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Letzte Änderung für Artikel Wenzel (HRR): 10.01.2006 13:19

Wenzel (HRR)

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Wenzel von Luxemburg (der Faule, auch Wenzeslaus, tschechisch V√°clav; * 26. Februar 1361 in N√ľrnberg; ‚Ć 16. August 1419 auf Burg Wenzelstein , tschechisch Nov√Ĺ hrad u Kunratic, heute im Stadtgebiet von Prag ) aus dem Geschlecht der Luxemburger war seit seiner Kr√∂nung im Kindesalter 1363 bis zu seinem Tod 1419 als Wenzel IV. K√∂nig von B√∂hmen und von 1376 bis zu seiner Absetzung 1400 R√∂mischer K√∂nig . Von 1373 bis 1378 war er zudem Kurf√ľrst von Brandenburg; das Haus Luxemburg vereinte somit f√ľr den Fall einer K√∂nigswahl zwei Kurstimmen auf sich. Er war mit Johanna von Bayern und Sophie von Bayern verheiratet; die Ehen blieben kinderlos.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wenzel bis zu seiner Absetzung 1400

Wenzel war der √§lteste Sohn Kaiser Karl IV. aus dessen dritter Ehe mit Anna von Schweidnitz . Er war seit fr√ľhester Kindheit als Haupterbe vorgesehen. Karl lie√ü ihm Siegel anfertigen und brachte ihm bereits als Kleinkind bei, sich als wahrer Herrscher zu verhalten. Schon 1363 wurde Wenzel zum K√∂nig von B√∂hmen gekr√∂nt. Er wurde auch noch zu Lebzeiten seines Vaters am 10. Juni 1376 zum Rex Romanorum gew√§hlt und vom K√∂lner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden am 6. Juli 1376 gekr√∂nt. Nach dem Tod seines Vaters trat Wenzel 1378 dessen Nachfolge als K√∂nig des Hl. R√∂misches Reichs an.

In den Auseinandersetzungen mit der Kirche ( abendl√§ndisches Schisma ), wobei er wie schon sein Vater Papst Urban VI. als rechtm√§√üigen Pontifex anerkannte, und den Reichsst√§dteb√ľnden hatte er keine gl√ľckliche Hand. Es kam zu Kampfhandlungen mit einem s√ľddeutschen St√§dtebund, als er die schw√§bischen Landvogteien den Habsburgern √ľbertragen wollte. Wenzel k√ľmmerte sich fast gar nicht um die Reichsangelegenheiten. Er kam erst 1383 nach N√ľrnberg, doch wollte der St√§dtebund den von ihm verordneten Landfrieden nicht anerkennen, da dies dessen Aufl√∂sung bedeutet h√§tte. Mit dem Landfrieden von Eger stellte er sich auf die Seite der F√ľrsten, aber gegen die st√§dtischen B√ľnde. Was ihm in B√∂hmen einigerma√üen gelang, n√§mlich die Ordnung aufrecht zu erhalten, misslang ihm in Deutschland. Zudem nahm Wenzels Verhalten mehr und mehr despotische Z√ľge an. Zu der allgemeinen Unzufriedenheit trugen auch seine unf√§higen Berater bei. Es formierte sich auch in B√∂hmen der Widerstand des Adels, der von der Unf√§higkeit Wenzels und seiner Brutalit√§t genug hatte (die auch in der Ermordung des Johann von Nepomuk zum Ausdruck kam).

König ohne Krone - die letzten Jahre

Da Wenzel die Reichsgesch√§fte mehr und mehr vernachl√§ssigte, kam es schlie√ülich zu einem drastischen Vorgehen der Kurf√ľrsten . Am 20. August 1400 wurde Wenzel als "unn√ľtzer, tr√§ger, unachtsamer Entgliederer und unw√ľrdiger Inhaber des Reichs" vom Erzbischof von Mainz und den drei anderen rheinischen Kurf√ľrsten auf der Burg Lahneck in Oberlahnstein f√ľr abgesetzt erkl√§rt. Kurz darauf wurde Ruprecht III. als dessen Nachfolger erw√§hlt. B√∂hmischer K√∂nig blieb Wenzel jedoch bis zu seinem Tod, zumal er formal weiter auf sein Recht als r√∂misch-deutscher K√∂nig pochte. 1410 trat der Bruder Wenzels, Sigismund, dessen Nachfolge als r√∂misch-deutscher K√∂nig an. Beide Br√ľder einigten sich, so dass Sigismund auch auf Wenzels Hausmacht hoffen konnte.

1419 spitzte sich der Konflikt mit den Hussiten zu. Es gelang ihnen Ende Juli 1419 Prag in ihre Hand zu bekommen, wozu auch Wenzels immer mehr als tyrannisch empfundene Herrschaft beigetragen hat. Wenzel floh, doch starb er schon am 16. August desselben Jahres. Nach seinem Tod trat Sigismund auch seine Nachfolge als böhmischer König an.

Beurteilung

In seinem pers√∂nlichen Charakter wird Wenzel als Paranoiker und als Tyrann beschrieben, der die Menschen in seiner Umgebung aus fadenscheinigsten Gr√ľnden habe hinrichten lassen. Er spielt auch eine Hauptrolle in der Geschichte von Johann von Nepomuk , den er angeblich deshalb in die Moldau hat werfen lassen, weil er ihm die Beichtgeheimnisse seiner Frau nicht habe preisgeben wollen. In Wahrheit ging es um politische Differenzen. Die meiste Zeit seiner Regierung soll Wenzel in einem Zimmer mit seinen Jagdhunden eingeschlossen verbracht haben.

Zweimal war Wenzel festgesetzt worden (1394 und noch einmal 1402-03, das letzte mal unter Zutun seines Bruders Sigismund). Wenzel, der sich nie ernsthaft um die Kaiserkrone bem√ľhte (was sonst alle r√∂misch-deutschen K√∂nige des Sp√§tmittelalters getan hatten) und sich nicht mit f√§higeren Ratgebern umgab, als es noch Zeit gewesen w√§re das Blatt zu wenden, bleibt eine Gestalt ohne sympathische Z√ľge. Politisch muss man ihm vorwerfen, dass ihm v√∂llig der Realit√§tssinn und das Gesp√ľr f√ľr die Politik fehlte, die noch seinen Vater ausgemacht hatte.

In Böhmen verstärkte die Unbeliebtheit Wenzels die Herausbildung eines tschechischen Nationalcharakters, der sich vor allem durch den Gegensatz zum Deutschen definierte.

Literatur

  • Martin Kintzinger: Wenzel, in: Bernd Schneidm√ľller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Portr√§ts von Heinrich I. bis Maximilian I., M√ľnchen 2003, S. 433-45 und 594-95 (Bibliographie).

Weblinks

Vorgänger
Karl IV.
Liste der römisch-deutschen Herrscher Nachfolger
Ruprecht I.

Wikipedia

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