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Letzte Änderung für Artikel Pfarrkirche St. Georg (Bedernau): 20.12.2005 20:53

Pfarrkirche St. Georg (Bedernau)

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Die Pfarrkirche St. Georg in Bedernau liegt im bayerischen Landkreis UnterallgÀu.

Geschichte

Der Ort und mit ihm auch eine erste Kirche entstand vermutlich in der ausgedehnten Rodungsperiode des 11./12.Jahrhunderts in einer Zeit milden Klimas und ausgeprĂ€gten Bevölkerungswachstums. Das ganze umliegende Waldgebiet mit seinen zahlreichen Kleinsiedlungen gibt sich schon auf den ersten Blick als Rodungsland zu erkennen. Der Patron St. Georg kann als Ritterheiliger auf eine vorhandene Burg (an der Stelle des heutigen Schlosses ) hinweisen. Schon der Historiker Friedrich Zoepfl vermutete als erste Kirche eine Burgkapelle. In den Urkunden erscheint Bedernau zuerst mit einem welfischen Ministerialen "Heinricus de Bedernowe" im Jahr 1160. Der Tradition nach soll die Kapelle zu Bedernau im Jahr 1167 von Abt Isengrim von Ottobeuren Reliquien erhalten haben. FĂŒr die Überlassung von Reliquien der Hl. Ursula und ihrer GefĂ€hrtinnen aus Köln war die Bedingung geknĂŒpft, jĂ€hrlich einen Bittgang nach Ottobeuren zu halten, was noch im 17. und 18. Jahrhundert bezeugt ist.

13. Jahrhundert:

Um 1250 besteht bereits die Pfarrei. Nach den Welfen sind nachweislich seit 1250 die benachbarten Mindelberger Herren von Bedernau. Schwigger von Mindelberg stiftet 1250 ein Wilhelmitenkloster, dem er zwei Jahre spĂ€ter die Kirche ĂŒbereignet. Doch ĂŒbersiedelt schon 1263 das Kloster als Augustineremiten-Konvent nach Mindelheim.

Laut H.Habel "Der Landkreis Mindelheim" stammen die drei Turmuntergeschoße aus der 2. HĂ€lfte des 12. Jhdt oder der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts. Innen am Aufgang zum Turm befinden sich drei kreisrunde Medaillons mit Darstellungen der klugen oder törichten Jungfrauen, die sichtbar sind, seit die sie zudeckende Putzschicht abgefallen ist (i.d.R. nicht zugĂ€nglich). Sie zierten einst den Chorbogen der spĂ€tromanischen Chorturmkirche mit dem jetzigen Turmerdgeschoß als Chorraum (Altarraum). Die drei kreisrunden Felder mit Brustbildern lampentragender und mit kronenartigem Kopfschmuck versehenen Frauen sind recht flĂ€chig und ohne Binnenzeichnung gemalt. Bei einer Jungfrau ist die Lampe, die in Art einer Vase dargestellt ist, deutlich zu sehen: Sie ist aufrecht dargestellt, aber ohne Flamme. Aufgrund der aufrechten Darstellung der Lampe neige ich zur Deutung als "kluge Jungfrauen" nach dem bei MatthĂ€us 25, 1-13 ĂŒberlieferten Gleichnis Jesu von den fĂŒnf klugen und fĂŒnf törichten Jungfrauen.

Die Farbpalette der Bedernauer Bilder ist recht einfach: reichlich Rötel, sparsamer gelber Ocker und wohl ein Kupferoxyd - GrĂŒn. Einordnen wird man sie in die Zeit von 1250 - 1400, also die zweite HĂ€lfte des 13ten und das 14. Jahrhundert. Die Medaillons zeigen sich an der Innenseite des mittelalterlichen Chorbogens, soweit sie sich heute noch in einem Drittel der ursprĂŒnglichen Breite darbietet. Der Erhaltungszustand ist durchschnittlich. Die bei der Antragung eines spĂ€teren Putzes eingeschlagenen Vertiefungen (Putzkerben) ĂŒberziehen in grobem Raster die Bilder. Ebenso zeigen sich SalzausblĂŒhungen, da der heute zugemauerte Chorbogen sich in der Westseite des Turmes befindet, die naturgemĂ€ĂŸ der Witterung stĂ€rker ausgesetzt ist. Bedauerlich ist der Verlust des spĂ€tromanischen oder frĂŒhgotischen Chorgewölbes, welches im Jahr 1709 heruntergeschlagen und durch eine Holzdecke ersetzt worden ist. Das Chorgewölbe dĂŒrfte ebenfalls einstmals bemalt gewesen sein. Die Bilder am ehemaligen Chorbogen gehören mit zu den Ă€ltesten im Landkreis UnterallgĂ€u.

