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Letzte Änderung für Artikel Seychellen: 09.02.2006 21:32

Seychellen

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Republic of the Seychelles (engl.)
RĂ©publique des Seychelles (frz.)
Repiblik Sesel (Seselwa)
Republik der Seychellen
Nationalflagge der Seychellen
( Details ) ( Details )
Wahlspruch: Finis Coronat Opus.
Latein , "Das Werk krönt die Arbeit"
Amtssprachen Seselwa , Englisch , Französisch
Hauptstadt Victoria
Staatsform Republik
PrÀsident James Alix Michel (seit 14. April 2004)
FlĂ€che 455 kmÂČ
Einwohnerzahl 80.832 (Stand Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 177 Einwohner pro kmÂČ
UnabhÀngigkeit 29. Juni 1976 (von England )
WĂ€hrung Seychellen-Rupie
Zeitzone UTC +4
Nationalhymne Koste Seselwa
Kfz-Kennzeichen SY
Internet-TLD .sc
Vorwahl +248
Seychellen in Afrika
Karte der Seychellen

Die Republik der Seychellen (dt.: [ zeˈʃɛlən ], engl.: [ seÉȘˈʃɛlz ], frz.: [ seˈʃɛl ]) ist ein Inselstaat im Indischen Ozean (Indik). Sie liegt östlich von Afrika und nördlich von Madagaskar und Mauritius . Zwischen Afrika und den Seychellen liegen noch die Komoren .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Republik besteht aus 115 Inseln und gliedert sich in 32 Gebirgsinseln (hauptsĂ€chlich Granitstein ) welche die eigentlichen Seychellen darstellen, und in zahlreiche kleine Koralleninseln , die sogenannten Outer Islands , die auf einer MeeresflĂ€che von ĂŒber 400.000 kmÂČ verteilt liegen.

Die Inselgruppe um MahĂ© mit Praslin und La Digue ist die am dichtesten bevölkerte und damit wichtigste Inselgruppe des Landes. Wie die meisten anderen bewohnten Gebiete auch gehören ihre Inseln zu den Gebirgsinseln. Auf MahĂ© ist auch der höchste Punkt des Landes zu finden, der Morne Seychellois, der 905 m ĂŒber den Meeresspiegel ragt. Auf den Koralleninseln gibt es wegen der geringen Höhe (höchste Punkte bei 9 m ĂŒber dem Meeresspiegel) und dem mangelnden Trinkwasser nur wenige, kleine Siedlungen.

Das Klima ist wegen der NĂ€he zum Äquator tropisch und recht konstant, die Temperatur schwankt zwischen 24 Â°C und 30 Â°C. Auch die Niederschlagsmenge variiert zwischen 2.880 mm in der Hauptstadt Victoria und 3.550 mm in den Bergregionen.

Siehe auch: Liste der Orte auf den Seychellen

Bevölkerung

Die große Mehrheit der Bevölkerung (ĂŒber 90 %), oft als „Kreolen“ bezeichnet, ist eher dunkelhĂ€utig und gemischter Abstammung aus afrikanischen und madagassischen Sklaven und europĂ€ischen Siedlern und spricht Seselwa als Muttersprache . Daneben gibt es einige Prozent Menschen rein europĂ€ischer Abstammung sowie kleine chinesische und indische Minderheiten . Die große Mehrheit der Bevölkerung (90 %) ist katholisch , etwa 8 % sind Protestanten . Chinesen und Inder sind AnhĂ€nger der Religionen ihrer HerkunftslĂ€nder.

Geschichte

Es wird vermutet, dass die Inseln von arabischen HĂ€ndlern entdeckt wurden, die frĂŒhesten protokollierten Entdecker waren die Portugiesen , welche die Inseln erstmals 1505 erwĂ€hnten. Obwohl sie der westlichen Welt bekannt waren, wurden die Seychellen erst 150 Jahre nach ihrer Entdeckung von den Franzosen besiedelt.

Von 1794 bis 1811 kam es zwischen den Franzosen und EnglÀndern zum Konflikt um die Inseln, aus welchem die EnglÀnder als Sieger hervorgingen. Die Seychellen wurden unter der englischen Herrschaft Teil von Mauritius . Am 31. August 1903 erhielten die Seychellen den Status einer eigenstÀndigen Kolonie .

