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Letzte Änderung für Artikel Zug (Stadt): 17.02.2006 01:56

Zug (Stadt)

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Wappen
Wappen von Zug
Basisdaten
Kanton: Zug
Bezirk : (Zug kennt keine Bezirke)
BFS-Nr. : 1711
PLZ : 6300-6305, 6310
Koordinaten : 47° 10' n. Br.
8° 31' ö. L.
Höhe : 425  m ĂĽ. M.
Fläche: 33.8  km²
Einwohner : 23'649 (1. Januar 2005)
Website : www.stadtzug.ch
Karte
Karte von Zug

Zug ( lat. Tugium) ist eine Stadt in der Schweiz , sĂĽdlich von ZĂĽrich. Sie liegt am Zugersee und ist Hauptstadt des Kantons Zug.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt Zug liegt auf 425 m ĂĽ. M., 23 km sĂĽdlich von ZĂĽrich (Luftlinie). Sie erstreckt sich am nordöstlichen Ufer des Zugersees, am Fuss und an den unteren Westhängen des Zugerbergs, in der Zentralschweiz , im Schweizer Mittelland .

Die Fläche des 33.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am Nordostufer des Zugersees, am Ăśbergang vom Schweizer Mittelland zur voralpinen HĂĽgellandschaft. Von diesen 34 km² entfallen etwas mehr als 12 km² auf den Zugersee. Die Seeuferlänge von Zug beträgt ungefähr 11 km und reicht von der Bucht östlich von Cham bis an den Lotenbach in der Nähe von Walchwil.

Entlang des Nordufers des Zugersees umfasst das Gebiet einen rund 1 km breiten Streifen der Lorzenebene (auch Baarer Ebene genannt), die auf durchschnittlich 420 m ĂĽ. M. liegt. Diese Schwemmebene wurde nach der letzten Eiszeit durch Erosionsmaterial aufgeschĂĽttet, das von der Lorze aus dem oberen Einzugsgebiet mitgefĂĽhrt wurde. Drei Wasserläufe mĂĽnden aus dieser Ebene in den See, nämlich von Westen nach Osten der Steinhauser Dorfbach (bildet zugleich die Westgrenze des Gemeindegebietes), die Alte Lorze und die kanalisierte Lorze. Der untere Lorzelauf wurde 1976 korrigiert und um mehr als 1 km ostwärts verlegt. Während die frĂĽhere LorzemĂĽndung durch einen in den See vorgeschobenen Schwemmkegel bei der KollermĂĽhle gekennzeichnet ist, mĂĽndet der begradigte Flusslauf beim Erholungsgebiet BrĂĽggli in den Zugersee.

Der östliche und sĂĽdliche Teil des Gemeindebodens wird vom Zugerberg eingenommen, der geologisch aus aufgefalteten Schichten der subalpinen Molasse besteht. Dieser voralpine HöhenrĂĽcken, der im HĂĽnggigĂĽtsch auf 1039 m ĂĽ. M. gipfelt, weist in seinem Kammbereich ein Hochplateau mit einer Breite von bis zu 2 km auf. Zwischen den Moränen des wĂĽrmeiszeitlichen Reussgletschers entstand hier das Hochmoor Eigenried (zum grösseren Teil auf dem Gebiet von Walchwil), das zu den wertvollsten Naturschutzgebieten des Kantons Zug zählt. Nach Westen fällt der Zugerberg steil zum Zugersee hin ab, nur der Hangfuss zeigt im Bereich der Stadt Zug eine sanftere Hangneigung. Der Hang ist von ausgedehnten Buchenmischwäldern bestanden und durch die Erosionsrinnen einer Reihe kurzer Bachläufe, darunter des Bohlbachs, des MĂĽlibachs und des Lotenbachs untergliedert. Ein kleiner Anteil der Gemeindefläche liegt am Ostabhang des Zugerbergs im Einzugsgebiet der oberen Lorze.

