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Letzte Änderung für Artikel Universum Film: 14.02.2006 19:52

Universum Film

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Die Universum Film AG, kurz "Ufa" ist ein traditionsreiches deutsches Filmunternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Sparten

Die Ufa war im Laufe ihrer Geschichte in den Bereichen Filmproduktion, Fernsehproduktion, Verleih und Kino aktiv. Dieser Artikel konzentriert sich auf die beiden erstgenannten Sparten. F├╝r die Geschichte der Ufa-eigenen Lichtspielh├Ąuser siehe Ufa-Kinos .

Geschichte

Gr├╝ndung (1917)

Eine Vorstufe zur Gr├╝ndung der Ufa war das von der Obersten Heeresleitung am 13. Januar 1917 eingerichtete Bild- und Filmamt (Bufa) . Die Aufgabe dieser Beh├Ârde, die als Reaktion auf den empfundenen Vorsprung der Feinde auf dem Gebiet der filmischen Propaganda gegr├╝ndet wurde, bestand darin, auch im eigenen Land den Film f├╝r die psychologische Kriegf├╝hrung nutzbar zu machen.

Die Pl├Ąne des deutschen Generalstabs , insbesondere von Erich Ludendorff , gingen jedoch weit ├╝ber die Einrichtung des Bufa hinaus. Ihm schwebte ein gro├čer Filmkonzern vor, der - vom Staat gesteuert - den nationalen Interessen dienen sollte. Unter diesem Vorzeichen wurde die Universum-Film AG (Ufa) am 18. Dezember 1917 in Berlin als Zusammenschluss privater Filmfirmen gegr├╝ndet. Das Startkapital der Firma, an der neben der Reichsregierung und dem Kriegsministerium auch die Deutsche Bank beteiligt war, betrug 7 Millionen Reichsmark. Aufsichtsratsvorsitzender wurde der Direktor der Deutschen Bank, Emil Georg von Stau├č .

Statt der Neugr├╝ndung hatte der Generalstab zun├Ąchst auch eine ├ťbernahme der erst 1916 gegr├╝ndeten Deutschen Lichtbild-Gesellschaft e. V. (DLG) in Betracht gezogen, die jedoch zu stark unter dem Einfluss der Schwerindustrie und von Alfred Hugenberg stand, um den Interessen Ludendorffs zu entsprechen.

Stummfilmzeit (1918-1927)

Da Deutschland durch den Krieg von Filmimporten weitgehend abgeschnitten war, hatte der neue Konzern f├╝r die Eroberung des deutschen Marktes ideale Ausgangsbedingungen.

Zur Aufgabe der Ufa war bei ihrer Gr├╝ndung die Produktion von Filmen - Spielfilmen , Dokumentarfilmen , Kulturfilmen und Wochenschaubeitr├Ągen - erkl├Ąrt worden, die im Ausland Propaganda f├╝r Deutschland machen sollten. Nachdem es jedoch zu Spannungen zwischen den Gr├╝ndungsmitgliedern kam, setzte sich bald die Deutsche Bank durch, die mit der Filmproduktion eher gesch├Ąftliche als milit├Ąrische Interessen verband. Statt der Propagandafilme wurden nun aufw├Ąndige Unterhaltungsfilme wie Sumurun ( Ernst Lubitsch , 1920) hergestellt.

1921 wurde die Ufa, die inzwischen bereits den L├Âwenanteil der deutschen Kinofilme produzierte, privatisiert. Ab 1922 standen f├╝r die Filmproduktion gro├če Ateliers in Potsdam-Babelsberg und Berlin Tempelhof zur Verf├╝gung, die 1926 durch den Bau der damals gr├Â├čten Atelierhalle Europas erweitert wurden. Nachdem 1923 Erich Pommer Chef aller Produktionsbetriebe wurde und zahlreiche Stars entdeckte und aufbaute - u. a. Emil Jannings , Pola Negri , Conrad Veidt und Lya de Putti - erfuhr die Ufa einen weiteren Aufschwung und wurde mit Filmen wie Dr. Mabuse (1922), Die Nibelungen (1924) und Faust (1926) zur direkten Konkurrenz f├╝r Hollywood .