Die UnabhĂ€ngigkeit erlangten die Seychellen 1970 , die so genannte erste Republik, wurde aber erst 1976 gegrĂŒndet und 1979 zugunsten eines Ein-Parteien-Regimes, der zweiten Republik, wieder abgesetzt. Erst 1993 trat die aktuelle Verfassung, die dritte Republik, in Kraft, welche wieder mehrere Parteien zulĂ€sst. Regierungspartei ist die ehemalige Einheitspartei SPPF (Seychelles People's Progressive Front).

Politik

Der PrĂ€sident der Seychellen ist seit dem 14. April 2004 James Alix Michel (*1944). Er löste France-Albert RenĂ© ab, der zuletzt 2001 mit 54 % der Stimmen in seinem Amt bestĂ€tigt wurde und im MĂ€rz 2004 sein Amt als PrĂ€sident der Seychellen niederlegte. Michel hatte bisher das Amt des VizepĂ€sidenten inne. Die PrĂ€sidentschaftswahlen finden alle 5 Jahre (seit 2001 getrennt von den Parlamentswahlen) statt. Das Staatsoberhaupt ist in den Seychellen gleichzeitig auch der Regierungschef und setzt die Richter der zwei höchsten Gerichte ein.

Das Parlament (genannt National Assembly oder Assemblee Nationale) besteht aus 34 Abgeordneten, von denen 25 direkt gewÀhlt werden, die restlichen 9 Sitze werden proportional zu allen Stimmen an die Parteien verteilt, die mindestens 10 Prozent der Stimmen erhalten haben. -

Wirtschaft

Die Hauptstadt Victoria
Die Hauptstadt Victoria

Der Tourismus ist die Hauptbranche der Seychellen, in ihr sind etwa 30 Prozent der Arbeiter beschĂ€ftigt und 70 Prozent des Einkommens der Seychellen kommen aus ihr. In den vergangenen Jahren steckte die Regierung viel Geld in den Ausbau der Hotels und der anderen Dienstleistungen. Andererseits versuchte sie auch, die AbhĂ€ngigkeit in die Tourismusbranche zu reduzieren, da sie sich im ersten Golfkrieg und nach den AnschlĂ€gen am 11. September 2001 sehr verwundbar gezeigt hat und schwere Einbußen hinnehmen musste. Die Anstrengungen der Regierung konzentrieren sich dabei hauptsĂ€chlich auf den Fischfang und den Agrarbereich, aber auch auf kleine Industrieunternehmen.

Das Wirtschaftssystem ist begrenzt frei; es herrscht Annahmepflicht fĂŒr die nicht-konvertierbare WĂ€hrung "Rupie", deren Wert auf dem freien Mark ca. 30% des administrierten Kurses betrĂ€gt.

Umwelt

Luftbild: Anse Source D'Argent - ein typischer Seychellenstrand
Luftbild: Anse Source D'Argent - ein typischer Seychellenstrand
Der Strand Anse Lazio auf Praslin
Der Strand Anse Lazio auf Praslin
Sonnenuntergang Seychellen
Sonnenuntergang Seychellen

Die Erhaltung der natĂŒrlichen und kulturellen Ressourcen ist Anliegen der Fremdenverkehrspolitik . GebĂ€ude dĂŒrfen die Kokospalmen nicht ĂŒberragen und einer harmonischen und naturverbundenen Bauweise z.b. von Hotels wird große Bedeutung beigemessen.

Die Seychellen verfĂŒgen ĂŒber zwei Orte, die von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklĂ€rt wurden. Das Umweltschutzprogramm weist 20 Schutzgebiete aus und kennzeichnet weitere 370 Orte, deren Natur besonderen Schutzes bedarf. Das Tauchen ist in den GewĂ€ssern der Seychellen ein Erlebnis – aber nur zum Anschauen. Taucher dĂŒrfen nichts aus dem Meer mitnehmen und Harpunen sind verboten. Segler finden spezielle AnkerplĂ€tze vor, um die Korallenriffe vor SchĂ€den von Schiffsankern zu schĂŒtzen.