Ferner besitzt die Stadt Zug eine rund 1 km² grosse Exklave namens Alpli am Nordhang des Rossbergs . Sie umfasst eine Karmulde mit alpinen Bergweiden, die zwischen den Gipfeln des Gnipen (1567 m ĂĽ. M.) und Wildspitz (mit 1580 m ĂĽ. M. die höchste Erhebung des Gemeindegebietes) liegt und vom Alplibach ĂĽber den HĂĽribach zum Ă„gerisee entwässert wird.

Der Landanteil der Zuger Gemeindefläche bestand 1997 zu 23.8 % aus Siedlungsfläche, zu 35.5 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 38.1 % aus Wald und Gehölzen und zu 2.6 % aus unproduktiver Fläche.

Blick vom Zugerberg auf Zug
Blick vom Zugerberg auf Zug

Zur Stadt Zug gehören ausgedehnte Gewerbe-, Industrie- und Wohnquartiere in der Lorzenebene, und etwas abgetrennt vom eigentlichen Stadtgebiet die Siedlungen Lorzen, Kollermühle, Steinhuserbrugg und Ammannsmatt. Ebenfalls Teil der Stadt sind das Dorf Oberwil , die Siedlung Räbmatt, beide südlich von Zug am Seeufer gelegen, sowie verschiedene Hofsiedlungen auf der Höhe des Zugerbergs. Nachbargemeinden von Zug sind im Nordwesten Cham und Steinhausen, im Norden Baar, im Osten Unterägeri, im Süden Walchwil und im Westen (reine Seegrenze) Meierskappel und Risch. Mit den Gemeinden Baar, Steinhausen und Cham, die ebenfalls in der Lorzenebene liegen, ist Zug bereits stark zusammengewachsen. Insbesondere zwischen Zug und Baar ist dieser Prozess schon soweit fortgeschritten, dass die Gemeindegrenzen kaum noch wahrnehmbar sind. Überdies besitzt Zug mit seiner Exklave gemeinsame Grenzen mit den Schwyzer Gemeinden Arth und Steinerberg.

Wappen

Das Zuger Stadtwappen besteht aus einem weissen Wappenschild, das von einem blauen Balken waagerecht in der Mitte geteilt und von einer gelben Burgmauer gekrönt wird. Die Burgmauer wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts zur besseren Unterscheidung vom Wappen des Kantons Zug eingeführt, das sich ausserdem noch im Farbton vom Stadtwappen unterscheidet. Das Wappen weist zurück auf die Zeit der Habsburger , die offiziell bis zum 27. Juni 1352 über das Gebiet der Stadt Zug herrschten und deren Wappenschild sich vom Zuger Stadtwappen nur durch die rote Farbe des waagerechten Balkens unterschied.

Politik

Legislative

Das Regierungsgebäude – Sitz des Kantons- und Regierungsrats
Das Regierungsgebäude – Sitz des Kantons- und Regierungsrats

Der Grosse Gemeinderat ist seit dem 1. Februar 1963 das gesetzgebende Organ der Stadt Zug. Er löste die vormals bestehende Gemeindeversammlung der Einwohnergemeinde als Legislative ab. Der Grosse Gemeinderat besteht aus dem Gemeinderatspräsidenten, seinem Vizepräsidenten und 38 Gemeinderäten und wird von den Stimmbürgern der Stadt im Proporzverfahren für eine Dauer von 4 Jahren gewählt. Gemeinderatspräsident, Vizepräsident und zwei Stimmenzähler werden vom Grossen Gemeinderat selbst für eine Dauer von 2 Jahren gewählt. Seine Befugnisse sind in der Gemeindeordnung der Stadt Zug vom 1. Februar 2005 festgelegt. Er kommt in der Regel einmal monatlich im Kantonsratssaal des Regierungsgebäudes zu öffentlichen Sitzungen zusammen.

