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Letzte Änderung für Artikel Stralsunder Stadtbefestigungen: 03.02.2006 13:58

Stralsunder Stadtbefestigungen

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Inhaltsverzeichnis

Die Stralsunder Stadtbefestigungen

Stadtmauer

Im Jahr 1256 wird erstmals die Stadtmauer erwähnt, die auf einer Länge von 3.100 Metern die gesamte Stadt umgab und ursprünglich aus Erdwällen bestand, die mit Palisaden bestückt waren. Da diese Wälle kaum Schutz boten, wurden nach dem Überfall Lübecks auf die junge, 1234 gegründete Stadt am Strelasund Steinwälle errichtet. 1320 war die Stadtmauer fertiggestellt.

Die Stadtmauer wurde stets gepflegt und ausgebaut. In den Jahren 1808 und 1809 wurden die Mauern auf Befehl Napoleon Bonapartes geschleift, was Major Ferdinand von Schill kurzzeitig wieder rückgängig machen ließ. Ab 1815 bauten die Preußen die Mauern und Befestigungen weiter aus. Nach Aufhebung des Festungscharakters Stralsunds im Jahr 1873 wurden die Stadtbefestigungen überflüssig und zügig abgebaut. Gründe für die Eile waren der Bedarf an Platz für Neubauten und die Zunahme des Verkehrs, der durch Mauern und Stadttore behindert worden war. In einem Vertrag von 1879 übertrug Preußen , zu dem Stralsund nun gehörte, die Stadtbefestigungen der Stadt Stralsund. 1887 waren die Abbrucharbeiten an dem größten Teil der ehemaligen Befestigungen abgeschlossen.

Heute ist von der Stadtmauer nur noch ein kleiner Teil erhalten. Teilweise wird die Stadtmauer dabei durch Außenmauern von Wohnhäusern und Klosteranlagen gebildet. In den 1980er Jahren durch polnische Spezialisten und nach 1990 im Zuge der Stadtsanierung gründlich überarbeitet, bietet dieser erhaltene Teil der Stadtmauer einen imposanten Anblick.

Stadttore

Stralsund besaß zehn Stadttore. Einige wurden seltsamerweise bereits vor der eigentlichen Stadtmauer fertiggestellt, so ist das Fährtor bereits 1278 belegt, die Stadtmauer erst 1287 .

Die Anlage der Tore erfolgte als Innentor (zur Stadt hin) und Außentor. Zwischen diesen befand sich ein Gang ( Zwinger ), der zum Außentor hin breiter wurde. Zudem wurde der Gang zumeist leicht winklig angelegt, um ein Durchschießen durch die geöffneten Tore zu verhindern.

Weitere Bestandteile der Stadttore waren Zugbrücken , Sperrketten und natürlich hölzerne , eisenbeschlagene Torflügel , die nachts und im Verteidigungsfall schnell geschlossen wurden.

Die Stadttore standen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang offen. Um Geld zur Pflege der Stadtbefestigungen zu erhalten, wurden die Räume in den Stadttoren den Kaufleuten verpachtet. Diese lagerten hier Waren; im Verteidigungsfall mussten sie ihre Waren allerdings unverzüglich entfernen.

Die Stadttore wurden in Wassertore (zur Seeseite Stralsunds errichtete Tore) und Landtore unterschieden.

Heute sind nur noch zwei der Stadttore (beides Innentore) erhalten.

Badentor

Das Badentor, eines der Seetore, wurde 1277 erstmals erwähnt. Es hatte eine Breite von 9,75 Metern und eine Höhe von 10,30 Metern. Es befand sich am seeseitigen Ende der Badenstraße zur Wasserstraße hin. 1877 wurde es abgerissen, um den zunehmenden Verkehr nicht weiter zu behindern.

Fährtor

Das Fährtor, eines der Seetore, findet erstmals 1278 urkundliche Erwähnung, also noch vor der erstmaligen Erwähnung der Stadtmauer. Es befand sich am seeseitigen Ende der Fährstraße zur Wasserstraße hin. Zur Seeseite betrug die Breite 32,30 Meter, zur Stadtseite hin 21,80 Meter. Die Tiefe betrug 20,50 Meter und die Höhe 17,10 Meter.

Im unteren Teil des zweiteiligen Gebäudes befanden sich Unterkünfte für die Fährleute. Noch heute ist hier die älteste Kneipe des europäischen Festlandes ("Zur Fähre") zu finden.