Hinter all dem Bestreben steht das Bewusstsein, dass die Seychellen Meeresoasen sind, die sich in Millionen von Jahren kaum verĂ€ndert haben. Es gibt weder Tropenkrankheiten noch WirbelstĂŒrme, kaum Armut oder Verbrechen und keine giftigen Lebewesen. Vermutlich sind die Seychellen die einzige Stelle der Erde, an der doppelt so viele Schildkröten wie Menschen leben.

Die Seychellen sind Heimat von 75 Pflanzenarten, 12 Amphibien- und 11 Vogelarten und ĂŒber 1.000 Arten wirbelloser Tiere, die alle eines besonderen Schutzes bedĂŒrfen. Die Regierung des Landes hat deshalb 230 kmÂČ WasserflĂ€che und etwa 49 % der insgesamt 455 kmÂČ LandflĂ€che (210 kmÂČ) als Naturschutzgebiete ausgewiesen, darunter auch einige Inseln in ihrer Gesamtheit. Gemessen an der GrundflĂ€che verfĂŒgen die Seychellen damit ĂŒber den grĂ¶ĂŸten Anteil an Naturschutzgebieten auf der ganzen Welt.

Auf den Seychellen gibt es eine reiche endemische Flora und Fauna , allein drei Arten von Riesenschildkröten . Vor allem auf dem Aldabra -Atoll findet man die weltgrĂ¶ĂŸte Kolonie von Riesenlandschildkröten, mit 150.000 Aldabra-Riesenschildkröten . Auch der letzte ĂŒberlebende flugunfĂ€hige Vogel des indischen Ozeans , die Weißkehlige Ralle , ist hier beheimatet. Das „ Maital “ (Vallee de Mai) auf Praslin – von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklĂ€rt und von der „ Seychelles Island Foundation “ (SIF) verwaltet, die 1979 eigens zu diesem Zweck gegrĂŒndet wurde – ist die Heimat des Wasa-Papageis und der berĂŒhmten Seychellennuss, der „Coco de Mer“ . Daneben kann man auch auf den geschĂŒtzten Inseln Aride, Cousin und Curieuse seltene Tiere und Pflanzen beobachten.

Das Umweltministerium ist fĂŒr die Verwaltung und den Schutz bedrohter Arten und ihrer LebensrĂ€ume und fĂŒr die Nationalparks verantwortlich. Die 1982 ins Leben gerufene Umweltkommission ( SNEC ) ĂŒberwacht die Einhaltung von Vorschriften und erstellt in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Zustandsberichte fĂŒr Boden, Wasser, Flora und Fauna sowie ĂŒber die Luft- Wasser- und LĂ€rmbelastung.

Schon frĂŒh in der noch jungen Geschichte des Landes schloss die Republik Seychellen die Umwelt als Unterpunkt des Kapitels Fremdenverkehr in den „Nationalen Entwicklungsplan (NDP) ein und entwarf einen „Umwelt-Management-Plan“ (EMPS), der bis zum Ende des 2. Jahrtausends reicht. Letzterer beschreibt eine Vielzahl von umweltpolitischen Projekten in Bereichen wie Überwachung von Schadstoffemissionen, Abfallverwertung, Verwaltung natĂŒrlicher Ressourcen, Energieeinsparung, Schutz bedrohter Tierarten, Umweltgesetzgebung sowie Information, Aus- und Weiterbildung zum Thema Umweltschutz bei der einheimischen Bevölkerung. In diesen PlĂ€nen erklĂ€ren die Seychellen, dass sie sich verpflichten, ihre Umwelt und ihre Natur zu bewahren und sicherzustellen, dass sich die BedĂŒrfnisse nach Wohnraum und Infrastruktur in die natĂŒrliche Umgebung einfĂŒgen. Die Seychellen, so heißt es dort weiter, dĂŒrften nicht zulassen, dass sich der Tourismus auf Kosten der Umwelt entwickle, wie dies andernorts geschehen sei. Aus diesem Grund ist das Umweltministerium bereits in den frĂŒhen Planungsstadien an Fremdenverkehrsprojekten beteiligt und fordert UmweltvertrĂ€glichkeitsstudien fĂŒr alle grĂ¶ĂŸeren Vorhaben.

