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Letzte Änderung für Artikel Civitas Auderiensium: 09.02.2006 00:15

Civitas Auderiensium

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Die Civitas Auderiensium war eine r├Âmische Civitas im rechtsrheinischen Teil der Provinz Germania Superior .

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Civitas umfasste in etwa den Bereich des heutigen S├╝dhessens und geringe westmainische Teile Unterfrankens, wobei die Gebiete direkt am Main wahrscheinlich zur n├Ârdlich angrenzenden Civitas Taunensium mit der Hauptstadt Nida (Frankfurt am Main - Heddernheim) geh├Ârten. S├╝dwestlich an der Bergstra├če gelegene Gebiete geh├Ârten wohl zur Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium. (Ladenburg).

Hauptort der Civitas Auderiensium war der Vicus Med... (Name nur unvollst├Ąndig ├╝berliefert), das heutige Dieburg. Um ihn lag auch der Siedlungsschwerpunkt dieser Verwaltungseinheit, da das Dieburger Land ├Ąu├čerst fruchtbaren Boden bot, w├Ąhrend andere Landesteile wie der Odenwald oder das Hessische Ried aus Klima- oder Bodengr├╝nden wesentlich d├╝nner besiedelt waren. Weitere gr├Â├čere Siedlungen wurden in Gro├č-Gerau - Auf Esch und in Gernsheim lokalisiert.

Nach Osten bildete der Main die Grenze der Civitas, der hier gleichzeitig r├Âmische Staatsgrenze, also Limes war. Vor einigen Limeskastellen sind ebenfalls D├Ârfer zu vermuten, so etwa in Seligenstadt oder in Obernburg am Main.

Geschichte

Die Civitas Auderiensium wurde sp├Ątestens 125 n. Chr. gegr├╝ndet, nachdem kurz vor der Jahrhundertwende der Neckar-Odenwald-Limes angelegt und die so genannten agri decumates dem R├Âmischen Reich eingegliedert worden waren. Erste r├Âmische Anlagen waren das Kastell von Gro├č-Gerau, das zum weitl├Ąufigen Br├╝ckenkopf der Provinzhauptstadt Mainz geh├Ârte und das die noch vor dem Limesbau errichtete Stra├če von Mainz nach Ladenburg sicherte; au├čerdem der Hafen von Gernsheim am Rhein, an dem Mainzer Legionstruppen per Schiff angelandet werden konnten.

Nach der milit├Ąrischen Sicherung des Gebietes durch den Limes mit seinen Kastellen gab man die Kastelle von Gro├č-Gerau und Gernsheim (das noch nicht entdeckt ist) auf und verlegte die Soldaten an die Grenze. Der Weg war frei f├╝r eine zivile Besiedlung. Das Lagerdorf von Gro├č-Gerau blieb als vicus bestehen. Stra├čen wurden angelegt um Mainz mit dem Limes und den Siedlungen zu verbinden.

Dann wurde der neue Civitas-Hauptort Med... (Dieburg) als Verkehrs- und Verwaltungsmittelpunkt sowie Marktort planm├Ą├čig angelegt. Das umliegende Dieburger Land wurde vermessen und in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden wurden landwirtschaftliche Gutsh├Âfe angelegt. Eine solche Villa rustica ist in H├Âchst i. Odw. - Hummetroth freigelegt worden, weitere Dutzende sind bekannt.

Nachdem zun├Ąchst der Odenwald-Limes als Landbefestigung auf einem H├Âhenzug angelegt worden war, schob man im Verlauf des zweiten Jahrhunderts n. Chr. die Grenze bis an den Fluss vor, so dass das Gebiet zwischen Obernburg am Main und Miltenberg ebenfalls dem Imperium einverleibt wurde.

Die Alamanneneinf├Ąlle in der zweiten H├Ąlfte des dritten Jahrhunderts beendeten die r├Âmische Pr├Ąsenz und die Existenz der Civitas Auderiensium. Selbst die aufwendig errichtete Stadtmauer von Dieburg konnte nicht verhindern, dass sich Rom hinter die Rheingrenze zur├╝ckzog. Allerdings best├Ątigen sp├Ątr├Âmische M├╝nzfunde, dass die Bewohner weiterhin Handel mit dem Imperium trieben; zahlreiche Siedlungen blieben, wenn auch in bescheidenem Rahmen, durchgehend besiedelt.

Eventuell besteht ein Zusammenhang zwischen dem ├╝berlieferten Namen der Civitas Auderiensium und der heutigen Bezeichnung Odenwald f├╝r das Gebirge s├╝dlich von Dieburg.

