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Letzte Änderung für Artikel Gulden: 16.02.2006 09:04

Gulden

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Der Gulden [abgeleitet von "golden" oder "goldener"] ist eine frĂŒher gebrĂ€uchliche MĂŒnze (ursprĂŒnglich aus Gold , daher der Name, spĂ€ter auch aus Silber ) und eine WĂ€hrungseinheit in mehreren Staaten . Die regulĂ€re AbkĂŒrzung ist fl. oder f. fĂŒr Fiorino, lat. florenus aureus, französisch Florin. Sie leitet sich vom Florentiner Goldgulden ab, der im 13. Jahrhundert Europa eroberte.

Gulden in Gold und ab dem 16. Jahrhundert vorwiegend in Silber wurden mit unterschiedlichen Gewichten in ganz Europa geprĂ€gt. Im deutschen Sprachraum kannte man Gulden (auch "GĂŒlden" oder "Guldiner") bis zur EinfĂŒhrung der Goldmark im Jahre 1873 . Besondere Bedeutung errangen neben dem Reichsgulden der niederlĂ€ndische Gulden , der ungarische Forint sowie der polnische Gulden, der heute noch mit dem ZƂoty fortbesteht.

Goldgulden: Mainz, Erzbischof Johann II. von Nassau(1397-1419), geprĂ€gt zwischen 1399-1402 in Frankfurt-Höchst; Avers: Johannes der TĂ€ufer mit Kreuzzepter, die Rechte zum Segen erhoben; zwischen den FĂŒĂŸen ein Johanniterkreuz. Umschrift: IOH(ann)IS AR(chi)EP(iscop)VSMAGV(n)T(inus) Revers: Vierpass; in der Mitte das nassauische Wappen, in den Bögen die Schilde von Kurmainz, Kurköln, Kurtrier, und von Bayern fĂŒr Kurpfalz. Umschrift: MONETA OP(p)IDI IN HOIESTEN
Goldgulden: Mainz, Erzbischof Johann II. von Nassau (1397-1419), geprĂ€gt zwischen 1399-1402 in Frankfurt-Höchst; Avers: Johannes der TĂ€ufer mit Kreuzzepter, die Rechte zum Segen erhoben; zwischen den FĂŒĂŸen ein Johanniterkreuz. Umschrift: IOH(ann)IS AR(chi)EP(iscop)VSMAGV(n)T(inus) Revers: Vierpass; in der Mitte das nassauische Wappen, in den Bögen die Schilde von Kurmainz, Kurköln, Kurtrier, und von Bayern fĂŒr Kurpfalz. Umschrift: MONETA OP(p)IDI IN HOIESTEN

Inhaltsverzeichnis

Goldgulden

Die Bezeichnung Goldgulden ist keine Tautologie , sondern dient zur numismatischen Unterscheidung vom in der Neuzeit dominierenden Silbergulden sowie zur Abgrenzung gegenĂŒber dem Gulden als Rechnungseinheit.

Die UrsprĂŒnge des Goldguldens

Der Goldgulden aus Florenz (Fiorino) und der Dukat ( Zecchine ) aus Venedig entstanden aus dem Handel mit Nordafrika ( Maghreb ). Dort konnten die Kaufleute mit europĂ€ischem Silber gĂŒnstig afrikanisches Gold kaufen. Um das im Silberhandel oder dem noch lukrativeren Salzhandel erworbene Gold mit Gewinn wieder abzusetzen, waren GoldmĂŒnzen das geeignete Medium. GoldmĂŒnzen stellten in Europa eine Ware dar, da ihr Kurs gegenĂŒber den SilbermĂŒnzen zunĂ€chst nicht fix, sondern vom WertverhĂ€ltnis der beiden Edelmetalle abhĂ€ngig war. Gold hatte in Europa gegenĂŒber Silber einen erheblich besseren Kurs (1:10 bis 1:12 in Europa, 1:6 bis 1:8 im Maghreb ). Auf diese Weise wurden gute Gewinne gemacht, und zugleich gelangte auch ein wertstabiles Zahlungsmittel auf den Markt.

Erste Florentiner Goldgulden ("Fiorino") wurden 1252 geprĂ€gt (Gewicht 3,537 g). Die BĂŒcher des Florentiner MĂŒnzamtes weisen in guten Jahren einen Ausstoß von bis zu 350.000 Florenen aus, das sind etwa 1,2 Tonnen Gold.