Die Sitzverteilung im Grossen Gemeinderat nach den Wahlen von 2002 gestaltet sich folgendermassen:

  • FDP : 13 Sitze
  • CVP : 7 Sitze
  • SVP : 7 Sitze
  • Alternative: 7 Sitze
  • SP : 5 Sitze
  • CSP : 1 Sitz

Exekutive

Stadthaus am Kolinplatz
Stadthaus am Kolinplatz

Der Stadtrat ist die ausführende Behörde der Stadt Zug und setzt sich aus dem Stadtpräsidenten , dem Stadtrat oder Vizepräsidenten, drei Stadträten und einem Stadtschreiber zusammen. Gewählt wird der Stadtrat alle vier Jahre im Proporzwahlverfahren . Er übernimmt die Geschäftsleitung, die Aufsicht über die Stadtverwaltung und repräsentiert die Gemeinde nach aussen hin. Im Stadtratssaal des Stadthauses versammelt er sich wöchentlich. Der derzeitige Stadtpräsident ist Christoph Luchsinger (FDP). Die einzelnen Stadträte sind jeweils für eine bestimmte Verwaltungsabteilung (Departement) zuständig. Die Aufgabenverteilung nach den Wahlen 2002 ist folgende:

Name Partei Funktion Verwaltungsabteilung
Christoph Luchsinger FDP Stadtpräsident Präsidialdepartement
Vreni Wicky CVP Stadträtin/Vizepräsidentin Bildungsdepartement
Andreas Bossard CSP Stadtrat Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit
Hans Christen FDP Stadtrat Finanzdepartement
Dolfi MĂĽller SP Stadtrat Baudepartement
Arthur Cantieni CVP Stadtschreiber -

Wirtschaft

Der BĂĽrokomplex Grafenau beheimatet Firmen wie BP, BASF und Wintershall
Der BĂĽrokomplex Grafenau beheimatet Firmen wie BP , BASF und Wintershall

Der Kanton Zug, der als Steueroase der Schweiz gilt, hat die niedrigsten Steuersätze des Landes, die nur ungefähr die Hälfte des Schweizer Durchschnitts betragen. Auf Grund dessen haben viele multinationale Unternehmen , die vorwiegend im Rohstoffhandel und im Finanzsektor tätig sind, ihren Verwaltungssitz in der Stadt Zug, wie zum Beispiel die BASF-Tochter Wintershall . Ausserdem finden sich eine Vielzahl an Holding -Gesellschaften, Domizilgesellschaften, besser bekannt als Briefkastenfirmen und Treuhandbüros in Zug. Auch Unternehmen aus dem Sportsektor sind in Zug vertreten, von der FIFA bis hin zum ehemaligen Profi-Tennisspieler Boris Becker . Den niedrigen Steuern stehen allerdings die hohen Lebenshaltungskosten gegenüber. Auf die gut 23'000 Einwohner der Stadt kommen rund 24'000 Arbeitsplätze und etwa 12'000 registrierte Firmen. Die Siemens-Gebäudetechnik (Siemens Building Technologies) ist dabei mit gut 1900 Beschäftigten der grösste Arbeitgeber in Zug. Zweitgrösster Arbeitgeber ist der Kanton Zug, der in der kantonalen Verwaltung rund 1600 Beschäftigte zählt. Weitere grosse Arbeitgeber in der Stadt sind die V-ZUG AG (Elektroapparatebau), die Stadtverwaltung , das Zuger Kantonsspital, die Zuger Kantonalbank, Coop Zentralschweiz-Zürich und Unilever.

Verkehr

Der Bahnhofplatz mit einem Bus der Linie 2 und dem Bahnhof im Hintergrund
Der Bahnhofplatz mit einem Bus der Linie 2 und dem Bahnhof im Hintergrund

