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Letzte Änderung für Artikel Rüdersdorf bei Berlin: 31.01.2006 22:08

Rüdersdorf bei Berlin

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Wappen Karte
Description
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Hilfe zu Wappen
Deutschlandkarte, Position von Rüdersdorf hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis : Märkisch-Oderland
Fläche : 70,11 km²
Einwohner : 15.921 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 227 Einwohner je km²
Höhe : 62 m ü. NN
Postleitzahlen : 15562
Vorwahl : 033638
Geografische Lage :
Koordinaten: 52° 28′ n. Br., 13° 47′ ö. L.
52° 28′ n. Br., 13° 47′ ö. L.
Kfz-Kennzeichen : MOL
Gemeindeschlüssel : 12 0 64 428
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
H.-Striegelski-Str. 5
15562 Rüdersdorf bei Berlin
Website: www.ruedersdorf.de
Politik
Bürgermeister : André Schaller ( CDU )

Rüdersdorf bei Berlin ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin sind 4 Ortsteile ausgewiesen.

Geschichte

  • 30 Kilometer östlich von Berlin gelegen – ist seit alters her durch seine einmalig in der Mark Brandenburg vorkommende Kalksteinlagerstätte bekannt. Das Dorf – eine Gründung der Zisterzienser - entstand 1235 – 1250 im südöstlichen Barnim, wo das Kloster Zinna als Besitzer eines großen Landgebietes zehn Dörfer gründete. In diesem Zeitraum entdeckten der Sage nach Rüdersdorfer Bauern auf ihrer Feldflur das zutage tretende Kalkgestein. Bereits zum Bau des Dominikanerklosters in Strausberg 1254 wurde Rüdersdorfer Kalkstein verwendet. Um 1250 entstand die spätromanische Feldsteinkirche, die mit ihrem trutzigen Wehrturm der älteste noch erhaltene Bau aus der Gründungszeit Rüdersdorfs ist. Urkundlich wurde Rüdersdorf (Roderstorp) erstmalig 1308 – 1319 erwähnt. Mit der Annahme der Reformation durch Kurfürst Joachim II. und der Säkularisierung des Klosters Zinna fiel der gesamte Besitz 1553 an den Landesherrn. In Rüdersdorf entstand in dieser Zeit ein Jagdschloss, als der Kurfürst oft seiner Jagdleidenschaft in den heimischen Wäldern frönte. 1571 wurde der ehemalige Klosterbesitz mit der Gründung des Domänenamtes Rüdersdorf in die kurfürstliche Verwaltung eingeordnet. Während des 30-Jährigen Krieges brannte das von seinen Bewohnern verlassene Dorf völlig nieder.
  • 1652 waren nach Landreiterstatistik drei Kossäten, vier Freileute, zwei Bergarbeiter, der Bergschreiber und der Pfarrer anwesend. Um 1710 waren wieder alle neu erbauten Höfe im Dorf besetzt. 1734 wurden 246 Bewohner in Rüdersdorf gezählt.
  • Auf Rüdersdorfer Grund und Boden entstand 1664 am Kesselsee eine kurfürstliche Steinbrecheransiedlung namens „Alter Kalckgrundt“ mit zehn Hausstellen. Einige Jahre später entstand im Tal des Tasdorfer Mühlenfließes eine weitere Steinbrecheransiedlung in der Nähe des alten Bergschreiberhauses namens „Neue Berge“. Für den Ausbau Berlins und Cöllns zur Festungsstadt lieferte Rüdersdorf große Mengen an Kalkstein. Beide Ansiedlungen bildeten den Kern des später gegründeten Bergmannsdorfes Kalkberge. König Friedrich II. ließ, um den Bergbau zu fördern, Häuser für Kolonisten mit der Verpflichtung zur Bergarbeit 1764 – 1765 erbauen. In Rüdersdorf entstand die Kolonie „Hortwinkel“ 1784 – 1785 für invalide Soldaten des Königs. Am 12. Mai 1812 brach im Dorf ein Brand aus, der sämtliche Bauernhöfe erfasste. Eine neue Kolonie zwischen Rüdersdorf und dem Hortwinkel war um 1845 im entstehen. Sie trug als Bergarbeitersiedlung den Namen „Neue Welt“. 1856 hatte Rüdersdorf 1224 Einwohner, davon 13 Bauernfamilien, 105 Arbeiter- und 172 Bergarbeiterfamilien.
  • Im Juli/August 1887 verlebte Theodorf Fontane seinen Dichterurlaub im Seebad Rüdersdorf am Kalksee. Gasthaus und Seebad waren auf dem Grundstück der alten Ziegelei Kalksee um 1865 neu erbaut worden.
