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Letzte Änderung für Artikel Altenstein: 16.01.2006 21:11

Altenstein

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Schloss Altenstein
Schloss Altenstein

Schloss & Park zu Altenstein gehören mit einer FlĂ€che von ca. 160 Hektar zu den grĂ¶ĂŸten Parkanlagen Deutschlands. Mittelpunkt des weitlĂ€ufigen Landschaftsparks ist ein SchlossgebĂ€ude nach englischem Vorbild, welches mehrfach umgestaltet wurde.

Altenstein ist mit seinen offiziell zwei Einwohnern seit Mitte der 1970er Jahre ein Stadtteil von Bad Liebenstein.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

724 erfolgte die Errichtung einer Kapelle mit Priesterhaus durch den Heiligen Bonifatius. Um 774 dann die erste urkundliche ErwĂ€hnung einer Burg auf dem Stein (Vermutlich wurde sie aber bereits kurz nach 531 zum Schutz der frĂ€nkischen Besitzungen in der Gegend errichtet.). 1116 ist Dudo Herr von Stein als erster Burgmann nachgewiesen. Um 1150 wird auf dem Bonifatiusfelsen die "Neuenburg" durch das Kloster Fulda errichtet. Diese Burg wird den Herren von Frankenstein als Lehen gegeben. Seitdem trĂ€gt der ehemalige Stein die Bezeichnung "Alter Stein". Bis 1353 fallen die meisten frĂ€nkisch-hennebergischen Besitzungen an die ThĂŒringer Landgrafen . Mit den ehemals frĂ€nkischen Dörfern Gumpelstadt und Waldfisch werden Steinbach und Schweina zum Amt Altenstein zusammengeschlossen. Schweina wird Hauptort des Amtes.

Ab der zweiten HĂ€lfte des 14. Jahrhundert mĂŒssen auf dem Stein, und in der Umgebung, unglaublich rĂ€uberische ZustĂ€nde geherrscht haben, was sich auch an der wenig schmeichelhaften Zusatzbezeichnung "Dornheckenamt" ablesen lĂ€sst. Erst um 1400 werden die Burgmannen vom "Alten Stein" durch den letzten ThĂŒringer Landgrafen Balthasar (1379-1406) entmachtet. FĂŒr die nĂ€chsten rund 90 Jahre hĂŒllen sich die historischen Verzeichnisse ĂŒber das Geschehen auf dem "Alten Stein" und dem "Dornheckenamt" in Schweigen. Erst als 1492 KurfĂŒrst Friedrich der Weise von Sachsen und dessen Bruder Johann Ernst Schloss und Amt Altenstein an den verdienstvollen Kammerjunker Hans Hund von Wenkheim als erbliches Mann-Lehen ĂŒberließen, kehren wieder geordnete VerhĂ€ltnisse ein. 1495 erfolgte der Erwerb der Neuenburg durch die Hunde von Wenkheim . Am 4. Mai 1521 bewerkstelligte der berĂŒhmteste aus dem Geschlecht der Hunde von Wenkheim, Burghard II., die Gefangennahme von Martin Luther (1483-1546) - ca. 5 Kilometer oberhalb von Steinbach im Glasbachtal - und verbringt diesen auf die Wartburg. 1554 wird Schloss Altenstein durch frĂ€nkisch-braunschweigische Kriegsvölker, welche gegen den Markgrafen von Ansbach zu Felde ziehen, geplĂŒndert und weitgehend zerstört. Um 1557 wird mit der Erneuerung und Erweiterung des alten Schlossbaus begonnen. 1647 wird der letzte Herrscher des Geschlechts der Hunde von Wenkheim, Eberhard Friedrich (1647-1722), geboren. Dieser war im Gegensatz zu den meisten recht streitlustigen und gierigen VorgĂ€ngern ein großer WohltĂ€ter, der durch Gerechtigkeitssinn, Freigiebigkeit und einer ganzen Reihe von wohltĂ€tigen Stiftungen und Kirchenzuwendungen dem Geschlecht neuen Glanz einbrachte. Außerdem beendete er die zwischen 1628-1699 stattfindenden, unmenschlichen Hexenprozesse im Amt Altenstein. Dennoch fallen von 19 eingesperrten Frauen aus den Orten Schweina und Steinbach 18 dem Scheiterhaufen oder dem Galgen zum Opfer. Der Hexenturm auf dem Altenstein wird 1699 fĂŒr immer geschlossen.