mittelalterliche Fresken im Turm

Westlich an den Turm schloß sich das Langhaus der mittelalterlichen Kirche an. Dieses wurde wohl in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts abgerissen und der Chorbogen zugemauert. Nördlich anschließend wurde eine neue, grĂ¶ĂŸere Kirche in spĂ€tgotischem Stil erbaut und der frĂŒhere Altarraum im Turmerdgeschoß wurde Sakristei. Die Kirche kann man sich so vorstellen: Das Langhaus und der Chor erhellt durch spitzbogige Fenster, im Schiff eine hölzerne TĂ€ferdecke; im Chor ein gemauertes Netzrippengewölbe, die Rippen farbig hervorgehoben und die Felder mit gemalten Ranken eingefaßt; gotische AltĂ€re; der Boden wohl aus Ziegelplatten.

1486 fĂŒhrt Eglof Stebenhaber aus Memmingen 46 HaushaltsvorstĂ€nde namentlich auf.

16. Jahrhundert: 1518 benennt sich das Mindelheimer Kapitel nach Bedernau, dem Pfarrsitz des damaligen Dekans Mang Ferber.

17. Jahrhundert: Durch den dreißigjĂ€hrigen Krieg und die Pest wird die Bevölkerung reduziert und herrscht große Not.

1651 stellt eine Visitation fest, daß der Pestfriedhof weder "eingefangen" noch umzĂ€unt sei. Der Generalvikar beauftragte den Pfarrer, fĂŒr die Einfriedung zu sorgen.

Trotz herrschaftlichem Befehl strĂ€ubte sich aber die Gemeinde, die Einfriedung auf sich zu nehmen und wollte sie "dem Heiligen", also der Pfarrei zuschieben. Der Generalvikar ließ daraufhin der Gemeinde erklĂ€ren: Wenn die Gemeinde dieser ihrer Verpflichtung nicht nachkomme, dĂŒrfe bei einer zukĂŒnftigen Seuche niemand mehr auf dem Pestfriedhof begraben werden, alle mĂŒĂŸten dann auf den Pfarrfriedhof kommen.

Ebenso wird beanstandet, daß das "Unschuldige HĂ€uslein", ein eingezĂ€unter und ĂŒberdachter BegrĂ€bnisplatz fĂŒr die ungetauft verstorbenen Kindlein, keine eigene TĂŒre habe, es werde einfach ein Brett der UmzĂ€unung herausgenommen.

Auf dem Friedhof gibt es auch ein "Seelhaus", ein Beinhaus (Ossuarium) fĂŒr die beim Grabmachen herauskommenden Knochen.

1653 wird der Kreuzaltar (am Eingang zum Altarraum) abgebrochen.

1666 wird erstmals die Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes an der Straße nach Unterrieden genannt (um 1972 abgerissen).

1668 GrĂŒndung und bischöfliche BestĂ€tigung der Skapulierbruderschaft. Sie zĂ€hlte 1676 bereits ĂŒber 1000 Mitglieder. Zur Bruderschaft wurden, so 1696, auch Naturalien geopfert; Butter, Schmalz und HĂŒhner, die dann verkauft wurden. Die Bruderschaft hielt allmonatlich eine Prozession ab, bei der mit besonderer Bewilligung des Ordinariates (erteilt am 23. Februar 1681) das Allerheiligste mitgetragen werden durfte. Mit ausnehmender Feierlichkeit wurde im 17./18. Jahrhundert das Bruderschaftsfest begangen. Aus Weißenhorn wurden Kapuziner eingeladen. Zu dem großen Umgang, der dabei veranstaltet wurde, waren Trompeter, Pauker, Musikanten aufgeboten, ab und zu von Pfaffenhausen und Mindelheim; auch wurden Figuren mitgetragen. Auch "gekleidete Personen", d.h. kostĂŒmierte Darsteller eines Heiligen oder einer Allegorie gingen mit, die AusstattungsstĂŒcke wurden von Kirchhaslach entlehnt. Auf Kosten der Bruderschaft wurde beim großen Umgang auch Brot ausgeteilt.

