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Letzte Änderung für Artikel Rotes Meer: 15.02.2006 17:28

Rotes Meer

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Satellitenbild vom Roten Meer
Satellitenbild vom Roten Meer
Blick auf das Rote Meer von Scharm El-Scheich aus gesehen
Blick auf das Rote Meer von Scharm El-Scheich aus gesehen

Das Rote Meer ( arabisch : البحر الأحمر al-Bahr al-ahmar) ist eine schmale, 2240 km lange, bis 2604 m tiefe Meerenge zwischen Nordost- Afrika und der Arabischen Halbinsel . Sie markiert eine geologisch hochaktive Spreizungszone mit aufquellendem Magma (analog dem Zentralatlantischen Höhenrücken) und bewirkt dadurch das Auseinanderdriften der Afrikanischen und der Arabischen Platte seit 130 Millionen Jahren. Die Ausbildung einer Senke verdeutlichte sich "erst" vor 38 Millionen Jahren im Oligozän, setzt sich im Ostafrikanischen Graben fort und wird in vielen Millionen Jahren zu einem neuen Ozean führen. Zur Zeit wird es jedes Jahr einen Zentimeter breiter. Nach mehrfacher Isolierung vom Indik, vorübergehender Verbindung mit dem Mittelmeer und sogar Austrocknung, erreichte das Rote Meer seinen jetzigen Zustand erst vor knapp 5000 Jahren.

Zum Indischen Ozean, genauer gesagt zum Golf von Aden, verengt sich das ansonsten bis 360 km breite Meer bei Bab al-Mandab (arab. Tor der Tränen) auf nur noch 29 km und ist mit dem Arabischen Meer verbunden, das ein Teil des Indischen Ozeans ist. Zudem steigt an dieser Enge der Meeresboden bis auf 130 m unter dem Wasserspiegel. Dies behindert den Wasseraustausch enorm, was zur Folge hat, dass das Rote Meer einen ungewöhnlich hohen Salzgehalt von 4.2 % (normal ~ 3.5 %) und relativ wenige Nährstoffe aufweist. Dadurch kommt es wiederum zu vermindertem Planktonwachstum , was Taucher durch oft ausgezeichnete Sichtweiten zu schätzen wissen, auch wegen über ca. 2000 km Korallenriffen . Neben Korallengärten und -wänden ziehen einige berühmte Wracks die Unterwasserfreunde an. Von gelegentlich auftretenden Wasserzuflüssen durch Wadis abgesehen ist es das einzige Meer, in welches keine Flüsse münden. Dies erklärt zudem die gute Sicht unter Wasser, da sich im Wasser wenige Schwebstoffe befinden.

Bereits unter Dareios wurde in der Antike mit dem Sueskanal eine kĂĽnstliche Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer geschaffen. Siehe auch: Lessepssche Migration .

Inhaltsverzeichnis

Namensgebung

Die Namensgebung stammt aus dem althergebrachten System der Bezeichnung von Himmelsrichtung durch Farben. Zuerst ist der Name zur Zeit der Achaimeniden bezeugt. Im Bezug auf dieses iranische Volk lag das rote Meer im Süden, welcher durch die rote Farbe symbolisiert wurde. Also bedeutet rotes Meer für Achaimeniden „Südsee“ (und das Schwarze Meer „Nordsee“).
(dazu: Schmitt RĂĽdiger: Considerations on the Name of the Black Sea, in: Hellas und der griechische Osten. SaarbrĂĽcken 1996, 219-224)
Immer wieder wird zur Namenserklärung auch die Blaualge Trichodesmium erythraeum mit ihrer rötlich-orangen Chlorophyll -Variante herangezogen. Während periodisch auftretender Algenblüten kann sie ganze Teppiche an der Wasseroberfläche ausbilden. In Reisehandbüchern erschöpft man sich zudem des öfteren über den rötlichen Schimmer des Meeres und Bergketten beim Sonnenaufgang.

Biodiversität

Vorherrschend sind Saumriffe nur wenige dutzend bis hunderte Meter vor der Küste oder in Inselnähe. An einigen wenigen flachen Stellen erheben sich Fleckriffe, wie im Nordosten von Hurghada, vor Safaga, südlich von Port Ghalib - wie das Elphinstone - und südlich von Marsa Alam . Ferner gibt es drei Riffgruppen weit vor der Küste, die von tiefem Wasser umgeben sind: nordöstlich von Al-Qusair (auch Al Qusayr) die Brother Islands (Al Akhawein), südöstlich von Marsa Alam das Daedalus Riff (Abu el Kizan) und an der Grenze zum Sudan , auf der Höhe von Al Shalaten , St. John's Island (Geziret Zabargad) und Rocky Island.

