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Letzte Änderung für Artikel Nord-Ostsee-Kanal: 03.02.2006 18:05

Nord-Ostsee-Kanal

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Kanalschleusen in Kiel-Holtenau
Kanalschleusen in Kiel-Holtenau

Der Nord-Ostsee-Kanal ÔÇô in der Sprache der deutschen Schifffahrt abgek├╝rzt: NOK ÔÇô geh├Ârt zu den weltweit am meisten befahrenen k├╝nstlichen Wasserstra├čen (2004: ca. 41.000 Schiffe bzw. 80 Millionen Tonnen Ladung). Diese Schifffahrtsverbindung ( Seeschifffahrtsstra├če ) von internationaler Bedeutung durchquert Schleswig-Holstein, verbindet Nord- und Ostsee und erspart der Schifffahrt damit die Fahrt durch das Skagerrak an der Nordspitze J├╝tlands ( D├Ąnemark ). Bis 1948 hie├č er Kaiser-Wilhelm-Kanal. In der internationalen Schifffahrt wird er Kiel Canal genannt.

Der Kanal geh├Ârt zu den spiegelgleichen Seekan├Ąlen und wird an beiden Enden durch Schleusen gegen die wechselnden Wasserst├Ąnde (verursacht durch Gezeiten oder Windstau) der Nordsee und Ostsee abgeschlossen. Die Endpunkte befinden sich in Brunsb├╝ttel an der Elbe und in Kiel, Stadtteil Kiel-Holtenau in der Kieler F├Ârde . Sie liegen 98,637 km auseinander. Dabei durchquert der Kanal mehrere Landschaftszonen Schleswig-Holsteins. Zun├Ąchst durchquert er die Marsch und durchschneidet dann einen Geestr├╝cken. Bis Rendsburg orientiert sich der Kanal an der Eiderniederung und erreicht dann das ├Âstliche H├╝gelland. Wichtigste Hafenstadt im Verlauf des Kanals ist Rendsburg. Nord├Âstlich von Rendsburg verl├Ąuft der Kanal eine Weile lang durch das alte Flussbett der Eider.

Acht Stra├čen und vier Eisenbahnlinien ├╝berqueren den Nord-Ostsee-Kanal auf insgesamt zehn Br├╝cken, bei Rendsburg existiert ein Stra├čen- und ein Fu├čg├Ąngertunnel und dreizehn Fahrzeug- sowie eine Personenf├Ąhre erm├Âglichen den Transport auf die andere Seite. Eine Sehensw├╝rdigkeit ist dabei die in Rendsburg befindliche Eisenbahnhochbr├╝cke mit der darunter h├Ąngenden Schwebef├Ąhre. Die Durchfahrtsh├Âhe der Br├╝cken f├╝r die Schifffahrt betr├Ągt 40 Meter.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Historische Karte des Nordostseekanals
Historische Karte des Nordostseekanals

Erste Pl├Ąne f├╝r einen Kanal quer durch das heutige Schleswig-Holstein reichen wahrscheinlich bis in das 7. Jahrhundert zur├╝ck. Von der damals bl├╝henden Handelsstadt Haithabu w├Ąren zwischen der Schlei an der Ostsee und der in die Nordsee m├╝ndenden Treene nur 16 Kilometer Landweg zu ├╝berbr├╝cken gewesen. Die leichten Schiffe der Wikinger wurden teilweise ├╝ber diese Landbr├╝cke getragen bzw. gerollt.
Durch die sp├Ątere Verlagerung des Handels in Schleswig-Holstein nach L├╝beck wurde dieser Plan jedoch obsolet. Es entstanden der Stecknitz- und der Alster-Beste-Kanal, die jedoch nicht f├╝r Seeschiffe bestimmt waren.

Der direkte Vorl├Ąufer des Nord-Ostsee-Kanals war der Eiderkanal, den der d├Ąnische K├Ânig von 1777 bis 1784 errichten lie├č. Er begann in Kiel und m├╝ndete bei Rendsburg in die Eider, von wo aus er bis zur Eiderm├╝ndung in T├Ânning floss. Jedoch dauerte eine Fahrt durch Kanal und Eider noch drei bis vier Tage.

1878 schlie├člich legten der Hamburger Reeder Dahlstr├Âm und der Wasserbauinspektor Boden einen Plan f├╝r einen Kanal vor, der weitgehend entlang der heutigen Streckenf├╝hrung von Kiel-Holtenau nach Brunsb├╝ttel f├╝hren sollte. Der Kanalbau profitierte stark von den Expansionspl├Ąnen der deutschen Flotte der damaligen Zeit und der Verlagerung des Haupthafens nach Kiel.

Am 3. Juni 1887 erfolgte die Grundsteinlegung durch Kaiser Wilhelm I. in Kiel-Holtenau. Nach acht Jahren Bauzeit konnte Kaiser Wilhelm II. den damals noch Kaiser-Wilhelm-Kanal genannten Wasserweg am 21. Juni 1895 er├Âffnen. Der Bau kostete 156 Mio. Goldmark, bis zu 8.900 Arbeiter hatten ca. 80 Mio. Kubikmeter Erdreich bewegt. Ungew├Âhnlich f├╝r ein Projekt in dieser Gr├Â├čenordnung, ├╝berschritt der Kanalbau damit nicht die urspr├╝nglich eingeplanten Kosten. Der Kanal war zu diesem Zeitpunkt 67 m breit und 9 m tief.

