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Letzte Änderung für Artikel Kloster Lorsch: 10.02.2006 10:04

Kloster Lorsch

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Das Kloster Lorsch ist eine ehemalige Benediktiner - Abtei , am Ortsrand von Lorsch, im s├╝dhessischen Kreis Bergstra├če ( Deutschland ). Es wurde im Jahr 764 gegr├╝ndet und bestand 468 Jahre, bis es 1232 dem Erzstift Mainz einverleibt wurde. Im fr├╝hen Mittelalter war es Geistes- und Kulturzentrum des Fr├Ąnkischen Reiches . Die Tor- oder K├Ânigshalle ist das einzige vollst├Ąndig erhaltene Baudenkmal der Karolinger -Zeit und geh├Ârt zu den bedeutendsten Relikten vorromanischer Architektur in Deutschland. Ber├╝hmt sind die heute weltweit verstreuten Werke der Klosterbibliothek. Das Kloster Lorsch (Abtei und Altenm├╝nster) ist seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO .

Karolingische Torhalle
Karolingische Torhalle
Karolingische Torhalle und Basilika
Karolingische Torhalle und Basilika

Inhaltsverzeichnis

Historische Namensformen

Urkundlich sind folgende Namen belegt: im 9. Jahrhundert Lorishaim, im 9. und 11. Jahrhundert Loresham, im 9. bzw. 10. Jahrhundert Laurishaim, im 10. Jahrhundert Laresham, im 10. bis 12. Jahrhundert Lareshaeim und Lauresheim, im 11. und 12. Jahrhundert Lauresham, im 11. Jahrhundert Larsem und Loraszam und Lorozam und Lorisham, im 12. Jahrhundert Laurisca und Laurisham und Laureshan und Loressam und Lorisheym und Lorscheim und Lors.

Geschichte

Fr├╝hmittelalter

Gr├╝ndung

Das Kloster wurde, laut dem Lorscher Codex, als adeliges Eigenkloster von dem Robertiner Cancor (Graf in Alemannien bis 758 und bis zu seinem Tod 771 Graf im Rheingau) und seiner Mutter Williswinth an der Weschnitz gegr├╝ndet. Die Kirche und die ersten Klosterbauten aus Holz lagen auf dem Gel├Ąnde der heutigen Ruine Altenm├╝nster. Noch existierende Urkunden legen den Schluss nahe, dass es schon vor 764 hier eine Kirche gab, die von der oben genannten Grafenfamilie erbaut und die dem heiligen Petrus geweiht wurde. Diese Kirche wurde vermutlich zum Zweck der Familiengrablege zu einem Kloster erweitert und 764 dem Bischof Chrodegang von Metz (einem Verwandten von Williswinth und Cancor) zum pers├Ânlichen Besitz ├╝bereignet. Der Bischof hatte enge Verbindungen zu Hausmeier Pippin , war p├Ąpstlicher Legat und f├╝hrender Kopf der fr├Ąnkischen Kirchenneuorganisation. Somit hatte die Klostergr├╝ndung Bestand, das Kloster blieb im Familienbesitz und die benachbarten Bisch├Âfe von Worms und Mainz hatten keinen Zugriff auf das Kloster.

Ab 764 hielten sich hier schon M├Ânche aus Gorze auf, die von Chrodegang entsendet wurden. Chrodegang f├╝hrte, wie auf seiner Eigengr├╝ndung, Kloster Gorze , die benediktinischen Regeln ein. Auf die Bitte von Chrodegang um Reliquien f├╝r das Kloster ├╝bergab Papst Paul I. die Gebeine des heiligen Nazarius , die am 11. Juli 765 eintrafen. Das Kloster erhielt damit als eines der Ersten im Frankenreich vom Papst einen r├Âmischen Heiligen zum Geschenk.

