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Letzte Änderung für Artikel Wöhrden: 26.01.2006 00:28

Wöhrden

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Wappen Karte
Wappen der Gemeinde Wöhrden Deutschlandkarte, Position von Wöhrden hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis : Dithmarschen
Geografische Lage :
Koordinaten: 54° 10' N, 09° 00' O
54° 10' N, 09° 00' O
Höhe : 4 m ü. NN
Fläche : 21,77 km²
Einwohner : 1.340 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 62 Einwohner je km²
Postleitzahl : 25797
Vorwahl : 04839
Kfz-Kennzeichen : HEI
Gemeindeschlüssel : 01 0 51 113
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Amtsverwaltung:
Amt KLG Heide-Land
Kirchspielsweg 6
25746 Heide
Website: www.woehrden.de
Politik
Bürgermeister : Peter Schoof ( CDU )
Lage der Gemeinde Wöhrden im Kreis Dithmarschen

Wöhrden ist eine Gemeinde im Amt Kirchspielslandgemeinde Heide-Land, Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein (Deutschland) mit 1 333 Einwohnern.

Die in der nördlichen Marsch gelegene Stadt war einst Hafenstadt und galt zeitweise als Herz Dithmarschens. Insbesondere die von 1319 bis 1786 bestehende St.-Nicolai-Kirche galt neben dem Meldorfer Dom als herrlichste des Landes. Seit dem 16. Jahrhundert setzte ein schleichender Bedeutungsverlust ein, der Wöhrden auf den Status einer abgelegenen Landgemeinde reduzierte.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Wöhrden liegt in der fruchtbaren Dithmarscher Nordermarsch. Bis ins 16. Jahrhundert direkt an der Nordseeküste und von Prielen umgeben liegend, hat sich die Küstenlinie durch künstliche Landgewinnung und natürliche Verlandung mittlerweile etwa 10 Kilometer nach Westen verschoben.

Der Ort ist nach Art der ältesten Wurtendörfer um eine Wurt errichtet, in deren Mitte sich die Kirche befindet. Um sie herum verläuft eine Ringstraße, von der aus Straßen radial abgehen. Die Wurt ist mit 6,70 m ü NN. eine der höchsten in Dithmarschen und stammt wahrscheinlich aus dem 1. Jahrtausend.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde setzt sich aus den Ortsteilen Wöhrden, Ketelsbüttel, Großbüttel, Büttlerdeich, Böddinghusen, Hochwöhrden, Neuenkrug, Neuenwisch, Bruhnsdorf, Nixdorf und Walle zusammen.

Geschichte

150 n. Chr. nennt der griechische Geograph Ptolemäus drei Sachseninseln vor der Elbmündung, wahrscheinlich Fahrstedt, Wöhrden und Büsum. Die Siedlung lag lange Zeit fast vollständig vom Meer umschlossen und bildete so ebenso einen wichtigen Hafenplatz wie einen relativ sicheren Rückzugsraum bei Eroberungsversuchen des Landes. Noch um 1600 schreibt der Dithmarscher Historiograph Neocorus über die Siedlung, sie sei eine.

ummeflatene Flecke, welcher allein einen Wech van Osten in hefft, sonst alle Wege mit Bruggen und Stegen geleidet werden. [1]

Die Besiedelung der Wurt geschieht etwa 800 nach Christus. Um 1000 entsteht ein Siddeldeich, der später als erste wegbare Landverbindung, genannt Persenweg, genutzt wird und um 1100 entsteht der erste Seedeich von Hochwöhrden über Wackenhusen, Wöhrden, Großbüttel, Reinsbüttel, Wesselburen usw., bis hinter Hemme wieder an den Geestrand. Wann genau die erste Kirche und damit ein eigenständiges Kirchspiel Wöhrden entstand, ist nicht bekannt.

Als Bischof Adalbert II. von Hamburg-Bremen 1140 in einer Urkunde erstmals die Dithmarscher Kirchspiele erwähnt, ist Wöhrden noch nicht darunter.

Der Ort bildete früher das Zentrum des Kirchspiels Süderwöhrden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 7. Mai 1281 . In einem Vertrag zwischen Hamburg und den Dithmarscher Kirchspielen taucht Worden als besiegelndes Kirchspiel auf. Ob Wöhrden als Abspaltung des Dithmarscher Mutterkirchspiels Meldorf oder über das Kirchspiel Wesselburen aus dem Urkirchspiel Weddingstedt entstanden ist, ist historisch umstritten.

