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Letzte Änderung für Artikel Stepenitz (Fluss): 06.02.2006 10:30

Stepenitz (Fluss)

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Die rund 84 Kilometer lange Stepenitz ist ein rechter Nebenfluss der Elbe in Brandenburg.

Sie gilt als einer der saubersten FlĂŒsse Deutschlands und ist insbesondere im Oberlauf noch ein weitgehend unverbauter und naturnaher Bach. Die grĂ¶ĂŸten ZuflĂŒsse der Stepenitz, deren Einzugsgebiet etwa 1.293 kmÂČ umfasst, sind die Dömnitz, der Schlatbach und der Jeetzbach. Im Projekt „Elblachs 2000" bilden die Stepenitz und ihre NebenflĂŒsse das zentrale GewĂ€ssersystem. Entlang des Flusslaufs finden sich zahlreiche kulturhistorische StĂ€tten, die ĂŒberwiegend mit dem mĂ€rkischen Uradelsgeschlecht der „edlen Herren" Gans zu Putlitz verbunden sind. Die rund 70 Kilometer lange „GĂ€nsetour" bringt diese StĂ€tten und die landschaftlichen Reize des Flusstals nĂ€her, das als Naturschutzgebiet „Stepenitz“ ausgewiesen werden soll.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf und Orte

Quellgebiet

Die Stepenitz entspringt in einem nördlichen Zipfel von Brandenburg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin etwa 5 Kilometer sĂŒdöstlich von Meyenburg.

Ihre Quelle liegt auf einem langgestreckten Höhenzug etwa 140 Meter ĂŒ. NN zwischen den Dörfern Schmolde, Ortsteil von Meyenburg, und Warnsdorf, das zur Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf gehört. Nur jeweils wenige Kilometer von der Quelle der Stepenitz entfernt entspringen die Elde und die Dosse. Dabei fließt die Elde zu Beginn Richtung Nordwest zur MĂŒritz, die Dosse Richtung SĂŒdost zur Havel und die Stepenitz in der Hauptrichtung nach SĂŒdwesten. Da alle drei GewĂ€sser der Elbe zufließen, bildet das Quellgebiet um den Höhenzug an der nordöstlichen Grenze der Prignitz zu Mecklenburg-Vorpommern keine Wasserscheide .

MĂŒhle an der Stepenitz in Wolfshagen
MĂŒhle an der Stepenitz in Wolfshagen

Verlauf

Nach der Quelle verliert die Stepenitz recht schnell an Höhe und verlĂ€uft zuerst in nordwestlicher Richtung nach und durch Meyenburg. Im Ort bildet sie die östliche Grenze des Schlossparks am Schloss Meyenburg . Etwas weiter westlich erreicht der Bach die Gemeinde Marienfließ mit dem Ortsteil Stepenitz und fließt hier am Ă€ltesten Nonnenkloster der Prignitz vorbei, dem Zisterzienser Kloster Marienfließ von 1230 mit einer erhaltenen backsteinernen Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Stepenitzarm in Perleberg
Stepenitzarm in Perleberg
„Insel“ Perleberg, „Am Wandrahmen“
„Insel“ Perleberg, „Am Wandrahmen“
„ZiegelhofbrĂŒcke“, HolzbrĂŒcke bis 1894
„ZiegelhofbrĂŒcke“, HolzbrĂŒcke bis 1894
„ZiegelhofbrĂŒcke“ in Perleberg heute
„ZiegelhofbrĂŒcke“ in Perleberg heute

Wenig spĂ€ter schlĂ€ngelt sich der Fluss idyllisch durch Wiesen und BuchenwĂ€lder mit UferabbrĂŒchen, kleineren ErlenbrĂŒchen und auenwaldĂ€hnlichen Abschnitten. Er lĂ€sst die Ruhner Berge rechts liegen, wendet sich nach SĂŒden und erreicht mit Putlitz eine der Ă€ltesten Prignitz StĂ€dte. Nach der MĂŒndung der Dömnitz folgt Wolfshagen mit einem Renaissance -Schloss von 1590, das ursprĂŒnglich von den edlen Herren Gans zu Putlitz als Wasserburg angelegt war. Der Gartenarchitekt Peter Joseph LennĂ© schuf in den 1850er Jahren beiderseits der Stepenitz einen Landschaftspark (siehe ausfĂŒhrlich: Schloss Wolfshagen).