Hugenberg (1927-1933)

1927 erreichte die weltweite Wirtschaftsdepression ihren H├Âhepunkt. In gr├Â├čten Schwierigkeiten befand die Ufa sich ├╝berdies durch die Folgen eines Knebelvertrages, den sie 1925 mit den amerikanischen Firmen Paramount und Metro-Goldwyn-Mayer abgeschlossen hatte ( Parufamet-Vertrag ). Alfred Hugenberg - Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei und Besitzer der Scherl-Gruppe, eines machtvollen Medienkonzerns, - kaufte die vom Bankrott bedrohte Firma im M├Ąrz 1927 auf. Neuer Generaldirektor wurde Ludwig Klitzsch . Den Vorsitz des Aufsichtsrates ├╝bernahm Hugenberg selbst; sein Stellvertreter wurde der Bankier Emil Georg von Stau├č .

An der Produktionspolitik der Ufa ├Ąnderte sich dadurch zun├Ąchst nichts. 1928 wurde Produktionschef Erich Pommer durch Ernst Hugo Correll abgel├Âst, der die Firma durch die Umstellung auf den Tonfilm f├╝hrte. Durch einen Vertrag mit der Tobis-Klangfilm , der f├╝r sie die Lizenzlage vereinfachte, hatte die Ufa gegen├╝ber kleineren Unternehmen bei der Tonfilmproduktion einen erheblichen Vorsprung. Einen weltweiten Erfolg erzielte sie 1930 mit dem Film Der blaue Engel.

Verstaatlichung (1933-1942)

Nach der nationalsozialistischen Regierungs├╝bernahme im Januar 1933 stellte Hugenberg, der sich eigene Vorteile versprach, die Ufa den Propagandazwecken von Joseph Goebbels zur Verf├╝gung, der sie - ebenso wie die gesamte ├╝brige Medienindustrie - unter die Kontrolle seines Propagandaministeriums stellte.

Die Ufa war durch ihre Vergangenheit als quasi staatliche Einrichtung und durch den deutschnationalen Geist, der in ihr herrschte, perfekt auf die Zwecke der nationalsozialistischen Propaganda zugeschnitten. Der formalen Gleichschaltung h├Ątte es kaum bedurft, denn kennzeichnend f├╝r die Firmenpolitik der Ufa war von Anfang an ein vorauseilender Gehorsam gegen├╝ber dem nationalsozialistischen Regime. Ein Beispiel: noch bevor der Staat im Sommer 1933 mit der Einrichtung der Reichsfilmkammer eine Verordnung zum Ausschluss j├╝discher Filmschaffender erlie├č, entledigte die Ufa sich ihrer j├╝dischen Mitarbeiter durch einen Vorstandsbeschluss bereits am 29. M├Ąrz. Zur Belohnung f├╝r seine Kooperation wurde Hugenberg 1933 zum Reichswirtschaftsminister ernannt, auf Druck von Hitler jedoch schon nach sechs Monaten wieder verabschiedet.

1936 wurde mit der von Hans Traub auf dem Filmgel├Ąnde Babelsberg eingerichteten Ufa-Lehrschau das erste Filminstitut in der deutschen Geschichte gegr├╝ndet.

Am 18. M├Ąrz 1937 verkaufte der Hugenberg-Konzern seine Ufa-Aktien f├╝r 21,25 Millionen Reichsmark an die Cautio Treuhand GmbH , eine quasi-staatliche Holdinggesellschaft , die im Auftrag von Goebbels arbeitete. Damit war die Ufa faktisch verstaatlicht. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Emil Georg von Stau├č , Generaldirektor blieb Ludwig Klitzsch , Pressechef wurde Carl Opitz . Im Mai wurde ein von Carl Froelich geleiteter, tats├Ąchlich jedoch von Goebbels gesteuerter Kunstausschuss gegr├╝ndet, der direkten Einfluss auf die Produktionsplanung der Ufa nahm und die Kompetenzen des Produktionschefs, Ernst Hugo Correll, erheblich beschnitt. Nachdem Correll sich auch noch weigerte, der NSDAP beizutreten, wurde er 1939 entlassen.

Zu den Produktionseinrichtungen der Ufa z├Ąhlten zum Zeitpunkt ihrer Verstaatlichung 27 Filmateliers , davon 9 in Potsdam- Babelsberg und 7 in Berlin-Tempelhof, darunter auch drei, die nur noch der Form nach der Carl Froelich-Film GmbH geh├Ârten. Daneben verf├╝gte die Ufa ├╝ber zwei Studios zur Nachsynchronisation, ein Mischstudio, zwei Trickstudios, zwei Ateliers f├╝r Werbefilme, eines f├╝r Zeichentrickfilme und ein kleines Ausbildungsatelier.