Die Ausbreitung des Goldguldens

Der Goldgulden geriet durch den Handel in den deutschsprachigen Raum. Die beiden großen Wirtschaftskreise, der mittelmeerische und der hansische, begegneten sich in den Niederlanden und schufen dort ein neues Zentrum, das auch auf Deutschland einwirkte. Mit der Intensivierung des Fernhandels entstand das BedĂŒrfnis nach einem grĂ¶ĂŸeren Silber- Nominal oder bzw. Gold- Nominal . Der seit ĂŒber fĂŒnf Jahrhunderten allein geprĂ€gte Denar oder Pfennig genĂŒgte diesen Anforderungen nicht mehr. Die als Ersatz im Großhandel gebrĂ€uchlichen Barren waren dem Fiorino unterlegen, denn grĂ¶ĂŸere GeschĂ€fte ließen sich mittels europĂ€isch gĂ€ngiger GroßmĂŒnzen mit geringeren Verlusten des Geldwechsels abwickeln.

Weil der Floren nördlich der Alpen so begehrt war und nachgeahmt wurde, bot Papst Johannes XXII. im Jahr 1332 den Florentinern an, alle Nachahmer zu exkommunizieren, falls ihm selbst die Ausgabe von Florenen gestattet wĂŒrde. GeprĂ€gt wurden diese in Avignon .

Erscheinungsbild

Die Umschrift bestimmt, welches die Vorderseite oder die RĂŒckseite ist. Die Vorderseite ist zumeist dem PrĂ€geherrn vorbehalten. Auf der Vorderseite des Floren war ursprĂŒnglich eine Lilie abgebildet, das Stadtsymbol von Florenz, auf der RĂŒckseite der heilige St. Johannes. Als die MĂŒnze spĂ€ter in den Deutschen Landen eingefĂŒhrt war, entwickelte sich der heilige St. Johannes zur Vorderseite. Es gibt keinen Zweifel, dass fĂŒr den mittelalterlichen Menschen einem Heiligen ein weit höherer Rang zukommt als einer Lilie oder einem Wappen.

Um PrĂ€gungen verschiedener Territorien zu unterscheiden, entwickelten sich im Laufe der Jahre verschiedene MĂŒnzbildnisse. St. Johannes wurde in Mainz 1365 durch einen Bischof ersetzt, die Lilie durch ein Wappen. Darstellungen der Heiligen Petrus, Christus, St. Laurentius, St. Andreas, St. Martin, Madonna und sogar eines Ritters oder stehenden Pfalzgrafen kamen noch im 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts hinzu. Erst im 16. Jahrhundert wurden die Heiligen durch Herrscherbildnisse ersetzt.

Heiligenbildnisse auf Goldgulden

Johannes der TĂ€ufer

Johannes der TĂ€ufer ist der erste Heilige, der auf den Goldgulden abgebildet wurde.

Heiliger St. Johannes mit Kreuzzepter, die Linke zum Segen erhoben mit Wollmantel.

Apostel Petrus
St. Laurentius

Der Heilige Laurentius als Symbol fĂŒr die NĂŒrnberger Goldgulden.

Der Entwurf zu dem heiligen St. Laurentius auf dem Goldgulden (Literatur: Kellner 10) entstand unter Mitwirkung Albrecht DĂŒrers. GeprĂ€gt hat der verantwortliche MĂŒnzmeister Dietherr.


Goldgulden in Deutschland

Prag

Der Beginn einer eigenen GoldprĂ€gung in Deutschland fĂ€llt in das zweite Viertel des 14. Jahrhunderts. In Deutschland begann hiermit als erster Johann von Böhmen 1325 in Prag. Die Bezeichnung "Floren" galt nur fĂŒr die ersten PrĂ€gungen mit unverĂ€ndertem MĂŒnzbild, anschließend entstand die Bezeichnung "Gulden".

Goldgulden: LĂŒbeck 1341; Avers: FLORE-LUBIC; Revers: S.IOHA - NNES.B.
Goldgulden: LĂŒbeck 1341; Avers: FLORE-LUBIC; Revers: S.IOHA - NNES.B.