Um 1670 wird man den achteckigen Turmoberbau mit einer holzschindelgedeckten Zwiebel verfertigt haben.

1672 das Sakramentshaus an der Chorwand entfernt und der Tabernakel auf den Hochaltar verlegt. Um 1680 entstand die Kanzel.

1699 Reparaturen fĂŒr 9 Gulden an der Orgel durch den Orgelmacher von Angelberg, d.i. Johann Guggemoser von Tussenhausen

18. Jahrhundert: Die Heiligenrechnungen bezeugen fĂŒr das spĂ€te 17. und das 18. Jahrhundert ein sehr reges kirchliches Leben. Das leitete sich zu einem guten Teil her von der muggenthalischen Herrschaft, die selbst sehr kirchlich gesinnt war. Einige volkskundliche und kulturhistorische Besonderheiten seien vorab erwĂ€hnt: 1722 und 1738 werden Schreiner und Zimmerleute entlohnt fĂŒr "Aufmachung des theatri bei der Comoedi", es wurde also wohl anlĂ€ĂŸlich der Kirchweihen ein geistliches Spiel aufgefĂŒhrt. In der Rechnung finden sich auch regelmĂ€ĂŸig Ausgaben fĂŒr Opfer- und Kommunikantenwein oder Speiswein; so 1739 z.B. 38 Maß. Im Zusammenhang damit, daß 1713 ein Speisbecher angeschafft wurde, darf man annehmen, daß den Kommunikanten gesegneter Wein gereicht wurde.

In der Kirche befanden sich mehrere Opferstöcke, 1728 z.B. ein Georgsstock bei der KirchentĂŒre, ein Stock Unserer Lieben Frau ("in medio templi"), ein Antoni- und ein Vierzehnothelferstock. 1722 wird auch ein Anna- und ein Sebastiansstock erwĂ€hnt. Es wurden auch Naturalien geopfert, 1736 z.B. Wachs, Butter, Flachs, HĂŒhner.

Wie anderwĂ€rts gab es auch in Bedernau Frauen, die sich durch Gebet fĂŒr andere ein Nebeneinkommen schafften Bei den muggenthalischen Monatsmessen waren jeweils 6 "Bettweiber" beschĂ€ftigt, von denen jede fĂŒr ihr Gebet 4 Kreuzer erhielt (1735).

Auch eine "Kirchensingerin" ist erwÀhnt, welche 1729 "aus Gnade" 2 Gulden bekam.

1700 neues Kirchenpflaster.

Der gotische Bau wurde ab 1709 barockisiert und zuerst der Chor, ab 1710 das Langhaus durch Gipsmeister Michael Stiller von Ettringen erneuert. Der nicht genannte Maler wurde fĂŒr die "Emblemata" an der Decke entlohnt.

Die Embleme blieben unter Übermalungen erhalten und sind 1952 z.T.wieder freigelegt worden. Sie versuchen Bilder aus der Natur theologisch zu deuten mittels symbolischer Darstellungen und lateinischer SinnsprĂŒche (im Chor marianische Embleme, z.B. Lilium inter spinas: Lilie zwischen Dornen; Ex spinis sine spina: Aus Dornen ohne Dorn; interessant auch Darstellung eines Paradiesgartens mit "ausgesperrter" Schlange: Hortus conclusius: Abgeschlossener Garten; oder beim Chorbogen: Sternenhimmel mit Milchstraße: Iter demonstrat: (Das Ziel) zeigender Weg).

Von 1711 - 1719 erscheinen in den Rechnungen Zahlungen an den TĂŒrkheimer Bildhauer Michael Seitz fĂŒr die Apostelfiguren.

1714 wurde der Turm neu mit Schindeln gedeckt. 1717 wird mit dem Stuckmeister Benedikt Zöpf ein Vertrag ĂŒber 400 Gulden fĂŒr die Lieferung von drei StuckmarmoraltĂ€ren abgeschlossen, welche 1719 in Mindelheim abgeholt werden.

1717 erhielt der Bildhauer fĂŒr "das Bilt Christi auf dem Palmbesel" 6 Gulden, 55 Kreuzer, der Maler fĂŒr das Fassen des Bildwerks 5 Gulden, 15 Kreuzer. An die Buben (die den Palmesel ziehen?) wurden beim Wirt Palmbrezen ausgeteilt und die Hauptleute (?) bekamen eine Zehrung.

