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Letzte Änderung für Artikel Jugendherberge: 07.02.2006 13:08

Jugendherberge

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Der Begriff Jugendherberge beschreibt umgangssprachlich eine vergleichsweise preisg√ľnstige, eher einfache Unterkunft, im engeren Sinne bezeichnet er in Deutschland eine Herberge des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH). International ist die englische Bezeichnung Hostel (Herberge) √ľblich.

In Deutschland ist die Bezeichnung Jugendherberge als Marke des Deutschen Jugendherbergswerks gesch√ľtzt. Kommerziell betriebene Unterk√ľnfte, die sich an Rucksackreisende wenden, bezeichnen sich daher auch in Deutschland meist als Hostel, Backpacker Hostel oder einfach Backpacker.

Inhaltsverzeichnis

Jugendherbergen in Deutschland

Jugendherberge
Jugendherberge

Entstehung

Entstanden sind Jugendherbergen ab Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Jugendbewegung als Unterk√ľnfte f√ľr junge Menschen, Jugendgruppen und Schulklassen. Im Jahre 1909 wurde auf der Burg oberhalb der Stadt Altena die erste deutsche Jugendherberge errichtet. 1911 gab es schon 17 Jugendherbergen, 1921 etwa 1.300 und 1928 rund 2.200 Jugendherbergen. Jugendherbergen hatten h√§ufig gro√üe Schlafs√§le und nur wenige kleinere Zimmer f√ľr die Betreuer.

Mit der reisenden Jugend √ľberschritt die Idee rasch die nationalen Grenzen Deutschlands: √úberall auf der Welt entstanden "Youth Hostels", die heute unter dem Dach des Weltverbandes Hostelling International mit 90 nationalen Verb√§nde aus 80 L√§ndern und √ľber 4.000 Jugendherbergen global zusammengefasst sind. Ideelle Zielsetzung ist unver√§ndert seit fast einem Jahrhundert neben der F√∂rderung des Jugendreisens auch das gemeinsame Eintreten f√ľr Frieden und V√∂lkerverst√§ndigung auf empirischer Basis des interkulturellen Austausches und des Gewinnens eigener Erfahrungen im Rahmen des Emanzipationsprozesses junger Menschen.

Nutzergruppen/Altersgrenzen

Auch heute werden Jugendherbergen noch h√§ufig f√ľr Gruppenreisen von Jugendlichen wie zum Beispiel Klassenfahrten in Anspruch genommen. Es gibt aber zunehmend auch √§ltere G√§ste, viele Eltern bzw. Alleinerziehende mit Kindern, auch Senioren. In gr√∂√üeren St√§dten nehmen auch Gesch√§ftsleute wie beispielsweise Messebesucher das Angebot der Jugendherbergen in Anspruch. Gr√ľnde daf√ľr sind die g√ľnstigen √úbernachtungspreise im Vergleich zum Hotel, aber auch der n√§here Kontakt zu anderen G√§sten und ein geselliger Umgang unter den G√§sten. In den meisten Jugendherbergen gibt es daher heute auch kleinere so genannte "Familienzimmer", einige Jugendherbergen haben die gro√üen Schlafr√§ume ganz abgeschafft. Viele Jugendherbergen stellen sich auch sonst auf ein gemischtes Publikum ein.

Seit dem Jahr 2005 d√ľrfen auch in Bayern √§ltere Alleinreisende ab 27 Jahren in Jugendherbergen √ľbernachten. Allerdings werden Jugendliche sowie Jugend- und Sch√ľlergruppen weiterhin vorrangig ber√ľcksichtigt. Der bayerische Landesverband des DJH begr√ľndet dies mit der Zweckbindung von Investitionszusch√ľssen der bayerischen Staatsregierung an den Landesverband. Zudem sei eine ‚Äědirekte Konkurrenz zum kommerziellen Beherbergungsgewerbe ... aufgrund der direkten und indirekten Subventionen nicht zu vertreten‚Äú.

Ausstattung

Jugendherbergen besitzen immer Gemeinschaftseinrichtungen wie Sporteinrichtungen , Aufenthaltsr√§ume und √§hnliches und werben manchmal mit besonderen Angeboten und Ausstattungen wie Tagungs- und Seminarr√§umen, einer besonderen Eignung f√ľr Familien oder speziellen Kursangeboten.