Die Stadt Zug liegt verkehrstechnisch gĂĽnstig an den Bahnstrecken ZĂĽrich–Luzern und ZĂĽrich– Gotthard . Mit dem InterCity erreicht man in 25 Minuten ZĂĽrich oder Luzern. Das AutobahnteilstĂĽck A4a verbindet Zug mit der A4 (Bargen–Altdorf), ĂĽber die man auch die A14 (Holzhäusern–Luzern) erreicht. Der nächste Flughafen ZĂĽrich-Kloten ist mit dem Auto in ungefähr 60 Minuten erreichbar. Zug ist an das Netz der S-Bahn ZĂĽrich angeschlossen und verfĂĽgt ĂĽber ein dichtes Liniennetz des öffentlichen Nahverkehrs . Der Bahnhofplatz des am 28. November 2003 neueröffneten Bahnhofs Zug ist dabei ein zentraler Knotenpunkt im Verkehrsnetz der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB), das ĂĽber 285 Haltestellen und eine Gesamtstreckenlänge von 197 km verfĂĽgt. Seit dem 12. Dezember 2004 sorgt die Stadtbahn Zug fĂĽr eine noch bessere Erschliessung des Regionalverkehrs. Die Stadtbahn verfĂĽgt ĂĽber die Linie 1 die zwischen Baar und Luzern verkehrt und die Linie 2 die von Zug ĂĽber Walchwil bis nach Erstfeld fĂĽhrt. Die Schiffe der Zugersee Schifffahrt ermöglichen zwischen April und Oktober ausserdem die Reise auf dem Zugersee. Die aus vier Schiffen bestehende Flotte steuert alle grösseren am See gelegenen Orte an und befördert zwischen 130'000 und 150'000 Personen jährlich. Auf den Zugerberg gelangt man mit der Standseilbahn der Zugerbergbahn (ZBB) von der Talstation Schönegg aus, die mittels der Buslinie 11 vom Bahnhof direkt erreicht werden kann. Die Bergbahn fĂĽhrt auf einer Strecke von 365 Metern in rund 6 Minuten auf 926  m ĂĽ. M und befördert um die 300'000 Personen pro Jahr. Zug verfĂĽgt mit der 1961 fertiggestellten Einbahnkreisverkehrsanlage Bundesstrasse-Alpenstrasse-Vorstadtstrasse-Postplatz-Bahnhofsstrasse ĂĽber die grösste der Schweiz.

Geschichte

StadtgrĂĽndung

Ende des 12. Jahrhunderts , spätestens aber in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gründeten die Grafen von Kyburg, die seit dem Aussterben der Lenzburger 1173 über das Gebiet von Zug herrschten, die Stadt Zug am Ufer des Zugersees. Als Motive für die Stadtgründung gelten die verkehrsgünstige Lage am Handelsweg von Zürich nach Norditalien über den Gotthard , der über den Zugersee nach Immensee von dort nach Küssnacht und weiter über den Vierwaldstättersee führte, sowie das zu der Zeit übliche Bestreben der Landesherren, durch Stadtgründungen ihre Herrschaftsgebiete zu sichern.

Die Stadt bestand in ihrer ersten Entwicklungsphase nur aus einem Teil der heutigen Altstadt, die allerdings noch eine weitere, heute nicht mehr existente, als Markt dienende, breitere Gasse unterhalb der heutigen Untergasse aufwies. Die heutige Untergasse stellte somit bis zur Altstadtkatastrophe 1435 noch die Mittelgasse dar. Das Stadtgebiet war nahezu rechteckig, ungefähr 120 m lang und 70 m breit und bestand aus vier Häuserreihen.

Erste Stadterweiterung

In einer urkundlichen Erwähnung von 1242 wurde Zug erstmalig als oppidum (lat. Stadt, Kleinstadt) bezeichnet, 1255 als castrum (lat. fester Platz, Burg). In der folgenden Zeit kam es zur ersten Stadterweiterung unter den Grafen Hartmann IV. und seinem Neffen Hartmann V. mit der Erweiterung der Ringmauer um die Stadt, dem Bau des Chaibenturms im Norden und des Liebfrauenturms und der Liebfrauenkapelle im Süden. Die Liebfrauenkapelle wurde 1266 erstmalig urkundlich erwähnt. Durch die Erweiterung vergrösserte sich die Stadtfläche um mehr als das Doppelte.

Zug unter habsburgischer Herrschaft

1273 kaufte Rudolf von Habsburg , wenige Monate bevor er zum deutschen König gewählt wurde, neben grossen Teilen ehemals kyburgischen und laufenburgischen Besitzes, die Stadt Zug und Arth am See von der kyburgischen Erbtocher Anna. Die Habsburger legten nun Zug und die im Umland liegenden Siedlungen zum Amt Zug zusammen.