Auch das Fährtor fiel im ausgehenden 19. Jahrhundert dem ansteigenden Verkehr zum Opfer und wurde abgerissen. Teile des Tores wurden 1997 in den Neubau eines Wohnhauses integriert.

Frankentor

Das Frankentor, eines der Seetore, wurde erstmals 1278 urkundlich erwähnt, also noch vor der erstmaligen Erwähnung der Stadtmauer. Es befand sich am seeseitigen Ende der Frankenstraße zur Wasserstraße hin. Seinen Namen erhielt es von der Frankenstraße, in der es lag, diese wiederum war nach einer Familie Franke (bzw. Vrancke) im Mittelalter benannt worden. Ein Bezug zu Franken besteht daher nicht.

1863 wurde das Frankentor abgetragen.

Heilgeisttor

Das Heilgeisttor, eines der Seetore, wurde erstmals 1279 urkundlich erwähnt, also noch vor der erstmaligen Erwähnung der Stadtmauer. Es befand sich am seeseitigen Ende der Heilgeiststraße zur Wasserstraße hin und erhielt von der Heilgeiststraße auch seinen Namen. Reste des Tores wurden 1853 abgetragen.

Hospitaler Tor

Das Hospitaler Tor, eines der Landtore, wurde erstmals 1278 urkundlich erwähnt, also noch vor der erstmaligen Erwähnung der Stadtmauer. Es befand sich am Ende der Mönchstraße zum Knieperwall und der Hospitaler Bastion sowie dem damaligen, über den Knieperteich führenden Hospitaler Damm hin. Die Reste des Tores wurden 1881 abgetragen.

Eine an der Stadtmauer in der Mönchstraße angebrachte Gedenktafel erinnert seit Dezember 2005 an das Hospitaler Tor.

Kniepertor

Das Kniepertor, eines der Landtore, wurde erstmals 1293 urkundlich erwähnt. Es befindet sich am Ende der Knieperstraße zum Olof-Palme-Platz hin. Es hat eine Breite von 11,50 Metern und eine Höhe von 20,80 Meter und ist 8,60 Meter tief. Im 15. Jahrhundert wurden diverse Änderungen am Äußeren des Tores vorgenommen; in dieser Form ist das Tor noch heute zu sehen. Das Kniepertor ist Bestandteil der erhalten gebliebenen Reste der Stadtmauer.

Nachdem man in den 1860er Jahren lange Zeit den Abriss des Tores diskutiert hatte, wurde dann 1870 doch der Beschluss gefasst, das benachbarte Haus abzureißen, um den zunehmenden Verkehr nicht zu behindern. 1874 wurden also das Haus Knieperstraße 14 und das Knieper-Außentor sowie das Torschreiberhaus abgerissen. Am Tor sind noch die Halterungen für die Sperrketten zu sehen, mit denen die Straße bei offenem Tor vor eventuell anstürmenden Reitern etc. geschützt werden konnte. Am 4. Mai 1809 wurde vor dem Tor der Kampfgefährte Ferdinand von Schills , Friedrich Gustav von Petersson , von den französischen Besatzern hingerichtet. An ihn erinnern ein Gedenkstein und eine Gedenktafel an der der Stadt zugewandten Seite des Tores.

1967 wurde das Stadttor zu Wohnzwecken umgebaut. Durch das Tor fuhr bis zur Stilllegung in den 1960er Jahren die Straßenbahn . Heute ist die Passage Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.

Kütertor

Kütertor
Kütertor

Das Kütertor, eines der Landtore, wurde 1281 erstmals urkundlich erwähnt. Es befindet sich am landseitigen Ende der Heilgeiststraße zum Knieperwall bzw. Küterdamm hin. Küter waren Fleischer , die die Innereien der Tiere (Küt) weiterverarbeiteten.

Im Jahr 1446 wurde das noch heute zu sehende Kütertor neu errichtet. Es ist 10,30 Meter breit und 10,40 Meter tief. Bis 1862 wurde das Tor als Gefängnis genutzt, später zu Wohnzwecken umgebaut. In der Zeit von 1963 bis 2003 war es neben der Wasserkunst und dem Wasserturm Bestandteil einer Jugendherberge.