LĂŒbeck

Seit 1339 versuchte LĂŒbeck, sich aus dem MĂŒnzregal von 1226 zu lösen. In Verhandlungen unter der FĂŒhrung des Reichsgrafen Berthold von Henneberg gelang es der Stadt, den Kaiser Ludwig IV. der Bayer (1282 bis 1347) zu einer Ausweitung des MĂŒnzregals zu bewegen. Mit der Landshuter Urkunde vom 25. MĂ€rz 1340 wurde die PrĂ€gung eines Guldens nach florentiner Aussehen beschlossen. Bis 1342 wurden in der Folge in LĂŒbeck 30.000 Goldgulden (mit einem Rohgewicht von 3,53g) unter dem MĂŒnzmeister Johannes Salenbem geprĂ€gt.

Rheinland (Rheinischer MĂŒnzverein)

Der Rheinische Goldgulden (florenus Rheni) entstand, nachdem die KurfĂŒrsten von Köln, Trier und Mainz ihre UnterstĂŒtzung bei der Wahl Karls IV. sich mit einem GoldmĂŒnzprivileg (das Recht leitete sich aus der Goldenen Bulle ab) belohnen ließen. Trier erhielt das Privileg am 25. November 1346 , Köln am 26. November 1346 und Mainz am 22. Januar 1354 .

Der Rheinische Goldgulden war bis in die Neuzeit von zentraler Bedeutung fĂŒr das deutsche Geldwesen. Er entwickelte sich zur verbreitetsten FernhandelsmĂŒnze in Böhmen, Ungarn, Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Spanien und Frankreich. Nicht nur Gold-, sondern auch SilbermĂŒnzen wurden in ihrem Wert nach rheinischen Gulden bewertet und damit ihr Kurs (Zahlwert) festgesetzt.


Goldgulden in Österreich

In Österreichischen Urkunden beginnen sich ab etwa 1330 GeschĂ€ftsabschlĂŒsse mit Florentiner und Ungarischen Goldgulden zu mehren.

Judenburg

Die ersten Goldgulden auf Österreichischem Boden wurden von Herzog Albrecht II. (1330-58) um 1350 im steirischen Judenburg geprĂ€gt, das sich gerade im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts zu einem bedeutenden innerösterreichischen Wirtschaftszentrum entwickelte und vor allem fĂŒr den Venediger Handel bedeutsam war. Das Gold fĂŒr die Judenburger GuldenprĂ€gung kam aus den Hohen Tauern , wo die Salzburger Erzbischöfe die Bergrechte besaßen, diese jedoch meist an private Gesellschaften verpachtet hatten.

Eine umfangreiche GuldenprĂ€gung der Österreichisch- steirischen Herzöge war die Albrechts II. . Bei seinem Nachfolger, Herzog Rudolf IV. (1358-65), ist bereits ein deutlich schwĂ€cherer PrĂ€geausstoß zu festzustellen. Auch Rudolf fĂŒhrte den Florentiner Typus vorerst unverĂ€ndert weiter, stellte dann jedoch auf einer zweiten Emission die Anfangsbuchstaben seines Namens neben die Figur des TĂ€ufers ein typologisches Detail, das wohl aus der parallellaufenden PfennigprĂ€gung in Wien und Graz ĂŒbernommen wurde. Unter Albrecht III. (1365-95) erfolgte schließlich die Umstellung der österreichischen Gulden mit einer Darstellung des Österreichs und der Steiermark auf dem Avers.

Der Umfang der GuldenprĂ€gung Albrechts III. war sehr gering, und wegen vermutlich mangelnder RentabilitĂ€t der Goldbergwerke eingestellt werden. Sie mussten schließlich gegen die hochwertigen ungarischen Goldgulden, aufgrund der rentableren Goldvorkommen, konkurrieren.

Salzburg

Neben Albrecht III. ließ auch der Salzburger Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim (1365-96) Goldgulden in seiner Salzburger MĂŒnzstĂ€tte prĂ€gen, nachdem er unmittelbar nach Amtsantritt 1366 von Kaiser Karl IV. das Recht erwirkt hatte, Goldgulden mit eigenem Zeichen zu schlagen.

Görz

Die Goldgulden der Görzer Grafen zu Lienz, die vermutlich um 1450 unter dem Grafen Heinrich III. (1338-63) und Meinhard VII. (1338-85) zu prÀgen begann.

Der Ă€lteste Görzer Gulden-Typus ist ein Florentiner Typus und fĂŒhrt neben der Lilie nur die allgemeine Umschrift COMES GORICIE. Das Rosenwappen der MĂŒnzstĂ€tte Lienz, ist in die Avers-Legende integriert. Ab 1363/64 erfolgte auch in Lienz die Umstellung auf den Wappen-Typ.