Staatliches Filmmonopol: Die UFI (1942-1945)

Die Ufa erlebte unter den Nationalsozialismus eine erneute kommerzielle Hochbl├╝te, nicht zuletzt dank zahlreicher protektionistischer Ma├čnahmen, mit denen das Regime die Firma z. B. von l├Ąstiger in- und ausl├Ąndischer Konkurrenz befreite und ihr deren Produktionseinrichtungen und -st├Ąbe eingliederte (siehe auch: Nationalsozialistische Filmpolitik ). Mit der Besetzung halb Europas beschaffte der nationalsozialistische Staat der Ufa obendrein neue Absatzm├Ąrkte. Nachdem sie w├Ąhrend des Krieges Produktionseinrichtungen u. a. in Frankreich und Belgien ├╝bernommen hatte, fand ein Drittel ihrer Ums├Ątze im Ausland statt. Der wirtschaftliche H├Âhenflug der Ufa erm├Âglichte einen weiteren Ausbau des bereits in der Stummfilmzeit begr├╝ndeten Starsystems . Die h├Âchstbezahlten Stars der Ufa waren im Dritten Reich Hans Albers und Zarah Leander ; unter den Regisseuren war es Veit Harlan , der die h├Âchsten Gagen erhielt.

Am 10. Januar 1942 wurde die Ufa schlie├člich zum Kern der Ufa-Film GmbH (UFI), in der die gesamte deutsche Filmproduktion zusammengefasst war. Weitere eingegliederte Firmen waren die Bavaria-Film , die Berlin-Film GmbH , die Terra Film , die Tobis , die Prag-Film AG und die Wien-Film GmbH .

Die Personalhierarchie der Ufa wurde dem nationalsozialistischen F├╝hrerprinzip entsprechend reorganisiert. Die Koordination der einzelnen Zweigbetriebe des UFI-Konzerns war Aufgabe des neu eingesetzten Reichsfilmintendanten . Ihm unterstanden die Produktionschefs , die f├╝r die Gesamtplanung der Jahresprogramme und der Gestaltung der Stoffe bis zur Drehreife verantwortlich waren und wiederum den Produktionsgruppenleitern und Regisseuren ihre Weisungen erteilten.

Nachkriegszeit: Entflechtung und Reprivatisierung

Ende April 1945 wurden die Ufa-Ateliers in Potsdam- Babelsberg und Berlin-Tempelhof von Einheiten der Roten Armee besetzt. Nachdem die deutsche Wehrmacht am 7. und 9. Mai bedingungslos kapituliert hatte, wurde mit dem Military Government Law No. 191 zun├Ąchst jede weitere Produktion von Filmen untersagt. Mit dem Military Goverment Law No. 52 wurde am 14. Juli das gesamte reichseigene Filmverm├Âgen der UFI-Holding beschlagnahmt. Jegliche T├Ątigkeit in der Filmindustrie wurde unter strenge Lizenzierungsvorschriften gestellt und die Filme einer Zensur unterzogen.

Die sowjetische Milit├Ąrregierung, der an einem raschen Wiederaufbau der deutschen Filmindustrie unter sowjetischer Aufsicht gelegen war, gliederte die Babelsberger Ateliers der am 17. Mai 1946 gegr├╝ndeten DEFA ein. Das filmpolitische Hauptziel der westlichen Besatzungsm├Ąchte bestand hingegen darin, k├╝nftig jegliche Machtanh├Ąufung in der deutschen Filmindustrie zu verhindern. Auch hatten die westlichen Alliierten mehr Interesse daran, den deutschen Kinomarkt f├╝r die eigenen Erzeugnisse zu erschlie├čen, als die deutsche Filmindustrie schnell wieder Fu├č fassen zu lassen. Trotz des von der amerikanischen und der britischen Milit├Ąrregierung erlassenen "Lex UFI" (September 1949) und eines vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Entflechtungsgesetzes (Juni 1953) ging die Reorganisation darum nur sehr z├Âgerlich vonstatten.

Erst 1956 kam es zur Ausgliederung der Bavaria und zur Reprivatisierung der Rest-Ufa. Hinter der Gr├╝ndung der neuen Universum-Film AG, zu deren Produktionseinrichtungen das Afifa-Kopierwerk und die Ateliers in Berlin-Tempelhof geh├Ârten, stand ein Bankenkonsortium unter der F├╝hrung der Deutschen Bank. Vorstandsvorsitzender wurde Arno Hauke , der bisherige Generaltreuh├Ąnder f├╝r das UFI-Verm├Âgen in der britischen Zone. Der erste Film der Universum-Film AG, ein Kurzdokumentarfilm mit dem Titel Am Seidenen Faden, kam 1955 heraus. 1958 erschien der erste Spielfilm, Stefanie, mit Sabine Sinjen . Regie f├╝hrte Josef von Baky , der 1942 den gro├čen Ufa-Jubil├Ąumsfilms M├╝nchhausen gedreht hatte. Nach 10 weiteren Spielfilmen, in denen bew├Ąhrte Filmk├╝nstler wie Kurt Bernhardt , Wilhelm Dieterle , Helmut K├Ąutner und Wolfgang Liebeneiner , aber auch Neulinge wie Peter Beauvais , Rolf von Sydow und Georg Tressler , Regie gef├╝hrt hatten, wurde die Kinofilmproduktion 1961 ganz eingestellt.

