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Letzte Änderung für Artikel Neuer Garten Potsdam: 09.02.2006 15:47

Neuer Garten Potsdam

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Der Neue Garten ist ein 102,5  ha großes ParkgelĂ€nde , das im Norden Potsdams an den Heiligen See und den Jungfernsee grenzt. Friedrich Wilhelm II. ließ ab 1787 auf diesem Areal einen neuen Garten anlegen, daher der Name.

Inhaltsverzeichnis

Der Garten

Bereits in seiner Kronprinzenzeit erwarb Friedrich Wilhelm II. das GrundstĂŒck eines Kaufmanns am Heiligen See, das durch Ankauf angrenzender Obst- und WeingĂ€rten im Laufe der Zeit vergrĂ¶ĂŸert wurde. Ein Jahr nach seinem Regierungsantritt begannen die Arbeiten an der Anlage. Der Park sollte dem Zeitgeist entsprechend ein gartenarchitektonisch modernes Bild wiedergeben und sich von den ĂŒberholten Formen des alten barocken Zier- und Nutzgartens Sanssouci, Friedrichs des Großen, abheben.

Durch Reisen in das kleine FĂŒrstentum Anhalt-Dessau waren dem König die Wörlitzer Anlagen bekannt. Dieser frĂŒheste und grĂ¶ĂŸte Landschaftsgarten nach englischem Muster auf dem europĂ€ischen Kontinent entsprach seinem Ideal in der Gartengestaltung. FĂŒr die Umsetzung dieses Ideals wurde der Wörlitzer GĂ€rtner Johann August Eyserbeck verpflichtet.

Im Unterschied zum weitlĂ€ufigen englischen Landschaftsgarten des 19. Jahrhunderts , dessen Hauptelemente Baum, Wiese und Wasser waren, gliederte sich der Garten nach englischem Vorbild Ende des 18. Jahrhunderts durch relativ abgeschlossene Gartenpartien, geschmĂŒckt durch kleine Gartenarchitekturen. Der freien Natur nachgebildet, betonte man in der Gestaltung den landschaftlichen Charakter. Die BĂ€ume und Pflanzen sollten ungeschnitten in freier Wuchsform natĂŒrlich erscheinen.

Auch das lĂ€ndliche Leben wurde wiederentdeckt. Weidende KĂŒhe gehörten zum Bild des Neuen Gartens, deren Milch in der am nördlichsten Zipfel des Parks gelegenen Meierei zu Butter und KĂ€se verarbeitet wurde. Bereits vorhandene und in die Planung einbezogene GartenhĂ€user sind noch heute vorhanden. Sie werden nach ihrer Farbgebung Weißes, Braunes, Rotes und GrĂŒnes Haus genannt.

1816 kam Peter Joseph Lenné , in diesem Jahr noch Gartengeselle, nach Potsdam. Er bekam die Aufgabe, den inzwischen verwilderten Garten umzugestalten. Unter Beibehaltung einiger Einzelpartien schuf er einen englischen Landschaftspark mit weiten GartenrÀumen, WiesenflÀchen und breiten Wegen, vor allem aber Sichtachsen zur Pfaueninsel, Glienicke, Babelsberg und Sacrow .

Die Bauten im Neuen Garten

Mit der Anlage eines neuen Gartens in Potsdam ließ sich Friedrich Wilhelm zur selben Zeit, in den Jahren 1787 - 1792 , ein neues Schloss errichten. Nach PlĂ€nen Carl von Gontards und Carl Gotthard Langhans , der vor allem fĂŒr den Innenausbau verantwortlich war, entstand das Marmorpalais, ein Werk im Stil des FrĂŒhklassizismus . Mit diesem GebĂ€ude hielt die im ĂŒbrigen Europa lĂ€ngst verbreitete Stilrichtung auch in Berlin-Brandenburg Einzug und leitete den kĂŒnstlerischen Epochenwechsel ein.

das Marmorpalais
das Marmorpalais

Friedrich Wilhelm II. gehörte einer Loge der Freimaurer an und dem eher mystisch orientierten Geheimbund der Rosenkreuzer . In einigen GebĂ€uden des Neuen Gartens spiegeln sich Bedeutungsinhalte der Freimaurerei wieder. So wurde die SchlosskĂŒche als halbversunkener Tempel, der Eiskeller als Pyramide und die Bibliothek gotisch gebaut. Die Architektur stand in keinem Zusammenhang mit der eigentlichen Zweckbestimmung. Carl Gotthard Langhans und Andreas Ludwig KrĂŒger schufen diese aus einer anderen Zeit entnommenen Zweckbauten.

Die SchlosskĂŒche ( 1788 /90), als Tempelruine, unterhalb der Freitreppe des Marmorpalais, zeigt nur ihre Vorderfront. Es scheint, als sei sie von Erdmassen verschĂŒttet - ein halbversunkener Tempel.

