.02.2006 16:10

Stockente

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Stockente
Stockente ‚ôā (Anas platyrhynchos)
Stockente ‚ôā (Anas platyrhynchos)
Systematik
Klasse : Vögel (Aves)
Ordnung : Gänsevögel (Anseriformes)
Familie : Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie : Enten (Anatinae)
Tribus : Schwimmenten (Anatini)
Gattung : Eigentliche Enten (Anas)
Art : Stockente
Wissenschaftlicher Name
Anas platyrhynchos
( Linnaeus , 1758)
Unterarten
  • Stockente (A. p. platyrhynchos)
  • Gr√∂nland-Stockente (A. p. conboschas)
  • Mexikanische Ente (A. p. diazi)

Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist eine Vogel art aus der Familie der Entenv√∂gel (Anatidae). Sie ist unsere bekannteste wild lebende Ente und auch die Stammform der Hausente . Sie hei√üt "Stock"ente, da sie auf Weiden br√ľtet, die auf den Stock gesetzt - also zur√ľckgeschnitten - wurden. Das M√§nnchen wird Erpel genannt.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Die Stockente wiegt 700 bis 1.500 Gramm. Ihre L√§nge betr√§gt maximal 58 Zentimeter und ihre Fl√ľgelspannweite bis zu 95 Zentimeter und sie kann maximal 110 Kilometer pro Stunde schnell fliegen.

Das Prachtkleid des M√§nnchens, Erpel genannt, ist grau, mit brauner Brust, br√§unlichem R√ľcken und schwarzen Ober- und Unterschwanzdecken. Der Kopf ist metallisch gr√ľn mit wei√üem Halsring darunter, der Schnabel gr√ľn-gelb. Am Hinterrand der Fl√ľgel befindet sich ein metallisch blaues, wei√ü ges√§umtes Band, der "Spiegel". Die Schwanzspitzen sind aufgerollt (Erpellocken). Das M√§nnchen tr√§gt im Zeitraum zwischen Juli und August sein Schlichtkleid, und sieht dabei dem Weibchen zum Verwechseln √§hnlich. Lediglich die Schnabelf√§rbung liefert den Hinweis auf das Geschlecht: der weiterhin deutlich gelbe Schnabel des M√§nnchens und dazu im Gegensatz der dunkelgrau bis -braune Schnabel des Weibchens.

Das Weibchen ist nicht so pr√§chtig gef√§rbt und hat eine braun-grau gesprenkelte Tarnf√§rbung. Das einzig auff√§llige ist der Fl√ľgelspiegel, der dem des M√§nnchens entspricht.

Die Enten mausern zweimal im Jahr, das heißt sie verlieren ihre Federn und ersetzen sie durch neue.

weibliche Stockente (Anas platyrhynchos)
weibliche Stockente (Anas platyrhynchos)

Die Enten haben etwa 10.000 Daunen und Deckfedern , die sie vor N√§sse und K√§lte sch√ľtzen. Sie fetten ihr Federkleid immer ein, damit kein Wasser durch das Gefieder dringt. Eine Dr√ľse an der Schwanzwurzel (die B√ľrzeldr√ľse ) liefert das Fett . Die Ente nimmt das Fett mit dem Schnabel auf und streicht es damit ins Gefieder.

Auf dem Wasser wird die Ente von einem Luftpolster getragen. Die Luft h√§lt sich zwischen dem Daunengefieder, und die Deckfedern schlie√üen die Daunen ab. Zusammen mit dem Fettpolster unter der Haut verhindert die eingeschlossene Luftschicht, dass die Ente ausk√ľhlt. Luft und Fett sind schlechte W√§rmeleiter, dadurch geht kaum K√∂rperw√§rme verloren.

Verbreitung

Die Stockente ist die h√§ufigste und am weitesten verbreitete Entenart. Sie kommt auf der ganzen Nordhalbkugel vor, von Europa √ľber Asien bis nach Nordamerika . In Neuseeland ist sie eingef√ľhrt und verbastardiert mit der einheimischen Augenbrauenente , die sie verdr√§ngt.

In vielen Städten kommen Stockenten vor, die mit Hausenten verbastadiert sind und sich durch eine abweichende Färbung auszeichnen. Diese Stadtenten weisen einige Besonderheiten auf.