1718 arbeitet Maurermeister Andreas Prior von Börwang mit seinen Gesellen

13 Tage an der Kirchhofmauer.

1719 fasst der Maler Franz Anton Hörmann von Pfaffenhausen den Rahmen des St.Georgsbildes.

1721 stiftet Graf Christoph Franz von Muggenthal Kloster und Kirche in BaumgÀrtle.

1722 werden die AltÀre von Weihbischof Johann Jakob von Mayr geweiht (wie auch die Kapelle in BaumgÀrtle).

1727 liefert der Maler von Kettershausen ein Fahnenblatt.

1728 wird von Palier Andre Mayr eine Steintreppe beim Aufgang zur Kirche angelegt.

1732 liefert Augustin Simnacher von Tussenhausen eine neue Orgel, welche nicht die erste ist. Prospekt erhalten.

1734 Erneuerung des Dachstuhls (Zimmermeister Urban Deininger von Bedernau, Palier Andreas Mayr).

1736 Ausbesserung des HochaltargemÀldes durch den Maler Anton Germiller von Mindelheim (spÀtere Kopie im Turm).

Im gleichen Jahr erhĂ€lt Maler Joseph Söldenhorn von Pfaffenhausen, der 17 Jahre lang unentgeltlich die Farben fĂŒr die Glaskugeln am Heiligen Grab geliefert hatte, als EntschĂ€digung 2 Gulden.

22. Juli 1738: Weihe der neuerbauten Wallfahrtskirche in BaumgÀrtle.

1738 hat Joseph Anton Schneider, Maler von Loppenhausen, die Vortragsstangen mit den Schnitzbildern (Simon Stock, UrstÀnd Christi, St. Johannes, Theresia, Unsere Liebe Frau mit dem Jesuskind) neu gefasst (nicht erhalten).

Im gleichen Jahr fertigen die beiden Schreiner Hans Bernbacher von Bedernau und Anton Moßberger von Loppenhausen ein neues Kommuniongitter und neue BeichtstĂŒhle.

1746, den 22.3. stirbt der 1674 geborene Graf Christoph Franz von Muggenthal, sein und seiner dritten Gemahlin (+ 3.3.1760) Epitaph an der Chorwand hinter dem Hochaltar jetzt durch neubarocken Beichtstuhl verdeckt.

1763 kauft der bayerische KurfĂŒrst Karl Theodor das Gut Bedernau.

1764/65 Umbau und Erneuerung des Schlosses durch den Hofzahlmeister Kretz.

1767 wird der Pfarrer Franz Anton Versal von den herrschaftlichen Beamten besonders gelobt wegen seines vorbildlichen Eifers fĂŒr das Gotteshaus und das Kirchenvermögen. Namentlich durch ihn sei auch die Kirche mit schönen MeßgewĂ€ndern versehen worden, von welchen sich aber keines in unsere Zeit erhalten hat.

Am 28. Juni 1782 ĂŒbergibt der bayerische KurfĂŒrst Karl Theodor die Herrschaft Bedernau an den Geheimen Staatsrat und Finanzreferendar Johann Sebastian Reichsfreiherrn von Castell.

19. Jahrhundert: Um 1800 entstand der klassizistische Taufstein mit der Figurengruppe der Taufe Christi. Auf einem Flurplan ist etwa an der Stelle des heutigen Friedhofs ein Malefikantenfriedhof eingetragen, in dem die auf dem nahen Galgenberg Gerichteten begraben wurden. Vielleicht wurde der frĂŒhere Pestfriedhof nun so genutzt.

1808 wurde der Friedhof von der Kirche weg verlegt,

1815 das Dach neu gedeckt, der Turm neu geschindelt, der Schießer (Giebel) im Westen abgetragen und neu aufgemauert.

Im Zuge des Abbaus der feudalen Ordnung gehen der Herrschaft alte Rechte verloren: 1809 wird ihr der Blutbann entzogen,

1813 der Galgen trotz Einspruchs des bedernauischen Pflegamtes vom Rentamt Mindelheim versteigert.

1822 wird die Wallfahrtskirche auf Abbruch versteigert, ebenso die Einrichtung. Die schöne Kanzel gelangt nach Erkheim, der Hochaltar ĂŒber Umwege nach Deisenhausen. Es kommen die prachtvoll gerahmten GemĂ€lde (um 1750) heiliger Franziskaner in die Pfarrkirche (hĂ€ngen an der ChorsĂŒdwand); ebenso die Monstranz und vermutlich auch ein Seitenaltar, der als Hochaltar aufgestellt wurde.