1964 erwarb der Bertelsmann-Konzern die Ufa.

Gegenwart

Als UFA Film & TV Produktion GmbH geh├Ârt die Gesellschaft seit 1964 zur Bertelsmann-Gruppe . Der Unternehmensteil, der die Lichtspieltheater des UFA-Konzerns betrieb, wurde 1972 verkauft und geh├Ârt heute zum australischen Unternehmen AHL.

Die UFA Film & TV Produktion GmbH konzentriert sich heute auf Fernsehproduktionen. Tochtergesellschaften der UFA sind die UFA Entertainment, UFA Fernsehproduktion/UFA Filmproduktion, Grundy Light Entertainment, Grundy UFA TV Produktions GmbH , Phoenix Film und teamWorx.

Die Rechte an den Produktionen der "alten UFA" liegen heute bei der Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung , welche die Filme auch lagert und restauriert.

Die Filme der Ufa

Ihre Bl├╝tezeit erlebte die UFA in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts . W├Ąhrend dieser Zeit hatte sie ma├čgeblichen Anteil an der deutschen Filmgeschichte. Zu den bekanntesten Produktionen der UFA geh├Âren:

  • Doktor Mabuse ( 1922 , Regie: Fritz Lang )
  • Die Nibelungen ( 1924 , Regie: Fritz Lang )
  • Metropolis ( 1927 , Regie: Fritz Lang )
  • Der blaue Engel ( 1930 , Regie: Josef von Sternberg )
  • Die drei von der Tankstelle ( 1930 , Regie: Wilhelm Thiele )
  • M ÔÇô Eine Stadt sucht einen M├Ârder ( 1931 , Regie: Fritz Lang )
  • Der Kongre├č tanzt ( 1931 , Regie: Erik Charell )
  • Frauen sind doch bessere Diplomaten ( 1941 , Regie: Georg Jacoby ; (der erste deutsche Spielfilm in Farbe )
  • Die Feuerzangenbowle ( 1944 , Regie: Helmut Weiss )

Die Regisseure der Ufa

Bekannte Regisseure der Ufa in der Stummfilmzeit waren: Arnold Fanck , Johannes Guter , Fritz Lang , Friedrich Wilhelm Murnau und Arthur Robison .

Zwischen 1933 und 1942 waren die Hausregisseure u. a.: Carl Boese , Eduard von Borsody , Peter Paul Brauer , Karl Hartl , Georg Jacoby , Gerhard Lamprecht , Herbert Maisch , Paul Martin , Karl Ritter , Reinhold Sch├╝nzel , Detlef Sierck , Hans Steinhoff , R. A. Stemmle , Viktor Tourjansky , Gustav Ucicky und Erich Waschneck .

Siehe auch

  • Liste deutscher Filmproduktionsgesellschaften
  • Nationalsozialistische Filmpolitik

Literatur

  • Hans Traub , Die Ufa. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Filmschaffens, Berlin (Ufa-Buchverlag) 1943
  • Otto Kriegk, Der deutsche Film im Spiegel der Ufa. 25 Jahre Kampf und Vollendung, Berlin (Ufa-Buchverlag) 1943
  • Hanspeter Manz, Die Ufa und der fr├╝he deutsche Film, Z├╝rich 1963
  • Die Ufa - auf den Spuren einer gro├čen Filmfabrik, hg. v. Bezirksamt Tempelhof, Abteilung Volksbildung, Berlin (Elefanten Press) 1987
  • Hans-Michael Bock, Michael T├Âteberg (Hg.), Das Ufa-Buch. Kunst und Krisen, Stars und Regisseure, Wirtschaft und Politik, Frankfurt (Zweitausendeins) 1992
  • Rainer Rother (Hg.), Die Ufa 1917-1945. Das deutsche Bildimperium, Berlin (Deutsches Historisches Museum) 1992
  • Klaus Kreimeier, Die Ufa-Story. Geschichte eines Filmkonzerns, Frankfurt (Fischer) 2002

Weblinks

Wikipedia

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