Insbesondere bei den Jugendherbergen im l√§ndlichen Raum befinden sich ein gro√ües Gel√§nde mit Spielplatz, Sportm√∂glichkeiten (Bolzplatz, Tischtennis, Volleyballfeld etc.) und meist auch einem Grill- und Lagerfeuerplatz direkt am Haus, durch Kontakte mit √∂rtlichen Vereinen ergeben sich √ľblicher Weise auch M√∂glichkeiten, kommunale Sporteinrichtungen zu nutzen.

Ein besonderer Schwerpunkt bei Investitionen in die Geb√§ude wurde in den letzten Jahrzehnten im Bereich der Sanit√§rausstattung gesetzt, deshalb gibt es inzwischen in jeder Jugendherberge sehr gut ausgestattete Zimmer mit Dusche und WC f√ľr Gruppenleiter/innen und Lehrer/innen.

Pädagogisches Angebot

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Jugendherbergen und kommerziellen Einrichtungen (wie z.B. Hotels, Hostels oder Campingpl√§tzen) liegt in der p√§dagogischen Ausrichtung von Jugendherbergen als Partner der Jugendarbeit und der Schulen. Neben der mittelbaren Schiene, also dem Verf√ľgbarmachen von Gemeinschaftseinrichtungen und -unterk√ľnften, unterst√ľtzen die Jugendherbergen Lehrer und Jugendgruppenleiter auch unmittelbar mit Hilfe von Programmangeboten bei der Ein√ľbung sozialen Lernens in der Schulklasse bzw. Gruppe. Ferner gibt es in jeder Jugendherberge ein so genanntes "Leiterzimmer", in dem sich die Gruppenleiter und Lehrer treffen k√∂nnen, um gemeinsam Ideen und Konzepte auszutauschen.

An einigen Standorten werden au√üerdem fachliche Schwerpunkte der erlebnis- oder freizeitp√§dagogischen Jugendarbeit gesetzt in Form von einer Profilierung der Jugendherberge, z.B. Umwelt- oder Kulturstudienpl√§tze, Gut-Drauf-Jugendherbergen, Grasl√∂wen-Freizeit- oder -Klassenfahrt-Jugendherbergen. Auf diese Weise werden Jugendherbergen zu Spiel- und Entfaltungsr√§umen f√ľr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Unterst√ľtzt wird die sozialp√§dagogische Arbeit der Jugendherbergen vor Ort auch durch Kooperationen mit lokalen Tr√§gern der Jugendhilfe, der freien und verbandlichen Jugendarbeit und der Schulen sowie durch ehrenamtliche Helfer.

Organisation

In Deutschland sind √ľber 600 Jugendherbergen im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH), einem gemeinn√ľtzigen eingetragenen Verein , organisiert und arbeiten nach einheitlichen Qualit√§tsstandards. Dieser "Hauptverband" ist selbst nicht Eigent√ľmer von Jugendherbergen, sondern sorgt f√ľr die ideelle Einheit, f√ľhrt Zertifizierungsverfahren durch (z.B. f√ľr Studienpl√§tze), organisiert den internationalen Austausch mit anderen Jugendherbergsverb√§nden, schult die Jugendherbergsmitarbeiter in Leitungsfunktionen und √ľbernimmt zentrale Verwaltungsaufgaben f√ľr die ebenfalls gemeinn√ľtzigen Landesverb√§nde.

Betreiber und meist auch Eigent√ľmer der einzelnen Jugendherbergen sind die 14 Landesverb√§nde des DJH, hinzu kommen eine Reihe freier Tr√§ger, oftmals Gemeinden, St√§dte oder Jugendverb√§nde, die ihre H√§user nach den Bedingungen des DJH als Jugendherberge zur Verf√ľgung stellen. Die Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk ist in Deutschland Voraussetzung f√ľr eine √úbernachtung in einer Jugendherberge. Diese ist bei Anreise in einer Jugendherberge aber einfach zu bekommen.

Hostels

Hostel ist die englischsprachige Bezeichnung f√ľr Herberge. Daher bezeichnet das Wort in englischsprachigen L√§ndern wie Neuseeland, Australien, Gro√übritannien oder S√ľdafrika sowohl Herbergen des jeweiligen Jugendherbergsverbandes wie auch private Herbergen.