1319 bauten sie eine Kirche mit 46 Metern Länge und 20 Metern Breite, die seinerzeit neben dem Meldorfer Dom als herrlichste Kirche Dithmarschens galt. Nach der Siegreichen Schlacht in der Süderhamme 1404 bewahrten die Dithmarscher die beiden erbeuteten Banner des Herzogs in der Wöhrdener und der Meldorfer Kirche auf. Nach der Schlacht bei Hemmingstedt 1500 wurde in ihr der vom dänischen König Waldemar mitgeführte, und angeblich originale, erbeutete Dannebrog aufbewahrt.

Der Ort, der heute durch die Landgewinnung etwa 10 Kilometer von der Küste entfernt liegt, war im Spätmittelalter eine regional bedeutende Hafenstadt. Die Kirchspiele im Norden des Landes gewannen zunehmend Einfluss gegenüber den südlicheren Siedlungen. 1373 errichteten die Kirchspiele Wöhrden, Neuenkirchen, Wesselburen, Weddingstedt und Hemmingstedt einen eigenen Markt in Konkurrenz zu dem in Meldorf. Mit der Dithmarscher Bauernrepublik löste Heide Meldorf als Hauptort des Landes ab.

Die wichtigen Dokumente des Landes wurden nicht mehr in Meldorfer Dom , sondern in den Kirchen Wöhrdens und Wesselburens aufbewahrt. Der Presbyter Bremensis beschrieb Mitte des 14. Jahrhunderts die Nordermarsch mit Wöhrden und Wesselburen als cor terre Ditmarice – Herz Dithmarschens. [2] Zahlreiche der führenden Regentenfamilien der Bauernrepublik kamen aus Wöhrden. Die laut Neocorus angesehenste, die Woldersmannen stellten zeitweise allein fünf der 48 Achtundvierziger stellten.

Die Stadt erhielt unter anderem auch Beziehungen zur Hanse unterhielt. 1375 , zur Hochzeit der Bauernrepublik Dithmarschen schlossen Lübecker Kaufleute einen Vertrag in Wöhrden, bei dem die Dithmarscher sich verpflichteten, die Lübecker Handelsgüter zu schützen. Der Konflikt zwischen Strandräuberei einerseits und den guten Beziehungen zur Hanse andererseits war einer der prägenden Dithmarscher Konflikte dieser Zeit.

Das Materialienhaus, das als ältestes Haus Dithmarschens gilt, entstand 1519. Es ist ein typisches Marschbürgerhaus, die sich an weiten Teilen der schleswig-holsteinischen Nordseeküste finden: Einräumhäuser mit Fachwerk im Unterbau und reich verzierten Giebeln.

40 Jahre später, 1559, schlugen König Friedrich II, DK . Herzog Johann von Hardersleben und Herzog Adolf von Holstein die Dithmarscher in der Letzte Fehde, worauf das Land dreigeteilt wurde. Nach dem Tod des Herzogs Johann (1580) wurde 1581 Dithmarschen zweigeteilt. Die willkürliche Grenze trennte nun das Kirchspiel Wöhrden in Süder- und Norderwöhrden. Die Aufteilung trennte die Stadt von ihrem wirtschaftlich wichtigen Hinterland, der ehemals zentrale Ort lag plötzlich an der Peripherie Süderdithmarschens. Gleichzeitig stiegen andere Städte wie Wesselburen, Marne und insbesondere Heide in ihrer Bedeutung und überflügelten schon bald das alte Herz Dithmarschens.

Alte Wöhrdener Mühle
Alte Wöhrdener Mühle

Der Niedergang des Ortes setzte sich fort, als die Gegend um Wöhrden zunehmende verlandete und 1601 das Bütteler Feld besiedelt wurde. Der Priel zur Nordsee verschlickte zunehmend, die Bedeutung des Hafens ging zurück. Die ehemals hoch angesehen Kirche begann zu verfallen, Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts sahen sie als unnötig großes Gebäude an, das ausreichend für drei Kirchspiele der Wöhrdener Bedeutung und Größe gewesen wäre.