Unter dem Stichwort „sustainable development“ sind alle beteiligten Stellen direkt dafĂŒr verantwortlich, dass keine ihrer Maßnahmen der Umwelt schadet, sondern, im Gegenteil, zu einer Entwicklung beitrĂ€gt, die sowohl unter ökologischen wie auch ökonomischen Gesichtspunkten tragbar ist.

Jedes Jahr besuchen mehr als 120.000 Touristen die Seychellen. Obwohl das Land einen erstaunlich hohen Lebensstandard erreicht hat, ist es den nur 81.000 Einwohnern kaum möglich, den Schutz von Umwelt und Natur ganz allein und ohne UnterstĂŒtzung von außen zu finanzieren. Deshalb appelliert die Regierung der Seychellen an alle, die die natĂŒrlichen VorzĂŒge des Landes genießen, sich auch finanziell an deren Erhalt zu beteiligen.

Aus diesem Grunde haben die Seychellen ein umfassendes Umwelt- und Naturschutzkonzept entwickelt. Der Umweltschutz genießt seit Juni 1993 in der neuen Konstitution der „Dritten Republik“ der Seychellen Verfassungsrang. Artikel 38 garantiert das Recht der BĂŒrger auf eine „saubere, gesunde und ökologisch ausgewogene Umwelt“, wĂ€hrend Artikel 40(e) jeden BĂŒrger verpflichtet, die Umwelt zu schĂŒtzen, zu erhalten und zu verbessern. Der kleine Staat möchte sich als Modell fĂŒr einen ökologisch verantwortlichen Fremdenverkehr prĂ€sentieren, der einer dauerhaft gesunden Umwelt grĂ¶ĂŸere Bedeutung beimisst als kurzfristigen BesucherzuwĂ€chsen.

Die Naturlandschaft ist der Reichtum des an Rohstoffen armen Landes und die Seychellen verstehen sich nicht als Besitzer, sondern als HĂŒter dieses Schatzes. Urlaub in einer einzigartigen Umgebung, die geprĂ€gt ist von geologischen Naturwundern und einer vielfĂ€ltigen Flora und Fauna ist ein unvergessliches, unersetzliches und fĂŒr viele einmaliges Erlebnis. Um sicherzustellen, dass sich dieses wertvolle Gut, das die Seychellen hĂŒten, nicht erschöpft, sind umfangreiche Maßnahmen und Initiativen zur Erhaltung notwendig. Die Seychellen haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten vorausschauend Millionen von Euro in die Entwicklung einer umweltvertrĂ€glichen und dauerhaft lebensfĂ€higen Fremdenverkehrs - und Freizeitindustrie investiert und gleichzeitig in den Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten.

Nationalparks: Ste. Anne Marine (1973) Morne Seychellois (1979) Baie Ternay Marine (1979) Curieuse Marine (1979) Port Launay Marine (1979) Praslin (Valle de Mai, Maital) (1979) UNESCO World Heritage Site Silhouette Marine (1987)

Special Reserves: Aride Island (1975) Cousin Island (1975) Aldabra (1981) UNESCO World Heritage Site La Digue Veuve (1991)

Projekte zum Schutz der Natur

Von den 455 kmÂČ LandflĂ€che der Seychellen ist etwa ein Viertel bewaldet. Die sieben Nationalparks nehmen insgesamt eine FlĂ€che von 43,8 kmÂČ ein, die vier Sonderreservate noch einmal 154,8 kmÂČ. Zu diesen Gebieten zĂ€hlen auch die beiden „ World Heritage Sites “ der UNESCO. Dazu kommen noch 6 weitere Schutzgebiete. Insgesamt hat man auf den Seychellen 4.000 Tier- und 850 Pflanzenarten identifiziert; davon werden 60 bzw. 13 Arten als bedroht eingestuft. In den ersten beiden Jahrzehnten ihrer staatlichen UnabhĂ€ngigkeit haben die Seychellen internationale Abkommen ratifiziert, die u. a. den Handel mit bedrohten Arten, den Walfang, sowie die Herstellung, Erprobung und Stationierung von ABC-Waffen im Hoheitsgebiet der Seychellen verbieten, die Handhabung und Entsorgung giftiger AbfĂ€lle regeln und den Schutz der Meere, der KĂŒstenregionen, der Ozonschicht, der natĂŒrlichen Ressourcen und des Weltnatur- und Kulturerbes gewĂ€hrleisten.