R├Âmerstra├čen

Eine R├Âmerstra├če f├╝hrte von der r├Âmischen Stadt Nida im heutigen Frankfurt-Heddernheim rechtsmainisch ├╝ber eine Milit├Ąrstation auf dem Domh├╝gel (welcher auch mit der alten Mainfurt in Frankfurt verbunden war) durch das Gebiet des heutigen Osthafens ├╝ber die Fechenheimer Gemarkung zu einer befestigten Mainbr├╝cke bei B├╝rgel. N├Ârdlich zu dieser Strecke f├╝hrte eine weitere Verbindung von Nida ├╝ber Preungesheim ("Eselsweg") nach Bergen-Enkheim und von dort s├╝dlich zur B├╝rgeler Mainbr├╝cke. Linksmainisch f├╝hrte eine Stra├če von der Frankfurter Mainfurt entlang der heutigen Strahlenberger Stra├če im Offenbacher Stadtteil Kaiserlei weiter ├╝ber die Bernardstra├če in Offenbach nach B├╝rgel, wo eine gr├Â├čere r├Âmische Siedlung bestanden hat.

Von der B├╝rgeler Mainbr├╝cke f├╝hrte eine Stra├če s├╝d├Âstlich ├╝ber den Bieberer Berg nach Bieber und von dort entlang des alten Dohnweges (zweigt bei Bieber-Waldhof in Richtung Ortmitte Obertshausen durch den Bieberer Wald ab) ├╝ber J├╝gesheim und Seligenstadt zum Kastell in Stockstadt . Die Frankfurter Mainfurt war ihrerseits entlang des Wendelsweges in Sachsenhausen direkt mit Dieburg, dem Hauptort der Civitas Auderiensium, verbunden. Diese Stra├če verband beide Hauotorte miteinander und wurde von r├Âmischen Soldaten besser ausgebaut als andere, weshalb sie noch im Mittelater benutzt wurde. Am Ebertsweg in Dietzenbach finden sich im Wald Gr├Ąben dieser Stra├če, daher hei├čt eine benachbarte Schneise heute noch "Steinerne-Stra├č-Schneise". Die Flurnamen Steinerne Stra├če in Dietzenbach und Urberach zeugen ebenfalls von der alten R├Âmerstra├če. Von Urberach bis Dieburg hei├čt die alte R├Âmerstra├če heute "Hohe Stra├če" und auf der Buhlau wurde ein Teil der Stra├če rekonstruiert.

Die R├Âmer benutzten aber auch ├Ąltere bereits existierende Fernverbindungen. So wurde ein pr├Ąhistorischer Fernweg, welcher Mitteldeutschland und den Mittelrhein miteinander verband, auch in r├Âmischer Zeit weiter verwendet. Innerhalb der Civitas Auderiensium verlief dieser Weg, von Langen kommend, entlang dem so genannten Indianerpfad im Offenbacher Stadtwald s├╝dlich von Tempelsee, f├╝hrte weiter entlang der Langener Stra├če in Bieber am alten Bieberer Ortskern vorbei ├╝ber den L├Ąmmerspieler Weg (in Bieber: W├╝rzburger Stra├če) durch den L├Ąmmerspieler Wald nach L├Ąmmerspiel.

Bev├Âlkerung

Ob es einen Stamm der Auderienser gegeben hat, nach dem diese Civitas benannt wurde, ist unbekannt. Vor der Annexion werden die R├Âmer im fraglichen Gebiet wohl keine dichte Stammesansiedlung geduldet haben. R├Âmische Quellen berichten vielmehr von gallischen Abenteurern, die sich noch vor der Ausdehnung der Grenzen ├Âstlich des Rheines angesiedelt hatten. Vielleicht wurden mit Einrichtung der Civitas auch planm├Ą├čig Volksst├Ąmme hier angesiedelt.

Fundst├Ątten

(s) = sichtbar, (n) = nicht sichtbar, (m) = Museum, Ausstellung vor Ort

Dieburg

  • Forumsreste (n)
  • Mithr├Ąum (n,m Dieburg)
  • Stadtmauerreste (n)
  • Jupitergigantens├Ąule (m Dieburg)
  • Stadt- und Kreismuseum

Gro├č-Umstadt

  • Villa Rustica unter der Stadtkirche (n,m Dieburg, m Stadtkirche Umstadt)
  • Villa Rustica zwischen Dieburg und Umstadt (n)
  • Villa Rustica zwischen Umstadt und H├Âchst ("Wamboldt-Schlo├č") (s)

Hummetroth

  • Villa Rustica (Haselburg), (s)

Ober - Ramstadt

  • Villa Rustica (n)

Gro├č-Gerau

  • Kastell (s, mit geschultem Blick)
  • Vicus (n,m Gro├č-Gerau)

Weiterstadt

  • Grabstein (s Ev. Kirche)

Odenwaldkastelle

  • Seligenstadt (n)
  • Obernburg (m Obernburg)
  • Hainhaus (s)
  • Eulbach (s)
  • W├╝rzberg (s)

Literatur

  • Alfred Kurt: Zur Geschichte von Stra├čen und Verkehr zwischen Rhein und Main, Teil 2, Die Heerstra├čen der R├Âmer, Dissertation, Frankfurt am Main, 1957
  • Karl Nahrgang: Die Bodenfunde der Ur- und Fr├╝hgeschichte im Stadt- und Landkreis Offenbach am Main, Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main, 1967

Wikipedia

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