1315 soll Zug den habsburgischen Truppen unter Herzog Leopold I. als Sammlungsort für die Schlacht am Morgarten gedient haben. Nach der Niederlage der Habsburger blieb Zug weiterhin habsburgisch, doch war nach dem Bündnis Luzerns mit den Eidgenossen 1332 und dem Eintritt Zürichs in die Eidgenossenschaft am 1. Mai 1351 Zug schliesslich vollständig von eidgenössischem Gebiet umgeben. Am 8. Juni 1352 belagerten die Eidgenossen, nachdem ihnen das Umland keinen Widerstand geleistet hatte, die Stadt Zug, die, als Herzog Albrecht keine Hilfe schicken wollte, die Stadt übergaben. Zug trat daraufhin zusammen mit seinem Äusseren Amt bestehend aus Ägeri, Menzingen und Baar am 27. Juni 1352 dem Bund der Eidgenossen bei. Der sogenannte Zugerbund änderte dennoch nicht viel an der Herrschaftssituation, denn er bedeutete nicht die Auflösung der habsburgischen Grundherrschaft über Zug, vielmehr verpflichteten sich die Zuger weiterhin, die Habsburger Gerichte anzuerkennen und die erhobenen Abgaben zu leisten.

Nach der zweiten Belagerung Zürichs durch Herzog Albrecht kam es durch die Vermittlung des Markgrafen Ludwigs von Brandenburg zwischen den Konfliktparteien am 1. September 1352 zu dem nach ihm benannten Friedensabkommen, das zwar die eidgenössischen Bündnisse anerkennt, den Zugerbund jedoch verschweigt und somit seine Unrechtmässigkeit impliziert. Das bedeutete für Zug auch weiterhin die habsburgische Herrschaft. Habsburg stellte die Zuger Ammänner und Rudolf IV. verlieh der Stadt am 21. August 1359 das Sust - und Zollrecht .

Vermutlich im Spätsommer 1365 eroberten die Schwyzer zusammen mit einigen aus dem Ägerital, aber ohne Unterstützung der weiteren eidgenössischen Orte, zum zweiten Mal die Stadt Zug. Fortan stellte Schwyz den Zuger Ammann, urkundlich belegt zwischen 1370 und 1404 . Die zu leistenden Abgaben jedoch gingen nach wie vor an Habsburg.

Am 24. Juni 1400 verlieh König Wenzel allein der Stadt Zug die hohe Gerichtsbarkeit , den Blutbann, über Stadt und Amt. Auf Grund dessen kam es 1404 zum Banner- und Siegelhandel bei dem das Äussere Amt zum Ausgleich die Herausgabe von Banner, Siegel und Urkunden forderte.

Zugs Unabhängigkeit

Im 14. und 15. Jahrhundert erwarb die Stadt Zug zunehmend Vogteien rund um den Zugersee, wozu Cham, Steinhausen, Hünenberg, Risch und Walchwil gehörten. Mit der Verleihung der Reichsfreiheit durch König Sigismund 1415 wurde Zug unabhängig und alle habsburgischen Ansprüche erloschen.

Am 4. März 1435 versank die damalige Untergasse zusammen mit den am See liegenden Häusern im Zugersee. 60 Menschen kamen dabei ums Leben und 26 Häuser wurden zerstört.

Zug um 1548
Zug um 1548

Möglicherweise bald nach 1435 , spätestens aber 1478 wurde ein zweiter Mauerring um die Stadt errichtet, der das Stadtgebiet im Norden um die Goldgasse erweiterte, aber nur wenige Meter von der ersten Umfassung entfernt stand. Zur gleichen Zeit begann unter der Leitung des süddeutschen Baumeisters Hans Felder, der auch für den Mauerring verantwortlich gewesen sein soll, der Bau der Sankt-Oswald-Kirche.

Zwischen 1520 und 1530 entstand der dritte Mauerring, durch den sich das Stadtgebiet auf das Sechsfache vergrösserte. Die noch heute erhaltenen Türme und Mauerteile auf der Bergseite der Stadt gehörten zu dieser Befestigung.

Zug entschied sich während der Reformation 1526 katholisch zu bleiben und bildete zusammen mit Uri, Schwyz, Unterwalden, Freiburg und Solothurn am 5. Oktober 1586 den Goldenen Bund .