Neben der Regierung der Seychellen haben sich auch zahlreiche unabhĂ€ngige Organisationen auf den Seychellen dem Umweltschutz verschrieben: ENVI.R.O , der Nature Protection Trust , die Seychelles Geosociety und die vielen Wildlife Clubs , die schon die Kinder an Umweltthemen heranfĂŒhren.

Hier seien einige Beispielen aufgezeigt, in welche Maßnahmen die Seychellen investiert haben und weiter investieren werden, um den Erhalt der Natur zu sichern, die natĂŒrlichen Ressourcen zu schĂŒtzen und SchĂ€den abzuwenden oder auszubessern. Auch wenn das Ziel hochgesteckt ist, wird am Ende – davon ist die Regierung der Seychellen ĂŒberzeugt -, das Bewusstsein der weltweiten Mitverantwortung fĂŒr die begrenzte Zahl der noch verbleibenden NaturschĂ€tze auf diesem Planeten obsiegen.

Im Jahr 1903 wurde bereits der heute noch existierende Botanische Garten bei Victoria eröffnet. Er diente schon damals nicht nur der Erbauung, sondern auch der Forschung an landwirtschaftlich nutzbaren Pflanzen. Mit der Zeit jedoch wurde das Areal des Gartens an der Mont Fleuri Road zu klein. Schon 1985 begann man deshalb mit Planungen fĂŒr ein modernes und grĂ¶ĂŸeres Zentrum dieser Art. Bei Barbarons an der WestkĂŒste MahĂ©s entsteht nun ein neues Biodiversity Centre, das einen weitaus grĂ¶ĂŸeren botanischen Garten, Baumschulen und einen Naturpark umfassen wird. Im Informationszentrum wird der interessierte Besucher alles ĂŒber die Bedeutung und den Nutzen der Pflanzen erfahren können, wĂ€hrend in den Labors die Forschung vorangetrieben wird.

Das Herbarium , das sich derzeit noch in der Obhut des Nationalarchivs befindet, hilft bei der Identifikation von Pflanzen. Die gesamte Einrichtung wird fĂŒr Erholungssuchende und Wissbegierige, fĂŒr Erwachsene wie fĂŒr Schulkinder, fĂŒr Einheimische wie fĂŒr Besucher aus dem Ausland gleichermaßen interessant sein. Das Zentrum wird Hilfen bieten fĂŒr Blinde und zugĂ€nglich sein fĂŒr Besucher, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. WĂ€hrend man im alten Botanischen Garten exotische Pflanzen aus aller Welt findet, wird das neue Biodiversity Centre hauptsĂ€chlich die einheimische Flora des Indischen Ozeans allgemein und der Seychellen im besonderen prĂ€sentieren. Indem alle Vegetationszonen der Seychellen auf kleinem Raum nachgebildet werden, können alle endemischen Pflanzen hier angesiedelt und so vor dem Aussterben bewahrt werden.

Über einen Zeitraum von 10 Jahren wird dieses Projekt, vorsichtig geschĂ€tzt, etwa 12 Millionen Euro verschlingen. Am Ende der langen Bauzeit wird man dafĂŒr wohl ein pflanzenkundliches Zentrum besichtigen können, das einen Vergleich mit den besten Einrichtungen seiner Art auf der ganzen Welt nicht zu fĂŒrchten braucht. Aber nicht immer ist die Verwendung der Finanzmittel fĂŒr den Naturschutz so spektakulĂ€r und offensichtlich: Im Jahr 1997 haben die Seychellen einen zunĂ€chst auf fĂŒnf Jahre (1998-2003) angelegten Aktionsplan der Artenvielfalt (National Biodiversity Strategy and Action Plan = NBSAP) erstellt.

Die einheimische Vogelwelt der Seychellen gehört zu den artenreichsten im gesamten westlichen Indischen Ozean. Durch die isolierte Lage des Archipels haben sich hier 15 Arten und 18 Unterarten entwickelt, die es nur auf den Seychellen gibt. Durch diese Besonderheit zÀhlen sowohl die Granitinseln als auch das Aldabra-Atoll zu den 218 Endemic Bird Areas (EBA), die man weltweit identifiziert hat.