  • Das neue Zeitalter hielt Einzug in Kalkberge - Rüdersdorf. Mit dem Bau der Berlin – Frankfurter Eisenbahn 1841 und der Ostbahn 1860, die noch weit ab von Rüdersdorf verkehrten, wurden erstmals Reisewege erschlossen. Seit 1877 verband die Dampfschifffahrt die Rüdersdorfer Kalkberge mit Erkner. Neue Straßen, Brücken und Chausseen verbanden Rüdersdorf mit seinen Nachbarorten. 1900 zählte Rüdersdorf 2 996 Einwohner. Der Tourismus zu den jährlichen Bergfestfeiern mit Besuch der Kalksteinbrüche und anschließender Sprengung wurde immer mehr zum Anziehungspunkt Rüdersdorfs.
  • 1908 wurde Kalkberge – Rüdersdorf vom Stummfilm entdeckt. Zahlreiche Filmgesellschaften nutzten die Rüdersdorfer Kalksteinbrüche, den Ort und die Seen als Freiluftatelier. Mit dem verbunden sind klangvolle Namen von Regisseuren und Filmschauspielern wir Harry Piel, Ernst Lubitsch, Joe May, Harry Liedke, Pola Negri, Lil Dagover, Maria Carmi, Henny Porten, Hilde Sessak, Hans Albers und Emil Jannings.
  • Am 31. März 1931 entstand die Großgemeinde Kalkberge (ab 1934 Rüdersdorf genannt) aus den Landgemeinden Kalkberge, Rüdersdorf und Tasdorf mit 10 707 Einwohnern. Sie vereinte in sich sowohl die industriellen Anlagen (Zementfabriken, Kalkwerke und Kalksteinbrüche) wie auch die ländlichen Gebiete der drei Gemeinden.
  • 1934 begannen die Arbeiten zum Bau der Reichsautobahn mit dem Berliner Ring. 1937 wurde der Ostring mit den mächtigen Brückenviadukten Talübergang Rüdersdorf eröffnet. Von 1935 – 1938 erbaute die Preussag Rüdersdorf in der ehemaligen Kiesgrube der Kalksandsteinfabrik Michel eine Siedlung, bestehend aus 70 Wohnhäusern, mit Namen „Bergmannsglück“. 1936 wurden hier 50 Bergarbeiterfamilien aus der Niederlausitz angesetzt.
  • Am 21. April 1945 wurde Rüdersdorf der Roten Armee übergeben. Bei Bombenangriffen und Kampfhandlungen im Ort starben 35 Menschen. An der Front des von Deutschland am 1. September 1939 begonnenen Weltkrieges fielen 305 Soldaten aus Rüdersdorf. Im Kriegsgefangenenlager Rüdersdorf sind nach 1945 weitere 750 Menschen verstorben.
  • Rüdersdorf wurde in der Nachkriegszeit der größte Baustoffproduzent in Ostdeutschland. 1953 erhielt der Ort durch den Bau der Thälmannschule erstmals eine Gesamtschule und 1956 ein kulturelles Zentrum mit dem Martin-Andersen-Nexö-Haus. In den Jahren 1965 – 1967 wurden am Kalksee neue medizinische Einrichtungen für den Ort und Kreis erbaut. Es entstand das neue Kreiskrankenhaus mit Kinderstation und Poliklinik.
  • Mit dem Beschluss, 1969 eine fünfte Drehrohrofenstraße im Zementwerk IV zu erbauen, wurden tief greifende Maßnahmen in die Struktur des Ortsteils Kalkberge notwendig. Seit 1972 begann die Teilortsverlagerung im Bereich der Reden-,
  • Garten-, Breitscheid-, Schulstraße und Straße der Jugend. Sämtliche Grundstücke wurden geräumt und die Bewohner zogen in die Neubauwohnungen in der Brückenstraße. Anfang der 80-er Jahre wurde der Seilscheibenpfeiler und große Teile der Heinitzstraße geräumt und abgerissen. Der Heinitzsee – ehemals ein gefluteter Tagebau – wurde 1975 – 1976 gesümpft und für den Restabbau genutzt. Damit war nicht nur der einstige Königssee der Mark Brandenburg verschwunden, sondern auch die alten historischen Wohngebiete des Bergmannsdorfes Kalkberge.
  • In der Wendezeit – nach Untergang der alten Strukturen der DDR – veränderten sich Politik, Verwaltung und Wirtschaft.
  • Der neue Besitzer des Kalksteintagebaus und der Zementfabriken sah eine der ersten Maßnahmen in der Verbesserung des Umweltschutzes und des Abrisses der zerschlissenen Zementfabriken. Die Senkung der Staubemission in Rüdersdorf konnte bis 1995 erfolgreich durchgeführt werden.
  • 1995 bis 1998 spielte der Rudersdorfer Fussballer Andreas Thom beim schottischen Traditionsverein Celtic FC. (Hail! Hail!)

