fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Windisch AG: 04.02.2006 13:00

Windisch AG

Wechseln zu: Navigation, Suche

Das AG im Lemma ist das offizielle K√ľrzel des Kantons Aargau und wird verwendet, um Verwechslungen mit gleichnamigen Orten zu vermeiden. Es besteht kein Zusammenhang mit einer Aktiengesellschaft .


Wappen
Wappen von Windisch
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk : Brugg
BFS-Nr. : 4123
PLZ : 5210
Koordinaten : 47¬į 29' n. Br.
8¬į 13' √∂. L.
H√∂he : 357  m √ľ. M.
Fl√§che: 4.91  km¬≤
Einwohner : 6657 (31. Dezember 2004)
Website : www.windisch.ch
Karte
Karte von Windisch

Windisch ist eine Gemeinde im Bezirk Brugg des Kantons Aargau in der Schweiz . Sie ist bekannt als Standort des römischen Legionslagers Vindonissa und des Klosters Königsfelden.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde liegt zwischen der Aare im Norden und der Reuss im Osten und besteht aus mehreren Ortsteilen, die im 19. und fr√ľhen 20. Jahrhundert zusammengewachsen sind. Auf einem schmalen H√ľgelsporn √ľber einer Flussschlaufe der Reuss, rund zwei Kilometer vor der M√ľndung in die Aare, befindet sich der Kirchweiler. Auf der Halbinsel √∂stlich davon, rund vierzig Meter tiefer, liegt der haufenf√∂rmige Dorfteil Unterwindisch. Auf einer L√§nge von rund 1600 Metern folgt dort ein k√ľnstlich angelegter Kanal dem linken Ufer der Reuss; er wurde um 1830 angelegt, um f√ľr Industriebetriebe die Wasserkraft verf√ľgbar zu machen. Westlich des H√ľgelsporns erstreckt sich eine flache Ebene mit dem Oberdorf, dem Ortsteil Oberburg und der Klosteranlage. Ganz im S√ľden verengt sich die Reuss zu einer rund 50 Meter breiten Schlucht. In der Aare wiederum liegt die Insel Geissenschachen, die von der Schweizer Armee als Kasernengel√§nde genutzt wird.

Die Fl√§che der Gemeinde betr√§gt 491 Hektaren, davon sind 120 bewaldet und 211 Hektaren √ľberbaut. Die h√∂chstgelegene Stelle ist das 468 Meter hohe H√∂lzli, die tiefste Stelle ist der Zusammenfluss von Aare und Reuss auf einer H√∂he von 328 Metern.

Nachbargemeinden sind Brugg im Westen und Norden, Gebenstorf und Birmenstorf im Osten, M√ľlligen im S√ľdosten sowie Hausen im S√ľden. Windisch ist vollst√§ndig mit Brugg und Hausen zusammengewachsen.

Geschichte

Ob sich einst auf dem schmalen Kirchh√ľgel ein von Helvetiern bewohnter Oppidum befand, ist nicht gesichert. S√ľdwestlich davon entstand um 15 v. Chr. auf der Ebene in Richtung Hausen eine kleine r√∂mische Milit√§rstation, die dreissig Jahre sp√§ter zum Legionslager Vindonissa ausgebaut wurde. Das Lager, dessen bestens wiederhergestellte Ruinen heute besichtigt werden k√∂nnen, war von 14 n. Chr. bis 101 n. Chr. das Hauptquartier von drei verschiedenen Legionen, der Legio XIII Gemina , der Legio XXI Rapax und der Legio XI Claudia . Nach einer l√§ngeren zivilen Phase entstand im sp√§ten 3. Jahrhundert ein Kastell , das im Jahr 401 endg√ľltig von den R√∂mern aufgegeben wurde. F√ľr das 6. Jahrhundert sind ein Bischofssitz und eine M√ľnzpr√§gest√§tte belegt.

Römisches Amphitheater Vindonissa
Römisches Amphitheater Vindonissa
Kloster Königsfelden im Jahr 1669
Kloster Königsfelden im Jahr 1669

Die d√∂rflichen Siedlungen, die inmitten der Lagerruinen entstanden, geh√∂rten schon vor dem Jahr 1000 zum Eigenamt, dem √§ltesten Besitz der Habsburger , deren Stammsitz ca. zwei Kilometer s√ľdwestlich von Windisch liegt. Am 1. Mai 1308 wurde K√∂nig Albrecht unweit des Reuss√ľbergangs von seinem Neffen Herzog Johann von Schwaben ermordet. Zum Gedenken an diese Familientrag√∂die stiftete die k√∂nigliche Witwe Elisabeth ein Kloster, das K√∂nigsfelden genannt wurde. Das Kloster, in welchem Klarissen und Franziskaner lebten, erlebte unter Agnes von Ungarn , der Witwe des ungarischen K√∂nigs Andreas III. , seine Bl√ľtezeit. 1397 schenkten die Habsburger dem Kloster das Eigenamt mit s√§mtlichen dazu geh√∂renden Herrschaftsrechten.