Nach dem Tode von Eberhard Friedrich fĂ€llt das Lehen an die neuen, seit 1680 regierenden Landesherren, die Herzöge von Sachsen-Meiningen. Am 27. MĂ€rz 1733 verliert der JĂ€gerbusche Hans David Fuchs aus Steinbach einen Erbschaftsprozess (andere Quellen berichten von nicht zurĂŒckgezahlten Geldforderungen) und steckt darauf hin das Erbgut sowie mehrere HĂ€user in Steinbach in Brand. Der durch den starken Wind entfachte Funkenflug entzĂŒndet auch das Schloss, welches bis auf die Grundmauern niederbrennt. Anton Ulrich Herzog von Sachsen-Meiningen (1687-1763) lĂ€sst durch den italienischen Baumeister Alessandro Rossini ein neues schlichtes und einfaches Barockschloss errichten. Anton Ulrich hat das Schloss allerdings nur einmal betreten, da der Baumeister das Schloss "verkehrt herum", also mit der schönen Seite (Schaufassade) zum Berg zeigend statt zum Tal hin, errichtete. Auf Grund der "Fehlplanung" fĂŒhrt das Schloss ein Jahrzehnte dauerndes Schattendasein.

Erst 1799 beginnen neue Instandsetzungen und es erfolgt ein teilweiser Umbau durch den Sohn Anton Ulrichs Georg I. Herzog von Sachsen-Meiningen (1761-1803). Ab 1798 bis 1804 beginnt die Errichtung der Sommerresidenz auf dem Altenstein und die Gestaltung des Parks als englischer Landschaftsgarten , mit welchem so berĂŒhmte Namen wie Hermann FĂŒrst von PĂŒckler-Muskau (1785-1871), sein MeisterschĂŒler Carl Eduard Petzold (1815-1891 - großherzoglich-weimarer HofgĂ€rtner) und Peter Joseph LennĂ© (1789-1866) verbunden sind. Selbst der alte Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) soll Anregungen fĂŒr den Park geliefert haben. In dieser Zeit erfolgt wie fĂŒr den Landschaftsgarten typisch die Errichtung von mehreren Staffagebauten zur Belebung der Parklandschaft. Unter anderem: 1799 die Ritterkapelle. 1800 Anlegung des kĂŒnstlichen Sees, des Luisenthaler Wasserfalls sowie der Schweizer SennhĂŒtte im Luisenthal, die im chinesischen Stil gebaute Rotunde (bereits 1884 wegen BaufĂ€lligkeit abgebrochen), Chinesisches HĂ€uschen (1906 komplett saniert und im Jahr 1923 wegen BaufĂ€lligkeit und fehlender Geldmittel zur Rekonstruktion abgebrochen - einziges Überbleibsel ist die Wetterfahne in Form eines Drachens auf dem Hofmarschallamt, Springbrunnen und FontĂ€nenbecken, TeufelsbrĂŒcke (vermutlich 1918 im Zuge des I. Weltkriegs zerstört). 1801 - Installation der Äols-( deutsch: Wind-)harve im "Hohlen Stein". 1803 bis 1804 - Errichtung von Hofmarschallamt , Marstall , Orangerie . Ein weiterer GlĂŒcksfall fĂŒr den Landschaftspark war die bereits 1799 entdeckte Altensteiner Höhle. 1814 erfolgte die Errichtung des eisernen Kreuzes auf dem Bonifatiusfelsen auf Anregung von Erb-Prinz Bernhard E(h)rich Freund (1800-1882). Am 13. August 1846 wird zu Ehren des 54. Geburtstags der Königinwitwe Adelheid von England (1792-1849) - mit Wilhelm von Clarence (1765-1837) von 1818-1837 verheiratet - der als Wilhelm IV. von Großbritanien von 1830 an fĂŒr sieben Jahre den englischen Thron bestieg - ein großes Volksfest auf dem Altenstein veranstaltet.

