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Letzte Änderung für Artikel Berliner Zollmauer: 29.01.2006 15:18

Berliner Zollmauer

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Die Berliner Akzisemauer um 1855
Die Berliner Akzisemauer um 1855

Die Berliner Zoll- und Akzisemauer war die Stadtmauer Berlins ab dem 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie ersetzte die mittelalterliche Berliner Stadtmauer und deren Nachfolger, eine Festungsanlage, und umschloss etwa das Siebenfache der von der Festungsanlage umschlossenen Fl├Ąche. Im Unterschied zu ihren Vorg├Ąngern hatte sie keine milit├Ąrische Bedeutung mehr, sondern diente haupts├Ąchlich ├ťberwachungszwecken: An den in der Mauer befindlichen Zolltoren wurde die Akzise , die damaligen direkten Verbrauchssteuern auf eingef├╝hrte Waren, erhoben; die Mauer diente damit der Verhinderung des Warenschmuggels. Au├čerdem sollte die Desertion von Soldaten der Berliner Garnison verhindert werden. Auch sonst wurde der Verkehr in die und aus der Stadt kontrolliert. So durften Juden die Stadt im Norden nur durch das Rosenthaler Tor (ab 1750 durch das Prenzlauer Tor) und im S├╝den nur durch das Hallesche Tor betreten und mussten sich dort registrieren lassen.

Inhaltsverzeichnis

Bau der Akzisemauer

Die Akzisemauer wurde im Wesentlichen in den Jahren 1734 bis 1737 unter dem auch Soldatenk├Ânig genannten preu├čischen K├Ânig Friedrich Wilhelm I. erbaut und bezog die bereits 1705 errichtete so genannte Linie, eine Umwehrung aus Palisaden n├Ârdlich der Stadt, deren Verlauf noch heute an der Linienstra├če in Berlin-Mitte zu erkennen ist, mit ein. Ebenso erinnert die Friedrichshainer Palisadenstra├če mit ihrem Namen an den damaligen Verlauf der Akzisemauer. Auch sonst bestand die Zollmauer teilweise aus Holzpalisaden und war nur zum Teil gemauert. Sie wurde mit 14 Stadttoren versehen, die meist nach einer Stadt benannt waren, die in der Richtung des Tores lag.

Wie an den Stadttoren fanden auch an den Stellen, an denen die Spree den Verlauf der Akzisemauer kreuzte, Zollkontrollen statt. Dies wurde mit Hilfe von im Wasser schwimmenden Holzbalken, dem Unter- beziehungsweise Oberbaum, bewerkstelligt, mit denen die Ein- und Ausfahrt f├╝r Schiffe gesperrt werden konnte. Die Akzisemauer umfasste zum Zeitpunkt ihrer Erbauung nicht nur Berlin inklusive seiner Vorst├Ądte, sondern vor allem im Osten und S├╝den auch noch gro├če Fl├Ąchen unbebauten oder landwirtschaftlich genutzten Landes.

Geschichte bis zum Abriss

Da Berlin weiter wuchs, wurden Teile der Akzisemauer in der ersten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts mehrfach nach au├čen verschoben, und mit ihr wurden die Zolltore weiterger├╝ckt. Zwischen 1786 und 1802 wurden die h├Âlzernen Teile durch eine steinerne Mauer ersetzt und die Akzisemauer insgesamt verst├Ąrkt und auf etwa vier Meter erh├Âht. Einige Stadttore wie das Brandenburger Tor erhielten dabei einen repr├Ąsentativen Neubau. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden vier weitere Stadttore, das Neue Tor (1832), das Anhalter Tor (1839/40), das K├Âpenicker Tor (1842) und das Wassertor (1848).

Eben au├čerhalb der Stadtmauer entstanden eine Reihe von noch heute existierenden Friedh├Âfen , wie beispielsweise der Dorotheenst├Ądtische Friedhof an der Chausseestra├če, der Friedhof der St.-Georg-Gemeinde an der Stra├če Am Prenzlauer Berg , mehrere Friedh├Âfe an der Friedenstra├če sowie der Friedhof am Halleschen Tor vor dem Halleschen Tor.