1867 Innenrenovierung (Maler Rehm, Mindelheim)

11. Oktober 1867: Historienmaler Joseph Kober (SpĂ€tnazarener), Göggingen, erhĂ€lt 400 Gulden fĂŒr 7 Plafond-GemĂ€lde al fresco im Langhaus (Deckenbilder in Fresko-Technik). Sie zeigen Szenen aus dem Marienleben, die Propheten und die vier abendlĂ€ndischen Kirchenlehrer Hieronymus, Augustinus, Gregorius und Ambrosius. Letztere nach Vorlagen von Johann Schraudolph gemalt, die Originale ursprĂŒnglich im Speyrer Dom (1959/60 zerstört).

Joseph Kober war geboren am 27. Februar 1823 in Kirchheim und starb am 04. November 1873 in Göggingen.

1872 kommt der erste Missionar vom kostbaren Blut nach BaumgÀrtle

1882 Neubau der Wallfahrtskirche in BaumgÀrtle

1885 Ein Foto (wohl das Ă€lteste von der Bedernauer Kirche) zeigt die SĂŒdseite, noch ohne angebaute Sakristei, und den eingerĂŒsteten Turm mit einer Sonnenuhr ĂŒber dem untersten SĂŒdfenster

1890 wurde der Chor und der Hochaltar restauriert, dessen Fassung dann als zu dunkel kritisiert wurde, die sich aber an die SeitenaltĂ€re anglich. SpĂ€ter wurde dann die heutige, hellere Fassung in HellgrĂŒn und Rosatönen aufgebracht (bei der Renovierung 1952). In einem Zeitungsartikel von 1890 ist die Rede von "Restauration des Chores und Herstellung des prachtvollen Altars". Maler der Altarbilder war Joseph Stehle, Krumbach. Er kopierte das barocke Altarblatt der Übergabe des Skapuliers durch Maria an den Hl. Simon Stock.

Der Hochaltar setzt sich von unten her zusammen aus dem Altartisch in Neurenaissance mit Darstellungen des Pelikan und des Phönix von 1890, dem neubarocken Tabernakel von 1952, den barocken SĂ€ulen und Pilastern (wohl von einem Seitenaltar der alten Wallfahrtskirche BaumgĂ€rtle), und als oberer Abschluß der Auszug von 1890 mit dem GemĂ€lde des Hl. Georg von Stehle.

1891 Neubau der spĂ€ter wieder abgerissenen sĂŒdlichen Vorhalle mit Lourdes-Grotte und Ölberg unter dem aus Großkötz bei GĂŒnzburg stammenden Pfarrer Anton Mayr. Baumeister Michel Stark, Pfaffenhausen. Kosten 1000.-Mark.

Herstellung der beiden Emporen, ebenfalls Michel Stark, Pfaffenhausen, fĂŒr 2200.-Mark; FĂŒr Reparatur und Neuaufstellung der Orgel 800.-Mark an einen Orgelbauer in Ritzisried

FĂŒr das sĂŒdliche neue Vorzeichen lieferten die GebrĂŒder Preckel, Bildhauer, fĂŒr 130.-Mark zwei Terracotta-Statuen des St. Simon Stock und St. Georgs.

FĂŒr den Ölberg kauft man Holzfiguren "Todesangst Jesu und der Engel mit dem Kelch aus St.Ulrich in Gröden, Tirol. Bildhauer Stuflesser, Kosten 120.-Mark.

1893: Restaurierung der NebenaltĂ€re samt neuer AufsĂ€tze und der Kanzel, Norbert Simon, Maler, fĂŒr 1200.-Mark

Juni 1894: Neuer Kreuzweg nach FĂŒhrich, 14 Stationen 70x50cm auf Leinwand und Keilrahmen 700.-Mark, Ernst Schandri, MĂŒnchen. PrĂ€chtige Neurenaissance - Rahmen wohl in Eiche.

11. Juli 1895: 22 ProzessionsmĂ€ntelchen (fĂŒr Bruderschaftsstangen) fĂŒr 60,50 Mark von Wettenhausen

06. Oktober 1895 Kauf zweier weißer ChorfĂ€hnchen mit gestickten Bildern vom Dominikanerinnenkloster Wettenhausen zum Preis von 200.-Mark.