Erweiterung und Umgestaltung des Altensteiner Parks in den Jahren 1846-1852. Am 4. August 1850 organisiert der große deutsche PĂ€dagoge Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852) ein großes Spielfest auf dem Altenstein. In den Jahren 1888-1889 erfolgte der Schlossumbau fĂŒr den "Theaterherzog" Georg II. Herzog von Sachsen-Meiningen (1866-1914). Der Umbau erfolgte im Stil englischer LandhĂ€user des 16. Jahrhunderts - im Stil der englischen SpĂ€trenaissance mit Fassaden im Neorenaissance -Stil. Der fĂŒr den 11. August 1889 vorgesehene Besuch von Kaiser Wilhelm II. von Deutschland (1859-1941) wird von Georg II. abgesagt, weil sich der Kaiser strikt weigert, Georgs dritte Ehefrau, die frĂŒhere Schauspielerin Ellen Franz - dann Helene Freifrau von Heldburg - (1839-1923) zu sehen. In den Jahren 1890-1900 werden Teile des Parks zu Altenstein, vor allem im schlossnahen Bereich umgestaltet. Auf Einladung des Herzogspaares weilt Johannes Brahms (1833-1897) in den Jahren 1894-1895 mehrfach auf dem Altenstein. Am 25. Juni 1914 ereilt den letzten großen Bauherrn und Förderer von Schloss und Park zu Altenstein Herzog Georg II. in Bad Wildungen der Tod. Am Tag seiner Beisetzung auf dem Parkfriedhof zu Meiningen am 28. Juni 1914 fallen die verhĂ€ngnisvollen SchĂŒsse von Sarajevo , die den I. Weltkrieg auslösen. Nach dem I. Weltkrieg, der Abdankung des Kaisers sowie der Abschaffung der Monarchie erlischt auch die Funktion als Sommerresidenz des Hauses Sachsen-Meiningen. 1920 wird als letztes Parkensemble das Herzogsgrab - RuhestĂ€tte von Bernhard III. Herzog von Sachsen-Meiningen (1851-1928) und seiner Frau Charlotte - in unmittelbarer Sichtweite des Schlosses errichtet. 1942 andere Quellen sprechen sogar schon von 1938 werden Schloss und Park zu Altenstein an das Land ThĂŒringen verkauft. WĂ€hrend des II. Weltkrieges erfolgt eine Zweckentfremdung des Schlosses als Lazarett .

Nach dem Krieg kam es zu einer kurzzeitigen Nutzung als Lehrlingswohnheim und ab 1946 wurde es Erholungsheim der Handwerkskammer . 1979 wird Altenstein zum "Denkmal der Landschafts- und Gartengestaltung" erklĂ€rt und in die Bezirksliste aufgenommen. In der Nacht vom 3. zum 4. Februar 1982 wird Schloss Altenstein durch einen verhĂ€ngnisvollen Brand (technischer Defekt, vermutlich in Folge vortĂ€glicher Schweißarbeiten) bis auf die Außenmauern zerstört. 1984 beginnen die ersten Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zum Wiederaufbau. Am 20. Juli 1995 wurde die Gesamtanlage in das Eigentum der Stiftung ThĂŒringer Schlösser und GĂ€rten ĂŒbertragen. Seitdem wird schrittweise das Gesamtensemble rekonstruiert (Dachstuhl des Schlosses, Dach des Hofmarschallamtes, Sanierung der beiden KavaliershĂ€user, StĂŒtzmauern des Schlosses). FĂŒr 2010 ist die Fertigstellung des Schlosses nach der Brandkatastrophe geplant.

Tourismus

Lutherdenkmal
Lutherdenkmal

Das InformationsbĂŒro des Fördervereins "Altenstein-GlĂŒcksbrunn" mit Infopunkt des Naturparkes "ThĂŒringer Wald" ist tĂ€glich geöffnet und befindet sich im ehemaligen WirtschaftsgebĂ€ude links neben dem Hofmarschallamt (Rundbau).

In der nĂ€heren Umgebung befinden sich die Altensteiner Höhle sowie das Lutherdenkmal, an der Stelle, wo der mit Reichsacht belegte Martin Luther auf der RĂŒckreise vom Reichstag zu Worms am 14. Mai 1521 zum Schein ĂŒberfallen wurde und im Auftrag des KurfĂŒrsten von Sachsen zu seiner eigenen Sicherheit zur Wartburg verbracht wurde.

Literatur

  • Ludwig Bechstein : Altenstein und Liebenstein - Ein FremdenfĂŒhrer, 1842
  • Emil RĂŒckert: Altensteins Vorzeit, 1852
  • diverse ParkfĂŒhrer der Stiftung ThĂŒringer Schlösser und GĂ€rten sowie des Fördervereins Altenstein-GlĂŒcksbrunn

Weblinks

Wikipedia

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