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Letzte Änderung für Artikel Linden (Markt Erlbach): 12.02.2006 05:40

Linden (Markt Erlbach)

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Daten
Einwohner: 418 (Stand: 31. Dez. 2004)
Geografische Lage :
Koordinaten: 49° 29′ 58″ N, 10° 34′ 51″ O
49° 29′ 58″ N, 10° 34′ 51″ O
Höhe über NN : 422
Postleitzahl: 91459
Telefonvorwahl: 09106
KFZ-Kennzeichen: NEA

Linden ist ein Ortsteil der Gemeinde Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim im Regierungsbezirk Mittelfranken .

Inhaltsverzeichnis

Lage und Beschreibung

Der Ort liegt inmitten des idyllischen Naturparks Frankenhöhe umgeben von Wiesen und Wäldern.

Geschichte

Urkundlich wird der Ort zwar erst 1226 erwähnt, aber er war schon lange vorher besiedelt. Wie der Name 'Linden' besagt, handelt es sich um eine Rodungssiedlung in den damals riesigen Wäldern des 'Rangaus'. Erste Lehnsherren waren die Bischöfe von Würzburg; 1278 kam der Ort unter das Patronat des Klosters Heilsbronn an das der Zehnt (Getreide- und Blutzehnt) abgeliefert werden musste.

Südlich von Linden stand früher ein Schloss. In alten Urkunden werden zwei Herren 'von Linden' erwähnt. Es muss aber bereits zu Anfang des 16. Jahrhunderts zerstört worden sein - also noch vor dem Bauernkrieg . Linden soll auch eine Gerichtsstätte gewesen sein - denn die fränkischen Gaugrafengerichte pflegten ja unter einer Linde zu tagen. Alte Steinkreuze und der Flurname 'Galgenäcker' scheinen dies zu bestätigen. An der vermuteten Freistätte steht noch ein Kreuzstein aus der Franzosenzeit auf dem konnte man einen Handschuh und ein Schwert erkennen.

1525 brach in vielen Teilen Deutschlands der Bauernkrieg aus. Die geschundenen Bauern standen gegen die Obrigkeit auf. Auch Bauern aus Linden schlugen sich zum Aischgründer Bauernhaufen. Sie wurden von den gut ausgerüsteten Truppen des Markgrafen Casimir in der Nähe von Ipsheim vernichtend geschlagen. Linden musste 30 Gulden Strafe zahlen.

Da die Kirchenbücher, von denen das erste noch Brandspuren trägt, bis ins Jahr 1567 zurückgehen, kann man aus dieser Zeit noch bemerkenswerte Tatsachen berichten. So gab es vor 1600 im Dorf 1 Bäcker , 1 Bader , 10 Bauern, 1 Gasthof mit Ausspannung, 1 Metzger , 1 Pulversieder (Pottasche für das Waschen), 1 Schmied , 1 Schneider , 1 Schulmeister, mehrere Hirten für Schafe, Kühe und Schweine, 1 Wagner und 1 Weber . Bei insgesamt 270 Einwohnern war man also für alle Bedürfnisse gerüstet. Von den damaligen Namen ist aber heute kein einziger mehr erhalten; denn bereits im Jahre 1600 starben 58 Menschen an der Pest - also fast ein viertel der damaligen Bevölkerung.

Der Rest ging im Dreißigjährigen Krieg unter, denn verwilderte Soldatesken sowohl der Kaiserlichen wie auch der Schweden hausten fürchterlich und richteten großes Unheil an. 1642 war der ganze Flecken öde; 17 Anwesen waren abgebrannt. Nur hier und da war noch eines bewohnt. Die Witwe des Pfarrers verkaufte die Ziegel des Pfarrhauses. Später brannte das ganze Haus ab. "Der Zimmermann Schmitt von Ketteldorf hat dem Schmied zu Linden sein Haus aufgebaut und seine Gesellen in die etwas reparierte untere Stube des Pfarrhauses einlogiert. Dann sind die Gesellen ins Wirtshaus gegangen und haben auf dem Ofen Späne liegen gelassen."

Erst 1672 war ungefähr die Hälfte der vorigen Bewohnerzahl wieder erreicht. Nun tauchen auch viele neue Namen auf; vor allem durch evangelische Exulanten aus Österreich , deren Namen mit der Endung 'er' noch heute anzutreffen sind. Auch heißt eine Abteilung im Schußbachwald der 'Salzburger Schlag'.