Hall

Erzherzog Sigismund von Tirol (1427-1496) auch als "der MĂŒnzreiche" genannt, prĂ€gte ab 1478 in Hall eigene Goldgulden.


ReichsmĂŒnzen

Auch die deutschen Könige und Kaiser ahmten den Goldgulden nach. Der ReichserbkĂ€mmerer König Sigismunds (1410-1437), Konrad von Weinsberg , setzte ab 1418 eine umfangreiche PrĂ€gung von Goldgulden in den königlichen MĂŒnzstĂ€tten Frankfurt, Dortmund, Nördlingen und Basel in Betrieb. Das Revers zeigte einen Reichsapfel, deswegen wurden die Reichs-Goldgulden auch als Apfelgulden bezeichnet.

Gulden und Dukaten

Mit dem rheinischen Goldgulden wurde der Standard reiner GoldmĂŒnzen verlassen, wie ihn Dukat und Floren darstellten. Als Folge einer stĂ€ndigen MĂŒnzverschlechterung wurde der Feingehalt mehrmals herabgesetzt. Er wurde durch Reichssatzungen oder MĂŒnzvertrĂ€ge festgestellt. Über deren Einhaltung wachten die Wardeine des Reiches oder die Vertragspartner eines MĂŒnzvereins wie des Rheinischen MĂŒnzvereins. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts wurde deswegen im Geldverkehr zwischen den ursprĂŒnglich wertgleichen Dukaten und Goldgulden unterschieden. Als Dukaten wurden MĂŒnzen aus Feingold (23 2/3 Karat) und 3,5 g Gewicht bezeichnet. Anders als bei den Dukaten waren im Fall des Goldgulden neben Kupfer SilberzusĂ€tze erlaubt. Dukaten sahen in der Folge rötlicher aus, Goldgulden zeigten einen eher hellgelben Glanz. Ende des 15.Jahrhunderts bestanden die Goldgulden aus 18 Karat 6 GrĂ€n Gold, 3 Karat 6 GrĂ€n Silber und 2 Karat Kupfer. Gold-Gulden wurden bis ins 19. Jahrhundert geprĂ€gt.

Erhöhung des Schlagschatzes durch Silberbeimischung

Goldgulden mit sichtbarer Silbertönung
Goldgulden mit sichtbarer Silbertönung

Hier ein Beispiel, wie die Beimischung von Silber den Goldton zurĂŒckdrĂ€ngt. Mit zusĂ€tzlichen Beimischungen von Silber ließ sich der Schlagschatz zugunsten des MĂŒnzherren und MĂŒnzmeisters erhöhen. Goldgulden mit einem hohen Silberanteil wurden auch blaue Gulden genannt.

Der Gulden als ReichswÀhrung

Der Goldgulden stieß die TĂŒr zur Neuzeit auf, denn die numismatisch gerne als Beginn der Neuzeit bezeichnete TalerprĂ€gung hat an diesen VerhĂ€ltnissen kaum etwas verĂ€ndert und ĂŒbertrug lediglich Zahlkraft und Geldwert der GoldmĂŒnzen in den Bereich der SilbermĂŒnzen. Erste Silbergulden wurden als Äquivalente 1486 geprĂ€gt und kamen dem BedĂŒrfnis nach einer international handelbaren GroßsilbermĂŒnze entgegen.

Die ReichsmĂŒnzordnung von 1559 schuf neben dem Taler zu 72 Kreuzern auch den "Reichsguldiner" bzw. "Gulden-Taler" zu 60 Kreuzern bei einem Metallgewicht von 24,63 g, einem Feingehalt von 930/1000, und einem Silbergewicht von 22,9 g. Das regulĂ€re Erscheinungsbild wurde der Reichsadler mit Reichsapfel auf der Vorder- und die Angabe 60 (fĂŒr 60 Kreuzer) auf der in der Gestaltung freieren RĂŒckseite. Zur ReichsmĂŒnze ließ sich der Gulden der Regelung zum Trotz nicht erheben, Deutschlands nördliche Territorien beharrten auf dem im Wert höheren Taler . In der Folge zerfiel das Reichsgebiet monetĂ€r in Gulden- und Taler-LĂ€nder, was mit dem ReichsmĂŒnzedikt von 1566 fixiert wurde. Der Taler wurde auf 90 Kreuzer gesetzt, so dass der Gulden 2/3 eines Talers entsprach. In Norddeutschland wurden in der Tat 2/3-Taler geprĂ€gt. Um 1700 besaß ein Gulden eine Kaufkraft, die heute etwa 80 Euro entsprĂ€che.