Bei dem Dorf „LĂŒbzow" fließt von rechts der Schlatbach zu. Rund 5 Kilometer flussabwĂ€rts umfasst die Stepenitz mit zwei Armen das Zentrum der Westprignitz, Perleberg. Der historische, restaurierte Kern der Rolandstadt Perleberg liegt malerisch auf einer weiten Insel inmitten des Stepenitz-Laufes. Anschließend nimmt das GewĂ€sser, das zu einem mittleren Fluss angeschwollen ist, die Wasser des Jeetzbach auf und strömt durch den ausgedehnten Perleberger Stadtforst hinunter in den „Naturpark Brandenburgische Elbtalaue", der im BiospĂ€hrenreservat Flusslandschaft Elbe aufgegangen ist.

Das letzte StĂŒck fĂŒhrt die Stepenitz östlich an Wittenberge vorbei, dem traditionellen ElbĂŒbergang von der Westprignitz zur Altmark. Hier mĂŒndet sie zusammen mit der Karthane in die Elbe.

GĂ€nsetour (Radtour)

Die landschaftlichen Reize des Flusstals und die historischen StĂ€tten bringt die gut ausgeschilderte „GĂ€nsetour" nĂ€her. Die rund 70 Kilometer lange Strecke fĂŒhrt vom Oberlauf der Stepenitz bei Meyenburg bis zur MĂŒndung. Der Name der Tour und sein wegweisendes GĂ€nselogo verweisen auf eines der Ă€ltesten und bedeutendsten Adelsgeschlechter der Prignitz, den „edlen Herren" Gans zu Putlitz. Nahezu alle kulturhistorischen StĂ€tten entlang des Weges sind mit dieser Familie verbunden, deren Ritter Johann Gans zu Putlitz bereits 1230 das Nonnenkloster Marienfließ gestiftet hatte, um die Grenze nach Mecklenburg zu sichern – klösterlicher Boden blieb in der Regel von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont.

Renaturierung und Naturschutz

Programm „Elblachs 2000"

Waren Lachse noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine der Haupteinnahmequellen der Elbe-Prignitz Fischer , gelten Lachse und Meerforellen seit rund 50 Jahren in der Stepenitz als ausgestorben. Wehre und andere Bauwerke verhinderten die Wanderung der Fische und ökologische Belastungen verminderten das Nahrungsangebot. Seit der Jahrtausendwende versucht das Land Brandenburg mit dem so genannten Programm „Elblachs 2000" gegenzusteuern, das den Lachs als „Leitfisch" fĂŒr Fischökologie und Fischerei an der Elbe ausgewĂ€hlt hat. Das Programm verfolgt das Ziel, selbst reproduzierende und fischereiwirtschaftlich nutzbare Lachs- und MeerforellenbestĂ€nde in der Elbe und ihren NebenflĂŒssen wieder herzustellen.

In diesem Modellversuch bildet die Stepenitz das zentrale GewĂ€sser. Am 1. April 1999 wurden bei der Schönhagener MĂŒhle 50.000 Junglachse und 10.000 Meerforellen in den Nebenfluss Dömnitz in die Freiheit entlassen. Seit 2002 sind 54 Lachse und 35 Meerforellen zum Laichen in das Stepenitzsystem zurĂŒckgekehrt. Diese Zahl stieß auf internationale Resonanz und wird als Erfolg betrachtet. Aufgrund dieses Erfolges startete das Land Brandenburg 2004 ein Wiederansiedelungsprogramm fĂŒr Lachse auch in der Pulsnitz und Schwarzen Elster.