1899 bekam Linden eine Posthilfsstelle; sie wurde später zur Agentur erweitert und erhielt 1901 das erste Telefon . 1902 wurde das alte Schulhaus neber der Kirche durch das jetzige ersetzt. 1913 flammten die ersten elektrischen Birnen auf und 1922 sah man die letzte Postkutsche durchfahren. Zu dieser Zeit wurde die Schule zweiklassig und unterrichtete 58 Kinder. Nach dem 2. Weltkrieg kamen etwa 130 Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland nach Linden, von denen aber die meisten wieder abgewandert sind.

Da Linden sehr unter Wassermangel zu leiden hatte, fasste man sieben Quellen im Aurachgrund und leitete sie in einen 16 Meter hohen Wasserturm . Dieser wurde auf der höchsten Erhebung des Altlandkreises Neustadt/Aisch nahe Linden errichtet. Mit dem Bau wurde 1952 unter der Führung von Bürgermeister Staudinger begonnen. Sämtliche Arbeiten wurden als Hand- und Spanndienste durchgeführt. Bei der Verlegung der 3.400 Meter langen Rohrleitungen kam kein Bagger zum Einsatz. Über 38.000 Arbeitsstunden sind von den Einwohnern verrichtet worden. Das Projekt - dessen Kosten sich auf 210.000 DM beliefen - konnte auf Grund der Arbeitsfreude der Bevölkerung unter dem Kostenvoranschlag bleiben. Am 20. September 1953 wurde die Anlage mit einem Fest der gesamten Bevölkerung eingeweiht.

Politik

BĂĽrgermeister

1949 - 1972 Hans Staudinger, Landwirt, (* 1898, † 1975)
1972 - 1977 Heinrich Zeller, Metzgermeister, (* 1925)

Eingemeindung

1977 endet die Eigenständigkeit der Gemeinde Linden und sie wird nach Markt Erlbach eingemeindet. Zu diesem Zeitpunkt war Willy Zepf 2. Bürgermeister. Der Gemeinderat setzte sich aus Hans Engelhardt, Hans Göß, Leonhard Rummel, Richard Hegendörfer, Georg Hopengart, Siegfried Roderus und Hans Probst zusammen.

BerĂĽhmte Personen

Prof. Georg Eberlein (* 13. April 1819 in Linden; † 8. Juli 1884 in Nürnberg) war ein Baumeister und Maler und
dessen Sohn Johann Georg Eberlein (* 12. Februar 1858 in Linden; † 11. Oktober 1918 in Baselesi) Architekt in Köln

SehenswĂĽrdigkeiten

Die Kirche St. Leonhard

Schon 1278 stand im Ort eine gotische Kirche, die dem heiligen Leonhard und Johannes dem Täufer geweiht war. 1350 wurde Linden - vorher Filiale von Markt Erlbach - zur eigenen Pfarrei erhoben und erhielt den Nachbarort Jobstgreuth als Filiale hinzu. 1501 wurde die Kirche umgebaut; nur im Chor sind noch Spuren des gotischen Baustils erkennbar. Das Sakramentshäuschen und die mittlere Glocke weisen diese Jahreszahl auf. Nach dem 30-jährigen Krieg war die Kirche zerstört. Sie wurde wieder aufgebaut und erhielt nach einem Umbau 1795 ihre heutige Form, wobei auch der damalige Turm mit hohem Spitzdach verschwand. Das Langhaus wurde 1872/73 erbaut. Die dritte Glocke musste im Krieg abgeliefert werden und wurde 1952 erneuert.

Alljährlich wird 4 Wochen nach Ostern ihr zu Ehren die Kirchweih gefeiert.

Freizeit / Vereine

  • Feuerwehr
  • Krieger- und Militärverein (Ruhend)
  • Obst- und Gartenbauverein
  • Posaunenchor
  • SchĂĽtzengruppe
  • frĂĽher: Gesangverein

Gewerbe

  • Gasthäuser
  • KFZ-Werkstatt
  • Messebau
  • Metzgerei
  • Naturkosmetik
  • Stuckateur
  • Weinbau
  • Zimmerei
  • frĂĽher: Brauerei (Brauerei und Gasthaus Kaspar Kuhlmann; dort wurde bis 1941 gebraut)

Wikipedia

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