20. Jahrhundert: 1902 Anlage eines Trottoirs aus Klinkerplatten der Achsenrieder Ziegelei um die Kirche

1904 Neues Kirchenpflaster (schwarz-weiße Kunststeinplatten, wie noch im Turm sichtbar)

Neue KirchenbĂ€nke unter Verwendung der alten Docken (Stuhlwangen), welche sehr gelungen ergĂ€nzt wurden; GebrĂŒder Ketterle, Altarbauer und Vergolder, Augsburg. Unter der Empore Stuhlwangen der Zeit um 1730, die anderen einige Jahrzehnte Ă€lter.

1910 Kauf einer St. Franziskus-Statue aus St. Ulrích im Grödnertal

1911 Aussenrestaurierung durch Josef Notz Pfaffenhausen

Neuerstellung der inneren Chordeckenbilder durch Kirchenmaler Hans Kögel, Pasing, in neubarockem Stil (vier Evangelisten, Marienszenen)

1914 neue Orgel im altem Prospekt von Julius Schwarzbaur, Mindelheim.

1921 werden vier neue Bronze-Glocken von Hamm in Augsburg bezogen, zwei alte Glocken werden nach BaumgÀrtle gegeben.

1924 neuer Beichtstuhl nach Entwurf und mit Schnitzereien von Saumweber, GĂŒnzburg, von Schreinermeister Emil Miller, Bedernau, hergestellt. Aufgestellt an der nördlichen Chorwand, heute hinter dem Hochaltar.

Um 1932 Bau eines Pfarr- und Jugendheims im Pfarrgarten

1937 Entfernung der erst nach 1890 von der Glasmalerfirma Max Mittermaier in Lauingen gelieferten farbigen Kirchenfenster.

Georgs- und Skapulierfahne, Kreuzfahnen restauriert in Kloster Lohhof.

Orgel mit elektrischem Windmotor versehen.

12 silberne Leuchter und alle Kelche gereinigt und erneuert durch Goldschmid Wachter, Babenhausen.

1941 Der rote Baldachin (Himmel) renoviert in MĂŒnchen um 1100 RM.

1942 das Jesuskind aus Wachs, gemacht im Jahr1813 von Lieutnant Wachter, Mindelheim, erneuert fĂŒr 57 RM in Wettenhausen

1943 FĂŒr Kriegszwecke werden nach drei Glocken auch andere MetallgegenstĂ€nde abgeliefert: 14 Leuchter aus Messing zu ca. 32,5kg, 1 Weihwasserkessel aus Kupfer 1kg, 1 Rauchfass mit Schiffchen 1kg, 2 Altarglöckchen ca. 1 kg (laut BestĂ€tigung des Kath. Stadtpfarramtes Mindelheim vom 14. April 1943).

1949 Drei neue Glocken ersetzen die zu Kriegszwecken abgelieferten Glocken:

Die große zu Ehren des dreieinen Gottes, die mittlere zu Ehren Mariens, die kleine zu Ehren St. Josephs. Sie sind bezeichnet: "Mich goß Meister Benjamin GrĂŒninger Villingen – Neu Ulm 1949";

Eine vierte, kleine Glocke mit dem Bild St. Georgs ist beschriftet: "In teurer Zeit ward ich erkoren, zu kĂŒnden, wer ihn (sic!) ihr geboren" und " Gegossen von F. Hamm, Augsburg 1921".

Eine alte Glocke der Bedernauer Pfarrkirche hÀngt im Turm der Wallfahrtskirche BaumgÀrtle. Sie stammt aus dem Jahr 1652 und wurde gegossen von Leonhard

Ernst d.J. in Memmingen.

1952/53: Innenrestaurierung unter Pfarrer Karl Imhof

Neuer Tabernakel gefertigt von Hörmann, Altarbauer in Babenhausen, Restaurierung der Raumfassung (u.a. Abnahme von Vergoldungen am Stuck) und Figuren durch Fa. Haugg, Sontheim; Restaurierung der SeitenaltĂ€re durch Stuckateur Schnitzer, Buching; durch denselben auch Neuanfertigung der 2 StuckmarmorsĂ€ulen unter der Empore (vordem viereckige, hölzerne Tragpfeiler, wie heute noch unter der Orgelempore). Die Decke prĂ€sentiert nun weißen Stuck auf gelblichem Hintergrund.