Nach der monetĂ€ren Katastrophe der Kipper- und Wipperzeit zu Beginn des DreißigjĂ€hrigen Krieges festigte sich im Reich das folgende Schema, nach dem im frĂŒhen 18. Jahrhundert 4 Reichsgulden einen Golddukaten machten, 2 Reichsgulden einem "gemĂŒnzten" oder "Species"-Taler" entsprachen, 1Âœ Reichsgulden einem Reichstaler der reinen Recheneinheit und ein Reichsgulden schließlich 3 Mark LĂŒbisch entsprach:

Reichs-Ducat Speciestaler Reichstaler Reichsgulden Marck LĂŒbisch Kreuzer
1 2 2 2/3 4 8 240
1 1 1/3 2 4 120
1 1 1/2 3 90
1 2 60
1 30

Diese stabile Phase endete 1750 mit der EinfĂŒhrung des Konventionstalers , der sich insbesondere in Österreich und SĂŒddeutschland durchsetzte und ursprĂŒnglich zwei Reichsgulden entsprach. Aufgrund des geringeren Feingehaltes der KleinmĂŒnzen wurde der Gulden, den es als MĂŒnze damals nicht gab, in der Folge jedoch als Rechnungsgulden abgewertet. Ein Konventionsgulden entsprach demnach einem Rechnungsgulden und 12 Kreuzern. Seit 1760 wurde der MĂŒnzfuß auf 24 (statt 20) Gulden aus einer feinen Mark Silber festgelegt. Der MĂŒnchener MĂŒnzvertrag von 1837 brachte eine weitere Anpassung auf 24 Âœ Gulden aus einer feinen Mark. Dreieinhalb Gulden entsprachen damit zwei Talern. Mit der Umstellung auf das metrische System 1857 wurde dann der MĂŒnzfuß auf 52 Âœ Gulden aus einem Pfund Feinsilber angepasst. Doppelgulden, Gulden und TeilstĂŒcke wurden noch bis 1870 geprĂ€gt. Ab 1876 war der Gulden nicht mehr als Zahlungsmittel zugelassen.

Gulden in anderen LĂ€ndern

WĂ€hrend der Reichstaler als WĂ€hrungseinheit von Ÿ des gemĂŒnzten Reichstalers eine europĂ€ische Karriere machte, entwickelte sich der Gulden uneinheitlich in Europas WĂ€hrungssystemen. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick fĂŒr das frĂŒhe 18. Jahrhundert - Bewertungen konkurrierender europĂ€ischer Gulden gegenĂŒber dem Reichsgulden:

3 Reichsgulden = 5 NiederlÀndische Gulden Marteau-Umrechnungswerkzeug
2 Reichsgulden = 1 Polnischer Gulden Marteau-Umrechnungswerkzeug
6 Reichsgulden = 43 Genfer Gulden Marteau-Umrechnungswerkzeug

Der Gulden war zwischen 1857 und 1892 in Österreich die SilberwĂ€hrung (1 Gulden = 100 Kreuzer ). Es gab von 1870 bis 1892 8- und 4-Gulden-StĂŒcke als GoldmĂŒnzen, 2- (ab 1859 ), 1- (ab 1857 bzw. schon frĂŒher) und 1/4-Gulden-StĂŒcke als SilbermĂŒnzen. Ab 1857 wurden im Unterschied zu den deutschen Staaten aus 500 g Silber 45 Gulden geprĂ€gt (45-Gulden-Fuß). FĂŒr den ungarischen Reichsteil wurden ab 1868 GuldenmĂŒnzen mit der Bezeichnung Forint geprĂ€gt. 1892 wurde mit EinfĂŒhrung der GoldwĂ€hrung der Gulden in 2 Kronen umgewechselt, aber noch weiter im Verkehr belassen.

Nach dem ersten Weltkrieg lebte der Gulden im ungarischen Forint wieder auf.

1923 bis 1939 war der Danziger Gulden die WĂ€hrung der Freien Stadt Danzig .

2,5 niederlÀndische Gulden
2,5 niederlÀndische Gulden

Das polnische Wort " Złoty ", das seit der Renaissance bis 1831 gebrĂ€uchlich war und ab 1926 (von 1918-1926 hieß die WĂ€hrung "Marka Polska" - polnische Mark ) wieder die polnische WĂ€hrung bezeichnet, ist eine Übersetzung des Wortes "Gulden".

