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Letzte Änderung für Artikel Kloster Tegernsee: 12.01.2006 16:05

Kloster Tegernsee

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Das ehemalige Kloster Tegernsee mit Basilika
Das ehemalige Kloster Tegernsee mit Basilika
Kloster Tegernsee von S├╝den
Kloster Tegernsee von S├╝den

Das Kloster Tegernsee ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner am Tegernsee in der Gemeinde Tegernsee in Bayern. Es war bis 1803 die wichtigste Benediktinerabtei Oberbayerns. Heute befinden sich die Geb├Ąude des Klosters als Schloss Tegernsee im Besitz der herzoglichen Linie der Wittelsbacher . Die ├Ârtliche katholische Pfarrkirche St. Quirinus war bis 1803 Klosterkirche. In den ehemaligen Klostergeb├Ąuden befinden sich heute neben einem Restaurant auch das weithin bekannte Br├Ąust├╝berl der Tegernseer Brauerei und das Gymnasium Tegernsee .

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die M├Ânchsgemeinschaft am Tegernsee war um Mitte des 8. Jahrhunderts ( 746 oder 765 ) entstanden als Gr├╝ndung der Br├╝der Oatkar und Adalbert, die dem altbayerischen Adelsclan der Huosi angeh├Ârten. Besiedelt von St. Galler M├Ânchen, entfaltete das Kloster des heiligen Quirinus Aktivit├Ąten der christlich-kulturellen Durchdringung, die bis nach Tirol und Nieder├Âsterreich reichten.

Zu der Gr├╝ndung des Klosters durch die Br├╝der gibt es eine Sage am Tegernsee: Die beiden f├╝rstlichen Br├╝der Oatkar und Adalbert aus dem Herzogsgeschlecht der Agilolfinger aus der Sippe der Huosi (Ihnen geh├Ârte der Huosigau im S├╝dwesten Bayerns) lebten mit ihren Familien am Hofe des K├Ânigs Pippin (714-768) im Frankenreich.

Die Sage berichtet, da├č der Sohn des Frankenk├Ânigs den Sohn Oatkars aus Wut beim Schachspielen mit dem Schachbrett erschlug. Pippin - obwohl er der m├Ąchtige Frankenk├Ânig war - f├╝rchtete dennoch die Rache der Sippe der in Bayern und Burgund beg├╝terten und m├Ąchtigen f├╝rstlichen Br├╝der. Bevor nun Oatkar von dem Verbrechen ├╝berhaupt erfuhr, rief Pippin ihn und seinen Bruder Adalbert zu sich und fragte listig scheinbar um Rat: "Ratet mir, was w├╝rdet ihr tun: Wie w├╝rdet Iht einem schrecklichen ├ťbel begegnen, wenn es nun nicht mehr zu ├Ąndern ist" Beide Br├╝der entgegneten "So ein schreckliches ├ťbel m├╝├čte man gottergeben und mit Gleichmut hinnehmen." Da erst er├Âffnete ihnen der schlaue Pippin, was geschehen war. Da nun die beiden Br├╝der nicht gegen ihren eigenen Ratschlag zu Gewalt und Waffen greifen konnten, sahen sie sich gezwungen, dieses Mord hinzunehmen.

Oatkar, der ungl├╝ckliche Vater schwieg also trotz Wut, Schmerz und Trauer. Er beschlo├č aber, zusammen mit seinem Bruder Adalbert der Welt den R├╝cken zu kehren. So kam es, da├č die beiden Br├╝der in ihrem Stammland, dem bayerischen Sundgau ein Kloster am "tegarin seo", das ist althochdeutsch und hei├čt "gro├čer See" an einem besonders sonnigen und sch├Ânen Uferst├╝ck gr├╝ndeten, wohin sie sich zur├╝ckzogen. Die Szene mit den schachspielenden F├╝rstens├Âhnen war noch lange auf einem gro├čen Tafelbild in der Egerner Kirche zu sehen.