Die nachfolgenden Jahre waren geprägt durch Spannungen zwischen der Stadt Zug und dem Äusseren Amt, das sich um Kompetenzen und Mitbestimmung stritt. Nach diversen eidgenössischen Schiedssprüchen kam es 1604 zum Libellvertrag (von lat. libellus - Büchlein), der erstmalig das Verhältnis zwischen Stadt und Amt schriftlich regelte und bis zur Besetzung Zugs durch die Franzosen 1798 die Grundlage des öffentlichen Rechts bildete. Auch wenn die Stadt weiterhin zentraler Ort des politischen Geschehens blieb, stellte der Libellvertrag Stadt und Amt politisch gleich und gewährte dem Land so Mitspracherecht bei allen Entscheidungen.

Während den napoleonischen Feldzügen wurde Zug im Rahmen der Helvetik dem Kanton Waldstätten zugeteilt, dessen Hauptort es von 1799 bis 1802 war.

Nach dem Zerfall der Helvetischen Republik wurde Zug durch die erste Verfassung des Kantons Zug von 1814 Hauptort des Kantons.

Die Jahre von 1830 bis 1847 waren geprägt durch politische Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und Liberalen. Zug, das dem Sonderbund beigetreten war und im Sonderbundskrieg somit auf katholischer Seite kämpfte, musste am 22. November 1847 kapitulieren, wurde von eidgenössischen Truppen besetzt und zu Reparationszahlungen verpflichtet.

Zerstörte Vorstadt
Zerstörte Vorstadt

Bei der sogenannten „Vorstadtkatastrophe“ am 5. Juli 1887 zerstörte ein Ufereinbruch 35 Gebäude der Vorstadt, kostete 11 Menschen das Leben und liess 650 Personen obdachlos werden. Zum Abrutschen der Häuser kam es nach Pfählungen und Aufschüttungen bei Bauarbeiten an einer neuen Quaianlage, welche die Uferstabilität schwächten und zum Wegrutschen einer tragenden Bodenschicht aus Schlammsand führten. Um die Belastung der Uferzone zu verringern wurden daraufhin 15 Häuser neben dem Regierungsgebäude abgerissen und durch eine Grünfläche ersetzt.

Am 27. September 2001 wurde ein Anschlag, das Zuger Attentat, auf das Zuger Parlament verübt, bei dem 14 Politiker getötet und etliche weitere Menschen verletzt wurden.

SehenswĂĽrdigkeiten

Zytturm
Zytturm

Der 52 Meter hohe in der Altstadt gelegene Zytturm ist das Wahrzeichen von Zug. Er entstand Mitte des 13. Jahrhunderts als einfacher Durchlass auf einer Grundfläche von 5.8 m mal 6.3 m im ältesten Mauerring und wurde von Hans Felder von 1478 bis 1480 erhöht und mit einem zur Stadt hin abfallendem Pultdach mit MitteltĂĽrmchen, seitlichen Zinnen und einer einfachen Uhr versehen. 1557 erhielt das Dach des Zytturms die noch heute erhaltene Form mit Wachtstube, turmförmigen Erkern und steilem, in den Stadtfarben bemalten, Walmdach; 1574 die grosse Uhr und das astronomische Ziffernblatt auf der dem Kolinplatz zugewandten Seite. Bis zum Bau der zweiten Ringmauer diente der Turm als verschliessbarer Zugang zur Stadt. Man nutzte ihn aber auch als Gefängnis und Wachtstube fĂĽr Feuer.

Zuger Rathaus
Zuger Rathaus

Das vom Baumeister Heinrich Sutter von 1505 bis 1509 erbaute viergeschossige Zuger Rathaus ist ein bedeutendes profanes Baudenkmal der Spätgotik in der Schweiz. Das mit einem Treppengiebel versehene Gebäude befindet sich trotz der schon vor Baubeginn vorgenommenen Stadterweiterung in der Altstadt an der Strassenecke zwischen Fischmarkt und Unter-Altstadt. Das Erdgeschoss diente früher als Markthalle. Erstes und zweites Stockwerk wurden je nach Bedarf für Rat und Gericht verändert und die oberste Etage diente als Ratssaal. Heute wird das Rathaus von seinem Besitzer, der Bürgergemeinde als Kanzlei, für den Bürgerrat und für Gemeindeversammlungen genutzt. Der Gotische Saal in der obersten Etage dient als Ort für Ausstellungen und sonstigen kulturellen Veranstaltungen.