In den Niederlanden wurden seit 1601 Gulden geprĂ€gt. Der NiederlĂ€ndische Gulden wurde 2002 durch den Euro abgelöst. Lediglich die niederlĂ€ndische Landeszentralbank (oder Dienstleister wie GFC ) wechseln noch bis 2012 Gulden in Euro. In Form des NiederlĂ€ndischen Guldens verbreitete sich der Gulden bis nach Asien. Surinames Gulden wurde 2003 vom Surinam-Dollar abgelöst. Es ĂŒberlebten der Antillen-Gulden auf den NiederlĂ€ndischen Antillen und der Aruba-Florin .

Siehe auch: Coselgulden

Literatur

  • J.S.Dabenport: German Silver Gulden 1559 - 1763, Numismatischer Verlag P.N. Schulten, Köln, ISBN 3-921302358
  • Joachim Weschke: Die ReichsgoldprĂ€gung Deutschlands im SpĂ€tmittelalter bis 1450. Dissertation Humboldt-UniversitĂ€t Berlin, Liegnitz 1955

Rheinland

  • GĂŒnter Felke: Die GoldprĂ€gungen der Rheinischen KurfĂŒrsten 1346-1478 Mainz * Trier * Köln * Pfalz. MĂŒnz Zentrum, Köln 1989, ISBN 3-9800233-7-0

Trier

  • Karl Weisenstein: Das Kurtrierische MĂŒnz- und Geldwesen vom Beginn des 14. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts - Auch ein Beitrag zur Geschichte des Rheinischen MĂŒnzvereins. Numismatischer Verlag Gerd Forneck, Koblenz, 1995, ISBN 3-923708-08-4

Kurmainz

  • Albert Schlegel: Die kurmainzische MĂŒnzstĂ€tte Höchst 1377 bis 1461/63. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt/M. 1991, ISBN 3-7829-0363-3

LĂŒbeck

  • Rolf Hammel-Kiesow unter Mitarbeit von Dieter Dummler und Michael North: Silber, Gold und Hansehandel - LĂŒbecks Geldgeschichte und der grosse MĂŒnzschatz von 1533/37. Archiv der Hansestadt LĂŒbeck, LĂŒbeck, 2003, ISBN 3-7950-1254-6

NĂŒrnberg

  • Ch.A Im Hof: NĂŒrnbergisches MĂŒnz-Cabinet, in 2 BĂ€nden, NĂŒrnberg, 1780-1782
  • H.J. Erlanger: Die ReichsmĂŒnzstĂ€tte in NĂŒrnberg, NĂŒrnberger Forschungen 22. NĂŒrnberg 1979
  • H.J. Kellner: Die MĂŒnzen der freien Reichsstadt NĂŒrnberg, 2. Auflage, Stuttgart 1991, ISBN 3-9802706-0-2

Wendischer MĂŒnzverein

  • Wilhelm Jesse: Der Wendische MĂŒnzverein. Klinkhardt & Biermann, Braunschweig, 1927/1967

Schweiz

  • Joseph Albrecht: Mittheilungen zur Geschichte der ReichsmĂŒnzstĂ€tten zu Frankfurt am Mayn, Nördlingen und Basel, in dem zweiten Viertel des fĂŒnfzehnten Jahrhunderts, insbesondere wĂ€hrend ihrer Verwaltung unter Conrad von Weinsberg, dem Reichs=ErbkĂ€mmerer. Heilbronn 1835.
  • Albert Sattler: Geschichte und Goldgulden der ReichsmĂŒnzstĂ€tte zu Basel (=SD aus BSN 2 & 9). Bulle 1882,
  • Albert Sattler: Die Guldenthaler von Basel, Fribourg 1885
  • Christian Winterstein: Die Goldgulden von Basel. Schweizer Bankverein Basel, 1977.
  • M. Körner, Luzerner Staatsfinanzen 1415-1798, 1981, 44-99
  • E. Tobler, «Die schweiz. MĂŒnzreform von 1850», in MĂŒnzen und Medaillen aus MA und Neuzeit, 1997, 100-107

Allgemein

  • F. von Schrötter, Wb. der MĂŒnzkunde, 1930, 245-247
  • Dictionnaire de numismatique, hg. von M. Amandry, 2001, 228

Weblinks

Commons: Gulden – Bilder, Videos oder Audiodateien
   
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