Auch die ersten Bahnh├Âfe der im 19. Jahrhundert entstehenden Eisenbahn wurden rings um die Stadt meist au├čerhalb der Stadtmauer errichtet. Es handelte sich um Kopfbahnh├Âfe , die den Endbahnhof einer neu erbauten Eisenbahnlinie bildeten. So entstanden 1838 der Potsdamer Bahnhof direkt vor dem Potsdamer Tor , 1841 der Anhalter Bahnhof direkt vor dem zu diesem Zweck neu errichteten Anhalter Tor, 1842 der Stettiner Bahnhof (am heutigen S-Bahnhof Nordbahnhof) in der N├Ąhe des Hamburger Tores und 1846 der Hamburger Bahnhof in der N├Ąhe des Neuen Tores. Einzige Ausnahme war der Frankfurter Bahnhof (heute Ostbahnhof), der 1842 als Endpunkt der Berlin-Frankfurter Eisenbahn innerhalb der Akzisemauer gebaut wurde. Um diese Kopfbahnh├Âfe miteinander zu vernetzen, wurde 1851 die so genannte Verbindungsbahn gebaut, eine Pferde-Eisenbahn, die allerdings nur dem G├╝ter- und Milit├Ąrverkehr diente und deren Strecke meist entlang der Akzisemauer f├╝hrte. Auch die erste Berliner U-Bahn-Linie wurde zwischen 1896 und 1902 entlang der inzwischen abgerissenen Akzisemauer in Kreuzberg gebaut.

Vor allem ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden au├čerhalb der Akzisemauer neue Vorst├Ądte, das Berliner Stadtgebiet umfasste 1840 mehr als das Doppelte des von der Mauer umgebenen Gebietes. Als Folge davon wurden an den Zufahrtsstra├čen zu Berlin teilweise weit vor den Toren der Stadt so genannte Akziseh├Ąuser errichtet, in denen nun der Zoll bezahlt werden musste. Das einzige heute noch erhaltene Akzisehaus befindet sich etwa einen halben Kilometer vom Schlesischen Tor entfernt auf der Lohm├╝hleninsel im Landwehrkanal. Ihren haupts├Ąchlichen Funktion enthoben, wurde die Akzisemauer 1860 aufgehoben. Am 1. Januar 1861 wurde das Stadtgebiet durch Eingemeindungen noch einmal nahezu verdoppelt. Zwischen 1867 und 1870 wurde die Akzisemauer und mit ihr fast alle Tore abgerissen.

Reste nach dem Abriss

Von den Toren blieben nach dem Abriss nur das Brandenburger Tor, das Potsdamer Tor und das Neue Tor stehen. Jedoch kann von diesen auch nur das Brandenburger Tor noch in seiner alten Form einschlie├člich der Nebengeb├Ąude zur Zollerhebung besichtigt werden. Das zerst├Ârte Neue Tor wurde gleich nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen. Das Schinkelsche Neue Potsdamer Tor (zwischen Potsdamer Platz und Leipziger Platz) wurde ebenfalls im Krieg zerst├Ârt, seine Reste wurden dann beim Bau der Berliner Mauer abgetragen.

Heute sind neben dem Brandenburger Tor nur noch wenige Reste zu sehen. In der Hannoverschen Stra├če existiert noch ein heute unter Denkmalschutz stehendes Teilst├╝ck der Mauer, das in das Haus Nr. 9 eingebunden ist. In der Stresemannstra├če wurde ein Teil der Fundamente der Akzisemauer ausgegraben und 1987 ein Teil der Mauer zu Anschauungszwecken wieder errichtet.

Lage der Akzisemauer und Stadttore

Brandenburger Tor 1764, Blick nach Westen auf den Tiergarten
Brandenburger Tor 1764 , Blick nach Westen auf den Tiergarten
Leipziger/Potsdamer Tor um 1800
Leipziger/Potsdamer Tor um 1800
Rosenthaler Tor um 1800
Rosenthaler Tor um 1800

Der Verlauf der Akzisemauer und insbesondere die Lage der Stadttore zum Zeitpunkt des Abrisses der Mauer sind noch heute an Benennungen vor allem von Pl├Ątzen erkennbar. Im Uhrzeigersinn hatte die Akzisemauer folgende Stadttore:

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