1415 wurde das Eigenamt ein Untertanengebiet der Stadt Bern und lag damit im so genannten Berner Aargau. Nach Einf√ľhrung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster K√∂nigsfelden s√§kularisiert ; Bern wandelte das Eigenamt in die Landvogtei K√∂nigsfelden um und √ľbte nun s√§mtliche Rechte aus, ein Hofmeister √ľbernahm die Verwaltung der ehemaligen Klosterg√ľter. 60 Prozent der Bev√∂lkerung fielen 1667 einer Pestepidemie zum Opfer. Im M√§rz 1798 eroberten die Frazosen die Schweiz, entmachteten die "Gn√§digen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Windisch geh√∂rt seither zum Kanton Aargau.

1799 entstand eine Br√ľcke √ľber die Reuss, welche die F√§hre an der Landstrasse zwischen Z√ľrich und Basel ersetzte. 1804 √ľbernahm das neu geschaffene Staatswesen das ehemalige Kloster K√∂nigsfelden; seit 1868 dient dieser Geb√§udekomplex als Psychiatrische Klinik . 1828 errichtete der ‚ÄěSpinnerk√∂nig‚Äú Heinrich Kunz in Unterwindisch eine grosse Spinnerei , welche durch die Wasserkraft der Reuss angetrieben wurde; damit begann in Windisch das industrielle Zeitalter. Am 15. Mai 1858 wurde die Eisenbahnlinie von Baden her verl√§ngert. Obwohl der Bahnhof auf Windischer Gebiet lag, wurde er nach der Nachbarstadt Brugg benannt. Mit fortschreitender Industrialisierung und Zuwanderung wurden die Fl√§chen zwischen den einzelnen Ortsteilen mit Wohnsiedlungen √ľberbaut.

Trotz des fr√ľh erfolgten Anschlusses ans Eisenbahnnetz ging es der Gemeinde finanziell schlecht. 1863 wurde ein 45 Hektaren grosser Teil des Gemeindebannes an Brugg verkauft. Kein sorgf√§ltig √ľberlegter Schritt; heute stehen dort der Bahnhof, ein Einkaufszentrum und mehrere Industriebetriebe. Windisch konnte diesen Bedeutungsverlust durch den Bau der H√∂heren Technischen Lehranstalt (aus der sp√§ter die Fachhochschule Aargau) hervorging) wieder wettwachen. 1986 wurde das 2000-j√§hrige Bestehen von Vindonissa/ Windisch gefeiert. Zwischen 1980 und 2000 nahm die Einwohnerzahl um √ľber 12 % ab, hat sich seither jedoch wieder stabilisiert.

Sehensw√ľrdigkeiten

Klosterkirche Königsfelden
Klosterkirche Königsfelden

Neben einigen Bauten des Legionslagers Vindonissa sind insbesondere das Amphitheater und eine Wasserleitung aus dem 1. Jahrhundert (die teilweise heute noch benutzt wird) in gutem Zustand erhalten geblieben. Ausserdem sind verschiedene Heiligt√ľmer, ein Hafen, vier Friedh√∂fe, eine Mansio und ein sehr fundtr√§chtiger Schutth√ľgel bekannt. Immer wieder st√∂sst man bei Bauarbeiten im Dorf auf r√∂mische Funde.

Das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk ist das Kloster Königsfelden, dessen Bau 1308 auf Initiative der Habsburger erfolgte. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben und diente danach als Sitz der bernischen Landvögte. Seit 1868 wird der Gebäudekomplex als Psychiatrische Klinik genutzt. Der ehemalige Klosterpark und insbesondere die Kirche mit den kunsthistorisch wertvollen Glasgemälden aus dem 14. Jahrhundert machen Königsfelden sehenswert.

Der fr√ľhere Bischofssitz ist nicht erhalten geblieben. Um die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert entstand die heutige Pfarrkirche, wobei verschiedene Teile eines Vorg√§ngerbaus integriert wurden.