Langentor

Das Langentor, eines der Seetore, wurde erstmals 1287 urkundlich erwähnt, also noch vor der erstmaligen Erwähnung der Stadtmauer. Es befand sich am seeseitigen Ende der Langenstraße zur Wasserstraße hin. Es erhielt seinen Namen durch die Straße, in der es lag. Reste des Tores wurden am Ende des 19. Jahrhunderts abgetragen, um den zunehmenden Verkehr nicht zu behindern.

Semlower Tor

Das Semlower Tor, eines der Seetore, wurde erstmals 1277 urkundlich erwähnt, also noch vor der erstmaligen Erwähnung der Stadtmauer. Es befand sich am seeseitigen Ende der Semlower Straße zur Wasserstraße hin. Es war 13,30 Meter breit, 17 Meter tief und 22,65 Meter hoch und wurde zu Wohnzwecken und als Speicher für Getreide genutzt. Im Jahr 1599 wurde es umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde es in der Bombennacht vom 6. Oktober 1944 stark beschädigt. Nach dem Krieg eine Ruine, wurde lange über die weitere Nutzung diskutiert. Da der DDR bzw. der Stadt Stralsund Gelder für einen Wiederaufbau zu dieser Zeit fehlten, wurden die Reste des Tores trotz Protesten am 29. Juni 1960 gesprengt. Reste des Tores wurden in einem anliegenden, im Jahr 1998 sanierten Haus integriert und sichtbar gemacht.

Tribseer Tor

Das Tribseer Tor, eines der Landtore, wurde erstmals 1278 urkundlich erwähnt, also noch vor der erstmaligen Erwähnung der Stadtmauer. Es befand sich am Ende der Tribseer Straße zum Knieperwall bzw. Tribseer Damm hin. 1715 zog der schwedische König Karl XII. aus seinem türkischen Exil kommend durch das Tribseer Tor in die Stadt ein. 1770 wurden bei der Explosion des Köpkenturms Innen- und Außentor schwer beschädigt, danach wieder hergerichtet. 1877 wurde das Tor abgetragen. Heute befindet sich an seiner Stelle das ehemalige Reichsbankgebäude.

Bastionen

Die Stadtbefestigungen wurden, nachdem Stralsund 1648 schwedisch wurde, weiter ausgebaut. Stralsund war Brückenkopf in Schwedisch-Pommern und seine Verteidigung galt als immanent wichtig. Bis zur Aufhebung des Festungscharakters Stralsunds 1873 waren die Bastionen wichtiger Bestandteil der Verteidigungsanlagen. In einem Vertrag von 1879 übertrug Preußen , zu dem Stralsund nun gehörte, die Stadtbefestigungen der Stadt Stralsund. Die meisten der einst 13 Bastionen wurden fortan begrünt und zu Erholungszwecken genutzt.

Blauer Turm Bastion

Die Blaue Turm Bastion befindet sich zwischen dem Frankenwall und dem Frankenteich. Der namensgebende Blaue Turm war ein 1865 abgerissener Pulverturm, seinen Namen wiederum aus der mittelalterlichen Bezeichnung blau für dunkel, abgeschlossene Räume erhielt. Von 1897 bis 1900 wurde auf dem Gelände die später nach einem ihrer Schüler Gerhard Hauptmann -Schule benannte höhere Knabenschule errichtet. Das Gebäude wurde von 1997 bis 2004 komplett saniert und dient weiterhin als Schule .

Fährbastion

Die Fährbastion befindet sich zwischen dem Strelasund und der Seestraße und wird auch als Nasses Dreieck bezeichnet.

Hier, an der Sundpromenade, befindet sich ein Gedenkstein für "die auf See Gebliebenen", während Schifffahrten umgekommener Seeleute.

Heilgeistbastion

Die Heilgeistbastion befindet sich zwischen dem Langen Kanal und der Straße Am Langenwall .

Auf ihr befindet sich heute ein Parkplatz.

Hospitaler Bastion

Die Hospitaler Bastion befindet sich zwischen Knieperwall und dem nördlichen Teil des Knieperteiches, vor dem ehemaligen Hospitaler Tor. Sie wurde überwiegend als Exerzierplatz genutzt und 1885 in eine Gartenanlage nach Entwürfen des Gartenbauarchitekten Ferdinand Jühlke umgestaltet. Am 28. November 1886 wurde auf der Bastion ein Kriegerdenkmal eingeweiht. Dieses wurde in den 1950er Jahren abgerissen. Unter der Bastion befindet sich seit den 1950er Jahren ein Bunker .