Die Bezeichnung wird zunehmend weltweit zur Kennzeichnung einfacher, privater Unterk√ľnfte genutzt.

Hostels finden sich zunehmend auch in Deutschland und entwickeln sich als kommerzielle und gewinnorientierte Unternehmen nur an profitablen Standorten in Gro√üst√§dten zu einer privatwirtschaftlichen Konkurrenz f√ľr Jugendherbergen des gemeinn√ľtzigen Deutschen Jugendherbergswerks. Die qualitativ sehr einfache Unterbringung in Mehrbettzimmern (so genannten Dorms = englisch f√ľr Schlafs√§le) erm√∂glicht es, g√ľnstige Preise auch im Zentrum von St√§dten und touristischen Schwerpunkten anzubieten, hinzu kommt ein Serviceangebot das unter anderem Gemeinschaftsduschen, K√ľchen zur Selbstversorgung, Waschmaschinen und Informationen zu individueller Erkundung der jeweiligen Stadt oder Region umfasst und dem Geldbeutel der √ľberwiegend jungen Reisenden angepasst ist. Anfang 2004 gab es ca. 30 Hostels in Deutschland.

Mit ihren niedrigen Preisen stellen Hostels ein neues unteres Marktsegment im Bereich der Hotels dar.

Entstehung

Die Anf√§nge der modernen "backpacker hostels" gehen zur√ľck auf die 60er Jahre mit der Hippie-Bewegung und deren Trips durch die Welt. So entstanden vor allem in Asien und Australien die ersten Herbergen, bewohnt von Aussteigern aus den westlichen Industrienationen gemeinsam mit Extrem-Bergsteigern ( Afghanistan , Tibet ) und anderen abenteuerorientierten Reisenden. Ihnen folgten bald breitere Str√∂me von abenteuerlustigen und kulturell interessierten Weltenbummlern.

Mit den Reisenden kam die Idee bald zur√ľck nach Europa. Seit den 1970er Jahren er√∂ffneten die ersten privaten Hostels vor allem in Gro√übritannien , in Frankreich und den Niederlanden . Nach dem Mauerfall wurde auch Deutschland zunehmend attraktiv. So er√∂ffneten zu Anfang der 1990er Jahre die ersten deutschen H√§user.

Die Marke ‚ÄěJugendherberge‚Äú

Der Schutz des Begriffs ‚ÄěJugendherberge‚Äú als Wortmarke des Deutsche Jugendherbergswerks (DJH) ist umstritten. Das DJH hat die Marke im Jahr 1998 eintragen lassen und bisher erfolgreich verteidigt.

So hat das Oberlandesgericht M√ľnchen Anfang im April 2005 einem Unterlassungs-Anspruch des DJH gegen einen M√ľnchener Hostelier Recht gegeben. Dieser hatte Werbung im Internet mit dem Wort ‚ÄěJugendherberge‚Äú betrieben. Die Richter waren der Auffassung, dieses Verhalten sei nach dem Markenrecht sittenwidrig, irref√ľhrend und fange Kunden ab (AZ. 29 U 5753/04).

Zur Zeit läuft jedoch die Klage eines privaten Hostel-Betreibers mit dem Ziel, die Marke löschen zu lassen.

Das DJH beruft sich darauf, die Bezeichnung in die deutsche Sprache eingef√ľhrt zu haben und den Begriff nur f√ľr die eigenen Unterk√ľnfte verwenden zu wollen, die hohen Qualit√§tsanforderungen entsprechen. Der Kl√§ger ist der Meinung, dass der Begriff ein allgemein beschreibender Teil der deutschen Sprache geworden ist. Insbesondere ergebe die Suche im W√∂rterbuch f√ľr den englischen Begriff ‚Äěyouth hostel‚Äú stets die √úbersetzung ‚ÄěJugendherberge‚Äú, so dass private Anbieter benachteiligt seien.

Siehe auch

Pension , Camping, Fremdenverkehr , Rucksacktourismus

Weblinks

Jugendherbergen in Deutschland und den Nachbarländern

Private Hostels und Billighotels

Zur Marke "Jugendherberge"

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Jugendherberge aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Jugendherberge verfügbar.

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