Nach dem Sturz des Bayernherzogs Tassilo III. ( 748 - 788 ) wurde Tegernsee karolingisches K├Ânigskloster, Ungarneinf├Ąlle und S├Ąkularisationen zur Zeit des bayerischen Herzogs Arnulf ( 907 - 937 ) bedrohten indes die geistliche Kommunit├Ąt , die im Verlauf des 10. Jahrhunderts immer mehr in Verfall geriet. Die von Kaiser Otto II. ( 973 - 983 ) mitinitiierte Neugr├╝ndung als Reichsabtei im Jahr 978 f├╝hrte zur Erneuerung von M├Ânchtum und Kloster. Mit dem M├Ânch Froumund ( 1006 / 1012 ) und Abt Ellinger ( 1017 - 1026 , 1031 - 1041 ) wurde Tegernsee zu einem Zentrum von Literatur, Buchkunst und Gelehrsamkeit; die "Tegernseer Reform" erfasste eine Reihe bayerischer Kl├Âster. Auch St. Ulrich in Augsburg wurde nach seiner Umwandlung in ein Benediktinerkloster von M├Ânchen aus Tegernsee besiedelt (ca. 1012). Die Bl├╝tezeit des Klosters sollte dann noch bis weit ins 12. Jahrhundert andauern, erkennbar u.a. an dort entstandenen Werken der Literatur und Wissenschaft: " Ruodlieb " ( 11. Jahrhundert , letztes Drittel), Quirinalen (12. Jahrhundert), " Spiel vom Antichrist " ( 1155 ?), Tegernseer Briefsammlung ( 1178 / 1186 ). Das alexandrinische Papstschisma ( 1159 - 1177 ) sah Tegernsee weitgehend vom politisch-kirchlichen Gegeneinander verschont, aber versehen mit k├Âniglichen und p├Ąpstlichen Privilegien. Die Grafen von Andechs als Tegernseer V├Âgte und der f├╝r Tegernsee zust├Ąndige Bischof Otto II. von Freising (offenbaren dann nochmals das adlige Netzwerk, das an der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert hinter der Ernennung Manegolds von Berg zum Abt dieses bayerischen Klosters ( 1189 / 1190 - 1206 ) stand. Der Tegernseespruch Walthers von der Vogelweide (ÔÇá ca. 1230 ) geh├Ârt in diese Zeit (vor 1206 , 1212 ?).

Der Abbatiat Manegolds von Berg ├╝ber Tegernsee und die Einsetzung dieses Abtes durch eine Adelsgruppe um Berger, Andechser und Staufer deuten schon die nachfolgende Entwicklung an: Im 13. und 14. Jahrhundert sank Tegernsee zu einem Adelskloster in Abh├Ąngigkeit von gewissen Adelsfamilien herab, und erst mit der Melker Reform des 15. Jahrhunderts besann man sich wieder auf die Ideale benediktinischen M├Ânchtums. Der Brand des Klosters 1410 und die Visitation durch den Generalvikar Johannes Gr├╝nwalder 1426 markieren Tiefpunkt und Neuanfang in der kl├Âsterlichen Entwicklung. Tegernsee wurde - auch mit Unterst├╝tzung des Kardinals und p├Ąpstlichen Legaten Nikolaus von Kues - zu einem Reformmittelpunkt benediktinischen M├Ânchtums in der damaligen Zeit. 1455 besiedelten Tegernseer M├Ânche das Kloster Andechs, Tegernseer waren ├äbte in Benediktbeuern, Oberaltaich , Wessobrunn u.a. 1446 wurde ein Passionsaltar geweiht, Johannes Keck (ÔÇá 1450 ), Tegernseer Delegierter am Konzil von Basel, verfasste ein Werk ├╝ber Musik, der Tegernseer Prior Bernhard von Waging (ÔÇá 1472 ) mystische Schriften.