1875 begann der Neubau der jetzigen Schule "School op de Wurth". 1922 startete die Elektrifizierung Wöhrdens, die Straßenbeleuchtung war ab nun elektrisch.

Am 7. März 1929 markierte die Blutnacht von Wöhrden , bei der etwa je 200 Nationalsozialisten und Kommunisten mit Gummiknüppeln, Stahlstücken, Messern und Dolchen aufeinander losgingen und drei Menschen starben, den Durchbruch der NSDAP in der Region. Den Nazis gelang es, die Ereignisse auch überregional propagandistisch auszuschlachten.

Neues Gewerbegebiet
Neues Gewerbegebiet

Die Auflösung der Bauernschaften (Wöhrden-Neuenwisch-Neuenkrug Hochwöhrden – Wackenhusen – Großbüttel – Walle) und der Zusammenschluss zur Kirchspielslandgemeinde Süderwöhrden geschah 1938.

1972 verlor Wöhrden die Gemeindeverwaltung, es erfolgte die Bildung der Amtsverwaltung "Amt Kirchspielslandgemeinde Heide-Land". 1974 am l. Januar erfolgte die Eingemeindung Ketelsbüttel in die Gemeinde Wöhrden. Wöhrden wuchs von 1.600 auf 2151 ha., die Einwohnerzahl stieg von 1058 auf 1217. Im Jahr 2001 gelang der Abschluss einer Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Sianów

Die Wöhrdener Kirche

Die St.-Nicolai-Kirche befindet sich auf der höchsten Wurt des Ortes. Die Wöhrdener weihten sie der früüheren Bedeutung des Ortes gemäß dem Schutzheiligen der Schiffer und Kaufleute. Die von 1786 bis 1788 im spätbarocken Stil gebaute Kirche ist wahrscheinlich das dritte Kirchengebäude an dieser Stelle. Baumeister war der Sachse August Rothe. Während spätere Chronisten diese als Siegeskirche oder Landesdenkmal bezeichneten, ist diese Interpretation zu neuzeitlich für das Dithmarschen des 14. Jahrhunderts. Während an dieser Stelle wahrscheinlich tatsächlich ein wichtiger Sieg der Dithmarscher über den holsteinischen Adel stattfand, war der Kirchbau Sache der einzelnen Kirchspiele und nicht der Dithmarscher allgemein. Der prächtige Kirchenbau des 14. Jahrhunderts weist also vor allem auf den damaligen Reichtum und die Bedeutung Wöhrdens hin.

Über den ersten Kirchenbau ist wenig bekannt, außer dass sie von einer etwa 3 bis 6 Meter dicken Mauer aus Feldsteinwerk geschützt war.

Besondere Bedeutung erlangte die zweite Wöhrdener Kirche, die Bedeutung für die ganze Region hatte, aber wegen Baufälligkeit und Einsturzgefahr abgerissen werden musste. Es handelte sich um eine spätgotische Hallenkirche, wie sie auch - damals weniger prächtig - später in Meldorf und Wesselburen entstanden. Ein Vergleich mit der Meldorfer Kirche, dem heute eindrucksvollsten Kirchengebäude der Westküste, lässt sich kaum mehr ziehen. Zumindest von der Größe her, hatten beide Kirchen ungefähr gleiche Ausmaße.

Einer Tradition aus dem 15. oder 16. Jahrhundert zufolge, wollte 1319 Gerhard der Große von Holstein-Rendsburg Wöhrden einnehmen. Wöhrdens Verteidiger flüchteten in die Kirche, die daraufhin von den Angreifern angezündet wurde. Neocorus beschrieb, ihre Flucht:

in de Kerken tho Oldenworden unnd befestigeden se alß eine Borch, wo se best vormochten. Schließlich aber wütetet das Feuer so schlimm, das dat Bly van dem Dache herunder schmeltede. [3]

In ihrer Verzweifelung brachen die Dithmarscher aus und schlugen den Feind in die Flucht. Nun entstand ein riesiger Neubau: Doppelschiffig 160 Fuß (etwa 52 m, Hauptschiff im Norden) bzw. 92 Fuß (etwa 35m Nebenschiff im Süden), lang; insgesamt 70 Fuß (ca. 24m) breit, die Höhe bis ans Dach betrug 28 Fuß. Die Mauern des Hauptschiffes waren aus Feldsteinen, die des Nebenschiffes teilweise auch aus Backstein. Das Hauptschiff war teilweise mit einem Satteldach , teilweise mit einem Walmdach bedeckt, das Süderschiff mit einem reinen Satteldach.