[Der Text stammt vom Rüdersdorfer Ortschronisten Reinhard Kienitz - Rüdersdorfer Heimatfreunde

Religionen

  • Rüdersdorf besitzt sowohl eine evangelische als auch eine katholische Gemeinde.

Eingemeindungen

  • Im Jahre 1931 wurden die Dörfer Rüdersdorf, Tasdorf (mit Berghof, Schulzenhöhe und Grünelinde) und Kalkberge zur Gemeinde Kalkberge zusammengeschlossen. 1934 erfolgte die Umbenennung in Rüdersdorf bei Berlin. Seit Oktober 2003 sind Hennickendorf, Herzfelde und Lichtenow aufgrund der Gemeindegebietsreform Ortsteile Rüdersdorfs. Die Klage seitens Hennickendorfs und Lichtenows, welche sich gegen die Eingemeindung richtete, ist vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt worden.

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde besteht aus 28 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • CDU 7 Sitze
  • SPD 6 Sitze
  • FDP 1 Sitz
  • HWg 1 Sitz
  • Freie Vertreter Gewerbe 1 Sitz
  • RUAG 1 Sitz
  • BuK 1 Sitz
  • UBB 4 Sitze
  • DVU 1 Sitz
  • PDS 5 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 )

Bürgermeister

André Schaller (CDU)

Städtepartnerschaften

Es bestehen Partnerschaften mit Pierrefitte ( Frankreich ), Hemmoor (Niedersachsen) und Lubon ( Polen )

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Museumspark Rüdersdorf (Kalkstein-Tagebau)
Blick in den Tagebau Rüdersdorf
Blick in den Tagebau Rüdersdorf

Bauwerke

  • Kulturhaus Rüdersdorf "Martin Andersen Nexö", erbaut 1954 - 1956 durch E. Leibold (Kalkberger Platz 31)
  • Evgl. Dorfkirche (neogotisch) von 1869 - 1873 durch Friedrich August Stüler entworfen. Die Ausstattung aus der Erbauungszeit ist erhalten.
  • Kath. Kirche (neoromanisch) 1905 erbaut, erhielt 1965 eine moderne Ausstattung.
  • Kanalportale im Industriemuseum Rüdersdorf

Naturdenkmäler

  • Seenkette: Kalksee, Hohler See, Stienitzsee
Blick auf den Museumspark
Blick auf den Museumspark

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Rüdersdorfer Bergfest (Erstes Juli-Wochenende eines jeden Jahres)
  • Rüdersdorfer Wasserfest

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

  • ÖPNV: Tram 88 von S-Bhf Berlin-Friedrichshagen nach Alt-Rüdersdorf; Vom S-Bahnhof Strausberg mit dem Bus 950 in Richtung Erkner; vom S-Bahnhof Erkner mit dem Bus 950 in Richtung Strausberg und vom S-Bahnhof Fredersdorf mit dem Bus 951 in Richtung Krankenhaus Rüdersdorf
  • Bundesautobahn: A 10 (Berliner Ring)
  • Bundesstraße: B 1 /B 5
  • Links zu den Verkehrsunternehmen: Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn GmbH ; Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH

Ansässige Unternehmen

  • Rüdersdorfer Zement GmbH (Abbau und Förderung von Kalkstein und Verarbeitung zu Zement)

Literatur

  • Bachstein, Peter / Homann, Peter: Kalksteintagebau Rüdersdorf. Zeitsprünge. Erfurt 2003
  • Kienitz, Reinhard: Rüdersdorf. Die Reihe Archivbilder. Erfurt 2000
  • Köhler, Eva: Rüdersdorf. Die Kalkhauptstadt am Rande Berlins. Berlin 1994

Weblinks


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Wikipedia

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