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Letzte Änderung für Artikel Hufeisensiedlung: 26.01.2006 20:31

Hufeisensiedlung

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Luftaufnahme der Hufeisensiedlung um 1930
Luftaufnahme der Hufeisensiedlung um 1930

Die Hufeisensiedlung (Siedlung Britz) entstand von 1925 bis 1933 im S├╝den Berlin-Neuk├Âllns nach Pl├Ąnen von Bruno Taut und Martin Wagner . Sie ist eines der ersten Projekte des sozialen Wohnungsbaues .

Inhaltsverzeichnis

Gesellschaftlicher Hintergrund

Nach dem Ersten Weltkrieg stieg der Zuzug nach Berlin aufgrund der allgemeinen Arbeitslosigkeit stark an. Sehr viele Wohnungen waren stark ├╝berbelegt, obwohl beispielsweise eine Einzimmerwohnung mit K├╝che erst bei f├╝nf Bewohnern als ├╝berbelegt galt. Anfang der 1920er Jahre gab es einen Fehlbestand von mehr als 100.000 Wohnungen in der Stadt, den die damals praktisch ausschlie├člich private Baut├Ątigkeit nicht decken konnte.

Von 1921 bis 1928 entstanden deshalb zahlreiche Baugenossenschaften, die auf nicht-kommerzieller Grundlage und mit sozialreformerischen Ans├Ątzen versuchten, die dr├Ąngende Wohnungsnot zu beseitigen. Es sollte dabei g├╝nstiger und qualitativ hochwertiger Wohnraum geschaffen werden, der zudem eine gute Verkehrserschlie├čung aufweisen sollte. Das war nur durch gro├čfl├Ąchigen Siedlungsbau m├Âglich. Die Hufeisensiedlung ist ein erstes Beispiel f├╝r sozialen Wohnbau und war eine enorme Herausforderung f├╝r Architekten und Stadtplaner .

Aufgrund der 1925 novellierten Bauordnung f├╝r Gro├č-Berlin entstanden in den Folgejahren 17 Gro├čsiedlungen, die zwar eine hohe Wohndichte, aber auch die geforderten besseren Wohnbedingungen aufwiesen.

Die Hufeisensiedlung

Die Rote Front der Hufeisensiedlung, Berlin (R├╝ckseite)
Die Rote Front der Hufeisensiedlung, Berlin (R├╝ckseite)

Auf dem Gebiet des ehemaligen Rittergutes Britz im S├╝den des Berliner Bezirks Neuk├Âlln sollte eine Siedlung mit mehr als 1.000 Wohnungen entstehen.

Bruno Taut war als verantwortlicher Architekt und Stadtplaner der gemeinn├╝tzigen Wohnungsbaugesellschaft GEHAG f├╝r die Planung der neuen Siedlung verantwortlich, zusammen mit Stadtbaurat Martin Wagner entwickelte er das stadtplanerische Konzept der Hufeisensiedlung. Beide Anh├Ąnger des neuen Bauens wollten sie industrielle Arbeitsmethoden im gro├čen Stil auf das Bauwesen ├╝bertragen. Typisierte Wohnungen und Geb├Ąude und Gro├čproduktion sollten dessen Vorteile herausstellen. Martin Wagner nutzte den Bau der Siedlung als M├Âglichkeit f├╝r Studien ├╝ber wirtschaftliches Bauen.

Taut brachte bei der Planung seine Erfahrungen mit der Gartenstadt Falkenberg ein, trotz hoher Dichte und Betonung des Stadtraumes werden den Gr├╝n- und Freibereichen ein hoher Stellenwert einger├Ąumt. Mit der Freiraumplanung wurde Leberecht Migge beauftragt, zur Ausf├╝hrung kamen jedoch die Pl├Ąne des Neuk├Âllner Gartenamtsleiters Ottokar Wagler. Das Hauptgeb├Ąude umschlie├čt einen Pfuhl, eine Grundwassersenke und die Zeilenbebauung bildet mehrere hofartige Bereiche, sodass ├ähnlichkeiten mit einem Angerdorf bestehen. Da die Zeilenbebauung an das Gel├Ąnde angepasst ist und auf die Gro├čform des Hufeisens reagiert, wirkt die Siedlung sehr lebendig.

Farbige Fassaden in der Hufeisensiedlung, Berlin
Farbige Fassaden in der Hufeisensiedlung, Berlin

In sieben Bauabschnitten entstanden im Stil des Neuen Bauens von 1925 bis 1933 1.072 Wohnungen. Es gibt nur vier verschiedene Grundri├čtypen . 472 der Wohnungen liegen in aneinandergereihten Einfamilienh├Ąusern , 600 liegen in den dreigeschossigen Mietsh├Ąusern. Mit Ausnahme des zentralen Hufeisens sind alle Bauten zu Zeilen aufgereiht, jedem Haus ist ein eigener Mietergarten zugeordnet.

Die funktionale und damit eigentlich sehr schlichte Architektur gestaltete Taut mit wenigen einfachen, aber effektiven Mitteln. Sprossenfenster, Klinkerverblendungen an den Geb├Ąudeecken , der spannungsreiche Unterschied zwischen Glatt- und Rauputzfl├Ąchen geh├Âren dazu; identit├Ątsstiftend ist aber vor allem die Farbgebung. Taut lie├č den Au├čenraum der Siedlung durch den Einsatz von gegliederten und farbigen Fassaden bewusst gestalten. Die lange Front der Fritz-Reuter-Allee war in Berliner Rot (ochsenblutfarben) gestrichen und wird deshalb im Volksmund Rote Front genannt. Unterbrochen und gegliedert wurde die Fassade durch hervorspringende Treppenh├Ąuser. Die Eing├Ąnge des Hufeisens wurden durch kr├Ąftiges Blau betont. Die Farbgestaltung rief zur damaligen Zeit viel Kritik hervor, ist inzwischen aber ein liebgewonnenes Markenzeichen der Siedlung im sonst recht uniformen Massenwohnungsbau.

Die Hufeisensiedlung war richtungsweisend f├╝r die Siedlungsarchitektur der 20er und 30er Jahre. und ist auch heute noch trotz der relativ kleinen Wohnungsgr├Â├čen von 49 m┬▓ bei ihren Bewohnern ├Ąu├čerst beliebt. Bis 2000 war die Siedlung vollst├Ąndig im Besitz der GEHAG, seitdem versucht die Genossenschaft , die Wohnungen zu ver├Ąu├čern. Ein Teil der Bewohner hat eine eigene Genossenschaft gegr├╝ndet, mit dem Ziel die Hufeisensiedlung von der GEHAG zu ├╝bernehmen.

In den 90er Jahren wurde die Siedlung saniert und unter Denkmalschutz gestellt. Inzwischen gibt es Bem├╝hungen um eine Aufnahme der Hufeisensiedlung auf die UNESCO -Liste des Weltkulturerbe .

Literatur

  • Norbert Huse (Hrsg.): Vier Berliner Siedlungen der Weimarer Republik, Argon-Verlag, Berlin, 1987, ISBN 3-87024-109-8

Weblink


Koordinaten: 52┬░ 26' 51" N 13┬░ 26' 55" O

Wikipedia

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