Im Jahre 1998 wurde die Organisation BirdLife Seychelles ins Leben gerufen und ĂŒbernahm Projekte und Programme, die zuvor unter der Obhut von BirdLife International , darunter das Sonderreservat Cousin Island, das schon seit 1968 von BirdLife verwaltet wird. Auf dieser Insel wurde die von Menschen angelegte Kokosnussplantage wieder durch den ursprĂŒnglich vorhandenen Urwald ersetzt. Seitdem wurden hier sehr erfolgreich die BestĂ€nde der SeychellengrasmĂŒcke (Acrocephalus seychellensis) wieder erweitert – von nur 29 Exemplaren auf inzwischen wieder ĂŒber 1.000!

Außerdem wurden Schamadrosseln von der Insel FrĂ©gate eingefĂŒhrt, wo auch die Population dieser Vogelart bereits auf 20 Exemplare zurĂŒckgegangen war. Dort wurden ebenfalls die BestĂ€nde wieder erheblich erweitert, nachdem man von Menschen eingefĂŒhrte Raubtiere von der Insel verbannt hatte. Die gesamten Bauarbeiten an der Hotelanlage auf FrĂ©gate wurden von den NaturschĂŒtzern ĂŒberwacht, um sicherzustellen, dass die Vögel keinen Schaden nahmen.

Die Umsiedlungsprogramme zwischen den Seychelleninseln gehören zu den wenigen geglĂŒckten Vorhaben dieser Art in der Welt.

Ein großangelegtes Projekt zum Ökosystem-Management soll nicht nur seltenen, vom Aussterben bedrohten Vogelarten wie der Seychellen-Zwergohreule (Otus insularis), der Seychellen-Schamadrossel (Copsychus seychellarum) und dem ParadiesfliegenschnĂ€pper (Terpsiphone corvina) helfen, die Populationen wieder zu vergrĂ¶ĂŸern, sondern insgesamt die Artenvielfalt in den drei Ökosystemen, in denen diese Vogelarten heimisch sind, wieder erweitern.

Das Projekt mit der Bezeichnung Management of Avian Ecosystems in the Seychelles wird insgesamt 0,95 Million Euro kosten, von denen der Umweltfond der Weltbank 0,61 Millionen Euro, BirdLife Seychelles 200.000 Euro und die Regierung der Seychellen 90.000 Euro tragen.

Korallenriffe gehören, neben den tropischen RegenwĂ€ldern, zu den artenreichsten LebensrĂ€umen der Erde. Mit einem Jahresfang von ĂŒber einer Megatonne Fisch hĂ€ngt die Wirtschaft der Seychellen in großem Maß von diesem Lebensraum ab. Außerdem dienen die Riffe als Wellenbrecher und schĂŒtzen KĂŒsten vor Erosion. Im Jahre 1998 wurden allein 100.000 Euro (davon 70.000 Euro in Devisen) in den Bau von umweltfreundlichen AnkerplĂ€tzen (embedment moorings) investiert, die die Korallen vor BeschĂ€digungen durch Schiffsanker schĂŒtzen. Durch die natĂŒrliche ErwĂ€rmung des Meerwassers auf der SĂŒdhalbkugel in den letzten Jahren, deren Ursachen noch nicht vollstĂ€ndig erforscht sind, wurden möglicherweise drei Viertel des Korallenbestandes der Seychellen durch Ausbleichen und Absterben in Mitleidenschaft gezogen. In Pilotstudien zur Wiederherstellung der Riffe soll nun durch eine neuartige Technologie („mineral accretion“) versucht werden, das Ökosystem Riff neu zu beleben. In der NĂ€he beschĂ€digter natĂŒrlicher Korallenriffe werden zu diesem Zweck stĂ€hlerne Kunstriffe verankert, auf denen nach kĂŒnstlich beschleunigter Kalksteinbildung Korallen „angepflanzt“ werden. Die Fortschritte werden durch Unterwasserkameras laufend ĂŒberwacht. Über einen Zeitraum von vier Jahren (1999-2002) wird das Projekt ca. 250.000 Euro kosten. Die StahlgerĂŒste mĂŒssen aus dem Ausland importiert werden, wozu das Land rund 60.000 Euro an Devisen benötigt.

Weblinks

Wiktionary: Seychellen – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen


Koordinaten: 4°-10° S, 46°-56° O

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