Lebensraum und Lebensweise

fliegende Stockente, weiblich
fliegende Stockente, weiblich

Die Stockente ist sehr anpassungsf√§hig und kommt fast √ľberall vor, wo es Gew√§sser gibt. Stockenten schwimmen auf Seen , in Teichen , Binnengew√§ssern , Bergseen und halten sich auch in kleinen Wald- und Wiesengr√§ben auf. Stockenten sind auch seit der ersten H√§lfte des 20. Jahrhunderts in deutschen St√§dten weit verbreitet. Das erste Brutpaar in Hamburg wurde 1913 festgestellt.

Auff√§llig ist ihr Badeverhalten. Es ist gekennzeichnet durch drei Badebewegungen: Kopfeintauchen, dann heftiges Fl√ľgelschlagen auf die Wasseroberfl√§che, gefolgt von einem Vorn√ľberkippen ins Wasser.

Die nat√ľrlichen Feinde der Stockente sind F√ľchse und Greifv√∂gel .

In der Wildnis können Enten 10 bis 15 Jahre alt werden. Unter menschlicher Pflege werden sie aber auch 40 Jahre alt.

Stockenten zeigen bez√ľglich ihres Wanderverhaltens eine starke Variabilit√§t. Die in Ost- und Nordeuropa beheimateten Vertreter sind zumeist Zugv√∂gel und wandern ab Oktober nach Mittel-, West- oder S√ľdwesteuropa. In West- und S√ľdeuropa beheimatete Vertreter zeigen dagegen in der Regel kein Zugverhalten, sondern sind Standv√∂gel . In Mitteleuropa beheimatete Vertreter k√∂nnen am Ort verbleiben, nur k√ľrzere Wanderungen unternehmen oder auch weitere S√ľdwestwanderungen zeigen.

Ernährung

Die Nahrung der Stockente besteht √ľberwiegend aus pflanzlichen Stoffen. Sie liebt S√§mereien , Fr√ľchte , gr√ľne Wasser-, Ufer- und Landpflanzen, Insekten , Weichtiere , Larven , kleine Krebse , Kaulquappen , Laich, kleine Fische , Fr√∂sche oder W√ľrmer . Im Herbst frisst sie Eicheln und andere N√ľsse . An Futterstellen fressen die Stockenten auch gelegentlich Brot und K√ľchenabf√§lle.

Bei der Futtersuche und bei Gefahr tauchen die Enten unter. Wenn sie das bei der Futtersuche tun, nennt man es "Gr√ľndeln". Der Schwanz ragt dabei senkrecht nach oben aus dem Wasser heraus. Mit ihrem Schnabel bei√üen sie Pflanzenteile ab und dr√ľcken das Wasser, das sie auch aufgenommen haben, durch die Hornleisten des Schnabels nach drau√üen. Diese Teile des Schnabels wirken wie ein K√ľchensieb. Die Nahrung (kleine Wassertiere) bleibt daran h√§ngen.

Fortpflanzung

Stockenten: Links ein Weibchen, rechts ein Männchen
Stockenten: Links ein Weibchen, rechts ein Männchen
Stockentenpaar an der Fontaine de Vaucluse/Provence
Stockentenpaar an der Fontaine de Vaucluse/Provence
weibliche Stockente
weibliche Stockente

Die Paarungszeit ist das Fr√ľhjahr. Die Balz (Paarungsspiel) l√§uft dabei nach einem komplizierten Ritual ab. Stockenten bauen ihr Nest aus Pflanzen an einer Uferb√∂schung. Die Weibchen br√ľten zweimal im Jahr. 7 bis 16 Eier werden 25 bis 28 Tage lang ausgebr√ľtet. Drei Tage vor dem Schl√ľpfen beginnt das K√ľken zu piepen. Mit dem Eizahn (spitzer Zahn am Schnabelende) bohrt es ein Loch in die Kalkschale des Eis und strampelt sich aus der Schale, danach bleibt es ersch√∂pft liegen. Enten sind Nestfl√ľchter , das hei√üt, sie sind beim Schl√ľpfen bereits sehr weit entwickelt, verlassen nach kurzer Zeit das Nest und k√∂nnen von Anfang an schwimmen. In den ersten Stunden ihres Lebens laufen sie demjenigen nach, den sie zuerst sehen. Das ist meist die Mutter. Diese Form der Interaktion von Lernen und angeborenem Verhalten hei√üt Pr√§gung und ist bei Arten mit Brutf√ľrsorge ein entscheidender Bestandteil des Fortpflanzungszyklus. Pr√§gung unterscheidet sich vor allem durch zwei Besonderheiten von anderen Arten des Lernens: Erstens ist sie irreversibel und zweitens ist das Erlernen auf eine sensible Phase (auch kritische Periode) beschr√§nkt. Nach acht Wochen k√∂nnen die Jungenten fliegen. Die Ente passt auf die K√ľken 50 bis 60 Tage auf.