Ein Mittel zur Renaturierung der FlĂŒsse besteht im RĂŒckbau von Stauanlagen oder der Anlage von Fischrampen. Im wasserreichen Stepenitz-Zufluss Schlatbach wurde beispielsweise ein Wehr bei Gramzow durch eine Sohlgleite ersetzt, die einen Höhenunterschied von knapp 2 Metern ĂŒberwindet. Dabei wird mit Steinriegeln eine Beckenstruktur hergestellt, die den Fischen auch im sommerlichen Niedrigwasser die Wanderung erlaubt. Im Ober- und Unterwasser der Gleite wurden zudem kĂŒnstliche LaichplĂ€tze angelegt. 105.000 MeerforellenbrĂŒtlinge setzte das Land bis 2005 insgesamt im Schlatbach aus.

Die grĂ¶ĂŸte Chance, rĂŒckkehrende Lachse zu beobachten, liegt zwischen Mitte November und Mitte Dezember. Einen idealen Platz dafĂŒr bietet die oben abgebildete ZiegelhofbrĂŒcke ĂŒber der Stepenitz am SĂŒdausgang der Perleberger Altstadt

  • Siehe auch: Lachs 2000 , ein Ă€hnliches Projekt am Rhein
Eisvogel (Alcedo atthis)
Eisvogel (Alcedo atthis)
Fischotter (Lutra lutra)
Fischotter (Lutra lutra)

Naturschutzgebiet Stepenitz (Planung)

Seit einigen Jahre laufen Planungen fĂŒr das Naturschutzgebiet „Stepenitz", die sich zur Zeit im Genehmigungsverfahren befinden. Das Gebiet soll laut Entwurf von 2003 mehrere Gemeinden entlang des Flusslaufs von Meyenburg ĂŒber Putlitz und Triglitz bis nach Perleberg mit einer GesamtflĂ€che von rund 2.500 Hektar umfassen. Als „Schutzzweck" des reich gegliederte[n] FließgewĂ€ssersystems des Prignitzer Platten- und Höhenlandes mit weitgehend natĂŒrlichen bzw. naturnahen hydrologischen VerhĂ€ltnissen, verschiedenartigen Quellhorizonten und punktförmigen Quellen im Bereich der TalrandhĂ€nge und talrandnahen Auenbereiche sieht der Entwurf unter anderem vor:

  • Erhaltung und Entwicklung des Lebensraums wild lebender Pflanzengesellschaften und Tierarten, darunter streng geschĂŒtzter Vögel, Amphibien und Krebstiere wie Schwarzstorch , Gebirgsstelze , Eisvogel , Wechselkröte , Knoblauchkröte und Edelkrebs .
  • Erhaltung und Entwicklung des FließgewĂ€ssersystems aus wissenschaftlichen GrĂŒnden zur Beobachtung und Erforschung der tierischen und pflanzlichen Lebensgemeinschaften eines naturnahen GewĂ€ssersystems sowie der AblĂ€ufe im Rahmen einer naturnahen Wiederherstellung .

Besonderen Wert legt der Entwurf zum Naturschutzgebiet auf die Erhaltung und Entwicklung

  • der Populationen von Fischotter (Lutra lutra), Westgroppe (Cottus gobio), Steinbeißer (Cobitis taenia), Lachs (Salmo salar), Bachneunauge (Lampetra planeri), Flussneunauge (Lampetra fluviatalis), Kleine Flussmuschel (Unio crassus) und Kammmolch (Triturus cristatus) als Tierarten nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, einschließlich ihrer fĂŒr Fortpflanzung, ErnĂ€hrung, Wanderung und Überwinterung wichtigen LebensrĂ€ume.
  • Siehe auch zu den bereits bestehenden Naturschutzgebieten „Marienfließ" und „Quaßliner Moor": Stepenitz (Marienfließ).

Orte (Übersicht)

Weblinks


Koordinaten: 52°59'00 N 11°46'00 O

Informationen aus der Umgebung

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Wikipedia

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