Der Eiskeller, als Pyramide ( 1791 /92), nördlich in der Sichtachse des Marmorpalais, diente als "KĂŒhlschrank" zum Frischhalten der Lebensmittel. Im Winter wurde dem nahen Heiligen See Eis entnommen und in der untersten Etage des circa 5 Meter in den Boden gehenden Kellers gelagert.

Die Gotische Bibliothek, am SĂŒdende des Neuen Gartens. Der kleine, zweistöckige Pavillon beherbergte die BĂŒchersammlung Friedrich Wilhelms II. Im unteren Bereich befanden sich die französischen Werke, im oberen die deutsche Literatur. Im Gegensatz zu seinem VorgĂ€nger Friedrich dem Großen, der alles Französische bevorzugte, förderte Friedrich Wilhelm II. die deutsche Kunst. An preußischen Theatern durften nun StĂŒcke von Friedrich Schiller und Gotthold Ephraim Lessing aufgefĂŒhrt werden.

Die Orangerie ( 1791 /93), mit dem Ägyptischen Portal an der Ostseite des GebĂ€udes, wird von einer Sphinx bewacht. In Wandnischen des halbrunden Eingangbereichs stehen zwei schwarz gefĂ€rbte Statuen Ă€gyptischer Götter aus der Werkstatt des Bildhauers Johann Gottfried Schadow . In VerlĂ€ngerung des Portals der holzgetĂ€felte Palmensaal. Hier fanden Konzerte statt, in denen der musische König selbst das Cello spielte. Nach Westen schließt sich die Pflanzenhalle an.

Friedrich Wilhelm II. ließ sein Refugium entlang der Westseite mit einer hohen Mauer umgeben. Den Haupteingang zum Park im SĂŒdwesten flankieren zwei TorhĂ€user im hollĂ€ndischen Baustil. In ihnen befanden sich unter anderem StĂ€lle und Remisen . An der schnurgerade weiterfĂŒhrenden Allee zum Marmorpalais reihen sich rote BacksteinhĂ€user, ebenfalls in hollĂ€ndischen Bauformen. Dieses sogenannte "HollĂ€ndische Etablissement" diente als WohnstĂ€tte fĂŒr Bedienstete.

Eine Crystall- und Muschelgrotte, am nördlichen Ende des Neuen Gartens, entstand 1791/92 nach Entwurfszeichnungen Andreas Ludwig KrĂŒgers . Der Aufenthaltsort fĂŒr warme Sommertage wirkt nach außen wie von der Natur erschaffen. Die drei Kabinette im Innern wurden mit Spiegeln, farbigen Glasarbeiten und Muscheln ausgeschmĂŒckt. An eine in der NĂ€he errichtete kleine KĂŒche erinnert nur noch ein Mauerring. Das runde WaldhĂ€uschen war mit Schilfrohr gedeckt und mit Eichenrinde verkleidet.

Der Obelisk, ( 1793 /94) wurde aus blaugrĂŒnem Marmor nach einem Entwurf von C.G.Langhans errichtet. Die vier Reliefmedaillons wurden von den GebrĂŒdern Wohler und J.G.Schadow gearbeitet sie stellen MĂ€nnerköpfe in verschiedenen Lebensaltern dar diese sollen die vier Jahreszeiten symbolisieren.

Die Themistoklesherme, ( 1798 ) wurde nach einem antiken Original aus weißem Marmor gefertigt, sie stellt den grichischen Strategenkopf Themistokles dar.

Über hundert Jahre spĂ€ter, am Ende der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II., entstand im Neuen Garten der letzte Schlossbau der Hohenzollern. In den Jahren 1913 - 1917 wurde Schloss Cecilienhof fĂŒr Kronprinz Wilhelm und seine Gemahlin Cecilie im Norden des Parks errichtet. Es diente der Familie des Kronprinzen bis Anfang 1945 als Wohnschloss.

Zusammenfassende Übersicht der GebĂ€ude

Unter König Friedrich Wilhelm II. entstanden in den Jahren 1787 - 1793 im Neuen Garten:

SchlosskĂŒche, in Form einer Tempelruine
SchlosskĂŒche, in Form einer Tempelruine
  • Orangerie
  • Gotische Bibliothek
  • Pyramide
  • Meierei
  • Muschelgrotte
  • „HollĂ€ndisches Etablissement“ (HĂ€user im hollĂ€ndischem Stil)

Unter Kaiser Wilhelm II., in den Jahren 1914 - 1917 , fĂŒr Kronprinz Wilhelm :

Literatur

  • Gert Streidt, Klaus Frahm: Potsdam. Die Schlösser und GĂ€rten der Hohenzollern. Könemann Verlagsgesellschaft mbH. Köln 1996, ISBN 3-89508-238-4

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