Der Tegernsee mit Gemeinde Tegernsee und Kloster, ca. 1900
Der Tegernsee mit Gemeinde Tegernsee und Kloster, ca. 1900

Die Bl├╝tezeit des bayerischen Klosters hielt auch w├Ąhrend der fr├╝hen Neuzeit an. Ab 1573 gab es eine eigene Klosterdruckerei, die u.a. dank kaiserlicher Druckprivilegien theologische, liturgische und musiktheoretische B├╝cher druckte. Die Wirren des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges ( 1618 - 1648 ) ├╝berstand die M├Ânchsgemeinschaft trotz eines schwedischen Angriffes auf das Kloster. Klosterkirche und Klostergeb├Ąude wurden ab 1684 / 1688 barockisiert. Die ehemalige Klosterkirche vom Ende des 10. Jahrhunderts war im 11. Jahrhundert zu einer dreischiffigen romanische Basilika umgebaut worden, die wiederum ab 1455 / 1460 bzw. 1472 zu einer gotischen Kirche umgestaltet wurde. Das Kloster Tegernsee war prominentes Mitglied der 1684 gegr├╝ndeten bayerischen Benediktiner-Kongregation . In der Regierungszeit des Abtes Benedikt Schwarz (bis 1787 ) zeigten sich dann die Vorzeichen der S├Ąkularisation, die schlie├člich 1803 erfolgte und das Ende des Klosters Tegernsee mit sich brachte. Gregor Rottenkolber , der letzte Abt von Kloster Tegernsee, starb am 13. Februar 1810 .

Äbte von Tegernsee

  • Adalbert (762-800)
  • Zaccho (800-804)
  • Maginhart (804-, 823)
  • Isker (826, 829)
  • [L├╝cke]
  • Megilo (866, -880?)
  • [L├╝cke]
  • Hartwic (978-982)
  • Gozpert (982-1001)
  • Gotthard (1001-1002)
  • Eberhard I. (1002-1003)
  • Beringer (1003-1013)
  • Burchard (1013-1017)
  • Ellinger (1017-1026)
  • Albin (1026-1031)
  • Ellinger (2. Mal, 1031-1041)
  • Altmann (1041)
  • Udalrich I. (1041/42-1042)
  • Herrand (1042-1046)
  • Egbert (1046-1048)
  • Siegfried (1048-1068)
  • Eberhard II. d. Eppensteiner (1068-1091)
  • Odalschalk von Hohenburg (1092-1113)
  • Aribo von Neuburg-Falkenstein (1113-1126)
  • Konrad I. (1126-1155)
  • Rupert von Neuburg-Falkenstein (1155-1186)
  • Alban (1186-1187)
  • Konrad II. (1187-1189)
  • Manegold von Berg (auch Abt von Kremsm├╝nster und Bischof von Passau) (1189-1206)
  • Berthold I. (1206-1217)
  • Heinrich I. (1217-1242)
  • Berthold II. Schneck (1242-1248)
  • Ulrich II. Portenhauser (1248-1261)
  • Rudolf (1261-1266)
  • Heinrich II. (1266-1273)
  • Ludwig von Graisbach (1273-1286)
  • Heinrich III. (1286-1287)
  • Marquard von Veringen (1287-1324)
  • Heinrich IV. von Rain (1324-1339)
  • Sigibrand Geltinger (1339-1347)
  • Carl Hauzendorfer (1347-1349)
  • Konrad III. Kazbeck (1349-1363)
  • Konrad IV. Eglinger (1363-1372)
  • Gerhard von Taufkirchen (1372-1393)
  • Oswald Torer (1393-1418)
  • Georg T├╝rndl (1418-1423)
  • Hildebrand Kastner (1424-1426)
  • Kaspar Ayndorffer (1426-1461)
  • Konrad V. Ayrenschmalz (1461-1492)
  • Quirin I. Regler (1492-1500)
  • Heinrich V. Kintzner (1500-1512)
  • Maurus Leyrer (1512-1528)
  • Heinrich V. Kintzner (2. Mal, 1528-1543)
  • Quirin II. ( - )
  • Paulus Widmann (1594-1624)
  • Quirin III. Ponschab (1624-)
  • Bernhard Wenzl (1673-1700)
  • Quirin IV. Millon (1700-1715)
  • Petrus von Guetrater (1715-1725)
  • Gregor I. Plaichshirn (1726-1762)
  • Benedikt Schwarz (1762-1787)
  • Gregor II. Rottenkolber (letzter Abt 1787 bis 1803, ÔÇá 1810)

Literatur

  • HEMMERLE, JOSEF, Die Benediktinerkl├Âster in Bayern (= Germania Benedictina, Bd.2), Ottobeuren 1970, S.297ff

Siehe auch: Tegernsee (Stadt)

Weblinks

Wikipedia

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