Durch die technische Fortentwicklung und die Einf├╝hrung von Gro├čkampfschiffen in der deutschen Marine reichte der Kanal allerdings schon bald nicht mehr aus, um diesen die Passage zu erm├Âglichen. Von 1907 bis 1914 wurde der Kanal das erste Mal ausgebaut. Die Breite wurde auf 102 m erh├Âht und die Tiefe auf 11 m. Au├čerdem wurden sowohl in Kiel als auch in Brunsb├╝ttel je zwei neue Schleusen gebaut. Diese sind mit 310 m ├Ś 42 m deutlich gr├Â├čer als die alten mit 125 m ├Ś 22 m. Der Ausbau kostete 242 Mio. Goldmark und war damit deutlich teurer als der urspr├╝ngliche Bau.

  • 1918 Durch den Versailler Vertrag wird der Kanal internationalisiert.
  • 1948 wird der Kanal in Nord-Ostsee-Kanal umbenannt.
  • Seit 1965 wird der Kanal zum zweiten Mal erweitert. Zum Schutz der B├Âschung wird die Breite bis zum Kanalkilometer 87 auf 162 m erweitert. Dies ist bis heute nicht abgeschlossen, die Gesamtkosten werden auf 485 Millionen Euro gesch├Ątzt. Zurzeit laufen Detailplanungen der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord f├╝r die Anpassung der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals.

Verkehrsvorschriften

Da der Kanal Seeschifffahrtsstra├če ist und von sehr vielen Schiffen der unterschiedlichsten Gr├Â├čenklassen befahren wird, gelten auf ihm sehr umfangreiche Verkehrsvorschriften [1] . Es gibt spezielle Regeln f├╝r das Begegnen und ├ťberholen: In Abh├Ąngigkeit von L├Ąnge, Breite und Tiefgang werden die Schiffe in sechs Verkehrsgruppen unterteilt. Das Begegnen ist nur in den Weichen f├╝r alle Schiffe zul├Ąssig; sonst richtet sich die Zul├Ąssigkeit einer Begegnung nach der Summe der Verkehrsgruppen. Die H├Âchstgeschwindigkeit f├╝r Schiffe der Verkehrsgruppe 6 liegt bei 12 km/h (6,5 kn) und f├╝r alle ├╝brigen Schiffe bei 15 km/h (8,1 kn). Eine Fahrt durch den Kanal dauert 6 - 8 Stunden. Die Regelung des Verkehrsablaufes auf dem Nord-Ostsee-Kanal wird als Verkehrslenkung bezeichnet.

Maximale Schiffsabmessungen

L├Ąnge Breite H├Âhe (├╝ber Wasserspiegel) Tiefgang
235 m 32,5 m 40 m 9,50 m (wenn L├Ąnge unter 160 m)

Touristik

Nord-Ostsee-Kanal bei der A 23
Nord-Ostsee-Kanal bei der A 23


Der befestigte Betriebsweg am Kanal ist f├╝r Fu├čg├Ąnger und Radfahrer freigegeben und erm├Âglicht beidseitig nahezu auf voller L├Ąnge angenehme, steigungsfreie Radtouren in n├Ąchster N├Ąhe zu den gro├čen Ozeanriesen. Das ├ťbersetzen auf die jeweils andere Kanalseite mit einer der zahlreichen F├Ąhren ist kostenlos, da es sich um eine k├╝nstliche Wasserstra├če handelt, die ├Ąltere Verkehrswege durchschnitten hat.

Blick vom Fahrradweg auf den Kanal, im Hintergrund die Holtenauer Hochbr├╝cke
Blick vom Fahrradweg auf den Kanal, im Hintergrund die Holtenauer Hochbr├╝cke

Die Radwege am Nord-Ostsee-Kanal sind Teil der im Mai 2004 er├Âffneten Deutschen F├Ąhrstra├če, einer rund 250 Kilometer langen Ferienstra├če, die von Bremerv├Ârde an der Oste bis Kiel f├╝hrt.

Bei der Autobahnbr├╝cke der A 23 liegt ein Rastplatz (nordw├Ąrts, vor dem Kanal), der dem Durchreisenden einen l├Ąngeren Ausblick auf den Kanal erm├Âglicht.

Literatur

  • Gerd Peters: Der Nord-Ostsee-Kanal, Hamburg 1995 (Koehler)
  • Rainer Lagoni: Nord-Ostsee-Kanal 1895 - 1995: Festschrift, Neum├╝nster 1995 (Wachholtz)
  • Walter Schulz: Der Nord-Ostsee-Kanal: eine Fotochronik der Baugeschichte, 4. Auflage, Heide 1995 (Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens)
  • Heiner Helms, Hans-Joachim Schr├Âder, Alexander Tes├ír: Br├╝cken ├╝ber den Nord-Ostsee-Kanal: Faszination der Br├╝ckenbaukunst im Laufe der Zeit, Kiel 1995 (Nieswand)
  • Rudolf Horstmann: Von der Ostsee bis zur Elbe: eine Wanderung entlang des Nord-Ostsee-Kanals, Neum├╝nster 1990 (Wachholtz)
  • Martin Becker: Kulturlandschaft Nord-Ostsee-Kanal, Bildband, 2. Auflage, Neum├╝nster 2005 (Wachholtz)

Weblinks

Commons: Nord-Ostsee-Kanal ÔÇô Bilder, Videos oder Audiodateien

Wikipedia

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