Die Abtei erhielt damit vermehrt Schenkungen und die Zahl der Pilger nahm sprunghaft zu. Dies mag ein Grund gewesen sein, um einen Kirchenneubau ab 765 zu beginnen. In diesem Jahr wurde Gundeland, ein Bruder von Chrodegang, Abt von Lorsch. Auf einer Anh├Âhe unweit des alten Standorts (Altenm├╝nster), auf dem heute noch erkennbaren Klostergel├Ąnde, wurde die neue Kirche gebaut. Das Land wurde der Abtei von Thurinkbert, einem Bruder von Graf Cancor, geschenkt. Als Chrodegang im M├Ąrz 766 starb hatte das Kloster 16 M├Ânche.

Reichskloster

Die Umwandlung von einem Eigenkloster zu einem Reichs- und K├Ânigskloster wurde von Cancors Sohn Heimerich verursacht. Als Cancor 771 starb, erhob Heimerich Besitzanspr├╝che auf das Kloster. Der Abt Gundeland zog daraufhin vor das Hofgericht von Karl dem Gro├čen. Dort bekam der Abt die Abtei als Eigenbesitz zugesprochen. Um weitere ├ťbergriffe des Adels und der benachbarten Bisch├Âfe auf die Abtei zu verhindern ├╝bertrug Gundeland die Abtei an Karl den Gro├čen. Dieser nahm die Abtei unter seinen Schutz. Die Abtei erhielt damit das Recht seine ├äbte frei zu w├Ąhlen und es erhielt die Immunit├Ąt.

In der Reichsorganisation hatte die Abtei den K├Ânigsdienst (servitium regis) zu leisten und sorgte f├╝r die Binnenkolonisation. In diesem Kontext muss die Schenkung von Karl dem Gro├čen gesehen werden, der im Jahre 773 und 774 die Mark Heppenheim und die villa Oppenheim ├╝bereignete. In der Tradition des ewigen Gebetes (in der Anfangszeit des Klosters f├╝r die Familien der Besitzer und des zahlungskr├Ąftigen Adels) forderte Karl der Gro├če, die M├Ânche auch auf f├╝r die K├Ânigsfamilie und das Reich zu beteten.

Im Jahr 774 wurde die neue Klosterkirche fertig gestellt. Der Abt Gundeland lud Karl den Gro├čen zur Weihe ein, der sich in Speyer aufhielt. Er kam gerade aus Italien zur├╝ck, wo er die Langobarden besiegte. Er reiste mit dem Bischof (sp├Ąter Erzbischof) von Mainz Lullus und weiteren Bisch├Âfen nach Lorsch. Lullus nahm die Kirchweihe vor und ├╝berf├╝hrte die Reliquien des heiligen Nazarius in die neue Kirche. Sp├Ątestens seit 774 wird es auch erste Geb├Ąude der K├Ânigspfalz gegeben haben, die insbesondere von Karl dem Gro├čen und sp├Ąter Ludwig dem Deutschen h├Ąufig besucht wurde.

Eine weitere wichtige Aufgabe kam der Abtei ab dem vierten Abt Richbod zu, der ein bedeutendes Skriptorium aufbaute. Im gleichen Jahrhundert ist dem Skriptorium auch eine Schule angeschlossen, somit entwickelt sich daraus die weithin bekannte Klosterbibliothek des Hoch mittelalters . Richbod ist vermutlich seit 775 im Kloster als Urkundenschreiber belegt. Er erhielt seine Ausbildung am Hofe von Karl dem Gro├čen bei Alkuin . Es ist zu vermuten, dass er durch seine N├Ąhe zum K├Ânigshof 784 zum Abt gew├Ąhlt wurde und zwischen 791 und 793 in Personalunion auch Erzbischof von Trier war. Als solcher geh├Ârte er zum engeren Gelehrtenkreis (Pseudonym: Macharius) am K├Ânigshof um Karl und Alkuin. Das Kloster hatte dadurch eine bedeutende Rolle f├╝r die B├╝cherproduktion und damit auch f├╝r die Bildungsreform im fr├Ąnkischen Reich. Weiterhin lie├č Richbold die ecclesia triplex errichten. Dies war eine weitere kleine Kirche die im Zusammenhang mit dem Bau der die ersten Konventsgeb├Ąude aus Stein gesehen werden muss. Weiterhin befestigte Richbold das Kloster mit einer Steinmauer.