Kirche St. Oswald
Kirche St. Oswald

Der Bau der spätgotischen Kirche St. Oswald begann am 18. Mai 1478 unter der Leitung des süddeutschen Baumeistes Hans Felder dem Älteren. Die nach fünf Jahren vollendete einschiffige Kirche wurde Mitte des 16. Jahrhunderts zur dreischiffigen Basilika ausgebaut. Im Zeitraum von 1760 bis 1765 erhielt die Kirche durch den Orgelbauer Viktor Ferdinand Bossard eine Barock-Orgel. Karl Albert Keiser passte die Kirche zwischen 1860 und 1870 dem neugotischen Stil an.

Theater Casino Zug
Theater Casino Zug

Das Theater Casino Zug wurde von 1907 bis 1909 nach Plänen der Zuger Architekten Dagobert Kaiser und Richard Bracher im neobarocken Stil errichtet, nachdem das Stadttheater der Theater- und Musikgesellschaft Zug am Postplatz wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Es liegt an der Grabenstrasse oberhalb der Badestelle Seelikon direkt am Zugersee und verfügt über eine grosszügige Terrasse auf der Seeseite. Der Theatersaal, der eine für das Sprechtheater schwierige Akustik aufwies, konnte in den 1950er Jahren nicht mehr den Ansprüchen genügen. Nach zunächst geäusserten Abrissforderungen und anschliessendem Neubau, wurde das Gebäude jedoch zwischen 1979 und 1981 nach den Plänen der Architekten Hans-Peter Ammann und Peter Baumann vollständig restauriert und im Norden um einen Saal erweitert. Das Theater Casino Zug, das den grössten Saal der Stadt bietet, dient als Kulturzentrum und Ort für eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen, über 700 im Jahr.

Kunsthaus Zug
Kunsthaus Zug

Zug verfügt über einige kleinere Museen wie dem Afrika-Museum, dem Fischerei-Museum, dem kantonalen Museum für Urgeschichte und dem Museum in der Burg Zug. Das Kunsthaus Zug verfügt hauptsächlich über Kunst der klassischen und Wiener Moderne aber auch über zeitgenössische und regionale Kunst. Die Sammlung der Wiener Moderne gilt als die wohl bedeutendste ausserhalb Österreichs und enthält Werke von rund dreissig Künstlern unter anderem von Gustav Klimt , Oskar Kokoschka , Egon Schiele und Fritz Wotruba .

Städtepartnerschaften

Literatur

  • Direktion fĂĽr Bildung und Kultur des Kantons Zug (Hrsg.): ZG - Ein Heimatbuch. Balmer Verlag, Zug 1999. ISBN 3-85548-052-4
  • Sibylle Omlin, Christian Raschle, Sonja Stauffer, Josef WĂĽest: Zug - Stadt und Kanton. Balmer Verlag, Zug 2002. ISBN 3-85548-048-6
  • Eugen Gruber: Geschichte des Kantons Zug. Francke, Bern 1968.
  • Eugen Gruber: Grundfragen zugerischer Geschichte. Buchdruckerei Dossenbach, Baar 1952.
  • Eugen Gruber, Albert Iten, Ernst Zumbach (Hrsg.): Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug: vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters, 1352 bis 1528. (2 Bände) Verlag des Kantonsarchivs Zug, Zug 1952-1964.
  • Eugen Gruber: Geschichtliche Tatsachen aus den mittelalterlichen Urkunden und Dokumenten von Stadt und Land Zug. ZĂĽrcher, Zug 1951.

Weblinks

Commons: Zug – Bilder, Videos oder Audiodateien



Koordinaten: 47° 10' N, 8° 31' O

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