Neuer Kreuzweg von Hans Baumann, der alte (nach FĂŒhrich gemalte) wird dem Bonifatiusverein fĂŒr die Diaspora geschenkt.

Die großen AltarblĂ€tter der SeitenaltĂ€re und des Hochaltars von Maler Stehle aus Unterbleichen/Krumbach (um 1890) werden entfernt. (im Turm)

1955 wird der Dienst der Mesners erleichtert durch den Einbau einer elektrischen LĂ€utanlage fĂŒr die große und die mittlere Glocke durch die Firma Hoerz, Ulm.

1958 Anfangs Februar wurde der Einbau einer elektrischen Kirchenheizung beendet. Es wurden 130 m Rohrheizkörper unter dem GestĂŒhl der Frauen und MĂ€nner verlegt, ferner 30 m Flachheizkörper fĂŒr die KinderbĂ€nke im Chor. Die gesamte Anlage hat eine Leistung von 50.000 Watt und verbraucht demnach 50 kWh. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 3.720 DM; sie wurden durch eine Listensammlung von Haus zu Haus aufgebracht; pro Haushalt sollte durchschnittlich ein Betrag von 20,-DM gespendet werden. Die WĂ€rmeentwicklung der neuen Heizung war jedoch nicht befriedigend und es war im Winter immer noch bitterkalt in der Kirche. Vielleicht lag es an der mangelhaften Stromversorgung Bedernaus. Die bisherige Netzspannung von 120 V reichte bei den zahlreich verwendeten elektrischen HaushaltsgerĂ€ten und landwirtschaftlichen Maschinen nicht mehr aus. So sank zum Beispiel beim Einschalten der Kirchenheizung die Kraftspannung von 220 V auf 190 V. So ist es nicht weiter verwunderlich, daß viele BĂŒrger die schon seit einigen Jahren angekĂŒndigte Stromumstellung mit Sehnsucht erwarteten. Sie sollte eine Spannungshebung des Ortsnetzes auf 220 V und des Kraftnetzes auf 360 V bringen.

1968 – 1970 Innen- und Außenrenovierung

U.a.: Entfernung der RĂŒckwand des ChorgestĂŒhls samt der Umrahmung der TĂŒr zur Sakristei, Entfernung der Chorschranken (Kommunionbank).

Anfertigung eines Volksaltares mit Verwendung von barocken Balustern der Chorschranke von BaumgÀrtle.

VerÀnderungen an Fensteröffnungen am Turm

1980 Nach Abbruch des alten wird der neue Pfarrhof mit einem Pfarrheim erbaut.

1984 -86 Außen- und Innenrestaurierung unter Pfarrer P. Max Mandlmayer, neue Turmzwiebel (ursprĂŒnglich mit Holzschindeln, dann mit Schiefer, nun mit Kupfer gedeckt).

1988 neue Orgel mit 22 Registern (verteilt auf Hauptwerk, RĂŒckpositiv und Pedalwerk), mechanischer Spiel- und Registertraktur, Schleifwindladen und zwei Manualen. Orgelbauer Gerhard Schmid, Kaufbeuren. Prospekt von der alten Orgel ĂŒbernommen, RĂŒckpositiv an der EmporenbrĂŒstung neu.

Im heiligen Jahr 2000 wurden die unnötigen Holzpodeste des Ambos und Volksaltars entfernt und ein neuer Altarteppich und Tresor angeschafft.

Am 2. Juni 2001 haben wir die seit Jahrzehnten im Turm ausgelagerten Altarbilder wieder in den Hochaltar und den linken Seitenaltar eingesetzt.

Zu allen Zeiten, in guten wie in schlechten, haben die Bedernauer fĂŒr ihre Kirche gesorgt. Was solche Kirchen fĂŒr die lĂ€ndliche Bevölkerung bedeuten, bringt der in Untergermaringen geborene Heimatdichter und PrĂ€lat Peter Dörfler auf die Formel:

"Diese Kirchen und Kirchlein, hier hat auch der Bauer sein Schloß."

(in: Die Wessobrunner)

Zusammenstellung durch Gemeindereferent Stephan Weiher unter Zuhilfenahme von:

Steichele/Schröder/Zoepfl: Das Bistum Augsburg

Heinrich Habel: Landkreis Mindelheim; Deutscher Kunstverlag; MĂŒnchen 1971

Alois Epple: Die Kober

Pfarrarchiv Bedernau

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