Die ehemaligen Gartenanlagen werden heute als Spielplatz genutzt.

Johannisbastion

Die Johannisbastion befindet sich zwischen Fährwall und Seestraße .

Auf diesem Gelände befindet sich heute die Feuerwache der Stralsunder Berufsfeuerwehr .

Katharinenbastion

Die Johannisbastion befindet sich zwischen Knieperwall und dem südlichen Teil des Knieperteiches. Die ehemalige Bastion ist gärtnerisch gestaltet worden. Unter ihr befindet sich seit den 1950er Jahren ein Bunker .

Knieperbastion

Die Knieperbastion befindet sich zwischen Fährstraße bzw. Seestraße und dem Schill-Denkmal. Auf dieser Bastion standen Kasematten , in denen u.a. die Schill'schen Anhänger gefangengehalten wurden. 1911 bis 1913 wurde hier das städtische Lyzeum errichtet, dessen Nachfolger, das Gymnasium Hansa noch heute in diesem Gebäude untergebracht ist.

Vor dem Gebäude werden seit 2003 die ehemaligen Schillanlagen gärtnerisch wieder hergestellt.

Küterbastion

Die Küterbastion befindet sich zwischen Knieperwall und dem Küterdamm vor dem Kütertor. Hier befand sich ein am 23. Juli 1923 eingewiehener Gedenkstein mit der Inschrift "Denke dran 1914 und 1918", der nach 1945 entfernt wurde. Ab 1929 befand sich hier ein kleiner Tiergarten mit verschiedenen Tieren. Waren es zuerst Hirsche , die hier gehalten wurden (der sog. Hirschgarten), wurden später bis Anfang der 1990er Jahre Vögel präsentiert.

Heute befindet sich dort ein Spielplatz.

Kronlastadiebastion

Die Kronlastadiebastion befindet sich zwischen der Straße Am Fischmarkt und dem Querkanal. Das hier befindliche, 1865 erbaute Fachwerkhaus wurde zunächst als Schuppen für Kanonenwagen , später als Getreidespeicher genutzt.

Mühlenbastion

Die Mühlenbastion befindet sich zwischen Frankenwall bzw. Tribseer Damm und dem Frankenteich. Die Bastion wurde 1865 gärtnerisch gestaltet. Heute steht hier ein Kindergarten .

Schützenbastion

Die Schützenbastion befindet sich zwischen Frankenwall , Karl-Marx-Straße und Weidendamm und dem Frankenteich. Ihre Namen erhielt sie von ihrer Funktion als Schießplatz . Die Bastion wurde 1945 durch Aufschüttung mit dem Bauschutt aus der am 6. Oktober 1944 von den Alliierten bombardierten Stadt vergrößert. Heute befindet sich hier der Stralsunder Busbahnhof .

Tribseer Bastion

Die Tribseer Bastion befindet sich zwischen Frankenwall , Knieperwall und Bahnhofstraße sowie zwischen dem Frankenteich und dem südlichen Teil des Knieperteiches, vor dem Reichsbankgebäude. Ihren Namen erhielt sie von der Stadt Tribsees. Sie ist gärtnerisch eindrucksvoll gestaltet. Seit September 1997 befindet sich hier ein Denkmal für Vertriebene.

Weingartenbastion

Die Weingartenbastion befindet sich zwischen Frankenwall und dem Frankenteich. Die ehemalige Bastion diente bis in die 1960er Jahre als Rummelplatz . Seitdem befand sich hier ein Parkplatz, der 1996 durch ein Parkhaus ersetzt wurde. Unter der Bastion befindet sich seit den 1950er Jahren ein Bunker .

Teiche, Dämme und Brücken

Frankenteich

Knieperteich

Knieperteich
Knieperteich
Weiße Brücken
Weiße Brücken
Springbrunnen auf dem Knieperteich
Springbrunnen auf dem Knieperteich

Moorteich

Frankendamm

Knieperdamm

Tribseer Damm

Weidendamm

Rügendammbrücke

Siehe Strelasundquerung.

Weiße Brücken

Die Weißen Brücken über den Knieperteich
Die Weißen Brücken über den Knieperteich

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