Durch Schenkungen , die im wesentlichen vom ├Ârtlichen Adel stammte dehnte sich die Abtei in den folgenden Jahrhunderten stark aus. Die Schenkungen kamen haupts├Ąchlich aus dem Wormsgau, dem Lobdengau und dem Oberrheingau. Weitere Schenkungen kamen aus dem Kraichgau, dem Speyergau und in geringeren Ma├če aus dem Lahngau, der Wetterau (Wettereiba), dem Niddagau , dem Maingau, dem Anglachgau (s├╝d├Âstlich von Speyer), dem Ufgau (s├╝d├Âstlich von Speyer), der Wingertland (Wingarteiba im ├Âstlichen Odenwald), dem Elsenzgau und dem Breisgau.

Unter den Kl├Âstern im Reich taucht Lorsch schon 817 auf, die die Hauptlast des K├Ânigsdienstes zu tragen hatten (z. B. Abgaben an das Reich oder die Bereitstellung von Soldaten f├╝r das Reichsheer). Dies verdeutlicht auch die wirtschaftliche Bedeutung des Klosters f├╝r das Frankenreich .

Reichsteilung

Abt Adalung gelang es, den Besitz der Abtei noch zu erh├Âhen. Er unterhielt enge Beziehungen zu Karl dem Gro├čen, der ihn 808 auch zum Abt von Saint-Vaast in Arras ernannte. Adalung unterzeichnete, neben anderen, das Testament von Karl dem Gro├čen. Auch f├╝r dessen Nachfolger Kaiser Ludwig der Fromme, war Adalung ein enger Berater. So reiste Adalung 823 nach Rom, um im Auftrag des Kaisers Untersuchungen gegen den Papst Paschalis I. zu leiten.

Auch w├Ąhrend er Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und seinen S├Âhnen ging die Abtei gest├Ąrkt heraus. Die Abtei wurde 832 durch Ludwig dem Deutschen besetzt, vermutlich um die Abtei daran zu hindern, f├╝r den Kaiser Partei zu ergreifen.

Adalung war 833 auf dem L├╝genfeld bei Colmar anwesend und ├╝bergab im Auftrag von Ludwig dem Frommen Geschenke an den Papst Gregor IV. , der auf betreiben von Lothar I. angereist war. Im Jahr 834 ben├Âtigte Ludwig der Deutsche die R├╝ckendeckung der Abtei, gegen seinen Bruder Lothar I. und bedachte die Abtei mit einer Schenkung. In dieser Zeit hatte das Kloster 60 M├Ânche und Einhard schenkte der Abtei die cella Michelstadt.

Samuel wird 834, nach dem Tode von Adalung, Abt von Lorsch. Er f├╝hrte die Abtei erfolgreich durch die Zeit der Auseinandersetzungen zwischen den S├Âhnen von Ludwig dem Frommem. Noch durch dessen F├╝rsprache wurde Samuel 841 Bischof von Worms, er blieb gleichzeitig Abt in Lorsch. Nach dem Tode von Ludwig dem Frommen unterst├╝tzte er Lothar I., so wie dies auch der Fuldaer Abt Rabanus Maurus , der Mainzer Erzbischof Otgar und der Paderborner Bischof Badurat taten. Erst nach zustande kommen des Vertrages von Verdun (843), kam es wieder zu einer Verst├Ąndigung zwischen den Kirchenf├╝rsten und Ludwig dem Deutschen. Dies ├Ąu├čert sich in einer Urkunde von Ludwig aus dem Jahre 847 . In ihr erlaubt der K├Ânig den durch die Reichsteilung zerrissenen Besitz der Abtei, durch Tausch wieder zu b├╝ndeln. Weiterhin wird 852 der Status als Reichsabtei best├Ątigt.