Das Museum Sch√ľrhof zeigt Wohnkultur und Gebrauchsgegenst√§nde des Mittelalters, die im Haushalt, in der Landwirtschaft und im Gewerbe eingesetzt wurden.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: "In Gelb auf f√ľnf gr√ľnen Bergen schwarze Burg, links begleitet von steigendem rotem L√∂wen." Das Wappenmotiv erschien erstmals 1872 auf einer Glasscheibe; der Schildgrund war allerdings rot, der L√∂we gelb. 1950 wurden die Farben vertauscht, das Wappen entspricht seither den heraldischen Farbregeln. Die Burg erinnert an das r√∂mische Legionslager Vindonissa, der L√∂we an die Herrschaft der Habsburger. Der F√ľnfberg im Schildfuss weist auf die erh√∂hte Lage √ľber den T√§lern der Aare und der Reuss hin.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1736 402
1815 661
1850 1287
1900 2389
1930 3585
1950 4363
1960 5377
1970 7444
1980 7598
1990 6915
2000 6650

Am 31. Dezember 2004 lebten 6657 Menschen in Windisch, der Ausl√§nderanteil betrug 30,5 %. Bei der Volksz√§hlung 2000 waren 34,4 % r√∂misch-katholisch, 33,9 % reformiert, 4,5 % christlich-orthodox und 9,1 % moslemisch; 1,6 % geh√∂rten anderen Glaubensrichtungen an. 80,6 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 4,9 % Italienisch, 3,2 % Serbokroatisch, 2,9 % T√ľrkisch, 2,2 % Albanisch, 0,9 % Portugiesisch, 0,8 % Spanisch, je 0,5 % Englisch und Franz√∂sisch.

Behörden

Legislative

Anstelle einer Gemeindeversammlung vertritt der von den Windischer Stimmberechtigten gewählte Einwohnerrat die Anliegen der Bevölkerung. Er besteht aus 40 Mitgliedern. Ihm obliegt das Genehmigen des Steuerfusses, des Voranschlages, der Jahresrechnung, des Geschäftsberichts und der Kredite. Er kann Reglemente erlassen. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Einwohnerrat wird im Proporzwahlverfahren gewählt.

Bei den letzten beiden Wahlen erzielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 2001 2005
SP 11 13
SVP 10 10
FDP 8 7
CVP 6 6
EVP 5 4

Auch auf Gemeindeebene finden sich verschiedene Elemente der direkten Demokratie. So stehen der Bevölkerung fakultative und obligatorische Referenden, sowie das Initiativrecht zu.

Exekutive

Ausf√ľhrende Beh√∂rde ist der Gemeinderat . Seine Amtsdauer betr√§gt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren ( Mehrheitswahlverfahren ) vom Volk gew√§hlt. Er f√ľhrt und repr√§sentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschl√ľsse des Einwohnerrates und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die f√ľnf Gemeinder√§te der Amtsperiode 2006-2009 sind:

  • Hanspeter Scheiwiler ( FDP ), Gemeindeammann
  • Heidi Ammon ( SVP ), Vize-Gemeindeammann
  • Markus Heim ( SP )
  • Eva Knecht ( FDP )
  • Heinz Wipfli ( CVP )

Judikative

F√ľr Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zust√§ndig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter , der auch f√ľr die Gemeinden Birr, Birrhard, Habsburg, Hausen bei Brugg , Lupfig, M√ľlligen , Scherz und Schinznach-Bad verantwortlich ist.

Wirtschaft

In Windisch gibt es rund 2800 Arbeitsplätze, davon 1 % in der Landwirtschaft, 14 % in der Industrie und 85 % im Dienstleistungssektor. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler und arbeiten in Brugg oder in der Region Baden.

Verkehr

Windisch liegt sehr verkehrsg√ľnstig. Der SBB -Bahnhof Brugg liegt exakt an der Gemeindegrenze; dieser Bahnhof ist ein wichtiger Schnellzugshalt mit Z√ľgen nach Basel, Bern und Z√ľrich und ist die Endstation der Linie S12 der Z√ľrcher S-Bahn . Postautolinien f√ľhren vom Bahnhof nach Birr, Birrhard, D√§ttwil und Unterwindisch. Der Anschluss Birrfeld der Autobahn A3 liegt knapp drei Kilometer s√ľdlich.

Bildung

In insgesamt f√ľnf Schulh√§usern werden alle Volksschulstufen bis hinauf zur Bezirksschule angeboten. Die n√§chstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau, Baden und Wettingen.

1997 entstand in Windisch aus der H√∂heren Technischen Lehranstalt (HTL) die technische Abteilung der Fachhochschule Aargau. Weitere Standorte der FH sind Aarau, Brugg und Baden. Bis 2009 sollen alle Abteilungen auf dem Gel√§nde zwischen dem Bahnhof Brugg und dem Kloster K√∂nigsfelden konzentriert werden; unter dem Projektnamen "Vision Mitte" entsteht dadurch ein Campus f√ľr rund 2500 Studierende.

Weblinks


Koordinaten: 47¬į 29' N, 8¬į 13' O

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Windisch AG aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Windisch AG verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de