Stadtente

Die Stadtente ist die in Bereichen größerer Städte in Parks und an Gewässern am häufigsten anzutreffende Form der Stockente.

Verbreitung

Stadtenten besiedeln Gew√§sser in Bereich von St√§dten, besonders Teiche und Weiher in Stadtparks , aber auch Fl√ľsse, die die St√§dte durchflie√üen und andere nat√ľrliche Gew√§sser in Bereich von St√§dten. Selbst gr√∂√üere Brunnen werden besiedelt.

Aussehen

Stadtenten unterscheiden sich haupts√§chlich durch "fehlgef√§rbte" Individuen von den gew√∂hnlichen Stockenten. H√§ufig sind dunkle, oft fast rein schwarze, braune oder dunkelgr√ľne Individuen. Oft tritt ein wei√üer "Latz" an der Brust auf. Seltener sind Individuen mit wei√üen oder im Vergleich zu Stockenten helleren Partien. Nicht selten sind bei M√§nnchen lediglich die Deckfedern der Fl√ľgel mehr oder minder dunkel und der wei√üe Halsring verbreitert oder zum Latz vergr√∂√üert. In Hamburg sind in der Innenstadt 13 Prozent der Stockenten fehlgef√§rbt, am Stadtrand jedoch nur 0,7 Prozent.

Verhalten

Stadtenten weisen oft ein weniger gut ausgepr√§gtes Schutzverhalten in Bezug auf ihre Jungen auf, die sich oft schon nach wenigen Tagen weit von der Mutter entfernen. Ebenfalls typisch ist ein ver√§ndertes Paarungsverhalten , bei dem mehrere Erpel einzelne Enten verfolgen und dann gemeinsam versuchen mit dieser zu kopulieren , wobei sich nicht selten mehrere Erpel auf eine einzelne, im Wasser schwimmenden Ente st√ľrzen und diese dadurch unter Wasser dr√ľcken bis diese ertrinkt. Dadurch ist das Geschlechterverh√§ltnis meist zu Gunsten der M√§nnchen verschoben. Manchmal gibt es doppelt so viele M√§nnchen wie Weibchen, im Extremfall zehn mal so viele. Au√üerhalb der St√§dte wird die Erpel zus√§tzlich stark durch die Jagd begrenzt. Stadtenten konkurrieren bei der Brut oft mit ebenfalls geh√§uft in St√§dten br√ľtenden Nilg√§nsen , denen sie aber regelm√§√üig zur Brutzeit weichen m√ľssen.

Geschichte

Stadtenten sind ein relativ neues Ph√§nomen. Das erste Entenpaar in Hamburg wurde 1913 festgestellt. Stadtenten gehen wohl auf die Hybridisierung von Stockenten mit verschiedenen Hausenten zur√ľck. Bis heute findet man nicht selten einzelne, offensichtlich ausgesetze oder entflogende Hausenten in st√§dtischen Parkteichen oder an bekannten F√ľtterungsstellen an St√§dten durchflie√üenden Fl√ľssen. Selbst exotische Enten und G√§nsearten , entweder ausgesetzte Tiere oder Gefangenschaftsfl√ľchtlinge , findet man dort.

Im Vergleich mit alten Fotos findet man heute seltener sehr helle Individuen. Insgesamt scheint die Zahl der "fehlgef√§rbten" Stadtenten eher zur√ľck zu gehen. Dies zeigt wohl den steigenden Selektionsdruck unter Stadtenten an.

Literatur

  • Erich Rutschke: Die Wildenten Europas. Deutscher Landwirtschaftsverlag. ISBN 3331003204
  • Uwe Gille: Ein Beitrag zur quantitativen Anatomie der V√∂gel unter besonderer Ber√ľcksichtigung der Anatidae. Habilitationsschrift Universit√§t Leipzig, 1997.

Siehe auch

Laufente

Commons: Stockente ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien
Wiktionary: Stockente ‚Äď Wortherkunft, Synonyme und √úbersetzungen

Wikipedia

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