Auf dem Hauptschiff befand sich ein separater Dachreiter in dem die Kling- und Stundenglocke der Kirche waren. Im zusätzlichen separaten hölzernem Glockenturm, vielleicht 5 x 5 m, befanden sich die großen Glocken der St-Nicolai-Kirche.

In der Kirche befanden sich neben diversen Siegeszeichen der Dithmarscher auch das Grab Adolph Kösters, des Vater von Neocorus .

Die Kirche war nach Angaben des Zeitweisen Dorfpfarrers Johann Adrian Bolten:

mit so ansehnlichen steineren Gewölben, einem so geräumigen Chore und überhaupt so kostbaren Einrichtungen versehen, daß sie fast eine Krone aller damaligen Landeskirchen abgeben konnte. [4]

Die älteste bildliche Darstellung der alten Kirche stammt von Peter Boeckels Dithmarscher Karte von 1559 auf der dieser die Ereignisse der Letzten Fehde festhält.

Der Boden der Kirche lag allerdings durch das weitere Anwachsen der Wurt schließlich einige Meter unter der Wurt-Oberfläche, so dass ein über Jahrhunderte anhaltendes Problem mit einfließendem Wasser bestand. Eine Bodenerhöhung 1741 konnte meine Abhilfe schaffen. Letztlich entscheidend für den baulichen verfall der Kirche dürfte aber die Wand zwischen den beiden Schiffen gewesen sein, durch das regelmäßig Wasser eindrang und das stützende Holz irreparabel beschädigte. Der Baumeister Stammer stellte anlässlich der polizeilichen Schließung der Kirche 1777 fest:

die auswendigen Hauptmauern [seien] über die perpendiculair Linie durchgedrückt, daher [haben] auch diese Bögen und Mauern verschiedentlich durchgehende große Risse erhalten; auch ungleiche Bögen-Rundungen itzo sind ... Die anderen Kreutzbögen haben nicht allein viele quer, sondern sehr bedenkliche große längen Risse, daher ungleich verdrückt, und in grader Linie als krumber Linie verschoben. [5]

Quellen

  1. Reimer Hansen: Die alte Wöhrdener Kirche. In: Reimer Hansen: Aus einem Jahrtausend historischer Nachbarschaft. Studien zur Geschichte Schleswigs, Holsteins und Dithmarschens. Malente, Schleswig-Holsteinischer Geschichtsverlag 2005 ISBN 3-933862-33-7 S, S. 53  
  2. Reimer Hansen: Die alte Wöhrdener Kirche. In: Reimer Hansen: Aus einem Jahrtausend historischer Nachbarschaft. Studien zur Geschichte Schleswigs, Holsteins und Dithmarschens. Malente, Schleswig-Holsteinischer Geschichtsverlag 2005 ISBN 3-933862-33-7 S, S. 54  
  3. Reimer Hansen: Die alte Wöhrdener Kirche. In: Reimer Hansen: Aus einem Jahrtausend historischer Nachbarschaft. Studien zur Geschichte Schleswigs, Holsteins und Dithmarschens. Malente, Schleswig-Holsteinischer Geschichtsverlag 2005 ISBN 3-933862-33-7 S, S. 53  
  4. Reimer Hansen: Die alte Wöhrdener Kirche. In: Reimer Hansen: Aus einem Jahrtausend historischer Nachbarschaft. Studien zur Geschichte Schleswigs, Holsteins und Dithmarschens. Malente, Schleswig-Holsteinischer Geschichtsverlag 2005 ISBN 3-933862-33-7 S, S. 51  
  5. Reimer Hansen: Die alte Wöhrdener Kirche. In: Reimer Hansen: Aus einem Jahrtausend historischer Nachbarschaft. Studien zur Geschichte Schleswigs, Holsteins und Dithmarschens. Malente, Schleswig-Holsteinischer Geschichtsverlag 2005 ISBN 3-933862-33-7 S, S. 66  

Weblinks

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Wikipedia

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