Hochmittelalter

Das Kloster besa├č eine der gr├Â├čten Bibliotheken des Mittelalters , die sp├Ąter in die Bibliotheca Palatina einverleibt wurde.

Sp├Ątmittelalter

Das Kloster Lorsch auf einem kolorierten Kupferstich von Matth├Ąus Merian
Das Kloster Lorsch auf einem kolorierten Kupferstich von Matth├Ąus Merian

1232 wurde Lorsch dem Erzbistum Mainz unterstellt; die Benediktiner mussten die Abtei verlassen und wurden durch die Pr├Ąmonstratenser ersetzt. 1461 verpf├Ąndete Kurmainz seine Besitzungen an der Bergstra├če und damit ging Lorsch an die Kurpfalz, die 1556 die Reformation einf├╝hrte und das Kloster aufhob. Als die Spanier 1621 von der Bergstra├če abzogen, wurde Lorsch niedergebrannt.

Neuzeit

Nach Ende des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges gelangte die Abtei wieder an Kurmainz und wurde ausgeschlachtet. Lediglich die "K├Ânigshalle" blieb unversehrt. Sie ist der ├Ąlteste vollst├Ąndig erhaltene Steinbau Deutschlands der nachr├Âmischen Zeit und vermittelt heute einen Eindruck von der karolingischen Architektur.

Das Kloster Lorsch wurde 1991 in die Liste des UNESCO- Weltkulturerbes aufgenommen.

Propsteien

Äbte

In den 468 Jahren seines Bestehens hatte das Kloster 47 Äbte.

Name von bis
Bischof Chrodegang von Metz 764 765
Abt Gundeland 765 778
Abt Helmerich 778 784
Abt Richbod 784 804
Abt Adalung 804 837
Abt Samuel 837 856
Abt Eigilbert 856 864 / 865
Abt Thiothroch 864 / 865 876
Abt Babo 876 881
Abt Walther 881 882
Abt Gerhard 883 893
Abt Adalbero 895 897
Abt Liuther 897 900
Abt Adalbero 900 901
Abt Hatto 901 913
Abt Liuther 914 931
Abt Evergis 931 948 ?
Abt Brun (Bruder von Otto I.) 948 ? 951
Abt Gerbod 951 972
Abt Salmann 972 999
Abt Werner I. 999 1001
Abt Werner II. 1001 1002
Abt Gerold I. 1002 1005
Abt Poppo 1006 1018
Abt Reginbald 1018 1032
Abt Humbert 1018 1032
Abt Bruning 1037 1043
Abt Hugo I. 1043 1052
Abt Arnold 1052 1055
Abt Udalrich 1056 1075
Abt Adalbert 1075 1077
Abt Winther 1075 1077
Abt Anselm 1088 1101
Abt Gerold II. 1101 1105
Abt Hugo II. 1105 -
Abt Gebhard 1105 1107
Abt Ermenold 1107 1111 ?
Abt Benno 1111 ? 1119
Abt Heidolf 1119 -
Abt Hermann 1124 1125
Abt Diemo 1125 1139
Abt Baldemar 1140 1141
Abt Folknand 1141 1148
Abt Hildebert 1148 -
Abt Marquard 1148 1149
Abt Heinrich 1151 1167
Abt Sigehard 1167 1199 / 1200
Abt Luitpold von Scheinfeld 1199 / 1200 1214
Abt Konrad 1214 1229

Literatur

  • Bernd Modrow, Claudia Gr├Âschel: F├╝rstliches Vergn├╝gen. 400 Jahre Gartenkultur in Hessen. Verlag Schnell + Steiner, Regensburg 2002, ISBN 3-7954-1487-3

Weblinks

Wikipedia

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