Auf Grund der topographischen Verbreitungsbarrieren und besonderen ökologischen Situation mit stark wechselnden Bedingungen entwickelte sich eine Spielwiese der Evolution und viele Arten kommen endemisch vor. Aber es finden sich auch fast alle Arten aus dem gesamten Indopazifik, wenngleich die Faunenzusammensetzung ungewöhnlich stark differiert. Man findet Schildkröten, seltener den Weißspitzen-Hochseehai , Weißspitzen-Riffhai , Grauen Riffhai und Manta . Die raren Walhaie kommen meist nur in relativ kleinen Exemplaren von max. 5-6 m vor, die kaum noch zählbare Population der Gabelschwanz- Seekühe scheint vor dem Zusammenbruch zu stehen. Nicht vergessen sollte man in der Aufzählung Napoleon-Lippfische , die damit beim ersten Augenschein leicht verwechselbaren Büffelkopf- Papageifische , Doktor-, Kaiser-, Rotfeuer-, Kugel- und Igelfische, Blaupunktstachelrochen und Kraken u.v.m.. Muränen , teils außerordentliche Exemplare, sieht man v.a. Ende August bis Anfang September ungewöhnlicherweise auch tagsüber in freiem Wasser dahinschlängeln, vermutlich ihre Laichzeit. Auffallend ist insgesamt die geringere Artenvielfalt als in tropischen Gebieten. Häufig trifft man bei Bootsfahrten, in Glückfällen beim Schnorcheln und Tauchen - was insgesamt auf der Welt ein Ausnahmefall ist -, auf den Großen Tümmler und Spinner Delfin .

Die Artenvielfalt der Vögel ist naturgemäß gering, von ein paar Haus- und Türkentauben, Bachstelzenartigen, Raben, Möwen, Weißbauchtölpeln (Sula leucogaster, bis 70 cm), Seefehen, Küstenreihern (Egretta gularis, bis 55 cm), Strandläufern und Sperbern mal abgesehen. Mit Glück sind Fischadler (Pandion haliaetus, bis 50 cm; rüttelt manchmal wie ein Bussard über dem Riff) mit auffallend weißer Unterseite bei der Jagd beobachten. Dafür kann, wer Anfang bis Mitte Oktober in dieser Gegend weilt, in einem atemberaubenden Schauspiel den Flug von unzähligen Zugvögeln nach Süden beobachten. Über Nacht sind dann oft sämtliche Bäume von Hurghada besetzt. Retour geht es wieder Mitte bis Ende März.

Umweltschäden

Vor Hurghada, inzwischen sich rasant nach Süden ausbreitend, hat der Massentourismus, alte und anhaltende Sünden wie Abwässer, wildes Ankern usw. viele Korallen irreparabel stark beschädigt bis vollkommen vernichtet. Es ist zu befürchten, dass die Zerstörung selbst in den südlichsten Teilen an der Grenze zum Sudan, rasch voranschreiten wird. Massenhafte Tauchsafaris haben dabei - leider - einen erheblichen Anteil. Das illegale Fischen an geschützten Korallenriffen ist Gang und Gäbe, selbst Fleisch von Meereskühen und Haifischen wird gelegentlich in Hurghada angeboten. So hat es noch vor wenigen Jahren am Elphinstone Dutzende von Weißspitzen-Hochseehaie gegeben, während jetzt mit Glück zwei oder drei zu sehen sind, an anderen Stelle gar keine mehr. Die kaum noch zählbare Population der Gabelschwanz-Seekühe scheint vor dem Zusammenbruch zu stehen.

Die HEPCA (Hurghada Enviromental Protection and Conservation Association) ist eine 1992 gegründete nicht staatliche Organisation (Non Governmental Organisation = NGO), die sich dem Schutz des ägyptischen Meeresteils mit sämtlichen Tieren über und unter Wasser angenommen hat. Dazu gehören u.a. die Installation von über 1000 Mooringbojen um Schäden durch wildes Ankern zu vermeiden. (Siehe Weblinks.)

Zumindest am Dolphin House hat sich durch die Beschränkung der Boote und Einrichtung von Schutzzonen einiges getan. Aber immer noch ist das Aufkommen viel zu groß!

Eine Regulierung der Anzahl von Tauchbooten, die an der gleichen Stelle vor Anker gehen, wird für das gesamte Roten Meer von ökologisch aber auch ökonomisch denkenden Tauchunternehmen vor Ort dringend gefordert. Die derzeitig vorhandenen Taue werden durch das Aneinanderketten von manchmal 10 Schiffen überbeansprucht und reißen bei stärkerem Seegang ganze Korallenblöcke heraus. Davon abgesehen behindern Dutzende von Tauchern auf kleinstem Gebiet die Sicht und verdrängen dadurch schon physisch die ansässigen Tiere aus ihrem angestammten Standort.

Anrainer

  • Ă„gypten , Sudan , Eritrea , Dschibuti in Afrika
  • Saudi-Arabien , Jemen auf der Arabischen Halbinsel,
  • Israel besitzt mit Eilat einen Zugang zum Golf von Aqaba , sowie Jordanien um die Stadt Aqaba.

Weblinks


Koordinaten: 20° 9′ 19" n. Br., 38° 38′ 49" ö. L.

Informationen aus der Umgebung

Wikipedia

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